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Mit ‘Hexenhammer’ getaggte Beiträge


….der Beitrag erschien schon einmal am 11. April 2010

»Wieviel die Fabel von Christus Uns und den Unsern genützt hat, ist bekannt.«
Papst Leo X. 11) S. 142

»Die Kirche ist die höchste aller denkbaren Korruptionen.«
Der Philosoph Friedrich Nietzsche 11) S. 363

»Wir brennen wahrhaftig vor Geldgier, und indem wir gegen das Geld wettern,
füllen wir unsere Krüge mit Gold, und nichts ist uns genug«.

Bischof Hieronymus 11) S. 76

Basis BLUTGELD
Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld -
auf dieser Basis bauen alle auf, die der Kirche Geld geben.

Wie ist die Kirche zu ihrem immensen Reichtum gekommen? Die Wahrheit darüber findet man in vielen dicken Büchern verborgen. Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Fakten gesammelt und übersichtlich zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis


Gold
Der Vatikan hortet den zweitgrößten Goldschatz auf Erden

  • In der italienischen Zeitschrift Oggi wurde der Goldschatz des Vatikans aufgrund »außerordentlicher Informationen« hinter demjenigen der USA als der zweitgrößte der Welt beziffert: 7000 Milliarden Lire = 3.500.000.000 Euro. Im Vergleich dagegen beträgt der Wert des Goldschatzes des Staates Italien »nur« 400 Milliarden Lire. Dies war 1952. 1) Wie groß mag der Goldschatz des Vatikans heute sein? Rechnen wir die Wert-Steigerung dazu, so wäre der Wert des Goldes heute 63 % höher. Bei Verkauf könnte der Goldschatz des Vatikans, je nach Zeitpunkt eines eventuellen Abstoßes, bis 650 % Gewinn gebracht haben. Da fragt man sich:

Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Gold-Besitz gekommen?


Aktien
Der Vatikan pokert mit enormen Finanzreserven an der Wallstreet

  • »Die auswärtigen Finanzreserven des Vatikans sind vornehmlich an der Wallstreet konzentriert. Insgesamt dürfte sich der Gesamtbesitz der Kirchenzentrale an Aktien und anderen Kapitalbeteiligungen bereits im Jahr 1958 auf etwa 50 Milliarden DM belaufen haben.« 4) S. 153
  • Diese Zahl dürfte inzwischen vermutlich auf weit über Hundert Milliarden Euro angewachsen sein.

Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Aktien-Besitz gekommen?


Konzerne
Der Vatikan ist »größter religiöser Wirtschaftskonzern«

  • »Der Vatikan ist heute der größte religiöse Wirtschaftskonzern der Welt und fest engagiert in zahllosen Unternehmen in den Bereichen Immobilien, Plastik, Elektronik, Stahl, Zement, Textilien, Chemie, Nahrungsmittel und Bauwirtschaft3) S. 244
  • Die dem Vatikan gehörende Firma Italgas hat Tochter-Gesellschaften in 36 italienischen Städten. Der Vatikan mischt mit bei Teer, Eisen, Destillaten, Trinkwasser, Gasherden, Industrieöfen usw. Von den etwa 180 italienischen Kreditinstituten verfügt mindestens ein Drittel über vatikanisches Geld. 3) S. 244
  • Der Vatikan besitzt viele einflussreichste römische Banken und ist in Europa, in Nord- und in Südamerika an einer überwältigenden Fülle mächtiger Industrieunternehmen beteiligt, einige gehören sogar weitgehend dem Vatikan, wie z.B. Alitalia oder Fiat. 2) S. 53

Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Besitz gekommen?


Ländereien
Die Kirche – der größte Grundbesitzer der westlichen Welt

Einige Beispiele:

  • Deutschland: Mit 8,25 Milliarden qm größter privater Grundbesitzer 34) S.208 (entspricht gut der Hälfte des Bundeslandes Schleswig-Holstein 34) S.208 oder der Größe von Bremen, Hamburg, Berlin und München zusammen)
  • Italien: über 500.000 ha Ackerland
  • Spanien: ca. 20 % aller Felder
  • Portugal: ca. 20 % aller Felder
  • Argentinien: ca. 20 % aller Felder
  • England: ca. 100.000 ha
  • USA: über 1.100.000 ha Ackerland;

Weiden und Wälder sind nicht mitgerechnet. 26) S. 429

Wie ist die Kirche zu diesem immensen Land-Besitz gekommen?


Städte / Immobilien
Der Vatikan ist »größter Immobilienbesitzer«

  • Man kann in Bezug auf die immensen Besitztümer des Vatikans nicht mehr nur von Immobilien sprechen, sondern eher von Städten oder Stadtteilen.
  • Rom z. B. ist bereits zu 1/4 in den Händen des Vatikans, recherchierte Paolo Ojetti in der Zeitschrift L’Europeo am 7.1.1977. Sein Artikel war wie ein Telefonbuch zu lesen. Seitenweise listete er Tausende von Palästen auf, die z. T. den 325 katholischen Nonnen- und 87 Mönchsorden gehören. 5)
  • Der Journalist Ojetti recherchierte auch in der italienischen Stadt Verona. Er druckte einen Stadtplan ab, auf dem ungefähr die Hälfte der Häuser schwarz markiert waren = Eigentum der katholischen Kirche. Er wies darauf hin, dass die Besitzverhältnisse in anderen Städten ähnlich sein dürften. 5)
  • Das war dem Vatikan zuviel. Sie nannten den Artikel verwirrend, unverantwortlich, skandalös, antiklerikal, unkulturell und dumm. Der Direktor der Zeitschrift wurde sofort gefeuert.
  • Es dauerte 21 Jahre, bis es wieder ein mutiger Journalist wagte, das Thema anzupacken.
  • Max Parisi recherchierte für die Zeitung La Padania nochmals die Eigentumsverhältnisse in Rom und kam in seinem Artikel vom 21.6.1998 zum Schluss, dass jetzt bereits schon fast 1/3 aller Häuser Roms im Besitze des Vatikans sind. 6)
  • Diese Immobilien von »unermesslichem Wert« befinden sich nach seiner Recherche in den besten Lagen: »Das ganze Gebiet vom Campo dei Fiori bis zum Tiber gegenüber der Engelsburg, vorbei an der Piazza Navona und den umliegenden Straßen ist praktisch vollständig im Besitz des Vatikans. Es handelt sich um etwas weniger als die Hälfte des historischen Zentrums.« Allein in dieser Zone sind es über 2500 Paläste. Diese ganzen Immobilien tauchen auf dem Katasteramt gar nicht auf, weil sie als »ausländisches Territorium« gelten. 6)
  • Der Autor Guarino33) nennt Beispiele, wie Leute zwangsgeräumt und auf die Straße gestellt wurden, obwohl die Vatikanbank scheinheilig anderes versprochen hatte. Parisi fragt am Ende: »Was haben Glauben und 160.000 Milliarden Immobilienbesitz miteinander zu schaffen? Was hat Jesus mit … den teuersten Terrassenwohnungen Roms zu tun?« 6)
  • Jetzt versteht man die alten Prophezeiungen, nach denen den Römern eines Tages der Kragen platzt und die Prälaten ihre Kutten in den Tiber werfen müssen, um nicht erkannt zu werden …

Doch wie ist der Vatikan zu diesem immensen Besitz gekommen?


Blutgeld durch Sklaverei
Der Menschenhandel und die Sklaverei vergrößerten den Reichtum der Kirche,
von dem sie heute noch lebt.

  • Die Kirche unterstützte von Anfang an die Sklaverei und verschärfte sie in vielerlei Hinsicht. 7) S. 520.524
  • Papst Nikolaus V. legitimierte den Sklavenhandel in seiner Bulle Divino amore communiti (Aus göttlicher Liebe zur Gemeinschaft) am 18. Juni 1452. Deshalb war der Sklavenhandel legal und verursachte bei den Beteiligten keinerlei Skrupel. 10) S. 101
  • Der Papst hielt sich selber Sklaven. Papst Gregor I. hielt Hunderte Sklaven auf seinen Gütern und stimmte Gesetzen zu, die den Sklaven verboten, freie Christen zu heiraten.
  • Ein Sklave wurde wie ein Stück Vieh betrachtet. Die Kirche behandelte Sklaven wie »Kirchengut« und dieses galt als unveräußerlich. Die Kirche schätzte den Wert von Kirchengütern manchmal nicht nach Geld, sondern nach Sklaven ein. 7) S. 523
  • Wurde trotzdem ein Sklave freigelassen, musste er mit seinem Vermögen die Kirche entschädigen. 7) (4. Synode von Toledo)
  • Die Kirche verbot Sklaven, Testamente zu machen. Beim Tode eines Sklaven fielen seine Ersparnisse der Kirche zu.
  • Laut dem hl. Thomas von Aquin waren Sklaven »zweckdienlich«. 7) S. 229
  • Die Kirche tat alles, um die Sklaverei zu erhalten, und nichts, um sie zu beseitigen. 7) S. 520
  • Ein Bischof durfte einen Sklaven nur entlassen, wenn er zwei Sklaven dafür als Ersatz anbot. 7) S. 523
  • Uneheliche Kinder von Klerikern wurden zu lebenslangen Kirchensklaven gemacht. Dies galt auch für Findelkinder. (3. Synode von Toledo)
  • Der »heilige« Martin von Tours (heute in vielen Kirchen abgebildet, wie er seinen Mantel teilt) z. B. hielt sich 20.000 Sklaven. 7) S. 524
  • Auch die Klöster hatten Sklaven, sowohl zum Dienst im Kloster wie zur Bedienung der Mönche. Tausende gefangener Slawen und Sarazenen wurden als Sklaven an Klöster verteilt. 7) S. 528
  • Die Sklaverei dauerte auf Kirchenländereien und päpstlichen Gütern bis ins 11. Jahrhundert.
  • »Schätzt man doch, dass zeitweise auf einen gefangenen Sklaven, der die afrikanische Küste noch lebend erreichte, zehn trafen, die schon beim Landtransport umgekommen waren, worauf von weiteren zehn etwa neun auf dem Seeweg verreckten.« 10)
  • »Der Protestantismus ging von Anfang an in den gleichen Bahnen, nachdem Luther Leibeigenschaft und Sklaverei theologisch gerechtfertigt hatte. Bis weit ins 19. Jahrhundert trieben evangelische Staaten unter der theologischen Billigung der Missionare Sklavenhandel und gingen auf Sklavenjagd.« 8) S. 22 und  4) S. 150
  • Das erste englische Sklavenschiff hieß »Jesus«. 9) S. 179

Jesus predigte die Nächstenliebe. Mit dem Tun der Kirche ist diese nicht zu vereinbaren.
Für den, der jetzt sagt, so sei halt die Zeit gewesen, hier ein Satz aus dem Koran: »Wünscht einer deiner Sklaven eine Freilassungsurkunde, so stelle sie ihm aus, wenn du ihn als gut kennst, und gib ihm einen Teil deines Reichtums, den Gott dir verliehen.« 7) S. 513 Es hätte also auch im «Christentum« anders sein können.

Sklavenhandel mit Indianern

  • Anfangs stand der Bischof Rodriguez de Fosca selbst als Auftraggeber hinter dem Sklavenverkauf der Indianer in Sevilla. 10) S. 101
  • Kolumbus schickte ihm verschiedene Male eine größere Anzahl von Indianern auf den Sklavenmarkt nach Spanien. Allein im Februar 1495 waren es vier Schiffe mit je 500 Indianern im Alter von 12-35 Jahren. 10) S. 101
  • Der geschäftstüchtige Kolumbus war wohl vertraut mit der Moraltheologie seiner Kirche, nach der »die Versklavung von Nichtchristen mit der Begründung gerechtfertigt sei, dass Heiden ohnehin zu ewiger Verdammnis verurteilt seien.« 10) S. 102
Am 18. 6.1452 legitimierte Papst Nikolaus V. den Sklavenhandel durch eine Bulle, indem er den portugiesischen König ermächtigte,» … die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zuvertreiben, zu unterjochen und in die ewige

Knechtschaftzu  zwingen«.

Da sich der jetzige Papst so wunderbar hervortut mit einem »Mea culpa« der besonderen Art, in dem er nämlich die ganze Schuld der blutigen Untaten nicht der Kirche und seinen Päpsten, sondern den »Söhnen und Töchtern« der Kirche in die Schuhe schieben will, hier der Original-Text – der Millionen Indianern einen grausamen Tod brachte – auf Lateinisch, sozusagen als Gedächtnisauffrischung für den Papst: »… invandendi, conquirendi, expugnandi et subjudandi illorumque personas in perpetuum servitutem redigendi …« 10) S. 101


Belegplan eines Schiffes bei einem Sklaventransport.
Jahrhunderte lang förderte die Kirche die Sklaverei und hielt sich eigene Sklaven.


Superreich durch Leibeigene
Auch die Leibeigenen vergrößerten damals den Reichtum der Kirche,
von dem sie heute noch lebt.

  • Bereits ab dem 4. Jahrhundert bildete sich unter der Domäne der Kirche eine andere Art der Sklavenhaltung: die Leibeigenen. 2) S. 538
  • Die Leibeigenen waren de facto den Sklaven gleichgestellt. Sie durften ihr Land nicht verlassen und waren den Großgrundbesitzern, z. B. einem Kloster, hilflos ausgeliefert. Sie wurden mit Abgaben von Wucherzinsen erpresst und schikaniert. So entstand ein in hohem Grade korrupter und tyrannischer Zwangsstaat. Das Elend der Leibeigenen war unermesslich. Manche Eltern waren gezwungen, ihre Kinder in die Sklaverei oder die Prostitution zu verkaufen. 2) S. 538
  • Aufstände wurden blutig unterdrückt. Die Kirche stand auf der Seite der Ausbeuter und predigte Demut und Gehorsam. 2) S. 544
  • Die Kirche war (und ist) größte Grundbesitzerin Europas. Das Kloster Fulda z. B. besaß 15.000 Landsitze. Das Kloster St. Gallen verfügte über 2.000 Leibeigene. 14) S. 240

Superreich durch Segen & Titel
Auch der Verkauf von Segensbriefen, Titeln, Audienzen usw.
vergrößert heute noch den Reichtum der Kirche

Preisliste des Vatikans (1990)

  • DM 5.000,- für einen vom Papst persönlich unterzeichneten Segen mit Urkunde
  • DM 30.000,- für eine Privataudienz mit dem Papst, inkl. Video
  • DM 50.000,- Spende für einen Ehrendoktortitel
  • DM 120.000,- Spende für einen Orden (Ordensstern zum Großkreuz des St.-Gregor-Ordens)
  • DM 300.000,- für einen Barontitel
  • DM 2.500.000,- für eine Erhebung in den Fürstenstand
  • DM 50.000,- für die Nebenkosten einer solchen Prozedur, etwa anlässlich der Ostermesse
  • Ab ca. 100.000,- Euro (im Durchschnitt ca. 250.000,-) kosten auch Heiligenprozesse. Nur wohlhabende Familien oder Ordensgemeinschaften können sich einen derart teuren Prozess leisten. 4) S. 299
    Allein durch die 464 Heiligsprechungen (mehr als in den 400 Jahren davor) von Johannes Paul II. dürften ca. 116.000.000,- Euro in die Kassen des
    Vatikans gerollt sein. 36) S. 165

Superreich durch Ablasshandel
Mehr als 1 Milliarde Gulden sollen durch Ablasshandel nach Rom geflossen sein.
Dies ist Teil des Kirchenvermögens – heute noch.

  • Papst Sixtus IV. entschied 1467, dass die Wirkung kirchlicher Ablässe auch für die armen Seelen im Fegfeuer gelte. 11) S. 144
  • Deshalb nahmen die Klöster Geld für Gebetsdienste, damit die Verstorbenen angeblich weniger lang im Fegfeuer schmoren müssen.
  • Der Papst entschied auch, dass, wer nicht in der Lage sei, eine Romreise für den vollständigen Ablass anzutreten, einen ebenso vollständigen Ablass erlangt, wenn er lediglich 1/3 der Reisekosten an die päpstlichen Vertreter zahlt. Tausende taten dies. 15) S. 347
  • Papst Leo X. meinte, dass Arme dieses Segens nur schwer teilhaftig werden, denn sie haben kein Geld und müssten deshalb des Trostes entbehren. 2) S. 538
  • Ablässe werden auch heute, im 21. Jahrhundert (!), angeboten. Während des »Jubeljahres 2000« wurden beim Durchschreiten diverser Tore Ablässe gewährt.
  • »Nach Recherchen Corvins sollen durch den Ablasshandel im Lauf der 600 Jahre seines Bestehens etwa 1 Milliarde Gulden nach Rom geflossen sein.« 15) S. 348

Ablass für Mord und Totschlag
Besonders abscheulich wird der Ablasshandel, wenn es der Kirche nicht nur um finanzielle Bereicherung geht, sondern Menschen zu Mord und Totschlag verführt werden,
um angeblich schneller in den Himmel zu kommen …

  • So versprach Martin Luther jedem Soldaten, der beim Krieg gegen aufständische Bauern einen Bauern ermordete, und selbst ums Leben kam, einen Platz im Himmel. (Man vergleiche Verheißungen an islamische Selbstmordattentäter) 31)
  • Papst Innozenz III. versprach jedem, der sich am Kreuzzug gegen die Albigenser beteiligte, zwei Jahre Ablass. So sammelte sich ein Heer von bis 200.000 Mann, um das Städtchen Béziers anzugreifen. Ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht und Religion wurden nahezu 20.000 Menschen niedergemetzelt. Selbst die Frauen und Kinder, die sich in die Kirche geflüchtet hatten, verschonten sie nicht. Anschließend wurde die Stadt niedergebrannt. 16)
  • Um genügend Krieger für die Kreuzzüge zu bekommen, lockte die Kirche mit rigorosen Ablässen. Für einen angeblichen Platz im Himmel wurden Zigtausende Menschen ermordet. Da fragt man sich, welcher Teufel als »Gott« möchte wohl Wesen mit einer derart blutigen »Eintrittskarte« um sich haben?

Blutgold durch Raubmord
Unzählige Menschen wurden bei der Eroberung Amerikas umgebracht -
vor allem des Goldes wegen.
Dieses Gold ist heute noch Teil der römisch-katholischen Kirche.

  • Mit dem ersten Gold aus der Süd-Amerika-Beute ließ Papst Alexander VI. die Decke von Santa Maria Maggiore in Rom verzieren und mit dem Symbol seiner Familie versehen. 10) S. 115
  • Ein nennenswerter Anteil des Blutgoldes und -silbers floss in kirchliche Schatzkammern, transformiert in stolze Kleinodien christlich-abendländischer Gold- und Silberschmiedekunst. 10) S. 115
  • Signifikantes Beispiel ist eine fast drei Meter hohe Monstranz, die Kardinal Cisneros aus dem Gold, »das Kolumbus auf seinen Reisen fand«, fertigen ließ und der Kathedrale von Toledo stiftete. 10) S. 114


Um das letzte Gold heraus zu pressen, wurden die Indianer grausam gefoltert.

  • Festgelegt war der Hergang, nach dem die Missionierung der Heiden zum Katholizismus zu bewerkstelligen war. »Die Indianer, denen solche Gnade und Gunst widerfährt, sollten ihrerseits ihre Unterwürfigkeit und ihren guten Willen beweisen, indem sie eine große Menge Gold, Edelsteine, Silber und andere Dinge, die sie besitzen, Seiner Hoheit, dem König und dem Gouverneur freiwillig ausliefern, andernfalls könnten Gott, unser Herr und Ihre Hoheiten sehr ungnädig werden.« 10) S. 108
  • »Das junge Mädchen wurde ohne weiteres den Armen seiner Familie entrissen, um die Leidenschaft des brutalen Siegers zu befriedigen. Aber die Hauptleidenschaft des Spaniers war die Liebe zum Gold. Dafür schreckte er vor keiner Anstrengung zurück … und Menschenleben waren in den Augen der Eroberer der unbedeutendste Artikel.« 10) S. 109
  • »Im Jahr 1500 lebten in den heutigen Grenzen Mexikos 25 Millionen Indianer, hundert Jahre später nur noch eine Million.« 10)
  • Über die Einschmelzung peruanischer Goldschätze ist überliefert: »Dann dauert es einen vollen Monat, das wertvolle Geschirr einzuschmelzen, obwohl Goldschmiede des Landes Tag und Nacht daran arbeiten müssen.« Der Chronist beziffert den Goldwert nur dieser einen Aktion auf 1.326.539 Goldpesos. Dies entspricht heute etwa 450.000.000 Euro. 10) S. 111
Aus dem Blutgold ließ der Kardinal eine fast drei Meter hohe Monstranz, für die Aufbewahrung der Hostie in der Kathedrale von Toledo schaffen. »Wen überfällt nicht ein Schaudern, wenn er den mit 20 Tonnen Blattgold vergoldeten Altar der Kathedrale von Sevilla bestaunt und dabei an das in den Minen vergossene Blut der Indianer denkt.« 12) S. 66 An eine Wiedergutmachung und ein Zurückgeben der Beute denkt die Kirche nicht.
  • Einer der Haushofmeister ließ eine Menge Indianer hängen, lebendig verbrennen, den Hunden vorwerfen, ihnen die Köpfe, Hände und Füße abhauen oder die Zunge herausreißen. 10) S. 112
  • »Selbst der vornehmste Bischof des Reichs sendete seine Diener in der Absicht mit, seinen Teil von der gemachten Beute in Empfang nehmen zu lassen.« 10) S. 113
  • Der Katholizismus hat auch in Südamerika die Sklaverei grundsätzlich anerkannt. Laie wie Priester praktizierten sie; Klerus und Klöster, oft selber Großgrundbesitzer, handelten mit Sklaven.10) S. 113


Ein spanischer Katholik verfüttert Indianerkinder,
die der Mönch vorher noch schnell taufte, an seine Hunde …10) S. 128

  • Jesuiten und Franziskaner förderten Ehen zwischen Indianern und Schwarzen, um deren Nachkommenschaft als Leibeigene zu erklären. 10) S. 116
  • Während die einfache Bevölkerung, Generation um Generation, in Dreck und Elend verkam, wurde der Klerus nahezu allmächtig und immens reich, wie auch die übrigen Sklavenhalter und Herren, die zur Finanzierung von »Gotteshäusern« eingefangene Indios versteigerten … 10) S. 117
  • Wie der Chronist Bartolomé de Las Casas berichtet, wurden Millionen Indianer des Goldes wegen grausamst abgeschlachtet. Der Gouverneur von Yucatan tauschte Hunderte junger Mädchen, die er entführt hatte, gegen Wein, Öl oder eine Speckseite. 10) S. 117


“Sie hängen zur Ehre und Verherrlichung Jesu und der zwölf Apostel in einzelnen Gruppen
je dreizehn Indianer auf, so dass die Füße das Scheiterholz gerade berühren.
Mit dem Wegbrennen des Holzes zieht der Strang langsam zu.”

  • »Die christliche Kirche war noch versessener als die weltlichen Herrscher auf die Ausbeutung des neuen Landes.« 10) S. 120
  • »1495 erließ Papst Alexander VI. die Bulle Intercaetra: »… dass man barbarische Völker unterwirft und dem echten Glauben zuführt.« 10) S. 120
  • »Der Papst überwachte … die Ausgabe von Jagdscheinen, die Europäern für Raub und Plünderung ausgestellt wurden.« 10) S. 121
  • Ein Inkafürst sagte: »Was den Papst betrifft, von dem ihr sprecht, so muss er wahnsinnig sein, wenn er daran denkt, Länder zu verschenken, die ihm nicht gehören …« Darauf rief ein Mönch: »Greift augenblicklich an! Ich gebe euch die Absolution.« 10) S. 124.125
  • Der Chronist Bartolomé: »Ich sagte bereits, dass die Spanier blutgierige wilde Hunde halten, die darauf abgerichtet sind, die Indianer zu erwürgen und in Stücke zu zerreißen … Zur Verpflegung dieser Hunde führen sie auf ihren Märschen eine Menge Indianer bei sich, die in Ket­ten gehen und wie eine Horde Schweine einhergetrieben werden. Man schlachtet dieselben, und bietet Menschenfleisch öffentlich feil. Dann sagt einer zum andern: Borge mir doch ein Viertel von diesem Schurken (Bellacos). Ich werde nächster Tage auch einen schlachten; dann gebe ich dir’s wieder.« 10) S. 127
  • Einschüchterung und Terror wurden zur Grundlage erster Begegnungen mit den Eingeborenen. So wurde in jedem Dorf zunächst ein großes Blutbad (Matanza) angerichtet, damit sie beim Hören des Namens »Christi« zitterten wie vor wahrhaftigen Teufeln. Die Wege der Conquista waren deshalb von Leichen aufgehängter und gepfählter Indianer gesäumt, die Schrecken und Panik verbreiten sollten. 10) S. 124


Der Kazike Hatuay (Bild) wollte nicht getauft werden, um nicht Gefahr zu laufen,
mit so grausamen Menschen zusammen im (katholischen) Himmel sein zu müssen.

  • »Die Missionare dachten natürlich gar nicht daran, die Conquista in Frage zu stellen … Das blutige Geschäft war die Voraussetzung für ihre Mission. Verschwindende Ausnahmen ausgenommen, forderten die Missionare Gewalt.« 10) S. 125
  • »Da nahm er (ein Gouverneur) ein Knäblein, welches er seiner Mutter entriss, hieb ihm mit seinem Dolche von Armen und Beinen ein Stück nach dem anderen herunter und gab jedem Hunde sein Teil davon. Als sie nun diese Stücke aufgefressen hatten, warf er das Körperchen auf die Erde, damit sie es zusammen verzehrten.« 10) S. 128


Die Katholiken hackten und schnitten den Indianern Nase und Hände ab und fütterten damit ihre Hunde.
Es war der »größte Völkermord aller Zeiten«.

  • Die Tempel der Indios wurden schnell durch Kirchen ersetzt. Allein in Mexiko 12.000. Sie zeugen von der Fähigkeit der Missionare, die Indianer ohne Lohn für sie arbeiten zu lassen. An all dieser Kirchenpracht kleben noch heute Tränen, Schweiß und Blut der Indios. 10) S. 130.131
  • Aus einer indianischen Chronik: »Die Menschen waren von Weisheit erfüllt. Sie kannten keine Sünde … Sie waren voll von Frömmigkeit. Es gab keine Erkrankung der Knochen, kein Fieber, keine Syphilis, kein Brust- und kein Bauchleiden, keine Magersucht. Die Körper waren rank und schlank. All das änderte sich, als die weißen Männer kamen.« 10) S. 135
  • Von der gesamten indianischen Bevölkerung, die zur Zeit des Kolumbus den Erdteil bewohnte, fielen 90 % dem Völkermord zum Opfer.
  • »In besagten 12 Jahren und innerhalb der erwähnten 400 Meilen … ermordeten die Spanier vier Millionen Menschen, die sie entweder mit Schwert oder Lanze niederstießen oder lebendig verbrannten, gleichviel, ob Mann oder Weib, jung oder alt.« 10) S. 107.108
  • Und heute? Viel von diesem Blutgold klebt noch an so mancher Kirchendecke und am Kirchenaltar, und aus Blutgold ist vielleicht noch manche Monstranz, so manch´ »Allerheiligstes« gegossen.
    Auch das Blutgold hat die Kirche zu dem gemacht, was sie heute ist: unermesslich reich. Und bis heute ist das Gold nicht zurückgegeben worden!

Blutgeld durch Inquisition und Hexenbrennen
Eine der schändlichsten Arten des Vatikans, Blutgeld und Reichtum zu scheffeln,
war der Raubmord an Andersgläubigen.

  • Die Inquisition war eine Raub- und Lynchjustiz im Namen des »rechten« Glaubens
  • Kirchenfürsten haben immer wieder Blutgelder eingestrichen – so exzessiv, dass ein geflügeltes Wort sagte, das schnellste und leichteste Mittel, reich zu werden, sei das Hexenbrennen. 4) S. 7
  • Grundlage für die Folterung und Ermordung Zigtausender von Frauen in Europa war 1487 die Billigung des Hexenhammers durch den Papst. 24) S. 193
  • Das wahre Gesicht der Inquisition zeigen die Anordnungen von Papst Innozenz III. Er gebot, «das Eigentum der Ketzer zu konfiszieren, zu enteignen und Ketzerkinder zu enterben». 24) S. 193
  • Damit das Blutgeld schneller floss und um »belastende Geständnisse« zu bekommen, wurden die Opfer brutalst gefoltert.
  • Aus dem Blutgeld konnte z. B. Papst Johannes XXII. im Jahre 1317 sechs neue Bistümer kaufen. 24) S. 193
  • Bereits im Jahre 380 bedrohte man Andersgläubige (Ketzer) mit Ausweisung, Verbannung und Konfiskation ihres Vermögens. 24) S. 193
  • Man sprach den Andersgläubigen das Recht ab, sich Christen zu nennen, Testamente zu machen oder zu erben, und hatte die Todesstrafe für alle “Abtrünnigen” bereit. 26) S. 475
  • Papst Alexander III. befahl auf dem Konzil von Tours 1163 den Fürsten, Andersgläubige einzukerkern und ihr Eigentum zu konfiszieren. 27) S. 562
  • Sobald ein der Ketzerei Verdächtigter vorgeladen und verhaftet worden war, wurde sein Vermögen beschlagnahmt – bevor es überhaupt zu einem Prozess kam. Auch daran kann man das Wesen der Inquisition erkennen. 27) S. 565


Das Vermögen der Ermordeten wurde eingezogen. Heute würde man sagen: Raubmord.

  • Wurde jemand von der Inquisitionsbehörde beschuldigt und abgeholt, so kamen sofort die Beamten ins Haus und sein Besitz wurde inventarisiert. Seine Familie wurde – egal wie der Prozess später ausging – vor die Tür gesetzt und musste eventuell Hungers sterben. Es war sehr gefährlich, diesen Ausgesetzten zu helfen, da man dadurch selber in die Mühlen der Inquisition kommen konnte. 27) S. 565
  • Die Kirche bekam in Deutschland jeweils 1/3 des geraubten Geldes, Landes oder der Häuser etc. der Ermordeten. In anderen Fällen die Hälfte. Oft erhielt ein Drittel die Ortsbehörde, ein Drittel die Inquisitionsbehörde (damit sie am Laufen blieb) und ein Drittel der Bischof.
  • Im Vatikanstaat fiel das gesamte geraubte Gut der ermordeten Andersgläubigen (Ketzer) an den Vatikan.
  • Ab dem 14. Jahrhundert sackte der Vatikan auch in den anderen italienischen Gebieten 100 % des geraubten Gutes ein. 27) S. 574
  • Oft genug stritten Kirche und Staat um das Raubgut, bisweilen jahrzehntelang.
  • Hätten nicht alle Beteiligten an der Inquisition, also am Raubmord an Andersgläubigen, gut verdient, wäre die Inquisition bald im Sande verlaufen. Denn viele Menschen, auch Fürsten, fühlten in ihrem Inneren, dass hier der Papst etwas Teuflisches angeordnet hatte. 27) S. 597


Der Papst hat die Inquisition befohlen und gezielte Foltermethoden gebilligt (Hexenhammer).

  • Natürlich wurden vor allem reiche Andersgläubige (Ketzer) bevorzugt und ermordet. In Spanien reiche »Conversos«, also bekehrte Juden. Manchmal konnten sie sich für astronomische Summen für einige Zeit freikaufen. Als die reichen »Conversos« »ausgestorben« waren, weil man über Jahrhunderte Jagd auf sie gemacht hatte, war der Niedergang des kirchlich inszenierten Raubmordes nicht mehr aufzuhalten. 28) S. 158
  • Besonders pervers: Auch Verstorbene konnten nachträglich der Ketzerei beschuldigt werden. Dadurch konnte das Vermögen des Verstorbenen im Nachhinein bei den Erben eingezogen werden.
  • So konnte man jeden unliebsamen Menschen ruinieren: über den Umweg seiner verstorbenen Eltern. Eine Verjährung kannte die katholische Kirche erst nach 100 Jahren.
  • So stürzte man ganze Familien in unbeschreibliches Elend, indem man ihnen alles raubte.
  • Eine Verjährung bei Lebenden gab es nicht. So konnte eine kritische Aussage eines Jünglings denselben noch als Greis auf den Scheiterhaufen bringen – je nachdem, wie reich er war …


Der katholische Mönch kann zufrieden sein. Gerade wurden die letzten Katharer verbrannt. Die Besitztümer wurden eingezogen.

  • Besonders pervers und grausam: Jeden Handgriff bei den brutalen Foltern und auch das Essen der Folterknechte mussten das Opfer oder seine Angehörigen bezahlen. Es gab eine Preisliste für alle Foltern. Hier ein Beispiel aus Darmstadt: 25)
    • Einen Lebenden zu vierteilen 15 kr.
    • Den Scheiterhaufen aufrichten, Die Asche des Verbrannten in fließendes Wasser werfen 30 kr.
    • Eine Hexe lebend verbrennen 14 kr.
    • Eine Person mit dem Schwert töten 10 kr.
    • Einen Menschen henken 18 kr.
    • Einen Körper ziehen 5 kr.
    • Ohren und Nase abschneiden 5 kr.
    • In den Bock spannen 8 kr.
    • Ein Streich mit der Spitzrute 1 kr.
    • Für Schnüre zum Bockspannen Aufziehen und die Gewichte anhängen, die Beinschrauben anlegen 30 kr.
    • Des Ortes verweisen 1 kr.
  • Das durch Raubmord vorwiegend Frauen gestohlene Geld und Gut kam direkt oder auf Umwegen der Kirche zugute. Mittel aus Hexen-Raubmord wurden verwendet z. B. beim neuen Schlossbau der Mainzer Erzbischöfe oder für die Kirchen in Goßmannsdorf und Gerbrunn. 13) S. 136
  • Auch Schloss Johannisberg in Aschaffenburg wurde durch Blutgeld erbaut.
  • Nicht vergessen: Dieses durch Raubmord erbeutete Blutgeld ist auch heute noch Teil des – durch Zins und Zinseszins zu Milliarden angewachsenen – Vermögens der Kirchen.
Der vor allem in Europa und Amerika verbreitete Katholizismus vertritt eine sehr abstruse Glaubensrichtung. Die Massenmörder, die Hunderte Frauen, Männer, Greise und Kinder in einen grausamen Tod geschickt haben, bekommen Denkmäler über Denkmäler (Bild: Zwei Würzburger Hexenbrenner: Julius Echter und Adolf von Ehrenberg) und man benennt Brunnen und Straßen nach ihnen. Aber für die Opfer findet man nicht einmal eine Gedenk-Tafel. Im Denken dürfte sich da noch nicht allzu viel geändert haben.

Superreich durch Fälschungen
Um den kirchlichen Grundbesitz zu vermehren,
fälschten Mönche und andere Kirchenleute Urkunden.

  • Um den kirchlichen Grundbesitz zu vermehren, fälschten Mönche und andere Kirchenleute nicht selten Urkunden.
  • Wollte ein Bischof oder ein Abt seinen Grundbesitz vergrößern, ließ er oft eine Fälschung erstellen, die dann im Archiv »gefunden« wurde und bewies, dass dieser oder jener Fürst aus früherer Zeit den betreffenden Landstrich bereits dem Kloster vermacht hatte. Was wollten die einfachen Bauern dagegen tun, die oft des Schreibens und Lesens unkundig waren?
  • Es gab Mönche, die das Fälscherhandwerk gelernt hatten und die das Land von Kloster zu Kloster durchzogen, um ihr Handwerk auszuüben.
  • Auf dem Sterbelager bekannte z. B. der Mönch Gueron, dass er ganz Frankreich durchzogen habe, um für Klöster und Kirchen falsche Dokumente zu erstellen. 16) S. 83
  • In Süddeutschland übernahm das Benediktinerkloster Reichenau am Bodensee diese kriminelle Arbeit. 17) S. 23


Ein großer Teil der mittelalterlichen Urkunden ist gefälscht.

  • Den absoluten Gipfel der Kriminalität maßte sich Papst Stephan II. (+ 757) an, indem er behauptete, Konstantin habe ihm das ganze Abendland geschenkt. Nicht wenige, die diese »Konstantinische Schenkung« für eine Fälschung hielten, mussten ihre Aussage mit dem Tode bezahlen, so z. B. Johannes Dränsdorf in Heidelberg noch im Jahre 1425 und der Waldenser-Führer Friedrich Reiser in Straßburg 1458. 11) S. 51
  • Der Konstantinischen Schenkung wurde folgendes Märchen zugrunde gelegt: Der Christenverfolger Konstantin war demnach durch Papst Silvester I. vom Aussatz geheilt, bekehrt und getauft worden und hatte zum Dank dem Papst nicht nur den Lateran, sondern alle Provinzen Italiens und der westlichen Lande zum Geschenk gemacht.
  • Nachdem bereits im 12. Jahrhundert die Anhänger Arnolds von Brescia den Betrug erkannt hatten, deckte ihn endgültig 1440 der päpstliche Sekretär und Humanist Laurentius Valla in einer Schrift auf. Die römisch-katholische Geschichtsschreibung, so Deschner, gab die Fälschung erst seit dem 19. Jahrhundert zu. 10) S. 106
  • Noch immer sind die Kirchen der größte private Grundbesitzer in Deutschland wie auch in vielen anderen Staaten. Wie viel dieses Grundbesitzes ist mit dem Geld ehrlicher Arbeit gekauft und bezahlt worden? Und wie viel ist gestohlen, ergaunert und geraubt worden?

Superreich durch Erbschleicherei
Ein Hauptfaktor für das Anwachsen des kirchlichen Grundbesitzes seit der Antike, besonders aber im Mittelalter, waren Erbschaften.

  • Bereits im 4. Jahrhundert war die Erbschleicherei durch den damaligen Papst Damasus so schlimm, dass der Kaiser eingreifen musste. 7) S. 496
  • Um nicht in den Verdacht der Ketzerei zu gelangen, hinterließ jeder Grundbesitzer oder Pächter bei seinem Tode einen Teil der Kirche. Denn auch ein Toter konnte noch der Ketzerei angeklagt werden, um den Nachkommen das ganze Erbe zu rauben. Zudem bekam ein der Ketzerei Verdächtigter unter Umständen keinen Begräbnisplatz in geweihter Erde. Unter diesem moralischen Druck wuchsen die Ländereien der Kirche an. 14) S. 454
  • Papst Alexander III. verfügte bereits 1170, dass kein Testament gültig sei, das nicht in Gegenwart eines Priesters gemacht worden war. 14) S. 454
  • Jeder weltliche Notar, der ein Testament aufstellte, ohne diese Vorschrift des Papstes zu beachten, wurde mit dem Kirchenbann bestraft. 14) S. 454
  • Die Kirche beanspruchte für sich das alleinige Recht, ein Testament gerichtlich zu bestätigen. 14) S. 454
  • Testamentarische Erbschaften an die Kirche galten laut Kirche als verlässliches Hilfsmittel, um die Leidenszeit im Fegefeuer zu verkürzen. So machte die Angst vor ewigen Höllenstrafen nicht nur krank, sondern sie brachte der Kirche einen schönen Batzen Geld ein. Bis heute.14) S. 454
  • Die christliche Ethik der Wiedergutmachung wurde so ausgelegt, dass wuchernden Kaufleuten gesagt wurde, die einzige Möglichkeit, das Heil zu erlangen, sei die vollständige Rückzahlung ihres Gewinns. Die Rückzahlung folgte in der Regel jedoch nicht an die Geschädigten. Stattdessen wurden in vielen Fällen kirchliche Stiftungen ins Leben gerufen. 7) S. 504
  • Unverhohlen predigte der Kirchenvater Salvian im 5. Jahrhundert: »Wer sein Vermögen seinen Kindern hinterlässt, statt der Kirche, handelt gegen den Willen Gottes und gegen seinen Vorteil. Während er für die irdische Wohlfahrt seiner Kinder Sorge trägt, betrügt er sich um seine eigene Wohlfahrt im Himmel.« 7) S. 504
  • Der »heilige« Basilius formulierte es so: »Vorsorge für die Kinder ist nur ein Vorwand der Habsüchtigen.« 7) S. 505
  • Erbschleicherei durch Priester ist bis in die heutigen Tage bekannt. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen. Alleinstehende ältere Menschen in Altenheimen sind dem Trost der Priester besonders zugänglich …
  • 1993 wurde ein Fall eines Professors bekannt, der seinem Neffen laut seinem Testament 1,5 Millionen Mark vermachte. Das Testament wurde jedoch vom Priesterseminar Zaitskofen angefochten. Die katholischen Priester argumentierten, der Professor sei nicht bei Trost gewesen, als er das Testament zu Ungunsten der Kirche änderte. Dem konnte das Gericht nicht folgen. Die Gerichtskosten von 100.000 DM für den dreieinhalbjährigen Prozess muss das katholische Priesterseminar bezahlen. Hannoversche Allgemeine Zeitung, 30.09.2002

Superreich durch den Zehnt
Eine große Rolle bei den Einnahmen der Kirche spielte auch der Zehnt.

  • Im Mittelalter waren alle Grundbesitzer verpflichtet, ein Zehntel ihrer Gesamterzeugung oder ihres Einkommens an die Ortskirche abzuführen. 14) S. 454
  • Wer den Zehnten nicht oder unrichtig zahlte, riskierte Verdammnis und Exkommunikation durch die Priester. 14) S. 454
  • So zogen die Geistlichen »bewaffnet und unnachsichtig Schulden ein«, während sie scheinheilig gegen Wucher und Zinsen predigten. 15) S. 498
  • Papst Pius V. gab seinen Eintreibern die Anweisung:
    »Ein gemeiner Mann, der seine Geldstrafe nicht bezahlen kann, soll beim ersten Mal mit auf den Rücken gefesselten Händen einen Tag lang vor der Kirchentür stehen. Beim zweiten Mal durch die Straße gegeißelt werden. Beim dritten Mal wird man ihm die Zunge durchbohren und ihn auf die Galeeren schicken.« 11) S. 18
  • Verweigerung des Zehnten führte bei den Stedinger Bauern zu Massenmord und Plünderung durch die Kirche mit ihren verbündeten Rittern.
    Die Bauern weigerten sich, dem Erzbischof von Bremen den Zehnt zu zahlen. Gegen sie wurde im Jahre 1229 das furchtbare Instrument der Inquisition in Gang gesetzt.
    Papst Gregor IX. ließ seine Dominikaner den Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern predigen. 18) S. 90
    Im Winter 1229/30 rückte Erzbischof Gebhard II. von Bremen zusammen mit seinem Bruder und anderen Adeligen und ihren Rittern ins Feld gegen die Bauern. 18) S. 90
    Zunächst gewannen die Bauern, aber fünf Jahre später, am 27. März 1234, wurden sie von einem Heer im Dienste der Kirche massakriert. 18) S. 91


Superreich durch Simonie
Der Ämterverkauf (Simonie) brachte dem Papst viel Geld und Besitztümer ein.

  • Jesus kannte keine Ämter. Er stand auf gegen die Theologie und gegen das Priester- und Pfarrertum. Deshalb setzte er auch keine Amtsinhaber ein. Die katholische Kirche machte das das ein wenig anders …
  • Papst Innozenz III. schuf gleich nach seinem Amtsantritt 52 neue Sekretariatsstellen, die er für 79.000,- Goldgulden verkaufte. 15) S. 342
  • Päpste erklärten oft die verkauften Ämter ihrer Vorgänger als vakant, um sie neu verkaufen zu können. 15) S. 342
  • Papst Leo X. hatte 39 neue Kardinalsämter geschaffen und strich dafür 511.000,- Dukaten ein. Der Preis für einen Kardinalshut lag damals bei 10.000,- bis 30.000,- Golddukaten pro Exemplar.
  • Selbst das Amt des Papstes war käuflich und ging an den Meistbietenden. Als 1492 Papst Innozenz VIII. starb, galt Kardinal della Rovere als der große Favorit. Er verfügte über 1.000.000 Golddukaten von der Republik Genua und weitere 200.000 vom König von Frankreich, um seinem Anspruch den nötigen Nachdruck zu verleihen. 19) S.191
  • Sein Konkurrent Rodrigo Borgia war unter vier Päpsten Vizekanzler des Heiligen Stuhls. «Die von ihm gebotenen Bestechungsgelder waren atemberaubend. Er verschenkte reiche Abteien, luxuriöse Villen und ganze Städte, um sich die Stimme eines Kardinals zu sichern.« 19) S.191
  • «Während des fünftägigen Konklaves im August 1492 operierte er mit Versprechungen auf profitable Beförderungen und unverhohlenen Bestechungen, um die Wahl für sich zu entscheiden. Manche Kardinäle wollten Paläste, andere Burgen, Land oder Geld.
    • Kardinal Orsini verkaufte seine Stimme für die Burgen Monticelli und Sariani.
    • Kardinal Ascanio Sforza wollte vier Maultierladungen Silber – und das lukrative Kanzleramt der Kirche, um seine Zustimmung zu garantieren.
    • Kardinal Colonna bekam die reiche Abtei St. Benedikt mitsamt allen dazugehörigen Domänen u. Patronatsrechte für sich und seine Familie auf ewige Zeiten.
    • Der Kardinal von St. Angelo wollte das Bistum Porto, die dortige Burg und einen Keller voll Wein.
    • Kardinal Savelli erhielt die Civita Castellana.
    • Rodrigo fehlte immer noch eine Stimme zum Sieg. Die ausschlaggebende Stimme gehörte einem venezianischen Mönch. Er wollte lediglich 5.000 Kronen und eine Nacht mit Rodrigos Tochter, der reizenden zwölfjährigen Lucrezia. Das Geschäft wurde besiegelt, und mit den Stimmen von zweiundzwanzig Kardinälen in der Tasche wurde Rodrigo Borgia zu Papst Alexander VI. gekürt.« 19) S. 191-192

Superreich durch Mord
Päpste schreckten auch vor Mord nicht zurück, wenn es um ihre finanziellen oder machtpolitischen Vorteile ging. Glaubt man einigen Priestern, die mit einem Buch anonym an die Öffentlichkeit gingen, so geschehen heute noch mysteriöse Todesfälle im Vatikan.

  • Der Historiker Thomas Tomasi schrieb dazu: »Es wäre nicht möglich, all die Morde, die Vergewaltigungen und die Fälle von Blutschande aufzuzählen, die jeden Tag am Hof des Papstes begangen wurden. Das Leben eines Menschen ist nicht lang genug, um sich die Namen aller ermordeten, vergifteten oder bei lebendigem Leibe in den Tiber geworfenen Opfer zu merken.« 19) S. 214
  • Mord war ein hübscher Nebenverdienst für Papst Alexander VI. Der permanenten Bedrohung seines Bruders überdrüssig, der sich im Vatikan als Flüchtling aufhielt, schickte der osmanische Sultan Bajasid II. Papst Alexander VI. 40.000 Golddukaten, für die er Dschem ermorden solle. Doch so billig war die Hilfe des Papstes nicht zu haben. Er wartete ab. Weitere 200.000 Dukaten legte der Sultan nach. Dann ließ Papst Alexander VI. Dschem vergiften. 19) S. 195.196
  • Der Ämterverkauf war eine gute Einnahmequelle. Um jedoch die Einnahmen nicht versiegen zu lassen, «sorgte Papst Alexander dafür, dass die Kardinäle bald vergiftet wurden, die er zuvor ernannt hatte. So konnte er nicht nur ihren Kardinalshut erneut verkaufen, sondern auch alle ihre Besitztümer einstreichen, die auf die Kirche übergingen – soll heißen auf Papst Alexander«. 19) S. 195
  • In seinem Bestseller Die Heilige Mafia des Papstes erwähnt Robert Hutchison eine Reihe mysteriöser Todesfälle, die alle in geschäftlichem oder persönlichem Zusammenhang mit dem Vatikan oder einer ihr nahe stehenden Gruppe stehen sollen: Er bezieht seine Behauptungen auf folgende Todesfälle: 20)
    • 1975: Der französische Senator Prinz Jean de Broglie
    • 1977: Charles Bouchard, Geschäftsführer der Genfer Leclerc-Bank
    • 1978: Pater Giuliano Ferrari
    • 1978: Der orthodoxe Patriarch Nikodim
    • 1978: Papst Johannes Paul I.
    • 1978: Wenig später Kardinalstaatssekretär Villot
    • 1979: Kardinal Vagnozzi, Chef der vatikanischen Präfektur für
      Wirtschaftsangelegenheiten
    • 1981: Francesco Cosentino, P2-Loge
    • 1982: Der Mailänder Bankier Roberto Calvi
    • 1982: Der Antiquar Sergio Vaccari
    • 1982: Der Autor Giorgio Di Nunzio
    • 1982: Kardinal Benelli aus Florenz
    • 1985: Der ehemalige spanische Außenminister Gregorio López-Bravo
    • 1985: Bankier Ricardo Tejero
    • 1986: Der Reeder José Maria Aristrain
    • 1986: Der Mafioso Michele Sindona
    • 1986: Ein missglückter Mordanschlag auf den spanischen Unternehmer Ruiz-Mateos
    • 1986: Der spanische Verfassungsrichter Manuel García-Pelayo
    • 1994: Der salvadorianische Erzbischof Rivera Damas
    • 1998: Der Leiter der Filiale der Vatikanbank in Neapel, Aldo Palumbo
  • Der Geistliche Giuliano Ferrari wurde in einem leeren Abteil des Schnellzuges Genf-Paris tot aufgefunden. Er starb angeblich an »schwerem Herzinfarkt«. Bereits 1969 hatte man versucht, ihn mit Hilfe von Glykosid Digitalis langsam zu vergiften. Diese Droge verursacht Herzversagen. Ferrari nannte die römische Kirche »das größte und schmutzigste Geschäftsunternehmen der Welt«. Deschner spekuliert, ob er nicht Opfer des Vatikanismus wurde. Nach Ansicht Ferraris waren die lateinamerikanischen Priester Camillo Torres und Oscar Romero Opfer des Vatikans. Ferrari sagte kurz vor seinem Tod: »Das jüngste Verbrechen des Vatikans war die Ermordung meines Freundes, des Erzbischofs Oscar Romero in San Salvador.« 2) S. 178
  • Am Morgen des 18. Juni 1982 wurde der Mailänder Bankier Roberto Calvi unter der »Brücke der Barmherzigen Brüder« in London erhängt aufgefunden, seine Füße hingen in die Themse. Er war Mitwisser und Beteiligter eines großen Finanzskandals, der vom Vatikan ausgelöst wurde. Seiner Tochter sagte er kurz vor seinem Tode: »Die Priester werden mein Ende sein.« 3) S. 276
  • Seine Frau, Clara Calvi, sagte in einem Interview: »Es waren mit Sicherheit die Priester des Vatikans. Das hatte uns Roberto schon vorher gesagt. Jemanden umzubringen ist für sie keine Sünde, so sagten sie es ihm. Sie würden ja nur eine Seele aus dem Körper befreien.« 22) Mehr dazu bei http://www.theologe.de/theologe16.htm#Banco_ Ambrosiano
  • Dem früheren Finanzberater des Vatikans, Leopold Ledl, sagte Calvi Tage vor seinem Tode auf seiner Flucht nach London: »Marcinkus will meinen Kopf.« (Gemeint war Kardinal Marcinkus.) 21) S. 276
  • Am Montag, dem 4. Mai 1998 wurden im Vatikan drei Menschen ermordet. Die offizielle Fassung: Der Schweizergardist Cédric Tornay habe den Oberstleutnant Estermann und seine Ehefrau Gladys Meza Romero erschossen, um sich darauf selbst zu richten. Eine Gruppe von Angehörigen des Vatikans, Geistliche und Laien, die anonym bleiben wollen, sehen das anders. Sie schrieben in Italien ein Buch zu diesem Thema mit dem Titel: »Blutlügen im Vatikan«. In Deutschland erschien das Buch mit dem Titel: Ihr habt getötet. 23)
  • In ihrem Buch legen sie ihre Überlegungen dar, wie es zu den Morden gekommen sein könnte, wer Nutznießer war, und sie zählen die vielen Unstimmigkeiten auf bis zum gefälschten Abschiedsbrief des angeblichen Mörders.
  • Die Mutter Cédrics behauptet, es gäbe jemanden im Vatikan, der die Wahrheit aufklären könnte, doch dieser jemand sei plötzlich spurlos verschwunden.
  • Sie hat Angst, denn Abgeordnete aus dem Vatikan sind bis zu ihr in die Schweiz gereist, um sie unter Druck zu setzen und zum Schweigen aufzufordern. 23) S.110
  • Nach Angaben dieser anonymen Mitarbeitergruppe des Vatikans, die sich »Jünger der Wahrheit« nennt, soll im Vatikan ein »blutiger Erbfolgekrieg« toben zwischen dem sich rivalisierenden Ableger der berüchtigten Freimaurerloge P2« und einer erzkonservativen international agierenden Gruppe. 23) S.117
  • Die »Jünger der Wahrheit« aus dem Vatikan schreiben, dass in einem zähen Ringen sich Clans der Freimaurer und dieser internationalen Gruppe »die gigantische (politische, ökonomische und logistische) Machtfülle des Vatikans untereinander aufteilen, wobei der Papst nur als klerikales Aushängeschild dient.« 23) S.117
  • Zum Tode von Johannes Paul I. (Albino Luciani) sagen sie, er wollte mit dubiosen Finanzgeschäften, übertriebenem Prunk und Korruption innerhalb der Amtskirche aufräumen. »Doch sein Pontifikat war auffallend kurz (33 Tage), die Todesumstände mysteriös, und Albino Lucianis Leiche wurde so schnell einbalsamiert, dass eine Obduktion nicht mehr möglich war …« 23)

Superreich durch Nebeneinnahmen
Die Päpste fanden immer wieder Wege, ihr Vermögen und das der Kirche zu vergrößern.

  • Papst Alexander VI. ließ Mörder einfach laufen – gegen eine kleine Gebühr selbstverständlich. Er bemerkte: »Der Herr will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er zahlt und lebt.« Bei durchschnittlich ca. 14 Ermordeten pro Tag in Rom damals ein einträgliches Geschäft. 19) S. 195
  • Der gleiche Papst erlaubt einem Adeligen, mit seiner Schwester Blutschande zu begehen – gegen eine Gebühr von 24.000 Goldstücken. 19) S. 195
  • Peter Mendoza, Kardinal von Valencia, erkaufte sich beim Papst die Genehmigung, seinen Liebesknaben »leiblichen Sohn« nennen zu dürfen. 19) S. 195
  • Nigel Cawthorne schreibt in seiner Skandalchronik des Vatikans über Papst Bonifatius IX.: Er «war ein Mörder, der durch Ämterverkauf (Simonie) die leeren päpstlichen Kassen füllte. Außerdem betrieb er Ablasshandel und erhob Gebühren für die Kanonisierung Heiliger oder die Ausstellung von Echtheitsurkunden für ´neu entdeckte` Reliquien, wie zum Beispiel die Vorhaut Christi.« 19) S. 195
  • Auch an den Kreuzzügen verdienten die Klöster gut, denn sie nahmen die Ländereien der Kreuzfahrer als Pfand, die beim Tode derselben an sie fielen …14) S. 455

Superreich durch Prostitution
Es gab Päpste und Bischöfe, die sich durch Prostitution bereicherten
und dafür eigene Bordelle betrieben.

  • Um einen Krieg gegen die Türken zu finanzieren, baute Papst Sixtus IV. (1471-1484) in Rom ein vornehmes Bordell für beide Geschlechter. Seine Kurtisanen sollen ihm jede Woche einen »Julio« aus Gold bezahlt haben, was jährliche Einnahmen von 26.000 Dukaten ergaben. 19) S. 172
  • Zu Zeiten des Papstes Klemens VI. (1342-1352) waren die Prostituierten so zahlreich, dass Papst Klemens ihnen eine Steuer auferlegte. Der Historiker Joseph McCabe stöberte gar eine Urkunde auf, aus der hervorgeht, dass päpstliche Beamte »ein schönes, neues, ansehnliches Bordell« von der Witwe eines Arztes kauften. Die Urkunde verzeichnet fromm, der Ankauf sei »im Namen Unseres Herrn Jesus Christus« erfolgt. 19) S.137
  • In Deutschland hatte sich eine neue Form der Tempelprostitution entwickelt. Im Straßburger Münster trieben sich Prostituierte herum. Was man dazu wissen sollte: Der Bischof von Straßburg leitete ein Bordell. 19) S. 118
  • Der Dekan des Würzburger Doms soll den gesetzlichen Anspruch besessen haben, jedes Jahr aus jedem Dorf der Diözese ein Pferd, eine Mahlzeit und ein junges Mädchen zu erhalten. 19) S. 118
  • Eine direktere Form der Tempelprostitution wurde im dreizehnten Jahrhundert in Rom wiedereingeführt. Alle ortsansässigen Huren wurden zusammengetrieben und in der unterirdischen Kapelle der Kirche Santa Maria an die Arbeit geschickt, umgeben von einigen der heiligsten Gegenstände der Christenheit.
  • Papst Julius II. verfügte am 2. Juli 1510 in einer päpstlichen Bulle die Einrichtung eines Bordells, in dem junge Frauen ihrem Gewerbe nachgehen durften.
  • Die nachfolgenden Päpste Leo X. und Klemens VII. duldeten dieses Etablissement ebenfalls unter der Bedingung, dass ein Viertel der gesamten Habe der dort arbeitenden Frauen nach ihrem Tod in den Besitz der Nonnen von Sainte-Marie-Madeleine übergeht. 19) S. 236


»Vielweiberei, Sodomie und Inzest waren noch die harmlosen Laster von Päpsten …« 19) U4


Superreich durch Subventionen des Staates
In Deutschland liegt die Kirche mit dem Staat in einem Bett, obwohl es das Grundgesetz anders vorschreibt. Die Folgen: Der Staat nimmt dem Bürger das Geld – der reichen Kirche wird es vorne und hinten rein gesteckt! Über 14 Milliarden jedes Jahr!

  • Entweder sind die Politiker derart umnachtet, dass sie es nicht merken, oder sie sind der Kirche hörig und haben Angst.
  • Man hat das Gefühl, die Kirchen haben die Politiker längst in die Tasche gesteckt und können fordern, was sie wollen – die Politiker zahlen es buckelnd, dankbar und freiwillig nach dem Motto: »Halt du sie dumm – ich halt sie arm …«
  • Seit Jahr und Tag benützt die Kirche den Staat und somit das Volk als »Melkkuh«.
  • Sie lässt sich vom Staat vieles zahlen:
  • Gehälter von Bischöfen, Kardinälen, Erzbischöfen und Weihbischöfen
  • Gehälter von Kanonikern und Oberkirchenräten
  • Gehälter von Domvikaren und Mesnern
  • Gehälter von bischöflichen Sekretären
  • Gehälter von Militärbischöfen und -pfarrern
  • Reparatur und Erhalt zahlreicher Kirchen und kirchlicher Gebäude
  • Ausbildung der Priester und Theologen
  • Konfessionellen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen
  • Abermillionen für Forderungen aus der Zeit vor Napoleon (!), die meist von den verarmten Kommunen bezahlt werden müssen. (Kein schlechter Witz)
  • Sogar der Weihrauch, der Messwein und die Messgewänder u. v. m. werden bei der Militärseelsorge vom Staat bezahlt.
  • Vom Volksgeld finanzieren sie auch die meisten Kosten ihrer Einrichtungen (ca. 90 %, ca. 10 Milliarden Euro jährlich). Sie greifen wenig in die eigene Tasche (trotz 500 Mrd. Euro Vermögen). Dennoch haben sie dort das Sagen: Wer einen Geschiedenen heiratet, dem droht in einer katholischen Einrichtung die Kündigung etc.
  • Der Clou: Auch Moslems, Atheisten und aus der Kirche Ausgetretene müssen Gehälter von katholischen Bischöfen zahlen, da das Geld aus dem allgemeinen Steuertopf genommen wird (also nicht von den Kirchensteuern, wie manch einer glaubt).
  • Baut eine örtliche Kirchengemeinde einen neuen Kindergarten, so bezahlt sie z.B. nur 1/3 der Kosten, 2/3 zahlt der Staat. Die Kirche wird jedoch alleiniger Eigentümer. (Oft wird das Grundstück gar geschenkt.) So wächst der Grund- und Immobilienbesitz der Kirche kontinuierlich.
  • Dies alles und noch vieles mehr ist »das Geheimnis des Staates und der Kirche.«

Zusammenstellung* der milliardenschweren Subventionen des deutschen Staates an die Kirchen

Verzicht auf Einnahmen

  1. Befreiung von der Umsatzsteuer 1,20 Mrd. Euro 
  2. Sonstige Befreiungen 0,15 Mrd. Euro
  3. Steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer für Kirchenmitglieder
  4. 3,50 Mrd. Euro
  5. Befreiung der Kirche von Zinsabschlags- und Kapitalertragssteuer
  6. 1,40 Mrd. Euro   
  7. Sonstige Befreiungen 0,15 Mrd. Eur0
  8. Verzicht auf Einnahmen        insgesamt ca. 6,25 Mrd. Euro

 

Direkte Subventionen (unvollständig)

Konfessioneller Religionsunterricht  an staatlichen Schulen

2,45 Mrd. Euro
Ausbildung der Theologen an staatlichen oder

kirchlichen Hochschulen 0,62 Mrd. Euro

Ersparnis der Kirche durch staatlichen Einzug der

Kirchensteuer 1,00 Mrd. Euro

Denkmalpflege 0,04 Mrd. Eur0

Militärseelsorge 0,03 Mrd. Euro

Zahlungen der Bundesländer an die Kirchen 0,72 Mrd. Euro

Zahlungen der Kommunen (geschätzt) (v.a. Baubereich) 2,50 Mrd. Euro

Baulast-Verpflichtungen 0,05 Mrd. Euro

Zuschüsse an Missionswerke u. a. 0,19 Mrd. Euro

Sonstiges, z.B. Orden, Medien, Kirchentage 0,30 Mrd. Euro

Direkte Subventionen ca. 7,9 Mrd. Euro

Staatliche Subventionen an die Kirchen insgesamt 14,15 Mrd. Euro

* Quellen: C. Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2002 und G. Rampp, Bund für Geistesfreiheit, Augsburg (http://www.bfg-augsburg.de) sowie eigene Recherchen

  • In der Summe von 14,15 Mrd. Euro ist die weit gehende Staatsfinanzierung der kirchlichen Sozialeinrichtungen noch gar nicht enthalten, dafür gibt es noch einmal ca. 10 Mrd. Euro extra Subventionen vom Staat. Die Kirchen selbst verwenden für öffentlich-soziale Zwecke nur ca. 8-10 % der ca. 9 Mrd. Euro Kirchensteuer jährlich. Sie greifen nicht gern in die eigene Tasche, solange die Melkkuh, der Staat, sich melken lässt. So werden die blutigen Kirchenfundamente mit immer neuen Geldströmen aus der Staatskasse übergossen.
  • Wann wachen die Politiker auf?
    Wozu braucht das Land Eminenzen? Wann endlich wird der Staat frei und die Kirchen und ihre Anhänger zahlen ihre »Hochwürdigsten Herren« und ihren Kult selber?Weitere Infos: www.stop-kirchensubventionen.de

Quellen

1) Zeitung Oggi Nr. 42/1952
2) Deschner Karlheinz, Opus Diaboli, Reinbek 1987
3) Lo Bello Nino, Vatikan im Zwielicht, Düsseldorf 1983
4) Hermann Horst, Die Kirche und unser Geld, Hamburg 1990
5) Ojetti Paolo in L’Europeo Nr. 1/1977
6) Parisi Max in La Padania 21.6.1998
7) Deschner Karlheinz, Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. 3, Reinbek 1990
8) 9) Weber Hartwig, Die Opfer des Kolumbus, 500 Jahre Gewalt und Hoffnung, Reinbek 1982
10) Von Othegraven Friedhelm, Litanei des Weißen Mannes, Struckum 1986
11) Hermann Horst, Kirchenfürsten, Hamburg 1992
12) Rosner Enrique, Missionare und Musketen, 500 Jahre lateinamerikanische Passion, Frankfurt am Main 1992
13) Döbler Hannsferdinand, Hexenwahn, München 1977
14) Durant Will, Kulturgeschichte der Menschheit, Band 6, München 1978
15) Neuer Pfaffenspiegel, Sünden der Kirche. Das Geschäft mit dem Glauben, Pawlak-Verlag, Herrsching 1990
16) Seifert Petra, Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Augsburg 1997
16a) Schmitz Emil-Heinz, Die Kirche und das liebe Geld, Münster 1998
17) Kammeier Wilhelm, Die Fälschung der deutschen Geschichte, Wobbenbüll 1979
18) Rill Bernd, Die Inquisition und ihre Ketzer, Puchheim 1982
19) Cawthorne Nigel, Das Sexleben der Päpste – Die Skandalchronik des Vatikans, Köln 1999
20) Hutchison Robert, Die Heilige Mafia des Papstes, München 1998
21) Ledl Leopold, Im Auftrag des Vatikans, Wien 1989
22) Im Namen des Papstes – Mysteriöse Verbrechen: Die Spur führt in den Vatikan (ARD 8.12.1991)
23) Discepoli di Verità, Ihr habt getötet – Der Machtkampf der Logen im Vatikan, Berlin 2003
24) Rahn Otto, Kreuzzug gegen den Gral, Energda 1995
25) Folter-Museum Rüdesheim
26) Deschner Karlheinz, Und abermals krähte der Hahn, Reinbek 1972
27) Lea Henry Charles, Geschichte der Inquisition, Bd. 1, Aalen 1980
28) Kamen Henry, Die Spanische Inquisition, München 1965
30) Von Werdenberg Gottfried, Vision 2004
31) Siehe auch www.neo-lutheraner.de, www.theologe.de/theologe3.htm
32) Deschner/Hermann, Der Antikatechismus, Hamburg 1991
33) Guarino Mario, Mercanti del Vaticano, Kaos Editione, Milano 1998
34) Frerk Carsten, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Aschaffenburg 2002
35) Mynarek Hubertus, Die neue Inquisition, Sektenjagd in Deutschland, Marktheidenfeld 1999, http://www.das-weisse-pferd.com/99_11/neue_inquisition.html
36) GEO-EPOCHE Nr. 10/03, Die Macht der Päpste
Siehe auch die Serie Kirche und Geld in der Zeitschrift “Das Weisse Pferd”

Diese Broschüre, die Ausgabe Nr. 3 der Informationsbroschüren der “Freien Christen”, ist auch als Druckschrift erhältlich. Weiterhin erhältlich sind die Ausgaben Nr. 1, 2, 4 und 5 (mehr dazu auf der Startseite). Schicken Sie uns einfach eine E-Mail, und Sie erhalten die gewünschten Schriften gratis zugesandt. Über eine Kostenbeteiligung, die es uns ermöglicht, auch in Zukunft umfassend über das kirchliche Christentum und seine Hintergründe aufzuklären, freuen wir uns. Unsere Konto-Nummer: Freie Christen, Konto Nr. 200 58 08, BLZ 673 900 00, Volksbank Main-Tauber, Kennwort: “Freie Christen”.
V.i.S.d.P.: Hiltrud Beil, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld

http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html

Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar
wünschen dem Mittelstand ein frohes Jahr – lauter Heil und Segen.
Doch Eichel und Schröder, flink wie die Wiesel,
drosseln den Bauern den billigen Diesel,
lassen die Kirchen ungeschoren –
für wen ha’m sie bloß ihren Eid geschworen?

http://www.das-weisse-pferd.com/04_08/agrardiesel_kirche.html

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Ohne Kommentar……

Gruß

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Inquisition – Die grausamen Foltermethoden der Kirche –


Die Inquisition und die Frauen

»Die “Maschinerie der Martern” verfügte schon damals über eine erstaunliche Vielfalt, die die These bestätigt, dass nichts so erfinderisch macht wie die Lust an der Grausamkeit.

Die Wasserfolter

Da gab es z. B. die Wasserfolter: Der Körper des Angeklagten wurde auf einer schräg liegenden Tischplatte festgebunden oder an straff gezogenen Seilen frei in der Luft schwebend nur von einem Schemel in der Körpermitte gestützt. Dann musste das Opfer Unmengen von Flüssigkeit schlucken: 6 Liter bei der kleinen, 12 bei der großen Wasserfolter. Wer die Zähne zusammen presste, dessen Mund wurde vom Henker mit einer eisernen Zange aufgerissen. Der goss dann weiteres Wasser aus einer Literkanne in den Mund des Gequälten. Viele der Opfer erstickten daran, oder sie platzten regelrecht, da After und Harnröhre verstopft oder zugebunden worden waren.

Körperliche Verstümmelung

Eine andere Tortur war das Schrauben und Ausbrennen der Zunge. Eine weitere die Zertrümmerung der Hände auf einem Amboss bzw. das Abschlagen der Hände und Füße mit einem Beil. “Hexen” bzw. der Unsittlichkeit angeklagten Frauen wurden bevorzugt Nasen und Ohren abgeschnitten; Juden, die einen Diebstahl begangen haben sollten, wurden an den Füßen zwischen zwei ausgehungerten Hunden oder Wölfen aufgehängt. Eine ganz besondere Grausamkeit stellte das Ausweiden der Opfer dar. Ihr Bauch wurde aufgeschlitzt, ein Teil des Darms herausgenommen, an einer Rolle befestigt und aufgewickelt.

Die “Eiserne Jungfrau”

Ein “Meisterwerk” der Schmiedekunst im Dienst der Reinerhaltung des Glaubens war die so genannte “Eiserne Jungfrau”: ein züchtiger, bis zur Erde reichender Umhang, allerdings nicht aus Stoff, sondern aus Eisen. Das Kopfteil über dem Umhang stellte ein Frauengesicht dar. In Wirklichkeit war der Umhang ein Kasten, aus Eisen gefertigt und mit Türen versehen. Auf der Innenseite der Türen sowie auf der Rückseite des Kastens waren eiserne Dornen angebracht. Das Opfer der Inquisition wurde in das Innere des Kastens gestellt, dann schlossen sich langsam die Türen, so dass “die scharfen Dornen seine Arme durchstachen, und an etlichen Stellen seine Beine, und seinen Bauch und seine Brust, und seine Blase und die Wurzel seines Glieds, und seine Augen und seine Schultern, und seinen Hintern, ihn aber nicht töteten”, zumindest nicht gleich. Das geschah meist erst nach ein paar Tagen der unmenschlichsten Schmerzen und Schreie.

Die “Judaswiege”

Auch die so genannte “Judaswiege” hatte es in sich. Das Inquisitionsopfer wurde mithilfe einer Seilwinde nach oben gezogen und auf die Spitze einer hölzernen Pyramide gesetzt. Sein ganzes Gewicht ruhte nun nur noch auf der Scheide oder dem After, dem Hodensack oder dem Steißbein. Die Qual wurde noch dadurch vergrößert, dass der Folterer das Opfer hochzog oder herabließ, es schaukelte oder immer wieder auf die Spitze fallen ließ.

Die “Ketzergabel”

“Religiös” im Sinne eines Mittels zur Verteidigung des wahren Glaubens war auch die sog. “Ketzergabel”. Dabei wurden dem Opfer vier scharfe Spitzen in das Fleisch unter dem Kinn und in das Brustbein gebohrt, so dass es nicht mehr den Kopf bewegen und kaum mehr verständlich reden konnte. Aber das lag auch nicht in der Absicht der Inquisitoren. Es genügte, dass das Opfer noch das Wort “abiuro” (ich schwöre ab) stammeln konnte, das es nur abzulesen brauchte, da es in die Ketzergabel eingeritzt war.

„Man muss die Schreie der Unglücklichen hören! Muss lesen, was manche aus den Kerkern schrieben, Frauen an ihre Männer, Väter und Mütter an ihre Kinder: die Beteuerungen der Unschuld, die Abschiede für immer.“
(Der Historiker Karlheinz Deschner in: Kirche des Unheils, München 1974, S.28)

Säge und Pfahl

Aber auch technisch primitive Instrument wie die “Säge” oder der “Pfahl” erfüllten durchaus ihren von den Inquisitoren vorgegebenen Zweck. Z. B. brachten nach dem Sieg über die aufständischen Bauern die Lutheraner die Säge gegen einige Bauernführer wieder zu Ehren. Sie wurden mit dem Kopf nach unten aufgehängt, dann begann die zwischen den Beinen angesetzte Säge ihr Werk, indem sie sich bis zu Nabel und Brust “vorwärts kämpfte”. Fast noch grausamer – wenn hier noch eine Steigerung möglich war – war das Pfählen der Angeklagten. Sie wurden in die Spitze eines Holz- oder Eisenpfahls hineingedrückt, -gepresst, -gehämmert, bis dieser schließlich, nachdem er durch den eingeölten After eingedrungen war, aus dem Magen, der Brust oder der Schulter wieder heraustrat …

Weitere Folterwerkzeuge

Allein schon die bloße Aufzählung der Folterwerkzeuge – der Daumen- und Knieschrauben, der eisernen Mundsperren, der Werkzeuge zum Brandmarken, der Halsgeigen und Halsketten, der um den Hals gehängten “Rosenkränze” (Länge ein Meter, Gewicht circa acht Kilo), der im Nacken des Ketzers verschlossenen Eisenringe, der eisernen Käfige, der Kopfpressen und Schädelschrauben, der Kettengeißeln, der gedornten Halskrausen, der Zwangsgürtel, der mit scharfen Zacken besetzten “spanischen Kitzler”, der Scheren, Platt- und Kneifzangen, des Folter-Rades usw. usf. – vermag die perverse und erfinderische Leidenschaft der Inquisitoren und ihrer Helfershelfer zu bezeugen, demonstriert die ungeheuerliche, das kirchliche Christentum vor allen anderen Religionen auszeichnende “Passion der Grausamkeit”.

Erfindung neuer Qualen

Man mauerte die Opfer ein oder ließ sie – als Zeichen der Gnade der Tyrannen! – langsam verhungern, man ertränkte sie in Fässern, die mit Urin oder Jauche angefüllt waren, man schnitt oder sägte ihre Zunge ab oder brannte sie aus, man röstete die Ketzer auf glühendem Eisen oder erstickte sie durch das Anzünden feuchten Strohs. Nach der Erfindung des Schießpulvers ließ man dieses in ihrer Nähe explodieren, so dass es die Brust der armen Opfer aufriss. Der (Un-)Geist der Grausamkeit fand immer neue Mittel, um die Qualen der Inquisitionsopfer zu vergrößern.

Die Glaubenskongregation

Papst Paul III. (1468-1549, Papst seit 1534) richtete jedenfalls 1542 die Inquisition als Kardinalskommission ein, die als Zentralinstanz für alle Länder über die Reinheit des Glaubens zu wachen hatte. Sixtus V. (1521-1590, Papst seit 1585) legte 1588 ihren endgültigen Status als “Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis” (Kongregation der Römischen und universalen Inquisition) fest. Viel später, nämlich 1908, erhielt diese zentrale Inquisitionsbehörde den Namen “Heiliges Offizium”. Heute heißt sie ganz harmlos und verharmlosend “Kongregation für die Glaubenslehre”. Aber der inquisitorische Geist ist der gleiche geblieben.«


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Anmerkung der Redaktion: Kirchenfreundliche Forscher beschwichtigen heute u. a. damit, dass die Eiserne Jungfrau in der hier geschilderten Form gar nicht eingesetzt worden wäre, sondern dass man im 18. Jahrhundert der kirchlichen Inquisition diese Folter- und Tötungsmethode nur unterstellt hätte. Und tatsächlich ist bis heute umstritten bzw. nicht gesichert, ob die Eiserne Jungfrau nun im Zusammenhang der Inquisition zum Einsatz gekommen war oder nicht.
Zu diesem Sachverhalt möchten wir allerdings noch folgendes zu bedenken geben: Zwar ist historische Korrektheit immer ein notwendiges Anliegen. Doch man muss immer abwägen, was mit einer bestimmen Information beabsichtigt wird bzw. was sie – auf den gesamte Sachverhalt bezogen – bedeutet.

Im Hinblick auf die praktische Anwendung der Eisernen Jungfrau deshalb folgendes Gleichnis: Ein 30-facher Serienmörder steht wegen seiner Verbrechen vor Gericht. Im Laufe der Gerichtsverhandlung wirft er dabei dem Staatsanwalt vor, dass dieser die Todesursache des Opfers beim 23. Mord völlig falsch ermittelt hätte. Und wie wäre das nun, wenn dieser Vorwurf des Täters gegenüber den Ermittlungsbehörde tatsächlich zutreffen würde? Was wäre, wenn eines der Opfer nicht, wie in der Anklageschrift behauptet, an seinen Stichverletzungen durch eiserne Dornen gestorben ist? Sondern in Wirklichkeit wäre es erwürgt worden. Würde dadurch der Angeklagte entlastet? Und müssten seine Taten deshalb milder beurteilt werden? Oder dürfte er dann wegen formaler Fehler überhaupt nicht verurteilt werden? Oder müsste gar der Staatsanwalt auf die Anklagebank wegen falscher Anschuldigungen und der Täter würde zum Kläger? Was würde sich dadurch ändern?

Papst Paul III. (1468-1549), Förderer der Inquisition und Eröffner des Konzils von Trient (1545-1563), Tridentinum genannt:
“Wenn mein eigener Vater Häretiker wäre, würde ich selbst das Holz zusammentragen, um ihn verbrennen zu lassen.”
(zit. nach Deutschland-Radio Berlin, 21.7.2002, http://www.dradio.de/dlr/sendungen/kalender/126123/)

Joseph Kardinal Ratzinger, jetzt Papst Benedikt XVI.:

Der notwendige Einsatz der Inquisition

[Gott ...] “Lass jeden von uns zur Einsicht gelangen, dass auch Menschen der Kirche im Namen des Glaubens und der Moral in ihrem notwendigen Einsatz zum Schutz der Wahrheit mitunter auf Methoden zurückgegriffen haben, die dem Evangelium nicht entsprechen.”

So der Beginn eines so genannten “Schuldbekenntnisses” aufgrund der Verbrechen der Kirche, das so genannte “Mea Culpa“, das Papst Johannes Paul II am 12.3.2000 im Wechsel mit anderen hochrangigen Vertretern des Vatikan in Rom öffentlich vorgetragen hat
(z. B. http://www.theology.de/religionen/oekumene/evangelischerkatholischerdialog/meaculpa.php). Den Text hatte damals Joseph Kardinal Ratzinger verfasst und er hatte dabei auch die oben zitierten Worte gesprochen (z. B. http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/geschichte/inquisition/manuskript/). Der Papst und die Kardinäle haben mit ihren schöngefärbten und ausgeklügelten Worten aber nicht ihre Opfer um Verzeihung gebeten - was notwendig wäre und bei einer echten Reue auch selbstverständlich. Man richtete stattdessen ein weitgehend allgemein gehaltenes Gebet an die Adresse von “Gott”.

“Großinquisitor ist eine historische Einordnung, irgendwo stehen wir in der Kontinuität. Aber wir versuchen heute das, was nach damaligen Methoden zum Teil kritisierbar gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne ´inquisitio`, das heißt, dass Untersuchungen stattfinden mussten.”

So Joseph Kardinal Ratzinger im ARD-Magazin
Kontraste (3.3.2005) zu seinem inoffiziellen Titel “Moderner Großinquisitor”. Wenige Wochen später wurde er zum Papst gewählt.

PS: Hierzu einige sehenswerter Links: Der erschütternde Brief des Bamberger Bürgermeisters Johannes Junius vom 24.7.1628 an seine Tochter Veronika ist uns erhalten. Junius wurde von den Inquisitoren der Kirche im Bamberger Malefizhaus gefoltert und hingerichtet. Sein Brief wurde in einer Animation vertont – als ob Junius als Seele aus dem Jenseits sprechen würde. Siehe unter http://www.youtube.com/watch?v=qfRKfimBGpw.
Zur gesamten Situation siehe auch Die Folter der katholischen Inquisition in Bamberg von 1627-1632 unter http://www.youtube.com/watch?v=8q3IKHOcPd4. Dort finden sich auch weitere, auf dieser Seite nicht aufgeführte grausame Foltermethoden der Kirche.
Mehr zur Inquisition in Bamberg siehe auch unter
www.theologe.de/erzbistum-bamberg.htm.

“Vaginale Birne”, Brustkrallen, “spanische Spinnen”,
Keuschheitsgürtel, Schandmasken

»In der patriarchalisch-maskulin strukturierten Kirche mussten zwangsläufig die Frauen häufig noch schlimmer als die ketzerischen Männer bestraft werden. Ihnen gegenüber konnte sich auch die sexuelle Aggression und Perversion der Inquisitoren in besonderer Weise austoben. Es gab speziell-spezifische Folterinstrumente gegen die Frauen, z. B. die “vaginale Birne”, die, durch Drehung der Schraube ausgeweitet, Eingeweide und Gebärmutter zerriss. Es gab “Brustkrallen”, die die Brüste zerfleischten; andere Krallen, die, rot glühend gemacht, “lediglich” einen “Biss” auf den Brüsten unverheirateter Mütter verursachten, während ihre Kinder zu Füßen der Mutter lagen und mit deren Blut bespritzt wurden. Es gab die sog. “spanischen Spinnen”, d. h. vierfingrige, scherenartige Klauen, die das Opfer am Gesäß, an den Brüsten, am Bauch oder Kopf, oft aber auch mit zwei Klauen an Augen und Ohren hochzogen. Auch der “Keuschheitsgürtel” war entgegen seiner nachträglichen Mystifizierung in Wirklichkeit ein Folterwerkzeug. Natürlich gab es auch “Schandmasken” für die Frauen sowie gegen ihre angebliche Geschwätzigkeit gerichtete “orale Birnen”, also kunstvoll gefertigte Eisenknebel, deren zugespitztes Ende das Aufschlitzen der Kehle bewerkstelligte. Aber notfalls reichten auch Steine, um das Werk der Zerstörung zu vollbringen. Frauen, die Ehebruch begangen hatten, wurden gesteinigt oder in eine Schlangengrube geworfen …

Noch nie gab es eine Religion, die so viel Nächstenliebe gepredigt und so viel “Nächstenhass” und Frauenhass praktiziert hat! Nur in dieser einen, allerdings negativen Hinsicht steht das kirchliche Christentum evangelischer wie katholischer Provenienz tatsächlich einzigartig unter den Religionen da. Eine Einzigartigkeit im Positiven aber – in puncto Menschlichkeit und Schutz der Menschenrechte – besitzt es nicht. Jedes Menschenrecht musste vielmehr gegen den erbitterten Widerstand der Kirche, der katholischen wie der evangelischen, durchgesetzt werden.

Papst in “brennender Sorge”: Befehl zur Hexenverfolgung

Vor allem mit der Anerkennung der Frau als Mensch mit gleichen Rechten wie der Mann tat sich die Kirche schwer. Seltener als Männer hatten Frauen Glaubenssätze geleugnet. An sich hätte man sie daher weniger verfolgen dürfen als die Männer. Aber indem man sie der Hexerei bezichtigte, konnte man sie nun auch wegen Ketzerei anklagen. Hexerei sei Ketzerei, lautete die Gleichung. Und so eröffnete sich der Inquisition ein neues dankbares Feld der Bestätigung und Selbstbestätigung. Die von Papst Gregor IX. (um 1167-1241, Papst seit 1227) ernannten und ausgesandten Inquisitoren meldeten dem Pontifex Maximus eine horrende Ausbreitung des Hexenunwesens und scheußliche Teufelspakte von Frauen aller Gesellschaftsschichten. In “brennender Sorge” erteilte also Gregor als erster Papst den Befehl zur Hexenverfolgung, die nun bis hinauf ins 18. Jahrhundert in den verschiedensten Gestalten und Auswüchsen wüten sollte …

Die Opfer der Verfolgung

Papst Innozenz VIII. (1432-1492, Papst seit 1484) hatte … allen jenen schreckliche Strafen angedroht, die der von ihm befohlenen Hexenvernichtung entgegentreten sollten. So konnte denn unter der Sonne der allerhöchsten päpstlichen Sanktionierung die Orgie der Vernichtung der Hexen ihren Lauf nehmen. Noch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in dem fast eine Million Menschen, meist Frauen, den Hexenprozessen zum Opfer fielen, ließ der Bischof von Bamberg 600 Frauen, der Erzbischof von Salzburg 97 Frauen, der Bischof Philipp Adolf von Ehrenberg aus Würzburg 219 Hexen und Zauberer verbrennen, darunter 18 Schulknaben, ein blindes Mädchen, ein neunjähriges Mädchen und sein noch jüngeres Schwesterchen. Der Erzbischof Johann von Trier verbrannte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts so viele Hexen, dass in zwei Ortschaften gerade noch zwei Frauen übrig blieben. Ein Mainzer Dechant ließ in zwei Dörfern über 300 Menschen verbrennen, nur um an ihre Güter zu kommen. Die Orgie der Vernichtung der “Hexen” wurde noch dadurch angeheizt, dass die Inquisitoren, aber auch Richter und Beichtväter, die mit dem Beichtgeheimnis keineswegs zimperlich umgingen, an manchen Orten Kopfgelder für jede hingerichtete “Hexe” erhielten, so dass der Spruch aufkam, das schnellste und leichteste Mittel, sich zu bereichern, sei das Hexenverbrennen.
An Brutalität und sadistischer Grausamkeit war jedenfalls der Vernichtungskrieg der Päpste und ihrer Inquisitoren gegen die “Hexen” nicht mehr zu überbieten. Wahrscheinlich sind dabei mehr als drei Millionen Menschen, vor allem Frauen, bestialisch ermordet worden …

Beide Kirchen, die katholische wie die evangelische, tragen eine ungeheure, unauslöschliche Schuld wegen ihrer Verteufelung, Verfolgung und Vernichtung von so vielen Frauen. Erinnert sei dabei auch an die perverse Erfindungskunst, die einzig und allein dazu diente, die “bösen Frauen” mit den verschiedensten Instrumenten zu bestrafen …

Qualen der als “Hexen” verdächtigten Frauen

… Oft schmachteten sie jahrelang in unterirdischen kalten, feuchten und dunklen Verließen, die von Ratten, Mäusen und jeglichem Ungeziefer nur so wimmelten. Die jüngeren Frauen waren darüber hinaus den Vergewaltigungen durch Geistliche und Gefängniswärter ausgesetzt. Man band viele “Hexen” auf Holzkreuze oder schmiedete sie an Mauern an, man ließ sie im Hexenturm mit ihren gefolterten Gliedern an Ketten in der Luft hängen und langsam verdursten und verhungern usw. usf. Fast unvorstellbar ist die Qual, die jeder einzelnen “Hexe” seitens der “Religion der Liebe” zuteil wurde.

Der “Hexenhammer” der Kirche

Eine besonders scheußliche Rolle bei der Verfolgung von Frauen spielte ein Buch, der sog. “Hexenhammer” (Malleus Maleficarum; von 1486 bis ins 17. Jahrhundert in 29 Auflagen gedruckt). Es ist das Standardwerk für das Aufspüren, Dingfestmachen und Bestrafen von Hexen und hat wahrscheinlich mehr Unheil über die Frauen gebracht als jedes andere Buch. Der Hexenhammer ist die komplette Theorie und Praxis der Hexenjagd und beweist eindrucksvoll, dass man aus jeder Idiotie eine seriös daherkommende Theologie machen kann, wenn man nur pervers genug ist …

Das Los der Frauen unter der Inquisition, wie wir es hier – keineswegs erschöpfend – geschildert haben, ist nur noch mit dem Schicksal zu vergleichen, das die Inquisitoren den Juden bereiteten.« (S. 45 f. 48f. 51.53.58)

Diese Leseprobe über die frühere kirchliche Inquisition stammt aus dem Buch:
Hubertus Mynarek, Die neue Inquisition

Sektenjagd in Deutschland

Mentalität, Motivation, Methoden kirchlicher und staatlicher Sektenbeauftragter
Verlag Das Weisse Pferd, Marktheidenfeld 1999
(S. 45 f. 48f. 51.53.58; ISBN 978-3-9808322-1-2)
18,00 € plus Versand; hier bestellen)

http://www.theologe.de/LInquisition.htm

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Der Honigmann

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Hexenjagd auf Sarrazin.

Es ist geradezu skandalös, wenn sich ein Bundespräsident, der neutral und unabhängig über die Entlassung Sarrazins entscheiden soll, schon im Vorfeld in Freislerscher Hexenjagdmanier richtet.

- Die politische Kaste scheint ein Bollwerk gegen Andersdenkende errichten zu wollen, die als Provokateure diffamiert werden müssen.

Da sieht man eine Talkshow, in der sich der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, als Moralapostel aufspielt.

Ein Mann der seine Frau mit Prostituierten betrogen hat und sich nun erdreistet, vor laufenden Kameras als oberster Richter des Bundesbankers Thilo Sarrazin aufzuspielen.

Nun soll ein Mann, der pointiert Dinge auf den Punkt gebracht hat, vom Mitläufer-Bundespräsidenten und obersten Warmduscher der Nation, Christian Wulff, entlassen werden.

Hätte Sarrazin der Welt in seinem Buch nicht nur mitgeteilt, dass die Welt unter der Zinsknechtschaft der Banker leidet, sondern auch unter dem „jüdischen Geldgen“, hätte er wohl den Nagel auf den Punkt getroffen.

Scheinbar traut sich keiner mehr, der ein öffentliches Amt bekleidet (John F. Kennedy war wohl der letzte), die Zinsherrschaft der jüdischen Großbanken JP Morgan, Goldman Sachs & Co. und der von ihr manipulierten Federal Reserve anzuprangern.

Haben nicht diese mit ihren Finanzexzessen die größte Weltwirtschaftskrise seit den 30er Jahren zu verantworten?

Da spielen sich plötzlich Bankster und Politiker als Moralapostel auf, die mit allen Mitteln versuchen das Volk einzulullen und die mit Ihren Bailouts die größte Enteignungswelle des Mittelstandes aller Zeiten durchgeführt habe. (mmnews.de)

http://zeitdiagnose.de/datenbank/pressemeldungen.php

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Der Honigmann

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Beide Kirchen heizen Hexenwahn an

Der Leitfaden für die systematische Verfolgung und Ermordung von »Hexen« war das Buch »Der Hexenhammer«, herausgegeben 1488 von zwei deutschen Dominikanermönchen – mit päpstlicher Druckerlaubnis.

Der Vatikan sicherte den Wahnsinn noch zusätzlich durch eine päpstliche Bulle ab. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts starben durch den Hexenwahn in Europa nach vorsichtigen Schätzungen zwischen 40 000 und 100 000 Menschen, überwiegend Frauen (Main-Echo, 12.3.99), nach anderen Schätzungen etwa eine Million.

Die Hälfte der Opfer, darunter auch Kinder, starb auf dem Boden des heutigen Deutschland. Auch hier verfolgten beide Konfessionen gleichermaßen die angeblichen Hexen, für die es nach »peinlicher Befragung« unter schrecklichen Folterqualen kein Entrinnen gab.

Erst die Aufklärung machte den Verbrechen ein Ende.

http://www.kirchenopfer.de/dieopfer/hexenverfolgung/index.html

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Der Honigmann

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Nichts ist uns genug! Nirgends wurde die kirchliche Geldgier so deutlich wie bei der Verfolgung Andersgläubiger. Kirchenfürsten haben immer wieder Blutgelder eingestrichen – so exzessiv, dass ein geflügeltes Wort sagte, das schnellste und leichteste Mittel, reich zu werden, sei das Hexenbrennen (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 7).

Die Grausamkeit der Kirche war unermesslich. Fiel jemand in die Hände der Inquisition, dann kamen sofort die Beamten ins Haus: “Jeder Teil seines Hausrates und der Lebensmittel wurde inventarisiert, ebenso seine liegenden Güter. So wurde seine Familie, mochte sie noch so unschuldig oder schuldig sein, vor die Tür gesetzt, um Hungers zu sterben oder sich auf die unsichere Nächstenliebe anderer zu verlassen, eine Nächstenliebe, die nur allzu sehr beeinträchtigt wurde durch die Tatsache, dass jede Sympathiekundgebung für einen Ketzer gefährlich war” (Lea, Geschichte der Inquisition im Mittelalter, Bd. 1, S. 583).
Besonders pervers war die Vorschrift, das Vermögen einer Familie auch dann zu beschlagnahmen, wenn ein Verstorbener nachträglich (!) der Ketzerei bezichtigt wurde. “Eine Verjährung für die Ansprüche der Kirche trat erst nach 40 Jahren ein, bei der römischen Kirche erst nach 100 Jahren, und zwar datierte diese Verjährung nicht etwa vom Tage der Begehung des Verbrechens an, sondern erst von dem Tage seiner Entdeckung” (Lea, S. 585). Dies brachte eine große Rechtsunsicherheit mit sich, denn “kein Gläubiger oder Käufer konnte der Rechtgläubigkeit dessen sicher sein, mit dem er zu tun hatte” (ebda). Eine ganze Familie konnte Jahrzehnte nach dem Tod eines Familienmitglieds plötzlich ins Elend gestürzt werden. Bei Lebenden gab es eine Verjährung erst recht nicht: “Die Inquisition rächte erbarmungslos an dem Greis, was der Jüngling an Unwillkommenem geäußert hatte. Ein Blick in die Akten, und Jahrzehnte alte Verfehlungen konnten immer noch zum Scheiterhaufen führen” (Bernd Rill, Die Inquisition und ihre Ketzer, S. 63). Deshalb wurde in der Inquisition alles genauestens protokolliert: “Um so wichtiger war ein schriftliches Gedächtnis, da Ketzer auch nach dem Tod noch abgeurteilt werden konnten, was nicht nur moralisch gemeint war, sondern auch die praktische Konsequenz nach sich zog, dass ihre Nachfahren unfähig zur Bekleidung öffentlicher Ämter und nach einem Ketzer nicht erbberechtigt waren. So hatte es die Inquisition in der Hand, einen missliebigen Zeitgenossen, dem seinerseits mit dem Verdacht der Häresie nicht beizukommen war, auf dem Umweg über seine Eltern finanziell zu erwürgen und ihn auch noch seines Amtes zu berauben. Dass Wissen Macht ist, hat sie damit einleuchtend vorexerziert” (Rill, S. 64).

Gut bezahlte Hexenjäger

Für die Hexenverfolgung galt das gleiche wie für die Inquisition. Auch hier fand der gesamte Prozess mit bereits vorab Verurteilten statt. Die Folterknechte wurden für jeden Handgriff, ja sogar für Speis und Trank auf Kosten des Opfers bezahlt. “An einem Hexenprozess verdiente jeder, der daran beteiligt war. Als Beispiel sollen die Taxen aus Franken genannt werden, denn für das Hochstift Würzburg ist eine Zehntgerichts-Kostenordnung erhalten …, die Bischof Julius Echter erlassen hatte, um Ordnung in die Verhältnisse zu bringen … Dem Botengänger, der das Ergebnis des Verhörs zur fürstlichen Kanzlei bringen musste, stand ebenso ein Lohn zu wie dem Geistlichen, der der zu Tode verurteilten Malefikantin mit allen üblichen Tröstungen der Religion zur Seite stand” (Döbler, Hexenwahn, S. 135). Auch die Gelder der Hexenprozesse kamen direkt oder auf Umwegen der Kirche zugute: “Mittel aus solchen konfiszierten Vermögen wurden, wie aus den Akten nachweisbar ist, beim neuen Schlossbau der Mainzer Erzbischöfe verwendet, auch die Kirchen in Goßmannsdorf (Main) und Gerbrunn wurden mit Geldern aus den Hexenprozessen gefördert” (ebda., S. 136). Bisweilen bekamen die Inquisitoren pro “überführter” Hexe sogar ein Kopfgeld (Rill, S. 315).

Blutiges Geld aus Amerika

Blutgeld haftet nicht nur an Inquisition und Hexenverbrennung, es klebt auch an der Eroberung des amerikanischen Kontinents. “Der Missionseifer eines Columbus war gepaart mit der Sucht nach Gewinn, wie sein Brief an die Könige verrät. ‘Eure Hoheiten besitzen hier eine andere Welt, wodurch unser heiliger Glaube so große Verbreitung finden kann und woraus man so viel Gewinn wird ziehen können.’ Eine solche Vermischung von Religion und Habsucht berührt uns heute peinlich … Für welchen Zweck will er nun den Gewinn einsetzen? Für den Sieg des Christentums. Man braucht nur Amerika zu entdecken und dort die nötigen Geldmittel zu beschaffen, um das heilige Grab und Jerusalem wieder zurückzuerobern. Das Gold ist Mittel zu einem heiligen Zweck” (Enrique Rosner, Missionar und Musketen, S. 56).

Folgerichtig landete vieles von dem Gold, das amerikanischen Ureinwohnern auf grausame Weise geraubt wurde, in spanischen Kirchen: “Wen überfällt nicht ein Schaudern, wenn er den mit 20 Tonnen Blattgold vergoldeten Altar der Kathedrale von Sevilla bestaunt und dabei an das in den Minen vergossene Blut der Indios denkt. Treffend spricht diese prophetische Klage Erzbischof Melchior de Linnán aus: ´Er halte es für gewiss, dass jene Edelmetalle im Blut der Indios gebadet waren und dass, wenn man das aus ihnen herausgeholte Geld ausdrücken würde, mehr Blut als Silber aus ihnen heraustropfen müsste … `” (ebda., S. 60).

http://ww3.das-weisse-pferd.com/00_22/kirche_geld_8.html

Ende dieser Serie…

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Nichts ist uns genug … Nirgends wurde die kirchliche Geldgier so deutlich wie bei der Verfolgung Andersgläubiger. Kirchenfürsten haben immer wieder Blutgelder eingestrichen – so exzessiv, dass ein geflügeltes Wort sagte, das schnellste und leichteste Mittel, reich zu werden, sei das Hexenbrennen (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 7).

Papst Innozenz III. gebot seinen Inquisitoren, “das Eigentum der Ketzer zu konfiszieren, zu enteignen und Ketzerkinder zu enterben”. Um schnell und direkt zu den gewünschten belastenden Geständnissen zu gelangen, ließen die Inquisitoren die Ketzer foltern. Hernach zog man das Vermögen de r Opfer ein. Durch diese als Glaubensprozesse getarnte Raub- und Lynchjustiz “nahmen die Einkünfte des Bistums Toulouse so zu, dass Papst Johann der Zweiundzwanzigste im Jahre 1317 daraus sechs neue Bistümer machen konnte” (Otto Rahn, Kreuzzug gegen den Gral, 1985, S. 193).

Bild: ritterschaft-friedberg-de.jpg

Die Konfiskation des Eigentums von Ketzern war jedoch keine Erfindung des Mittelalters. Bereits der Codex Theodosianus, “das 438 zusammengestellte Reichsgesetzbuch, verzeichnet zwischen 380 und 438 ungefähr 80 Gesetze gegen ‘Ketzer’! Man verordnete die Wegnahme ihrer Kirchen, verbot ihnen den Bau von neuen sowie die Benutzung von Privathäusern zu kirchlichen Zwecken … man bedrohte sie mit Ausweisung, Verbannung und Konfiskation ihres Vermögens. Man sprach ihnen das Recht ab, sich Christen zu nennen, Testamente zu machen oder aufgrund von Testamenten zu erben; zuweilen erklärte man sie sogar für unfähig, irgendwelche rechtsgültige Akte zu vollziehen. Und zuletzt hatte man endlich auch die Todesstrafe … für alle ‘Abtrünnigen’ bereit” (Deschner, Abermals krähte der Hahn, S. 475).

Während man jedoch in der Antike das Eigentum von Ketzern nur dann konfiszierte, wenn ihre Erben gleichfalls Ketzer waren, so rief auch in dieser Beziehung das Mittelalter zu einem Höhepunkt der Grausamkeit auf. “Das große Konzil von Tours, das Alexander III. 1163 abhielt, befahl allen weltlichen Fürsten, die Ketzer einzukerkern und ihr Eigentum zu konfiszieren” (Lea, Geschichte der Inquisition im Mittelalter, Bd. 1, S. 562).

Die Kirche zwang den Staat

Dies galt auch dann, wenn die Ketzer ihrem Glauben abschworen. Die weltlichen Herrscher mussten zunächst buchstäblich gezwungen werden, solche Konfiskationen durchzuführen – zu sehr widersprach es offensichtlich ihrem Rechtsempfinden. “Gerade in der Unterlassung dieser Pflicht lag, wie Papst Innozenz 1210 erklärte, eines der hauptsächlichen Vergehen, wofür Raimon VI. von Toulouse so bitter hatte büßen müssen” (ebda., S. 563). schon bald hatte sich diese Vorschrift zu einer reibungslos laufenden bürokratischen Maschine entwickelt: “Sobald ein der Ketzerei Verdächtigter vorgeladen und verhaftet worden war, belegten die weltlichen Beamten sein Vermögen mit Beschlag und benachrichtigten seine Schuldner von dieser Maßregel” (S. 565).


Der Anteil der Kirche am konfiszierten Gut war unterschiedlich, so z. B. 1369 in Deutschland ein Drittel, in anderen Fällen wurde zu gleichen Teilen geteilt; oder es wurde gedrittelt zwischen Inquisitionsbehörde, Bischof und Stadt bzw. Gemeinde. Im Kirchenstaat fiel natürlich der gesamte “Erlös” an die Kurie. Dies galt ab dem 14. Jahrhundert in der Regel auch für die übrigen Regionen Italiens. Doch oft genug prozessierten Kirche und Staat auch um die Anteile, bisweilen sogar jahrzehntelang.

Die Inquisition lebte von der Konfiskation

Unbestritten ist jedoch, dass ohne die Konfiskation die Inquisition ihre grausame Eigendynamik fast völlig eingebüßt hätte. “Wir dürfen daher mit Recht behaupten, dass durch die Aussicht auf den Gewinn aus den Geldstrafen und Konfiskationen die Arbeit der Inquisitoren viel weniger gründlich gewesen und zu einer verhältnismäßigen Bedeutungslosigkeit herabgesunken sein würde, sobald der erste fanatische Verfolgungswahn erloschen war; sie hätte vielleicht eine Generation hindurch gedauert, dann eine Zeitlang geruht, um bei einem neuen Wiederauftauchen der Ketzerei von neuem wieder aufzuleben … Erst als man durch die Konfiskationen die Ketzer zwang, selbst die Mittel zu ihrer Vernichtung zu liefern, als die Habgier dem Fanatismus die Hand reichte und beide zusammen die treibenden Kräfte für die Inquisition wurden, erst da konnte jene hundertjährige, nicht nachlassende, erbarmungslose Verfolgung einsetzen, die unbedingt zum Ziele führen musste” (Lea, S. 597).


Auch Bernd Rill (Die Inquisition und ihre Ketzer, S. 85) bemerkt: “Die Spekulation ist erlaubt, ob das Heilige Offizium ohne seine mannigfaltigen finanziellen Anreize wirklich jahrhundertelang hätte aktiv bleiben können, oder ob es ohne diese nicht schon weit vor der Aufklärungszeit sanft entschlafen wäre.” Wie sehr das Geld der “Treibstoff” für die Inquisition war, erkennt man auch daran, dass in der spanischen Inquisition bevorzugt reiche „Ketzer” zu Opfern wurden – vor allem reiche “conversos”, d. h. bekehrte Juden: “Die Mitte des 17. Jahrhunderts gehört zu den für wohlhabende Conversos grausamsten Zeiten in Spanien” (Henry Kamen, Die spanische Inquisition, S. 158).

Bisweilen konnten sie sich auch durch Zahlung astronomischer Geldsummen für einige Zeit freikaufen (vgl. Rill, S. 32).
Im 18. Jahrhundert, als es praktisch keine wohlhabenden conversos mehr gab, war der Niedergang der Inquisition nicht mehr aufzuhalten.

Das Unglück der Menschen ist das Glück der Kirche

Fest steht in jedem Fall: “Wohl nirgends in der Geschichte hat sich der Eifer, aus dem Unglück der Mitmenschen Gewinn zu ziehen, in so abstoßender Weise gezeigt als bei den Geiern, die den Spuren der Inquisition folgten, um sich an dem von ihr angerichteten Elende zu mästen” (Lea, S. 575)

http://ww3.das-weisse-pferd.com/00_21/kirche_geld_7.html

vom Verfasser: hier ein Video von Richard Dawkins auf deutsch über die Religionen, Gott, Jesus, Evolutionstheorie und Kreationismus, Intelligent Design, Freikirchen , evangelikale, Pfingstler und Baptisten

Teil  8 folgt noch.

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Lange schon hatten Klöster für Gebetsdienste Geld genommen. Diese Gebete sollten den Laien einen Anteil an dem geistlichen Verdienst oder den Ablässen vom Fegefeuer, die von den Mönchen mit Gebeten und guten Werken erworben worden waren, verschaffen (Durant, Kulturgeschichte der Menschheit, Bd. 6, S. 455).

Zur vollen Blüte gelangte der Ablasshandel – wie sollte es anders sein – jedoch erst durch die Päpste. Besonderes Geschick bewies Sixtus IV., der im Jahre 1467 verkündigte, “die Wirkung kirchlicher Ablässe erstrecke sich nicht nur auf Lebende, sondern auch auf die armen Seelen im Fegefeuer. Die Herde kapierte. Jetzt sollte es noch leichter möglich sein, auch denen da drüben Gutes zu tun, indem man Messen lesen ließ und Ablässe erwarb – und dafür zahlte” (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 144).

Sixtus verkündete auch, dass “diejenigen, die nicht in der Lage sind, eine Romreise anzutreten, einen ebenso vollständigen Ablass erlangen, wenn sie lediglich den dritten Teil der Reisekosten an die päpstlichen Vertreter zahlen würden. Es gab Tausend, die diesem Wahnwitz gefolgt sind” (Wolf, Neuer Pfaffenspiegel, S. 347). “Nach den Recherchen Corvins soll durch den Ablasshandel im Lauf der 600 Jahre seines Bestehens etwa eine Milliarde Gulden nach Rom geflossen sein” (ebda, S. 348).

Arme freilich konnten dieses Segens nur sehr schwer teilhaftig werden, “denn sie haben kein Geld, also müssen sie des Trostes entbehren”, wie es in einer Verlautbarung von Papst Leo X. (1513-1521) hieß.

“Simonie” oder das Schachern mit geistlichen Ämtern

Nicht weniger erträglich – und vor allem schon wesentlich älter als der Ablasshandel – war der Verkauf von Ämtern. Bereits im Jahre 473 n. Chr. musste Kaiser Glycerius feststellen, dass der klerikale Ämterkauf bereits derart grassierte, dass “der größte Teil der Bistümer … nicht durch Verdienste, sondern durch Geld erworben” wurde (Deschner, Kriminalgeschichte, Bd. 3, S. 498).

Dies wurde in der Folgezeit noch schlimmer. “Papst Innozenz VII. (1484-1492) soll gleich nach seinem Amtsantritt 52 neue Sekretariatsstellen geschaffen haben. Jede von ihnen hat er zu einem Preis von 2.500 Goldgulden verkauft” (Wolf, S. 342). “Als Leo X. 1522 stirbt, werden die von ihm geschaffenen Ämter von seinem Nachfolger Hadrian VI. mit einem Federstrich für vakant erklärt, das heißt, sie mussten neu gekauft werden” (ebda., S. 343).

Leo X., mit bürgerlichem Namen Giovanni de Medici, hatte noch zu Lebzeiten 39 neue Kardinalsämter geschaffen, “wodurch ihm 511.000 Dukaten zugeflossen sind … Teuer waren die Lizenzen für die roten Hüte der Kardinäle. Der Preis lag zwischen 10.000 und 30.000 Goldgulden pro Exemplar” (ebda.).

Die von Papst Clemens VI. (gest. 1352) “beanspruchten Taxen für den Erwerb vakanter englischer Pfründe überstiegen die Einkünfte des Königs von England um das Fünffache” (Herrmann, S. 44). Es versteht sich dabei von selbst, dass ein solches Schachern mit geistlichen Ämtern nur dem Papst zustand, nicht jedoch z. B. weltlichen Herrschern, die noch im Mittelalter versucht hatten, durch Geldmittel Einfluss auf von ihnen zu ernennende Bischöfe zu nehmen. Diese wurden der “Simonie” beschuldigt, d. h. der Vergabe geistlicher Ämter gegen Geld. Der Begriff Simonie leitet sich ab von Simon Magus, d. h. “Zauberer”, der in Samaria lebte und nach seiner Taufe durch Philippus von Petrus und Johannes die Gabe des Handauflegens kaufen wollte, worauf ihn Petrus scharf zurechtwies (Apg. 8, 9).

“Wir brennen wahrhaftig vor Geldgier”

Der Kirche war jedoch schon immer erlaubt, was sie anderen verbot. Hierzu gehören auch Luxus und Verschwendung, wobei das den Gläubigen abgepresste Geld mit vollen Händen wieder ausgegeben wurde. Die Verschwendungssucht der Renaissance-Päpste war sprichwörtlich. Und selbstverständlich ließen sie auch ihre Verwandten daran teilhaben: “Den Vetter, Onkel, Vater als Papst zu erleben, hieß, früher oder später Geld, Gut, Grund zu erben. Noch heute zehren italienische Adelsfamilien vom damaligen Glücksfall, gehören sie zu den reichsten Sippen des Landes. Verständlich, dass sie sich in den Fragen der italienischen Innenpolitik noch immer auf die Seite des Papstes schlagen”, und den Vatikan nicht nur ideologisch unterstützen (Herrmann, S. 149).

Auch die Einführung des Zölibats, so Deschner, hängt “nachweislich mit der Furcht vor Verlust des Kirchenguts zusammen”, dient doch “die Ehelosigkeit der Priester und Bischöfe … nicht zuletzt der Vermeidung gefährlicher Erbfälle, wie man selbst offen zugibt” (S. 501).

Trotz aller klerikalen Verschwendung blieb noch genug übrig, so dass “das Gesamteinkommen des Papstes um 1250 größer war als die Einkünfte aller weltlichen europäischen Herrscher zusammengenommen. Von England erhielt der Papst im Jahr 1252 eine Summe, welche die Einkünfte der Krone um das Dreifache überstieg” (Durant, S. 456).

Von Papst Leo X. ist der Ausspruch überliefert: “Wie viel die Fabel von Christus Uns und den Unsern genützt hat, ist bekannt” (Herrmann, S. 142). Und wenn Friedrich Nietzsche die Kirche “die höchste aller denkbaren Korruptionen” nennt, so bestätigt er damit den Bischof Hieronymus, wenn dieser sagt: “Wir brennen wahrhaftig vor Geldgier, und indem wir gegen das Geld wettern, füttern wir unsere Käfige mit Gold, und nichts ist uns genug”  (zit. nach Herrmann, S. 76).

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Zu allen Zeiten verstanden es die Kirchenfürsten, sich Einnahmequellen zu verschaffen. Diese waren umso ergiebiger, je höher der Amtsträger in der Hierarchie stand – bis hin zum Papst.

Die Möglichkeiten der einfachen Priester, zu Geld zu kommen, waren vergleichsweise gering. Vielfach wurden sie von ihren Bischöfen sogar regelrecht ausgebeutet. Doch für ihre kultischen Verrichtungen konnten sie immerhin “Stolgebühren” verlangen, und das – trotz Kirchensteuer – bis heute. Auch die “Messstipendien” gibt es bis heute, und bis “1935 waren die Manualstipendien, bei denen der Priester das Geld gleichsam in die Hand bekommt, … in Deutschland auch noch einkommensteuerfrei” (Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums Bd. III, S. 487).
Solche Gebühren gibt es schon lange: “Bereits um die Wende zum 4. Jahrhundert konnte man kaum noch Christ werden, ohne zu zahlen” (Deschner, S. 497).
In Mexiko im 19. Jahrhundert nahm das Eintreiben von Gebühren durch Priester extreme Ausmaße an. Arme mussten sich auf Jahre hinaus zur Fronarbeit verdingen, um die Gebühren für eine Befreiung von den Zahlungen an die Kirche herbeizuschaffen. Starb ein Fronarbeiter, dann wurden seiner Familie durch die Begräbnisgebühren weitere Schulden aufgebürdet (W. Löhde, Das päpstliche Rom und das Deutsche Reich, S. 175).

Eine Folge war allerdings, dass in Mexiko bereits 1861 die staatliche Eheschließung eingeführt wurde. Wenig später führte die Trennung von Kirche und Staat zu einem dreißigjährigen blutigen Bürgerkrieg, maßgeblich ausgelöst durch den Vatikan.
Wesentlich besser als die Pfarrer waren die Bischöfe gestellt. Sie ließen sich bereits im 3. Jahrhundert “für die Konsekration von Kirchen, für die Übersendung von Hostien, von geweihtem Öl Gebühren bezahlen” (Deschner, S. 497).

„Willkommensschatz“

Im Mittelalter gab es weitere Möglichkeiten, etwa den “Willkommensschatz”, den die Bewohner der bremischen Lande ihrem Kirchenfürsten alle drei Jahre zahlen mussten, wenn er ins Land kam, “um neue Kirchen zu weihen, Kinder zu firmen und die Christen zur Buße zu ermahnen … An jedem 30. November war zusätzlich zum Kirchenzins der ‘Andreasschatz’ fällig, der von jedem bewohnten Haus zu bezahlen war.

Säumige bezahlten das Sechzehnfache. Bei wiederholter Weigerung wurden Kirchenstrafen verhängt” (Horst Herrmann, Kirchenfürsten, S. 82). An diesem Prinzip hat sich bis heute nur wenig geändert. Noch im Jahre 1982 “verklagte das Bistum Augsburg einen Bauern wegen 18 DM, weil er nach altem Herkommen zur Zahlung einer Summe verpflichtet ist, die dem Gegenwert von ’12 Laib Brot’ entspricht” (Herrmann, S. 237).

Spitzenverdiener – der Papst

All dies ist jedoch nur ein schwacher Abglanz dessen, was der oberste Kirchenfürst zu berappen vermag, der Papst. Seine Einnahmemöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Die bekannteste ist der Peterspfennig – ursprünglich tatsächlich ein Pfennig, den jeder katholische Haushalt jedes Jahr an den Papst abführen musste. Weniger bekannt ist, dass sich der “Heilige Stuhl” für jede Art von “Dispens” bezahlen ließ, d. h. für Ausnahmegenehmigungen von den Vorschriften des kanonischen Rechts, beispielsweise für Ehen unter Blutsverwandten.

Eine weitere Einnahmequelle waren die so genannten Jahresgelder oder Annalen, die Bischöfe und Kardinäle im ersten Jahr ihrer Amtsführung dem Papst zu zahlen hatten. Jeder neue Bischof musste zudem für teures Geld ein Pallium erwerben, ein aus der Wolle “geweihter” Schafe gewebter Umhang, der immer teurer wurde – auch im Falle der Versetzung (Darwin, Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche, S. 291). Tat er es nicht, so drohte ihm z. B. unter Papst Johannes VIII. (872-882) die sofortige Absetzung (Emil-Heinz Schmitz, Die Kirche und das liebe Geld, S. 101).

„Stillhaltegelder“

Weniger offiziell, wenn auch sicher nicht weniger häufig, waren Stillhaltegelder, die z. B. Kleriker bezahlten, damit die Kirche ihr Zusammenleben mit einer Frau duldete – auch “Hurenzins” genannt. “In Island zahlt ein Priester seinem Bischof für jedes Kind seiner Frau 8 bis 12 Taler – und lebt unangefochten weiter im Konkubinat” (Herrmann, S. 167).

Der geschäftstüchtige Papst Innozenz III. (gest. 1216) organisierte den “päpstlichen Hof nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Künftig liegen eigene Geschäfts- und Gebührenordnungen vor” (Herrmann, S. 64).

Petersdom für 10 000 Dollar

Hierzu gehören auch die Heiligsprechungsprozesse, die bis heute zumeist ungewöhnlich lange dauern, damit entsprechende Gebühren fließen können. “Nur wohlhabende Familien oder Ordensgemeinschaften können sich einen derart teuren Prozess erlauben, um einen oder eine der Ihren zur Ehre der Altäre erhoben zu sehen. Wie dem auch sei. Der Vatikan bleibt aus finanziellen Gründen an möglichst vielen und langwierigen Prozessen interessiert” (Herrmann, S. 299).

Ist der Prozess dann erfolgreich abgeschlossen, gehen die Ausgaben dennoch weiter: “Der Vatikan investiert keine einzige Lira in eine Heiligsprechung, er lässt sich alles bezahlen, was dem Kirchenfürstentum einen neuen Heiligen einbringt, angefangen von den ersten Aktensammlungen bis zur feierlichen Papstmesse, bei der es dann soweit ist (Mietpreis für den Petersdom: 10.000 Dollar)” (Herrmann, S. 297).
Eine weitere nicht unerhebliche Einnahmequelle sind die Spenden der Rompilger. “Die immer wieder anfallenden heiligen Jahre oder die diesen nachgebildeten marianischen Jahre bringen nicht nur der Herde reichen Gewinn, in Form von Ablässen und sonstigen Gunsterweisen. Sie zahlen sich auch für die Hirten aus. Immerhin gelang es beispielsweise allein 1856, nicht weniger als 20 Millionen Marien-Medaillen abzusetzen, darunter 2 Millionen in Gold oder Silber” (Herrmann, S. 352).
Käuflich ist im Vatikan offenbar sehr vieles, angefangen von Reliquien über päpstliche Segensbriefe (5.000 DM), “Orden … (in der Höhe bis zu 120.000 DM)” bis hin zu Adelstiteln. “Der Preis für einen Freiherren-Titel liegt bei 300.000 DM” (Herrmann, S. 311). Fürstentitel kosten etwas mehr, Herrmann spricht von 2,5 Millionen Mark: “Die Nebenkosten für eine solche Prozedur, etwa anlässlich der Ostermesse, belaufen sich auf weitere 50.000 DM” (ebenda).

Dies alles sind jedoch eher skurrile Marginalien, ebenso wie die Einnahmen aus vatikanischen Briefmarken oder die von Papst Sixtus IV. im 15. Jahrhundert erhobene Luxussteuer, die er von den Huren seines eigenen Freudenhauses erhob. (Herrmann, S. 170). Bedeutsamer nämlich waren zwei andere Geldquellen: der Ablasshandel und der Ämterverkauf – doch davon mehr in einer der nächsten Nummern.

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Teile 6 – 8 folgen noch.

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Eine große Rolle in den Einnahmen der Kirche spielte neben Grundbesitz und den Geschäften der Klöster – der Zehnt.

Im Mittelalter waren alle Grundbesitzer verpflichtet, ein Zehntel ihrer Gesamterzeugung oder ihres Einkommens an die Ortskirche abzuführen. “Vom Priester wurde erwartet, dass er ‘für seine Zehnten Verdammnis ausstreue’, wie es im Englischen heißt, also alle exkommuniziere, die ihren Zehnten gar nicht oder unrichtig zahlten” (Durant, Kulturgeschichte der Menschheit, S. 454).

In der Tat treiben “Geistliche bewaffnet und unnachsichtig Schulden ein”, während sie gleichzeitig gegen Wucher und Zinsen predigten (Wolf, Neuer Pfaffenspiegel, S. 498). Ein Beispiel dafür ist Papst Pius V. im 16. Jahrhundert. Er gab seinen Geldeintreibern die Anweisung: “Ein gemeiner Mann, der seine Geldstrafe nicht bezahlen kann, soll beim ersten Mal mit auf den Rücken gefesselten Händen einen Tag lang vor der Kirchentür stehen, beim zweiten Mal durch die Straße gegeißelt werden, beim dritten Mal wird man ihm die Zunge durchbohren und ihn auf die Galeeren schicken” (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 18).

Ein anderes Beispiel ist das Schicksal der Stedinger Bauern aus der Bremer Gegend, die sich weigerten, dem Erzbischof von Bremen den Zehnt zu zahlen.

Gegen sie wurde im Jahre 1229 das furchtbare Instrumentarium der Inquisition in Gang gesetzt: “Gregor IX. zögerte nicht, seine Dominikaner in Norddeutschland den Kreuzzug gegen die Stedinger predigen zu lassen. Im Winter 1229/30 rückte Erzbischof Gebhard II. von Bremen zusammen mit seinem Bruder Herrmann von Lippe und anderen Adeligen ins Feld.

Die weltlichen Großen waren in diesem Fall eines Sinnes mit dem Klerus, denn beiden war die Freiheit des Bauernvolkes ein Dorn im Auge …” (Bernd Rill, Die Inquisition und ihre Ketzer, S. 90). Zunächst gewannen die Bauern, doch fünf Jahre später ist ihr Ende gekommen: “Am 27. März 1234 stellen sich die Stedinger bei Altenesch zwischen Delmenhorst und Vegesack zur Schlacht und wurden von der Übermacht massakriert” (Rill, S. 91).

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Um den kirchlichen Grundbesitz zu vermehren, machten Mönche und andere Kirchenleute nicht nur Ödland urbar. Sie bedienten sich dazu nicht selten auch der Urkundenfälschung und des gemeinen Betruges.

Trachtete ein Bischof oder Abt danach, seinen Grundbesitz zu vergrößern, so fand sich schon bald im Klosterarchiv eine Pergamenturkunde, ausgestellt von diesem oder jenem Fürsten aus früherer Zeit, der den betreffenden Landstrich dem Kloster vermacht hatte. “Der Mönch Gueron berichtete auf seinem Sterbelager, dass er ganz Frankreich durchzogen habe, um für Klöster und Kirchen falsche Dokumente zu machen” (E.-H. Schmitz, Die Kirche und das liebe Geld, Münster, S. 83).

Das Benediktinerkloster Reichenau galt als berüchtigte Stätte der Urkundenfälschung im süddeutschen Raum (vgl. W. Kammeier, Die Fälschung der deutschen Geschichte, Wolfenbüttel 1979, S. 23 f). Wer die größte aller Fälschungen, die angebliche Übereignung des gesamten Abendlandes durch Konstantin an den Papst (die sog. Konstantinische Schenkung) für unwahr hielt, musste dies oftmals mit dem Tod bezahlen, so z. B. Johannes Dränsdorf in Heidelberg, noch im Jahre 1425, ebenso der Waldenser-Führer Friedrich Reiser in Straßburg 1458 (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 51).

Erbschleicherei oder: kein Testament ohne Priester

Ein Hauptfaktor für das Anwachsen des kirchlichen Grundbesitzes seit der Antike, besonders aber im Mittelalter, waren Erbschaften. Bereits im vierten Jahrhundert n. Chr. war die Erbschleicherei durch den damaligen Papst Damasus (366 bis 384 n. Chr.) so schlimm, dass der Kaiser eingreifen musste. Damasus “tätigte die finstersten Finanzgeschäfte, und sein Luxus war sprichwörtlich. Durch seine Vertrautheit mit den reichen Christinnen profitierte der ‘Ohrenkitzler der Damen’ derart, dass an ihn 370 ein Kaiseredikt erging, das energisch die Erbschleicherei des Klerus verbot” (Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. III, S. 496).

Schon aus Furcht vor dem Fegefeuer oder Höllenpein vermachtem im Mittelalter viele Gläubige der Kirche Teile von Haus und Hof. “Im Lehnswesen war es üblich, dass jeder Grundbesitzer oder Pächter beim Tode etwas der Kirche hinterließ; wer das unterließ, kam in den Verdacht der Ketzerei und erhielt unter Umständen keinen Begräbnisplatz in geweihter Erde. Da nur wenige Laien schreiben konnten, wurde gewöhnlich ein Pfarrer herbeigezogen, wenn ein Testament aufgestellt werden sollte; Papst Alexander III. verfügte 1170, dass kein Testament gültig sei, das nicht in Gegenwart eines Priesters gemacht worden sei; jeder weltliche Notar, der ein Testament aufstellte, ohne dieser Vorschrift zu genügen, sei mit dem Kirchenbann zu bestrafen; und die Kirche beanspruchte für sich das ausschließliche Recht, ein Testament gerichtlich zu bestätigen. Geschenke oder Legate an die Kirche galten als die verlässlichsten Hilfsmittel, um die Leidenszeit im Fegefeuer zu verkürzen” (Durant, Kulturgeschichte der Menschheit, Bd. 6, S. 454).

Wie meisterhaft die Kirche es verstand, insbesondere reichen Leuten einzureden, dass ihr Seelenheil nur in der Übereignung ihres Erbes an die Kirche liege, beschreibt der Kulturhistoriker Jaque le Goff in seinem Buch Wucherzins und Höllenqualen – Ökonomie und Religion im Mittelalter wie folgt: “Die einzige Möglichkeit des Wucherers (und dazu gehörte so gut wie jeder Kaufmann) das Heil zu erlangen, ist die vollständige Rückzahlung seines Gewinns, da er seinen ganzen Gewinn unrecht erworben hat … Für den Wucherer ist es schwer, seine Sünden wieder gutzumachen, denn Gott vergibt ihm nur, wenn er zurückgibt, was er stahl.”

Dies führte in vielen Fällen dazu, dass reiche Kaufleute etwa Stiftungen machten, die dann im Rahmen der Kirche betrieben wurden und zum Teil bis heute durch ihre reiche Güterausstattung noch funktionieren.

Kinder enterben zugunsten der Kirche

Doch nicht nur das: Um an Erbschaften heranzukommen, scheute die Kirche bereits in der Antike nicht davor zurück, Druck auf Eltern auszuüben, damit diese ihre Kinder enterbten und die Hinterlassenschaft der Kirche gaben. So predigte Kirchenvater Salvian aus Marseille im 5. Jahrhundert: “Wer sein Vermögen seinen Kindern hinterlässt statt der Kirche, handelt gegen den Willen Gottes und gegen seinen eigenen Vorteil. Während er für die irdische Wohlfahrt seiner Kinder Sorge trägt, betrügt er sich um seine eigene Wohlfahrt im Himmel” (Deschner, S. 504).

Für den Hl. Basilius ist “Vorsorge für die Kinder nur ein Vorwand der Habsüchtigen” (ebda). All dies führte zwangsläufig zu einem wachsenden Elend ungezählter Familien, was die spätrömischen Kaiser zum Eingreifen veranlasste: “Bereits Valentinian I. (364-375) geht deshalb scharf gegen die Erbschleicher des Klerus vor. 370 verbietet er geistlichen Mönchen, die Häuser der Witwen und Waisen aufzusuchen und erklärt sämtliche Schenkungen und Vermächtnisse von ihnen sowie anderen Treuen, die unter religiösem Vorwand das Opfer erpresserischer Priester werden sollten, für ungültig.” (Deschner, S. 505).

Diese Anordnung wurde jedoch, wie auch spätere Versuche in diese Richtung, bereits zwei Jahrzehnte später wieder aufgehoben. Die Kirche war einfach mächtiger und einflussreicher als der Staat – und “schließlich saugten Staat und Kirche gemeinsam das Volk aus, zogen sie am gleichen Strang” (Deschner, S. 506).

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Kein anderes Unternehmen hat es so gut verstanden, Geld und Reichtum zusammenzuraffen wie die Kirche. Die ganze Kirchengeschichte ist geprägt von Erbschleicherei, Konfiskation, Ablasshandel, Raubzügen u.a.m. Die Verkündigung ihrer Lehre nimmt sich dagegen eher wie eine Nebentätigkeit aus. In der 1. Folge war von Bischöfen als Bankern und von klerikalen Geldgeschäften die Rede. Lesen Sie heute von den Privilegien der Mönche und Klöster.

Die eigentliche Grundlage für die heutige Stellung der Kirche als Wirtschaftskonzern legte Kaiser Konstantin. Mit dem Toleranzedikt von Mailand (313 n. Chr.) wurden die einzelnen Gemeinden zu vermögensfähigen Körperschaften, die Grundbesitz erwerben und bewirtschaften konnten. Sie durften Erbschaften machen, was heidnischen Tempeln vordem nur ausnahmsweise erlaubt war. Vor allem aber konnten sie sich heidnische Tempelgüter aneignen mitsamt deren Pfründe. Hinzu kamen großzügige Schenkungen von Seiten der ersten so genannten christlichen Kaiser, was sich in den nachfolgenden Jahrhunderten kaum änderte. Da Kirchenbesitz im Mittelalter generell unveräußerlich war, konnte dieser nur wachsen.

Die Klöster als Wirtschaftsfaktor

Die Früchte dieser Privilegierung kam in besonderer Weise den Klöstern zugute. Die ursprünglich asketische Mönchsbewegung wandelte sich schon bald zu einem mächtigen Wirtschaftsfaktor. Bereits zu Beginn des 4. Jahrhunderts findet sich in den Klöstern, z. B. in denen des Pachomius, eine eher soldatische Arbeitsorganisation, bei der das Gebet gegenüber der Arbeit zurücktritt. Jedes Kloster profitierte davon, dass jeder, der eintrat, seinen gesamten Besitz abgeben musste und ihn später auch nicht an Verwandte vererben konnte. Auch Laien bereicherten die Klöster, indem sie ihnen große Spenden zukommen ließen – zum Heil ihrer Seelen.

All dieser Zugewinn hinderte die Klöster nicht daran, zusätzlich Geldgeschäfte zu tätigen und sich sogar Sklaven zu halten.

Die Klöster ließen sich – wie der Staat – von den Bauern den Zehnt bringen. Sie eigneten sich weiteres Land an, indem sie schlicht behaupteten, es sei ihnen vermacht worden. Durch solche Machenschaften trugen sie zur Ausbeutung ganzer Gegenden bei. Kein Wunder, dass ein Klostereintritt nicht selten aus blanker Existenznot geschah und weniger aus religiösen Motiven: “Kurz, nicht Sorge um die seelische, sondern um die leibliche Existenz, nackte wirtschaftliche Not zwang die Ausgebeuteten gewöhnlich ins Kloster” (Deschner, Karlheinz: Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. III, S. 476).

Versicherungsgesellschaft und Bank in einem

Die Geschäfte der Klöster mit Geldverleih stellt die der Juden – die durch Berufsverbote in die Rolle der Geldverleiher gedrängt worden waren – weit in den Schatten. Viele Privatpersonen übergaben ihr Geld Kirchen und Klöstern zur Aufbewahrung. Aus diesem Bestand verlieh das Kloster Geld an Einzelpersonen oder an Institutionen, die Geld brauchten. Aus dem Jahre 1070 ist belegt, dass Kirchen und Klöster Geld an benachbarte Grundherren verliehen, “gegen einen Anteil an den Einkünften aus dem Grundbesitz des Herrn; durch diese Hypothekdarlehen wurden die Klöster zu den ersten Bankgesellschaften des Mittelalters. Die Abtei St. André in Frankreich war in ihren Bankgeschäften so erfolgreich, dass sie jüdische Geldverleiher anstellte, um ihren Finanzoperationen vorzustehen. Die Tempelritter liehen an Könige und Fürsten, Herren und Ritter, Kirchen und Prälaten Geld gegen Zins; ihr Hypothekargeschäft war im dreizehnten Jahrhundert wahrscheinlich das ausgedehnteste der Welt. … Die Rolle der Juden als Geldverleiher wird stark übertrieben; sie hatten in Spanien und eine Zeit lang in England eine große Macht, waren aber in Deutschland schwach und in Italien den christlichen Finanzleuten unterlegen” (W. Durant, Kulturgeschichte der Menschheit, Bd. 6, S. 306 f). “Im Zwölften Jahrhundert betrugen die Zinssätze in Frankreich und England 33 1/3 %; manchmal erreichten die Zinssätze die Höhe von 50 %. Friedrich II. versuchte um 1240, den Zins auf 10 % zu senken, zahlte aber bald einen höheren Zins an christliche Geldverleiher” (W. Durant, Bd. 6, S. 313). Allein durch diese Geschäfte war die Kirche nach Aussage Durants die “größte Finanzmacht des Christentums”.

Damit nicht genug: Die Klöster übernahmen auch die Rolle der heutigen Versicherungen. Viele Vermögende übergaben ihnen ihren Besitz als “Precarium”, “als eine Art Versicherung gegen Erwerbsunfähigkeit”. Kloster oder Kirche “zahlte ihnen ein Jahrgeld, kümmerte sich um sie im Krankheitsfalle und im Alter und erhielt dafür das Besitztum beim Tode des Schenkers frei von jedem Zurückbehaltungsrecht” (Durant, Bd. 6, S. 355). Auf diese Weise verdiente die Kirche sogar an den Kreuzzügen, denn: “Kreuzfahrer verkauften nicht nur Ländereien zu niedrigen Preisen an die Kirche, um Bargeld zu erhalten, sondern erhielten auch Darlehen von kirchlichen Körperschaften, wobei sie ihren Grundbesitz als Sicherheit einsetzten, welcher dann in vielen Fällen wegen Zahlungsunfähigkeit des Schuldners verfiel” (Durant, S. 455). Und natürlich auch deshalb, weil viele von den Kreuzzügen nicht zurückkehrten.

Der Papst hatte es noch einfacher. Er erließ schlicht eine Kreuzzugssteuer. So erhob z. B. Papst Gregor VIII. im Jahre 1188 n. Chr. den “Saladinzehnten”, der von allen eingefordert wurde, die den Kreuzzug nicht mitmachten
(Schmitz, Die Kirche und das liebe Geld, S.158).

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Teile 3 – 8 folgen noch.

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Kein anderes Unternehmen der überlieferten Weltgeschichte hat es so gut verstanden, Geld und Reichtum anzuhäufen wie die abendländische Kirche.

Von Beginn an ist die Kirchengeschichte voll von Ausbeutung jeglicher Art: Erbschleicherei, Enteignung, Konfiskation, Schmarotzertum, Ablasshandel, Raubzüge usw. Die Arbeit für Theologie und Philosophie nehmen sich demgegenüber wie eine Nebentätigkeit aus.

Die St. Peters-Basilika in Rom im 4. Jahrhundert – Kaiser Konstantin schenkte der Kirche unermessliche Reichtümer

Sie können das nicht glauben? Dann sollten Sie weiter lesen. Denn dann sind Sie vermutlich dem frommsten Märchen der Kirche aufgesessen, das lautet: Der Hauptzweck der Kirche sei, Almosen zu sammeln und Werke der Barmherzigkeit zu tun, z. B. an Witwen und Waisen. Die Kirche trage zur Mäßigung der menschlichen Habgier bei und zu einer sozialen Gesinnung der Reichen. Diese rührende Mär wird seit Generationen in unzähligen Abhandlungen und Traktaten ständig wiederholt. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus?

Die fromme Lüge

Es soll keineswegs in Abrede gestellt werden, dass es Kirchenchristen gibt, die sich ernsthaft bemühen, das Gebot des Jesus von Nazareth zu befolgen: „Ihr sollt euch keine Schätze sammeln, die die Motten und der Rost fressen.“

Oder: „Niemand kann zwei Herren dienen: Gott und dem Mammon.“ Ungezählte Christen opfern sich tatsächlich auf für ihren Nächsten, stellen ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Doch betrachtet man die Kirche als Institution über die Jahrhunderte, dann erscheinen die wirklichen Christen eher als willkommenes Alibi für ein Gebaren ganz anderer Art.

Wer glaubt, dass es hier lediglich um die Verschwendungssucht einiger Renaissance-Päpste oder um den schwunghaften Ablasshandel im Mittelalter geht, der täuscht sich. Ein profunder Kenner der Kirchengeschichte schreibt dazu: „Dass es in der alten Kirche eine Armenfürsorge, dass es Wohltätigkeit gab, ist nie geleugnet worden. Ungezählte Theologen haben dies abgehandelt – während es bis heute keinem einzigen einfiel, eine Wirtschaftsgeschichte der alten Kirche zu schreiben, einer Institution, die doch immerhin ein Jahrtausend die wirtschaftliche Entwicklung beaufsichtigt hat.“ (Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. II, S. 471)

Bischöfe wurden zu Bankern

Die Geschichte der Kirche als eines geldgierigen und skrupellosen Wirtschaftsunternehmens beginnt bereits in der Antike, unmittelbar nachdem das Urchristentum in eine hierarchische Institution übergegangen war. Den Wendepunkt markiert hier die Einsetzung des Christentum als Staatsreligion durch Konstantin im 4. Jahrhundert n. Chr. Dabei begannen viele unheilvolle Entwicklungen schon vorher. So wuchs bereits im 2. Jahrhundert den Bischöfen eine große Machtfülle zu, insofern als sie Empfänger aller kirchlichen Einnahmen waren.

So verkündet Bischof Ignatius von Antiochien: „Ohne den Bischof sollt ihr überhaupt nichts tun … Wer den Bischof ehrt, der wird von Gott geehrt. Wer ohne den Bischof etwas tut, dient dem Teufel“ (Deschner, a.a.O., S. 468).

Das Geld nutzten die Bischöfe in der Regel zum Ausbau ihrer persönlichen Macht, und vermehrten es dabei kräftig. Bereits im 3. Jahrhundert verteilte man die Einkünfte der Bistümer nach folgendem Schema: ein Viertel aller Einkünfte war für den Bischof, ein weiteres Viertel für den Klerus. Ein Viertel diente der Instandhaltung der Kirchengebäude, und ein Viertel war für die Armen. „Der Bischof bekam also allein soviel wie sein ganzer Klerus oder seine sämtlichen Armen zusammen“ (Deschner, a.a.O., S. 73).

Der Theologe Horst Herrmann meint zu diesem Verteilungsschema: „Dieses Prinzip hat sich in der Geschichte wacker bewährt: 75 Prozent für Kircheneigenes, 25 Prozent für andere. Noch heute ist es nicht überwunden“ (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 78). Über die Bischöfe sagt Herrmann: „Die Zeit arbeitet von Anfang für die Bischöfe, für die Aufseher [Bischof kommt von episkopus = Aufseher, d. Red.] über das Geld aller – und später auch für die Aufpasser über die wahren Worte.“

Klerikale Geldgeschäfte

Zu Wuchergeschäften und Unterschlagungen durch Priester, Bischöfe und Päpste kommt es schon vor Konstantin. Der spätere Papst Kallist (217-222) gründet „vor seiner großen Karriere eine christliche Bank in Rom, unterschlägt ein Depositum … und ist auch nach seinem Konkurs wieder als Bankier tätig. Und: „Viele Kleriker sind so geschäftstüchtig, dass ihnen die Synoden seit dem 2. Jahrhundert immer häufiger Geldverleih und Zinsnehmen ausdrücklich untersagen müssen“ (Deschner, a.a.O., S. 483).

Im 4. Jahrhundert nahmen die Missstände weiter zu: „Viele Priester und Bischöfe dachten nur noch an sich, trieben einen schwungvollen Handel, liebten üppige Zins- und Wuchergeschäfte, obwohl dies alle Kirchenväter strikt verbieten“ (Deschner, a.a.O., S. 485).

Bis zum Mittelalter stellen Priester einen bedeutenden Teil der Geldverleiher. Sogar der katholische Theologe Kobert sagt über den mittelalterlichen Klerus, dass dort „alle Arten und Formen des Wuchers … aufs Schwunghafteste betrieben“ wurden (Deschner, a.a.O., S. 486). „Bischof Janiarius von Salona versucht einen Ölhändler um den Ölpreis für das ewige Licht zu prellen.“

Oder: „Der Metropolit von Ephesus, der Kirchengrund für die eigene Tasche verhökerte und allerlei Kostbares aus Gotteshäusern einschmelzen ließ, um sein Bad zu verschönern, verkaufte um 400 regelmäßig die Bischofssitze an den Meistbietenden“ (S. 496).

Kirchenobere missbrauchten ihre hierarchische Stellung und die Gelder ihrer Gläubigen auch zu anderen weltlichen Geschäften. So treibt das Patriarchat von Alexandrien im 6. Jahrhundert „mit Hilfe einer eigenen Flotte Handel mit Palästina, Sizilien, im Adriatischen Meer und mit dem Bistum Rom. Und dabei hatten Kirche und fast alle Kirchenväter längst Priestern den Handel strikt verboten, Ambrosius etwa oder Hieronymus, der schrieb, man müsse einen handeltreibenden Kleriker wie die Pest fliehen! Ende des 6. Jahrhunderts besitzt die alexandrinische Kirche bereits 13 hochseetüchtige Schiffe, wovon zumindest das größte Schiff (vielleicht aber auch jedes) bis England fährt. Das Patriarchat, dem damals 8.000 Pfund Gold gehörten, hatte diese Schiffe in eigener Reederei hergestellt und das Holz von italienischen Kirchengütern bezogen“(Deschner, a.a.O., S. 489).

http://ww3.das-weisse-pferd.com/00_07/kirche_geld_1.html

Teile 2 – 8 folgen noch.

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Gruß

Der Honigmann

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