zitiert aus dem Hamburger Abendblatt vom 10/11. Juli 2010, Rubrik „DER NORDEN“, Seite 14
BREMEN: 65 Jahre nach Kriegsende schlummern immer noch viele Bomben im Boden. Und damit steigt auch die Gefahr, dass sich die Sprengkörper irgendwann selbst auslösen – vor allem die mit Langzeitzündern. „Man muss sehen, dass man die Bomben möglichst schnell aus dem Boden kriegt“, sagte Bremens Sprengmeister Andreas Rippert. Doch das wird nach seiner Ansicht nicht nur in Bremen, sondern auch in anderen Städten noch viele Jahre dauern. Allein in Bremen wurden bei 173 Luftangriffen 26 000 Tonnen Munition abgeworfen, darunter 100 000 Spreng- und eine Million Brandbomben.
Mit Blick auf das Unglück in Göttingen, bei dem Anfang Juni bei einer geplanten Entschärfung drei Kollegen ums Leben kamen, sagte Rippert: „Die Kollegen haben Pech gehabt. Eine Woche später wäre es vielleicht zur Selbstdetonation der Bombe gekommen.“
Problem dieser amerikanischen Fliegerbombe mit Langzeitzünder sei die Zelluloidscheibe, die die Feder für den Schlagbolzen halte. „Wenn diese Scheibe über die Jahre brüchig wird, kann der Schlagbolzen plötzlich freigesetzt werden und die Bombe hochgehen.“ In Bremerhaven seien in den vergangenen 15 Jahren zwei Blindgänger dieser Art unschädlich gemacht worden. Seit Kriegsende wurden im Land Bremen 16 000 Spreng- und 95 000 Brandbomben gefunden. (dpa)
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Ich bin der Auffassung, daß nicht oft genug auf die Kriegsverbrechen am deutschen Volk hingewiesen werden kann, die durch die Alliierten im 2. Weltkrieg begangen wurden. Die in der Menschheitsgeschichte beispiellose Massenvernichtung von Frauen und Kindern in deutschen Großstädten mittels Spreng- und Brandbomben durch englische und US-amerikanische Bombergeschwader stellt alle sonstigen Kriegsführungen und Völkermorde der Weltgeschichte in den Schatten. Wer sich einmal die Wirkungsweise einer Phosphorbombe, im 2. Weltkrieg häufig von den alliierten Bombern eingesetzt, ansieht, den packt das Grauen. Der obige Artikel inspiriert mich zu einigen Anmerkungen.
1. Langzeitzünder
Zu welchem Zweck wurden von den Amerikanern unter ihrem Präsidenten Roosevelt und den Engländern unter ihrem Kriegsminister Churchill Bomben mit Langzeitzündern verwendet? Bomben mit Aufschlagzünder explodieren sofort. Die Verwendung von Langzeitzündern in Bomben, die auf zivile Ziele wie Wohngebiete abgeworfen werden, haben m. E. einzig und allein den Zweck, erst zu explodieren, wenn die zuvor mit sofort explodierenden Bomben bombardierte Zivilbevölkerung aus ihren Luftschutzkellern und -bunkern herausgekommen ist und sich mit dem Löschen der Brände und der Versorgung/Entsorgung der Verletzten/Toten beschäftigt, also völlig wehrlos dem nun einsetzenden Inferno ausgeliefert ist. Hinterhältiger geht’s nicht mehr.
Die Existenz von Blindgängern unter Sprengwaffen war zu jeder Zeit jedem Militärstrategen bekannt, auch die deutsche U-Bootwaffe konnte bzgl. ihrer Torpedos ein Lied davon singen. Trotz dieser Erkenntnisse wurde es von Roosevelt, Churchill und ihren Stäben billigend in Kauf genommen, daß noch nach Kriegsende bis heute deutsche Zivilisten durch diese Bomben den Tod finden. Meines Wissens erhalten das deutsche Volk bzw. die Betroffenen dafür keine Entschädigungsleistungen. Die Amerikaner haben es bis heute nicht geschafft, sich für den Völkermord an den Indianern zu entschuldigen, müßig also, auf eine Entschuldigung seitens der Engländer und Amerikaner gegenüber dem Völkermord an der deutschen Zivilbevölkerung zu warten.
2. Massenbombardements
Nur für Bremen – 173 Luftangriffe mit 26 000 Tonnen Munition
100.000 Sprengbomben und 1.000.000 Brandbomben
Es wurden fast alle deutschen Industriestädte bombardiert, diese Zahlen vermitteln einen Eindruck, welche Gesamtmenge an Bomben überhaupt auf Deutschland abgeworfen wurde. Und weil die Bomben nicht einfach so da waren, muß also jemand im angelsächsischen Sprachraum diese Bomben eingekauft oder produziert, finanziert, transportiert und ein Vermögen daran verdient haben. Und die Leute, die die Produktionsanlagen für diese Bomben planten, erstellten und betrieben, verdienten ebenfalls ein Vermögen daran. Die Entscheidung, einen Krieg zu führen oder aber in einen bestehenden Krieg einzutreten, den der Gegner eigentlich garnicht will, und dabei zu derart perversen Vernichtungsstrategien zu greifen, bekommt unter diesem Aspekt eine ganz besondere Perspektive.
3. “Die Kollegen haben Pech gehabt”
Sicherlich eine etwas saloppe Ausdrucksweise, aber bezeichnend für die ganze Situation: Was soll man machen. In der Hilflosigkeit gegenüber den Tatsachen muß es Menschen geben, die sich der US-/angelsächsischen Erblast annehmen und ggfs. auch ihr Leben opfern. Möglicherweise hat der Tod dieser drei Männer einer jungen Mutter mit ihrem Baby das Leben gerettet, die vielleicht zum Explosionszeitpunkt eine Woche später in der Nähe gewesen wäre, oder überhaupt anderen Menschen. Diesen und allen Männern, die diese lebensgefährliche Arbeit verrichten, sowie ihren Angehörigen gilt mein allergrößter Respekt. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob jemals englische oder US-amerikanische Bombenspezialisten an Entschärfungen ihrer Altlasten in Deutschland beteiligt waren. Warum auch, es war ja Krieg und die Deutschen hatten die Schuld.
4. Dilettantismus
Da bauen also Horden von US- und angelsächsischen Deppen Bomben, die nicht richtig funktionieren. Von den genannten 1,1 Millionen Bomben auf Bremen haben sage und schreibe 111.000 nicht funktioniert, und da es immer noch Bomben im Boden gibt, existiert da also noch eine Dunkelziffer. Daraus schließe ich, daß die Ausschußquote US-/angelsächsischer Bombenbastler höher als 10% war. Mit diesem Ausschuß wurde deutsches Staatsgebiet langzeitverseucht, und die Stadtbevölkerungen nebst ihren Besuchern werden nach wie vor einer permanenten Gefahr an Leib und Leben ausgesetzt. Dafür haben das amerikanische und das englische Volk den Urhebern Denkmäler in ihren Ländern gewidmet. Niemand kann mir erzählen, daß diese Herrschaften sich über ihren Völkermord nicht im Klaren waren.
5. Schuld
Gewisse Gruppen, einschließlich der politischen Klasse der BRD, erwarten, daß jeder Deutsche sich auf ewig an eine historische Schuld erinnert. Ich wünsche mir, daß jeder Deutsche aufrecht und selbstbewußt mit breiten Schultern an die historische Schuld der Alliierten erinnert, wann immer es möglich ist. Ich trage keine Verantwortung für das, was uns Deutschen allgemein angelastet wird, zumal mir in der BRD verboten ist, die Hintergründe und den Wahrheitsgehalt zu erforschen. Ein Engländer oder Amerikaner der Nachkriegsgenerationen trägt für die Bombennächte deutscher Städte ebenfalls keine Verantwortung. Um es mit den Worten von Wladimir Putin zu sagen: Kein Volk darf ewig unter einer Schuld leiden, die es einmal auf sich geladen hat.
Aber in der Geschichte der Völker sollte nichts vergessen und der Wahrheit die Ehre gegeben werden.
Carlos Schneider
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Gruß
Der Honigmann
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… in Graz (Stadt, in der in Österreich die meisten Bomben im 2 WK abgeworfen wurden), musste am 25.03.2011 wieder eine Fliegerbombe mit Langzeitzünder gesprengt werden, welche großen Sachschaden anrichtete (siehe: http://tvthek.orf.at/programs/70020-Steiermark-heute/episodes/2081067-Steiermark-heute/2082393-Bombenfund-Hauptbahnhof-Graz).
Dein Artikel “trifft den Nagel auf den Kopf”. Das zeigt wieder einmal, dass Kriegsverbrechen auf allen Seiten stattfanden, nur mit einem Unterschied: Die Verlierer werden bestraft, die Sieger geehrt (siehe: General Harris, Dresden).
Gruß, Horst.