Der Schnee im Februar wird nicht das letzte stürmische Wetter am US-Arbeitsmarkt gewesen sein. Der nur schwache Aufschwung im
Dienstleistungssektor wird die Schaffung von Arbeitsstellen in nächster Zeit nahezu verhindern. Hartnäckig hohe Budgetdefizite in vielen Bundesstaaten werden zu noch mehr Reduzierungen von Arbeitsplätzen führen, nun, da sich die Konjunkturpakete der Bundesregierung in Washington im kommenden Jahr signifikant vermindern werden.
Situation am US-Arbeitsmarkt könnte sich abermals verschlechtern, da Gelder aus Konjunkturpaketen austrocknen
Der jüngste Gesetzesentwurf des Kongresses, um die staatliche Arbeitslosenhilfe und die Leistungen zur Krankenversicherung für mehrere hunderttausend Menschen zu verlängern, unterstreicht zusätzlich die Notwendigkeit, die Situation stabilisieren zu müssen, so cnbc.com.
„Das Sicherheitsnetz sieht äußerst wackelig aus”, sagt Ökonom Richard Hastings von Global Hunter Securities, der sich unter denjenigen befindet, die eine weitere große Welle von Entlassungen im öffentlichen und privaten Bereich kommen sehen, sobald die Regierungshilfen austrocknen.
„Das Problem nährt sich selbst.”
In den letzten drei Jahrzehnten wurde die US-Wirtschaft in erster Linie durch die Schaffung von Jobs im Dienstleistungs- und Regierungssektor angekurbelt. Die Anzahl der Stellen im Dienstleistungssektor stieg beispielsweise um 250% zwischen 1980 und heute und erreichte ihr Hoch bei 18 Millionen im Januar 2008.
Die Beschäftigten im Regierungssektor stiegen von 16,2 Millionen im Jahr 1980 auf 22,6 Millionen im Zuge ihres Anfang 2009 erreichten Hochs. Der Großteil dieses Wachstums wurde auf bundesstaatlicher und lokaler Ebene generiert. Im selben Zeitraum sanken die Beschäftigungszahlen im produzierenden Gewerbe von ehemals 19,3 Millionen auf aktuell 11,5 Millionen. Ökonomen sagen, man solle sich bereit machen für eine Umkehr dieses Trends, jedoch ist nur ein bescheidenes Wachstum im produzierenden Gewerbe zu erwarten.
„Die Jobs liegen im Dienstleistungssektor”, sagt Robert Brusca von Fact & Opinion Economics. „Und die meisten dieser Jobs werden von kleinen und mittelgroßen Unternehmen geschaffen.” Brusca und andere Ökonomen verweisen auf die aktuellen wirtschaftlichen Daten, die auf Schwäche sowohl bei den Verkäufen als auch im Dienstleistungssektor hinweisen.
„Ein investierter Dollar im Dienstleistungssektor wird wahrscheinlich eher in den USA Jobs kreieren als alles andere”, erklärt Brusca. „Es gibt viele kleine Unternehmen, deren Nachfragesituation nicht besonders rosig aussieht. Sie brauchen keine Steuererleichterungen, sondern sie brauchen Kunden.“ Viele dieser Unternehmen tendieren dazu, sich von der Immobilienindustrie und dem Outsourcing von Großbetrieben abhängig zu machen.
Immobilienindustrie wie auch Großunternehmen wurden in der Rezession allerdings schwer getroffen und die erfolgten Stellenverluste spiegeln diese Situation wider.
Die Beschäftigungszahlen im Bereich der professionellen Dienstleistungen sanken bislang um 1,5 Millionen, allgemeine Dienstleistungen büßten rund 1 Millionen Jobs ein, während das Baugewerbe 1,9 Millionen Arbeitsplätze abbaute.
Die Dynamik ist in Bundesstaaten wie North Carolina mehr als offensichtlich – eine schnell wachsende Population, eine oftmals diversifizierte lokale Wirtschaft, ein erfolgter Bauboom, unternehmensfreundlich und mit einer Arbeitslosenrate, die den nationalen Durchschnitt weit übersteigt. Der Bundesstaat profitierte ebenfalls von einem 10 Jahre langen Boom in der Finanzdienstleistungsbranche. Im Januar lag North Carolinas Arbeitslosenrate bei 11,2% im Vergleich zum nationalen Durchschnitt von 9,7%. Von den insgesamt 248.000 eingebüßten Jobs zwischen Dezember 2007 und Dezember 2009, befanden sich beinahe 40.000 im professionellen und unternehmensnahen Dienstleistungsbereich, 69.000 gingen im lokalen Baugewerbe verloren.
„Die kleinen Unternehmen werden überaus hart getroffen”, sagt Nicholas Colas, Chefmarktstratege bei ConvergEx. „Wenn es einen Bauboom gibt, findet dieser meistens in Regionen mit einer hohen Konzentration an kleinen Unternehmen statt.” Colas erklärt, dass Bundesstaaten wie North Carolina, Georgia, Tennessee und Illinois sich unter denjenigen befinden, die in den Indizes für die Messung der Arbeitsmarktdaten, welche für die nationale Wirtschaft enorm wichtig sind, die obersten Plätze belegen und allesamt Arbeitslosenquoten aufweisen, die weit über dem nationalen Durchschnitt liegen.
„Dies weist darauf hin, dass wir in der ersten Hälfte des Jahres sehr schleppende Beschäftigungsquoten haben werden und sich keine anhaltende Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte des Jahres abzeichnet”, sagt Colas. Zu diesem Zeitpunkt könnte die Situation für die staatlichen und lokalen Regierungen noch einmal sehr viel düsterer werden.
Die Beschäftigungsquote im Regierungssektor fällt üblicherweise erst ein Jahr nach dem Beginn einer Rezession, da die Staatsbudgets bereits vorher festgelegt und aus diesem Grunde relativ unflexibel sind. Daher waren die Beschäftigungszahlen im Jahr 2008 und während eines Großteils des Jahres 2009 stabil, auch dank der Konjunkturpakete.
„Viele Bundesstaaten legten auf Basis der erwarteten Transferzahlungen aus den Konjunkturpaketen die Entlassungen erst einmal auf Eis”, sagt Christian Weller, der an der Universität von Massachusetts und dem Center for American Progress auf Wirtschaftspolitik spezialisiert ist. „Die Stellen sind zwar da, um Dienstleistungen anzubieten. Das Problem ist nur, dass viele Dienstleistungen landesweit an sich reduziert werden. Was letztendlich zu einer Schrumpfung des Sektors führt, der keine Arbeitskräfte aufnehmen, sondern weiterhin abbauen wird.“
Anm.: Bald sind alle Löcher gestopft, Rohre verlegt, Wände neu gestrichen und Brücken saniert.
Und nun?
Die Entlassungen kommen jetzt eben mit zeitlicher Verzögerung. Vor allem zeichnet sich bereits eine zweite Welle im Bereich der öffentlichen Arbeitgeber auf bundesstaatlicher und kommunaler Ebene ab. Ein Jahr Zeit wurde erkauft auf Basis eines explodierenden Staatsbudgets auf Kosten aller. Schulden über Schulden, Versprechen über Versprechen. Und nichts hat sich verändert. Beginnen die Zinsen zu steigen, kippt die Wirtschaft erst richtig. Noch ist es nicht so weit, aber wehe wenn!
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=2639
Und es wird sich in der nächsten Zeit noch verschlimmern, sodaß nochmehr Menschen in Zeltstädte ziehen müssen, oder in ihrem Wohnwagen leben müssen !
Gruß
Der Honigmann
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