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Archiv für die Kategorie ‘Unter falscher Flagge/False Flag’


von Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg, Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg
Brandenburg a.d. Havel

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(veröffentlicht in GA (Goltdammers Archiv für Strafrecht) 2006 S. 356 ff.)

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Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen meines Berufslebens wird die Festrede gehören, die Roxin zum 150 jährigen Jubiläum der Berliner und damit der ersten deutschen Staatsanwaltschaft im modernen Sinn am 1. 10. 1996 im Berliner Rathaus gehalten hat. (1) Seine Ausführungen »Zur Rechtstellung der Staatsanwaltschaft damals und heute« befassen sich zu einem wesentlichen Teil mit der »Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit des Staatsanwalts«, womit ich bei meinem Thema angelangt bin. Dabei sollte zwischen der Abhängigkeit des einzelnen Staatsanwalts und der der Staatsanwaltschaft als Institution von der Regierung unterschieden werden.

Dem einzelnen Staatsanwalt die gleiche Unabhängigkeit zu geben, wie sie Art. 97 I GG ausdrücklich nur den Richtern einräumt, und damit das »interne Weisungsrecht« zu beseitigen, wäre nicht nur verfassungsrechtlich bedenklich, sondern auch sachwidrig. Mit der heute ganz h.M. (2) ist auch Roxin (3) der Auffassung, dass die Staatsanwaltschaft einer Organisationsform bedarf, die eine gleichmäßige und berechenbare Anklage und Einstellungspraxis sicherstellt. Das ist de lege lata mit ihrem traditionell hierarchischen Aufbau, dem in § 146 GVG verankerten Weisungsrecht der staatsanwaltlichen Vorgesetzten und den in § 145 GVG geregelten Rechten der »ersten Beamten der Staatsanwaltschaft« zur Devolution und Substitution der Fall. Gleichwohl ist zu begrüßen, dass der 2003 von der Kommission für die Angelegenheiten der Staatsanwälte im Deutschen Richterbund vorgelegte Gesetzentwurf zur Neuregelung des Amtsrechts der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (4) die Stellung des einzelnen Staatsanwalts stärken will, indem etwa Weisungen nur schriftlich erfolgen und für den Bereich der Tätigkeit des Staatsanwalts in der Hauptverhandlung ganz ausgeschlossen werden sollen.

Kommen wir nun zu der höchst problematischen Abhängigkeit der Staatsanwaltschaft als Institution, d. h. der des an der Spitze der Hierarchie stehenden obersten Anklägers vom Justizministerium, worin die Gefahr politischer Einflussnahme auf staatsanwaltschaftliche Entschließungen begründet liegt. Dieser Problembereich kann mit den Stichworten »politischer Beamter« und »externes Weisungsrecht« gekennzeichnet werden.

Was den obersten Ankläger als politischen Beamten betrifft, der jederzeit ohne Angabe von Gründen in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden darf, hat sich Roxin in seiner Festrede unmissverständlich ablehnend positioniert (5): Es liege auf der Hand, dass die Aufgabe eines leitenden Beamten der Staatsanwaltschaft nicht mit der Legaldefinition des § 31 Abs.1 BRRG zutreffend beschrieben sei, wonach der politische Beamte »ein Amt bekleidet, bei dessen Ausübung er in fortdauernder Übereinstimmung mit den grundsätzlichen politischen Ansichten und Zielen der Regierung stehen muss«. Der oberste Ankläger solle nämlich »nicht die politischen Ansichten und Ziele der Regierung, sondern das Recht durchsetzen«, und so hat Roxin den betroffenen Gesetzgebern »den Abschied von dieser historisch überlieferten Konstruktion« empfohlen.Staatsanwaltschaft-Stempel-Rechtskraft

Seinem Appell ist man 2000 in Nordrhein Westfalen und 2002 in Berlin gefolgt, so dass nur noch der Bund und die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Schleswig Holstein und Thüringen an dem Status des »politischen Beamten« für ihre obersten Ankläger entgegen der nunmehr ganz h. M. (6) festhalten. Dies sind somit die Adressaten eines im September 2004 mit großer Mehrheit gefassten Be Schlusses des 65. Deutschen Juristentages: »Das Amt des politischen Beamten ist im Bereich der Staatsanwaltschaft abzuschaffen.« (7) Eine entsprechende Empfehlung hat die Staatengruppe gegen Korruption (GRECO) des Europarates den betroffenen vier Bundesländern im Rahmen der Ersten Evaluierungsrunde zugeleitet und in dem »Umsetzungsbericht über Deutschland« vom 14.5.2004 begrüßt, dass Schleswig Holstein die Abschaffung der Stellung des Generalstaatsanwalts als politischer Beamter durch Änderung seines Landesbeamtengesetzes bereits erwäge. (8) Während der so erzeugte Druck dazu führen dürfte, dass in Deutschland bald kein Staatsanwalt mehr »politischer Beamter« sein wird, ist eine Beschneidung des Weisungsrechts der deutschen Justizminister gegenüber den Staatsanwaltschaften in absehbarer Zeit wohl nicht zu erwarten.

Der Deutsche Richterbund hat vorgeschlagen, dass es zwar bei allgemeinen Weisungen der Justizminister an die Staatsanwaltschaften verbleiben, das »externe Weisungsrecht« in Einzelfällen aber durch Änderung des GVG abgeschafft werden sollte. (9) Abgelehnt worden ist dies vom 65. Deutschen Juristentag, (10) vom Strafrechtsausschuss des Deutschen Anwaltsvereins” (11) und vor allem von den Rechtspolitikern der nunmehrigen Regierungsfraktionen in ihren vor der Wahl des 16. Deutschen Bundestages erbetenen Stellungnahmen zu den »Wahlkampfprüfsteinen« des Deutschen Richterbundes. (12) In der Tat lassen die Zuordnung der Staatsanwaltschaft zur Exekutive durch die Regelung des Art. 92 GG, die die rechtsprechende Gewalt ausschließlich den Richtern zuweist, und der verfassungsmäßige Grundsatz, dass es innerhalb der Exekutive keine »ministerialfreien Räume« geben dürfe, weil dadurch der Exekutivspitze die Lenkungsmöglichkeit entzogen und gleichzeitig die parlamentarische Kontrolle beschränkt werde, (13) eine derartige Beschneidung des ministeriellen Weisungsrechts als zweifelhaft erscheinen. (14) Da es m. E. aber dem Prinzip der Gewaltenteilung, das allen demokratischen Rechtsordnungen zugrunde liegt, mehr entsprechen würde, wenn der oberste Ankläger nicht den Weisungen des Justizministeriums unterworfen wäre, plädiere ich für eine Zuordnung der Staatsanwaltschaft zur Judikative durch Änderung des Art. 92 GG, (15) wodurch ihre Weisungsunabhängigkeit sogar verfassungsmäßig geboten sein und damit die Gefahr politischer Einflussnahme vermindert werden dürfte.

Es ist nämlich eine Fehlinformation, die aber »German authorities« GRECO mitgeteilt haben, dass mit der Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaft in Deutschland keine unzulässige politische oder sonst unsachgemäße Einflussnahme verbunden sei. (16) Vielmehr lässt sich der Missbrauch der Staatsanwaltschaft in Deutschland als »Organ der Staatsregierung« bis zu ihren auch von Roxin in seiner Festrede beschriebenen Anfängen zurückverfolgen (17) und steht ihre Weisungsgebundenheit in der Bundesrepublik seit langem in der Kritik. (18) Politisch motivierte Einflussnahmen kommen auch nicht nur in einzelnen Verfahren vor, sondern sind sogar bei der Ausübung des externen Weisungsrechts durch allgemeine ministerielle Weisungen anzutreffen. Diese bezeichnet Roxin als »um der Einheitlichkeit der Strafverfolgung willen notwendig«, (19) was etwa bezüglich der bundesweit geltenden »Richtlinien für das Straf und Bußgeldverfahren« auch zutrifft. Doch übersieht er, dass die Vorschriften, mit denen der Bundesgesetzgeber die Einstellung des Ermittlungsverfahrens aus Opportunitätsgründen unter Einräumung gewisser Beurteilungsspielräume ermöglicht hat, die Gefahr bergen, von den Landesjustizministern durch allgemeine Anwendungshinweise an die ihnen nachgeordneten Staatsanwälte kriminalpolitisch instrumentalisiert zu werden.

Das lässt sich exemplarisch durch die bundesweit stark divergierende Anwendung des § 31a BtMG (Absehen von der Verfolgung bei »geringer Menge« zum »Eigenverbrauch«) belegen, wobei die in der Regel von den Ministerien gezogenen Obergrenzen für die Annahme einer geringen Menge Cannabis eine Spanne von 6 bis 30 Gramm aufweisen. (20) Das BVerfG hat dies in einem Beschluss vom 9.3.1994 beanstandet und die Länder auf ihre Pflicht hingewiesen, bei der Anwendung des Bundesrechts »für eine im Wesentlichen einheitliche Einstellungspraxis der Staatsanwaltschaften zu sorgen«, (21) die sie immer noch nicht erfüllt haben. Auch haben Landesjustizminister für ihre Geschäftsbereiche den staatsanwaltlichen Anwendungsbereich der § § 153 f. StPO bei Ladendiebstählen durch Bestimmung von Wertgrenzen nach ihrem kriminalpolitischen Gusto festgelegt. (22)

Problematischer als die ministeriellen Einflussnahmen durch allgemeine Weisungen sind aber zweifellos diejenigen in Einzelfällen, die allerdings nur verhältnismäßig selten durch eine förmliche Ausübung des externen Weisungsrechts erfolgen. (23) Der für einen Justizminister gefährliche Anschein unlauterer politischer Einflussnahme kann bei einer Weisung im Einzelfall nämlich nur dann vermieden werden, wenn eindeutig feststeht, dass die Staatsanwaltschaft von einem falschen Sachverhalt ausgegangen oder die rechtliche Wertung fehlerhaft ist, und dies auch der Öffentlichkeit vermittelt werden kann. Da derartige Konstellationen selten vorkommen, halten sich besonnene Justizminister bei der Ausübung des formellen Weisungsrechts entsprechend zurück. Daraus darf jedoch nicht gefolgert werden, dass das externe Weisungsrecht in Einzelfällen geringe praktische Auswirkungen habe, was aber auch Roxin meint. (24) Denn unter politischen Druck geratene Justizminister, die bei ihren mit der besonderen Stellung der Staatsanwaltschaft innerhalb der Exekutive zumeist wenig vertrauten Parteifreunden mit dem Verzicht auf Ausübung des formellen Weisungsrecht auf wenig Verständnis stoßen, pflegen das »Recht der Aufsicht und Leitung« gemäß § 147 GVG zum Anlass zu nehmen, durch Erzeugung von subtilem Druck unterhalb der förmlichen Ebene in Gestalt geäußerter »Wünsche«, angeforderter »Absichtsberichte« (25) oder ausführlicher Dienstbesprechungen darauf hinzuwirken, dass die Staatsanwaltschaft die politisch erwünschte Entscheidung als eigene herbeiführt. (26) Da es in der Geschichte der Bundesrepublik zu zahlreichen, zum Teil gut dokumentierten Fällen politisch motivierter Einflussnahmen in Einzelfällen gekommen ist (27) und eben auch allgemeine Weisungen politisch instrumentalisiert werden können, hat sich die Weisungsabhängigkeit der Staatsanwaltschaft von der Regierung als parteipolitisches Einfallstor und damit als eine strukturelle Schwachstelle unseres demokratischen Rechtsstaats erwiesen. In anderen europäischen Ländern und auf internationaler Ebene ist man zu der gleichen Einsicht gekommen und hat daraus bereits die Konsequenz gezogen:

staatsanwaltschaftFür eine von der Regierung unabhängige Staatsanwaltschaft haben sich nach Italien (28) unter dem Eindruck überwundener Diktaturen Ungarn (29), Kroatien (30), Lettland (31), Litauen, Estland, Slowenien und die Slowakei entschieden. In den Statuten der Internationalen Straftribunale für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und für Ruanda (ICTR) sowie denen des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) ist festgelegt, dass die Ankläger Organe dieser Gerichte sind und keinem externen Weisungsrecht unterliegen. (32) Nach derzeitigem Stand der Überlegungen soll auch der künftige »Europäische Staatsanwalt«, dessen Einsetzung durch ein Europäisches Gesetz des Ministerrats Art. 111 175 des Entwurfs der Europäischen Verfassung vorsieht (Abs. 1), von Gemeinschaftseinrichtungen und nationalen Behörden unabhängig sein und für eine nicht verlängerbare Amtszeit von sechs Jahren gewählt werden. (33) Das Leitbild künftiger europäischer Staatsanwälte kann bereits der Europäischen Grundsatzerklärung zur Staatsanwaltschaft (34) entnommen werden, die am 2. 3.1996 in Neapel von der Vereinigung Magistrats Européens pour la Democratie et les Libertés (MEDEL) beschlossen worden ist: »Die Staatsanwaltschaft ist ein Organ der Justiz, folglich unabhängig gegenüber der Exekutive; denn die Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Unabhängigkeit der Justiz und die Gleichheit aller vor dem Gesetz. Hieraus folgt, dass allgemeine oder besondere Weisungen der Exekutive unzulässig sind.«

Falls man sich endlich auch in Deutschland auf dieses rechtsstaatliche Niveau begeben wollte, wäre die Macht weisungsunabhängiger oberster Ankläger allerdings durch geeignete Regelungen zu begrenzen (35) und sollte ihre demokratische Legitimation wie in den vorgenannten neuen EU Staaten in der Wahl durch die Parlamente bestehen.

Der Wunsch, den Roxin am Ende seiner Festrede der Staatsanwaltschaft mitgegeben hat, soll auch am Ende meiner Ausführungen stehen: »Sie möchte immer ein nur dem Recht verpflichteter Gesetzeswächter sein und bleiben und es dort, wo sie es noch nicht oder nicht mehr in wünschenswertem Umfang ist, in Zukunft werden!«

Anmerkungen

1 DRiZ 1997, 109ff.
2 Etwa Kissel, GVG, 4. Aufl., 2004, § 146 Rn 10; LR Boll, 25. Aufl., 1997ff., § 146 Rn 9, 16 m.w.N.; s.auch Satzger Verh. 65. DJT, Bd. 1, 2004, C 131.
3 DRiZ 1997,118. Anders aber noch in DRiZ 1969, 387f.
4 DRiZ 2003, 249ff.
5 DRiZ1997,117
6 Etwa Weiß JR 2005,370; Pflieger Verh. 65. DJT, Bd. 111, 2004, 2004,0 26,30; Rautenberg NJ 2003,170; ders. DRiZ 2000, 141ff. mw. N.; a. A. Faupel DRiZ 2000, 312ff.; Krumsiek, PS Stern, 1997,65S f..
7 C VI. 1. b) (84:15:26), Verh. 65. DJT, Bd. 111, 2004,030.
8 Group of States against Corruption, First Evaluation Round, Compliance Report on Germany, Stras bourgh, 14. May 2004, Rn 12, 13.
9 DRiZ 2003,252L; s. auch DRiZ 2005,275; zustimmend Weiß JR 2005,370; Satzger Verh. 65. DJT, Bd. 1, 2004, C 131f.,148; Pflieger, ebenda, Bd. 111, 02Sf., 30.
10 Beschluss C. VI. 2. a) (42:70:17), Verh. 65. DJT, Bd. 111, 2004, 2004,0 30.
11 DRiZ 2005, 74ff.
12 DRiZ 2005,282.
13 So die ganz h. M., etwa Paeffgen, GS Schlüchter, 2002, 563 m.w. N.
14 Rautenberg NJ 2003, 172 f.; Paeffgen, GS Schlüchter, 570 m.w. N.; a. A. Satzger (Fn 9), C 133.
15 Rautenberg NJ 2003,174f.
16 Fn 8, Rn 12.
17 Rautenberg NJ 2003, 170f. m.w.N.
18 Heghmanns GA 2003, 441f. m.w.N.
DRiZ1997,119.
20 Körner, BtMG, 5. Aufl. 2001, § 31a Rn 29 ff.
21 BVerfGE 90, 145, 190.
22 Dazu Ostendorf, ZRP 1995, 18ff.
23 Kunert, FS Wassermann, 1985, 925; Faupel DRiZ 2000, 314; Litten, in: GStA Celle (Hrsg.), Staatsan waltschaft gestern, heute und in der Zukunft, 2000, 19; Dieckmann DRiZ 2002, 44;
24 DRiZ 1997, 119
25 Berichte an das Ministerium über vorgesehene abschließende Entscheidungen der Staatsanwaltschaft sind mit der neuen nordrhein-westfälischen BeStra (JMB1. NRW 2006, 3) abgeschafft worden, in der es heißt (4d): »Dem Justizministerium wird über die abschließende Entscheidung oder sonstige wichtige Verfügung der Staatsanwaltschaft erst berichtet, nachdem sie getroffen worden ist.« Die nordrhein westfälische Justizministerin Müller Piepenkötter, zuvor Landesvorsitzende des DRB, hatte diese Änderung der Berichtspflichten in Strafsachen nach ihrem Amtsantritt in einer Pressemitteilung vom 19. 7. 2005 bereits angekündigt, um die Stellung der Staatsanwaltschaften zu stärken und »den bösen Anschein politischer Einflussnahme« von vornherein auszuschalten (s. zur Problematik der Absichtsberichte auch Focus 32/2004, 14). Die nordrhein-westfälischen Staatsanwaltschaften dürften damit die derzeit unabhängigsten in Deutschland sein.
26 Dass der Druck auf die Staatsanwaltschaft besonders groß ist, wenn es sich bei dem Generalstaatsanwalt um einen »politischen Beamten« handelt, bedarf keiner näheren Ausführungen, denn bei jeder bevorstehenden staatsanwaltschaftlichen Entscheidung, die voraussichtlich der Regierung missfallen und auch in den Medien auf Kritik stoßen wird, stellt sich natürlich die Sorge um den eigenen Status ein. Das Gleiche gilt bei Anwendung des § 12 b BRRG auf Staatsanwälte in Führungspositionen. Nach dieser 1999 neu geschaffenen Regelung kann durch Gesetz ein Amt mit leitender Funktion »im Beamtenverhältnis auf Zeit« mit nochmaliger Verlängerungsmöglichkeit bis zu einer Dauer von zehn Jahren übertragen werden, wobei das Amt »auf Lebenszeit« nach der ersten Amtszeit übertragen werden »kann« und nach der zweiten Amtszeit übertragen werden »soll« (s. aber BayVGH ZBR 2005, 32 ff.). Lediglich Hessen wendet aber bisher die auf § 12b BRRG gestützte landesgesetzliche Regelung ( 19b HBG) auch auf die Funktionen des Generalstaatsanwalts und die der Leitenden Oberstaatsanwälte an. Daran unakzeptabel ist nicht die zeitliche Begrenzung der Amtszeit als solche, die sich für von der Regierung unabhängige oberste Ankläger sogar als ein Mittel der Machtbegrenzung empfiehlt, sondern die Gefahr opportunen Verhaltens der staatsanwaltschaftlichen Führungskräfte gegenüber der politischen Führung des Justizministeriums, die in deren Option zur Verlängerung der Amtszeit begründet liegt.
27 Pförtner Betrifft JUSTIZ, Nr. 79,2004, 324ff.; Maier ZRP 2003, 387ff.; Krebs, Die Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaft, 2002, 269 ff., 287; Günter DRiZ 2002, 57fL; Rudolph NJW 1998, 1205; Schäfer NJW 1994,2877; s. auch Der Spiegel 33/2003,38f., 24/2004,22.
28 Ausführlich zum speziellen »italienischen Modell«: Mu/tm, in: Muhm/Caselli (Hrsg.), Die Rolle der Staatsanwaltschaft Erfahrungen in Europa, 2005, S.75 ff.,82ff.
29 Küpper, Justizreform in Ungarn, forost Arbeitspapier Nr. 23,2004, S. 26
30 Pintariç, Justizreform in Kroatien, forost Pintariç, Justizreform in Kroatien, forost Arbeitspapier Nr. 21,2004, S. 15.
31 Rautenberg NJ 2003, 175.
32 Weiß JR 2005, 363ff., 368 mit näheren Angaben.
33 Dazu etwa Radtke GA 2004,1ff., 5L; Weiß JR 2005, 366f.; s. auch DRiZ 2002, 209ff
34 Betrifft JUSTIZ, Nr. 47,1996, 34Sf.
35 Neben der Begrenzung der Amtszeit ohne Verlängerungsmöglichkeit (s. Fn 26) ist auch an die Möglichkeit der Abberufung in einem förmlichen Verfahren bei Amtsmissbrauch, das Verbot einer Parteizugehörigkeit sowie die Ausweitung des Klageerzwingungsverfahrens zu denken.

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Zur Person:

Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg
Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg

1972 Abitur in Northeim, 1977, 1. Staatsexamen in Celle, 1980, Dr.jur. in Göttingen, 1982 2. Staatsexamen in Hannover, 1982-1987 Staatsanwalt in Lübeck, 1987-1990 Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe, Januar 1991 Beförderung zum Oberstaatsanwalt beim Generalstaatsanwalt in Schleswig, Januar 1992 Beförderung zum Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe, Juli 1992 Abordnung in das Land Brandenburg zur Aufarbeitung des DDR-Systemunrechts, Dezember 1993 Versetzung als Leitender Oberstaatsanwalt nach Neuruppin, März 1996 Ernennung zum Generalstaatsanwalt, Juni 2005 Verleihung des Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen, Mitglied von amnesty international.

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Zu diesem Thema siehe auch:

Raoul Muhm, Der unabhängige Staatsanwalt – das italienische Modell -
und
Dresdner Plädoyer für eine unabhängige Staatsanwaltschaft

http://www.gewaltenteilung.de/rautenberg_2.htm

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Gruß an die Justiz

Der Honigmann

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Kurzfassung: Präs. Obama´s Sprecher hat soeben vor dem Kongress erklärt, die Lage in Syrien mache ein Weiterbestehen des Kriegsrechts in den USA notwendig. Früher wurde dieses Kriegsrecht mit dem 3. Weltkrieg gegen Al-Qaida-Terroristen – die von den USA gegründet wurden und heute noch in Libyen und Syrien USAs Partner sind – begründet. Danach wurde die Situation um Libyen, später den Iran als Vorwand genommen. Aber schon nach dem Insider-Job am 11. Sept. 2001 nahm die Kontrolle über die US-Bevölkerung kräftig zu.

 

Russlands Putin hat vor weiteren Angriffen auf Syrien kräftig gewarnt und gesagt, so was würde zu einer militärischen Konfrontation mit Russland führen, das nun dabei sei, moderne SS300 Abwehrraketen und nuklear-fähige Iskander-Raketen an Syrien zu liefern. Israels Mossad meint, dies werde unvermeidlich zu einem Zusammenprall zwischen dem Westen/der Türkei/ Israel und dem russischen Militärpersonal in Syrien führen. Soeben hat die Türkei “Massnahmen” wegen 2 Bombenanschläge angesagt – angeblich durch eine syrische Regierungs-Gruppe verübt – und er wird von den USA und der NATO unterstützt.
Russische  Taktiker rechnen damit, dass der Erdogan nun keine andere Wahl hat, als Syrien anzugreifen – es sei denn er sei bereit, Gesicht den Türken gegenüber zu verlieren. Putin will nun erneut eine Mittelmeerflotte mit atombewaffneten U-Booten aufbauen.

 

Soeben haben sich der amerikanische und russische Aussenminister auf einen Friedenskonferenz auf Syrien geeinigt. Dabei versprach US-Aussenminister Kerry, Assads Schicksal sei nicht durch ihn, sondern durch das syrische Volk zu entscheiden. Schon am folgenden Tag sagte er aber zum Ärger seines russischen Kollegen, dass Assad in einer Übergangsregierung keinen Platz habe! Auch die syrischen Rebellen – die keinen seriösen Führer haben – haben die Konferenz kleingeredet.

Die Möchtegern-Weltregierung, der US-jüdische Council on Foreign Relations, berichtet, das im Geheimen Netanjahu und Assad verbündete seien – Israel wolle Frieden mit Syrien – wolle nur den Durchgang von Waffen aus Syrien an die Hisbollah im Libanon verhindern.

 

 

 

Nun weht die schwarze Fahne der Al-Qaida über der syrischen Stadt Raqqa, wo  Gangster-Extremisten, die vom Westen, Saudi Arabien, der Türkei und Israel unterstützt werden, die Bevölkerung mit ihrer Scharia terrorisieren – genau so wie im “befreiten Libyen” .

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Unglaubliche Dinge spielen sich im NWO Krieg ab:

1. Präs. Obama lenkt durch erdichtete Ausreden die USA in die totale Diktatur: Im Jahr 2011 führte er den National Defence Authorization Act (NDAA) ein, damit das Militär US-Bürger in den USA ohne Gerichtsverfahren unbegrenzt inhaftieren kann – mit der Ausrede, dass die USA den Al-Qaida-Terrorismus unter dem Namen des 3. Weltkrieges zu bekämpfen habe. Die Al-Qaida wurde  von der CIA gegründet und finanziert - über den Pakistanischen Nachrichtendienst ISI – und ist ein Ableger der Muslimbruderschaft – die nun die arabische Welt übernimmt. Dann am 11. Sept. 2001, innerhalb weniger Stunden und ohne Ermittlungen, wurde Al Qaida dieses Insider-Jobs unter falscher Flagge beschuldigt – obwohl  die primitiven 200 Al-Kaida-Krieger nicht in der Lage waren, das dafür erforderliche technische Geschick und Koordination zu meistern. Heute arbeiten die USA mit Al-Qaida in Syrien und Libyen eng zusammen und benutzen sie als Sündenböcke für ihre eigenen Verbrechen. Anfang 2012 unterzeichnete Obama eine Verfügung auf US Notstandsrecht “wegen der Gefahr aus dem Iran”. Nun wird Syrien als Vorwand für eine Verlängerung benutzt. Obama nutzt jeden Vorwand, den er selbst schaffen kann, um Diktator zu sein.

2.  Wladimir Putin will sich militärisch jeglichem Angriff auf  Syrien widersetzen. Wird das aber  die  westlichen/türkischen/israelischen Illuminaten-Feinde  Syriens davon abhalten, in Syrien eine Rothschild-Zentralbank durchzusetzen?

Vor kurzem warnte Russlands Putin Netanyahu davor, Syrien anzugreifen. Jetzt hat Putin den Netanyahu eingeladen, nach Moskau zu kommen. Netanjahus Möglichkeiten, die Lieferung  von avancierten SS300 Abwehr- und  nuklear-fähigen Iskander Raketen sei = 0, nachdem Cameron und US-Aussenminister Kerry vergeblich versucht haben, Putin auszureden. DEBKAfile 11. Mai 2013 sieht nun die Gefahr eines Zusammenpralls Israels/des Westens mit russischem Ratgeber-/Militärpersonal in Syrien.

Vor ein paar Tagen einigten sich der russische und der israelische Außenminister auf eine syrische Friedenskonferenz. Unmittelbar danach erklärte die syrische Opposition, die Konferenz sei nutzlos – und diese Opposition hat keine Führung im Einvernehmen mit der Regierung Assad. Darüber hinaus  erklärte der US-Aussenminister, Kerry,  gegenüber Russlands Aussenminister Lawrow  am 8. Mai, dass Assads Schicksal durch die Syrer zu entscheiden sei – nicht durch ihn! Jedoch, am  9. Mai erklärte Kerry, Assad könne keinen Platz in einer syrischen Übergangsregierung haben! Dies wurde sofort vom russischen Außenminister, Lawrow, beschimpft.

HAARETZ 12 May 2013: Der türkische Innenminister, Muammer Guler, sagte heute, dass die Autobomben, die in der türkischen Grenzstadt Reyhanli 46 Menschen am Samstag getötet und 100 Weitere verletzten, von einer Gruppe, die den türkischen Behörden  bekannt sei, und direkte Verbindungen zu Syriens  Mukhabarat Nachrichtendienst habe, durchgeführt würde. Damaskus bestritt schnell  die Vorwürfe.

BBC 12 May 2013: Die USA und die NATO haben die Bomben verurteilt und bekundeten ihre Unterstützung für Ankara. Die Angriffe jetzt machen es sehr schwierig für den türkischen Ministerpräsidenten, Erdogan, sich ausserhalb des Konflikts zu halten.

Al-qaeda-flag-in-syria

Al-qaeda-flag-benghazi

Rechts: Die schwarze Flagge von al-Qaida fliegt hoch über dem Hauptplatz der syrischen Stadt Raqqa vor dem neuen feinen Gouverneurspalast, The Telegraph 12 May 2013. Die Stadt wird nun von Banden von Extremisten, die Verbündete des Westens, der Türkei und Israels sind, terrorisiert. Links: Die Al-Qaida-Flagge über dem Rechtsgebäude in Benghazi im “befreiten” Libyen

3. Israel hat Syrien  in diesem Jahr 3 mal- und im Jahr 2007 Syriens al-Kibar AKW bombardiert : Netanyahu und al-Assad bleiben dennoch geheime Verbündete!

Foreign Affairs (CFR) 10 May 2013 (Efraim Halevy): Seit 1995 hat Israel 5 Versuche gemacht, um mit Syrien Frieden zu schliessen.

Assad-israel

Im Jahr 2010, bot  Netanyahu al-Assad an, die israelischen Truppen von den Golan Höhen abzuziehen – und Al Arabiya 20 July 2012 sowie die HAARETZ 28 March 2013 (hier) berichteten auch von einem Geheimbund  zwischen  Netanyahu und al-Assad.

Israels wichtigstes strategisches Ziel ist seit jeher ein stabiler Frieden mit Syrien. Israel wird in Syrien intervenieren, wenn es dies für notwendig erachtet. Es ist kein Zufall, dass diese Schläge sich nur auf die Vernichtung von Waffen-Depots  konzentrierten, und dass Israel keinen Hinweis gegeben hat, weiter eingreifen zu wollen. Jerusalem  hat letztlich wenig Interesse daran, den Sturz von Baschar al-Assad aktiv zu beschleunigen. In den vergangenen 40 Jahren haben sie es geschafft, irgendeine Form von Ruhe entlang der Grenze zu bewahren.

Israel fühlt sich jedoch nicht so zuversichtlich in Bezug auf die Parteien des aktuellen Konflikts, und das aus gutem Grund. Auf der einen Seite gibt es die Rebellen:  einige von ihnen sind zunehmend unter dem Einfluss von al-Qaida (jüdischen USAs Dienern). Auf der anderen Seite gibt es die militärischen Kräfte der syrischen Regierung, die immer noch unter Assads Befehl stehen aber  immer abhängiger von der iranischen Revolutionsgarde und der Hisbollah sind, die auch vom Iran gesponsert wird. Iran ist der einzige Fremdstaat mit Stiefeln auf dem Boden in Syrien. Iran will die Passage von fortgeschrittenen Waffen aus Syrien in den Südlibanon. Der jüngste Besuch des iranischen Aussenministers, Ali Salehi, in Damaskus, bei dem er ankündigte, dass der Iran unter keinen Umständen erlauben werde, Assad  fallen zu lassen, unterstrich  die Tiefe der Beteiligung des Iran an den Kämpfen.

Es ist durchaus denkbar, dass ein nach-Assad-Regime in Syrien explizit pro-al-Qaida oder sogar offener pro-Iran wäre. Beides wäre für Israel inakzeptabel. Die israelische Regierung würde es vorziehen, die Neutralität in Syriens Bürgerkrieg zu bewahren.

Verteidigungsminister Moshe Yaalon erklärte öffentlich, Israels Politik sei es, den Durchgang von strategischen Waffen aus Syrien in den Libanon zu verhindern. Aber parallel zu dieser Botschaft, bemühte sich Israel auch offen und verdeckt darum, Assad mitzuteilen, dass Jerusalem entschlossen sei, in Syriens Bürgerkrieg neutral zu bleiben.

Israel glaubt, dass eine andere internationale Krise noch dringlicher sei: Irans anhaltende Verfolgung eines Atomprogramms. Jerusalem glaubt schon lange, dass Mitte 2013  eine Stunde der Entscheidung im Umgang mit dem Iran sein werde.
Jerusalem will nicht dazu mitwirken, eine ausreichende Alternative zu Assad zu gestalten.
Und die Pharisäer regieren die Welt.

Kommentar

Das folgende Video sei  angeblich von einem syrischen Rebellen-Labor (Paul J. Watson, Infowars 6 Dez. 2012) und zeige, dass die Rebellen ein Nervengift (Sarin?) mittels westlicher und türkischer Chemikalien produzieren. Aber natürlich könnte es um syrische Regierungs-Propaganda gehen.

Trotz der Feststellung der UN, dass die Rebellen – nicht die syrische Regierung -  chemische Waffen in Syrien verwendet haben, sagen nun der US-  und der türkische Aussenmininster, sie haben Beweise, dass die syrische Regierung bis zu 200 Giftgas-Raketen verwendet habe, während unschuldige Al Qaida Rebellen  nicht in der Lage seien, dies zu tun! (Obwohl sie ja auch behaupten, die Al Qaida könnte das Pentagon angreifen und  das World Trade Center zerstören !).

Die Illuminaten wollen ihren  Albert Pike 3. Weltkrieg.   http://euro-med.dk/?p=29980

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Gruß an die Russen

Der Honigmann

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- wer den neuen Bedingungen nicht zustimmt, wird gesperrt.

 http://help.yahoo.com/kb/index?page=content&y=PROD_MAIL_CLASSIC&locale=de_DE&id=SLN8519&impressions=false

 Informationen zum „Scannen von Mailinhalten“ findet man in den AGBs + Datenschutz von YAHOO.

 Die nunmehrige Überwachungs-Maßnahme ist im obigen Verweis erläutert!

 ACHTUNG: Jene, die über pop3 (über einen anderen Client) zugreifen, sind bereits seit einem Jahr im Scan-Modus. (solche Mails werden also inhaltlich bereits gescannt)! Man erkennt das auch der Gestaltung der E-Post: Wenn links oben nicht mehr „YAHOO classic“ steht, ist man bereits im neuen Programm.

 An sich sollte jeder diese Konten löschen, da dadurch jeder seinen Kommunikationspartner gefährdet!

 Wenn einer meint, das alles werde ja ohnedies bereits überwacht und gespeichert, ist dem zu entgegnen:

Die Vorratsdatenspeicherung (von Staats wegen) betrifft in der BRD und Österreich nicht die Inhalte der Kommunikation. Die Anbieter müssen die Kontaktdaten (in Ö automatisch (!) – in der BRD per Richteranweisung – heute keine Hürde mehr) an die Behörden weitergeben; allerdings (noch) nicht den Inhalt der Kommunikation selbst.

 YAHOO scannt und speichert aber automatisch auch die Inhalte und wer die Verflechtung us-amerikanischer Anbieter mit entsprechenden Diensten kennt, weiß, was das bedeutet.

 http://help.yahoo.com/kb/index?page=content&y=PROD_MAIL_CLASSIC&locale=de_DE&id=SLN8519&impressions=false

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Gruß an die Kontrolleure

Der Honigmann

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  1. SilberNews – 17.05.13 – Golddrückung ist Dollarhebung
  2. Innerer Erdkern rotiert nicht synchron
  3. Natürliche Magnetfelder haben Einfluß auf den Organismus
  4. Wende in Syrien? Russische Flotte u. Raketen gegen Intervention
  5. Israel wird Syrien-Bombardements fortsetzen – NYT
  6. Syrien: Beispiellos massive Offensive der Regierungsarmee
  7. Deutsche Tagesschau setzt Lügenkrieg gegen Syrien fort
  8. VS von Amerika kritisieren Rußlands Raketenverkäufe an Syrien
  9. Multikultur ist ein Vernichtungsprogramm der NWO
  10. Slowenien: Bald braucht auch Slowenien Geld von der EU
  11. Britischer Europaminister will EU rote Karte zeigen
  12. Leitartikel: Frankreich auf dem Pannenstreifen
  13. Die Geschichte der Kampusch Natascha
  14. Griechenland: Der Tote wird geschminkt
  15. Bundesbank-Weidmann zweifelt erstmals an der Zukunft des Euro
  16. Deutsche Parteien wollen kleine Parteien bei Europa-Wahl blockieren
  17. 2000 tschetschenische Asylanten im April 2013
  18. Türkei: Deutschland zahlt 30 Millionen Euro für Patriot-Einsatz
  19. Hamburg 1. Mai: Ein bemerkenswerter Brand auf der Atlantic Cartier
  20. Gleich und Gleich

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Film Sirius Cat-Scan Alien Atacama © JONATHAN DILAS

Der Film “Sirius” hat nun für ziemliches Aufsehen gesorgt. Dies ist natürlich nicht zu verdenken, denn wurde darin u.a. ein toter Außerirdischer präsentiert. Die Bekanntheit des Filmes kann natürlich von der Großpresse nicht ignoriert werden, weil viele Menschen nach Antworten verlangen. Wie auf Knopfdruck erschienen mehrere Artikel fast zur gleichen Zeit mit einheitlicher Gegendarstellung: “Das Alien ist kein Alien, sondern ein deformierter Mensch.” Auch wurde hier von der Großpresse keine Frage in den Raum geworfen oder der Sachverhalt gleichförmig präsentiert, sondern es wurde sofort im Einvernehmen klargestellt, dass es sich nicht um einen Außerirdischen handeln darf kann.

Somit musste man auf diskreditierende Artikel vonseiten der Großpresse nicht lange warten und diese versucht nun verzweifelt, den in dem Film präsentierten Außerirdischen als menschlichen Fötus mit genetischen Schäden darzustellen. “Der Spiegel” stürmt in dem Fall mit einem sehr parteiischen Bericht voran und stellt Dr. Greer als bewaffneten Narzisten dar, der sich nur gern im Film posieren sieht und die Zeitschrift behauptet darüber hinaus, der außerirdische Fund sei doch nur ein Fötus, der am Wiedemann-Rautenstrauch-Syndrom leide. Dieses Syndrom jedoch wird nur insofern definiert, dass gewisse Anomalien in Knochenwuchs und hormonellen Stoffwechsel vorliegen mit körperlichen Missbildungen und einem gealterten Aussehen von Geburt an, beispielsweise mit Hakennase und abnormem Haarwuchs. Wie der “Fötus” aber zu 10 Rippen kam und dieses spezielle Aussehen mit der sehr hohen Kopfform erlangen konnte und auch Kniegelenke aufweist, die ein mehrjähriges Alter besitzen, wird damit sicherlich nicht geklärt.

Da in dem Spiegel-Bericht behauptet wird, der Fötus sei 1972 aufgetaucht, hätte bei dem Aussehen bereits zu dieser Zeit für großes Aufsehen gesorgt. Warum darüber Stillschweigen bewahrt wurde, ist offensichtlich. Auch zu dieser Zeit existierten bereits Reporter und Kameras. Gewiss wären hier mehrere Berichte in den Zeitungen gefunden worden – falls es sich wirklich um einen menschlichen Fötus gehandelt hätte. Wenn über etwas nicht in den Medien berichtet wird, dann hat dies nur eine Ursache: Es soll nicht darüber berichtet werden.

T-Online erklärt beispielsweise höchst spendabel, dass der außerirdische Körper doch 91% menschlicher DNA aufweise und darum sehr menschlich sei. Doch auch hier wurde wieder sehr schlecht recherchiert, denn ein Affe besitzt zu 98% menschliche DNA – damit man einmal ein Verhältnis sieht, inwiefern dann der “menschliche” Außerirdische wirklich menschlich ist. Denn 91% ist verhältnismäßig wenig. Eine Antibaby-Pille, die nur zu 91% die Familienplanung unterstützt, wurde von keiner Frau gekauft werden! Zwar klingen 91% nach einem hohen Anteil, aber in Begriffen der Biologie jedenfalls recht wenig. Selbst ein Vaterschaftstest mit 91% würde vor Gericht als Beweis nicht standhalten. Übrigens, und dies sei einfach mal nebenbei bemerkt, ein Schwein besitzt eine zu 90% übereinstimmende DNA mit dem Menschen und ein Schweine-Embryo sogar 98%. Wie menschlich also 91% sind, kann man sich anhand solcher Zahlen sehr gut ausrechnen. Natürlich ist nicht zu bestreiten, dass der außerirdische Freund eine humanoide Form aufweist, aber er ist kein Mensch.

Interessant fand ich, dass mehrere Pressestimmen, wie z.B. Der Spiegel und T-Online exakt die gleiche Taktik verwendeten, um den Leser auf seine Seite zu ziehen, indem sie erst einmal das Image von Dr. Steven Greer unterminierten und daraufhin ohne direkte Quellenangaben breitfächerig schrieben, dass Forscher herausgefunden hätten, dass der Außerirdische nur ein verformter Fötus sei.

Dabei wurde eindeutig mithilfe ausgiebiger Tests, mit modernsten, wissenschaftlichen Geräten, festgestellt, dass es kein Mensch sein kann und zu viele Abweichungen zu einem Menschen bestehen. Auch ist ein menschlicher Embryo bereits im 6. Monat mindestens 30 cm groß. Der vorliegende Außerirdische jedoch ist keine 13 cm groß. Mit der Größe hätte er sich niemals so weit entwickeln können, wenn er denn in einem menschlichen Mutterleib herangewachsen wäre.

Ebenso der Vorwurf, Dr. Greer würde mit diesem Film nur Geld machen wollen, ist für mich als Argument ziemlich unüberlegt. Wenn man bedenkt, dass der Film nur mithilfe von Spenden von bis zu 200.000 Dollar finanziert und fertiggestellt werden konnte und dann im Internet für 2,99 Euro angeboten wird, so ist mir schleierhaft, warum nicht den zig anderen Unternehmern vorgeworfen wird, nur Geld machen zu wollen und das Hundertfache verdienen? Von Chemie- und Pharmakonzernen mal abgesehen, die viele Milliarden im Jahr verdienen bis hin zur Computer-, Automobil- und Nahrungsindustrie. Meiner Ansicht nach freue ich mich sogar darüber, wenn Menschen mit guten Absichten, die einen offenen Geist für Spiritualität, Weltfrieden und  Mitgefühl besitzen, in der Lage sind, mit ihren guten Absichten ein wenig Geld zu verdienen, denn wenn in unserer Gesellschaft aufrichtige Spiritualität die Wirtschaft unterstützt, ist dies der Schritt in die richtige Richtung. Und warum sollen nur jene Geld verdienen dürfen, die zumeist keine guten Absichten besitzen? Wenn der Computer nicht mehr will oder das Auto streikt und in die Werkstatt muss, bezahlt man schnell und problemlos mehrere hundert Euro, ohne, dass man der entsprechenden Industrie einen Vorwurf entgegenbrächte, doch wenn sich jemand die Mühe macht, die Existenz außerirdischen Lebens zu beweisen und den dazugehörigen Film für 2,99 Euro anbietet, dann kann es sich ja nur um Geldmacherei handeln.

Selbst großen Filmen, sprich Blockbuster, die mehrere hundert Millionen einspielen, habe ich noch niemals gehört, es handele sich hierbei nur um Geldmacherei.Nicht nur wird der Film in den Kinos zum 4fachen Preis angeboten, sondern besitzt höchstwahrscheinlich auch hundert Mal mehr Zuschauerzahlen. Aus dem Grund vermute ich, dass ein solcher Vorwurf eher der Angst vor dem Ungewissen entspringt als der tatsächlichen Annahme, es ginge dabei nur um Geld.

Interessant ist vielleicht auch die folgende amüsante Übereinstimmung, denn beispielsweise erschien der Spiegel-Artikel ganz genau am Jahrestag der großen Bücherverbrennung der Nationalsozialisten im Dritten Reich. Heutzutage werden nur keine Bücher mehr auf öffentlichen Plätzen verbrannt, sondern im Voranschreiten der digitalen Zukunft ist der öffentliche Platz nun das Internet und die Verbrennung nennt sich heutzutage “Informationskrieg” oder einfach “Mass Overwrite”. Im Moment besitzt die Großpresse aufgrund ihrer weltweiten Popularität noch einen großen Vorsprung in der Meinungsbildung und kann die kleineren Stimmen “überschrei(b)en”, doch scheinen auch hier die Tage der gezählt zu sein, wenn sie nicht aufpasst. Aus dem Grund muss sich die Großpresse eine neue gesetzliche Regelung einfallen lassen, damit ihnen das Zepter nicht entrissen wird. Doch das muss nicht lange auf sich warten lassen…

Alternative Informationsübermittlung und entsprechende andere Perspektiven hat man zuletzt den vielen Bloggern zu verdanken, die es weltweit gibt und stets eifrig schreiben, um auch einmal andere Perspektiven und Meinungen darzustellen. Doch wie lange währt die Freude noch an, wenn es demnächst vielleicht eine neue Regelung geben wird, bei der man nur noch über jemand anderes schreiben darf, wenn man dessen Genehmigung erhalten hat? Somit dürfte ich dann zukünftig z.b. nicht mehr über den Spiegel mit seinen kreativen und oberflächlich recherchierten Artikeln schreiben, da ich über keinerlei Genehmigung verfügte. Diese Regelung soll scheinbar bewirken, dass jeder Blogger nur noch über seine privaten Belange schreiben darf, doch ein Tor ist der, der denkt, dass dies funktionieren würde.

Ich denke, damit sattelt man das Pferd von der falschen Seite auf, denn dies bewirkt, dass viele Blogger beginnen werden, sich absolut anonym im Internet zu bewegen und auch anonyme Blogs zu erstellen, damit solche Regelungen umgangen werden können. Je mehr Restriktionen dem Internet auferlegt werden, desto mehr finden auch Zuflucht auf der dunklen Seite des Internets und die allzeit ausgeklügelte Meinungsbildung der Medienriesen und Großfirmen wird somit zwangsläufig in sich zusammenbrechen müssen. Mehr noch, die Flucht auf die dunkle Seite des Internets zieht Anarchie mit sich – und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Sinne gesetzgebender Regierungen steht.

Quellen:
Sirius Evidence
Der Spiegel Propaganda
T-Online Propaganda

http://www.matrixblogger.de/?p=4745

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Gruß an die Außerirdischen

Der Honigmann

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Gladio – Geheimarmeen in Europa

In Italien und Deutschland sterben in den 60er bis 80er Jahren zahlreiche Menschen bei Bombenanschlägen. Indizien belegen bestimmte Zusammenhänge, die Spuren führen zu einer geheimen Struktur namens “Gladio“.

So sterben 1969 in Mailand 16 Menschen bei einem Bombenanschlag. Im August 1980 detoniert eine Bombe im Bahnhof Central in Bologna – 85 Menschen sterben. Im September des gleichen Jahres gibt es auch in Deutschland Bombenopfer. Beim schwersten Anschlag der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte sterben 13 Menschen auf dem Münchner Oktoberfest. Im Lauf der Jahre häufen sich die Indizien, dass diese Anschläge in einem bestimmten Zusammenhang stehen: Alle Täter kommen aus dem Umfeld rechtsradikaler Gruppen, mehrfach wird militärischer Sprengstoff benutzt. Die Spuren führen zu einer geheimen Struktur, koordiniert von der NATO und den nationalen Geheimdiensten – ohne parlamentarische Kontrolle. Ihr Name: “Stay behind”, später auch “Gladio”. Sie geht auf eine US-Initiative für “verdeckte Operationen” von 1948 zurück. Geheime Waffendepots werden angelegt und Agenten ausgebildet. Im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westeuropa sollten sie sich überrollen lassen und hinterrücks Sabotageakte und Guerillaoperationen durchführen. Doch der sowjetische Angriff blieb aus. Was aus den geheimen Strukturen wurde, ist weitgehend unbekannt. Gladio wird jedoch verdächtigt, im Umfeld rechtsradikaler Gruppen Gewalttaten im Auftrag politischer Interessen begangen zu haben.

Spuren von Gladio finden sich in Italien. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Strukturen seit den 60er Jahren benutzt wurden, Regierungen an der Macht zu halten. Trotz massiver Behinderung der italienischen Justiz durch Geheimdienste und Behörden gelingt es, die Existenz von Gladio nachzuweisen. 1990 räumt der damalige italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti öffentlich ein, dass Gladio nicht nur in Italien, sondern europaweit existierte und existiert. Es wird umfassende Aufklärung gefordert – passiert ist wenig. So auch in der Bundesrepublik. Obwohl es Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Gladio und dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest von 1980 gibt. Die Ermittlungen werden eingestellt. Die Asservate, die dank neuer, kriminaltechnischer Methoden Hinweise geben könnten, sind mittlerweile vernichtet. Haben Rechtsextremisten Gladio-Strukturen auch in Deutschland benutzt, um ihre politischen Ziele zu verfolgen? Die Frage bleibt offen. Die Wahrheit über Gladio findet sich in den Archiven – unter Verschluss. Nur deren Öffnung könnte Klarheit bringen. Aber bis heute fehlt der politische Wille zur Aufklärung.

vatomato1

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Gruß an die wirklichen “Schützer”

Der Honigmann

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….und wohin sie führen können

Die Weltgeschichte ist wie ein Reisebüro:
Es gibt Auskunft über Züge und Anschlüsse;
die Fahrkarte mit dem Ziel lösen die Reisenden.

[Transandenbahn] [Delagoabaaibahn] [Transsib] [Bagdadbahn][Djiboutibahn]
von Antofagasta nach Oruro – - – - von Pretoria zur Delagoabaai – - – - von Moskau nach Port Arthur – - – - von Istanbul nach Bagdad

von Djibouti nach Addis Abeba – - von Murmansk nach Leningrad – - – - – - von Lobito nach Kolwezi

EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS’ WEBSEITE
REISEN DURCH DIE VERGANGENHEIT

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GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

Teil II

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe ältere Leser, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern über Ursachen, Verlauf und Folgen des Ersten Weltkriegs eine Menge blühenden Unsinns gelesen. Die letzten beiden Punkte wollen wir hier einmal beiseite lassen und uns auf den ersten konzentrieren. Sicher habt Ihr von allerlei guten und gewichtigen Gründen gehört, die den Krieg unausweichlich machten: Die Revanche-Gelüste der Franzosen, pardon, ihr berechtigter Wunsch, Elsaß-Lothringen wieder an sich zu reißen, der Panslawismus der Serben und Russen, der zum Attentat von Sarajewo führte, und vor allem natürlich der Imperialismus der bösen Deutschen und Österreicher. Wollen wir uns diese schönen Gründe mal der Reihe nach vornehmen: Ja, die Franzosen gelüstete es nach Elsaß-Lothringen – aber alleine hätten sie niemals gewagt, das Deutsche Reich anzugreifen, so unvorsichtig waren ihre Politiker denn doch nicht.

Ja, die Russen schürten den “Panslawismus” – der freilich nur bei solchen Völkern gut ankam, die weit weg waren und die Russen nicht so genau kannten (die Ukrainer und Polen z.B. wußten es besser – und die nicht-slawischen Völker unter russischer Herrschaft erst recht), wie die blöden Serben und noch ein paar andere Balkanesen. Aber auch die Russen, gerade von den Japanern schwer geschlagen und von einer inneren Revolution geschwächt, hätten nicht gewagt, das Deutsche Reich anzugreifen – auch nicht im Bündnis mit Frankreich. Ja, die Deutschen – allen voran ihr letzter Kaiser – hatten Weltmacht-Ambitionen; aber die richteten sich ganz auf Übersee (vor allem auf die portugiesischen Kolonien in Afrika – aber das ist eine andere Geschichte); in Europa waren sie schon seit Bismarcks Zeiten “saturiert”. Und die Österreicher? Die waren heilfroh, daß die bosnischen Serben ihnen die schmutzige Arbeit abgenommen hatten, ihren mehr als unerwünschten Thronfolger Franz-Ferdinand um die Ecke zu bringen. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn dieser Kerl einst Kaiser geworden wäre: Er wollte aus dem Habsburger Reich eine Art Bundesstaat machen, mit Gleichberechtigung für alle Völker – germanische, madyarische und slawische. Daß das nie und nimmer gut gegangen wäre, wußte jeder. (Die Leute waren damals in diesem Punkt noch nicht so [ver]dumm[t] wie heute :-) . Wer also hatte Interesse an einem Weltkrieg? Natürlich, der Pöbel auf der Straße – der war in allen Nationen dafür, so wie er heute für Fußball-Länderspiele ist -; aber welcher halbwegs gescheite Politiker konnte das wollen und warum?

Die gescheitesten Politiker der Welt saßen damals in London – jedenfalls hielten sie sich für die gescheitesten (und das tun sie heute noch – aber vielleicht ist das nur ein allgemeiner Zug aller Politiker :-) . Sie hatten den Burenkrieg gewonnen und damit fast die gesamte Trasse zusammen [Karte der Arabischen Halbinsel] für ihre geplante Bahnlinie von Kairo nach Kapstadt. Fast, denn dazwischen lag – wir erinnern uns – das deutsche Schutzgebiet Ostafrika. Das war ärgerlich, aber das Problem ließ sich vielleicht umgehen – oder umschiffen, seit man durch den Suez-Kanal (den sich die Engländer in den 1870er Jahren unter den Nagel gerissen hatten – aber das ist eine andere Geschichte) relativ schnell ein paar Kriegsschiffe dorthin schicken konnte. Ja, der Suez-Kanal war verdammt viel wert, denn damit konnte man den seit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken anno 1453 verriegelten Landweg nach Indien umgehen, pardon umschiffen, ohne den riesigen Umweg rund um Afrika zu machen. Das dauerte auch nicht länger als ein Waren- oder Militär-Transport auf dem Landweg mit Kamelen und Viehwagen. Doch nun lebte man im Zeitalter der Eisenbahnen. Na und? Hätte es eine Bahntrasse gegeben, die Kontinental-Europa mit Asien verband – und sei es nur bis zum Schatt-el-Arab, also etwa nach Fao (dem Hafen von Basra) -, dann hätte man über den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Arabische Meer in der halben Zeit nach Indien gelangen können wie selbst durch den Suez-Kanal, das Rote Meer und den Golf von Aden! Aber eine solche Verbindung gab es zum Glück nicht. Zwar war schon anno 1883, also ein Jahr nach der Besetzung Ägyptens durch die Briten, der so genannte “Orient-Express” von Mitteleuropa (Paris, Berlin und Wien waren angeschlossen) bis nach Istanbul gefahren, aber von dort ging es nicht weiter, denn das Taurus-Gebirge stellte – jedenfalls für türkische Ingenieure – ein unüberwindbares Hindernis dar. Gut so.

Die dümmsten Politiker der Welt saßen damals (und böse Zungen behaupten: sitzen auch heute noch) in Berlin. Da kam nun jemand auf die Schnapsidee, [Karte der Bagdadbahn] daß die Deutschen den Türken (der heutige Irak gehörte damals noch zum Osmanischen Reich) eine Bahnverbindung zwischen Stámbul und Baģdād (das Ihr doch bitte nicht wie die Engländer “Baghdad” schreiben und erst recht nicht so aussprechen wollt; das “ģ” ist ein harter Reibelaut, ähnlich dem griechischen “Gamma” oder dem Berliner “r”, genau wie das in Afģānistān) bauen – und ihnen dafür auch noch eine Konzessionsabgabe zahlen – müßten. Baģdād (was übrigens “Gartenstadt” bedeutet) war wiederum mit Basra verbunden – der Weg nach Indien wäre frei gewesen, oder wenigstens der Weg bis zum Indischen Ozean. Vielleicht (Dikigoros ist sich nicht sicher) steckte sogar Kaiser Wilhelm II höchstpersönlich hinter dieser Idee. Er hatte bereits 1898 eine große “Orientreise” absolviert (die seinen Ruf als “Reisekaiser” begründete :-) , hauptsächlich in Länder des Osmanischen Reiches, und dabei keine Gelegenheit ausgelassen, sich als großer Freund aller Mohammedaner aufzuspielen.

Wie dem auch sei, in England (wo man auch Indien, die “Perle des Empires”, zu den mohammedanischen Ländern zählte) schrillten sämtliche Alarmglocken: Nun konnte nur noch eine besonders starke Flotte verhindern, daß die deutschen Imperialisten sich am “freien” Welthandel auch in Fernost beteiligten! Am 5.3.1903 (schon wieder eine Geschichtszahl, und schon wieder eine, die man sich unbedingt merken sollte) wird der Vertrag über den Bau der Bagdadbahn unterzeichnet. Ein paar Wochen später erscheint in dem englischen Magazin “Jane’s Fighting Ships” ein Artikel über die Notwendigkeit, “Großkampfschiffe” eines ganz neuen Kalibers (10 x 30,5-cm-Kanonen statt wie bisher maximal 4 x 28 cm – genau genommen je fünf Geschütztürme mit Zwillingsrohren) zu bauen; ein Jahr später beauftragt der Erste Seelord Fisher die Ingenieure, mit den Konstruktionsplänen zu beginnen; ein weiteres Jahr später ist das kostspielige Projekt durch die Haushaltsdebatte im Parlament gepeitscht, und wieder ein Jahr später – im Dezember 1906 – ist das erste dieser neuen Großkampfschiffe fertig. “Dreadnought [Fürchtenichts]” heißt es, und die nächsten neun dieser Kolosse liegen bereits auf Kiel und laufen bis 1911 vom Stapel.

Da beginnt es den Deutschen allmählich mulmig zu werden – denn gegen wen könnte sich diese Flottenrüstung wohl richten? Die Engländer haben doch gar keine Feinde mehr: Mit ihren alten See-Rivalen Frankreich und Rußland sind sie inzwischen ausgesöhnt, ja verbündet, und mit Deutschland doch immerhin irgendwie befreundet – oder? Sind die Europäer nicht alle eine große Familie? “Blut ist dicker als Wasser” stand auf einem Spruchband, mit dem Kaiser Wilhelm anno 1907 auf einer England-Reise begrüßt wurde. (Der Satz gefiel ihm so gut, daß er ihn später ausgiebig zitierte, so daß er schließlich zum geflügelten Wort wurde.) King George V, Kaiser Wilhelm II und Tsar Nikolaj II sind Vettern (Queen Victoria war ihrer aller “liebste Großmama”, wie “Willy” und “Nicky” sie in ihren Briefen anredeten), da wird man doch nicht… Aber sicher ist sicher, also beginnen auch die Deutschen, ein paar dieser großen Pötte nachzubauen.

Ein Aufschrei der Empörung erhebt sich in England: Die bösen, imperialistischen, Sauerkraut fressenden Hunnen (diesen Schimpfnamen haben die Deutschen weg, seit die englischen Propaganda-Blätter eine harmlose Abschiedsrede von Kaiser Wilhelm an deutsche Marinesoldaten, die den Engländern in China die Kartoffeln aus dem Feuer holen sollten, falsch wieder gegeben haben) rüsten auf, um die friedliebenden Engländer (Limeys)  heimtückisch zu überfallen – oder jedenfalls, um zu verhindern, daß die friedliebenden Engländer sie – äh… wie drückt man das denn heute politisch korrekt aus? – zur Raison rufen, sagen wir es mal so. Sofort setzen die Engländer noch eins drauf, d.h. gleich mehrere: Die neue Orion-Klasse (nach der mehr als ein halbes Jahrhundert später ein “schneller Raumkreuzer” in der deutschen Fernseh-Filmserie “Raumpatrouille” benannt werden wird :-) bekommt 10 Kanonen vom Kaliber 34,5 cm, und die der neuen Queen-Elizabeth-Klasse (nach der I. Königin dieses Namens, die Englands Seemacht begründet hatte – die andere war noch nicht geboren) gar vom Kaliber 38 cm.

Die Deutschen ziehen nicht nach – dennoch werdet Ihr das ganze in Euren Geschichts- und Märchenbüchern als “englisch-deutschen Flotten-Rüstungswettlauf” o. ä. wieder finden. Im Sommer 1914 ist das zwölfte und letzte Schiff der Orion-Klasse fertig – nun fehlt nur noch ein Vorwand, pardon Anlaß, pardon guter, völkerrechtlich einwandfreier Grund, um sie auch einzusetzen; ein paar Wochen später liefern ihn die Deutschen mit dem Einmarsch in Belgien; die Engländer nehmen ihn dankend an und erklären dem Deutschen Reich den Krieg. (Sie hätten auch einen anderen Grund gefunden – aber darauf kommt es nicht an. Jedenfalls wißt Ihr jetzt, warum die Belgier und Portugiesen ihr Kolonialreich in Afrika mitsamt der Benguelabahn vorläufig noch behalten dürfen: weil England sie als Verbündete im Krieg gegen Deutschland braucht.) Eine Woche später – lange bevor die Kampfhandlungen in Europa einsetzen – beginnt die englische Flotte mit der Beschießung von Daressalam in Ost-Afrika, dem Endpunkt der Eisenbahnlinie über Tabora nach Kigoma am Tanganjika-See, welche die Deutschen dort inzwischen unverschämterweise gebaut haben, in Konkurrenz zu den britischen Bahnen nach Mombasa und Beira. Die zu erobern wird eines der britischen Kriegsziele.

Pardon, liebe Leser, aber wir sind noch nicht ganz fertig. Hatte Dikigoros nicht geschrieben, daß in London gescheite Politiker saßen? Hätten die wirklich einen Weltkrieg gegen Deutschland riskiert, selbst im Bündnis mit Frankreich und Rußland, wenn das schon alles gewesen wäre? Nein, natürlich nicht! Die Geschichte war viel komplizierter, als Dikigoros sie bisher dargestellt hat. Das erste der großen neuen Schiffe war nämlich gar nicht die “Dreadnought”; es wurde auch nicht in England gebaut; und die Bewaffnung war zwar keine Neben-, aber auch keine Hauptsache. Nein, auch nicht die Größe oder die Wasserverdrängung.

Natürlich muß ein Schiff umso größer sein, je mehr schwere Kanonen es tragen soll; aber man kann beliebig viele und große schwimmende Plattformen ins Meer setzen und sie mit beliebig vielen und großen Kanonen bestücken – wenn sie langsamer sind als die Schiffe der Feinde, werden sie immer nur nutzlos im Wasser herum dümpeln und jede Menge Kohle verbrauchen, bis sie irgendwann von einem vermeintlich schwächeren Gegner versenkt werden. Ausschlaggebend für die Schlagkraft einer Flotte ist also nicht die Größe ihrer Schiffe, sondern deren Geschwindigkeit. Als der Bau der “Dreadnought”-Klasse beschlossen wurde, machten britische Großkampfschiffe im Schnitt 14 Knoten, nur für kurze Zeit konnten sie eine Höchstgeschwindigkeit von 18-19 Knoten erreichen. (Wir erinnern uns, die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth fuhr 20 km/h – aber das war ein gutes Menschenalter her!)

Das war Fisher zu wenig; er wollte mindestens 21 Knoten; aber die ließen sich selbst mit den modernsten englischen Antriebsmotoren – den “Dreifach-Expansions-Maschinen” – nicht erreichen. Nun begab es sich, daß in den USA bereits mit den viel leistungsfähigeren Dampfturbinen experimentiert wurde. Aber waren die auch zuverlässig? Die britische Admiralität wollte selber nichts riskieren und schloß statt dessen ein Abkommen mit der privaten “Cunard Line”, der größten angelsächsischen “Kreuzfahrt”-Gesellschaft der Welt: Sie finanzierte das Experiment, Schiffe von der Dimension der “Dreadnought”-Klasse mit amerikanischen Turbinen auszustatten, im Austausch gegen die Zusage, daß diese Pötte als “Hilfskreuzer” konzipiert und den Briten im Kriegsfall zur Verfügung gestellt wurden zum Transport von Waffen und Munition (und Tarnung durch ein paar blöde Zivilunken, die glaubten, auf Kreuzfahrt zu gehen). Ihr glaubt noch an das Märchen, liebe Leser, die Amerikaner seien in den Ersten Weltkrieg mehr oder weniger hinein geschlittert, weil die Engländer im Laufe der Jahre immer mehr Schulden bei ihnen gemacht hatten, die verloren gewesen wären, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte?

Ihr irrt: Die US-Regierung hatte selbstverständlich von den Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und Cunard gewußt und sie im Interesse ihrer Wirtschaft gefördert. Damals schon wurde das Weltkriegsbündnis geschmiedet. (Nein, liebe Geschichts-Professoren, das ein Jahr zuvor geschlossene Abkommen zwischen der Hamburger Hapag, dem Bremer Lloyd und der IMMC des amerikanischen Bankiers Pierpont Morgan war etwas ganz anderes, nämlich eine bloße Kartell-Absprache von privaten Unternehmen ohne staatliche Beteiligung, nach der die Schiffe von Hapag und Lloyd künftig keine britischen und die von IMMC keine deutschen Häfen mehr anlaufen sollten.) Das erste Schiff der “Dreadnought”-Klasse, das 1906 vom Stapel laufen sollte, war ein anglo-amerikanisches. Es hieß… “Lusitania”. Über den Verlauf des Krieges braucht Dikigoros nichts zu schreiben, das könnt Ihr anderswo nachlesen, auch und insbesondere über die Rolle, welche die “Lusitania” dabei spielte, z.B. hier.

[Lusitania-Poster der Cunard Line] [Die 'Lusitania' - der erste Dreadnought]

Dikigoros kann sich denken, daß einige Leser das für ziemlich weit hergeholt halten werden. (Obwohl er hier nur referiert hat, was 1923 anläßlich eines Schadensersatz-Prozesses in den USA wegen des Untergangs der “Lusitania” rechtskräftig festgestellt wurde.) Die Engländer hatten ein Motiv – na schön, das leuchtet ein. Aber warum sollten die Amerikaner den geplanten Bau der [Kaiser Wilhelm II und Präsident Teddy Roosevent, Karikatur] Bagdad-Bahn zum Anlaß nehmen, um ein Kriegsbündnis gegen die Deutschen zu schließen? Bestanden nicht damals noch zwischen den USA und dem Deutschen Reich im allgemeinen und zwischen Präsident Teddy Roosevelt und Kaiser Wilhelm im besonderen durchaus freundschaftliche Beziehungen? Das ist eine berechtigte Frage, die eine klare Antwort verdient, und die lautet: “nein”. Für dieses Nein gab es einen ganz triftigen Grund, den Ihr freilich in Euren Geschichts- und Märchenbüchern von heute schwerlich finden werdet: Es ging – wie könnte es anders sein – wieder mal um eine Bahnlinie. Das, was für die Briten der 15.3.1903 war – der Tag, an dem die bösen deutschen Hunnen mit den Türken den Vertrag über den Bau der Bagdad-Bahn schlossen -, war für die Amerikaner der 13.2.1903 – der Tag, an dem die bösen deutschen Hunnen mit den Venezolanern den neuen Vertrag über die Bezahlung der “Großen Venezuela-Bahn” schlossen.

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe Leser, davon noch nie gehört; nicht einmal, wenn Ihr schon mit dieser Bahn gefahren sein solltet. Die Bezeichnung “groß” ist leicht übertrieben; die Strecke zwischen der Hauptstadt Caracas und Valencia war nicht einmal 200 km lang. Große strategische Bedeutung hatte sie auch nicht (deshalb will Dikigoros ihr hier nicht mehr widmen als diesen kleinen Exkurs); aber die deutsche Firma Krupp hatte sie nun mal auf Bestellung der venezolanischen Regierung gebaut, und nach dem Staatsstreich von 1898 wollte die neue Regierung die alten Staatsschulden nicht anerkennen und lehnte eine Bezahlung ab. Die hauptsächlich betroffenen Gläubiger waren deutsche und englische Unternehmen. Die Kriegsmarine beider Staaten begann, gemeinsam die venezolanischen Häfen zu blockieren. Die Venezoelaner brachten eines der britischen Blockadeschiffe im Hafen von Puerto Cabello auf, und als sie das im Dezember 1902 auch mit einem der deutschen Kriegsschiffe versuchten, schossen die zurück und zerstörten dabei ein altes, baufälliges Hafenfort, das ohnehin bald von selber eingestürzt wäre.

Die USA rasselten sofort mit dem Säbel und drohten dem Deutschen Reich (nicht etwa Großbritannien) mit Krieg, wenn die Blockade nicht sofort aufgehoben würde. Die venezolanische Regierung bot den Deutschen zur Bezahlung die heutigen Urlaubern wohl bekannte Isla Margarita als Kolonie an – aber die Deutschen wollten Bargeld sehen. Am Ende einigten sie sich mit den Venezolanern, während die Engländer und Amerikaner (und Italiener, die sich auch noch irgendwie hinein gedrängt hatten, wie das so ihre Art war und ist :-) die Sache einem internationalen Schiedsgerichtshof unterbreiteten, vor dem sie unterliegen sollten. So ein gemeinsamer Mißerfolg verbindet – gegen die, denen man ihren Erfolg mißgönnt. Die USA blieben fortan ein Feind des Deutschen Reichs, zumal über 50% des venezolanischen Außenhandels künftig mit Deutschland, genauer gesagt mit Hamburg abgewickelt wurde – das war ja nicht der Sinn ihrer Intervention gewesen, sowas von Undankbarkeit!

Der Geheimvertrag zwischen der britischen Regierung und der US-Firma Cunard war übrigens nicht die einzige Folge dieser “venezolanischen Schulden-Affaire”, wie sie in den USA genannt wurde; sie gab außerdem den Ausschlag dafür, daß die USA den langen Streit im Senat, an welcher Stelle sie einen Verbindungskanal zwischen dem Atlantik und dem Pazifik bauen sollten – in Nicaragua oder in Kolumbien – zugunsten des letzten entschieden, das direkt an Venezuela grenzte. Sie zettelten eine Revolution an, deren Macher den Isthmos von Panamá zu einem von Kolumbien unabhängigen “Staat” erklärten, den die USA sofort anerkannten, sich die Kanal-Zone abtreten, pardon verpachten ließen und die dort von den Franzosen bereits begonnene Wasserstraße zuende bauten, die ihnen ein Vielfaches der Summen einspielen sollte, um die es den Engländern und Deutschen bei ihrem albernen Streit mit Venezuela gegangen war. Pünktlich zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Kanal fertig – aber das ist eine andere Geschichte.

Und die Folgen? Zu denen kommen wir gleich; erst muß Euch Dikigoros noch kurz berichten, wie es mit der Bagdad-Bahn [Medaille auf den Durchschlag des Taurus-Gebirges] weiter ging: Den deutschen Eisenbahn-Ingenieuren gelang 1915 – also mitten im Krieg – tatsächlich der Durchschlag des Taurus-Gebirges; dennoch wurde die Bagdadbahn nie fertig, denn die Engländer zerstörten die Gleise, die auf dem Gebiet des späteren Irak lagen – sie hatten also zumindest eines ihrer wichtigsten Kriegsziele erreicht. (Und Deutsch-Ostafrika bekamen sie auch – ihr Traum von der Bahnlinie Kairo-Kapstadt rückte also seiner Verwirklichung näher. Nur die deutsche Flotte, die sie auch gerne gehabt hätten, wurde von ihren bösen, imperialistischen Besatzungen versenkt, als sie ausgeliefert werden sollte. Und ihr allerwichtigstes Kriegsziel überhaupt, nämlich die Festigung ihrer Stellung als Wirtschaftsmacht Nr. 1 in der Welt, hatten sie nicht nur verfehlt, sondern sie sogar ganz verspielt – an die US-Amerikaner. Aber das konnten sie beim Abschluß des Lusitania-Kooperationsvertrags natürlich noch nicht wissen; einige merkten es auch 1918 noch nicht und führten ihre alte Kriegspolitik weiter bis zum Untergang des britischen Empire, aber das ist eine andere Geschichte).

* * * * *

Nur ein Jahr, nachdem der Taurus-Durchschlag gelungen war, also 1916, wurde rund 3.000 km weiter südlich nach sage und schreibe 19 Jahren Bauzeit eine andere Bahnlinie fertig gestellt. Darf Dikigoros etwas weiter ausholen, um Euch zu erklären, warum die überhaupt gebaut wurde und warum es so lange dauerte, bis sie fertig wurde?

Wenn Ihr ein anderes Kapitel seiner “Reisen durch die Vergangenheit”, nämlich Von Meer zu Meer gelesen habt, dann wißt Ihr schon, daß die Franzosen – allein voran ein gewisser Ferdinand de Lesseps – Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Idee gekommen waren, einen Kanal von Port Said nach Suez durch die Sinaï-Wüste zu graben, um das Mittelmeer mit dem Roten Meer zu verbinden. Da sie aber auch sahen, [Karte Abessiniens mit Nachbarstaaten am Horn von Afrika] daß ein solcher Kanal praktisch wertlos wäre, wenn jemand anderes die Straße von Bab El Mandeb sperren konnte, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verband, kauften sie 1862 einem Danakil-Häuptling einen Streifen Wüste dortselbst ab mit einem Kraal namens Obok, und nannten ihn “Somalie française”. Dazu bauten sie dann noch eine Hafenfestung namens Djibouti, die 1888 fertig wurde, und neun Jahre später begannen sie – im Einvernehmen mit dem Negus von Abessinien – mit dem Bau einer 700 km langen Eisenbahnlinie von eben jenem Djibouti ins Hochland, genauer gesagt zur Hauptstadt Addis Abeba. Ob der Negus da gut beraten war?

Gewiß, es gab gute Gründe, eine solche Verbindung zu schaffen – fragt sich nur für wen. Darf Dikigoros aus dem Buch eines anderen Reisenden (Anton Zischka) zitieren: “Dschibuti ist Frankreichs einziger Hafen auf dem Weg vom Mittelmeer nach Madagaskar und Indochina… Bis zur Inbetriebnahme der Eisenbahn Dschibuti-Addis Abeba war Äthiopien abgeschlossener als Tibet, eigentlich nur mit dem Japan des 18. Jahrhunderts zu vergleichen. Und was für das Inselreich die Öffnung seiner Häfen durch Perry bedeutete, das war für Abessinien der Bau der Eisenbahn nach der Küste: eine geistige und wirtschaftliche ebenso wie eine politische Revolution.” Ein guter Vergleich, findet Dikigoros, und wer seine Seiten über die besagte Öffnung Japans durch Perry und über die Öffnung Tibets durch Mao Tse-tung gelesen hat, weiß, was er damit meint. Aber vielleicht ist der Vergleich nicht ganz fair, denn die Franzosen hatten – anders als die US-Amerikaner in Japan und die Rot-Chinesen in Tibet – sicher nur friedliche Absichten.

Doch wie das so ist: Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Einer der vielen bösen Nachbarn der Franzosen (eigentlich hatten sie keinen, mit dem sie wirklich in Frieden gelebt hätten) waren die Italiener, die ihnen damals besonders böse waren, da sie ihnen Tunesien (das die Italiener selber gerne als Kolonie gehabt hätten) vor der Nase weg geschnappt hatten. Und die schickten sich nun an, Eritrea, Abessinien und Somalia zu einer schönen, großen Kolonie am “Horn von Afrika” zu vereinigen. War da etwa Gegenwehr zu erwarten seitens der Eingeborenen? Ach was, wie denn? Wie sollten jene primitiven Menschenfresser mit Pfeil und Bogen gegen die modernen Zündnadelgewehre der gut ausgebildeten Italiener ankommen? (Hätten die Italiener noch zwei Jahre gewartet, dann hätten die mit ihnen verbündeten Deutschen ihnen sogar die damals modernste Handfeuerwaffe, den Karabiner 98, liefern können.) Aber offenbar ging das doch – jedenfalls bei einem Gegner, der über eine Kampfkraft von Art und Güte verfügt wie eben nur die Italiener… Die Abessinier schlugen sie fürchterlich aufs Haupt; und die Italiener beeilten sich, die Unabhängigkeit “Ethiopiens” für alle Zeit anzuerkennen.

Unterdessen hatten auch die Franzosen ein paar kleinere Schwierigkeiten, u.a. daß ihnen irgendwann das Geld ausging. (Irgendwer hat mal behauptet, daß das “der teuerste Bahnbau der Welt” gewesen sei; aber der wußte noch nicht, was vergleichbare Projekte heutzutage kosten :-) Und wo bekamen sie Kredit? Müßige Frage für alle, die Dikigoros’ schon erwähnte Seite über den Bau des Suez-Kanals gelesen haben: natürlich in London bei den hochherzigen Engländern, die sich dafür nur mal eben 40% der Aktien als Sicherheit abtreten ließen. Habt Ihr in Euren Geschichts- und Märchenbüchern gelesen, wie das mit der französisch-britischen Annäherung war, und dabei von der Beilegung der Faschoda-Krise anno 1898 und der “Entente cordiale” anno 1904 erfahren? Ja, gewiß, aber unter uns gesagt war beides einen Dreck wert, nachdem die mit England verbündeten Japaner gegen die mit Frankreich verbündeten Russen 1905 den Krieg um die Transsibirische Eisenbahn geführt hatten.

Nachdem Euch Dikigoros bereits über die wahren Hintergründe des englisch-amerikanischen und des englisch-russischen Bündnisses gegen Deutschland aufgeklärt hat, will er die des französisch-britischen und des französisch-italienischen (ja, der Verrat Italiens am “Dreibund” fand nicht erst 1915 statt, wie einige noch immer glauben!) auch noch nachliefern: 1906 standen Briten, Franzosen und Italiener Gewehr bei Fuß, um einen Krieg um die Djibouti-Bahn zu beginnen (die noch gar nicht fertig war!) – die einzigen, die davon nichts bemerkten, waren die tumpen deutschen Diplomaten (und natürlich die ebenso tumpen deutschen Historiker, die es bis heute ignorieren). Dann entschieden sich die Politiker jedoch zu einem Freundschaftsvertrag, also zu einer vernünftigen Lösung (nein, Dikigoros schreibt bewußt nicht “zu einer friedlichen Lösung”, denn wenn zwei oder mehr Mächte sich verbünden, tun sie das meist nicht aus Friedensliebe, sondern um gegen andere Krieg zu führen oder sich zumindest den Rücken für einen solchen frei zu halten): Die französische Regierung bezahlte die Schulden der Eisenbahn-Gesellschaft in London (und bekam dafür das 40%ige Aktienpaket), Italiener und Engländer erhielten volle wirtschaftliche Nutzungsrechte an der Bahn (die Deutschen sollten dagegen ausgeschlossen bleiben), und politisch verzichteten die drei Mächte für alle Zeit auf die Eroberung Abessiniens. Amen.

Nun ist es aber so, liebe Leser, daß es ein “für alle Zeit” in der Geschichte nicht gibt. Die Zeit bleibt niemals stehen; auch nicht in Äthiopien, wo die Uhren – wie fast überall in Afrika – etwas langsamer gehen, oder in Italien, wo die Uhren – wie fast alles andere auch – fast immer unpünktlich sind. Seit Anfang der 1920er Jahre wurden die Italiener von einem “Duce [Herzog - der alte Titel der Herrscher von Venedig, im dortigen Dialekt "Doge" genannt]” regiert, pardon, das ist ja eine contradictio in adiecto, denn “regieren” kommt von “rex [König]“, also sagen wir besser “geführt” (oder verführt?). Der führte eine neue Zeitrechnung ein. (Ja, liebe Leser, ähnlich wie Robespierre & Co. die Jahre statt ab Christi Geburt ab der französischen Revolution neu zu zählen begannen, so tat das auch Mussolini ab seinem Marsch auf Rom.) Mitte der 1930er Jahre schaute er mal wieder auf den Kalender und fand, daß es nach fast 40 Jahren endlich an der Zeit sei, für die Blamage von 1896 Rache zu nehmen. Und obwohl inzwischen auch die Abessinier Schießgewehre hatten, waren sie den italienischen Bombenflugzeugen, Panzern, Maschinengewehren, Flammenwerfern und Giftgasgranaten am Ende trotz aller Tapferkeit nicht gewachsen. Die Zahl der Opfer wurde nie genau festgestellt. Äthiopien wurde eine italienische Kolonie – “für alle Zeit”, wie die Italiener meinten.

* * * * *

Man hört und liest jetzt (nicht in den offiziellen Leerbüchern für den Geschichts-Unterricht an staatlichen Verblödungs-, pardon Bildungs-Anstalten, und auch sonst nicht immer – aber immer öfter :-) , daß schon der Erste Weltkrieg, und insbesondere die alliierten Friedensdiktate, die in Versailles und anderen Pariser Vororten verbrochen wurden, den Keim zum Zweiten Weltkrieg in sich trugen.

Das kann man so sehen – oder auch nicht. Dikigoros sieht da jedenfalls keinen zwingenden Zusammenhang: Die Alliierten hätten die Revision dieser unsinnigen Verträge (die ausnahmslos von allen im Reichstag der “Weimarer Republik” vertretenen Parteien gefordert wurde, von den Kommunisten nicht weniger vehement als von den Nazis; schließlich ging es um Wählerstimmen) auf friedlichem Wege zulassen können – wenn sie es denn ernst gemeint hätten mit ihrer Friedensliebe und all den anderen schönen Frasen, insbesondere dem “Selbstbestimmungsrecht der Völker“; und die Deutschen hätten ihrerseits auf eine Revision verzichten können – wenn das denn den Frieden bewahrt hätte. (Hätte es aber nicht, wie wir heute wissen: Die Angelsachsen waren längst zum neuerlichen Krieg gegen den lästigen Konkurrenten entschlossen, der sich mit seinem Autarkie-Programm und seinen Bartergeschäften erfolgreich aus dem maroden Welthandel – so nannte man damals das, was man heute “Globalisierung” nennt – ausgeklinkt und sie dadurch schwer geschädigt hatte); aber mit dem Ersten Weltkrieg hatte das schwerlich noch etwas zu tun.

Gleichwohl gibt es schon eine schicksalhafte Verstrickung der beiden Kriege – nicht im Ausbruch, aber im Ausgang, und einmal mehr ist es eine Eisenbahnlinie, und einmal mehr lest Ihr davon in keinem Geschichtsbuch. Im Ersten Weltkrieg hatte Tsar Nikolaj II (den Dikigoros im Gegensatz zu dessen Vetter Wilhelm nicht “den letzten” nennt, denn er ist sich durchaus nicht sicher, ob es nicht nochmal Tsaren in Rußland geben wird – auch wenn sie sich vielleicht anders nennen werden) eine Eisenbahnlinie von seiner Hauptstadt Sankt Peterburg zur Barentssee bauen lassen, genauer gesagt nach Romanow an der Murman-Küste, dem einzigen ganzjährig eisfreien Hafen, den Rußland dort hatte. Geleistet wurde diese Knochenarbeit von deutschen Kriegsgefangenen, die dabei starben wie die Fliegen. (Habt Ihr mal etwas vom Bau der “Brücke am Kwai” gehört? So ähnlich – und schlimmer – müßt Ihr Euch das vorstellen.)

Nicht, daß die russischen Machthaber mit ihren eigenen Leuten zimperlicher umgingen (oder umgehen) – aber die wären nur gestorben, ohne die Bahnlinie zustande zu bringen. 1916 wurde sie fertig, noch vor Ausbruch der Revolution, für deren Ausgang sie ebenso wenig eine Rolle spielte wie für den des Ersten Weltkriegs oder des Bürgerkrieges zwischen Rot und Weiß (der entschied sich entlang der Sibirischen Eisenbahn); der Treppenwitz der Geschichte ist vielmehr, daß diese tsaristische “Murmanbahn” den Zweiten Weltkrieg entschied – und dadurch das sowjetische Regime für ein weiteres halbes Jahrhundert an der Macht hielt.

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe Leser in Dikigoros’ Alter, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern eine Menge blühenden Unsinns gelesen über Ursachen, Verlauf und Folgen des Zweiten Weltkriegs. Über den ersten Punkt braucht Dikigoros zum Glück nicht viel zu schreiben, denn der ist ja so klar und eindeutig, daß es schon an ein Gedankenverbrechen grenzen würde, ihn auch nur in Frage zu stellen, geschweige denn, andere Antworten zu geben als die Meinung der Herrschenden, pardon die herrschende Meinung sie vorschreibt: Der böse Nazi Hitler war ein Diktator, der die Juden unterdrückte und das friedliche Polen überfallen hatte; deshalb war es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit eines jeden demokratischen, friedliebenden und toleranten Volkes – also allen voran der Angelsachsen – ihm den Krieg zu erklären und die Deutschen, die Juden, die Polen und überhaupt die ganze Welt von ihm zu befreien.

Vielleicht kennt Ihr noch nicht alle den schönen Schlager “Morgen sind wir tolerant” des demokratischen, friedliebenden, toleranten Holländers Robert Long, deshalb hat ihn Euch Dikigoros hier verlinkt. Wie heißt es da gleich: “Morgen glauben wir an Lügen, weil sie in der Zeitung steh’n…” Aber noch ist nicht morgen, unsere Geschichte spielt vielmehr im Gestern, also müssen wir noch einmal kurz zur Wahrheit zurück kehren, auch wenn das einigen Gutmenschen unangenehm sein mag. Ja, Hitler war ein Diktator. Allerdings war er in freien, demokratischen Wahlen an die Macht gekommen und hätte sich solchen jederzeit wieder stellen können – eine absolute Mehrheit wäre ihm bis zuletzt sicher gewesen. Dagegen hatten die Engländer da gewisse… äh, Probleme: In ihren Kolonien Südafrika und Indien waren bei freien, demokratischen Wahlen dummerweise (merke: die Wähler sind bisweilen so dumm, daß eine kluge Regierung, die nicht abgewählt werden will, sich hüten sollte, sie wirklich frei wählen zu lassen!) zwei Männer gewählt worden, die partout keinen “Befreiungs”-Krieg gegen Hitler-Deutschland führen wollten (sondern wenn, dann höchstens einen gegen England): James Barry Munnick Hertzog (der Führer der Nasionale Party) und Subash Chandr Bosh (der Führer des National Congress).

Die Engländer setzten sie kurzerhand ab, warfen sie ins Gefängnis und setzten an ihrer Stelle Diktatoren, pardon Marionetten, pardon gute Demokraten ein, die Deutschland brav den Krieg erklärten. Und Churchill? Mr. Weinstein Kirchügel (findet Ihr diese Übersetzung befremdlich, liebe Leser? Aber wieso denn? Man muß solchen Namen doch einmal auf den Grund gehen dürfen – nicht nur bei dem Dichter Willi Schüttelspeer :-) stellte sich nur ein einziges Mal freien, demokratischen Wahlen, nämlich im Juli 1945, direkt nach dem gewonnenen Krieg. Das gab ihm natürlich einen gewaltigen Bonus bei den Wählern, und so war denn auch rund ein Drittel so dankbar, daß sie ihn wählten – die anderen zwei Drittel wählten freilich die Opposition an die Macht, pfui, wie undankbar…

Ja, Hitlers Wehrmacht marschierte in Polen ein (um den Völkermord an der deutschen Minderheit aufzuhalten – was ihm ja auch für gut fünf Jahre gelang); allerdings tat das auch Stalins Rote Armee. Und, störte das die Engländer? Aber nein – es störte sie ja auch nicht, daß Stalins Sowjet-Union Estland, Lettland und Litauen annektierte und die Rote Armee in Finnland einmarschierte. Wieso denn auch? “Onkel Joe” Stalin war doch ein braver, durch freie Wahlen an die Macht gekommener Demokrat, oder etwa nicht? Nein, nicht wie Hitler, aber jedenfalls nicht weniger als Weinstein. Und nach dem Krieg? Störte es die Engländer, daß Stalin die Hälfte Polens annektierte und den Rest Polens (und vier Fünftel Osteuropas) ein halbes Jahrhundert lang militärisch besetzte?

Aber nein – noch 1989, als Stalins Epigonen all jene Gebiete wieder räumten, heulte Margaret Thatcher, die Epigonin Weinsteins auf dem Premierminister-Sessel, Tränen vor Wut und wollte Deutschland wieder den Krieg erklären - und nur weil US-Präsident George W. Bush, der Epigone Roosevelts, sie – anders als letzterer im Zweiten Weltkrieg den Weinstein – schmählich im Stich ließ, mußte sie davon Abstand nehmen (aber das ist eine andere Geschichte). Ja, Hitlers Nazis diskriminierten die Juden (nicht so sehr wie die Amerikaner ihre roten, gelben und schwarzen Minderheiten, aber immerhin); der “Holocaust” war allerdings 1939 noch lange nicht angelaufen, vielmehr glaubte Hitler, die Juden nach Palästina oder sonstwohin abschieben zu können. Das hörten die Engländer gar nicht gerne, deren Kolonie Palästina doch war. Ihre größte Sorge war, daß dort zu viele Juden einwandern könnten. Bereits 1922 hatte Weinstein – damals noch als Kolonialminister – in einem nach ihm benannten “White Paper [Weißbuch]” verlangt, die jüdische Einwanderung zu stoppen; 1930 hatte ein weiteres, nach seinem Kollegen Passfield benanntes Weißbuch das Verbot von Landerwerb durch bereits in Palästina ansässige Juden empfohlen.

Dennoch stieg die Zahl der jüdischen Einwanderer nach Palästina besonders nach 1933 sprunghaft an (von ca. 5.000 im Jahr auf ca. 40.000 im Jahr), weil dieser böse Hitler sie massiv förderte – da fühlten sich die Araber doch bedroht und reagierten mit bürgerkriegsartigen Ausschreitungen, was wiederum die Engländer mit Recht beunruhigte. Was machten sie also als erstes, nachdem sie 1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatten, mit den aus Hitler-Deutschland emigrierten Juden? Sie steckten sie als “Angehörige einer feindlichen Macht” kurzerhand in Konzentrationslager – lange bevor in Deutschland jemand auf diese Idee kam. Dann – 1940 – setzten sie die Vorschläge des Passfield White Books um. Und was machten die Engländer nach dem Krieg mit den aus deutschen und polnischen Konzentrationslagern “befreiten” Juden? Sie verfrachteten sie wie Vieh auf die berüchtigten Todesschiffe vor Cypern und ließ sie dort jämmerlich verrecken, weil sie um jeden Preis verhindern wollte, daß sie nach Palästina kamen. “Na und?” sagte kürzlich ein cynischer Brite, dem Dikigoros das vorhielt, “die Geschichte hat doch bewiesen, daß wir damals Recht hatten: Wären die Juden damals nicht nach Palästina gekommen, gäbe es heute keinen Staat Israel und kein Nahostproblem.” Aha – auch Dikigoros lernt eben nie aus.

[Die Routen der alliierten Geleitzüge nach Murmansk]

Kommen wir zum zweiten Punkt, dem Kriegsverlauf – der ja eigentlich viel wichtiger ist als die Ursachen, denn er entscheidet darüber, wer ihn gewinnt und somit auch darüber, wer hinterher in den Geschichtsbüchern als böser “Verursacher” steht. (“Die Geschichtsschreibung ist der zweite Triumph des Siegers nach dem Kriege,” schrieb einst der Schotte Bernard Montgomery, der für seine Siege gegen Rommel und andere böse Nazi-Deutsche zum Feldmarschall befördert und nach dem Kriege zum “Viscount of El Alamein” geadelt wurde; und er muß es gewußt haben, denn seine Kriegs-Memoiren zählen neben denen Weinsteins zu den bis heute am meisten gelesenen unter den vielen Geschichts- und Märchenbüchern über den Zweiten Weltkrieg.)

Sicher habt Ihr von allerlei wichtigen Schlachten gelesen, von Dünkirchen, von Moskau, von El Alamein, von Stalingrad, von Kursk, vielleicht auch von der Luftschlacht über England und den Geleitzugschlachten im Atlantik, und Ihr habt gelernt, daß sie den Krieg entschieden hätten. Aber in Wahrheit sind verlorene Schlachten nie die Ursachen einer Kriegsniederlage, sondern vielmehr – wie letztere – die Folgen einer verfehlten Kriegs- oder Rüstungspolitik. Der Soldat an der Front gewinnt keine Kriege – er hat nur auszubaden, was unfähige Politiker und Generäle über seinen Kopf hinweg aushecken. (Zum Beispiel den Rußland-Feldzug, die größte politisch-strategische Fehlentscheidung Hitlers überhaupt. Hätte er statt dessen Stalin das rumänische Bessarabien [das heutige Moldavien] in den Rachen geworfen – was dieser als Preis für sein Stillhalten verlangt hatte – und nur ein Prozent der für den Rußlandfeldzug aufgewendeten Menschen und Materialien in die Unterstützung des anti-alliierten Aufstands im Irak gesteckt, wie es der deutsche Botschafter in der Türkei, sein Vorvorgänger v. Papen empfohlen hatte, hätte er dort mehr Öl haben können als in Rumänien und im Kaukasus jemals zu holen war; ganz abgesehen davon, daß ihm dann die ganze mohammedanische Welt, einschließlich des dann wohl auch befreiten Indiens, vor Dankbarkeit zu Füßen gelegen hätte, daß wir heute mit der Bagdadbahn von Berlin bis nach Indien durchfahren könnten und Dikigoros wahrscheinlich ein Kapitel seiner Reisen durch die Vergangenheit “von Köln bis Kålkattā” betitelt hätte – aber das ist eine andere Geschichte.

Ihr meint, der Krieg gegen die Sowjet-Union sei unvermeidlich gewesen; wenn Hitler ihn nicht präventiv geführt hätte, dann hätte Stalin ihn begonnen? Mag sein; aber sicher ist das durchaus nicht, und manches spricht dagegen, dies z.B.: Anfang Dezember 1940 – also nachdem Molotow in Berlin mit seiner Mission gescheitert war, Hitlers Zustimmung zu sowjetischen Annexions-Wünschen in Finnland und Rumänien zu erlangen – was einige ja als auslösenden Moment für Hitlers Entscheidung zum Rußlandfeldzug ansehen – boten die Briten Stalin diese Zustimmung an: Die kriegswichtigen Nickelgruben zwischen Petsamo und Kirkenes – schaut bitte auf die Karte oben – befanden sich zivilrechtlich in Händen einer britischen-kanadischen Staatsholding. Churchill bot sie Stalin an, wenn dieser dafür die Material-Lieferungen an das Deutsche Reich einstellte. Stalin lehnte das Angebot ab und belieferte Deutschland bis zum Morgen des 22. Juni 1941 weiter.) Die Schlacht von Dünkirchen wurde verloren, weil Hitler sich weigerte, den Befehl zur Vernichtung des britische Expeditionskorps zu geben (von dessen Schonung er sich naïver Weise einen Friedensschluß mit seinen geliebten Engländern erhoffte); die Schlacht vor Moskau wurde verloren, weil die Japaner sich geweigert hatten, die Sowjet-Union in Sibirien anzugreifen; die Schlacht von El Alamein wurde verloren, weil Mussolini und Franco sich geweigert hatten, die britischen Kolonien Malta bzw. Gibraltar einzunehmen – was ihnen leicht möglich gewesen wäre; die Schlacht von Stalingrad wurde verloren, weil an den Flanken der deutschen Armeen Hilfstruppen aus Ungarn, Rumänien und Italien standen, die nicht kämpfen konnten oder wollten.

Es war also allemal politisches Versagen oder Verrat der so genannten Verbündeten, das den Sieg kostete. Und warum gingen die Geleitzugschlachten im Atlantik verloren? Halt, liebe Leser, bevor Ihr Euch den Bären aufbinden laßt, die Ortung der deutschen U-Boote durch alliiertes Radar sei [see]kriegsentscheidend gewesen… In der so genannten Geschichts-”Wissenschaft” kommen die meisten falschen Antworten durch falsche Fragestellungen zustande. Wir müssen erst einmal fragen: Warum wurden die Geleitzugschlachten eigentlich geführt? Nun, die Sowjet-Union wäre unter den neuerlichen deutschen Angriffen 1942 wohl zusammen gebrochen, wenn nicht die USA ihre Ausrüstung mit Waffen, Munition und Verpflegung übernommen hätten. Und wie kam dieses Material von den USA in die SU? Richtig – über den Atlantik. Aber wie sollte es von dort an die Front kommen? Seht Ihr, und nun sind wir wieder bei der Murmanbahn, die inzwischen nach dem kommunistischen Revolutionär Kirow genannt wurde, zwischen Romanow, das inzwischen Murmansk genannt wurde, und Sankt Peterburg, das inzwischen Leningrad genannt wurde. Der gesamte kriegsentscheidende Nachschub lief über diese kleine Bahnlinie (am Ende sogar über eine noch kleinere Nebenstrecke an Leningrad vorbei – denn das letztere hatte die Wehrmacht abgeschnitten und belagert).

[Karte der Halbinsel Kola mit Murmanküste]

Aber warum unterbrachen die Deutschen denn diese Bahnlinie nicht, wenn sie so wichtig war? Die Antwort ist die gleiche wie bei Gibraltar, Malta und Stalingrad: Die lieben Verbündeten… Nein, liebe Leser, Dikigoros meint wieder nicht die Soldaten an der Front – die Finnen waren immer gut Freund mit den Deutschen und sind es bis heute geblieben -, sondern einmal mehr Politiker und Generäle.

Der doppelte Treppenwitz der Geschichte ist nämlich, daß nicht nur eine tsaristische Bahnlinie, sondern auch ein tsaristischer General a.D. das [Karte Kareliens] Überleben der Sowjet-Union ermöglichte: Carl-Gustav Emil Mannerheim hieß er, und am Namen seht Ihr schon, daß er kein echter Finne war, sondern ein Angehöriger der einstigen schwedischen Kolonialmacht (freilich war sein Vater holländischer und seine Mutter französischer Abstammung, was einiges mehr erklären mag). Ein heimlicher Feind der Deutschen wie Franco und Horthy. Er war freilich “nur” Oberbefehlshaber der finnischen Streitkräfte und konnte nicht verhindern, daß Staatspräsident Ryti nach dem Überfall der Sowjets im “Winterkrieg” 1939/40 deutsche Hilfe in Anspruch nahm (alle anderen hatten das kleine Finnland schmählich im Stich gelassen) und sich 1941 am Rußlandfeldzug beteiligte – wenngleich nur als “Fortsetzungskrieg”. Aber insgeheim intrigierte Mannerheim längst gegen Ryti, verhandelte praktisch seit Kriegsbeginn hinter seinem Rücken sowohl mit den Westalliierten als auch mit den Sowjets.

Schon im September 1941 – also zwei Monate nach Kriegsausbruch – sabotierte er einen Angriff auf Kandalakscha an der gleichnamigen Bucht; im November 1941 stoppte er mit einem Geheimbefehl die Eroberung Kestengas, die unmittelbar bevor stand und den gleichen Effekt gehabt hätte: Der Rußlandfeldzug wäre nach einem Jahr beendet worden – vielleicht mit einem Separatfrieden, den Stalin Hitler damals wiederholt anbot, wie wir seit der Öffnung der sowjetischen Archive nach 1991 wissen, vielleicht sogar mit einem Sieg Deutschlands – dem Ihr, liebe Ewig-gestrige, bitte nicht nachtrauern wollt. Wie pflegte Dikigoros’ Vater, der Rußland im Krieg erlebte und überlebte (an der Front, nicht in der Etappe), zu sagen: “Wenn wir diesen verdammten Krieg gegen die Iwans gewonnen hätten, säßen wir heute vielleicht in Wladiwostok oder sonstwo in Sibirien und hätten uns mit den gleichen Problemen herum zu schlagen wie die Israelis in der Westbank. Und das wäre es ja wohl nicht wert gewesen…”

Das ist ein hartes Urteil, liebe Leser, aber Dikigoros teilt es, auch wenn der Rußlandfeldzug auf beiden Seiten noch an die 30 Millionen Menschenleben kosten sollte, während sich die Unterbrechung der Murmanbahn – wie die rechtzeitige Einnahme Dünkirchens, Gibraltars oder Maltas – vielleicht mit 3.000 hätte erkaufen lassen, weniger als während des Baus 1916 oder während der Geleitzugschlachten umgekommen waren. Aber so darf man nicht rechnen; pardon, so sollte man nicht rechnen – verboten ist es ausnahmsweise (noch) nicht. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Drei Wochen nach Mannerheims Verrat erklären die Westalliierten Finnland dennoch den Krieg; im August 1944 stürzt Mannerheim Ryti, im September schließt er einen Separatfrieden mit den Sowjets, unter deren Fuchtel Finnland fast ein halbes Jahrhundert bleiben wird. Bis heute gibt es dort kein ordentliches Eisenbahnnetz – aber das nur nebenbei.

Exkurs. Nun will Dikigoros seinen Lesern nicht verschweigen, daß es Reisende gibt, die eine andere Bahnverbindung denn die von Murmansk nach Leningrad als entscheidend für den Ausgang des Zweiten Weltkriegs halten, nämlich die von Ķhorramshahr nach Tährān in Persien. Er zitiert im folgenden aus “Vom Pfauenthron zum Dach der Welt” von Horst Eliseit, der sie im Jahre 1957 befuhr: “Diese Linie, [die] zu den kühnsten Gebirgsstrecken der Erde gehört, wurde 1938 eröffnet, nach dem Willen von Reza Schah Pahlevi, dem Vater des jetzigen Herrschers… Diese Bahn bekam im Zweiten Weltkrieg den Namen ‘Brücke’ des Sieges’. In vollgestopften Güterwagen rollten die amerikanischen Hilfslieferungen zur russischen Südfront: Geschütze, Panzer, Munition, Verpflegung, Treibstoffe, Bekleidung, Uniformen, Stiefel, Leder und Wolldecken. Und nicht nur die Bahn, ganz Persien war damals eine Brücke zwischen Alliierten.

Die Strecke ist quer hindurch gestoßen durch Gebirgsketten, über die kein Saumpfad führt. Sie läuft durch Täler, die nie eines Menschen Fuß betritt. Sie folgt keinem von der Natur vorgezeichneten Weg, nicht dem Durchbruch eines Flusses, keiner Paßstraße, wie etwa die Bahnstrecken in den europäischen Alpen. Kein Pfad windet sich über diese südpersischen Gebirge. Nur die Bahn durchquert sie…” Ja, gewiß, diese Bahnverbindung gab es, und es stimmt auch, daß sie die einzige für Kriegstransporte brauchbare Überland-Verbindung vom Persischen Golf nach Tährān war. Aber was sollte das Zeug dort? Das war ja nicht mal ein Drittel des Weges bis nach Stalingrad, geschweige denn weiter westlich, als die Front von dort weg rückte. Deshalb hält Dikigoros nicht diese Eisenbahnverbindung bis nach Tährān für [mit] kriegsentscheidend, sondern vielmehr die Strecke danach – aber da kommen wir halt doch nicht so ganz ohne Paßstraßen aus, wie Eliseit sich das vorstellt, und deshalb schreibt Dikigoros darüber an anderer Stelle. Exkurs Ende.

* * * * *

Wahrscheinlich werdet Ihr, liebe ältere Leser, Euch noch mehr oder weniger genau an die Ereignisse erinnern, von denen Dikigoros Euch jetzt berichten will. Aber habt Ihr sie auch in diesem Zusammenhang gesehen? Oder vielleicht doch schon wieder vergessen? Was ist eigentlich aus den afrikanischen Eisenbahnen geworden? Nun, denen ging es nach dem Zweiten Weltkrieg erstmal gut, jedenfalls fuhren sie das Geld, das sie gekostet hatten, locker wieder ein. Dann aber passierten einige häßliche Dinge, von denen Ihr vielleicht schon in anderen Kapiteln von Dikigoros’ “Reisen durch die Vergangenheit” gelesen habt: In den 1960er Jahren kamen kluge Politiker – die klügsten saßen mittlerweile in Washington – auf die Idee, daß die Länder der “Dritten Welt” vom Kolonialjoch der bösen Europäer “befreit” werden müßten, damit sie ihre reichen Bodenschätze künftig nicht mehr von denen, sondern von den edlen US-Amerikanern ausbeuten lassen konnten.

Das reichste dieser Länder (jedenfalls solange es unter belgischer Kolonialherrschaft stand – heute ist es eines der ärmsten) war der Kongo. Habt Ihr Euch schon mal Gedanken darüber gemacht, warum manche “Befreiungs”-Kriege geführt werden? Wegen der Freiheit, gewiß. Aber Freiheit wessen wovon wozu? Die Freiheit, Handel zu treiben, mit wem er wollte, o.k. Die Freiheit, den bösen Nachbarn tot zu schlagen, wenn der das verhindern wollte, auch o.k. Und vielleicht auch den bösen Nachbarn tot zu schlagen, um zu verhindern, daß der etwa auch Handel treiben und einem selber Konkurrenz machen würde. Tja, und wenn alle Nachbarn so denken… Der Reichtum des Kongo konzentrierte sich in der südlichen Provinz Katanga. Weshalb? Gab es nur dort Bodenschätze? Falsch – aber nur dort gab es die Benguelabahn, mit der sie an die Küste transportiert und auf dem Weltmarkt verkauft werden konnten. Unterschieden sich die Eingeborenen Katangas stärker von den übrigen Völkern und Stämmen des Kongo als andere? Ach was. Waren die Leute auf der Gegenseite böse Kommunisten, Kolonialisten, Imperialisten, Terroristen? Ja, schon. Aber scherte das im Endeffekt irgend jemanden? Kaum.

Als die USA sicher gestellt hatten, daß die künftigen Diktatoren der Zentralregierung die Bodenschätze Katangas an sie verkaufen würden und daß die Portugiesen den Transport derselben durch Angola nach Benguela bzw.Lobito gewährleisten würden (nur aus diesem einen lukrativen Grund hielten die Portugiesen überhaupt noch an ihren ansonsten stark defizitären Übersee-Provinzen fest), war das Schicksal Katangas, der Neger, der Belgier und Franzosen, die es verteidigen wollten, besiegelt. Das war 1965. Fünf Jahre hatte der Bürgerkrieg gedauert; es war der bis dahin schlimmste, von dem die afrikanische Geschichte wußte – niemand ahnte, daß es erst der vergleichsweise harmlose Anfang war. Ohne die Benguelabahn aber wäre dort bis heute kein Tropfen Blut geflossen, weil seine Bodenschätze ohne sie keinen Tropfen Blut wert gewesen wären. Ihr glaubt das nicht, liebe Leser? Viele Leute, die sich besser auskennen im Kongo als Dikigoros, teilen seine Meinung, von dem berühmten Afrikaforscher Stanley – der ihren Bau mit erlebt hat – bis zu Valérien Ngoy, bei dem Ihr, so Ihr des Französischen mächtig seid, das alles noch etwas ausführlicher nachlesen könnt.

[Benguelabahn]

Weiter im Text. 1967 und 1973 führten Israelis und Araber Krieg gegeneinander. Danach wurde der Suez-Kanal gesperrt und somit praktisch wertlos. Na und? Was geht denn das die Eisenbahnen an? Erinnert Ihr Euch, warum die Franzosen sich damals Djibouti unter den Nagel gerissen hatten, den Endpunkt der Eisenbahnlinie nach Addis Abeba? Seht Ihr, und der war nun auch nichts mehr wert. Bis 1973 wäre jeder Versuch, Haile Selassie, den braven Negus von Äthiopien (den die Engländer prompt wieder eingesetzt hatten, nachdem sie das Land im Zweiten Weltkrieg von den Italiener “befreit” hatten) zu stürzen, mit einer militärischen Intervention der edlen Demokratien des Westens beantwortet worden – war er doch ein guter Monarch und Freund des Westens. (Einige meinten zwar, er sei vielmehr ein korrupter Diktator und heimlicher Menschenfresser; aber so ein paar Neidhämmel gibt es ja immer und überall :-)

Doch nun, nachdem der Suez-Kanal dicht und die Ölgesellschaften dazu übergegangen waren, ihr Öl mit neuartigen Riesentankern zu transportieren, die eh nicht mehr durch den Kanal gepaßt hätte, putschten die Militärs. Wer rührte noch einen Finger für den Negus? Kein Schwein. Besserte sich etwas? Keine Ahnung. Herrscht gerade mal wieder Bürgerkrieg in Äthiopien? Gut möglich, aber wen schert’s? Oder ein Grenzkrieg mit Somalia und/oder Eritrea? Dto. Vergeßt es, liebe Leser, vergeßt es. (Und Ihr, liebe italienische Leser, seid bitte nicht allzu schadenfroh :-) Die Djibouti-Bahn? Die ist natürlich längst zerstört; und 1977 entließ Frankreich seine nun wertlose Kolonie Djibouti großzügig in die Unabhängigkeit. Anno 2001 beschlossen die Brüsseler Eurokraten in ihrer unergründlichen Weisheit, Äthiopien 30 Millionen US-$ zu schenken, um sie bis 2004 wieder aufzubauen; seitdem hat man von diesem löblichen Vorsatz nichts mehr gehört.

[Nein, liebe Leser, die Ihr mit Recht angefragt habt, das ist nicht die ganze Wahrheit; ohne Grund investiert der Westen sein Geld natürlich nicht in Äthiopien - schließlich hat er ja auch dafür gesorgt, daß das Mengistu-Regime gestürzt wurde; ganz wertlos können die Länder zwischen dem Suez-Kanal und dem Horn von Afrika also doch nicht sein - oder? Richtig, und da das etwas ist, das Ihr nicht in den "normalen" Nachrichten oder der Tagespresse vorgesetzt bekommen habt, will Dikigoros es an dieser Stelle kurz nachtragen: Anfang der 1990er Jahre kam jemand auf die Idee, daß es doch Zeit- und Geldverschwendung sei, mit großen Tankern rund ums Kap der guten Hoffnung zu fahren, bloß weil der Suez-Kanal für diese Tanker zu flach war. (Breit genug war er ja, jedenfalls wenn man ihn nur abwechselnd in einer Richtung befahren ließ.)

Die Lösung war ganz einfach: Man baute eine Pipeline parallel zum Kanal - das war nur gut 100 Meilen - und dazu eine Pumpstation. Wenn die Riesentanker in Suez ankamen, wurde das Öl durch die Pipeline nach Port Said gepumpt, der Tanker fuhr unbeladen durch den Kanal - das war kein Problem, weil er dann ja kaum Tiefgang hatte - und nahm das Öl am anderen Ende wieder in Empfang, voilà. Nun mußte man die Äthiopier also wieder bei der Stange halten - und tat das auch; ob die reichlich sprudelnde Entwicklungshilfe dabei tatsächlich für den Bahnbau u.a. löbliche Projekte verwendet wurde oder auf den Nummernkonten irgendwelcher korrupter Politbonzen landete, danach fragte und fragt allerdings niemand, und deshalb will Dikigoros auch nicht mit mehr als diesem kleinen Exkurs vom eigentlichen Thema dieser "Reise durch die Vergangenheit" abweichen.]

Aber wir wollen nicht vorgreifen – wo waren wir gleich stehen geblieben? 1973 Yom-Kippur-Krieg, 1974 Sturz des Negus, 1975 Nelkenrevolution in Portugal… Stopp, da war doch was? Richtig, eine Bahnlinie nach Benguela in Angola und eine zur Delagoabaai in Mosambique. Diese beiden Übersee-Provinzen wurden nun natürlich “unabhängig”; und prompt begannen die Bürgerkriege. Warum und worum eigentlich? Um Freiheit, Selbstbestimmung, Ismen und Bodenschätze? Ja, auch in Angola gab es die – aber hatten wir das nicht schon mal? Bei der Atacama-Wüste, bei Transvaal, bei Sibirien und bei Katanga mögt Ihr noch an Dikigoros’ Worten gezweifelt haben, liebe Leser; aber bei Angola kann es eigentlich keinen vernünftigen Zweifel mehr geben; denn in jenem Bürgerkrieg wurde in keiner Fase um Minen, Bergwerke oder Fundstätten gekämpft, sondern… dreimal dürft Ihr raten. Richtig: um die Gleise der Benguelabahn. Nach fünf Jahren war keine einzige Schiene mehr heil. Dann, 1980, kamen in Rhodesien schwarze Terroristen an die Macht. Das war für die Rhodesier schlimm (nicht nur für die Weißen, sondern auch und gerade für die Schwarzen), nicht aber für seine Nachbarn, z.B. für Zambia. Dort waren auch schwarze Terroristen an der Macht, und solange in Salisbury die Weißen herrschten, waren die Grenzen auch für den Warentransport über die Bahnlinie nach Beira gesperrt gewesen. Das änderte sich nun mit einem Schlag: Aus Rhodesien wurde Zimbabwe (eine Ruine – nomen atque omen!), und die Züge rollten wieder. Plötzlich war die Benguela-Bahn so uninteressant geworden wie Djibouti nach der Schließung des Suez-Kanals.

Der Bürgerkrieg in Angola schlief ein. Und der in Moçambique? Nun, die Frage ist nicht schwer zu beantworten: Als auch in Südafrika schwarze Terroristen an die Macht kamen, arrangierten sich die sehr schnell mit den schwarzen Terroristen, die in Maputo (so hieß das alte Lourenço Marques inzwischen) an der Macht waren, und die Züge der Delagoabaaibahn rollten wieder. Friede, Freude Eierkuchen – und Hungersnot; denn die Erlöse all der schönen Exporte landeten auf Schweizer oder Lichtensteiner Nummernkonten der Negerhäuptlinge; und als der letzte Weiße enteignet oder ermordet war, gab es auch nichts mehr zu verteilen. Aber diese traurige Wahrheit werdet Ihr in Euren politisch korrekten (und daher sachlich unkorrekten) Geschichts- und Märchenbüchern wohl nie zu lesen bekommen. Überflüssig zu erwähnen, daß es ohne den Bau der Delagoabaaibahn nicht zur Tragödie Rhodesiens gekommen wäre. Soll Euch Dikigoros etwas verraten? In Europa ist es nur deshalb so lange zu keinem echten Krieg mehr gekommen, weil die Eisenbahn dort ihre führende Rolle als Transportmittel für Güter und Personen verloren hat. Um Autobahnen führt man keine Kriege, um Luftrouten auch nicht. (Um Wasserstraßen vielleicht doch – aber das ist eine andere Geschichte.)

Die Bürgerkriege in Schwarzafrika seit der glorreichen “Befreiung vom Kolonialjoch” haben mit mehr oder weniger kurzen Unterbrechungen bis heute angedauert: im Kongo, in Nigeria, in Angola, in Mosambique, in Ruanda, in Burundi, in Rhodesien… Und sie haben inzwischen mehr Todesopfer gefordert als der Zweite Weltkrieg. Gewiß, das ist nicht so schlimm, denn Bevölkerungsverluste bemessen sich nicht nur nach der Zahl der Getöteten, sondern auch nach der Zahl der Nicht-Geborenen; und die schlimmsten Folgen des Zweiten Weltkriegs in Europa waren nicht militärischer oder wirtschaftlicher, sondern sozialer und moralischer Natur: Da Hitler und die Nazis das Kinderkriegen befürwortet hatten und den Krieg verloren, mußte auch das Kinderkriegen schlecht sein und als “nazistisch” geächtet werden – wie alles andere, was sie propagiert hatten.

Den europäischen, aber auch den nordamerikanischen Frauen wurde beigebracht, die Kindestötung im Mutterleib nicht als einen Verlust, sondern vielmehr als eine “Befreiung” zu empfinden von der Last, schwanger zu sein und Erziehungsarbeit (und womöglich auch noch Konsumverzicht!) leisten zu müssen. Abtreibung nach Belieben wurde nicht nur erlaubt, sondern sogar von Staats wegen gefördert, indem er einen gesetzlichen Anspruch auf ihre Finanzierung durch die Krankenkassen schuf. (Ja, Schwangerschaft ist eine Krankheit, und von ihr “genesen” bedeutet nicht mehr, wie früher, einem Kind das Leben schenken, sondern einem Kind das Leben nehmen!) Kein noch so brutales Regime in der Menschheitsgeschichte war oder ist verbrecherischer und (selbst-)mörderischer als der “Rechtsstaat”, der nach 1945 überall in Europa an die Stelle der “Diktatur” getreten ist. (Ja, überall, denn auch die sowjetischen Satelliten-Staaten in Osteuropa gewährten ihren Untertanen dieses “Recht” – wenngleich z.B. im katholischen Polen erst nach der “Befreiung” von 1990 in größerem Umfang davon Gebrauch gemacht wurde.)

Nicht der millionenfache Tod der Männer und Frauen und Kinder im Krieg bewirkte das Aussterben der Europäer, sondern der milliardenfache Mord an ihren ungeborenen Kindern im Frieden wird es bewirken, denn Tote kann man ersetzen – nur wenn man letzteres versäumt, gehen die Lichter endgültig aus. (Dies, liebe Leser, ist übrigens das einzige “endgültig” in der Geschichte – vielleicht ist die Christenheit dem “jüngsten Tag” schon näher als sie glaubt!) Dagegen haben sich die Schwarzafrikaner (und die Muslime – die brauchen kein “jüngstes Gericht”!) ihre Fruchtbarkeit und Kinderliebe durch alle Wechselfälle ihrer Geschichte bewahrt: Sie empfinden Kinder weiterhin nicht als Last, sondern als Lust und als willkommene Bereicherung ihres Lebens und Sterbens, denn die können etwa ab dem 5. Lebensjahr Kinderarbeit leisten und etwa ab dem 10. Lebensjahr Soldaten spielen, wenn sie männlichen, und Prostituierte, wenn sie weiblichen Geschlechts sind; und etwa ab dem 13. Lebensjahr können sie selber Eltern werden – also immer weiter so! Immer weiter so? Nein, in der Geschichte gibt es kein “immer”; und weniger als ein halbes Jahrhundert nach der “Befreiung” sollte etwas kommen, das den Schwarzafrikanern viel gefährlicher wurde als die europäische Kolonialherrschaft, ja sogar als die “Befreiung” von ihr: AIDS heißt das Zauberwort – aber das ist eine andere Geschichte.

* * * * *

Wahrscheinlich werdet Ihr, liebe jüngere Leser, dereinst in Euren Geschichts- und Märchenbüchern eine Menge blühenden Unsinns zu lesen bekommen (wie jetzt schon in den Gazetten) über Ursachen, Verlauf und Folgen des Irak-Krieges. Die letzten beiden Punkte wollen wir hier einmal beiseite lassen und uns ganz auf den ersten konzentrieren. Sicher habt Ihr schon jetzt von allerlei guten und gewichtigen Gründen gehört, die den Krieg unausweichlich machten: Saddam Hussein war ein böser Diktator (wie Hitler – das beweist schon der Schnurrbart :-) , der seine Minderheiten brutal unterdrückte, einige davon sogar vergaste – das war Völkermord -, und der Massenvernichtungswaffen besaß (oder auch nicht, aber sie jedenfalls entwickeln wollte), gegen die V1 und V2 harmlose Spielzeuge waren. (Cynische Menschen fügen hinzu, daß es überdies im Irak jede Menge schönen Erdöls gibt; aber das kann wohl kein Grund für einen Krieg gewesen sein; denn der Irak exportierte schon vor dem Krieg rund zwei Drittel seiner Fördermenge zu Dumping-Preisen an die Angelsachsen; und wenngleich das Argument, daß die Ölquellen und Pipelines in westlicher Hand besser aufgehoben sind als in irakischer, nicht von der Hand zu weisen ist – das gilt doch für die in Sa’udi-Arabien und den anderen Mullah- und Scheichtümern des Nahen Ostens genauso oder noch mehr!)

Allerdings halten auch die anderen Gründe einer näheren Überprüfung schwerlich stand: Saddam Hussein könnte sich jederzeit freien, demokratischen Wahlen stellen [was er in der Tat mit Hitler (und Schwarzenegger :-) gemeinsam hat - und was ihn von Rosenfeld, Weinstein, Bush und Blair unterscheidet, die nur mit Wahlkampflügen, Wahlfälschungen oder Koalitions-Intrigen an die Macht kommen und sich dort halten konnten], wenn man solche denn im Irak zuließe; und im übrigen sollte man ihm einen Orden dafür verleihen, wie er mit den kommunistischen Kurden und den radikal-islamischen Shiïten in seinem Lande fertig geworden ist. Nein, es muß wohl einen anderen Grund gegeben haben, weshalb knapp sechs Jahrzehnte nach Mannerheims Verrat an seinem langjährigen Freund und Verbündeten Hitler die westlichen Politiker ihren langjährigen Freund und Verbündeten Saddam Hussein verraten haben – aber welchen?

Erinnert Ihr Euch noch? Am 5.3.1903 wurde der Plan der Bagdadbahn unter deutscher Federführung beschlossen. 99 Jahre später kamen deutsche Politiker, Wirtschaftsbosse und Ingenieure auf die Idee, die 100. Wiederkehr dieses Ereignisses angemessen zu feiern. Wie denn das? Ganz einfach: Indem sie die alten Pläne wieder aus der Schublade zogen und – leicht überarbeitet – dem Präsidenten des Irak auf den Tisch legten. Der war auch gar nicht abgeneigt, machte allerdings zur Bedingung, daß die bei den Arabern so verhaßten Amerikaner und Briten, deren Regierungen in ihren Augen von jüdischen Strippenziehern gelenkte Marionetten waren, außen vor blieben. Die Deutschen waren’s zufrieden – aber wie das so ist, die feindlichen, pardon befreundeten Geheimdienste kamen bald dahinter. Wie war das gleich vor 89 Jahren? Was damals als casus belli gut war, war es immer noch – oder wieder.

Und wieder mußte man einen anderen Grund vorschieben – oder am besten mehrere: Anno 2001 hatten ein paar islamistische Terroristen aus Sa’udi-Arabien (aber mit dessen Herrschern war man ja gut Freund und wollte es einstweilen auch noch bleiben) zwei Kamikaze-Angriffe auf New York City und einen auf Washington geflogen. Das war nicht nett, und die USA machten sich auf die Suche nach ihnen. Zuerst suchten sie sie entlang der Öl-Pipeline, die sie von den Öl-Quellen Taşkendas durch Afģānistān bis an den Indischen Ozean bauen wollten. Dort wurden sie allerdings nicht fündig, und aus dem Pipeline-Bau wurde auch nichts (aber das ist eine andere Geschichte). Und dann kamen “gesicherte Erkenntisse” auf, daß die deutsch-irakischen Verhandlungen um den Neubau der Bagdadbahn Fortschritte machten und…

Wie – das wußtet Ihr nicht? Es ging doch vor dem Irak-Krieg durch alle Medien, wenn auch nur im Kleingedruckten. Nehmt Ihr denn etwas nur zur Kenntnis, wenn es täglich in den Fernsehnachrichten kommt? Ach so, die Wahlen zum Fußballer des Jahres, zum Superstar der Schlagersänger und zum Bundeskanzler sind Euch – in dieser Reihenfolge – wichtiger als solche wirtschaftlichen “Nebensachen”? Na schön, dann vergeßt es ganz schnell wieder und nehmt statt dessen mit der offiziellen Version vorlieb: Und dann kamen “gesicherte Erkenntnisse” auf, daß die bösen Terroristen sich inzwischen in den Irak abgesetzt hatten und von dort aus neue Anschläge planten. Die amerikanischen und britischen Panzer marschierten an der Grenze zum Irak auf, ließen sich freilich Zeit und die deutsche Regierung vertraulich wissen, daß sie die Verhandlungen mit den Irakern noch abbrechen und so einen Krieg vermeiden könne. Doch der deutsche Kanzler – ein Jurist, der von Geschichte keine Ahnung hatte (als er zur Schule ging, lehrte man dort nur die Geschichte vom Holocaust) und im übrigen ebenso dumm und starrköpfig war wie sein Kollege von 1914 – pochte auf sein gutes Recht und auf den globalisierten Freihandel, den die Angelsachsen doch immer gepredigt hatten. Er weigerte sich nicht nur nachzugeben, sondern überredete sogar den französischen Präsidenten, mit ins selbe Boot zu steigen – gegen die Zusage einer gewissen Beteiligung, versteht sich. Am 27.2.2003 brachte der Saar-Kurier die Meldung, daß der Chef der Deutschen Bahn AG, ein Herr Mehdorn, am 5.3.2003 zur Vertrags-Unterzeichnung nach Baģdād fliegen wollte.

Die USA sperrten den Luftraum. Der Bahnchef, nicht faul, machte sich auf den Weg in die Türkei, um von dort aus über Land in den Irak zu reisen. (Durchs wilde Kurdistan – er ist ein großer Carl-May-Fan :-) Das ging nun aber doch zu weit: Am 20.3.2003 marschierten die Alliierten in den Irak ein. Über den Verlauf des Krieges kann Euch Dikigoros wenig berichten – er war nicht dabei, und was andere darüber berichtet haben, scheint ihm entweder nichtssagend oder nicht nachvollziehbar. Und die Folgen? Die Bagdadbahn wird wieder nicht gebaut – jedenfalls nicht von den Deutschen, und daß die Briten und/oder Amerikaner sich dieser Aufgabe annehmen werden, wagt Dikigoros auch zu bezweifeln – die dürften, jedenfalls für’s erste, ganz andere Sorgen haben. (Sein Vater hätte wieder an Wladiwostok und die Westbank gedacht :-) Warten wir mal ab, wie die Geschichte ausgeht – aber wahrscheinlich werden wir das so bald nicht erfahren.

* * * * *

Dikigoros hat “Von Meer zu Meer“, seinen Bericht über die großen Kanalbauten, mit einem Zukunftsprojekt schließen lassen; und das will er auch hier tun, da ihm ohnehin noch eine biestige Bemerkung über die Bagdad-Bahn auf der Zunge liegt. Findet Ihr nicht auch, liebe Leser, die Ihr etwas geografisches und strategisches Verständnis habt, daß es von vornherein eine Schnapsidee war, eine Bahnlinie zu bauen, die nur bis Basra am Persischen Golf führt, und von dort auf die Weiterfahrt per Schiff zu vertrauen? Was, wenn nun jemand die Straße von Hormuz sperrt? Dann ist das ganze eine Mausefalle! Deshalb haben sich die Russen etwas anderes, besseres einfallen lassen: Eine Verlängerung der schon bestehenden Trasse Sankt Peterburg – Moskau – Astraķhan durch Aserbaidjan, Djibal (Medien), Fars (das “echte” Persien, d.h. das alte Herzland des Iran) bis hinunter zur Küste von Laristān, genauer gesagt bis nach Bändär Abbas (Ihr könnt es auch “Bandar” oder “Bender” schreiben; aber sprecht es doch bitte so aus, wie Dikigoros es hier geschrieben hat; es ist das von Marokko bis Indonesien verbreitete arabische Wort für “Hafen”) am Golf von Oman, der direkt in den Indischen Ozean übergeht. Ihr meint, dieses Projekt passe nicht in das Konzept dieser Reise, weil seinetwegen kein Krieg geführt wurde und schwerlich einer geführt werden dürfte?

Ihr irrt, liebe Leser, Ihr irrt ganz gewaltig, wenn Ihr das glaubt. Dieser Krieg wird längst geführt, und zwar mit einer Erbitterung und Opferzahlen auf beiden Seiten, die dem zunehmendem Wegsehen im Westen Hohn sprechen. Die Russen wollen ihn als Rebellion einiger weniger muslimischer Extremisten in Tschetschnja und Daģistān abtun – aber das ist ein schlechter Witz. Seit Menschengedenken ist im Kaukasus kein vergleichbarer Krieg mehr geführt worden; und die kaukasischen Bombenleger tragen ihn mit ihren Vergeltungsschlägen in die russischen Städte. Denn die westlich des Kaspischen Meeres verlaufende Trasse in spe (die östliche könnt Ihr getrost vergessen – die Russen haben sie von ihrer Agenda gestrichen, seit die Turk-Republiken unabhängig geworden sind) führt über Bakú, und dort gibt es eben nicht nur Öl. Ihr meint, der Kampf sei für die Kaukasus-Völker letztlich aussichtslos? Das glaubt Dikigoros auch – jedenfalls will er es doch schwer hoffen; aber damit ist die Sache ja noch längst nicht ausgestanden. Wenn Ihr Euch mal eine Karte Persiens im Jahre 1907 besorgt, auf der die “Interessensfären” abgesteckt sind, die Groß-Britannien und Rußland vereinbarten, als sie ihre Entente zum Krieg gegen Deutschland und seine Bagdad-Bahn schlossen, dann werdet Ihr sehen, daß die Angelsachsen sich die Provinz Kirman bis einschließlich Bändär Abbas sicherten! Ihr meint, das sei sicher nur ein Zufall? Solche Zufälle liebt Dikigoros… Aber er bietet Euch eine Wette an: Wenn Rußland die Tschetschnier und Daģistānī platt gemacht hat und danach mit dem Iran – wer immer dann dort an der Regierung sein sollte – den Bau einer Eisenbahn gemäß diesem Projekt vereinbaren sollte, dann werden die Angelsachsen wieder einmal feststellen, daß sie das falsche Schwein geschlachtet haben und daß Usamā Bin Lādin (der ein äußerst dankbares Objekt für solche Zwecke ist, da seine Leiche nie gefunden wurde) sich gar nicht im Irak aufhält, sondern vielmehr… im Iran! Und was dann geschehen würde, um dort endlich Friede, Freiheit und Demokratie wieder herzustellen, das braucht Dikigoros Euch doch sicher nicht im einzelnen auseinander zu setzen, oder?

[Das gleiche gilt übrigens für die Schnapsidee, eine Erdgaspipeline vom Iran über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich zu bauen (übrigens der Grund, aus dem man Bulgarien und Rumänien wider alle Vernunft bereits in die EU aufgenommen hat und die Türkei auch noch aufnehmen will), wie ihn ein Konsortium von Geisteskranken unter dem Namen "Nabucco" seit Beginn des 21. Jahrhunderts verfolgt.]

Aber vielleicht sind die Iraner klüger als die Russen und Amerikaner glauben – sie setzen nämlich auf eine Alternativ-Route, die ebenfalls den Irak mit Baģdād und Basra außen vor läßt. Ganz heimlich, still und leise haben sie die hier noch rot gepunktete, d.h. als erst geplante Strecke eingezeichnete Verbindung zwischen Kirman und Zahädan fertig gestellt (dagegen ist die hier bereits als durchgehende rote Linie eingezeichnete Strecke zwischen Yazd und Bändär Abbas noch nicht fertig!); und Dikigoros kann Euch die erfreuliche Mitteilung machen, daß sie vor kurzem auch in Betrieb genommen worden ist. Nun gibt es da freilich ein Problem, das bald neuen Handlungsbedarf erzeugen könnte: Pākistān und Bhārat können sich nicht über eine Fortführung der Strecke von Sukkur durch die Wüste Tharr gen Osten einigen; und deshalb ist es vielleicht nur gut, daß die Amerikaner zufällig noch ein paar Truppen in Afģānistān stehen haben; und daß sie sich nicht bloß auf Kābul und Kunduz kaprizieren (dorthin können sie ja die blöden Deutschen schicken – the Gerries to the front! :-) , sondern auch und vor allem Kandahar unter Kontrolle halten; denn von dort sind es über den Kojak-Paß (ja, liebe Leser, so heißt er wirklich :-) nur rund 200 km bis nach Quetta; und das wiederum ist die nächste größere Station vor… Sukkur. Aber wie gesagt, das sind sicher alles nur Zufälle; und wenn es doch so weit kommen sollte, daß jemand all diese Zufälle zu Gelegenheiten macht, die er beim Schopf packen zu müssen glaubt (vorsichtiger kann man es wirklich nicht ausdrücken :-) , dann wird Dikigoros darüber an anderer Stelle weiter berichten. Hier hängt er nun endlich seine rote Schlußlaterne auf.

http://www.geocities.ws/dikigoros2/bahn2.htm

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Gruß an die Reichs-Bahn

Der Honigmann

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AN ALLE REGIERUNGEN DIESER WELT!!!!!

Ich habe die folgenden Videos in ein paar Minuten zusammen geschnitten, damit ihr sehen könnt was hier wirklich abgeht….
AN ALLE REGIERUNGEN DIESER WELT!!!!!
WIR FORDERN FRIEDEN – FREIHEIT – GERECHTIGKEIT FÜR ALLE MENSCHEN DIESER ERDE!!!!! JETZT !!!!!!

gefunden bei:http://terraherz.at/2013/05/17/israel-syrien-damascus-2013-krieg-atombombe/

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..danke an TA KI

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Gruß an den Frieden

Der Honigmann

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Thema:

  1. Rußlands und Chinas Pläne für BRICS, um das Dollarsystem zu demontieren
  2. Einsatz einer Atombombe durch Israel in Syrien ist nun absolut verifiziert
  3. Israel droht mit weiteren Angriffen gegen Syrien und warnt sich dagegen zu wehren
  4. 41.000 Alawiten im Konflikt in Syrien getötet
  5. Weniger Staaten unterstützen Syrienkritik
  6. Auch wenn’s weh tut: Europa sollte auf die Briten nicht verzichten!
  7. Niederlande: Bulgaren zockten den Sozial-Staat systematisch ab
  8. EU setzt Masterplan um: Enteignung der Sparer kommt
  9. Mehr als drei Milliarden Euro für Mali
  10. Geologen warnen, daß in Spanien sich ein “destruktives” Erdbeben ereignen könnte.
  11. China warnt die EU vor einem Handelskrieg
  12. Massenproteste gegen Monsanto in ganz Deutschland geplant
  13. Hartz IV: Herzstillstand nach Arbeitszwang
  14. Bundesregierung: Deutschland soll mehrere Kriege gleichzeitig führen können
  15. Wirtschaft in der Krise
  16. Mehrere Supermarkt-Konzerne möchten nur gentechnikfreie Soja

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Der Honigmann

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Mollaths Anwalt kritisiert Durchsuchung

Der Anwalt des Psychiatriepatienten Gustl Mollath hat die Durchsuchung von Mollaths Zimmer kritisiert. Das Vorgehen sei “schikanös”, empörte sich Strate. Fünf DVDs habe er abgeben müssen, sagte Mollath.

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Die Mitarbeiter der Forensischen Klinik hätten ihm DVDs mit Fernsehbeiträgen über seinen Fall weggenommen, so Mollath. In einem Beschwerdebrief wandte sich sein Verteidiger Gerhard Strate an den Chefarzt der Psychiatrie. Auch der Fraktionschef der Grünen im Bayerischen Landtag, Martin Runge, kritisierte die Durchsuchung. Er warf der Klinik vor, in Mollaths Verteidigungsrechte einzugreifen. Im Bezirkskrankenhaus war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mollath muss Akten auslagern

Solche Zimmerdurchsuchungen würden nach dem Zufallsprinzip geschehen, erklärte ein Pfleger Mollaths Anwältin Erika Lorenz-Löblein. Während der Raum durchsucht wurde, habe Mollath sein Zimmer verlassen müssen. Zudem sei er aufgefordert worden, seine Akten in Umzugskartons zu verstauen, so Lorenz-Löblein.

Dokumente wegen Brandschutzes abgeben

Die Akten müssten wegen Brandgefahr woanders gelagert werden, argumentiere das Klinikum. Nach Angaben von Mollaths Anwältin wolle das Bezirkskrankenhaus Bayreuth allerdings erst kommende Woche endgültig darüber entscheiden, ob Mollath seine Dokumente im Zimmer behalten darf oder abgeben muss.

Seit sieben Jahren in der Psychiatrie

Im Dezember 2003 hatte Gustl Mollath Anzeige wegen Schwarzgeldgeschäften gegen seine Frau, mehrere andere Mitarbeiter der Hypo-Vereinsbank und 24 Kunden erstattet. Seine Frau hatte ihn bereits zuvor wegen Körperverletzung angezeigt.

Der Nürnberger sitzt seit 2006 in der Psychiatrie, weil er nach einem Urteil des Landgerichts Nürnberg nicht nur seine Frau angegriffen und verletzt hatte, sondern eine Gefahr für die Allgemeinheit sein soll. Mollath hatte vorher jede Zusammenarbeit mit dem Gutachter abgelehnt, der seinen Geisteszustand untersuchen sollte. Der Gutachter bescheinigte ihm ein “paranoides Gedankensystem”, zu dem auch die Schwarzgeld-Verschiebungen gehörten. Die Einweisung ist von Gutachtern und Gerichten bestätigt worden.

Gefunden bei: http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/mollath-zimmer-durchsuchung-100.html

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Untersuchungsausschuss vernimmt Richter

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Im Landtag muss heute ein ehemaliger Vorsitzender Richter im Zeugenstuhl Platz nehmen: Der Untersuchungsauschuss zur Zwangsunterbringung des Nürnbergers Gustl Mollath in der Psychiatrie will feststellen, ob der Richter Otto Brixner 2004 gegen seine Amtspflichten verstieß.

Damals lief vor dem Landgericht Nürnberg ein Körperverletzungs-Prozess gegen Mollath: Ihm wurde vorgeworfen, seine Frau schwer misshandelt zu haben. Mollath hatte daraufhin seine Frau wegen Schwarzgeld-Geschäften bei der Steuerfahndung angezeigt.

[...]

den ganzen Artikel lesen Sie hier: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Untersuchungsausschuss-vernimmt-Richter-id25274841.html

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Lesen Sie auch die Artikel von der Honigmannseite

Umstrittener Richter mit brisanter Bekanntschaft = bayrisch´ politische “Amigo”-Landschaft

http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/05/16/umstrittener-richter-mit-brisanter-bekanntsc

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Fall Mollath: Offener Brief des Richter i.R. Heindl an Beate Merk – zur Erinnerung

http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/01/07/fall-mollath-offener-brief-des-richter-i-r-heindl-an-beate-merk-zur-erinnerung/

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…danke an TA KI

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Gruß an die Freiheit und Gerechtigkeit

Der Honigmann

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