In Libyen liefern sich die Truppen Ghadhafis und die Rebellen erbitterte Kämpfe. In der Stadt Zawiyah ist die Lage zurzeit besonders prekär. baz.ch/Newsnetz hält Sie über die Entwicklung in Libyen auf dem Laufenden.
Rebellen trotzen den Angriffen von Ghadhafi in Zawiyah
Ghadhafi-Truppen starten in der Stadt Zawiyah eine neue Offensive. Die Rebellen halten bisher dagegen. baz.ch/Newsnetz hält Sie über die Entwicklung in Libyen auf dem Laufenden.
«Der Plan ist es, Schritt für Schritt Richtung Westen vorzurücken»
Die Rebellen haben Ras Lanuf im Osten des Landes erobert. Derweil belagern Ghadhafi-Truppen die Stadt Zawiyah. baz.ch/Newsnetz hält Sie über die Entwicklung in Libyen auf dem Laufenden.
Die Rebellen feiern mit der Revolutionsflagge die Eroberung von Ras Lanuf. (5. März)
Bild: KEYSTONE/AP
«Unruhen erreichen Saudiarabien»
Was berichten libysche und andere arabische Blogs und Websites über den Aufstand gegen Ghadhafi? Für baz.ch/Newsnetz beobachtet Islamwissenschafter Oliver Thommen das arabische Netz.
Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.
Wohin: Menschen aus Nigeria und Ghana …
Bild: KEYSTONE/AP
22:13 h
Aufständische schiessen Kampfflugzeug libyscher Luftwaffe ab
Aufständische im Osten Libyens haben am Samstag nach eigener Darstellung ein Kampfflugzeug der Luftwaffe des Landes abgeschossen. Das Flugzeug sei bei Ras Lanuf getroffen worden, sagte ein Kämpfer der Rebellen.
Einem Reuters-Reporter wurde ein abgeschossenes Flugzeug gezeigt. Den Piloten sei der Kopf zum Teil abgerissen worden.
Aufständische hatten am Vortag die Stadt eingenommen. Flugzeuge und Helikopter von Machthaber Muammar Gaddafi überflogen seither wiederholt Stellungen der Rebellen. Diese beschossen die Flugzeuge. (sda)
22:00 h
Protestverbot in Saudi-Arabien
Saudi-Arabien will keine regierungskritischen Proteste nach dem Vorbild Ägyptens oder Tunesiens zulassen. Jegliche Demonstrationen seien verboten, weil sie im Widerspruch zu islamischen Gesetzen und den Werten der saudischen Gesellschaft stünden, erklärte das Innenministerium am Samstag.
Am Freitag waren rund 100 Angehörige der schiitischen Minderheit in dem Königreich auf die Strasse gegangen. Das Innenministerium erklärte dazu, mehrere Personen hätten versucht, das Gesetze zu umgehen, um «illegitime Ziele zu erreichen». Die Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, gegen jeden vorzugehen, der die Gesetze übertrete.
Die Demonstranten in der östlichen Stadt Al Hufuf forderten nach den Freitagsgebeten die Freilassung von Häftlingen. Unter den Inhaftierten ist auch ein schiitischer Geistlicher, der vergangene Woche wegen der Forderung der Einrichtung einer konstitutionellen Monarchie festgenommen wurde.
20:58 h Zusammenfassung
Kämpfe zwischen Gaddafis Truppen und Gegnern verschärfen sich
Die Kämpfen zwischen den Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi und seinen Gegnern verschärfen sich weiter. In der umkämpften Stadt Zawiyah eröffneten nach Augenzeugenberichten am Samstag Panzer von Ghadhafi-Truppen das Feuer, in der Hafenstadt Ras Lanuf wurden nach Angaben von Ärzten bisher zehn Menschen getötet. Der von der Opposition gegründete Nationalrat erklärte sich zum «einzigen Repräsentanten Libyens». «Das ist ein echtes Massaker», sagte ein Arzt in der etwa 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt Zawiyah in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. Gaddafis Truppen hätten viele Menschen, darunter seine Tochter, getötet, fügte er hinzu. Zuvor hatten Augenzeugen berichtet, Ghadhafis Truppen seien mit Panzern in Zawiyah eingerückt und hätten das Feuer auf Häuser eröffnet. «Der Granatbeschuss hört gar nicht auf», sagte ein Bewohner. Zuvor war die Stadt laut Augenzeugen in der Hand der Rebellen, wurrde jedoch von Ghadhafis Truppen belagert.
Zur Lage in der strategisch wichtigen Hafenstadt Ras Lanuf gab es widersprüchliche Angaben: Während die Aufständischen die Einnahme der Stadt und den Abschuss von zwei von Ghadhafis Kampffliegern in der Nähe der Stadt meldeten, erklärte Vize-Außenminister Chaled Kaaim, Ras Lanuf sei weiter unter Kontrolle der Regierungstruppen. Nach Angaben eines Krankenhausarztes in der östlich von Ras Lanuf gelegenen Stadt Brega, wohin einige der Opfer gebracht wurden, wurden bei Kämpfen am Freitag zehn Menschen getötet. Aufständische rückten derweil weiter westwärts in Richtung von Ghadhafis Heimatstadt Sirte bis zu dem kleinen Ort Bin Dschawad vor, wie ein AFP-Reporter berichtete.
34 Tote bei Explosion
Die Zahl der Toten bei der Explosion eines Waffendepots in der Nähe von Bengasi stieg auf zwischen 32 und 34. Genaue Angaben seien schwierig, weil einige Menschen in Stücke gerissen worden seien, sagte ein Arzt. Ob die Explosion am Freitagabend durch einen Unfall, Sabotage oder einen Luftangriff ausgelöst wurde, war unklar.
Der oppositionelle Nationalrat traf am Samstag in Bengasi zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der Rat sei der «einzige Repräsentant Libyens», erklärte der Ratsvorsitzende, Ex-Justizminister Mustafa Abdel Dschalil, anschließend. Alle libyschen diplomatischen Vertreter im Ausland, die die Erhebung gegen Ghadhafi unterstützten, seien die «legitimen Vertreter» des Nationalrates. Zum Zuständigen für militärische Angelegenheiten wurde Omar el Hariri erklärt, zum Außenbeauftragten der zurückgetretene Botschafter und Ex-Außenminister Ali Abdelasis el Issawi. Er solle sich im Ausland um die internationale Anerkennung des Nationalrates bemühen.
Einige aufständische Kämpfer riefen den Westen auf, ein Flugverbot über Libyen zu verhängen, um Luftangriffe von Gaddafis Truppen zu verhindern. Der französische Außenminister Alain Juppé erklärte, sein Land bemühe sich mit Großbritannien um eine entsprechende Resolution des UN-Sicherheitsrates. Der Sicherheitsrat hatte vor einer Woche umfassende Sanktionen gegen Gaddafi und sein Umfeld verabschiedet. Dazu gehören ein Waffenembargo, Reiseverbote und Kontosperrungen.
In einem Brief an die Vereinten Nationen forderte die libysche Regierung eine Aufhebung der Sanktionen. Es habe nur ein «Minimum» an Gewalt gegen «Gesetzesbrecher» gegeben, schrieb Außenminister Mussa Kussa an den UN-Sicherheitsrat.
20:12 h
Ghadhafis Truppen richten Blutbad an
Ghadhafi Truppen richten im libyschen Zawiyah ein Blutbad an
Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi haben in der umkämpften Stadt Zawiyah nach Angaben eines Arztes ein Blutbad angerichtet. «Das ist ein echtes Massaker. Die Lage ist katastrophal», sagte der Arzt in der etwa 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt am Samstag in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur «AFP».
Ghadhafis Truppen hätten viele Menschen getötet. «Sie haben meine Tochter getötet», fügte er hinzu und brach in Tränen aus. Zuvor hatten Augenzeugen berichtet, Ghadhafis Truppen seien mit Panzern in Zawiyah eingerückt und hätten das Feuer auf Häuser eröffnet. «Der Granatbeschuss hört gar nicht auf», sagte ein Bewohner der Stadt gegenüber «AFP». Zuvor hatte es geheißen, die Stadt sei in der Hand der Rebellen, werde jedoch von Truppen Ghadhafis belagert.
Gemäss BBC sei es den Truppen aber noch nicht gelungen, die Stadt einzunehmen.
19:43 h
Rebellen wollen Ghadhafi-Hochburg stürmen
Das nächste Ziel der Rebellen soll die Stadt Sirte sein, wie der «Spiegel» schreibt. Sirte ist die Heimatstadt des libyschen Despoten und wurde zur «zweiten» Hauptstadt ernannt.
Die Rebellen wollen von der bereits eroberten Stadt Ras Lanuf vorstossen. Gegenüber der Agentur «AFP» liess ein Soldat, der auf der Seite der Aufständischen kämpft, verlauten, dass das Wetter entscheidend für einen Vormarsch nach Sirte sei. Aktuell sei das wegen eines Sandsturms die Sicht noch zu schlecht.
19:36 h
Erster Prozess gegen Vertrauten von Mubarak
Erstmals seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak vor einem Monat steht einer seiner früheren Minister vor Gericht. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen begann am Samstag ein Prozess wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Untreue gegen Ex-Innenminister Habib el Adli.
Vor dem Gericht in Kairo forderten Demonstranten die Todesstrafe für den weithin verhassten Adli, dem früher die berüchtigten Sicherheitskräfte unterstanden. Der in weiße Gefängnisuniform gekleidete Adli wies die ihm zur Last gelegten Vorwürfe zu Prozessbeginn zurück. «Das ist nie passiert», wiederholte er zwei Mal mit ruhiger Stimme.
Nach einem hitzigen Wortgefecht zwischen seinen Verteidigern und den Anwälten zivilgesellschaftlicher Parteien verschob Richter El Mohammadi Kunsua den Prozess auf Anfang April. Die Anwälte des Ex-Ministers hatten zuvor mehr Zeit zur Durchsicht der Dokumente gefordert. (afp)
19:00 h
Deutsche Marine startet Evakuierung
Die deutsche Marine hat am Samstag vor der tunesischen Küste ihre Evakuierungsoperation für die Rückkehr von mehr als 400 ägyptischen Flüchtlingen aus Libyen in ihre Heimat gestartet. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mitteilte, sollten sie nach Alexandria gebracht werden. Auf dem Flugplatz im niedersächsischen Wunstorf landeten die zur Luftevakuierung eingesetzten Transportflugzeuge der Bundeswehr.
Die ägyptischen Flüchtlinge wurden vor dem Hafen der Stadt Gabes an Bord der zwei Fregatten «Brandenburg» und «Rheinland-Pfalz» sowie dem Einsatzgruppenversorger «Berlin» gebracht. Im Zuge der vom Auswärtigen Amt koordinierten Hilfsaktion für ausländische Flüchtlinge aus Libyen hatte die Fluggesellschaft Air Berlin am Freitag bereits rund 200 Menschen von der tunesischen Insel Djerba in die ägyptische Hauptstadt Kairo geflogen. (afp)
18:21 h
Die Panzer von Ghadhafi attackieren zurzeit die Stadt Zawiyah. Ein Augenzeuge berichtet gegenüber «BBC», dass es den schwerbewaffneten Regierungsanhängern bisher nicht gelungen sei, den zentralen Platz der Stadt einzunehmen.
Wie der «Spiegel» schreibt, heben Beobachter die ausserordentliche Motivation der Rebellen hervor, die offenbar bereit sind, bis in den Tot zu kämpfen.
17:39 h
Über 190’000 Flüchtlinge
Mehr als 191’000 Menschen sind nach Angaben der UNO bisher vor der Gewalt in Libyen ausser Landes geflohen. Zudem seien rund zehntausend Menschen derzeit auf dem Weg zur ägyptischen Grenze, wo sie in zwei oder drei Tagen eintreffen dürften.
Das teilte am Samstag das UNO-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) unter Verweis auf Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mit. Bis Donnerstag seien mehr als 104’000 Menschen nach Tunesien, 85’000 nach Ägypten und 4000 nach Algerien geflohen. Die Mehrheit der Flüchtlinge seien Gastarbeiter. (sda)
16:48 h
Ghadhafis Panzer rücken in Zawiyah ein
Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi sind nach Augenzeugenberichten am Samstag in die umkämpfte Stadt Zawiyah eingerückt.
Panzer seien in die etwa 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis gelegene Stadt vorgedrungen und hätten das Feuer auf Häuser eröffnet, hiess es aus übereinstimmenden Quellen.
Zuvor hatten Augenzeugen berichtet, die Stadt sei in der Hand der Rebellen, werde jedoch von Truppen Ghadhafis belagert. Diese hätten am Morgen vergeblich versucht, sie einzunehmen. Nach Angaben eines Arztes wurden mindestens sieben Menschen bei der Militäroffensive getötet. (sda)
15:55 h
Niederländische Soldaten werden der Spionage bezichtigt
Die drei niederländischen Soldaten, die bei einer missglückten Befreiungsaktion in Libyen in Gefangenschaft geraten sind, werden jetzt der Spionage bezichtigt. Das berichtete der niederländische Radio NOS am Samstag unter Berufung auf das libysche Staatsfernsehen.
Die Marineflieger waren Mitte der Woche mit ihrem Helikopter von dem Kriegsschiff «MS Tromp» gestartet und in der libyschen Stadt Sirte gelandet, um zwei Niederländer auszufliegen.
Unmittelbar nach der Landung wurden sie von einer Ghadhafi-treuen Milizgruppe angegriffen und gefangen genommen. Zunächst war den drei Fliegern Verletzung internationalen Rechts vorgeworfen worden.
«Ziel dieses Helikopter-Einsatzes war es, Spione entweder abzuholen oder abzusetzen», hiess es am Samstag im libyschen Fernsehen. Gleichzeitig wurde von einer «internationalen Konspiration» gegen Libyens Staatschef Muammar al-Ghadhafi gesprochen.
Die Niederlande bemühen sich in intensiven Verhandlungen auf verschiedenen Ebenen um die Freilassung der drei Marineflieger. Zu Einzelheiten wollte sich die Regierung in Den Haag nicht äussern. «Das Wohl unserer Militärs hat jetzt Vorrang», sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag.
Zur Unterstützung der Befreiungsbemühungen hat die Zeitung «De Telegraaf» eine Aktion im Internet gestartet. Leser und User wurden um ihre Unterstützung für die drei Soldaten «im Griff der Tentakel des verrückten libyschen Diktators Ghadhafi» gebeten.
15:51 h
Explosion in Benghazi forderte mindestens 26 Tote
Es war einer der heftigsten Anschläge des Ghadhafi-Regimes. In der Nacht auf heute kostete die Explosion des Munitionsdepots nahe der Stadt Benghazi nach Angaben von medizinischem Personal mindestens 26 Menschen das Leben. Was zu der Explosion geführt hat, ist weiter unklar. Allerdings fiel der Verdacht auf Agenten von Staatschef Gaddafi, die so verhindert haben könnten, dass sich dort Regierungsgegner mit Waffen und Munition versorgen. (dapd)
14:27 h
Heftige Kämpfe um mehrere Küstenstädte
In mehreren libyschen Küstenstädten haben sich Aufständische erneut heftige Kämpfe mit den Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi geliefert. In der Hafenstadt Ras Lanuf wurden bislang zehn Menschen getötet, wie die Nachrichtenagentur AFP am Samstag von Ärzten erfuhr.
Während die Aufständischen die Einnahme der Stadt meldeten, erklärte Vize-Aussenminister Chaled Kaaim, sie sei weiter unter Kontrolle der Regierungstruppen. Regierungsgegner vor dem Krankenhaus erklärten, es gebe Gerüchte über einen erneuten Angriff der Gaddafi-Truppen auf Brega. Nach eigenen Angaben haben die Aufständischen die 200 Kilometer südlich von Bengasi gelegene Küstenstadt Brega seit Mittwoch in ihrer Kontrolle.
Zawiyah von Ghadhafi-Truppen belagert
Auch die 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis gelegene Stadt Zawiyah war weiter umkämpft. Augenzeugen berichteten, die Stadt sei in der Hand der Rebellen, werde jedoch von Truppen Gaddafis belagert. Diese hätten am Morgen vergeblich versucht, sie einzunehmen. Nach Angaben eines Arztes wurden mindestens sieben Menschen bei der Militäroffensive getötet.
Ein Vertreter der Aufständischen erklärte am Samstag, diese versuchten derzeit, vom Osten des Landes gen Westen vorzurücken. «Der Plan ist es, Schritt für Schritt in ihre Richtung vorzurücken, um sie zum Rückzug zu drängen. Wir wollen nicht kämpfen, sondern nur psychologischen Druck ausüben», sagte Oberst Baschir Abdelkadir. Wenn nötig, würden sie aber auch töten.
Der Übergangsrat will heute tagen
Das Gremium wollte noch am Samstag zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen, sagte Gheriani der AFP. Den Ort der Zusammenkunft nannte er aus Sicherheitsgründen nicht. Der am Dienstag gegründete Nationalrat wird vom früheren Justizminister Mustafa Abdel-Jalil geführt, der in den ersten Tagen der Revolte zur Opposition übergetreten war. Der Nationalrat will nach eigenen Angaben den Sturz von Ghadhafi forcieren und den politischen Übergang bis zu freien Wahlen sichern.
In einem Brief an die Vereinten Nationen forderte die libysche Regierung eine Aufhebung der Sanktionen. Es habe nur ein «Minimum» an Gewalt gegen «Gesetzesbrecher» gegeben, schrieb Aussenminister Mussa Kussa an den UN-Sicherheitsrat. Dieser hatte umfassende Sanktionen gegen Gaddafi und sein Umfeld verabschiedet. Dazu gehören ein Waffenembargo, Reiseverbote und Kontosperrungen.
13:35 h
Zusammenstösse zwischen Christen und Muslimen
Bei Zusammenstössen zwischen Muslimen und Christen in Ägypten sind am Samstag mindestens zwei Menschen getötet worden. In einem Vorort der Hauptstadt Kairo hätten Muslime zudem eine Kirche in Brand gesteckt, sagte ein Sicherheitsvertreter. Bei einem Anschlag auf koptische Christen in Alexandria in der Neujahrsnacht waren mehr als 20 Menschen getötet worden.
12:30 h
Ghadhafi-Truppen ziehen sich offenbar aus Zawiyah zurück
Nach heftigen Kämpfen am frühen Morgen haben sich die Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al-Ghadhafi am Samstag wieder aus dem Inneren der Stadt Zawiyah zurückgezogen.
Aufständische in der Stadt 50 Kilometer westlich von Tripolis hätten die Angreifer, die auch Panzer und Artillerie einsetzten, zurückgeschlagen, berichtete ein Augenzeuge dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera.
Ein taktischer Rückzug?
Eine grosse Menschenmenge habe sich indes auf dem zentralen Märtyrerplatz versammelt, um den Erfolg gegen die Ghadhafi-Truppen zu feiern. Auch ein Sprecher der Aufständischen sagte, man habe einen Panzerangriff von regierungstreuen Soldaten zurückgeschlagen.
Die Regimetruppen zogen sich in die Aussenbezirke zurück, um sich möglicherweise für einen neuen Angriff zu sammeln, hiess es weiter. Die Kämpfe in den Morgenstunden seien äusserst blutig gewesen.
Kämpfe seit Freitag
Angaben über Todesopfer lagen zunächst nicht vor. Spitalärzte sprachen von 150 bis 250 Verletzten. Heckenschützen der Regimetruppen hätten auch auf Zivilisten geschossen.
Die Kämpfe zwischen Ghadhafi-Truppen und Aufständischen waren am Freitag ausgebrochen. Allein an diesem Tag sollen nach Medienberichten in Zawiyah mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen sein.
Westen heftig umkämpft
Während die Aufständischen den ganzen östlichen Landesteil mit dem Grossteil der Ölquellen kontrollieren, sind die Ortschaften rund um die Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes zum Teil schwer umkämpft. (sda)
11:50 h
USA ziehen Einheiten im Westen Kretas zusammen
Auf der Mittelmeerinsel Kreta haben die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammengezogen. Von dem grossen Stützpunkt von Souda im Westen Kretas aus können Schiffe und Kampfjets Libyen innert nützlicher Frist erreichen.
Wie griechische Medien und Augenzeugen aus der Region am Samstag berichteten, sind bereits zwei grosse amerikanische Schiffe in der Bucht von Souda eingelaufen, darunter der Helikopterträger «USS Kearsarge».
An Bord seien rund 1200 Besatzungsmitglieder, darunter fast 800 Marineinfanteristen, berichtete das griechische Radio. Das Schiff eignet sich sowohl für Landungsunternehmen wie auch für Evakuierungsaktionen.
Amphibische Landungsschiffe
Zudem sollen im nahegelegenen Flughafen von Souda-Akrotiri Spezialeinheiten aus verschiedenen NATO-Staaten angekommen sein. Genaue Zahlen wollte das Verteidigungsministerium in Athen nicht nennen. Einwohner der Region sagten am Samstag, sie hätten mindestens sechs Transall-Maschinen gesichtet.
Im Marine-Stützpunkt wurde zudem das amphibische Landungsschiff «USS Ponce» gesichtet. Weitere Schiffe der 6. amerikanischen Flotte, die im Mittelmeer operiert, würden erwartet, berichtete die griechische Presse. Bereits am Donnerstag waren auf Kreta rund 400 Soldaten aus den USA eingetroffen, hiess es aus diplomatischen Quellen.
20 Minuten bis zur libyschen Küste
Die Bucht und der Flughafen von Souda sind Teile eines der grössten Marine- und Luftwaffenstützpunkte der Nato und der USA sowie der griechischen Streitkräfte im Mittelmeer. Schiffe brauchen von dort neun Stunden bis an die libysche Küste, Kampfjets etwa 20 Minuten.
Die griechische Regierung hat in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, der Stützpunkt von Souda könne nur nach einem Beschluss des UNO-Sicherheitsrates für militärische Zwecke benutzt werden. (sda)
11:32 h
8 Tote bei den Gefechten um Ras Lanuf
Bei den Kämpfen um die libysche Hafenstadt Ras Lanuf sind nach Krankenhausangaben mindestens acht Menschen getötet worden. Bei der Gewalt zwischen libyschen Rebellen und Truppen von Machthaber Ghadhafi seien am Freitag zudem mehr als 20 Menschen verletzt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Krankenhauskreisen in Adschdabija, wohin zahlreiche Tote und Verletzte gebracht worden waren.
Während hunderte Rebellen in Ras Lanuf feierten, wies ein Mitglied der libyschen Führung Berichte über die Einnahme der Stadt zurück. Die Zahl der Toten bei der Explosion eines Waffendepots in der Nähe von Benghazi stieg unterdessen auf mindestens 27. Nach Krankenhausangaben wurden bei dem Vorfall am Freitagabend dutzende Menschen verletzt.
Ob die Explosion durch einen Unfall, Sabotage oder einen Luftangriff ausgelöst wurde, war noch unklar. Niemand habe jedoch ein Flugzeug gesehen, sagte Mustafa Gheriani, ein Sprecher des sogenannten Nationalrats, den die Rebellen im von ihnen kontrollierten Osten des Landes ins Leben gerufen haben.
Übergangsrat tagt
Das Gremium wollte noch am Samstag zu seiner ersten offiziellen Sitzung zusammenkommen, sagte Gheriani AFP. Den Ort der Zusammenkunft nannte er aus Sicherheitsgründen nicht. Der am Dienstag gegründete Nationalrat wird vom früheren Justizminister Mustafa Abdel-Jalil geführt, der in den ersten Tagen der Revolte zur Opposition übergetreten war. Der Nationalrat will nach eigenen Angaben den Sturz von Gaddafi forcieren und den politischen Übergang bis zu freien Wahlen sichern.
10:40 h
Aufständische erobern Ölhafen Ras Lanuf
Aufständische in Libyen haben den Ölhafen Ras Lanuf von Regierungstruppen erobert. Augenzeugen berichteten am Samstag, die Stadt sei am Freitagabend nach heftigen Kämpfen von den Regierungsgegnern eingenommen worden.
Ras Lanuf liegt 140 Kilometer östlich von Sirte, einer Hochburg der Anhänger von Machthaber Muammar al Gaddafi. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, der am Samstagvormittag in Ras Lanuf eintraf, sah die von den Aufständischen verwendete alte Flagge der Monarchie über den Ölanlagen der Stadt wehen.
10:28 h
Unruhen erreichen Saudiarabien
Nach den gestrigen Freitagsgebeten kam es auch in der saudiarabischen Hauptstadt Riad zu Demonstrationen, wobei die Freilassung von politischen Gefangenen gefordert wurde. Die Menschen riefen ausserdem den Slogan: “Das Volk will den Sturz des Regimes”. Auch in der schiitisch geprägten Stadt Qatif im Osten von Saudiarabien kam es erneut zu Protesten, bei denen politische Reformen eingefordert wurden.
Über die Facebook-Seite “Tag des Zorns der Jugend von al-Ahsa für die Freilassung von Scheich Tawfiq al-Amer” wurde zur Demonstration aufgerufen. Bei den Demonstrationen, die am Donnerstag Abend begannen, wurden mindestens zwanzig Menschen verletzt, nachdem die einschreitenden Spezialeinheiten das Feuer eröffnet hatten.
Link zur Meldung auf domenal.com
9:56 h
Schlacht um az-Zawiya entbrannt
Wie schon gestern, ist die Stadt az-Zawiya Schauplatz heftiger Kämpfe. «libya al-yaum» berichtet von schweren Gefechten, bei denen die Aufständischen, nachdem die Truppen Ghadhafis das Zentrum der Stadt erreicht hatten, einige Fahrzeuge von Ghadhafis Einheiten zerstören konnten.
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Gruß
Der H0nigmann
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