Mehr als 200’000 Menschen haben auf Geheiss der japanischen Regierung ihre Häuser verlassen müssen. Elf von 50 japanischen Atomreaktoren sind abgeschaltet, drei davon haben ernsthafte Probleme mit dem Kühlsystem.
Kühlpumpe bei Reparaturarbeiten am AKW Tokai ausgefallen
In Japan ist in einem weiteren Atomkraftwerk das Kühlsystem ausgefallen. Betroffen ist die Atomanlage Tokai, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr. Es soll Wasser aus einem Becken für alte Brennstäbe ausgeflossen sein.
Im Atomkraftwerk von Tokai soll ebenfalls das Kühlsystem ausgefallen sein.
Notstand für zweites AKW in Japan ausgerufen
In Japan haben die Behörden den nuklearen Notstand in einem weiteren Atomkraftwerk ausgerufen. Für das Kraftwerk Onagawa ist wegen überhöhter Werte von Radioaktivität die niedrigste Notstandsstufe erklärt worden.
Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.
Das Kernkraftwerk von Onagawa im Nordosten von Japan.
AKW-Katastrophe: Der Druck in Reaktor 3 steigt
Rund um die beschädigten Atomkraftwerke in Japan sind hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. In einem der Reaktoren droht laut Medienberichten eine Explosion. Rund um Tokio wird die Stromversorgung zeitweise abgeschaltet – und Experten warnen vor weiteren Beben.
Der Gefahrenherd: Reactor Nr. 3 im Fukushima-Kraftwerk.
Bild: Reuters
AKW-Katastrophe: Russland liefert Gas
Die grossen Schäden an den japanischen Atomreaktoren verursachen eine Stromknappheit. Russland schickt Gastransporter los.
Stromknappheit: Die Tokyo Electric Power Co. kann die Bevölkerung nicht mit genügend Energie versorgen. Russland hat deshalb ein Gastransportschiff losgeschickt.
Bild: Reuters
400 Mal höhere Radioaktivität bei Kraftwerk in Miyagi gemessen
Im Nordosten ist massiv erhöhte Radioaktivität festgestellt worden.
Angst vor einer zweiten Explosion
In einem zweiten Atomreaktor des Kernkraftwerks Fukushima in Japan ist es offenbar zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen. Die Regierung warnt vor einer Detonation.
Stau auf der Flucht: Hunderte wollen den Evakuierungsradius um das Kraftwerk verlassen. (13. März)
Bild: Reuters
23:30 h
Offenbar Keine Radioaktivität ausgetreten
Die japanischen Behörden hätten die Internationale Atomenergiebehörde darüber informiert, dass in der Anlage wieder ein normales Level erreicht worden sei, erklärte die Behörde in Wien.
Zuvor war für das AKW im Nordosten des Landes, in dem es nach dem schweren Erdbeben vom Freitag gebrannt hatte, wegen überhöhter Radioaktivität der atomare Notstand ausgerufen worden. Untersuchungen an der Anlage hätten nun aber ergeben, dass aus keinem Reaktor Radioaktivität ausgetreten sei, hiess es in der IAEA-Erklärung weiter.
Die japanischen Behörden vermuteten vielmehr, dass die gemessene erhöhte Radioaktivität rund um den Komplex von der Anlage in Fukushima stamme. Die IAEA versicherte, weiterhin mit den japanischen Behörden in Kontakt zu stehen und die Lage zu beobachten. (AFP)
23:15 h
Offenbar Entwarnung beim Kraftwerk Onagawa
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA zitiert japanische Behörden mit der Aussage, die radioaktive Strahlung um das gefährdete Atomkraftwerk Onagawa sei wieder auf normalem Niveau, wie «Spiegel online» meldet. Zwischenzeitlich waren die Werte stark erhöht gewesen, die Behörden hatten dort deswegen den nuklearen Notfall der niedrigsten Stufe ausgerufen.
Die neuen Untersuchungen hätten ergeben, dass aus keinem der drei Reaktoren Strahlung ausgetreten sei. Die erhöhte Strahlung stamme wohl vom Kraftwerk Fukushima. (pbe)
22:10 h
Meerwasser und Borsäure sollen es richten
Meerwasser steht in dem Kraftwerk direkt am Meer reichlich zur Verfügung. Das Element Bor wird zugesetzt, weil es die bei einer Kettenreaktion entstehenden Neutronen «einfängt». Dadurch soll der sich im Innern des Unglücksreaktors eventuell weiterhin selbst erhaltende nukleare Brennvorgang gestoppt werden.
Nach Angaben der US-Wissenschaftlerorganisation Union of Concerned Scientists (UCS) besteht im Fall einer Kernschmelze unter anderem die Gefahr, dass sich die durch grosse Hitze verflüssigte Uran- und Plutoniummasse der Brennstäbe am Boden des Reaktors sammelt und dort eine sogenannte kritische Masse bildet, in der automatisch ein neuerlicher Kernspaltungprozess beginnt.
Da in einem beschädigten Reaktor mutmasslich keine andere funktionierende Eingriffsmöglichkeit in die nukleare Kettenreaktion mehr vorhanden ist, könnte nur das mit Bor versetzte Wasser eine solche Entwicklung verhindern.
Wasser allein hätte diesen Effekt nicht. Es sorgt aber parallel dafür, dass verdampfte Kühlflüssigkeit ersetzt wird und die bereits teilweise freiliegenden Reaktor-Brennstäbe wieder mit Wasser bedeckt werden. (dapd)
21:55 h
Sicherheit als oberstes Prinzip für deutsche AKW
Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat die Sicherheit für die deutschen Atomkraftwerke unabhängig von deren Alter als oberstes Prinzip bekräftigt. Nach der Atomkatastrophe in Japan müsse man auch in Deutschland dieser Sicherheitsfrage neu nachgehen, sagte Röttgen am Abend in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin».
In Japan habe es Annahmen für den Bau von Kernkraftwerken gegeben, die jetzt durch die Natur übertroffen wurden. Deshalb stelle sich jetzt auch in Deutschland die Frage: «Stimmen jetzt unsere Sicherheitsannahmen oder müssen wir nicht noch schärfere Annahmen machen?»
In Japan habe sich jetzt «das berühmte Restrisiko» realisiert, sagte Röttgen. «Es ist kein neuer Gesichtspunkt, aber es ist eine neue Erfahrung, die die Welt, die die Menschheit jetzt macht, und die müssen wir aufnehmen.» (dapd)
Weitere Informationen im Ticker «Japan twittert»
20:55 h
Entwarnung für Hawaii und die US-Westküste
US-Atomaufsichtsbehörde geht nicht davon aus, dass auf Hawaii und die US-Westküste gesundheitsschädliche radioaktive Belastungen aus Japan zukommen. Dies schreibt die «Süddeutsche» auf ihrer Homepage.
20:05 h
Massenflucht wegen Atom-Katastrophe
Aus Angst vor einer Katastrophe haben auf Anweisung der japanischen Behörden mehr als 200’000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Die Regierung befürchtete, dass es im Atomkraftwerk Fukushima 1 in zwei Reaktoren zu einer hochgefährlichen Kernschmelze kam. «Die Lage mit dem Erdbeben, dem Tsunami und den Atomanlagen ist auf gewisse Weise die schwerste Krise seit 65 Jahren, seit dem Zweiten Weltkrieg», sagte Regierungschef Naoto Kan.
Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima 1 rund 250 Kilometer nördlich von Tokio sei weiter ernst. Dort hatte am Samstag eine Explosion das Gebäude rund um den Block 1 zerstört. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power (Tepco) wurde der Schutzmantel des Reaktors aber nicht beschädigt.
Auch für das Kraftwerk Onagawa im Nordosten des Landes, in dem es nach dem Beben gebrannt hatte, wurde wegen überhöhter Radioaktivität der Notstand ausgerufen. Nach Angaben der japanischen Behörden sei die Situation in den drei Reaktoren aber «unter Kontrolle», erklärte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien.
Im Atomkraftwerk Tokai fiel teilweise das Kühlsystem aus, wie der Betreiber am Montag (Ortszeit) mitteilte. Eine Kühlpumpe sei ausgefallen, eine Zusatzpumpe arbeite jedoch und kühle den Reaktor. (AFP)
19:55 h
Kurssturz an der Börse prognostiziert
Experten rechnen nach dem Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglück in Japan mit einem Kurssturz an der Börse in Tokio am Montag. Die japanische Zentralbank kündigte an, genug Geld in das Finanzsystem zu pumpen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Industrie im Norden des Landes, wo vor allem die Autobranche stark ist, steht bis auf Weiteres still. Das Strassennetz ist zerstört, die Stromversorgung teilweise zusammengebrochen. (dapd)
18:30 h
«Die anderen Kühlsysteme arbeiten gut»
In einem weiteren japanischen Atomkraftwerk ist heute das Kühlsystem zum Teil ausgefallen. Wie der Betreiber des Kernkraftwerks Tokai südlich des Akw Fukushima 1 am Montag (Ortszeit) mitteilte, war die Reparatur des Kühlsystems im Gange. Eine Kühlpumpe sei ausgefallen, eine Zusatzpumpe arbeite jedoch und kühle den Reaktor. Das Kraftwerk Tokai liegt rund 120 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio.
«Unsere Meereswasserpumpe, die durch einen Dieselgenerator angetrieben wird, ist wegen des Tunamis ausgefallen, worauf wir eines unserer Kühlsysteme manuell ausgeschaltet haben», sagte Masao Nakano vom Betreiber Japan Atomic Power Company der Nachrichtenagentur AFP. «Aber die anderen Kühlsysteme und Pumpen arbeiten gut, und die Temperatur des Reaktors ist nach und nach immer weiter gesunken.» (AFP)
18:00 h
Leuthard sieht noch keinen Handlungsbedarf
Energieministerin Doris Leuthard will die Entwicklung in Japan abwarten, bevor sie allfällige Massnahmen für Schweizer Atomkraftwerke ins Auge fasst. Es lägen noch zu wenig gesicherte Erkenntnisse aus Japan vor, heisst es in einer Stellungnahme von heute Abend.
Bundesrätin Leuthard hat den Bundesrat über die Entwicklungen in den Kernanlagen von Fukushima und die Lagebeurteilung der Schweizer Sicherheitsbehörden informiert. Die Experten des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) stünden in Kontakt mit anderen nationalen Behörden sowie mit der Internationalen Atomenergieagentur IAEA und verfolgten die Entwicklung «sehr genau».
«Fakt ist, dass die Situation vor Ort nicht unter Kontrolle ist», heisst es in der Stellungnahme weiter. Aufgrund der jüngsten Lagebeurteilung des ENSI bestehe für die Schweizer Bevölkerung jedoch keine direkte Gefahr. Diese Beurteilung werde laufend mit den neusten Informationen aus Japan abgeglichen.
Die japanischen Behörden seien daran, die Ursachen des Unfalls zu eruieren. «Wir haben noch zu wenig gesicherte Ergebnisse, als dass sich daraus Massnahmen für andere Reaktoren – auch solche in der Schweiz – ableiten liessen.» (sda)
17:40 h
Kühlsystem in japanischem Atomkraftwerk Tokai ausgefallen
In Japan soll bei einem dritten Kernkraftwerk das Kühlsystem ausgefallen. Betroffen sei die Atomanlage Tokai, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Sie beruft sich auf die örtliche Feuerwehr.
Tokai ist das älteste Atomkraftwerk Japans. Es liegt rund 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokai. (dapd)
17:10 h
Block 2 des AKW Fukushima wird wieder normal gekühlt
Der Reaktor 2 des Fukushima Atomkraftwerks wird mit funktionierendem Notsystem gekühlt, während in die Reaktoren 1 und 3 Meerwasser eingeleitet wird. Das teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA (Nuclear and Industrial Safety Agency) heute auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd mit. Derzeit werde Süsswasser über das normale Kernnotkühlsystem in den Reaktor 2 eingespeist. In dem Meiler war zuvor auch der Druck angestiegen.
Bei den gleichfalls von Ausfällen des Kühlsystems betroffenen Reaktoren 1, 2 und 4 des Kernkraftwerks Fukushima seien die Vorbereitungen zum Ablassen von Dampf abgeschlossen, sagte eine Mitarbeiterin der Behörde. In den Reaktoren war der Druck angestiegen, durch das Ablassen des radioaktiv verseuchten Wasserdampfes kann ein Schaden am Reaktordruckbehälter vermieden werden. Wann dieses «controlled venting» erfolgen soll, stand noch nicht fest. (dapd)
Weitere Informationen im Ticker «Japan twittert»
Zum Dossier: Die Tsunami-Katastrophe.
16:55 h
Der Strom wird rationiert
Nach dem schweren Erdbeben in Japan wird in der Hauptstadt Tokio sowie in mehreren anderen Städten des Landes die Elektrizität rationiert. Dabei werde es vorübergehend zu vollständigen Stromausfällen kommen, teilte das Versorgungsunternehmen Tokyo Electric Power am Sonntag mit.
Die geplanten Ausfälle sollen den Angaben zufolge jeweils drei Stunden dauern und am Montag beginnen. Hintergrund seien erwartete Engpässe in der Versorgung, nachdem mehrere wichtige Atomkraftwerke infolge des Erdbebens sowie des anschliessenden Tsunamis aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen werden mussten.
Die Behörden baten die Bürger des Landes um Verständnis. Die zur Verfügung stehende Leistung sei durch die Kraftwerksschliessungen um rund 25 Prozent geringer als gewöhnlich, sagte der japanische Handelsminister Banri Kaieda (siehe Bild). (sda)
16:35 h
Bis zu 25 Milliarden Euro Versicherungsschaden in Japan
Der Schaden durch das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans wird Versicherer nach Einschätzung von Experten bis zu 34,6 Milliarden Dollar (25,1 Milliarden Euro) kosten. Mindestens lägen die versicherten Schäden an Privatgebäuden bei 14,5 Milliarden Dollar, teilte die US-Risikoanalysegesellschaft AIR Worldwide mit.
Allerdings sei die Lage vor Ort noch schwer einzuschätzen, weil die Rettungs- und Bergungsaktionen im Erdbebengebiet im Nordosten Japans noch in vollem Gange seien, erklärte die Gesellschaft. Es gebe deshalb noch «eine grosse Unsicherheit» bezüglich der für die Schätzung herangezogenen Parameter. (AFP)
16:10 h
Atomkraftwerk in Onagawa in Gefahr
In Japan haben die Behörden den nuklearen Notstand in einem weiteren Atomkraftwerk ausgerufen. Für das Kraftwerk Onagawa sei wegen überhöhter Werte von Radioaktivität die niedrigste Notstandsstufe erklärt worden, teilte die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mit.
Japanische Medien berichten, dass die erhöhte Radioaktivität, die beim Kraftwerk Onagawa gemessen wurde, allenfalls auch eine Folge des Windes sein könnte. Er soll die entwichene Radioaktivität des rund 100 Kilometer entfernten Reaktors Fukushima 1 herantransportiert haben.
Japan hatte nach dem schweren Erdbeben vom Freitag zunächst einen Unfall im Kernkraftwerk Fukushima 1 gemeldet, wo die Regierung mittlerweile eine Kernschmelze in zwei Reaktoren befürchtet. (AFP)
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13:46 h
Elektrizität in Tokio wird rationiert
Nach dem schweren Erdbeben in Japan wird in der Hauptstadt Tokio die Elektrizität rationiert. Dabei werde es vorübergehend zu vollständigen Stromausfällen kommen, wie das Versorgungsunternehmen der Stadt am Sonntag mitteilte. Ab Montag werde auch in anderen Städten des Landes der Strom zeitweise abgestellt.
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13:40 h
Weiteres schweres Beben befürchtet
Nach dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami bereitet sich Japan auf ein weiteres schweres Beben vor. Es gebe eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent, dass das Land in den kommenden drei Tagen von einem Erdbeben der Stärke «sieben oder mehr» erschüttert werde, sagte Takashi Yokota von der Wetterbehörde am Sonntag. Ein solches Beben könnte erneut Gebäude zerstören und einen Tsunami auslösen.
Seit der Katastrophe vom Freitag waren bereits hunderte kleinere Beben nachgefolgt. Das Gebiet von Miyagi wurde am schwersten von dem Beben und dem Tsunami getroffen.
Nach offiziellen Angaben vom Sonntag wurden bislang 688 Tote registriert. 642 weitere Menschen werden laut Polizei vermisst, 1570 wurden verletzt. Hinzu kommen bis zu 500 Leichen, die in zwei Orten im Nordosten Japans gefunden wurden.
13:25 h
Kraftwerk 3 in Gefahr
Die Lage im Kraftwerk Fusushima spitzt sich laut einem Bericht von Spiegel Online und anderer Medien zu. Offenbar droht in einem Reaktor eine Explosion. Der Druck sei stark angestiegen und derzeit nicht mehr zu kontrollieren.
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13:10 h
Massenevakuation um Fukushima
Aus der Zone rund um die beschädigten Kernkraftwerke sind mittlerweile über 200’000 Menschen evakuiert worden, wie CNN meldet. Die Angst vor einer Kernschmelze ist nach wie vor gross.
12:51 h
Energieengpass in Japan
Die Lage im durch das Beben beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 sei weiter ernst, sagte Regierungschef Naoto Kan am Sonntag in Tokio. Kan forderte die Japaner zum Stromsparen auf: Nach der Abschaltung mehrerer Atomkraftwerke wegen des Bebens gebe es das Risiko von großflächigen Stromausfällen, sagte der Regierungschef.
12:32 h
«Schlimmste Krise nach Zweitem Weltkrieg»
Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat das verheerende Erdbeben vom Freitag als die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. In einer Fernsehansprache am Sonntag rief Kan die Japaner angesichts der Katastrophe zur Einheit auf.
Die Zukunft des Landes hänge nun von den Entscheidungen jedes Einzelnen ab, sagte der Ministerpräsident. Er forderte alle Japaner auf, sich nach dem Erdbeben und dem Tsunami am Wiederaufbau des Landes zu beteiligen.
Japan twittert
11:34 h
Russland liefert Flüssiggas
Angesichts der drohenden Stromknappheit bat Japan Russland um zusätzliche Lieferungen von Flüssigerdgas. Die Agentur Interfax meldete am Sonntag, ein Tankschiff mit 19’500 Kubikmetern Flüssiggas an Bord sei am Sonntag von der russischen Pazifik-Insel Sachalin aus in See gestochen. Am Montag solle eine weitere Ladung mit 100’000 Kubikmetern folgen.
Zudem schickte Russland etwa 200 Rettungskräfte, Ärzte und Psychologen nach Japan. Der russische Regierungschef Wladimir Putin hatte am Samstagabend versichert, Moskau werde alles tun, um dem Nachbarn zu helfen. Die politischen Beziehungen zwischen Moskau und Tokio sind wegen eines Streits um die Inselgruppe der Südkurilen äusserst belastet.
10:58 h
Japanische Regierung warnt vor Stromknappheit
Nach dem Atomunfall in Japan hat die Regierung in Tokio vor einer Stromknappheit gewarnt, die eine Rationierung des Stroms nötig machen werde. Angesichts der drohenden Stromknappheit bat Japan Russland um zusätzliche Lieferungen von Flüssigerdgas. Der russische Regierungschef Wladimir Putin versicherte am Samstagabend, Moskau werde alles tun, um dem Nachbarn zu helfen. Die Japaner stünden vor einer «riesigen Trauer und Tragödie», sagte Putin.
10:28 h
Fast zwei Dutzend Strahlenopfer
Japanische Medien berichten, dass mindestens 22 Personen Opfer der radioaktiven Strahlung geworden sind. Bei 160 Menschen besteht der Verdacht auf Verletzungen durch die Strahlung.
Japan twittert
10:09 h
Swiss annulliert Flug von Zürich nach Tokio
Die Fluggesellschaft Swiss hat ihren heutigen Flug Zürich – Tokio gestrichen. Die Maschine werde aufgrund der Unsicherheiten vor Ort nicht abheben, sagte Swiss- Sprecherin Sonja Ptassek auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Der Airbus A340 hätte um 13 Uhr Schweizer Zeit in Kloten ZH starten sollen. Heute Sonntagnachmittag wird jedoch eine Maschine aus Tokio in Kloten erwartet. Sie ist laut der Swiss-Sprecherin plangemäss in Japan abgehoben.
Ob die Swiss morgen Montag wieder nach Tokio fliegt, ist offen. Die Destinationen Zürich und Tokio werden von der Fluggesellschaft einmal täglich bedient.
9:51 h
400 Mal höhere Radioaktivität
Auch in der nordöstlichen japanischen Provinz Miyagi steht das AKW Onagawa. Dort haben Atomexperten laut verschiedenen Medienberichten eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal gemessen. Die Nachrichtenagentur Kyodo zitiert einen Sprecher der Betreibergesellschaft Tohoku der sagte, die Reaktoren in der Region seien stabil.
Man gehe davon aus, dass die erhöhte Radioaktivität nicht von dem Reaktor stamme. Es bestünden keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, hieß es w. Experten vermuten, dass der Wind Radioaktivität aus der Provinz Fukushima herübergeweht habe.
Zum Dossier: Die Tsunami-Katastrophe.
7:57 h
Angst vor einer erneuten Detonation
Die japanische Regierung hält eine weitere Explosion in der Atomanlage Fukushima 1 für möglich. «Wir können nicht ausschließen, dass sich im Bereich des Reaktors 3 wegen einer möglichen Ansammlung von Wasserstoff eine Explosion ereignen könnte», sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Sonntag. Sollte dies eintreten, werde dies aber «kein Problem» für den Reaktor bedeuten.
Zum Dossier: Die Tsunami-Katastrophe.
7:20 h
Polizei findet weitere 200 Tote in Erdbebengebiet
Die japanische Polizei hat nach eigenen Angaben in dem von dem Erdbeben und dem Tsunami betroffenen Küstenstreifen im Norden des Landes weitere 200 Tote gefunden. Die Leichen würden jetzt geborgen, sagte ein Polizeisprecher in der Stadt Miyagi am Sonntag. Nähere Einheiten nannte er zunächst nicht.
Die Behörden gehen offiziell von mehr als tausend Todesopfern aus. Fast 10’000 Menschen gelten noch als vermisst.
6:25 h
Radioaktiven Dampf aus Reaktor ablassen
Im japanischen Atomkomplex Fukushima 1 soll aus einem weiteren Reaktor radioaktiver Dampf abgelassen werden. Ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco sagte am Sonntag, die Menge der Strahlung sei klein und beeinträchtige die Gesundheit von Menschen nicht. Behörden hatten zuvor berichtet, dass nach Angaben des Betreibers die Notkühlfunktion in einem zweiten Reaktor der Anlage – dem Block 3 – ausgefallen sei.
Am Samstag war bereits aus Block 1 der Anlage Druck abgelassen worden, und auch dabei wurde Strahlung freigesetzt. Am Sonntag gelang es dann, diesen Reaktor mit Wasser zu bedecken, um ihn zu kühlen.
Nach Angaben der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) werden 170’000 Menschen aus der Umgebung des beschädigten Atommeilers Fukushima 1 evakuiert. Die Anwohner in 20 Kilometer Umkreis wurden angewiesen, die Gegend zu verlassen, berichtete die UNO-Behörde. Der Sperrkreis war von 10 auf 20 Kilometer erweitert worden.
6:06 h
Strahlung über dem Grenzwert
Die Radioaktivität im Atomkraftwerk sei kurzzeitig über das zulässige Niveau gestiegen, danach aber wieder deutlich zurückgegangen, erklärte Kabinettssekretär Yukio Edano am Sonntag. Bei drei Reaktoren des Kernkraftwerks ist nach dem verheerenden Erdbeben vom Freitag die Kühlung ausgefallen. Aus einem Gebiet von 20 Kilometern um das Kernkraftwerk, das etwa 270 Kilometer nördlich von Tokio liegt, wurden inzwischen 170.000 Menschen in Sicherheit gebracht.
Zuletzt war es im Block 3 des Kernkraftwerks Fukushima zum Ausfall des Kühlsystems gekommen. Um Druck von dem überhitzten Reaktor zu nehmen, sei Dampf abgelassen worden. Damit sei wohl auch eine geringe Menge Radioaktivität freigesetzt worden. Gleichzeitig sei Wasser in das Kernkraftwerk geleitet worden, um den Druck und die Temperatur in dem Reaktor zu senken, sagte Edano. Trotzdem sei es «höchstwahrscheinlich», dass es in der Anlage zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen sei.
Da sich das alles im Reaktor abspiele, könne es nicht direkt überprüft werden. Aber es würden Massnahmen im Hinblick auf eine mögliche teilweise Kernschmelze getroffen, erklärte Edano. Vermutlich hätten einige Brennstäbe kurzzeitig auch freigelegen. Damit waren sie vermutlich nicht mehr ganz mit Wasser bedeckt. Das würde zu einem Temperaturanstieg im Reaktor führen.
Lesen Sie hier, was am Samstag geschah.
http://bazonline.ch/ausland/die-tsunami-katastrophe/Angst-vor-einer-zweiten-Explosion/story/18342088?dossier_id=885
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Gruß
Der Honigmann
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