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Archiv für 28. April 2012


Foto: http://kp.ru/daily/25874/2838723/

Die Sonnen-Forschungssonde SOHO hat mysteriöse Bilder geliefert: Ufologen sprechen von einem außerirdischen Raumschiff. Das berichtete die russische Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda“. Wie es hieß, fotografiert die Sonde im 12-Minuten-Abstand unsere Sonne. Aus diesen Bildern werden dann Videos zusammengestellt. Das Video mit der Bezeichnung LASCO C2 (s. unten) zeigt ein längliches Objekt neben der Sonne.

„Es ist während des ganzen Films zu sehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nur um einen Aufnahme-Defekt geht, wird dadurch auf ein Minimum reduziert. Das Ufo ähnelt auch nicht einer Protuberanz. Die Ufologen haben kaum Zweifel daran, dass ein riesiges Alien-Raumschiff fotografiert wurde“, schreibt das Blatt.

Sergej Jasew, Observatorium-Chef der Uni Irkutsk, dämpfte aber die Erwartungen: „Dieses ‚Alien-Raumschiff‘ ist wahrscheinlich auf eine Störung der digitalen Matrix zurückzuführen. Die SOHO-Teleskope sind ja digital. Ein Ufo erscheint, wenn einige Bildzellen versagen. Sobald das Gerät wieder störungsfrei funktioniert, verschwindet das Ufo. Die nächste Bilderserie LASCO C3 enthält übrigens kein ‚außerirdisches Raumschiff“ mehr“.

Im März hatten NASA-Bilder auf ähnliche Weise für Aufsehen gesorgt: Sie zeigten einen leuchtenden Strahl, der von der Sonne ausging. Enthusiasten spekulierten damals, ein außerirdisches Raumschiff werde auf diese Weise „mit Plasma betankt“. Die NASA musste erklären, dass es sich nur um eine „riesige Sonnenprotuberanz“ handelte.

http://german.ruvr.ru/2012_04_27/73130746/

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Gruß

Der Honigmann

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Frankreich ist den von Affären geschüttelten Zappelphilipp, das „Kamäleon“ Sarkozy leid und hat sich am Sonntag im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen knapp für den eher bescheiden und ruhig auftretenden halblinken Francois Hollande, den Kandidaten der Parti Socialiste (Sozialdemokraten) entschieden. Wer von den beiden am 06. Mai im zweiten Wahldurchgang gewinnt hängt im katholischen Frankreich unter anderem von der Herkunft aus dem richtigen „Stall“ ab. Ihre verräterischen Krummnasen haben die Beiden Möchtegern-Präsidenten deshalb auf den Wahlplakaten schon mal optisch begradigen lassen.

Hier die geradlinige Photoshop-Nasenform, die im gallischen Dorf ankommt:

Hollande_m

Links Hollande, rechts Sarkozy (Foto: Libération)

Und hier die nicht ganz so geradlinige Realität:

Hollande_n

Links Menschenfreund Hollande im alten Anzug von der Stange, rechts Sarkozy (der nach Hollande “bloß hinter dem Geld her” ist) im Maßanzug und mit 55.000 Euro – Luxusuhr aus Weißgold.

Sarkozy verfügt laut Wikipedia über eine märchenhafte Ahnengalerie. In Transsylvanien waren seine Vorfahren zu Urzeiten, als dort noch blutgesaugt und gepfählt wurde, Nachbarn von Graf Dracula. Wikipedia: „Sarkozys Vater stammt aus einer ungarischen Familie (Sárközy de Nagybócsa oder auch ungarisch „nagybócsai Sárközy“ geschrieben), die 1628 in Wien von Kaiser Ferdinand II. in seiner Funktion als König von Ungarn geadelt wurde. Die Familie besaß in Alattyán (Kleingebiet Jászberény, Komitat Jász-Nagykun-Szolnok), ca. 100 km südöstlich von Budapest, ein Schloss und Ländereien. 1944 war Sarkozys Vater vor dem Einmarsch der Roten Armee in Ungarn über Österreich nach Deutschland geflohen. Nach dem Krieg ließ er sich in Baden-Baden von einem französischen Rekrutierungsbüro für die Fremdenlegion anwerben. Nach dem Abschluss seiner Rekrutenzeit in Sidi bel Abbès (Französisch-Algerien) sollte er ursprünglich in Indochina eingesetzt werden. Durch ein medizinisches Attest konnte er jedoch bereits 1948 nach Marseille ziehen…

Sarkozys Mutter ist eine Nachfahrin sephardischer Juden aus Thessaloniki. Sein Urgroßvater, der jüdischen Glaubens war, hieß Mordechai Mallah und war ein wohlhabender Juwelier aus Thessaloniki. Zusammen mit seiner Ehefrau Reina hatte Mallah sieben Kinder. Aaron Benico Mallah – der Großvater Sarkozys – war das jüngste der Kinder…“

Die familiäre Herkunft Hollandes wird im deutschen Wikipedia schlicht weggelassen. Auf dem französischen Wikipedia wird immerhin mitgeteilt, dass sein Vater ein autoritärer HNO-Arzt war, der zweimal in Rouen für eine rechtsextreme Partei kandidierte. Die Mutter war wohl eher links gestrickt. Im Guardian wird vermutet, dass der Familienname auf Calvinisten zurückgeht, die aus Holland nach Frankreich zuwanderten.

Francois Hollande ist in so ziemlich allem das Gegenbild zum Bling-Bling-Präsidenten Sarkozy, der das Luxusleben über alles liebt. Ein größenwahnsinniger Zwerg im Maßanzug, der seine teure Patek-Philipe Armbanduhr aus Weißgold jedesmal sicherheitshalber abnimmt, bevor er zum Händeschütteln das Bad in der Menge nimmt.

ENA-Absolvent Hollande bretterte noch vor kurzem wie ein Pizzabote mit seinem dreirädrigen Motorroller durch Paris, während sich der ehemalige Innenminister und Hazardeur Sarkozy von der konservativen UMP seit seinem Amtsantritt nur in der gepanzerten C6 – Präsidentenluxuskalesche mit getönten Scheiben durch die Gegend chauffieren lässt.

Einfach lächerlich, der kleine Emporkömmling Sarkozy und die atomare “Großmacht” Frankreich. Ehefrau Bruni darf nur noch in Schuhen mit flachen Absätzen durch den Elysee-Palast latschen. Sogar im präsidentialen Sicherheitsdienst mussten lauter Zwerggorillas als Bodyguards angeheuert werden, damit die Kleinwüchsigkeit des Präsidenten nicht bei jedem Foto auffällt.

Der Nuklear- und Industriestaat Frankreich hat wie die meisten französischen Atomkraftwerke seine besten Zeiten hinter sich. Die „Kernkraft“, auf die man in Frankreich so gesetzt hatte, ist seit Fukushima völlig out. Nur hat sich das bis in die Pariser Teppichetagen der Finanzmagnaten und Superreichen noch nicht rumgesprochen, wo ein vom Plebs abgeschottetes Absolventen-Netzwerk der Elitehochschulen ENA (Nationale Verwaltungshochschule) oder Sciences Po (Politische Wissenschaften) herrscht. Verdächtig viele französische Spitzenpolitiker erhalten angeblich hübsche Apanagen des Atomdorfs, gebildet u.a. von den Nuklearfirmen AREVA und Électricité de France (ÉdF). ÉdF c`est l`état: „EdF ist der Staat“, diese Wahrheit gilt in Frankreich seit Jahrzehnten.

Sarkozy hat in der Weltfinanzkrise 600 Milliarden Euro neue Schulden machen müssen. Die Staatsschulden Frankreichs dürften in Kürze wie in Deutschland bei 2 Billionen Euro liegen. Wer soll diesen ungeheuren Schuldenberg abtragen (SPON)? Die Mieten, Spritpreise und die übrigen Lebenshaltungskosten sind in Frankreich noch schneller gestiegen als die Arbeitslosenzahlen. Die Konkurrenzfähigkeit der französischen Industrieprodukte auf dem Weltmarkt geht zurück. Sarkozy verkaufte auf seinen Touren um die Welt französische Telekomüberwachungstechnik sogar an Diktatoren wie Gaddafi, und auch Atomkraftwerke enthielt der Shoppingkatalog für die damaligen „Failed States“ in Nordafrika. Der Gaddafi-Telekom-Deal sollte die französische Außenhandelsbilanz aufbessern, erwies sich für Gaddafi indes als tödliche Falle, die mit seiner Pfählung endete. Scusi berichtete. Ließ Graf Dracula grüßen?

Frankreich hat nicht nur in den Vorstädten seiner Großstädte ein Riesenintegrationsproblem mit Millionen „Pieds Noirs“, den Zuwanderern aus Algerien und anderen ehemals französischen Kolonien. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 20 Prozent. Als sich schon die US-Botschaft in Paris verdeckt um die magrebinischen Zündler der brennenden französischen Vorstädte zu kümmern begann erfand Sarkozy ein drastisches Gegenmittel gegen die angeblichen “Terroristen” und “Islamisten”, den Hochdruckreiniger „Kärcher“.

Wikipedia berichtet: „Im Juni 2005 löste Sarkozy in der französischen Öffentlichkeit eine lebhafte Debatte aus, als er bei zwei Besuchen der Pariser Vorstadt La Courneuve erklärte, angesichts der dortigen, hohen (Jugend-)Kriminalitätsrate dränge sich ihm die Formulierung „mit dem Hochdruckreiniger säubern“ auf („Le terme ‘nettoyer au karcher’ est le terme qui s’impose, parce qu’il faut nettoyer cela.“). Die Wortwahl Sarkozys führte nicht zuletzt zum Zerwürfnis mit seinem damaligen Kollegen, dem französischen Minister für die Förderung von Chancengleichheit, Azouz Begag. Im Oktober und November 2005 wurde Sarkozy für die Randalierer der Pariser Krawalle 2005 zur Hassfigur, weil er alle randalierenden Jugendlichen (meist nordafrikanischer Herkunft) als „Gesindel“ („des racailles“) titulierte.”

Sarkozy hat mit seinen ständigen Hetzreden gegen die islamischen Zuwanderer ganz Frankreich politisch nach rechts getrieben. Etwa 18 Prozent der 44 Millionen Wahlberechtigten haben in Frankreich am Sonntag Marine Le Pen und deren rechtsextremen Front National gewählt.

Bei all dem fällt ein sicherheitspolitisches Ereignis aus Sarkozys Politikerlaufbahn ins Auge, das sich schon 1993 abspielte und das Sarkozy`s politischer Karriere zum endgültigen Durchbruch verhalf.

Wikipedia erzählt: „Nationale Bekanntheit erlangte er 1993 als Vermittler bei einer Geiselnahme in einem Kindergarten seines Ortes, welche die Geiseln durch seinen Einsatz ohne körperlichen Schaden überstanden, wogegen der Geiselnehmer durch ein Spezialeinsatzkommando getötet wurde.“

Zum Einsatz kam damals im Kindergarten eine Spezialeinheit der französischen Polizei namens RAID. „Aufgabe der RAID ist die Bekämpfung des Terrorismus, die Polizisten werden zum Schutz von wichtigen Infrastrukturobjekten eingesetzt. Sie kommen aber auch bei extrem schwierigen Einsätzen zum Zug, wie zum Beispiel 1993, als sich ein Mann, der sich als “menschliche Bombe” bezeichnete, mit 21 Kindern in einer Schule verschanzte“ (SPON).

Im März 2012, die Umfragen wiesen im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen seit längerem auf einen wachsenden Vorsprung des sozialistischen Kandidaten Hollande vor dem amtierenden Präsidenten Sarkozy hin, ereignete sich in Toulouse die schreckliche Mordserie des Mohammed Merah, der mit seinen tödlichen Attentaten auf französische Fallschirmjäger und eine jüdische Schule eine Steilvorlage für den Law and Order – Mann Sarkozy lieferte. Der konnte sich jetzt als Staatsmann gerieren und setzte wieder mit tödlichem Erfolg die Spezialeinheit RAID ein. Hollande, auf dessen Wahlplakaten das Thema „Innere Sicherheit“ keine Rolle spielte, geriet ins Hintertreffen. “Hollande ist in die Falle Sarkozys getappt”, kommentiert der Nouvel Observateur auf seiner Internet-Seite. Wieso war hier von einer „Falle“ die Rede? Fallen werden doch geplant und absichtlich gestellt. Wer hat hier was geplant?

Spiegel-Online berichtete: „Sarkozys fataler Negativ-Eindruck könnte nach den Attentaten vorüber sein. Das dürfte stimmen. Das Scheinwerferlicht bleibt stets dem Staatschef vorbehalten: Und der zeigt sich in der Rolle des Protektors der Republik, als Mann von Recht, Ordnung und Sicherheit. Sarkozys neue, präsidiale Kleider dienen auch dem Wahlkämpfer Sarkozy.
Denn der in den Umfragen lange zurückliegende Staatschef hatte erst durch einen beinharten Wahlkampf und persönlich gefärbte Attacken gegen Hollande zu seinem PS-Konkurrenten aufgeschlossen. Bei der Offensive, gekennzeichnet von einem deutlichen Ruck nach Rechts, hatte allerdings auch Sarkozys Bild als überparteilicher Politiker kräftig Schaden genommen. Gegenüber Sozialist Hollande, der als volksnaher Kandidat “aller Franzosen”, als Mann der Einheit und der Solidarität daherkam, wirkte Sarkozy hart, spaltend, polarisierend, seine Kampagne “hitzig” oder gar “brutal”.“ (SPON, „Stunde des Staatsmanns“)

Die Duplizität der “SiPo”-Ereignisse von 1993 und 2012, wo in beiden Fällen die Spezialeinheit RAID zum Zuge kam, und wo in beiden Fällen Sarkozy von deren “Durchgreifen” profitierte, wirft ein paar Fragen auf, die bis heute unbeantwortet sind.

Der SPIEGELOnline berichtete im März 2012 nur verwaschen und unvollständig über die von Anbeginn klar erkennbaren Ungereimtheiten im Fall Merah:

„François Bayrou, Kandidat der Zentrumspartei “Modem”, zeigte sich erstaunt angesichts der Tatsache, dass Merah sich Dutzende von Waffen besorgen konnte, ohne dass die Behörden Verdacht schöpften…

Am finalen Vorgehen gegen Merah gibt es kaum Kritik: Beim Sturm auf sein Apartment versuchte er, über den Balkon zu fliehen, und wurde durch einen Kopfschuss getötet.

Die Debatte konzentriert sich vielmehr auf die Arbeit der Inlandsaufklärung: Denn Merah war für die Behörden kein Unbekannter. Sein Name taucht im Register der “Direction centrale du reinseignement intérieur” (DCRI) auf. Der regionale Ableger des Geheimdienstes zählte den jungen Franzosen mit algerischen Wurzeln zu einem halben Dutzend Islam-Sympathisanten, die für ihre Nähe zu radikalen Dschihadisten-Organisationen bekannt waren.“ (SPON)

Dieser SPON-Artikel ist leider nicht ganz komplett und etwas irreführend. Glaubt man den Informationen, die ein paar Tage später in der italienischen Internet-Zeitung „Il Foglio“ (Das Blatt) erschienen, war Mohamed Merah ein französischer Polizeispitzel, dessen Taten und dessen Tötung mit 22 Kugeln – laut SPON wurde Merah durch e i n e n Kopfschuss getötet – dann vermutlich mit einfacheren Mitteln hätte verhindert werden können (s.u. Anhang).

Kritiker der Sache, darunter der Chef der mit RAID konkurrierenden, nicht eingesetzten französischen Spezialeinheit GIGN, Christian Prouteau , haben darauf hingewiesen, dass bei einem („verhältnismässigeren“) Einsatz von Tränengas der Attentäter vermutlich lebend hätte festgenommen werden können. Nun denn, wer vom Rathaus kommt…

Festzuhalten ist: Tote reden nicht!

Tatsächlich hat die deutsche und die französische Presse (kleine Ausnahme: Le Monde) keinen Mucks davon berichtet, dass Merah, der in den USA Einreiseverbot hatte, unter Aufsicht des französischen Auslandsgeheimnisses nach Pakistan über Israel (!) reisen durfte. Das stinkt gewaltig. Auch, dass Merah beim Inlandsgeheimdienst DCRI einen „Führungsoffizier“ gehabt haben soll, ist in „unseren“ Medien nicht weiter thematisisiert worden. Merahs exotische Waffensammlung, darunter die Herkunft seiner Uzi – Maschinenpistole, wurde in den Berichten kaum angemessen gewürdigt.

Wäre Merah, wie Il Foglio und die Press.TV-Internetseite insinuieren, tatsächlich ein französischer Polizeispitzel gewesen, könnte das für Geheimdienstneurotiker einen ungeheuerlichen Verdacht zur Folge haben. Die Verschwörungstheoretiker müssten annehmen, dass Merah quasi als „lebende Zeitbombe“ (etwa mit der tödlichen Drohung seiner Enttarnung) von Polit-Hazardeuren just in time zu einem Zeitpunkt „gezündet“ wurde, als der Wahlkampf für den armen Sarkozy schon zu einem reinen Spießrutenlaufen (SPON) geworden war und die Niederlage des Zappelphilipp bei der Präsidentschaftswahl unausweichlich schien.

Nach Merahs Erschießung haben sich Sarkozys Umfrageergebnisse entscheidend verbessert. Gewinnt er am 06.05.2012 mehr als die Hälfte von den sechs Millionen Anhängern Marine Le Pen`s für sich, könnte der Hazardeur Sarkozy zum zweiten Mal zum machtvollen Präsidenten der Atommacht Frankreich gewählt werden. Noch ein paar nationalistische (“La France Forte”) und fremdenfeindliche Sprüche (“Racailles”), sowie ein paar Sottisen gegen EU – Schengen, und die Wahl ist für Sarkozy trotz und wegen aller Affären geritzt. Es passt ins Bild, dass Hollande im ersten Durchgang gewonnen hat und in den Medien noch immer als Sieger im zweiten Durchgang gehandelt wird. Das hilft Sarkozy bei seinem Überraschungscoup. Denn Frankreich ist im Grunde konservativ. Aus Angst vor dem “sozialistischen Kinderschreck” Hollande werden am 06. Mai viele Franzosen Sarkozy wählen, die ihn eigentlich nicht mögen.

Aber welcher Geheimdienst sollte wohl zu solch schmutzigen Tricks greifen? Welche Rolle hätte ein derartig pervertierter „Dienst“ ggf. im Fall Breivik oder bei der Zwickauer Zelle gespielt? Im rechtsstaatlich geordneten, christlichem Abendland ist die Verwicklung von Geheimdiensten in scheußliche Mordserien zum Glück ganz unvorstellbar, oder doch? Der Vater des an sich intelligenten Uwe Mundlos soll ja gesagt haben, dass nur „Professionelle“ seinem Sohn den Kopf verdreht haben könnten. Vom Schizophrenen Anders Breivik ist auch nicht bekannt, wie ihm seine mörderische Weltsicht ins Hirn kam.

In Frankreich ist es im Senat merkwürdigerweise bisher nicht zu der von der Opposition beantragten Anhörung wegen des erstaunlich brutal-finalen Polizeieinsatzes im Fall Merah gekommen. In Deutschland kommen die Untersuchungsausschüsse zur Zwickauer Zelle irgendwie mit der Aufklärung auch nicht voran. Die norwegischen Breivik – Gerichtsakten sollen (samt psychiatrischen Gutachten?) weggeschlossen und 60 Jahre geheimgehalten werden. In Gänze macht das nachdenklich.

http://scusi.twoday.net/stories/97003983/

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Gruß

Der Honigmann

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von Peter Boehringer

Selten schafft es ein neuer Amtsträger, direkt zu Beginn seiner Amtszeit derart zu versagen, dass man ihm beim besten Willen nicht einmal mehr die „Schonfrist“ der ersten 100 Tage zugestehen kann. Doch angesichts des existenziellen Schadens, den der ESM speziell für die Deutschen anrichten wird, ist der Persilschein, den Bundespräsident Gauck ihm gestern nicht nur ohne Not, sondern sogar amtswidrig ausgesprochen hat, direkter Anlass für eine Rücktrittsforderung wegen verfassungswidrigen Verhaltens und krasser Amtsverfehlung. Dies belegen wir im Folgenden, denn das Versagen ist bei Gauck multipel:

1. „Ich gehe davon aus, dass Karlsruhe nicht gegen die Instrumente zur Euro-Rettung vorgehen wird. … Die Euro-Rettungsschirme werden von der Bevölkerung akzeptiert.“

=> Solche Sätze, ausgesprochen durch eine Zeichnungs-Instanz bei der deutschen Ratifikation des ESM, sind glasklar geeignet, alle anderen Instanzen zu beeinflussen. Von der Öffentlichkeit ganz zu schweigen. Ein Blick ins (Grund)Gesetz erleichtert die Aufgabenfindung, Herr Gauck. Von Drohungen gegen Verfassungsrichter oder von Belehrungen theoretisch gewissensfreier, theoretisch unabhängiger und theoretisch intelligenter Abgeordneten steht da nichts. Dies gilt unabhängig davon, dass sich die Ja-Aber-Voßkuhles, die Alternativlos-Merkels und die Transfer-EUropa-statt-Deutschland-Trittins natürlich längst in Ihrem elitären und verfassungswidrigen Sinne festgelegt haben. Sehen Sie die Verspottung der Mehrheitsmeinung als Teil Ihrer Jobbeschreibung an?

2. „Ich sehe nicht, dass unsere Bereitschaft, Rettungsschirme aufzuspannen, durch das Bundesverfassungsgericht konterkariert wird.“

=> Die Medien zitieren das o.g. „unsere“ heute in Kleinschrift statt in der vielleicht eher angebrachten Großschreibung des pluralis majestatis von Schloss Bellevue. Doch selbst wenn Sie, Herr Gauck, ein herkömmliches sterbliches „uns“ im Sinne hatten: Für wen sprechen Sie? Nicht für uns, das Volk – soviel ist sicher! Man kann sich nur Daniel Neun anschließen, der in „Konterkarikatur eines Bundespräsidenten“ dazu einzig adäquat formulierte:
„Wenn Gauck aber als Bundespräsident die Verfassungsordnung, auf die er seinen Eid abgelegt hat, öffentlich in Frage stellt und behauptet, ‚die deutsche Politik‘ sage ‚uneingeschränkt Ja‘ zu ‚Europa‘, dann meint er damit erstens sich und eine winzige Minderheit von Extremisten, sowie zweitens mit ‚Europa‘ die 20 Jahre alte Organisation namens ‚Europäische Union‘ “.

=> Für das Protokoll, Herr Gauck: Mit Ihrer Position zur uferlosen Transferunion vertreten Sie keinesfalls Uns das Volk. 23 Jahre nach den Umwälzungen von 1989 (die Sie trotz angeblichem Dissidentenstatus bereits mit DDR-Reiseprivilegien erlebt haben) sind Sie endgültig hoch-elitär geworden. Wenn Sie so weitermachen, werden Sie „Wir sind das Volk“ demnächst von der anderen Seite her hören als 1989! Ich selbst habe mich bereits gestern direkt nach Ihrem Statement entschlossen, nochmals in die Straßen-APO gegen Verfassungsfeinde wie Sie zu gehen: Die Aktion Direkte Demokratie ruft wieder auf zum Widerstand: 5.5.2012, Großer Schlossplatz in Stuttgart!

=> Aus diesem ADD-Thinktank stammt auch folgende Wahrheit:
„Äußerst befremdlich ist, dass Gauck als Staatschef und Leiter der Exekutive ein Urteil der Judikative vorwegnimmt. Mit dieser Aussage macht er sich selbst befangen. Als Bundespräsident hat er Gesetze vorbehaltlos zu prüfen – nachdem (!) das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist. Als Bundespräsident hat er Gesetze, bei denen Zweifel bestehen, dem Bundesverfassungsgericht zur unabhängigen Prüfung vorzulegen – und sich dann an das Urteil des Verfassungsgerichts zu halten. Auf gar keinen Fall steht es dem Bundespräsidenten an, die Entscheidung des Verfassungsgerichts in einer so eminent wichtigen Frage vorwegzunehmen oder es zu beeinflussen.“

3. Das Gauck-Zitat unter 2. impliziert natürlich direkt und analog: „Ich sehe nicht, dass unsere Bereitschaft, Rettungsschirme aufzuspannen, durch Uns mich, den Bundespräsidenten, konterkariert wird.“

=> Was erkennt der fassungslose Beobachter hier? Sogar Mainstream-Kommentatoren wie H. Prantl von der SZ sehen hier eine in unglaublicher Weise verfassungswidrige Vorfestlegung! Ein Bundespräsident auf dem Boden des Grundgesetzes hat im Gegensatz zu zB Hindenburg 1930/33 keinerlei verfassungsrechtliches Mandat für eine öffentlich und aggressiv vorgetragene präjudizierende Meinung zu einem kontroversen politischen Thema bzw. Ermächtigungsgesetz. Erst recht nicht hat er die Verfassungskonformität eines Gesetzesvorhabens zu einem Zeitpunkt zu kommentieren, da dieses noch nicht einmal in der zweiten Lesung im Bundestag war! Lernen Sie erst einmal das „Struck´sche Gesetz“, Herr Bundespräsident: Kein Gesetzentwurf verlässt den Bundestag so wie er eingebracht wurde. Bis vor wenigen Tagen war noch nicht einmal die (vorläufige) Obergrenze des ESM stabil – und selbst die nun hochgradig schwammig als Summe aus ESM- und Rest-EFSF-Beiträgen ohne klare Abgrenzung formulierten 800 Milliarden EUR (!) können bis zu Ihrer Unterschrift im Juni noch verändert werden. Noch unklarer ist heute der endgültige Text des deutschen Zustimmungsgesetzes und vor allem der deutschen Parlamentsbeteiligung, welche unter 100%iger Garantie auch Karlsruhe zur Prüfung vorgelegt werden wird. Selbst die kärglichen drei (3!) Artikel dieses Gesetzesentwurfs sind im Reichstag hinter den Kulissen derzeit Gegenstand intensivster Debatten. Bei denen geht es u.a. um die „Feinheiten“ der Zustimmungskompetenz für den Bundestag u.a. bei Erhöhungen des ESM-Maximalvolumens. 800 Milliarden EUR? 2 Billionen EUR? 10 Billionen EUR? Schuldsklaverei „Ihres“ Volkes bis ins 10. Glied? Petitessen aus der lichten Sicht des Gauck´schen Kirchturms der Türme von Schloss Bellevue, n´est-ce pas? Aber Sie sind in guter Gesellschaft, Herr Pfarrer: schon Voßkuhle hat bei der EFSF-Verhandlung jegliche ökonomische Wertung der Rettungsschirme abgelehnt! Ob aus Inkompetenz oder aus politischem Kalkül, sei dahingestellt. Wehe dem Volk, dessen Verfassungsorgane sich aus Nicht-Ökonomen, Ex-Pfarrern und Pfarrerstöchtern zusammensetzen – und die sich gar noch ex ante als Verfassungsrichter gerieren!

4. „Wenn man die Dinge rational betrachtet, müssten die Mitgliedsstaaten weitere Kompetenz an die Europäische Union abtreten. […] Ich wünsche mir die Vereinigten Staaten von Europa.“

=> Wie bitte, Herr Operetten-Präsident?! Sind Sie mit den Klagen gegen Maastricht, EU, EUR, Lissabon-Vertrag und vor allem mit dem Urteil zum Lissabon-Vertrag vom 30.6.2009 und mit dem Wortlaut des EFSF-Urteils vertraut? Offenbar nicht – obwohl das alles Vorgänge nach 1989 waren – Sie sollten also damals bereits in West-Deutschland angekommen sein! Machen Sie dringend Ihre Hausaufgaben zum glasklar verfassungswidrigen Elitenprojekt der „Vereinigten Staaten von Europa“. Die EU ist kein Bundesstaat – und darf nach geltendem Verfassungsrecht auch keiner werden! Es geht in diesen existenziellen Fragen unserer (Rest)Souveränität nicht darum, was ein Ex-Pfarrer und Wirtschaftslaie intuitiv oder auch elitär souffliert als „rational“ bezeichnet und was er sich „wünscht“, sondern darum, was er (ggf. unter Konsultation seines juristischen Stabes – selbst wenn der garantiert EU-parteiisch ist!) an geltendem Verfassungsrecht vorfindet! Doch keine Sorge: Für oberflächliche Arbeiter wie Sie haben wir seit Jahren die wichtigsten Teile der Rechtslage zusammengefasst: „EUtschland EUtschland über alles“; „Warnung an MdBs“:
„Staats- und finanzrechtlich bewanderte Juristen der Taxpayers Association of Europe (TAE) haben logischerweise erkannt, dass der Bundestag drauf und dran ist, einem faktischen Putschgesetz zuzustimmen, das mit der Ratifikation aller ESM-Länderparlamente praktisch unwiderruflich die finanzielle Hoheit Deutschlands an eine sich selbst verwaltende, supranationale, ohne Widerspruchsmöglichkeit fast grenzenlos durch die Nationalstaaten budgetierte, nicht kontrollierbare Bank mit vollständig immunisiertem Personal (!) abgeben wird! Ein ökonomischer, demokratischer, ordnungspolitischer und staatsrechtlicher Albtraum! Wir reden von nichts Geringerem als der Herrschaft einer künftig autark von Kontrollen und geradezu souverän handlungsfähigen, hoheitlich befugten ESM-Banker-Clique, gar noch finanziert auf Kosten der Bürger und Steuerzahler vor allem in Deutschland.“

=> Und wenn Sie uns nicht glauben – dann vielleicht der FAZ (30.6.2009):
„Weckruf aus Karlsruhe. Lissabon-Urteil: Bis hierhin und nicht weiter.“
Deutschland darf sich zwar dem europäischen Vertrag von Lissabon unterwerfen – aber nur unter strengen Bedingungen. Wer mehr will, muss das deutsche Volk direkt befragen. :!: Das ist der Schlusspunkt der europäischen Integration, wie wir sie kennen. Bis hierhin und nicht weiter, schallt es der Politik aus Karlsruhe entgegen. Deutschland darf sich zwar dem Vertrag von Lissabon unterwerfen, aber nur unter strengen Bedingungen. Die bisherige europäische Einigung auf der Grundlage von Verträgen zwischen souveränen Staaten darf nach Ansicht des deutschen Bundesverfassungsgerichts nicht so verwirklicht werden, dass den Mitgliedstaaten der Spielraum für politische Gestaltung genommen wird. Über Krieg und Frieden, über Strafrecht und Polizei, über Einnahmen und Ausgaben [sic!] , über Bildung, Medien und Religion muss im Wesentlichen weiterhin in Deutschland entschieden werden. Ein Kernbestand an Aufgaben und Strukturen bleibt unveräußerlicher Teil der Souveränität. Wer mehr will, wer also einen europäischen Bundesstaat gründen will, der muss das deutsche Volk direkt befragen. Die ausführliche und erstmalige Beschreibung von wesentlichen Staatsaufgaben ist ebenso neu in dieser gleichsam finalen Karlsruher Entscheidung wie der Hinweis auf eine mögliche neue Verfassung, in der dann Deutschland nur noch ein Glied eines europäischen Staates wäre. Einen solchen Verzicht auf die eigene staatliche Souveränität könnte nur unmittelbar das deutsche Volk leisten. Der Vertrag von Lissabon begründet gerade keinen europäischen Bundesstaat. Im Übrigen gäbe es dafür wohl in kaum einem EU-Staat eine Mehrheit.“

=> Lesen Sie den Text einfach Satz für Satz langsam durch, um zu erkennen, wie illegal der ESM ist – sogar gemessen am eigenen Wortlaut des BVerfG! Nochmals: Das ist gültiges deutsches Verfassungsrecht, da gesprochen vom höchsten deutschen Gericht – vor nicht einmal drei Jahren! Wir müssen die o.g. Volksabstimmung nun einfordern. Der Anwendungsfall ist eigentlich bereits seit den ersten Bailouts von Mai 2010 glasklar gegeben! Auch die von den EUliten noch 2012 geplante Änderung des Lissabon-Vertrags (Ausnahmegenehmigung für Bailouts „im Falle der Gefährdung der Stabilität der Eurozone“) ändert nichts an der Illegalität jeder weiteren Kompetenzabgabe nach Brüssel ohne Volksabstimmung. :!:

=> Wenn Sie Präsident „der Deutschen“ und gar „der Freiheit“ und „des Rechts“ sein wollen, dann setzen Sie sich an die Spitze derer, die eine Volksabstimmung fordern! Sie ist zwingend nach Verfassungsrecht. Leider soll uns unser Recht vorenthalten werden. Das ist heute schon klar, weswegen auch den Initiatoren der Initiative „Volksentscheid – sonst klagen wir“ (Däubler-Gmelin) gesagt sei, dass sie besser sofort die Klage und unbedingt auch die „Einstweilige Verfügung“ gegen den ESM zur dringenden Abwendung billionenschweren Schadens von Deutschland vorbereiten, denn es wird den erhofften und natürlich angebrachten Volksentscheid nicht geben! Wie auch, bei nur noch fünf verbleibenden Wochen – am 25.5. wird der Bundestag den ESM ratifizieren.
=> Nur medialer Druck wird noch helfen. Zeichnen Sie daher mit bei unserer Initiative “Stop-ESM!”!

=> Und beteiligen Sie sich bei der schlagkräftigen Kampagne der Zivilen Koalition bzw. Abgeordneten-check.de!
=> Was auch immer hilft. Wir sind in der Endphase des Widerstands. Nach der Ratifikation können Sie nichts mehr gegen den ESM tun (außer wohl vergeblich auf das BVerfG hoffen). Und dann müssen Sie später Ihren Kindern und Enkeln erklären, warum Sie dieses Ermächtigungsgesetz ohne Widerstand passieren ließen!

Fazit:
Die gestrigen Aussagen von Joachim Gauck sind ein Skandal in vielfacher Hinsicht. Abgesehen von der Unhaltbarkeit der Inhalte seiner Aussagen stehen ihm solche Aussagen schlichtweg nicht zu! Auch die inflationär vorgetragene Berufung auf „Freiheit“ bzw. „Redefreiheit“ ändert nichts an den einem Bundespräsidenten vorgegebenen Grenzen im Grundgesetz wie oben gezeigt. Es gab schon lange vor Leipzig 1989 Freiheitskämpfer in Deutschland. Und es gibt sie bis heute. Die integren unter ihnen kommen in Sachen EU-Staat zu ganz anderen Ergebnissen als der totalitäre selbsternannte Apostel der elitären Freiheit des nicht-existenten EU-Volks, Gauck! Kein Amts-Vorgänger seit 1949 hat je gewagt, ein noch nicht einmal ausgefertigtes und hoch kontroverses, superteures, selbst für Laien als verfassungsfeindlich erkennbares Gesetz öffentlich als verfassungskonform durchzuwinken und (zum Hohn noch den Spott!) gegen alle Umfragen gar noch „Akzeptanz“ bei den Deutschen zu behaupten! Weder der peinliche „liebe Neger“-Lübke, noch der unbedarfte „Hoch-auf-dem-gelben-Wagen“-Scheel, noch der verlogene politisch korrekte von Weizsäcker, noch der bigotte Bruder-Johannes-WestLB-Affären-Rau. Und noch nicht einmal IWF-Köhler oder Bundesimam Wulff gingen so weit, den Rechtsstaat nicht einmal mehr zu heuchelnEs ist bereits wenige Wochen nach seiner Wahl klar, dass Gauck nur BP werden konnte, weil er faktenresistent bedingungslose ESM-Unterzeichnung gelobt hat! Die Forenschreiber hatten dies von Anfang an gemutmaßt. Die Verschwörungstheorien von gestern sind einmal mehr Realität von heute geworden. Der Niedergang der „Eliten“ des Landes geht unaufhaltsam weiter. Gauck hätte gestern direkt beim Ober-EUlitist und Ex-Maoist Barroso in Brüssel bleiben sollen – Hybris unter sich sozusagen.

Man muss einfach Verständnis haben für Jens Blecker von IKNews.de,
der Gauck vor diesem Hintergrund eine Anzeige androhte:
„Ich weiß nicht ob Herr Gauck bei seinem Amtseid anwesend war, zumindest scheint er Ihn nicht mitbekommen zu haben. Er will nach seinem Bekenntnis also die Vereinigten Staaten von Europa und ein uneingeschränktes Ja zu Europa ist schon ein SCHWERER Verstoß gegen seinen Amtseid. Die Übertragung der Budgethoheit verstößt in vollem Umfang gegen das Grundgesetz und was heißt hier eigentlich uneingeschränkt? Hat der Mann noch alle Tassen im Schrank? Eins gelobe ich, sobald […], werde ich höchstpersönlich eine Anzeige gegen ihn einreichen. Auch wenn ich einen ähnlichen Verlauf erwartet habe, mindert es in keiner Form mein Angewidertsein.“

Klar ist Gauck qua Amt immun. Doch Amtsimmunitäten können fallen. Eine Ausnahme gilt nur bei den auf ewig sakrosankten und ab Juni 2012 völkerrechtlich voll-immunisierten ESM-Gouverneuren, welche ab dem 1. Juli 2012 dann die künftige Monarchenkaste EUropas darstellen werden. Gauck dient sich dieser Kaste heute opportunistisch schon einmal an. Das hat gute schleimerische Tradition an den Fürstenhöfen Europas. Seit Hunderten von Jahren. Die Aufklärung hat nicht gründlich genug mit den Pfaffen und den totalen Herrschern, ihren Höflingen und Palladinen aufgeräumt. Der deutsche Freiheitsdichter Körner war eben doch Idealist…:

“Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”

Carl Theodor Körner. Deutscher Dichter. Gefallen 1813 im Freiheitskrieg gegen Napoleon.

=> Doch ohne Idealismus sähe die Welt noch schlimmer aus. Zeichnen Sie mit gegen den ESM! Keine Elite leistet für Sie Widerstand. Sie müssen es selbst tun!

http://www.stop-esm.org
http://www.zivilekoalition.de/wahlkreis-aktion
http://www.gold-action.de
http://www.parteidervernunft.de/mut-zur-freiheit

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Aktueller Nachtrag von heute 18.4.: Die Bankenrettungen gehen der Elite noch immer nicht weit und schnell genug. Eben kam die (absehbare) erste offizielle Forderung nach direkten Transfergeschenken an die Banken. Vehikel ist natürlich der ESM – da die EZB ja nicht alles alleine machen kann. Man hat´s ja:
Spanien verlangt Milliarden für seine Banken

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http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2012/04/18/gauck-versagt-vor-volk-amt-demokratie-un

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Gruß

Der Honigmann

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Eva Herman, “Das Medienkartell, KOPP-Verlag, 2012 – Seiten 207-224

EVA HERMAN: 2003 war Ihr Schicksalsjahr: Sie wurden als Bundestagsabgeordneter aus Partei und Fraktion ausgeschlossen, weil Sie eine bis heute heftig diskutierte Rede zum Tag der Deutschen Einheit hielten. Wie geht es Ihnen heute?

MARTIN HOHMANN: Kurze Vorbemerkung: Weniger die Rede, als vielmehr der durch eine ARD-Falschmeldung über die Rede künstlich erzeugte Skandal war der Grund für den Ausschluss. Zur eigentlichen Frage: Es geht mir gut. Ich bin zufrieden. Wer mit Leib und Seele politischer Kämpfer war, dem fällt der Abschied natürlich nicht leicht, erst recht, wenn es ein Zwangsabschied war. Andererseits steht jedem Verlust in der Regel ein Gewinn gegenüber. So auch bei mir. In den 15 Jahren meiner Bürgermeistertätigkeit und in den sieben Jahren als Parlamentarier blieb für die eigene Familie, die eigenen drei Kinder nicht viel Zeit. Jetzt, ohne politische Verpflichtungen, konnte ich mich sozusagen mit voller Hingabe und mit fast unbegrenztem Zeitbudget gerade in der Zeit um meine kleine Enkelin kümmern, als mein älterer Sohn und meine Schwiegertochter Studium und Referendariat abgeschlossen haben. Da für uns Christen nichts „zufällig“ geschieht, sehe ich in meiner aktiven Begleitung des Heranwachsen der jetzt fünfjährigen Enkelin eine Fügung, für die ich zutiefst dankbar bin. Die Zeit mit ihr sehe ich als großes Geschenk. Außerdem habe ich in der politischen Aus-Zeit eine vertiefte Wertschätzung dessen gewonnen, was wirklich zählt: Gott, Familie, Vaterland.

EVA HERMAN: Welches waren die größten Enttäuschungen?

Martin HOHMANN: Im Grunde wurde ich nicht enttäuscht. Aus diesem Satz kann man den Schluss ziehen, ich sei über die Maßen schmerzunempfindlich oder ein großer Zyniker. Nein, ich sehe die ganze Sache aus der Perspektive des skeptischen Realisten: so ist Politik in unserem Land. Wer da einsteigt, riskiert den jederzeitigen „Ausstieg“. In Bezug auf mögliche Helfer in der Skandalsituation darf man nicht viel erwarten: Wenn eine Bewegung ein Momentum angenommen hat, stellen sich nur noch ganz Wenige entgegen. Das sind „Todesmutige“. Ein solcher war der CSU-Abgeordnete Norbert Geis. „Hohmann ist kein Antisemit, er hat auch nichts Antisemitisches gesagt“, so Geis gegenüber der Hauptstadtpresse. Aber man kann als betroffener Politiker natürlich nicht verlangen, dass andere das politische Überleben riskieren. Die Masse folgt den vorgegebenen Parolen. Enttäuscht hat mich aber, dass herausragende Leute des eigenen politischen Lagers und der Kirchen sich nicht die Mühe gemacht haben, die Rede zu lesen, was ich von absolut glaubwürdigen Zeugen weiß. Sie, die Anschuldiger, haben sich ohne Zögern die vom ARD-Fernsehen verbreitete Falschaussage „CDU-Abgeordneter nennt Juden Tätervolk“ zu eigen gemacht und dann mit dem medialen Vorschlaghammer auf mich eingedroschen. Zu dieser Gruppe gehört der damalige CSU-Ministerpräsident Stoiber („Hohmann steht außerhalb des Verfassungsbogens“) und der damals frisch gewählte EKD-Ratsvorsitzende Huber („Fortsetzung antisemitischer Denkweise schlimmster Sorte“). Dass ein Fernsehjournalist des ZDF, Friedrich Kurz, damals frontal 21,die feste Zusage der Vertraulichkeit hinsichtlich der brieflichen Zustimmung durch General Günzel gebrochen hat, nachdem er sich mit dem Versprechen Zugang verschafft hatte, mir zu helfen und das herauszustellen, was ich wirklich gesagt habe, hat mich nur leicht enttäuscht. Später erfuhr ich nämlich, es sei der einzige „scoop“ gewesen, den er je gelandet hat. Ihm half halt das gebrochene Wort. Erstaunt hat mich, wie massiv der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland medial „eingestiegen“ ist („schlimmster Fall von Antisemitismus seit Jahrzehnten“, „Griff in die aller unterste Kiste des widerlichen Antisemitismus“), habe ich mich doch in der Rede im wesentlichen mit der bolschewistischen Oktoberrevolution und der jüdischen Beteiligung daran beschäftigt, also einem historischen Ereignis, das fast ein Jahrhundert zurücklag. Offensichtlich möchten einflussreiche Juden dunkle Kapitel jüdischer Geschichte lieber im Dunkeln belassen, statt, wie es in Deutschland und für deutsche Geschichte Mode geworden ist, solches ständig neu und ständig intensiver „aufzuarbeiten“. Alexander Solschenizyn dürfte richtig liegen, wenn er schreibt : „Ende der 1940er Jahre, als die kommunistische Macht sich mit dem Weltjudentum überwarf, begannen Kommunisten wie Juden, die lebhafte Beteiligung der Juden an der kommunistischen Revolution pikiert bzw. aus Vorsicht zu verschweigen und unter den Teppich zu kehren; Versuche, daran zu erinnern und die Dinge beim Namen zu nennen, wurden von jüdischer Seite als extremer Antisemitismus eingestuft.“
Schwer enttäuscht hat mich die Rigorosität und Unduldsamkeit, mit der die CDU besonders auch gegen jüngere CDU-Mandatsträger vorgegangen ist, wenn sie nach einer Sympathiebekundung für Martin Hohmann nicht zum sofortigen Widerruf bereit waren. Da wurde viel Vertrauen in Demokratie zerstört. Auch ältere, hochverdiente CDU-Mitglieder, selbst ein langjähriger Landtagsabgeordneter wurde abgestraft. Dieses Vorgehen der CDU erinnert an Sitten in nichtdemokratischen Staatsformen. Dass mir vom Parteigericht eine „Kontaktsperre“ zu allen CDU-Gliederungen auferlegt wurde, rundet das negative Bild ab.

EVA HERMAN: Kanzlerin Merkel hat damals Ihren Parteiausschluss abgesegnet: Welche Empfindungen haben Sie, wenn Sie sie heute im Fernsehen sehen?

Martin HOHMANN: Keine. Frau Merkel ist Politikerin. Sie handelte in erster Linie politisch motiviert und kalkuliert. Sie hatte mit dem Vorstand eine Rüge ausgesprochen und meine Strafversetzung in den Umweltausschuss verfügt. Ich hatte mich mehrfach entschuldigt und die Rüge akzeptiert. Dann aber kam es anders. Der Zentralrat der Juden, die SPD und die Grünen als politische Gegner, die Springer-Presse – Frau Springer hat nach Medienberichten Frau Merkel persönlich gedroht, das Medientrommelfeuer wochenlang fortzusetzen zu lassen, sollte ich nicht zügig ausgeschlossen werden –, aber auch die linke Presse und alle „Gutmenschen“ forderten meinen Ausschluss aus Partei und Fraktion. Sie bauten eine Druckkulisse auf, die möglicherweise auch Frau Merkel schwer beschädigt hätte, wenn sie sich widersetzt hätte. Ihre Ausschlussentscheidung war machtpolitisch zu sehen.
Allerdings, Frau Merkel hätte es in der Hand gehabt, den Skandal abzuwenden. Das Mittel: Ihr Auftritt im Frühstadium vor den Hauptstadtmedien mit der Aussage: „Jetzt mal keine Aufgeregtheiten. Was Hohmann da vorgeworfen wird, das hat er gar nicht gesagt. Im Gegenteil: Hohmann hat die Juden gerade nicht als Tätervolk bezeichnet. Es liegt eine klassische Falschmeldung vor.“ So hätte es Willy Brandt gemacht und vermutlich auch Helmut Kohl. Für den einen zählte Solidarität, für den anderen politische Kameradschaft.

EVA HERMAN: Was hat Ihnen in dieser Zeit geholfen, das alles durchzustehen?

Martin HOHMANN: Für jemand, der nicht das Glück hat, im christlichen Glauben tief verwurzelt zu sein, mag es seltsam klingen: Mein Glaube hat mir geholfen, jedenfalls in erster Linie. Nachdem ich die Fragen an mein Gewissen: Habe ich in der Rede etwas falsches, etwas unzutreffendes gesagt? Habe ich etwas in schlechter Absicht gesagt? verneinen konnte, durfte ich den Skandal und seine Folgen getrost als Fügung ansehen. Heute erkenne ich immer mehr, was mir durch den Ausschluss erspart blieb. Die heutige Politik bzw. Nichtpolitik der CDU und meine politische Grundausstattung und Ziele sind kaum noch kompatibel. Der Spagat wäre ein Dauerzustand geworden. Ständige Gewissensnöte wären die Folge gewesen oder in letzter Konsequenz sogar eine Trennung, ein Austritt.
Geholfen hat mir meine Familie. Meine Frau und meine Söhne, die damals schon im Alter waren, die Tragweite – auch die finanzielle – der Entscheidung zu erkennen, haben mich darin bestärkt, der CDU-Forderung nicht zu entsprechen, die Rede als Ganzes zurückzunehmen. Sie haben dann stets zu mir gehalten und Angriffe von außen mit ausgehalten. Sie haben es ausgehalten, als unser Haus tagelang von Fernsehteams belagert war oder als angereiste Linkschaoten in Neuhof eine Demonstration gegen mich veranstalteten.
Sehr geholfen haben auch Freunde. Politische Freunde. Hier möchte ich stellvertretend Norbert Geis und Vera Lengsfeld nennen. Freunde in den Medien. Für sie steht stellvertretend Helmuth Matthies, Leiter des evangelischen Nachrichtendienstes ideaSpektrum. Er hat es sich trotz erheblicher Pressionen und Abonnementkündigungen bis heute nie nehmen lassen, die Fakten im Fall Hohmann klar zu benennen. Hier sind noch Dieter Stein von der Jungen Freiheit und das Ostpreußenblatt/Preußische Allgemeine zu nennen, womit klar wird, dass im Fall Hohmann auch das Links-rechts-Schema eine Rolle spielte. Zu erwähnen sind Tausende von „normalen“, mir persönlich unbekannten Bürgern, die mir ihre Unterstützung durch Briefe, Faxe und Mails bekundet haben. Besonders halfen auch Fritz Schenk und Arne Hoffmann. Sie haben dem Fall Hohmann Bücher gewidmet. Nicht zu vergessen Hans Olaf Henkel, der in seinen Büchern den Fall Hohmann wiederholt anprangert und herausstellt: „Hohmann hat nicht diskriminiert, Hohmann wurde diskriminiert.“ Auch die Unterstützung durch Rechtsanwalt Friedrich Wilhelm Siebeke, zuletzt als Co-Autor bei der dritten Auflage des Buches Der Fall Hohmann – Ein deutscher Dreyfus hat sehr geholfen. Abschließend möchte ich die vielen Menschen erwähnen, die mir schrieben oder sagten: „Wir beten für sie, wir haben für sie gebetet.“ Ich habe die Kraft des Gebetes in der damaligen, belasteten Zeit geradezu körperlich gespürt. So sind schwere und schwerste Beleidigungen, die dem als „Antisemiten“ geouteten und zur öffentlichen Hinrichtung freigegebenen Politiker galten (Stern: „Lupenreiner Göbbels”, Bild: “CDU-Hetzer“, WAZ: „Brandstifter“, Ostsee-Zeitung: „Braungeist“, Berliner Zeitung: „Charakterloser Lump“) wirkungslos an mir abgeglitten.
Hilfen gab es auch am Tag der Abstimmung über den Fraktionsausschluss, die übrigens in einer gespenstischen und bedrückenden Atmosphäre verlief. Befreundete Abgeordnete begrüßten mich im Fraktionssaal demonstrativ mit Handschlag, eine Abgeordnetenkollegin kam coram publico auf mich zu und umarmte mich. Ein sehr mutiges und trostreiches Zeichen der Verbundenheit. Noch einmal zurück zum Gewissen: Als auf dem Höhepunkt der Affäre die CDU keine Verteidigungs-Strategie gefunden hatte und der Druck in den Medien und vom politischen Gegner ständig wuchs, schaltete die CDU Spitze von Rüge auf Rausschmiss. Volker Kauder und Wolfgang Bosbach verlangten im Auftrag von Frau Merkel ultimativ, ich müsse nunmehr die Rede als ganze zurücknehmen. Anderenfalls würde man mich ausschließen. Das Bundestagsmandat im Wahlkreis Fulda, einer CDU-Hochburg, ist für den jeweiligen Abgeordneten sozusagen eine sichere Bank. Ich hatte dort 2002 mit 54 Prozent bundesweit das viertbeste CDU-Ergebnis bei den Erststimmen erzielt. In meiner Lebensplanung waren zwölf oder 16 Jahre Bundestag vorgesehen. Nach zwölf Jahren hätte ich beim Ausscheiden sofort Anspruch auf eine Pension als Abgeordneter gehabt. Das monatliche Bruttoeinkommen eines Abgeordneten liegt bei rund 10.000 €. Das Mandat bringt viel Arbeit mit sich – an die war ich gewöhnt –, aber auch Ansehen und Annehmlichkeiten, wie Einladungen, interessante, kostenlose Reisen, eine kostenlose Jahresnetzkarte und Freiflüge innerhalb Deutschlands. Nun stand ich nach nur fünf Mandatsjahren vor der Wahl. Erklären, die Rede sei ein „Irrtum“ gewesen und Beruf, Einkünfte, vertrautes Umfeld, Gruppenzugehörigkeit und alle Annehmlichkeiten behalten oder all das verlieren und sagen „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Offen gesagt: ich bin dankbar für meine Erziehung und Prägung. So brauchte ich – nach Rücksprache mit meiner Familie –nicht lange überlegen. Ich hatte die Gewissheit, in einer schwierigen Lage das Richtige zu tun, nämlich bei dem zu bleiben, was man als Wahrheit erkannt und beschrieben hatte. Ich hatte das Privileg, auch wenn ich äußerlich als Verlierer dastand, meinem Gewissen und der Selbstachtung Vorrang vor materieller Ausstattung einräumen zu können. Geholfen hat schließlich auch harte körperliche Arbeit. Mit Motorsäge und Spalthammer bewaffnet habe ich als „Amateur-Waldarbeiter“ viele Festmeter Buchenholz dem heimischen Kamin zugeführt. Hier ist auch regelmäßiger Ausdauersport zu nennen. Mit jedem Tropfen Schweiß ging Frust ab und es lösten sich innere Verspannungen.

EVA HERMAN: Hat sich zwischenzeitlich jemand bei Ihnen entschuldigt?

Martin HOHMANN: Nein. Jedenfalls keiner der Großkopferten. Die Verurteilungen gingen ja von ganz oben – Bundespräsident Rau, Bundestagspräsident Thierse, Bundeskanzler Schröder, Bundesverteidigungsminister Struck, Bundesinnenminister Schily – bis ganz unten in die Leserbriefspalten. Zwei Briefe von Bürgern erreichten mich mit der Aussage, man habe mich zunächst scharf verurteilt, aber nach Lektüre der Rede das eigene Urteil revidiert. Man bitte um Entschuldigung.

EVA HERMAN: Was war an Ihrer Rede –aus Ihrer Sicht- problematisch?

Martin HOHMANN: Zunächst gilt festzustellen: die in der Rede dargestellten, historischen Fakten sind zutreffend. Niemand hat mir hinsichtlich des Kernbereichs eine falsche Angabe vorwerfen können. Der Publizist Alexander Gauland hat das sinngemäß so ausgedrückt: Wenn einer die Höchststrafe erhält, dann muss man schon genau angeben, wo seine Fehler lagen. Allerdings betraf die Rede ein Themengebiet, das in Deutschland als Tabu gilt. Jedenfalls für nichtjüdische Deutsche. Aus dem schrecklichen Völkermord an Juden unter Hitler wurde in unserem Land so etwas wie eine moralische Verpflichtung abgeleitet, Juden ausschließlich in der Opferrolle und sakrosankt zu sehen. Das gilt als Teil einer „moralischen“ Wiedergutmachung. So nobel die Motive für diese Haltung sind, sie führen in die Irre. Basis für eine Annäherung und echte Verständigung kann immer nur die umfassende Wahrheit sein. Wer die scheut, dient weder der Demokratie noch der Meinungsfreiheit. Oder wie Sonja Margolina, eine russische Jüdin, schreibt: „Die Welt hat jetzt das Recht, mit Juden wie mit allen anderen zu sprechen.”

EVA HERMAN: Würden Sie sie so noch einmal halten- oder was würden Sie anders formulieren?

Martin HOHMANN: Noch einmal: Es war nicht die Rede die den Skandal ausgelöst hat, sondern die Falschmeldung der ARD-Tagesthemen. Dennoch: ohne die Rede kein Skandal. Wenn ich Irritationen und Verletzungen bedenke, wäre es wohl besser, sie nicht gehalten zu haben.

EVA HERMAN: Die Tagesschau, Leitmedium Nr. eins in Deutschland, hat –vier Wochen nach Ihrer Rede im hessischen Neuhof- den Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht: Mit einer Falschmeldung wurde das Gerücht in die Welt gesetzt, Sie hätten Juden als Tätervolk bezeichnet. Was haben Sie wirklich gesagt?

Martin HOHMANN: Der Kernsatz meiner Rede war genau das Gegenteil dessen, was die Online-Ausgabe der Tagesthemen schrieb. Mein Satz lautete: „Weder ‚die Deutschen’ noch ‚die Juden’ sind ein Tätervolk.“ Und ich habe auf die Verantwortung gottloser Ideologen für die Massenmorde im vergangenen Jahrhundert hingewiesen. Ich habe für eine Rückbesinnung auf religiöse Wurzeln und Bindungen plädiert. Zu alledem stehe ich auch heute noch. Als deutscher Patriot sah ich in der Phrase vom „Tätervolk“, von der „Täternation“ oder den „deutschen Tätern“ eine unzulässige Verallgemeinerung. Schuldig wird immer nur der Einzelne oder eine kleine Gruppe, nie ein ganzes Volk. Es ist zu billig, sich auf Kosten der Eltern und Großeltern moralische Überlegenheit zuzuschreiben. Es widerspricht auch dem vierten Gebot, wonach wir unsere Vorfahren ehren und achten sollen.

EVA HERMAN: Warum, glauben Sie, wurde diese Meldung einen Monat nach Ihrer Rede an prominentester Stelle, der renommierten und am meisten von allen Nachrichtensendungen gesehenen Tagesschau, veröffentlicht? Klingt fast nach einem Plan.

Martin HOHMANN: Kurz zu den inzwischen bekannten Fakten.
Nach der von 150 Zuhörern mit Beifall aufgenommenen Rede zur Feierstunde am 3. Oktober 2003 bat mich der Neuhofer CDU-Vorsitzende Adam um den Redetext, um ihn – wie meine Pressemeldungen – in die Internetseite der Neuhofer CDU einzustellen. Die nächsten Schritte sind dem Internetportal haGalil zu entnehmen, nach Google die „größte juedische InterNet-Site in deutscher Sprache“: Ein Informant mit Namen Klaus Parker gab am 19. Oktober 2003 diesem Portal einen Hinweis auf die Rede. Am 27.10.2003 erschien dort ein Artikel zur Rede und es wurde der Fraktionsvorstand der Bundes-CDU, der Bundestagspräsident und eine Journalistin des hessischen Rundfunks informiert. Dass eine ältere amerikanische Jüdin Tippgeberin gewesen sei, trifft offensichtlich nicht zu.
Am Donnerstag, den 30.10.2003, fanden Interviews des Hessischen Rundfunk mit mir statt, vormittags ein Hörfunk-, nachmittags ein Fernsehinterview. Abends in der Tagesschau war die Meldung auf Platz vier, um 22:30 Uhr bei den Tagesthemen war sie bereits auf Platz eins aufgerückt. Am gleichen Abend war auf der Internetseite der ARD die Artikelüberschrift zu lesen: „CDU-Abgeordneter nennt Juden ‚Tätervolk’“. Diese verfälschende Zusammenfassung der Rede verfehlte ihre Wirkung nicht. Für alle politischen Gegner war sie zu schön, um nicht wahr zu sein. Drei Entschuldigungen meinerseits halfen nicht. Der „Antisemit Hohmann“ war kreiert, die Treibjagd war eröffnet. Besonders für die SPD, die damals in den Umfragen schwächelte, war es hilfreich, Feuer im Lager des politischen Gegners zu unterhalten und – letztendlich erfolgreich – zu versuchen, einen aus dem gegnerischen Lager zur Strecke zu bringen. Eine gewisse Steuerung von interessierter Seite ist anzunehmen, ich kann sie aber nicht belegen.

EVA HERMAN: Wie beurteilen Sie heute den „Hohmann-Skandal“? Wo lag die Wurzel der Ungerechtigkeit? Wuchert sie noch immer? Beispiele?

MARTIN HOHMANN: Der „Hohmann-Skandal“ war in erster Linie ein Medienskandal. Dreierlei hat sich gezeigt. Erstens: konservativen, christlichen, patriotischen, also irgendwie „rechts“ eingeordneten Politikern (und Journalisten) wird nichts verziehen. Ihnen wird ein geringeres Maß an Meinungsfreiheit zugestanden als progressiven, linksgerichteten. Zweitens: Bevorzugt macht man Konservative mit dem – gerne auch konstruierten – Vorwurf fertig, sie hätten etwas Antisemitisches oder „Profaschistisches“ gesagt. Der Verdacht reicht aus. Dann kommt die Nazikeule zum Einsatz. Drittens: Erfolgreiche Gegenwehr aus dem bürgerlichen oder konservativen Lager: Fehlanzeige.
Die Wurzel für solche ungerechtfertigten Attacken gegen Konservative liegt meines Erachtens im ideologischen Erbe, das unmittelbar auf Karl Marx zurückgeht. Für ihn war Meinungskampf nicht in erster Linie ein Kampf gegen andere Meinungen, sondern vor allem ein Kampf gegen Personen, die andere Meinungen vertraten. Anders ausgedrückt: warum sich mit dem argumentum ad rem aufhalten, wenn das argumentum ad personam viel wirksamer ist. Es sichert die Lufthoheit im Meinungskampf effektiver, weil entschiedene Gegner ausgeschaltet und die übrigen eingeschüchtert werden. Diese Methode wird immer noch gern angewandt. Beispiele sind: Martin Walser, Philipp Jenninger, Steffen Heitmann und Eva Herman.

EVA HERMAN: Warum wendete sich das öffentliche Blatt für Thilo Sarrazin letzten Sommer nach anfänglichen herben Medienangriffen plötzlich in die gegenteilige Richtung?

MARTIN HOHMANN: Sarrazin hatte das Glück, mit seinem Buch zu einem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit zu treten, als der Würgegriff der politischen Korrektheit schon schwächer und der Vertrauensvorschuss des Normalbürgers gegenüber „denen da oben“– dazu zählen Politik und Medien – schon stark im Schwinden war. Zudem bot sich gleichsam die Möglichkeit eines Plebiszits. Nach den schnellen Vorverurteilungen durch die Kanzlerin und den Bundespräsidenten war der Kauf eines Sarrazinbuches nicht nur Befriedigung der persönlichen Neugier, sondern auch eine politische Demonstration, eine Warnung an die politische Klasse. Über 1,4 Million Mal wurde solchermaßen die gelbe Karte gezogen. Ein einmaliger Vorgang. Das nährt die Hoffnung, dass Sarrazins Anliegen, die Einwanderung in die Sozialsysteme und ein beispielloser Geburtenrückgang, Themen für die politische Klasse werden.

EVA HERMAN: Ändert sich gerade etwas bei uns? Und wenn ja, was?

MARTIN HOHMANN: Ja, es ändert sich etwas. Wir beobachten einen Vorgang der Desillusionierung, der Enttäuschung und der immer stärkeren Abwendung von der Politik. Die geringeren Wahlbeteiligungen sind ein klares Indiz. Die Wähler haben nicht den Eindruck, mit ihrer Stimmabgabe entscheidendes verändern zu können. Die bei der Einführung des Euro gemachten Versprechungen, eine Übernahme fremder Schulden komme nicht infrage, wurden in legislativen Nacht-und-Nebelaktionen pulverisiert. Neben den hausgemachten öffentlichen Schulden bedroht die Inanspruchnahme aus Haftungsversprechen der Regierung für südosteuropäische Pleitekandidaten eine erträgliche finanzielle Zukunft Deutschlands. Viele Bürger fühlen sich verschaukelt und gehen in die innere Emigration – gut ausgebildete jüngere auch in die äußere. All das läuft zu einem Syndrom des Misstrauens zusammen. Und die Macht der Medien wird geringer.

EVA HERMAN: Warum?

MARTIN HOHMANN: Bei den politisch interessierten und informierten Bürgern wächst eine Abneigung gegen die gouvernantenhafte Attitüde in vielen Medien. Mehr denn je trauen sich die Bürger selbst, zu urteilen und zu abweichenden Meinungen zu kommen. Die Bürger wollen sauber recherchierte Sachverhalte statt einseitiger, politischer Anmache.

EVA HERMAN: Glauben Sie, dass die Aufklärung über Ihren Fall noch einmal ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen wird?

MARTIN HOHMANN: Das halte ich für eher unwahrscheinlich. Die die Macht haben, haben kein Interesse daran. Die Interesse daran haben, haben – bis jetzt – nicht die Macht.

EVA HERMAN: Der Skandal „Martin Hohmann“ birgt eigentlich zwei Skandale: einen Rechts- und einen Medienskandal. Der Sohn des Autors Fritz Schenk schreibt in dessen Buch „Der Fall Hohmann“, dass auch die ordentlichen Gerichte sich dem herrschenden Meinungsklima nicht haben entziehen können. Was meinte er damit? (Gerichtsurteile- u. Protokolle wurden so gut wie nie veröffentlicht in den Medien)

MARTIN HOHMANN: Friedrich Wilhelm Siebeke, langjähriger Richter am CDU-Bundesparteigericht und sehr erfolgreicher Rechtsanwalt, hat in der dritten Auflage des Buches „Der Fall Hohmann“ die ergangenen Urteile auch für Rechtslaien verständlich analysiert und Stellung bezogen. Er kam zu dem Ergebnis, dass mehrfach gegen elementare Rechtsgrundsätze verstoßen wurde, dass also Fehlurteile gefällt wurden. In der Tat haben auch aus meiner Sicht die Richter nicht den Mut aufgebracht, sich gegen die öffentliche Vorverurteilung meiner Person als „Antisemit“ zu stellen. Sie wollten sich dem Skandal nicht aussetzen, sie wollten ihrer eigenen Karriere keine Steine in den Weg legen.

EVA HERMAN: Was ist juristisch in dieser Zeit alles geschehen? In der Öffentlichkeit wurde so gut wie nie darüber berichtet.

MARTIN HOHMANN: Die große Anzahl von Rechtsstreitigkeiten hat Zeit und Kraft gekostet. Hier ein Überblick: Am 3.11.2003 stellt der Zentralrat der Juden in Deutschland Strafanzeige wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Mit dieser Anzeige soll zweifellos öffentlicher Druck aufgebaut werden.
Die Staatsanwaltschaft Fulda verkündet am 5. Februar 2004 die Entscheidung, keine Ermittlungen gegen mich aufzunehmen. Die Mitteilung hat folgenden Wortlaut: „Die Prüfung eines Anfangsverdachtes gegen MdB Martin Hohmann wegen Volksverhetzungsbeleidigung und übler Nachrede …. hat zur Ablehnung der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Fulda geführt. Eine strafrechtliche Würdigung der Rede des angezeigten vom 3. Oktober 2003 in Neuhof hat ergeben, dass keine Straftatbestände verwirklicht sind.“
Dagegen hat der Zentralrat der Juden Beschwerde eingereicht. Der hessische Generalstaatsanwalt hat diese Beschwerde am 28.4.2004 verworfen. Damit stand rechtskräftig fest, dass die Rede vom 3. Oktober 2003 nicht inkriminiert werden kann.
Das hessische Landesparteigericht der CDU entschied am 16. Juli 2004 meinen Ausschluss aus der CDU. Das Bundesparteigericht der CDU bestätigt mit Mehrheit diesen Beschluss am 4. November 2004. Rechtsanwalt Siebeke erstellt als Richter an Sondervotum.
Das Landgericht Berlin sanktioniert mit Urteil vom 11. November 2005 den Ausschluss aus der CDU, ebenso das übergeordnete Kammergericht Berlin (27. Oktober 2006). Dem schließt sich – gekleidet in eine Streitwertentscheidung – der Bundesgerichtshof an (10. Dezember 2007).
Einen ganz wichtigen Prozess führten mein Anwalt und ich gegen den NDR als verantwortlichen Sender von Tagesschau, Tagesthemen und der entsprechenden Internetausgaben. Wir argumentierten, die Überschrift der Onlineausgabe der Tagesthemen vom 30. Oktober.2003 „CDU-Abgeordneter nennt Juden ‚Tätervolk’“ sei eine – unzulässige – Tatsachenbehauptung und habe primär den Skandal ausgelöst. Das OLG Frankfurt stellte sich jedoch auf den Standpunkt, diese Überschrift sei eine – zulässige – Interpretation. Tatsächlich hat sich diese Überschrift in meinem Fall aber als „Tot-Schlagzeile“ erwiesen. Unsere gestressten Politiker und Journalisten lesen nur die Überschriften. Die Überschrift vom 30. Oktober 2003 brannte sich offensichtlich geradezu in die Gedächtnisse ein. Hohmann – so scheint eine automatische Assoziation zu sein –, das ist der, der Juden Tätervolk genannt hat.
Damit war mir die Aufgabe zugefallen, in jedem einzelnen Fall diesen Satz gerichtlich untersagen zu lassen. Unterlassungserklärungen, in einigen Fällen auch Gegendarstellungen, erwirkten wir praktisch von der gesamten Creme des deutschen Journalismus. DPA, die Süddeutsche, die Welt, die Frankfurter Rundschau, Focus und Stern sind darunter, ebenso wie viele kleinere Blätter und Rundfunkanstalten wie der SWR und der WDR. Bis in die letzten Tage hinein (Frühjahr 2011) ist dieser fatale Satz in Zeitungen oder im Internet immer wieder zu lesen, Gott sei Dank mit abnehmender Tendenz. Gleichwohl will ich hier die öffentliche Warnung aussprechen: Wer behauptet, ich hätte die Juden Tätervolk genannt, riskiert rund 1000 € Verfahrenskosten, im Wiederholungsfall ein Mehrfaches.

EVA HERMAN: Wie ist der heutige Stand?

MARTIN HOHMANN: Das Bundesverfassungsgericht hat am 16. Juni 2008 als oberstes deutsches Rechtsprechungsorgan beschlossen, meine Verfassungsbeschwerde gegen die Ausschlussentscheidungen nicht zur Entscheidung anzunehmen. Eine Begründung wurde nicht gegeben, was zulässig ist. Damit ist verfahrensmäßig Rechtsfriede eingekehrt.

EVA HERMAN: Der Sachbuchautor Fritz Schenk hat eine Unterschriftensammlung organisiert, in der an Kanzlerin Merkel und den ehemaligen CSU-Parteichef Stoiber appelliert wird, Ihnen eine zweite Chance zu geben. Es wird eingeräumt, dass Ihre Rede zumindest problematisch war, dennoch: Fast 10 000 Menschen, darunter zahlreiche CDU-CSU-Mitglieder, haben unterschrieben. Was ist danach geschehen?

MARTIN HOHMANN: Meines Wissens hat der übermittelte Appell zu keinerlei Reaktion in der Sache geführt. Allerdings hat Wolfgang Bosbach, damaliger stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, den Unterzeichnern gedroht, ihnen würde „klare Kante gezeigt“. Einfachen Mitgliedern ist jedoch nichts geschehen. Über die Behandlung von Mandatsträgern habe ich bereits berichtet.

EVA HERMAN: CDU und CSU, beide Parteien tragen das C für „christlich“. Zu Recht? Haben Sie das Gefühl, dass die C-Parteien den Schöpferwillen in ihre Entscheidungen einbeziehen?

MARTIN HOHMANN: Die Grundsatzprogramme und die politischen Entscheidungen der CDU belegen eine immer stärkere Distanz zum Schöpferwillen. Wo noch vor Jahren unzweideutig und klar christliche Positionen bezogen wurden, begnügt man sich heute – zur Besänftigung christlicher Wähler – mit dem Beschwören eines „christlichen Menschenbildes“. Dieser Terminus ist in seiner Unverbindlichkeit typisch für die heutige Haltung der CDU. Ein klares Bekenntnis zum Schutz des ungeborenen Lebens fehlt. Am Lebensschutz entscheidet sich jedoch die moralische Integrität und das tatsächliche Überleben unserer Nation. Die Frage ist: Wie steht es um den Schutz der Schwächsten, derer, die noch keine Stimme haben. Ihre tatsächliche Schutzlosigkeit ist unser großes moralisches Desaster und ein klarer Verstoß gegen Gottes Gebot.

EVA HERMAN: Woran liegt es, dass konservative Parteien nicht mehr konservativ entscheiden und ihre Wähler zunehmend enttäuschen, um sich immer weiter nach links zu bewegen?

MARTIN HOHMANN: Wir erleben eine nach einer Sozialdemokratisierung weitester Bereiche in Staat und Gesellschaft jetzt auch noch eine „Ergrünung“. Zugleich weichen Freiheitswerte bei uns zunehmend Gleichheitswerten. Und es fehlen den Konservativen, auch den Konservativen in den Parteien Mut und wohl auch Mittel, gegen den vorherrschenden Zeitgeist die eigenen Positionen immer wieder werbend herauszustellen. Diese aber waren die Basis für den Aufstieg der Bundesrepublik nach dem Krieg. Es fehlen „Erklärer“ wie Kurt Biedenkopf, es fehlen Alphaleute wie Friedrich Merz.

EVA HERMAN: Es wird häufig von den linken Medien im Zusammenhang mit so genannten Hexenjagden gesprochen. Woher rührt diese wachsende Macht, obwohl der Eiserne Vorhang vor über zwanzig Jahren gefallen ist?

MARTIN HOHMANN: Die eigene Schwäche bewirkt die Stärke der Gegner. Zumal die links und grün verorteten Journalisten die übergroße Mehrheit ausmachen.

EVA HERMAN: Der Autor Fritz Schenk hat in Ihrem Fall vor allem die öffentlich-rechtlichen Anstalten, namentlich vor allem die Tagesschau ausgemacht. Und auch die Springerblätter wie BILD und WELT. Er spricht von einem Hand-in-Hand-Spiel. Wäre das denkbar?

MARTIN HOHMANN: Durchaus. Die Kommunikationswissenschaftlerin Karen Kreutel hat eine Inhaltsanalyse überregionaler und regionaler Tageszeitungen sowie zweier Boulevardblätter zur Berichterstattung über die „Hohmann-Affäre“ erarbeitet. Sie stellt ein hohes Maß an „Konsonanz“ und „Homogenität“ und einen enormen Einfluss der Nachrichtenagentur dpa fest. Die ARD-Nachrichtenredaktion passt in dieses Bild durchaus als Stichwortgeber und Teilhaber.

EVA HERMAN: Viele Medien haben damals über Ihre Rede berichtet, ohne sie gelesen haben zu können. Journalistisch ist das der Super-GAU, oder?

MARTIN HOHMANN: Ja, das ist der Super-Gau. Die eigene Recherche ist halt zeitaufwändig. Zeit jedoch ist ein äußerst knappes Gut. Da verlässt man sich gerne auf die Kollegen von der ARD. Sie gelten als seriöse Mitarbeiter eines „Leitmediums“. Sie werden schon recherchiert haben –hofft man halt.
Eine ganz besondere Art journalistischer „Arbeit“ möchte ich hier noch erwähnen: Ein Redakteur der Fuldaer Zeitung teilte mir mit, ihm sei während der „heißen Phase “von einem Journalisten der Boulevardpresse ein fünfstelliger Euro-Betrag angeboten worden, wenn er Material für eine „Schmuddelgeschichte“ über mich oder meine Frau liefern könne. Mein Umfeld und das meiner Familie wurden in dieser Zeit genauestens abgeklärt. Gott sei Dank hatte ich unser Haushaltshilfe immer angemeldet und ihre Einkünfte versteuert.

EVA HERMAN: In damaligen Fernseh- und Zeitungsumfragen (NTV, FZ, HNA) haben sich etwa neunzig Prozent der Menschen mit Ihnen solidarisiert. Eigentlich ein ähnlicher Fall wie letztes Jahr bei Thilo Sarrazin. Würde derselbe Fall heute anders für Sie ausgehen?

MARTIN HOHMANN: Schwer zu sagen. Tendenziell ja. Ich muss mir im Nachhinein auch vorhalten, mich nicht gleich zu Beginn um einstweiligen Rechtsschutz bemüht zu haben. Da hätte man den Brand möglicherweise noch austreten können. Aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, welche Dimensionen die Sache annehmen würde. Außerdem habe ich mich etwas blauäugig an die Empfehlung der Bundesvorsitzenden Merkel gehalten, „abzutauchen“, die Öffentlichkeit zu meiden.

EVA HERMAN: Wachen die Menschen langsam auf? Erkennen sie, dass sie den Medien doch etwas entgegenzusetzen haben?

MARTIN HOHMANN: Den Medien wird jedenfalls kein blindes Vertrauen mehr entgegengebracht. Das neue Medium Internet sorgt für mehr Vielfalt und Alternativen.

EVA HERMAN: Darf man über die deutsche Geschichte öffentlich reden?

MARTIN HOHMANN: Ja, aber nur wenn die vorgegebenen Bahnen nicht verlassen werden. Geschichte wird bei uns nicht als Gegenstand objektiver Wissenschaft, sondern vor allem als volkspädagogische Veranstaltung gesehen. Über weite Strecken wurde die Sicht der Sieger des Zweiten Weltkrieges übernommen. Gralshüter in Politik, Wissenschaft und Medien sorgen dafür, dass „Zuwiderhandlungen“ gebührend bestraft werden. Also keine Aufstiegsmöglichkeiten, keine positiven Besprechungen, keine Sendezeiten einerseits, andererseits Vorwürfe der Unwissenschaftlichkeit, Häme, Vorwürfe des rechtsradikalen oder „braunen“ Denkens oder auch sehr wirkungsvoll: ausgrenzen und beschweigen. Wir sind wohl das einzige Volk der Welt, das hingebungsvoll und vorrangig die Geschichte seiner Verbrechen erforscht und dem die größten Etats und Denkmäler widmet. Der Publizist Johannes Groß hat diese Art der Geschichtsforschung und diese Grundhaltung ironisierend mit dem Satz belegt: Der Widerstand gegen das NS-Regime wächst, je länger es zurückliegt. Auf der anderen Seite wird ein Buch von Konrad Löw, das über die Lebensumstände von Juden im NS-Stadt objektiv aufklärt, eisern „weggedrückt“, weil die gesammelten jüdischen Selbstzeugnisse viel positiver sind, als die herrschende Meinung es wahrhaben will.

EVA HERMAN: Warum ist das so gefährlich?

MARTIN HOHMANN: Die eigene Geschichte so überaus einseitig und negativ darzustellen, ist gefährlich. Ein einigermaßen intaktes Volk sieht sich als Schicksalsgemeinschaft, pflegt einen Gründungsmythos und hat eine Vision von seiner Zukunft, die über den Zuwachs an materiellen Gütern hinausgeht. Das stärkt die Identität, den Zusammenhalt und die Bereitschaft zu Einschränkung und Opfern, wenn es nötig ist.
Wenn dieses Grundverständnis von den sogenannten Eliten missachtet wird, woher soll es dann in einer schweren Krise plötzlich kommen? In einer unvermeidlich kommenden Krise riskieren wir die Desintegration.

EVA HERMAN: In ihrer damaligen Rede fragten Sie, ob das Übermaß der Wahrheiten über die verbrecherischen und verhängnisvollen zwölf Jahre der NS-Diktatur nicht a)instrumentalisiert wird und b) entgegen der volkspädagogischen Erwartung in eine innere Abwehrhaltung umschlagen könnte. Wie würden Sie diese Frage heute beantworten?

MARTIN HOHMANN: Bei jüngeren Leuten spüre ich noch Widerstand, bei älteren eine gewisse Abstumpfung mit Anflügen innerer Emigration.

EVA HERMAN: Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus?

MARTIN HOHMANN: Es dürfte weiter beim „Privatisieren“ mit gelegentlichen Vorträgen und Beiträgen bleiben. Ich suche nicht die Öffentlichkeit. Eine politische Betätigung sehe ich eher nicht.

EVA HERMAN: Wie, glauben Sie, wird es Deutschland 2015 gehen?

MARTIN HOHMANN: Das durch jahrzehntelange Abtreibungspraxis dezimierte Bevölkerungswachstum macht sich immer deutlicher und unumkehrbar als wirtschaftlicher Negativfaktor bemerkbar. Die schönen Jahre wirtschaftlicher Zuwächse gehen zu ende. Möglicherweise wächst die Einsicht in die Notwendigkeit nichtmaterialistischer Lebensentwürfe.

EVA HERMAN: Sie sagen, Sie hätten eine positive Grundeinstellung gegenüber Juden.

MARTIN HOHMANN: Absolut. Als Christ darf man keinem Menschen gegenüber negativ eingestellt sein, erst recht nicht gegenüber Juden. In Hinblick auf ihre religiöse Erwählung habe ich in meiner Bundestagsrede vom 6. Juni 2003 formuliert, sie seien „Gottes erste Liebe“. In der gleichen mit Beifall des ganzen Hauses aufgenommenen Rede habe ich vor Ausgrenzung und Hass gegen Juden gewarnt. Eine meiner ersten Aktivitäten als neugewählter Bürgermeister war 1984 der Besuch des etwas abgelegenen jüdischen Friedhofes unserer Gemeinde. Ich stellte dort Schäden und umgefallene Grabsteine fest. Ich sorgte für eine Aufstellung der Grabmale und ein ansprechendes Bild des Friedhofes. Erst unlängst habe ich angeregt das Mahnmal auf diesem Friedhof zu erneuern. 1988 zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht sprach ich als Bürgermeister zum Volkstrauertag. Meine Rede gipfelte in Hinblick auf die Verfolgung von Juden in Deutschland in der Frage: „Kain, wo ist dein Bruder Abel?“ Bei durchaus vorhandenen antijüdischen Ressentiments in meiner Zuhörerschaft machte ich mir mit dieser Selbstanklage keine Freunde. Selbstverständlich war ich als Bürgermeister bei der Beerdigung der letzten Jüdin unserer Gemeinde. Sie wurde 1899 in Neuhof geboren, sie hat Neuhof nie verlassen. Hier starb sie 1988. Als Leiter des Geschichtskreises habe ich veranlaßt, daß die Vertreibung und Ermordung der Juden meiner Heimatgemeinde Neuhof erforscht und veröffentlicht wurde.
Im Bundestag habe ich in fünf Jahre lang als Berichterstatter für die Entschädigung von NS-Opfern loyal im Auftrag der CDU/CSU-Fraktion gearbeitet. Als einziger Bundestagsabgeordneter habe ich 2002 aus Anlaß des 50. Jahrestages der Gründung der Jewish Claims Conference bei der Gedenkfeier an Gleis 17 in Berlin-Grunewald teilgenommen.
Ich habe Hochachtung vor dem jahrtausendelangen Überleben der Juden in oft feindlicher Umwelt, vor ihren außergewöhnlichen wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen und von ihrer religiösen Tradition, in der unsere christliche Religion wurzelt. Mich zum Antisemiten zu stempeln, ist absurd und eine Verletzung meiner Persönlichkeit.

Picture Eva Herman Deutsch: Foto Eva Herman

Picture Eva Herman Deutsch: Foto Eva Herman (Photo credit: Wikipedia)


Jurij Below – Mit freundlicher Genehmigung von Eva Herman © 2012 – FALL REINHARD GÜNZEL….danke an Jurij Below.

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Gruß

Der Honigmann

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Weizsäcker, Ernst Freiherr von

Er kam am 12. Mai 1882 in Stuttgart zur Welt; sein Vater Karl Weizsäcker (ab 1916: Freiherr von) diente von 1906 bis 1918 als württembergischer Ministerpräsident.
Ernst von Weizsäcker wurde Berufsoffizier der kaiserlichen Marine und diente als solcher im Ersten Weltkrieg.1920 trat er in den diplomatischen Dienst des Reiches ein und bekleidete fortan diverse Auslandsposten.

In den ersten Jahren der NS-Herrschaft war er Geschäftsträger Deutschlands in der Schweiz und im Range eines Bevöllmachtigten Ministers Vertreter des Reiches beim Völkerbund. 1936 wurde er Leiter der Politischen Abteilung im Auswärtigen Amt.
Unter NS-Reichsaussenminister Joachim von Rippentrop avancierte er zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt, dessen ranghöchster Beamter er war. Dies blieb er bis 1943, als er deutscher Botschafter beim Papst wurde. Im Schutze des Vatikans lies er die erste Zeit der blutigen Abrechung mit den Besiegten verstreichen.

1947 kam er in Siegerinternierung.
Beim sogenannten Wilhelmstraßenprozess (benannt nach der Anschrift des deutschen Aussenministeriums) wurde er vom Nürnberger Tribunal der Sieger 1949 zu sieben Jahren Haft, die später auf fünf Jahre reduziert wurden, verurteilt. Man legte ihm hauptsächlich amtliche Mitwirkung an der Judendeportation aus Ländern des Westens ins Generalgouvernement zur Last. Die Verteidigung, an der auch sein Sohn Richard von Weizsäcker als Hilfsanwalt mitwirkte, machte geltend,  im Kriege habe man allgemein – wie auch der Angeklagte – keine Vorstellung davon gehabt, was die Juden z.B. in Auschwitz erwartete; Ernst von Weizsäcker habe die Juden im Osten sicherer gewähnt als im Westen.

Als Bundespräsident verbreitete Richard von Weizsäcker allerdings vierzig Jahre später die These von kollektiver Haftung des deutschen Volkes, welches das schreckliche Los der Juden schon allein am Rollen der Deportationszüge gen Osten hätte erkennen müssen.

1950 wurde Ernst von Weizsäcker schwerkrank gnadenhalber aus dem Kriegsverbrechergefängnis von Landsberg am Lech entlassen.In seinem im selben Jahr erschienenen Memoiren charakterisierte er sich als insgeheimer Widerstandskämpfer; der NSDAP sei er nur zur Tarnung beigetreten, und die Ernennung zum SS-Brigadeführer im Persönlichen Stabe Himmlers (30. Januar 1942) habe er lediglich “aus dekorativen Gründen” angenommen.

Der ehemalige Staatssekretär starb am 4. August 1951 im Krankenhaus von Lindau am Bodensee.

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* Nachtrag zum Filius von Ernst, Richard von Weizsäcker *

Dem in nationalen Kreisen überaus “beliebten” und wegen seiner Rede zum 8. Mai 1985 auch im Zivilleben unangenehm aufgefallenen Richard von Weizsäcker haben wir es zu verdanken, dass seit 1991 nur noch die dritte Strophe offizielle Nationalhymne ist.

Der mutmaßliche Fahnenflüchtige und Regimentsadjutant des Grenadierregiments 9 Richard Freiherr von Weizsäcker, hat sich, wie der ehemalige Hauptmann d.R. und Batteriechef, sowie spätere Staatsanwalt, Richter am Amts-, Land- und Oberlandesgericht Dr. Karl Salm in seinem Buch: Fahnenflucht als politische Weltanschauung? Eine zeitgeschichtlich-politische Studie zum Fall Richard Freiherr von Weizsäcker, Hohenrain, Tübingen ²1990, überzeugend nachgewiesen hat, vermutlich Anfang April 1945 nach Erkrankung an einem Stirnhöhlenkatarrh aus Ostpreußen (wahrscheinlich mittels missbräuchlicher Verwendung einer Lazaretteinweisung (S. 180 ff) und eines im Stabe des Grenadierregiments 9 vorhandenen Meldeblockzettels mit Blankounterschrift des Regimentskommandeurs (S. 162) als Marschbefehl) Zutritt auf ein Lazarettschiff verschafft und mit diesem nach Kopenhagen und von dort über Potsdam (Ersatztruppenteil
GR 9) zum “Genesungsurlaub” nach Lindau am Bodensee zu seiner Familie abgesetzt und sich dort “selbst demobilisiert”.

Das Buch von Dr. Karl Salm kann allen an diesem Prototypen eines bundesrepublikanischen Gutmenschen Interessierten nur wärmstens empfohlen werden, wobei man unbedingt darauf achten sollte, die wesentlich erweiterte und ergänzte 2. Auflage von 1990 zu erwerben.

Der Mossad le Aliyah Bet und die illegale Auswanderung

Mossad le Aliyah Bet heißte wörtlich auf deutsch: Büro für die zweite Einwanderung. Damit war die illegale Einwanderung nach Palästina gemeint. Aus diesem Büro entwickelte sich später der israelische Geheimdienst Mossad.

Die Gründung dieses Büros war 1937 in Paris eine jüdische Notgeburt. Wegen der beschränkten Ausgabe von britischen Einwanderungszertifikaten für das Mandatsgebiet Palästina, aber der viel größeren Zahl der jüdischen Einwanderungswilligen, wollte man die britischen Grenzen andersweitig überwinden.

Die Einwanderer wurden streng bürokratisch , entsprechend ihrem Vermögen, Beruf und Stand in Kategorien eingeteilt und die britischen Zertifikate wurden nach britischen Kolonialverständnis auf diese Kategorien verteilt. Wenn betroffene Juden Pech hatten einer Kategorie anzugehören, die als notwendig erachtet wurde, konnten sie auch nicht mit einem Visum rechnen.

Britische Einwanderungskategorien( 1932 – 1945)
Kategorie A , Personen mit eigenen Vermögen

A1 Kapitalisten mit Eigenkapital von 1000 Palästina Pfund
A2 Angehörige freier Berufe mit 500 Pfund Eigenkapital, soweit die wirtschaftliche Lage nach Ansicht der Behörde die Einwanderung rechtfertigt
A3 Handwerker mit 250 Pfund
A4 Rentenempfänger mit monatlich 4 Pfund Einkommen
A5 Personen die einen “seltenen” in Palästina wenig vertretenen Beruf ausüben , mit 500 Pfund Eigenkapital

Kategorie B, Personen mit gesicherten Lebensunterhalt

B1 Waisenkinder unter 16 Jahren, deren Lebensunterhalt durch öffentliche Institutionen gesichert ist.
B2 Personen religiöser Berufe
B3 Studenten und Schüler , deren Lebensunterhalt bis zur Berufsausbildung gesichert ist

Kategorie C , Arbeiterzertifikate
Für Arbeiter zwischen 18 und 35 Jahren. Die Zahl der Zertifikate wurde zweimal im Jahr durch die britische Palästinaregierung bestimmt.

Kategorie D, für Ehefrauen, Kinder und Eltern von in Palästina lebenden Juden , sofern sie nachweisen konnten, daß sie für den Lebensunterhalt ihrer Angehörigen sorgen können.

Kategorie “Jugendalija” für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren

Die jüdischen Führer waren alles andere als erfreut ihre jüdische Bürger in Katalogen nach Nützlichkeitspunkten wiederzufinden. Und das obwohl das Mandat über Palästina vom 24.Juli 1922 von England forderte , die jüdische Einwanderung unter Wahrung der Rechte anderer Volksgruppen im ehemaligen osmanischen Palästina , weitgehend zu erleichtern und zu unterstützen. Da aber das Gegenteil der Fall war, begannen die Juden nach anderen Wegen zu suchen ,um Judentransporte nach Palästina zu schleusen.

Am 17.Mai 1939 veröffentlichten die Briten ein neues Weißbuch, mit dem die Einwanderungsbestimmungen wieder einmal verschärft wurden.

Die Mitarbeiter des Mossad richteten also ab 1937 in allen europäischen Ländern Büros ein und nahmen Kontakt mit Berliner Dienststellen auf, vorallem mit der SS und der Gestapo. Von da ab gab es eine lebhafte Zusammenarbeit zwischen Gestapo und Mossad


Juden kommen im Hafen von Jaffa in Palästina an

Entsprechend ihrer Grundeinstellung zur jüdischen Auswanderung waren SS und Gestapo den Mossad-Agenten vielfältig behilflich. Im Dezemeber 1938 hatte Himmler angeordnet, daß jüdische Häftlinge aus Konzentrationslagern entlassen werden sollen, wenn sie ihre Auswanderung vorbereiten wollen. Darüber hinaus wurde Mossad Ageneten erlaubt in die Lager zu gehen und dort Juden anzuwerben , die bereit waren auf illegalen Auswanderungsschiffen nach Palästina zu gehen. Ihre Entlassung stand dem nichts in Wege.

Kimche(The Exodus of 1948) schreibt dazu:” Weil er(Pino, der Mossadbeauftragte)
der Gestapo eine Garantie dafür gab, daß er für ihre sofortige Auswanderung sorgen würde, war Pino in der Lage, eine große Anzahl von jungen Juden aus den Konzentrationslagern zu erlösen. Eine von ihm unterschriebene Bescheinigung reichte aus, ihre Freigabe zu erwirken.”

Da die illegalen Palästinarouten inoffiziell waren, benötigten die Auswanderer Visa von anderen Ländern, wenn sie deren Häfen unterwegs anliefen. Die Gestapo setzte sich dafür ebenso ein , wie für die Charterung geeigneter Schiffe , deren Kosten sie teilweise sogar übernahm. Im Jahr 1939 fuhren zahlreiche Schiffe von Europa nach Palästina und brachten abertausende Juden illegal nach Palästina.


Ohne Gestapo Hilfe(Foto: Hauptzentrale,Prinz Albrecht Straße,Berlin)wäre der Mossad erfolglos geblieben

Auch nach dem Kriegsausbruch brach die Zusammenarbeit zwischen Mossad und Gestapo nicht ab, sie wurde eher noch forciert. Aber die Auswanderungspapiere wurden oft auf andere Länder ausgestellt und den Auswanderern wurde eingeschärft , daß sie über das wirkliche Ziel nichts erzählen dürften. Ohne die Mithilfe der SS und der Gestapo und der stillschweigenden Duldung deutscher Behörden, wäre eine erfolgreiche Zusammenarbeit des Mossad niemals möglich gewesen.

Noch kurz vor Kriegsbeginn hatte man geplant, auf einen Schlag zehntausende Juden von deutschen Häfen nach Palästina zu verschiffen. Aber noch ehe diese Schiffe auslaufen konnten, erklärten die Engländer dem Deutschen Reich den Krieg und sperrten den Kanal.

Die Vorschläge der “Irgun”

Ein Plan der Irgun, der jüdischen antibritischen Widerstands und Freiheitsorganisation, wurde im Sommer 1941 noch einmal von einem ihrer Führer, Abraham Stern, aufgegriffen. Er sagte dem Deutschen Reich Hilfe im Kampf gegen England zu und schlug als Gegenleistung die Ausschiffung der zehntausend Juden jetzt mitten im Krieg durchzuführen. Stern war der Meinung die deutschen Schiffe wären in der Lage die Blockade zu durchbrechen und die Juden nach Palästina zu bringen. Und wenn sie erst einmal dort seien , könnten die Engländer sie nicht mehr zurückbringen.


Bombenanschlag der Irgun auf einen britischen Militär LKW(1947)

Ob dieser Vorschlag jemals an die richtige Adresse ankam, ist fraglich, da die von Stern ausgesandten Unterhändler später in Syrien gefangengenommen wurden.In dieser Zeit überfielen die Engländer den Libanon und Syrien, was damals französisches Mandatsgebiet war.


die Irgun kämpfte für ein jüdisches von Briten freies Großisrael

Jedenfalls mußte Berlin es für aussichtlos gehalten haben , die Seeblockade erfolgreich zu durchbrechen. Ein Konvoi von Schiffen mit Zivilisten, vorallem auch Frauen und Kindern, hätte kaum verlustlos Palästina erreicht, zumal man auch an Gibraltar und Malta vorbei mußte. Dafür wollte die deutsche Regierung nicht die Verantwortung übernehmen.


Irgun Kämpfer 1947 in Palästina

Dies war aber schon der zweite Versuch Sterns mit der deutschen Regierung Kontakt aufzunehmen. Im Januar 1941 hatte die Irgun das erstemal versucht Berlin zu kontaktieren.


Bombenanschlag der Irgun 1937 in Palästina

In einem Schreiben unterbreitete sie dem Deutschen Reich den Vorschlag gegen England zu kämpfen und zwar in Palästina durch Agenten und Sabotagetätigkeit , als auch im Ausland. Als Gegenleistung verlangte sie “Anerkennung der nationalen Aspirationen der Israelitischen Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung” und die Aufstellung einer jüdischen Brigade. Die Nationale Militärische Organisation( Irgun Zewai Leumi) wollte diese jüdische Brigade europaweit anwerben und ausbilden, um sie an der Erobung Palästinas durch die Achsenmächte teilhaben zu lassen, falls sich eine entsprechende Front bilden würde”

Es gab dabei nur drei Möglichkeiten, wie sich “entsprechende Fronten” in diesen Raum bilden konnten. Entweder Rommels DAK hätte noch im Sommer 1941 Tobruk genommen und wäre bis in den Nahen Osten vorgestoßen, hätte diesen Versuch nach einen gelungenen Durchbruch bei El Alamein 1942 wiederholt oder die Türkei wäre spätestens im Sommer 1942 in den Krieg auf Seiten der Achse eingetreten und wäre in Syrien einmarschiert.

Der Brief der Irgun wurde offensichtlich zur gleichen Zeit abgesandt , als zwei von Stern ausgesandte Agenten sich bei Werner Otto von Hentig in Beirut einfanden. Hentig war Gesandtschaftsrat im Auswärtigen Amt und befand sich Anfang 1941 auf einer Dienstreise durch das französische Mandatsgebiet Syrien-Libanon. Das Gespräch mit diesen Agenten, mußte einen ähnlichen Inhalt wie der Brief gehabt haben, denn Hentig schreibt darüber:

“In Beirut nahm ich im Hotel Monopol Quartier… Die merkwürdigste Delegation kam aus Palästina selbst. Der Führer ein vorzüglich aussehender jüngerer Offizierstyp , erbot sich mit den Nationalsozialisten , gegen die eigenen Leute , vor allem die orthodoxen Zionisten, zusammenzuarbeiten , wenn ihnen Hitler , die Eigenstaatlichkeit eines jüdischen Palästina gewährleiste.”

” Der jüdischen Delegation aber hatte ich auf ihr Bündnisangebot nur sagen können, daß die von ihr gestellte Bedingungen ganz bestimmt niemals, aus Rücksicht auf unsere arabischen Freunde und unsere allgemeinen Grundsätze angenommen werden könne.”

Der Brief der Irgun, der in deutscher Sprache abgefaßt war, ist sicher nach Berlin gelangt , aber ob es eine deutsche Reaktion darauf gegeben hat, ist aus den vorhandenen Akten nicht ersichtlich.

Was aus der Irgun geworden wäre, wenn das DAK bis nach Palästina vorgedrungen wäre, läßt sich aber auf Grund ihrer antibritischen Haltung unschwer erraten. Erstens keinen Widerstand gegen deutsche Truppen und zweitens Zusammenarbeit mit dem DAK, von Hilfstruppen bis zur polizeilichen Ordnungsmacht in einem deutsch besetzten Palästina , war alles drin.

Die “verlorenen” Zahlen der legalen und illegalen Einwanderung

Die illegale Einwanderung der Juden nach Palästina ging auch nach Kriegsende bis zur Gründung Israels weiter, da die Grenzen weiterhin durch die Briten gesperrt blieben.
Insgesamt konnten im Verlauf von 10 Jahren, zwischen 1938 und 1948 weit über 100000 Juden illegal nach Israel einwandern.

Die Gesamtzahl aller Juden die das Deutsche Reich, inklusive der Ostmark nach 1933 verließen , ist statistisch nicht festzustellen, da weder bei den Auswanderungs- noch bei den Einwanderungsbehörden Zählungen erfolgten. Schätzungen belaufen sich auf Zahlen zwischen 200.000 und 507.000 Juden , eine Diskrepanz , die die Fragwürdkigkeit dieser Zahlen aufzeigt.

Tatsächlich beruhen diese Zahlen bis auf einer einzigen Ausnahme, auf bloßen Vermutungen und beziehen sich zudem auf unterschiedliche Gruppen und Zeiten. Zuverlässige alle Auswanderungen umfassende Statistiken gibt es nicht. Unter Auswanderung aus dem Deutschen Reich verstehen manche Autoren nur die Grenzen des Altreichs, also vor März 1938.
Andere rechnen die Ostmark hinzu. Einige wiederum wollen nur die Jahre von 1933 bis 1939 zugrundelegen , obwohl feststeht , daß nach Kriegsbeginn die Auswanderung weiter ging und die illegale Auswanderung nach Palästina erst ab 1938 richtig einsetzte.

Es gibt nur eine Zahl, die auf einer offiziellen deutschen Angabe beruht. Aber gerade diese Zahl wird von allen Autoren abgelehnt , weil sie zu hoch erscheint. Merkwürdigerweise ist gerade diese Zahl in einem Dokument enthalten ,das sonst höchstes Ansehen genießt, weil man mit ihm den deutschen Plan der Judenvernichtung beweisen will: dem Wannseeprotokoll
Alle Angaben dieses Dokuments werden als glaubwürdig und beweiskräftig eingestuft, nur nicht die genannten Auswanderungszahlen.

Im Protokoll heißt es dazu auf Seite 4:

“daß seit der Machtübernahme bis zum Stichtag 31.10.1941 insgesamt rund 537.000 Juden zur Auswanderung gebracht” wurden.

vom 30.1.1933 aus dem Altreich rund 360.000 Juden
vom 15.3.1938 aus der Ostmark rund 147.000 Juden
vom 15.3.1939 aus dem Protektorat Böhmen und Mähren rund 30.000 Juden

Gerade im bürokratischen Deutschland, “wo die Erbsenzählerei erfunden wurde”, sollte man davon ausgehen, daß Zahlen für eine Konferenzgrundlage nicht aus der Luft gegriffen wurden. Alles soll also stimmen, nur die Auswanderungszahlen nicht? Zumindest wird neuerdings die Bedeutung der Wannseekonferenz unterschiedlich beurteilt.

Die gesamte Auswanderungsproblematik des Deutschen Reiches ist heute so gut wie unbekannt. Die Haavara wird nur gelegentlich in der Fachliteratur genannt, das Rublee- Wohlthat Abkommen dagegen ist so gut wie unbekannt.
Während wir Deutschen alles über den Holocaust erfahren haben, ist gerade die tatsächliche Auswanderung der Juden mit seinen internationalen Verträgen ein wichtiger Beweis, daß es keinerlei ideologische Gesetzmäßigkeiten gab, die zur “Endlösung” führten. Gerade die Zusammenarbeit von Regierung, Gestapo und SS mit den jüdischen Auswanderungsorganisationen, inklusive dem Mossad zeigt auf ,daß ohne Krieg die normale Auswanderung weitergeführt worden wäre, ohne das sich jemals das Gespenst einer “Endlösung” über das Deutsche Reich erhoben hätte.
Und natürlich ist es heutzutage ebenfalls peinlich für Israel und der “politisch korrekten Öffentlichkeit” in Deutschland, daß man Gestapo und SS zu den Vorkriegs-Geburtshelfern Israels zählen muß.

Die Auswanderungszahlen der Basler Bachrichten
und des World Jewish Congress

Statistiken im Zusammenhang mit der jüdischen Bevölkerung gibt es nicht überall in genauen Einzelheiten; Annäherungswerte für verschiedene Länder unterscheiden sich weitgehend, und es ist ebenfalls nicht bekannt, wie viele Juden zwischen den Jahren 1939-1945 deportiert und interniert wurden. Was jedoch an zuverlässigen Statistiken vorhanden ist, insbesondere solchen, die die Auswanderung betreffen, genügt insgesamt, zu zeigen, dass nicht einmal ein Bruchteil der sechs Millionen Juden hätte vernichtet werden können. Anhand der ständig nach unten revidierten Opferzahlen zum Beispiel des KZs Majdanek(durch eine dort befindliche polnische Untersuchungskommision)wird deutlich das alle bisherigen Zahlen ersteinmal von der Forschung bewiesen werden müßen.

Vor allem kann diese Behauptung nicht aufrecht erhalten werden, wenn man die Zahl der europäisch-jüdischen Bevölkerung untersucht. Nach Chambers Enzyclopaedia war die Zahl der im Vorkriegs-Europa lebenden Juden 6.500.000. Das würde bedeuten, dass alle umgebracht worden sind und ein kleiner Rest auswanderte.

Aber die Baseler Nachrichten, eine neutrale Schweizer Zeitung, welche verfügbares jüdisches statistisches Material benutzt, legt klar, dass zwischen 1933 und 1945 1.500.000 Juden nach England, Schweden, Spanien, Portugal, Australien, China, Indien, Palästina und die USA ausgewandert waren. Diese Zahl wird durch den jüdischen Journalisten Bruno Blau bestätigt, der die gleiche Zahl am 13. August 1945 in der jüdischen New Yorker Zeitung Aufbau bekanntgab. Von diesen Auswanderern kamen ungefähr 400.000 vor September 1939 aus Deutschland. Diese Zahl wird bestätigt durch das Organ des World Jewish Congress (Jüdischen Welt Kongresses) “Einheit in der Zerstreuung” (Seite 377), welcher erklärt, dass “es der Mehrheit der deutschen Juden gelang, vor dem Ausbruch des Krieges Deutschland zu verlassen”. Zusätzlich zu den Juden aus dem Altreich wanderten 220.000 von insgesamt 280.000 ostmärkische Juden bis September 1939 aus, und vom März 1939 ab hatte das Institute for Jewish Emigration (Institut für jüdische Auswanderung) in Prag die Auswanderung von 260.000 Juden aus dem Protektorat Böhmen und Mährern sichergestellt. Insgesamt verblieben also nach September 1939 im Altreich, Ostmark und dem Protektorat 360.000 Juden. Aus Polen waren bis vor Ausbruch des Krieges ungefähr 500.000 ausgewandert. Diese Zahlen bedeuten, dass die Anzahl der jüdischen Auswanderer aus anderen europäischen Ländern (Frankreich, Holland, Italien und osteuropäische) ungefähr 120.000 betrug.

Der Auszug der Juden vor und während des Krieges verringert die Zahl der Juden in Europa auf ungefähr 5.000.000 Millionen. Zu diesen Auswanderern muss man die Zahl der Juden hinzuzählen, die nach 1939 in die Sowjet-Union flüchteten und dort für die deutschen Angreifer nicht mehr erreichbar waren. Es wird weiter unten gezeigt, dass die Mehrzahl dieser über 1.250.000 aus Polen kamen. Aber abgesehen von den polnischen Juden, gibt Reitlinger zu, dass 300.000 andere europäische Juden zwischen 1939 und 1941 auf Sowjet-Gebiet entkamen. Das bringt die Zahl der jüdischen Einwanderer in die Sowjet-Union auf 1.550.000. Im Magazin Colliers vom 9. Juni 1945, schreibt Freiling Foster über die Juden in Russland und berichtet dabei, dass es 2.200.000 gelang, in die Sowjet-Union zu entkommen, aber die geringere Schätzung ist sicherlich genauer.

Deshalb verringert die Zahl der europäischen Auswanderer in die Sowjet-Union die Zahl der Juden im deutschen Einflussgebiet auf rund 3 1/2 Million, ungefähr auf 3.450.000. Von diesen muss die Zahl der Juden abgezogen werden, die in den neutralen und alliierten europäischen Ländern lebte und deshalb nicht den Kriegsfolgen ausgesetzt waren. Entsprechend dem 1942er World Almanac (Seite 594) betrug die Zahl der Juden in Gibraltar, England, Portugal, Schweden, Schweiz, Irland und der Türkei 413.128.

Die Zahl von rund drei Millionen Juden in den deutschbesetzten Gebieten ist so genau, wie die zur Verfügung stehenden Statistiken über die Auswanderung es erlauben. Ungefähr die gleiche Zahl jedoch kann auf eine andere Art abgezogen werden, wenn wir die Statistiken über die jüdische Bevölkerung, die in vom Reich besetzten Gebieten verblieb, untersuchen.


Jüdische Kinder in Theresienstadt(Protektorat Böhmen und Mähren)

Mehr als die Hälfte der Juden, die nach 1939 in die Sowjet-Union auswanderte, kam aus Polen. Es wird behauptet, dass der Krieg mit Polen weitere 3.000.000 Juden in die deutsche Einflussphäre brachte und dass fast die ganze polnische jüdische Bevölkerung vernichtet wurde. Das ist ein bedeutender Sachfehler. Der Volkszählung in Polen von 1931 entsprechend, betrug die Zahl der Juden 2.732.600 (Reitlinger – Die Endlösung, Seite 36). Reitlinger gibt dann endlich zu, dass sich davon mindestens 1.170.000 in der im Herbst 1939 besetzten russischen Zone von Polen befanden. Die Demarkationsgrenze am Bug teilte also schon rein räumlich die über Polen verteilt lebenden Juden. Davon seien ungefähr 1.000.000 nach dem deutschen Angriff vom Juni 1941 zum Ural und nach Süd-Sibirien evakuiert worden (ibid Seite 50).

Wie schon erwähnt, waren 500.000 Juden vor dem Kriege aus Polen ausgewandert. Sogar der Journalist Raymond Arthur, der den Krieg in der Sowjet-Union verbrachte, stellte fest, dass ungefähr 250.000 Juden aus dem deutschbesetzten Polen geflohen waren und diese in jeder russischen Provinz anzutreffen waren. (Odysse durch die Hölle, New York, 1946). Wenn man diese Zahlen von der Gesamtzahl von 2.732.000 abzieht, dürften Ende 1939 nicht mehr als 1.100.000 polnische Juden unter deutscher Herrschaft gelebt haben. (Gutachten des Institutes für Zeitgeschichte, München, 1956, Seite 80).

Zu dieser Zahl müssen wir die 360.000 Juden, die in Großdeutschland mit Böhmen-Mähren und der Slowakei verblieben, hinzurechnen. Von den 320.000 französischen Juden, die der öffentliche Ankläger Frankreichs beim Nürnberger Prozess vertrat, seien, so erklärte er, 120.000 ausgesiedelt worden. Reitlinger jedoch schätzt diese Zahl auf 50.000. So bleibt also die Zahl der Juden unter der NS-Herrschaft unter 2.000.000. Aussiedlungen aus den skandinavischen Ländern waren gering und von Bulgarien überhaupt keine. Wenn man noch die Anzahl der jüdischen Bevölkerung in Holland (140.000), Belgien (40.000), Italien (50.000), Jugoslawien (55.000), Ungarn (386.000) und Rumänien (725.000) hinzurechnet, kommt man auf eine Zahl, die 3.000.000 nicht viel übersteigt. Dieser Überhang entsteht dadurch, dass die letzteren Zahlen Vorkriegsschätzungen sind, die noch keine Auswanderungen enthalten und die von diesen Ländern ungefähr 120.000 betrugen (siehe oben). Diese Doppelprüfung bestätigt deshalb die ungefähre Zahl von 3.000.000 europäischen Juden innerhalb der deutschen Einflußzone, die wegen dem Weltkrieg keine Gelegenheit mehr zur Auswanderung hatten, oder auch nicht auswandern wollten.

Wenn also rein statistisch und anhand von international bestätigten Quellen nur ca 3.000.000 Juden in dieser Zeit und innerhalb des deutschen Machtbereiches lebten, wo bleiben dann die anderen 3.000.000 Millionen Juden, um auf 6.000.000 umgebrachte Juden des Holocaust zu kommen?

Russische Juden evakuiert

Genaue Angaben über die Zahl der russischen Juden sind unbekannt und bilden deshalb auch die Ursache für gewaltige Übertreibungen. Der jüdische Statistiker Jacob Leszczynski erklärt, dass in den später von den Deutschen besetzten Gebieten 2.100.00 Juden lebten, d.h. in West-Russland. Dazu kommen ungefähr 260.000, die in den baltischen Staaten Estland, Litauen und Lettland lebten. Nach den Angaben von Louis Levine, Präsident des American Jewish Council for Russian Relief (Amerikanisch-jüdischer Rat für Russlandhilfe), der nach dem Kriege eine Rundfahrt durch Russland machte und dann einen Bericht über die Lage der Juden dort gab, war die Mehrzahl nach dem Angriff der Deutschen nach dem Osten evakuiert worden. Am 30. Oktober 1946 erklärte er in Chicago, dass “bei Kriegsbeginn die Juden die ersten waren, die aus den von den Hitleristischen Eindringlingen bedrohten russischen Westgebieten evakuiert wurden. So wurden 2.000.000 Juden gerettet.”


David Bergelson

Diese hohe Anzahl wird von dem jüdischen Journalisten David Bergelson bestätigt, der in der jüdischen Zeitung Ainikeit (das deutsche Wort Einigkeit) in Moskau am 5. Dezember 1942 schrieb, dass “Dank der Evakuierung, die Mehrheit (80%) der Juden aus der Ukraine, Weiss-Russland, Litauen und Lettland vor der Ankunft der Deutschen gerettet werden konnten.” Reitlinger stimmt mit dem jüdischen Fachmann Josef Schechtmann überein, der zugibt, dass eine grosse Anzahl evakuiert wurde, doch er schätzt die Zahl der russischen und baltischen Juden unter der deutschen Besetzung mit 650.000 bis 850.000 etwas höher ein (Reitlinger Die Endlösung, Seite 499).


Das Massaker von einem deutschen Einsatzkommando in Babi Yar soll über 30.000 Juden das Leben gekostet haben. Eine Pioniereinheit zerstörte anschließend die Ränder der Schlucht durch eine Sprengung, dann wurde das Massengrab planiert.

In Bezug auf die sowjetischen Juden, die in deutsch-besetzten Gebieten verblieben, muß angenommen werden, dass im Russlandfeldzug ca 100.000 Personen durch die deutschen Einsatz-Gruppen getötet wurden.

Über Babi Yar gab der Leiter des deutschen Einsatzkommandos Paul Blobel bei seinem Prozeß zu Protokoll:
“Waehrend meiner Dienstzeit als Chef des Sonderkommandos 4 A vom Zeitpunkt der Aufstellung im Juni 1941 bis zum Januar 1942, wurde ich verschiedentlich mit den Aufgaben der Hinrichtung von Kommunisten, Saboteuren, Juden und anderen unerwuenschten Elementen beauftragt. Die genaue Zahl der hingerichteten Personen ist mir nicht mehr erinnerlich. Einer oberflaechlichen Schaetzung nach, fuer deren Richtigkeit ich keine Gewaehr geben kann, vermute ich, dass sich die Zahl der Hingerichteten woran das Sonderkommando 4 A beteiligt war zwischen 10.000 und 15.000 bewegt.”

gefunden bei: Das Haavara Abkommen

Ubasser

http://morbusignorantia.wordpress.com/2012/02/12/das-haavara-abkommen-teil-3/

Teil 1

Teil 2

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Gruß

Der Honigmann

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Savitri Devi wurde als Maximine Julia Portaz am 30. September 1905 um 8.45 Uhr morgens in Lyons (Frankreich) geboren. Sie kam zweieinhalb Monate zu früh auf die Das Gebären war für die Mutter beschwerlich. Maximine wog nur 930 Gramm. Der Arzt sagte den Eltern, daß der Säugling nicht überleben werde.

Savitri Devi hatte bemerkenswerte intellektuelle Gaben, die sich bereits in jungen Jahren zeigten. Als kleines Kind lernte sie von ihren Eltern Französisch und Englisch, brachte sich dann selbst Neugriechisch und etwas Altgriechisch bei. Im Laufe der Zeit sollte sie acht Sprachen fließend sprechen Englisch, Französisch, Neugriechisch, Italienisch, Deutsch, Isländisch, Hindi, Urdu und Bengali

Sie erwarb zwei Universitätsabschlüsse, einen in Philosophie und einen in Chemie, und promovierte in Philosophie zum Dr. phil. der Universität von Lyons. Ihre ersten beiden Bücher waren ihre Dissertationsschriften:“Ein kritischer Aufsatz über Theophilius Kaïris”, und “Die mathematische Einfachheit”- beiden 1935.

Sie hatte umfangreiche Kenntnisse in Religion und Geschichte ihr eigen – besonders der Geschichte des Altertums – und hatte ein verblüffendes Gedächtnis, vor allem was Daten und Namen betrifft. Sie war überdies eine brillante Lehrerin, die zu fesseln verstand und die zu zahllosen Themen Vorträge in großer Ausführlichkeit halten konnte, ohne daß sie sich hierfür auf schriftliche Notizen hätte stützen müssen.

NATIONALISTIN EINER JEDEN NATION

Als “Nationalistin einer jeden Nation”, wie sie sich selber nannte, und als eine indogermanische Heidin, die den alten Glauben wiederbeleben wollte, fand Savitri Devi im Jahre 1929, als sie sich gerade in Palästina befand, zum Nationalsozialismus.

Sie bereiste Indien und erkannte im Hinduismus die letzten lebendigen Überbleibsel der indogermanisch-heidnischen religiösen Tradition. Nachdem sie sich schließlich in Kalkutta niedergelassen hatte, arbeitete sie für die nationalistische Hindutvabewegung, die die Hindutradition vor dem Einsickern jeglicher universalistischer und egalitärer Ideologie bewahren wollte, wie sie etwa dem Christentum, dem Islam, dem Kommunismus und der liberalen Demokratie zu eigen ist.

1939 heiratete Savitri Devi einen bengalischen Brahmanen, den Verleger Dr. Asit Krishna Mukherji 1904–1977, der im 2. Weltkrieg auf der Seite der Achsen Berlin-Rom-Tokio stand. Gemeinsam mit ihrem Gatten spionierte Savitri Devi während des Krieges für die Japaner.

VON MAXIMINE PORTAS ZU SAVITRI DEVI

1935, als sie in Rabindranath Tagores Schantiniketan-Aschram in Bengalen arbeitete, nahm die Frau Portaz auf Anregung von Mitstudenten den Namen „Savitri Devi“ an. “Savitri” ist im Sanskrit bedeutet die Sonne, und “Devi” – eine Göttin. Das war ein passender Name, denn Savitri eine Anhängerin dessen, was sie als die urarische Tradition empfand: die Verehrung des Lebens und des Lichtes. Devi war eigentlich kein Nachnamen, sondern ein Titel – welcher in Indien alle arischen Frauen annehmen dürfen. Also man sollte Savitri Devi nicht kurz mit “Devi” benennen, sondern mit “Savitri” – so wie man ja auch Sankt Martin eben “Martin” nennt, und nicht “Sankt”.

SAVITRI DEVI KONZEPT DER UNABHÄNGIGKEIT

In Indien verfaßte Savitri mehrere Bücher: Im Jahre 1937 begann sie mit „Der Lotosteich“ als Savitri Devi Mukherji, 1940 in Kalkutta herausgab. Sie beschrieb ihre ersten Eindrücke von Indien. In diesem Buch vereinigen sich lebendige Reiseberichte mit philosophischen Reflexionen über die indische Kultur und Tradition. Ihr nächstes Buch, “Warnung an den Hindus” wurde zum Manifest des Hindunationalismus.

Der Hinduismus ist eine radikal pluralistische und tolerante Religion, und dies macht Hindus häufig für die Gefahren blind, die die intoleranten Buchreligionen und ihre säkularen Auswüchse – die liberale Demokratie und der Kommunismus – für den Hinduismus darstellen. Savitri versucht den Hindus diese Gefahr bewußt zu machen und zeigt auf, wie notwendig es einerseits ist, ein gemeinsames Hindunationalgefühl zu kultivieren, das Indiens Vielfalt der zehntausend Regions- wie Kastenunterschiede zusammenschweißt, das aber zugleich ebendiese Unterschiede respektiert und sie erhält. Nach Savitri eine notwendige Vorbedingung für die indische Unabhängigkeit nur dann möglich wird, wenn alle Hindus ein Hindunationalbewußtsein haben.

In ihrem dritten Buch “Die nichthinduistischen Inder und die indische Einheit” sie beschäftigt sich mit der Frage der Integration von nichthinduistischen Minderheiten in eine Hindunation, um damit den Kampf um Unabhängigkeit zu gewinnen: in einem freien Indien leben können. Savitri bat die Muslime, Christen und andere Gruppen nicht zu vergessen, daß sie zuvörderst Inder sind.

Was für europäischen Ohr etwas fremd klingt – Savitri Devi die Nation nicht unbedingt nur ideologisch oder sozial gesehen, sondern NATIONAL im Sinne der Verbundeheit mit der Natur. Der Moslemtums hat sie mit dem Kommunismus Theorie verglich als ideologische Sklaverei.

DIE SONNE, DER ECHNATON UND HINDUISMUS

Während Savitri Devi in Indien weilte, stand überdies jemand im Brennpunkt ihres Interesses, der ebenfalls die Sonne verehrte: der alte ägyptische “Ketzerpharaoh” Echnaton 14. Jh. v. chr., der eine der rätselhaftesten Persönlichkeiten der Geschichte war. Echnaton wollte den ägyptischen Polytheismus durch eine monotheistische Religion ersetzen, die „die Lebenskraft in Gestalt der Sonnenscheibe verehrte, die ihre lebensspendenden Strahlen auf die Erde ergoß“.

Echnaton Monotheismus ebenso intolerant war wie der jüdische „Eingottglaube“, den Savitri verachtete, so war sie doch fasziniert von Echnaton Leben und Charakter und fühlte sich aus philosophischen, spirituellen und ästhetischen Gründen stark zu seiner Religion hingezogen. Sie glaubte sogar, daß Echnaton Religion im Grunde mit der urarischen Religion des Lebens und Lichtes identisch sei, und deutete an, daß Echnaton Reformen von den Mitanni beeinflußt gewesen sein könnten, einem arischen Volk, das sich im oberen Zweistromland niedergelassen hatte.
1942-1943 folgten “Ewige Botschaft von Echnaton: Eine 3300 Jahre alte wissenschaftliche Religion”, eine Romanerzählung für Kinder “Sonnenfreude: Das schöne Leben von Echnaton, König von Ägypten“, die sie mit eigenen Zeichnungen und Gemälden illustrierte und anschließend “Ein Sohn Gottes Echnaton: Leben und Philosophie”.

Noch fast 60 Jahre, nachdem es erstmals erschien, gilt “Sohn der Sonne” 1945 als eines der besten Bücher über Echnaton und wurde in mehreren europäischen Sprachen übersetzt. 1948 publiziert Savitri “Echnaton: Ein Bühnenstück, das von der Zerschlagung von Echnaton-Kult und der Verfolgung seiner Anhänger nach dem Tode des Pharaos handelt. Das Stück ist eine dünn verschleierte Parabel, die zeigt, was sich zur Zeit ihrer Niederschrift im besetzten Deutschland abspielte.

DEUTSCHLAND „HEILIGES LAND FÜR ALLE ARIER“

Der Sieg der Alliierten über das Deutsche Reich im 2. Weltkrieg hat Savitri am Boden zerstört. Im Juni 1945 beschloß sie bei Varkala an der Malabarküste, ihrem Leben ein Ende zu setzen, indem sie ins Meer hinausging. Doch als ihr das Wasser bis zu den Schultern reichte, begann sich plötzlich ihre Lebenskraft in ihr zu rühren. Ein Gedanke schoß ihr wie ein Blitz durch den Kopf.

Es war ein Befehl: Lebe! Lebe, um von der Wahrheit zu künden. Lebe, um den Tag der Rache zu sehen, wenn die Sieger von 1945 in den Abgrund geschleudert werden. Lebe, um zu triumphieren: “Ich habe es euch ja gesagt!” Wie Savitri es am 28. August 1965 in einem Brief an George Lincoln Rockwell formulierte: “Ich verließ den Ozean wieder einzig zum Zwecke dieses zukünftigen Vergnügens, keines anderen, und begann zu leben ohne Hoffnung, nur für den Haß.”

Savitri verehrte das nationalsozialistische Deutschland als Heiliges Land für alle Arier, sah es jedoch niemals in den Tagen seines Glanzes. Ihren ersten Eindruck gewann sie 1948, als sie seine Ruinen erblickte. 1952 „Gold im Schmelztiegel: Erlebnisse im Nachkriegsdeutschland“ ist Savitris „düsterer und kraftvoller Bericht über ihre Erlebnisse im besetzten Deutschland der Jahre 1948 < / > 49.

Von diesem Zeitpunkt an führte Savitri ein asketisches Wanderleben. Ihre beiden Hauptaktivitäten waren ein unermüdliches Eintreten für den Nationalsozialismus sowie die Pflege von ausgesetzten und obdachlosen Tieren, vor allem Katzen.

Savitri Devi betrachtete die Zerstörung des Dritten Reiches nicht als das Ende des Nationalsozialismus, sondern als eine Reinigung – wie eine Feuerprobe, die unedles Metall vom reinen Gold scheidet –, als Auftakt zu einem neuen Anfang. Deshalb enthält Gold im Schmelztiegel Kapitel über die philosophischen Grundlagen und das positive politische Programm des Nationalsozialismus. Im Jahre 1949 wurde Savitri verhaftet, verurteilt und von der britischen Besatzungsmacht wegen des Verteilens nationalsozialistischer Propagandaflugblätter eingesperrt. Sie beschreibt ihre Erfahrungen in 1951 im Buch “Trotz“:

„Es gab eine Zeit, in welcher die Persönlichkeit Adolf Hitlers das europäische Bewußtsein beherrschte; in der seine Stimme Millionen von Menschen bewegte; in der er bei feierlichen Gelegenheiten von Millionen umjubelt wurde – der Abgott der Nation, die er aus dem Abgrund zu unvergleichlicher Größe geführt hatte. Es gab eine Zeit, in der Deutschland reich, stark und voller Selbstvertrauen war, als das neugeborene Volk – wohlgenährt, gut gekleidet und gut beherbergt – glücklich war, gemeinsam für eine Zukunft zu arbeiten, an die es glaubte; als sie lebten, wie sie noch nie zuvor gelebt hatten, unter der starken und weisen Herrschaft ihres Führers, der sie so sehr liebte, wie es noch nie jemand zuvor getan hatte.“

DER LEERE ZUG – GEFÄHRLICHE VERÖFFENTLICHUNGEN

In einem des markanten Berichts über das Nachkriegs-Deutschland Der Leere schreibt sie:
„Ich habe hier einige Veröffentlichungen… gefährliche Veröffentlichungen; möchten Sie sie sehen?“, fragte ich den hochgewachsenen und gut aussehenden jungen Deutschen, der neben mir durch die Unterführung lief, die zu dem Bahnsteig führte, von dem aus ich am Kölner Bahnhof in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1949 meinen Zug nehmen sollte. Ich hatte den Mann einige Stunden zuvor in der „Katholischen Mission“ desselben Bahnhofes getroffen und wir hatten uns lange genug unterhalten, so daß er die Überzeugung erlangen konnte, daß er mir vertrauen konnte, ebenso wie ich ihm – gelinde gesagt.

Für eine halbe Sekunde hielt er inne und schaute sich um, um zu sehen, ob uns jemand folgte oder ob irgendein Passant möglicherweise meine Worte gehört haben könnte. Aber wir waren die einzigen Leute in dem langen, düsteren Gang. Der junge Mann drehte sich zu mir und antwortete mit gedämpfter Stimme: „Ja, geben sie mir eins.“

Ich zog ein vierfach gefaltetes Plakat aus meiner Tasche und legte es ihm in seine Hand. „Bleiben Sie nicht stehen, um es jetzt zu lesen“, sagte ich, „sondern warten Sie, bis wir im Zug sind, gehen sie dann zur Toilette und lesen Sie es dort, wo niemand hereinkommen und Sie stören kann. Sie haben haufenweise Zeit. Schauen Sie, ob Sie solche Veröffentlichungen für brauchbar halten und teilen Sie mir es dann offen mit. Wenn Sie mehr wollen, habe ich noch reichlich davon.“

Der junge Mann versteckte das wertvolle Papier in der Innentasche seines Mantels und setzte stillschweigend seinen Gang an meiner Seite fort, half mir, mein bißchen Gepäck zu tragen. Wir erreichten den Bahnsteig. Der Zug stand dort – praktisch leer, da er erst eine Stunde später, um 1:12 Uhr, abfahren sollte, wenn ich mich recht erinnere. Ein scharfer Wind blies und es war bitterkalt.

Der junge Mann half mir, meinen Koffer in den Eisenbahnwaggon zu heben, stieg dann selbst ein und begab sich dann, wie ich angeregt hatte, ins beste Versteck, um das Plakat zu lesen. Die unter einem schwarzen Hakenkreuz, welches etwa ein Drittel der Seite ausfüllte, in beträchtlichen Großbuchstaben geschriebenen Worte, die er las, waren die folgenden:
DEUTSCHES VOLK, WAS HABEN DIE DEMOKRATIEN DIR GEBRACHT? IM KRIEGE PHOSPHOR UND FEUER. NACH DEM KRIEG HUNGER, ERNIEDRIGUNG, UNTERDRÜCKUNG, DIE DEMONTAGE DER FABRIKEN, DIE ZERSTÖRUNG DER WÄLDER UND NUN — DAS RUHR-STATUT! ABER „DIE KNECHTSCHAFT DAUERT NUR NOCH KURZE ZEIT“. UNSER FÜHRER LEBT UND WIRD BALD MIT NOCH NICHT DA GEWESENER MACHT ZURÜCKKEHREN. ERWEHRT EUCH UNSERER VERFOLGER! HOFFT UND WARTET. HEIL HITLER!

Die Veröffentlichung war mit „S. D.“ unterschrieben – d. h. mit meinen eigenen Initialen“

DER BLITZ UND DIE SONNE

1953 machte Savitri eine Pilgerreise zu heiligen Orten des Nationalsozialismus in Restdeutschland und Österreich, was sie in ihrem Buch “Pilgerfahrt 1958 beschreibt. Die Reise nach Deutschland hat sie motiviert zu ihrem größtes Werk: “Der Blitz und die Sonne”, das den Nationalsozialismus mit der arischen eschichtszyklenauffassung fruchtbar macht und in der atemberaubenden Behauptung gipfelt:

“ADOLF HITLER IST EIN AVATAR – EINE MENSCHLICHE INKARNATION – DES HINDUGOTTES WISCHNU, DES ERHALTERS DER ORDNUNG.“ … GESCHICHTE SCHREITET NACH ARISCHER AUFFASSUNG ZIRKULÄR FORT; SIE BEGINNT MIT EINEM GOLDENEN ZEITALTER ODER ZEITALTER DER WAHRHEIT, IST FORTAN EINEM KONTINUIERLICHEN NIEDERGANG UNTERWORFEN, BIS SIE DEN TIEFSTEN PUNKT ERREICHT, DAS VIERTE ZEITALTER, DAS DAS EISERNE ZEITALTER ODER KALI-YUGA GENANNT WIRD, IN DEM DAS ÜBEL UND DIE FALSCHHEIT REGIEREN.“

„An jenem Nadir löschen sich die Kräfte des Verfalls ob ihrer eigenen Verderbtheit selbst aus, und ein neues Goldenes Zeitalter dämmert herauf. Das gegenwärtige Kali-Yuga wird, so die Hinduüberlieferung, zu einem Ende kommen und der zehnte Avatar Wischnus – Kalki der Rächer, den man sich als einen Krieger auf einem Schimmel vorstellt – ein neues Goldenes Zeitalter einläuten. Als Hitlers Stern aufstieg, dachten Savitri Devi und viele Inder, daß es Kalki sei, der gekommen war. Nachdem Hitler besiegt war, folgerte Savitri, daß er nicht der zehnte Avatar gewesen sei, sondern nur sein Herold, und daß Kalki erst noch erscheinen werde.“

DREI KATEGORIEN VON MENSCHEN

Savitri Devi unterscheidet zwischen drei Kategorien von Menschen, die sich aufgrund ihres Verhaltens angesichts des Abwärtssoges der Geschichte grundlegend unterschiedlich verhalten:
„Menschen-in-der-Zeit,
Menschen-jenseits-der-Zeit und
Menschen-gegen-die-Zeit.
Menschen-in-der-Zeit sind all jene, die sich von der Flut der Zeit in die Tiefe reißen lassen und ihre auflösenden Tendenzen unterstützen.
Menschen-jenseits-der-Zeit versuchen sich dem Abwärtssog der Geschichte zu entziehen und sich ein Refugium vor der Schäbigkeit der Welt zu schaffen.
Menschen-gegen-die-Zeit kämpfen gegen die Degenerierung und sind bestrebt, das Goldene Zeitalter wieder einzusetzen.
Natürlich ist ihr Ziel nicht zu verwirklichen. Man kann die Uhr nicht einfach zurückdrehen.
Aber Menschen-gegen-die-Zeit sind geborene Kämpfer; sich der Dekadenz entgegenzustellen, ist ihre Pflicht, ihr Schicksal.
Daß sie nicht gewinnen können, ist unerheblich. Mag es ihnen allerdings auch nicht gelingen, die Uhr zurückzudrehen, so könnten sie sie doch etwas vorstellen, das heißt, sie könnten die Zerstörung des Kali-Yuga vorantreiben und auf diese Weise helfen, rascher ein neues Goldenes Zeitalter einzuleiten.“
“Der Blitz und die Sonne” dient der Beschreibung dieser drei Menschentypen anhand dreier Kurzbiographien:

TSCHINGIS KHAN ist paradigmatisch der Mensch-in-der-Zeit,
ECHNATON der Mensch-jenseits-der-Zeit und
ADOLF HITLER der Mensch-gegen-die-Zeit.

Savitri Devi war auch eine Frau-gegen-die-Zeit. Sie wird in diesem Dunklen Zeitalter, im Kali-Yuga, keinen Ruhm ernten, wohl aber im Goldenen, das noch kommt. Savitris weitere Schriften umfassen “Erinnerungen und Gedanken einer Arierin”, 1976, sowie die Darlegung ihrer Philosophie: “Und die Zeit schreitet fort“, 1978

Sie starb kurz nach Mitternacht am 22. Oktober 1982 in Sible Hedingham in der Grafschaft Essex in England. Da sie sowohl englische, griechische als auch italienische Vorfahren namhaft machen konnte, beschrieb sie ihre Nationalität als “indogermanisch”.

Wahrscheinlich Savitris Absicht war, den Gründungsmythos einer neuen Religion zu schaffen. Savitri war vom Leben des Paulus von Tarsus fasziniert, der eine Religion gegründet hatte, indem er einen gescheiterten politischen Revolutionär nahm – Jesus von Nazareth – und aus ihm eine Inkarnation Gottes machte, die auf die Erde gekommen sei, um die Menschen zu erlösen. Und in weniger als drei Jahrhunderten triumphierte die von Paulus in die Welt gesetzte Religion über das Römische Imperium. Auch Savitri bediente sich eines gescheiterten politischen Revolutionärs und machte aus ihm eine Inkarnation Gottes, die auf die Erde gekommen war, um die Menschen zu erlösen. Hierdurch hoffte sie eine Religion ins Leben zu rufen, die ihren Idealen zum schlußendlichen Triumph verhelfen sollte.

DIE BRIEFE

Zwar Savitri ist nicht in Indien geboren und auch nicht dort aufgewachsen, aber das Leben in Indien ist ohne Briefwechsel undenkbar: es gehört zu alte Tradition: denn ein Gespräch ist immer durch Spontanität und damit mit nicht überlegten Gedanken begleitet ist, die oft zu Konflikten führen, dagegen wenn man einen Brief schreibt, er wird nicht unterbrochen und sogar sich korrigieren kann.

In einem Brief vom 13. April 1975 an einen jungen US-amerikanischen Kameraden erörterte Savitri, wie sie selbst Adolf Hitlers anstehenden Geburtstag zu feiern gedenke:

„…Ich denke gerade daran, daß unser Führer nun – in nur einer Woche – 86 Jahre alt wäre, würde Er noch leben. Und ich frage mich, ob wir, jene wenigen Seiner Jünger, in deren Leben Er wirklich den ersten Platz einnimmt, so zahlreich und so inbrünstig sind wie die frühen Christen im Jahre 86 n. 0, das heißt unter Kaiser Domitian. Im Jahre 64 n. 0 hatte es, unter Nero, eine spektakuläre Christenverfolgung gegeben, seither jedoch keine mehr. Sicher aber wären die Leute vor Lachen geplatzt, hätte man ihnen erzählt, daß die verachtete und hier und dort verfolgte Sekte “eines Tages” dem gesamten Abendland ihre Dogmen diktieren und diese gar noch den bislang unentdeckten Kontinenten und Inseln aufzwingen sollte. Wer hätte sich wohl in jenen längst verflossenen Tagen die Persönlichkeit und Macht eines Philipp II. von Spanien auszumalen vermocht? Und wer kann heute sagen, ob es nicht in anderthalbtausend Jahren einen ebenso mächtigen arisch-rassebewußten Menschen geben wird, einen Verehrer unseres Führers, unser Gegenstück zu Philipp II. dem Katholiken? In gewisser Hinsicht ist es gut, daß die Zukunft – obwohl sie bereits ebenso wie die Vergangenheit existiert – für den endlichen Verstand gänzlich unvorhersehbar ist.“

Ihr Brief an Miguel Serrano vom 28. März 1980 schrieb sie über den Holocaust und sonstigen Fragen über „unseren schlimmsten Feinden“:

„Meine spontane Erwiderung auf die Sechs-Millionen-Geschichte war: „Schade, daß es nicht sechszehn Millionen waren! Dann wäre die Judenfrage zur besten Zufriedenheit gelöst gewesen!“

“Ich habe oft wiederholt, daß ich mir von jedermann verbitte, daß er uns für unsere Behandlung unserer schlimmsten Feinde kritisiert, solange er nicht selber ein Dschaina ist, d. h. ein Angehöriger einer indischen religiösen Sekte, die keine Flöhe noch Wanzen noch Läuse tötet. Denn ganz sicher ist ein politisch aktiver Jude oder im Übrigen ein projüdischer Arier für mehr Unheil verantwortlich als irgendeines dieser Insekten, das nun einmal ohne Blut nicht zu leben vermag und doch nur so wenig davon braucht!. Heute, da ich weiß, daß diese Geschichte eine Lüge ist, sage ich das auch offen. Das ist gute Propaganda für die menschenliebende dumme Masse!”

< http://www.savitridevi.org/news2010.html >
Nennen Sie mich nicht „Mrs. Devi“ < http://www.savitridevi.org/mrs_devi_german.html >
Der leere Zug: < http://www.savitridevi.org/Defiance_ch_1_german.html >
Mit dem Gesicht zu den Sternen: < http://www.savitridevi.org/Long-Whiskers_15_german.html >
Gedanken über Reinkarnation: < http://www.savitridevi.org/reincarnation-german.html >
Die kurzen Tage des Ruhms: < http://www.savitridevi.org/gold_chapter_2_german.html >
Die Philosophie des Hakenkreuzes: < http://www.savitridevi.org/gold_chapter_1_german.html >
Die Entdeckung des National-Sozialismus: < http://www.savitridevi.org/ATRO_1_5_german.html >
Zweiter Weltkrieg: < http://www.savitridevi.org/ATRO_1_8_german.html >
Propagandaeinsätze in Deutschland: < http://www.savitridevi.org/ATRO_1_11_german.html >
Korrespondenz mit Miguel Serrano: < http://www.savitridevi.org/serrano_letter_1_german.html >
Korrespondenz mit Aldous Huxley: < http://www.savitridevi.org/huxleygerman.html >

Bildnachweis: < www.savatridevi.org > USA < / > Litauen < / > Indien

Jurij Below

http://www.news4press.com/DEUTSCHLAND-HEILIGES-LAND-F%C3%9CR-ALLE-ARIERN_653166.html

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Gruß

Der Honigmann

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