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Mit ‘Oder-Neiße-Linie’ getaggte Beiträge


Heute ‘mal etwas über die Oder-Neiße-Friedensgrenze oder besser gesagt über Vorkommnisse, die dieser Tage auf bundesdeutscher Seite geschehen sind.
Mit aller höchster Wahrscheinlichkeit erfahren sie über diese Vorkommnisse in der Hofberichterstattung nichts. Was ist passiert? Ganz einfach und kurz.
Polen gehen in der Bundesrepublik Waldpilze sammeln. Das ist nicht erwähnenswert. Aber das Polen in aggressiver Weise einheimische deutsche Pilzsammler daran hindern Gleiches zu tun, in dem sie diese unter Gewaltandrohung aus den Wäldern jagen, ist nicht nur eine Unverschämtheit sondergleichen, sondern an dieser Stelle auch eine Meldung wert.
Es fragt sich, weshalb nicht wenigstens die lokalen Hofberichterstatter über dieses kriminelle Treiben berichten. Und das, obwohl der auf Schlagzeilen getrimmte (Springer-) Boulevard von polnischen Pilzsammlern berichtet. Nur eben nicht von denjenigen im “eigenen Haus“.
Weil die Opfer keine Polen sind? Nach Sebnitz, Berlin, Potsdam, Halle & Co. weiß jedenfalls die ganze Welt, was im Umkehrschluss in der Hofberichterstattung für eine wochenlange Hysterie entfacht worden wäre, wenn die Hofberichterstatter endlich ‘mal über keine “Nazi“- Fiktionen hätten berichten müssen.
Wenn die Hofberichterstattung glaubt, durch Ignoranz diese Tatsachen verschweigen zu können, dann ist das gewiß nicht nur lächerlich, sondern ein weiterer Pflasterstein auf dem Weg zum eigenen Niedergang. Dem Frieden ist damit jedenfalls nicht geholfen.

Noch während den Potsdamer Verhandlungen 1945 eroberte beanspruchte Polen deutsche Gebiete jenseits der Oder- Neiße- Grenze (siehe das Stettiner Land). Man muss weder “revisionistischer” noch “ewiggestriger” Deutscher sein, um diese Tatsachen erkennen zu können. Allerdings erfordert dies wahre, weil unverbrüchliche Werte, Wahrhaftigkeit, Rechtschaffenheit, Charakter und Verstand. Allesamt Attribute, die nichts mit der Nationalität eines Menschen zu tun haben.

Eingestellt von Lux

http://luzifer-lux.blogspot.com/2011/08/polen-greifen-deutsche-pilzsammler.html

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Gruß

Der Honigmann

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Stettin 1945 – Polen hatte keinerlei Recht auf eine Annexion – Sowjets brechen Potsdamer Abkommen!!

Stettin 1945, wurde ohne alliierte Absprache wild von den Polen geraubt! Vor 1945 war Stettin mit 460 km² Fläche die flächenmäßig drittgrößte Stadt des Deutschen Reiches

Gemeinhin besteht bei uns und wohl auch im Westen die Vorstellung, die vom gesamten Osten seit Jahren als “unantastbare Friedens- und Freundschaftsgrenze” ausgegebene Oder-Neiße-Linie verlaufe entlang dieser beiden Flüsse von der böhmischen Grenze bis zur Ostsee.

Tatsächlich aber greift die Oder-Neiße-Linie am Unterlauf der Oder bis zu der Tiefe eines Tagesmarsches auf mitteldeutsches Gebiet über und schließt mit der alten deutschen Großstadt und Wirtschaftsmetropole Stettin, die sich westlich der beiden Mündungsarme der Oder ausbreitet, noch die Stadt Neuwarp und sechs Landgemeinden mit 62 Dörfern ein.

Das gesamte mitteldeutsche Landgebiet, das sich gleich den deutschen Gebieten östlich von Oder und Lausitzer Neiße und dem südlichen Teil der Provinz Ostpreußen seit nunmehr bald 63 Jahren unter polnischer Verwaltung befindet, ist etwa 800 Quadratkilometer groß und wies bei der letzten reichsdeutschen Volkszählung am 17. Mai 1939 rund 440000 deutsche Bewohner auf, 383000 allein in Stettin, dessen Stadtkreis sich damals auch über die nordwärts davon gelegene, heute wieder selbständige Stadtgemeinde Pölitz erstreckte.

Diese Vorstellung wird genährt durch das Wissen um den provisorischen Grenzverlauf, wie er in den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz vom 2. August 1945 von den drei Großmächten im Abschnitt IX, Teil b, verbindlich festgelegt wurde. Darin heißt es nach dem Hinweis, daß “die endgültige Festlegung der Westgrenze bis zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll”, in wortgetreuer deutscher Übersetzung:

“Die Häupter der drei Regierungen stimmen darin überein, daß bis zur endgültigen Festlegung der Westgrenze Polens die früher deutschen Gebiete östlich der Linie, die von der Ostsee unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße und die westliche Neiße entlang bis zur tschechoslowakischen Grenze verläuft, einschließlich des Teiles Ostpreußens, der nicht unter die Verwaltung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gestellt wird, und einschließlich des Gebietes der früheren Freien Stadt Danzig unter die Verwaltung des polnischen Staates kommen und in dieser Hinsicht nicht als Teil der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland betrachtet werden sollen.”

So sehr man den Inhalt der Potsdamer Beschlüsse auch drehen und wenden mag, der Wortlaut besagt eindeutig, daß das westwärts der Oder gelegene Stettiner Gebiet im Bereich der sowjetischen Besatzungszone verbleibt und nicht in den provisorischen polnischen Verwaltungsbereich gehört, welcher sich nur über die deutschen Gebiete ostwärts der Oder und der Lausitzer Neiße sowie über den Südteil von Ostpreußen erstreckt.

Unter dem steten Drängen der provisorischen polnischen Regierung bemühten sich die Sowjets bereits auf der Potsdamer Konferenz, im Sinne der weiteren polnischen Expansionswünsche und Forderungen auch Stettin in polnische Hände zu spielen, doch setzten die Westmächte den von den Amerikanern noch am 30. Juli 1945 auf der Konferenz eingebrachten Vorschlag wenigstens in bezug auf Stettin durch, der die vorläufige polnische Westgrenze “east of ä line running from the Baltic Sea through Swinemünde, and thence along the Oder” vorsah.

Dieser vertraglich fixierten vorläufigen Grenzregelung entsprechend, unterblieb zunächst die Besetzung Stettins durch die Polen, obwohl diese seit April 1945 bereits mehrere, aber immer wieder gescheiterte Versuche unternommen hatten, wenigstens die Verwaltung der Stadt Stettin in ihre Hände zu bekommen.

Schon am 28. April 1945, zwei Tage nach der Eroberung der Stadt durch die Sowjets, trafen zwei Vertreter einer einzurichtenden polnischen Stadtverwaltung in Stettin ein, von denen der eine, ein Ingenieur namens Zaremba, prompt schon am nächsten Tage von der Warschauer provisorischen Regierung zum Stadtpräsidenten von Stettin ernannt wurde.

Sein Bemühen war in erster Linie darauf gerichtet, polnische “Ansiedler” nach Stettin hereinzubringen, ein Bemühen, das insofern Erfolg hatte, als am 4. und 5. Mai auch tatsächlich ein paar Hundert aus Posen eigens übergeführter Polen als erste polnische Bewohner nach Stettin eingeschleust wurden.

In den folgenden Tagen scheinen noch viele Polen über die Oder nach Stettin gekommen zu sein, denn als kurz darauf, für die Polen sicher völlig unerwartet, von sowjetischer Seite der Befehl erging, daß alle Polen bis zum 19. Mai 1945 die Stadt Stettin zu verlassen und sich wieder ostwärts über die Oder zu begeben haben, verließen mit dem polnischen Stadtpräsidenten etwa 4500 Polen die deutsche Metropole, in deren von den Sowjets freigegebene Stadtteile nun Zehntausende vorübergehend geflüchtete Deutsche zurückkehrten.

Ab den 19.Mai 1945 durften zehntausende Deutsche wieder nach Stettin zurückkehren, es bestand berechtigte Hoffnung, daß Stettin deutsch blieb!

Am 20. Mai 1945 erfolgte, den strikten Weisungen der Sowjets entsprechend, in Stargard auch die offizielle Auflösung der in Stettin etablierten polnischen Stadtverwaltung, gleichzeitig wurde jedoch von den Polen die “Operationsgruppe Stettin” gebildet, die am 24. Mai 1945 bis nach Köslin zurückging, insgeheim aber mit dem Auftrag, einen neuen Stamm von Verwaltungskräften zu bilden und für eine spätere Übernahme Stettins bereitzustellen.

Inzwischen scheint Warschau in Moskau heftige Vorstellungen erhoben zu haben, mit dem Erfolg jedenfalls, daß am 6. Juni 1945 ein neuer sowjetischer Befehl erging, nach dem den Polen das Betreten der Stadt Stettin wieder gestattet wurde. Einschränkend wurde allerdings verfügt, daß in Stettin keine staatliche polnische Behörde in Erscheinung treten dürfe.

Am 9. Juni 1945 zog die polnische “Operationsgruppe Stettin” wieder in Pommerns Hauptstadt ein, doch kam es bald zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Polen, da letztere die Arbeit der seit einiger Zeit wieder bestehenden und sogar unter einem deutschen Oberbürgermeister arbeitenden deutschen Stadtverwaltung zu sabotieren und immer weiter einzuschränken versuchten.

Die Rolle der sowjetischen Militärverwaltung als eines Schiedsrichters war gewiß recht schwierig, auch mit Rücksicht auf die zu erwartenden Rückwirkungen seitens der Westmächte, von denen die Amerikaner in offiziellen Noten an die Sowjetregierung vom 8. April und vom 8. Mai 1945 Anfragen wegen der eigenmächtigen Übergabe ostdeutscher Kreise in polnische Verwaltung gestellt und um Aufklärung gebeten hatten.

Auf die amerikanische Note vom 8. April und die zunehmende Verschlechterung des Verhältnisses zwischen den Westmächten und der Sowjetunion war auch das Zentralkomitee der Polnischen (kommunistischen) Arbeiterpartei auf seiner Vollsitzung vom 3. bis zum 5. Mai 1945 eingegangen, auf der Wladislaw Gomulka mahnend seine Stimme erhob, freilich in einem umgekehrten Sinne, als es der Absicht der Westmächte entsprach: “Wenn wir nicht die früheren deutschen Gebiete so rasch wie möglich polonisieren, werden wir keine Begründung für die Erhebung von Ansprüchen haben, die sie uns bereits verweigern!”

Die polnische Publizistin Krystina Kersten, die solches ganz unverblümt mitteilt 1) , bemerkt förmlich im gleichen Atemzuge, daß es wegen des ständig wachsenden Konflikts zwischen den Westmächten und den Sowjets für die Polen notwendig gewesen sei, so rasch wie möglich, wenn schon nicht de jure, so doch zumindest de facte vollzogene Tatsachen zu schaffen und die deutsche Bevölkerung in einer breiten Zone von der Oder-Neiße-Linie völlig zu vertreiben!

Aus diesem Grunde wurde ja auch schon am 3. Juni 1945, kurz vor dem Erlaß der vier Kapitulationsdeklarationen der vier Siegermächte, in denen Deutschland in den Grenzen von 1937 als eine fortbestehende staatliche Einheit betrachtet und ausdrücklich anerkannt wird, das polnisch-kommunistische Militärsiedlungswesen entlang der Oder-Neiße und der pommerschen Ostseeküste geschaffen mit der Aufgabe, das gesamte von Polen erstrebte neue Grenzgebiet von der deutschen Bevölkerung in kürzester Frist vollständig zu räumen, um hernach den Anspruch auf die gesamten deutschen Ostgebiete mit bereits vollzogenen Tatsachen begründen zu können. 2)

Aber auch das zweite Mal blieb die neuerlich in Stettin eingerichtete polnische Stadtverwaltung infolge des zögernden und unschlüssigen Verhaltens der Sowjets nur eine Episode.

Schon acht Tage nach dem Wiedereinzug der Polen in Stettin wurden sie von den Sowjets angewiesen, binnen zwei Tagen Stettin wieder zu verlassen.

Nichts beweist die Hartnäckigkeit der Polen im Verfolg ihrer expansionistischen Absichten so sehr wie die Tatsache, daß die wieder in eine “Operationsgruppe Stettin” zurückverwandelte polnische Stadtverwaltung von Stettin nochmals nur in Lauerstellung ging, diesmal gleich etwas weiter ab, bis nach Köslin, um die nächstbeste Gelegenheit zur Wiederbesetzung Stettins abzuwarten.

Diese Gelegenheit stellte sich freilich sehr bald ein. Sie stand, was bemerkenswert ist, in unmittelbarem Zusammenhang mit dem allgemeinen Rückzug der amerikanischen Truppen aus Sachsen und Thüringen sowie mit dem Abzug der britischen Truppen aus dem westlichen Mecklenburg und der auf diese Weise weit nach Westen erweiterten sowjetischen Besatzungszone, die es wiederum den Sowjets gestattete, die Polen nachzuziehen und nach Stettin einzulassen.

Drei Tage nach dem Abzug der Briten und der Amerikaner, am 3. Juli 1945, erging die nun wohl schon fast risikolos erscheinende sowjetische Entscheidung, die dann nicht mehr rückgängig gemacht wurde, wider den Beschlüssen von Potsdam, welche die Einbeziehung von Stettin in den provisorischen polnischen Verwaltungsbereich nicht erwähnen und auch nicht vorsehen.

Stettin war im Juli 1945 wieder von 84000 Deutschen bewohnt! Nur etwa 2500 illegal zugezogenen Polen hielten sich im Stadtgebiet auf.

Doch nun wurde der deutsche Oberbürgermeister abgesetzt, die weitere Rückkehr der deutschen Bevölkerung nach Stettin verboten, ebenso die weitere Aufnahme von Vertriebenenzügen aus dem Osten und aus Nordböhmen.

Schon am 14. Juli 1945 wurde die deutsche Bevölkerung von der “Möglichkeit der Ausreise nach dem Westen” in Kenntnis gesetzt, womit praktisch schon damals auch im Stadtbereich von Stettin die Vertreibung der Deutschen begann.

Im Frühjahr 1946 waren kaum mehr 60000 Deutsche in Stettin anwesend.

Schon einen Monat nach Potsdam, im September 1945, glaubte die Sowjetregierung, das Odium eines offenen Bruches der Potsdamer Beschlüsse auf sich nehmen und es riskieren zu können, dem ständigen Drängen Warschaus nachzugeben und die Stadt Stettin sowie sein gesamtes westliches Vorland auch formell in polnische Verwaltung zu übergeben.

Sie ließ es zu, daß eine polnische Delegation völlig unbehindert die Gebiete westlich der Oder inspizieren konnte, die im stillschweigenden Einvernehmen zwischen Moskau und Warschau bereits für die Übergabe an die Polen bestimmt waren.

Am 21. September 1945 wurde in Schwerin, der Hauptstadt Mecklenburgs, ein sogenanntes Grenzabkommen abgeschlossen, das auf sowjetischer Seite von Generalleutnant Chabarow und auf polnischer Seite von zwei Vertretern der polnischen Regierung wohl unterzeichnet, aber offensichtlich mit Rücksicht auf die Westmächte, deren neuerlichen Einspruch man befürchten mußte, niemals veröffentlicht wurde.

Einzelheiten dieses sogenannten Grenzabkommens, vor allem auch über die neue eigenmächtige Abgrenzung des sowjetischen Besatzungsgebietes von dem provisorischen polnischen Verwaltungsgebiet, sind lediglich durch polnische Publikationen bekannt geworden, die von dem Posener Westinstitut, der politisch-propagandistischen Zentrale jeglicher polnischer, gegen Westen gerichteter imperialistischer Bestrebungen, herausgegeben wurden 3).

Bedrückend die polnischen Schilder in Stettin: Die Oderstadt wird unter Bruch des Potsdamer Abkommens an Polen verhöckert. Stettin war bis Kriegsende 1945 seit Jahrhunderten eine reine deutsche Stadt!

Nach den nicht weiter überprüfbaren polnischen Behauptungen wurde schon damals im großen Ganzen der heutige Verlauf der Oder-Neiße-Linie westwärts der Oder festgelegt.

In dem sowjetisch-polnischen “Grenzabkommen” sei auch bestimmt worden, daß der neue Verlauf der Oder-Neiße-Linie in diesem Abschnitt zwischen dem 4. und dem 8. Oktober 1945 noch “im Gelände” genau festgelegt werden soll.

Swinemünde, Adolf-Hitler Platz – die Stadt und ihre Umgebung wurde wie Stettin unter Bruch des Potsdamer Abkommens durch die Sowjets von den Polen geraubt!
Die eigenmächtige Übernahme des gesamten Stettiner Gebietes in polnische Verwaltung geschah dann am
19. November 1945, nachdem die Sowjets am 5. Oktober auch Swinemünde mit seinem westlichen Vorland, zwei Landgemeinden mit mehreren Dörfern sowie einen breiten Küstenstreifen westlich von Danzig den Polen übergeben hatten 4).

Daß es den Polen nicht nur “um die seelische Selbstbehauptung als Nation aus einer jahrhundertelangen Geschichte heraus geht, die die Existenz dieser Nation immer wieder in Zweifel gezogen hat”, sondern auch um fremde Rechte und Gebiete, die ihnen in keiner Hinsicht zukommen und zustehen, und daß “für sie die Oder-Neiße-Linie das Symbol einer geistigen Existenz der Nation” sei, diese freundliche, etwas professoral anmutende Beschönigung der handfesten polnischen Expansionsbestrebungen noch über die Oder-Neiße-Linie hinaus wird in harter Weise auch durch einen weiteren polnischen Vorstoß ad absurdum geführt, den die Polen am 5. November 1947 in Form eines militärischen Handstreiches unternahmen.

Damals besetzten sie in der unverkennbaren Absicht, auch die westlich der Oder verlaufende Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße in ihre Hand und unter ihre Kontrolle zu bekommen, einen etwa 50 Kilometer langen und bis zu 10 Kilometer breiten mitteldeutschen Gebietsstreifen bei Schwedt.

Nähere Einzelheiten über diese Aktion sind nicht bekannt geworden. Man weiß nur 5), daß der mitteldeutsche Funktionär, der nach Lage der Dinge wohl nur ein deutscher Kommunist gewesen sein kann, als er die sowjetische Besatzungsbehörde von diesem Handstreich unterrichtete, zur Antwort bekam, daß es sich bei dieser neuerlichen polnischen Aggression nur um “eine geringfügige Angelegenheit” handle. So wurde der damals allein mögliche deutsche Einwand förmlich mit einer geringschätzigen Geste abgetan, als Bagatelle, obwohl es sich um die völlig ungerechtfertigte Besetzung eines weiteren deutschen Gebietes von mehreren hundert Quadratkilometern handelte.

Das von den Polen bei Schwedt gewaltsam besetzte Gebiet wurde ihnen allerdings von den Sowjets später, wenigstens zum Teil, wieder abgenommen.

Wann dies geschah, ist nicht festzustellen, vermutlich aber bereits zu einem Zeitpunkt, als sich die Sowjets schon mit der Absicht trugen, aus ihrer Besatzungszone in Deutschland unter ihrer Patronanz so etwas wie ein eigenes Staatswesen aufzuziehen.

Die SED hatte durch ihre Vertreter bis in das Jahr 1948, gerade auch wegen der angestrebten gutnachbarlichen Beziehungen zu Polen, immer wieder erklärt, daß die Oder-Neiße-Linie genauso abgelehnt werde wie Grenzveränderungen im Westen.

Als aber am 7. Oktober 1949 die sogenannte DDR gegründet worden war, wurden deren Repräsentanten von seiten Moskaus veranlaßt, ihre bisherige Meinung wegen der deutschen Ostgebiete grundsätzlich zu verändern und die Oder-Neiße-Linie als “Friedens- und Freundschaftsgrenze” endlich anzuerkennen.

Der Charakter einer Friedens und Freundschaftsgrenze wurde zwar in den vertraglichen Abmachungen zwischen den kommunistischen Ländern immer wieder behauptet, ja selbst als eine bewundernswerte Schöpfung kommunistischer Staatskunst dargestellt, doch hat sie diesen Charakter im Alltag bis heute noch nicht erhalten.

Warnschilder auf deutscher Seite verhinderten selbst jede persönliche Annäherung an diese sonderbare Grenze, die drüben, auf polnischer Seite, durch Drahtverhau und Wachtürme, durch Grenzmiliz und kommunistischpolnisches Wehrbauerntum feindselig abgeschirmt wurde. Zu einem “Abkommen” zwischen dem kommunistischen Regime der SBZ und Polen kam es erst gegen die Mitte des Jahres 1950. Nach voraufgegangenen Verhandlungen wurde am 5./6. Juni 1950 in Warschau eine “Deklaration” abgeschlossen, in der die Oder-Neiße-Linie als “unantastbare Friedens- und Freundschaftsgrenze” erklärt und deren Markierung innerhalb Monatsfrist bestimmt wurde.

Aber noch das “Grenzmarkierungsabkommen” von Görlitz, das am 6. Juni 1950 zustande kam, enthält noch keinen eindeutigen Hinweis, daß die Gebiete westwärts der Ostoder einschließlich der Stadt Stettin auch wirklich zum provisorischen polnischen Verwaltungsbereich gehören sollten.

Erst in dem sogenannten “Grenzmarkierungsabkommen”, das am 27. Januar 1951 zwischen dem SBZ-Regime und der polnischen Regierung in Frankfurt an der Oder abgeschlossen wurde, wird der heutige Verlauf der Oder-Neiße-Linie genau angegeben.

Polen wollte noch weiteres deutsches Gebiet in einer künftigen Friedenskonferenz rauben!

Noch zu der Zeit, als Churchill am 16. August 1945 im Unterhaus erklärte: “Ich muß meine Meinung zu Protokoll bringen, daß die provisorische Westgrenze, die Polen zugebilligt worden ist und die ein Viertel des blühenden Landes von Deutschland in sich schließt, keine gute Vorbedeutung für die Zukunft Europas hat”, und fortfuhr: “Hier ist, wie ich glaube, ein Fehler gemacht worden, wobei die provisorische polnische Regierung ein hitziger Verhandlungspartner gewesen ist, indem sie weit über das hinausging, was Notwendigkeit und Gleichwertigkeit erfordern”, und der damalige Außenminister Eden am 20. August 1945 im Unterhaus, nachdem er seiner Meinung Ausdruck gegeben hatte, daß Polen Ostpreußen, Oberschlesien und einen kleinen Teil Ostpommerns erhalten sollte, auch wörtlich feststellte: “Wir waren niemals glücklich darüber, daß die polnische Grenze sogar bis an die Oder-Linie heranreichen sollte … Wir glaubten, es wäre unklug, auch nur bis an die Oder-Linie heranzugehen oder ihr gar zu folgen. Jetzt haben wir diese weitere Forderung, direkt bis zur westlichen Neiße vorzurücken” – just zu diesem Zeitpunkt also bereiteten die Polen bereits Verwaltungskarten vor, in denen der Verlauf der polnischen Verwaltungsgrenze durchweg westlich von Oder und Neiße angegeben und nicht nur das gesamte Westufer der Oder, sondern auch noch die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, als zur Wojewodschaft Stettin gehörend, in das polnische Verwaltungsgebiet einbezogen wurde.

Die polnischen Behörden haben demnach schon im Jahre 1945 nicht nur das Land zwischen Ostoder und Westoder auch südwärts von Gartz, sondern auch noch das Gebiet zwischen der am Oberlauf bei Fiddichow noch nicht geteilten Oder und den westwärts durch mitteldeutsches Gebiet führenden Kanal als dem polnischen Verwaltungsbereich zugehörig eintragen lassen 6).

Auch die vom polnischen militärgeographischen Institut in Warschau 1947 herausgegebene Verwaltungskarte der Republik Polen schließt das gesamte Westufer der Oder auf einer Linie, die zwischen Oderberg und Zehden nordwärts verläuft, in das polnische Hoheitsgebiet ein.

Es ist wohl notwendig, einmal auch darauf hinzuweisen, daß die Polen den heutigen Verlauf der am Unterlauf der Oder bereits auf mitteldeutschen Boden übergreifenden Oder-Neiße-Linie nicht etwa als ein Maximum des auf Kosten Deutschlands erreichbaren Gebietsgewinns betrachten, sondern lediglich als ein Minimum, über das gar nicht erst noch verhandelt werden könne.

Schon aus der polnischen Denkschrift zur Londoner Konferenz im Januar 1947 geht hervor, daß sich Polen ausdrücklich das Recht vorbehält, ein “ausführliches Projekt der Delimitierung der deutsch-polnischen Grenze” vorzulegen 7). Es wurde dabei, wie polnische Karten und kartographische Darstellungen zeigen, an die Einbeziehung des gesamten Einzugsgebietes westlich von Oder und Neiße unter polnische Gebietshoheit gedacht, vor allem an die Inbesitznahme des beiden Flüssen westlich benachbarten Wasserkanalsystems.

Das Westinstitut in Posen bereitet seit Jahren Materialien als Unterlagen für die künftige Friedenskonferenz vor, um auf dieser auch die weiteren polnischen Expansionsbestrebungen “motivieren” und ein weiteres Vorrücken einer polnischen Westgrenze entsprechend begründen zu können.

Soweit bisher erkennbar, zielten die Expansionsbestrebungen der Polen bereits bis in die Gegend von Anklam. In der vom Westinstitut in Posen herausgegebenen Publikation “Um das linke Ufer der Oder” 9) wurde die gesamte Insel Usedom gefordert, weiter die Ausweitung des künftigen polnischen Staatsgebietes von der Einmündung der Peene wenige Kilometer ostwärts von Anklam südwärts auf einer neuen Grenzlinie, die quer durch die Uckermark über Prenzlau bis zum Oderknie verläuft, und zwar derart, daß Oderberg auf polnischer Seite verbleibt, weiter am linken Oderuferrücken entlang, um auch die Straßenführung von Freienwalde nach Lebus und Frankfurt an der Oder in ihrer ganzen Länge in die Hand zu bekommen. Weiter südwärts soll, offenbar um spätere polnische Vorstöße vorzubereiten, mit ganz Görlitz als Kern ein polnischer Brückenkopf westwärts der Lausitzer Neiße entstehen.

Es ist nicht im deutschen Interesse, an die damals nach Westen gerichteten polnischen Expansionsbestrebungen vorbeizusehen und die von den Polen westwärts der Oder bereits vertragswidrig geschaffene Situation unter den Teppich zu kehren!

Aus dem Gebiet von Stettin wurde die gesamte Bevölkerung westwärts vertrieben; 180000 Stettiner lebten später allein in der Bundesrepublik Deutschland, wie aus der Bundesstatistik der Vertriebenenausweise hervorgeht 10). Die Kriegs- und Nachkriegsschäden, die im gesamten Stettiner Gebiet und in den dortigen gewaltigen Hafenanlagen verursacht wurden – auch noch nach dem Abzug der Sowjets, als ganze Stadtviertel völlig unbewohnt blieben, aber ausgeschlachtet und im übrigen dem Zahn der Zeit überlassen wurden -, wurden zynischerweise als polnische Kriegsschäden ausgegeben und zweifelsohne Deutschland vorgerechnet. Und dabei sprachen die Polen von deutscher Dreistheit, wenn sie die Friedensnote der Bundesregierung auf ihre Weise beantworteten.

1) In den vom Historischen Institut der polnischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen “Acta Poloniae Historica”, Nr. 10, S. 28.
2) Vgl. vom gleichen Verf.: Militärbesiedlung der deutschen Ostgebiete. In: “Außenpolitik”, Heft 6/64, Juni 1964, S. 386-395.
3) Es seien hier nur genannt: St. Leszczycki: Ustalenie granic wspolczensnej Polski / Die Festlegung der Grenzen des heutigen Polens. In: “Przeglad Zadiodni, Nr. 4/5, Oktober/November 1945, und “Szczecin dawniej i dzisiaj” (Stettin früher und heute), Posen, Westinstitut. – Mit neuen, zum Teil überraschenden Einzelheiten über die Vorgänge bei der Besetzung Stettins durch die Polen wartet J. Kaczkowski in der Warschauer kulturpolitischen Zeitschrift “Kultura” vom 24. 4. 1966 auf. Er berichtet, daß noch im Jahre 1945, vor dem Beginn der “gelenkten” Austreibungen, 30000 Deutsche Stettin verlassen mußten; nach dem Beginn der Aussiedlungsaktion im Februar 1946 seien noch 52000 Deutsche aus Stettin in die sowjetische und in die britische Besatzungszone transferiert worden.
4) Vgl. “Osteuropa-Handbuch”: Polen, S. 226, Fußnote 1.
5) Nach einer Aufzeichnung in Keesing’s Archiv der Gegenwart vom 5. 11. 1947, Sp. 1241.
6) Vgl. J. Dylik: “Geografia Ziem Odzyskanych” (Geographie der wiedergewonnenen Gebiete). Warschau 1946.
7) Vgl. J. Kokot: “Logika Poczdamu” (Die Logik von Potsdam). Kattowitz 1957, S. 47.
8) Vgl. A. Klafkowski: “Podstawy prawne granicy Odra-Nisa na tle umöw jaltnskiej i poczdamskiej” (Die rechtlichen Grundlagen der Oder-Neiße-Grenze im Spiegel der Vereinbarungen von Jalta und Potsdam), Posen 1947, S. 48/49.
9) Polnisch: “O lewy brzeg Odry”. Posen 1946, S.9
10) Der Eingliederungszustand von Vertriebenen und Sowjetzonenflüchtlingen. Hrsg. Statistisches Bundesamt.

Quelle: aus Eissner in der Zeitschrift: “Aussenpolitik, 1966, Nr.7, Seiten 438-444 Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 17:29 Uhr

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Gruß

Der Honigmann

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Die Grenze ist eine Linie quer durch das Land,
von der See bis nach Schlesien gezogen.
Sie ward gezeichnet von Menschenhand,
doch die Hand, die sie zog, hat gelogen.
Gelogen die Hand und verlogen das Wort,
das Wahrheit verfälscht und so verbiegt.
Die Wahrheit heißt so, daß drüben wie dort
Deutschland, die Heimat liegt,
Deutschland, die Heimat liegt!
Oder-Neiße-Grenze nie -
Oder-Neiße-Schandgrenze nie!!!
Es läuft eine Grenze quer durch das Land,
von Willkür und Rachgier errichtet.
Sie hat den Frieden von Erden verbannt
und das Glück von Millionen vernichtet.
Sie scheidet, was ewig zusammengehört,
sie hat uns der Heimat beraubt.
Unsichtbar schwebt sie,
ein glitzerndes Schwert,
drohend über unserm Haupt!
Oder-Neiße-Grenze nie -
Oder-Neiße-Schandgrenze nie!!!
Es läuft eine Grenze quer durch das Land,
hat es zerschnitten und zerrissen.
Geboren aus Bosheit und Unverstand,
so trotzt sie selbst dem Weltgewissen.
Doch wären wir auch
ein verlorenes Geschlecht,
um Heimat und Scholle gebracht:
Die Lüge bleibt Lüge -
das Recht, es bleibt Recht,
und einmal endet jede Nacht!
und einmal endet jede Nacht!
Oder-Neiße-Grenze nie -
Oder-Neiße-Schandgrenze nie!!!
Oder-Neiße-Schandunrecht nie!!!

Lied von  Frank Rennicke

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Gruß

Der Honigmann

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Schon in der Bronzezeit besiedelten Indogermanische Stämme einzelne Sandinseln im Oderbruch. Das Gebiet des heutigen Küstrin/Kostrzyn war seit dem 2. Jahrhundert vor Chr. von Germanen und nach der Völkerwanderungszeit im 6. Jahrhundert auch von Slawen besiedelt.

1261 wurde es als Küstrin Stadt erwähnt. Im selben Jahr kam es auch zur  Markgrafschaft Brandenburg. 1535 wurde die Stadt vom Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin (auch bekannt als Hans von Küstrin) zur Residenzstadt erhoben. Er ließ den Ort vergrößern, neu gestalten und mit Festungswerken umgeben. Es wurde das Schloss erbaut und die Stadt bis 1568 zur Festung ausgebaut. Den ersten Plan der Festung entwarf 1535 der Ingenieur Maurer in altitalienischer Art mit fünf Bastionen und Kavalieren, jedoch ohne Raveline. Der Bau der Erdwälle dauerte von 1537 bis 1543. Der Umbau in Backstein erfolgte von 1557 bis 1568. Die Bauleitung übernahm ab 1562 der italienische Ingenieur Giromella. Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin konnte das umfangreiche Befestigungswerk nicht zum Abschluss bringen.

Die Garnison prägte die Stadt seit 1641 als der große Kurfürst Friedrich Wilhelm das brandenburgisch-preußische Heer ins Leben rief. In den Jahren von 1640 bis 1688 wurde Küstrin dank der Garnison und dessen Lage zu einer der stärksten Festung der deutschen Staaten ausgebaut.

Einen Aufschwung erlebte Küstrin 1857 durch den Anschluss an die Eisenbahnstrecke der Preußischen Ostbahn, die nordwestlich der Festung die Oder überquerte. Die Stadt dehnte sich östlich der Festung/Altstadt um die Neustadt aus und entwickelte sich wegen der hier zusammentreffenden Straßen-, Schienen- und Wasserwege zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt, unter anderem an der wichtigen Reichsstraße 1 (Aachen – Berlin – Küstrin – Königsberg).

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die meisten militärischen Einrichtungen demontiert. Im Zuge der Wiederaufrüstung des Deutschen Reiches wurden nach 1933 zahlreiche Militärbauten neu errichtet. 1939 zählte Küstrin noch 24.000 Einwohner.

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs beeinflußten vier Faktoren entscheidend den Untergang der damals unzerstörten, kleinen deutschen Industrie- und Garnisonsstadt, die beiderseits der Warthemündung in die Oder lag:

1.Teil der deutsch-sowjetischen Front zu werden, an der sich die größten und blutigsten Schlachten des Krieges abspielten.

2.Seine Bedeutung als Eisenbahn- und Straßenknoten.

3.Ein wichtiges Bollwerk der letzten deutschen Front vor der Reichshauptstadt Berlin zu werden.

4.Das Verhalten der Roten Armee gegenüber der deutschen Zivilbevölkerung, das durch seine Unmenschlichkeit den deutschen Widerstand zusätzlich motivierte. (Innerhalb Ostdeutschlands erlitt Ostbrandenburg prozentual die höchsten Bevölkerungsverluste!)

Als der Sturmlauf der sowjetischen Armeen an der brandenburgischen unteren Oder Anfang Februar 1945 sein Ende fand, begann hier ein 10 Wochen dauerndes Ringen. Es endete am 14. April mit dem russischen Aufklärungsangriff zur Schlacht um die Seelower Höhen, einer Teiloperation der Schlacht um Berlin.

Die zerstörte Altstadt heute…

Bei Kriegsende waren die Gebiete östlich von Berlin und somit auch Küstrin in sowjetischer Hand. Gemäß dem Potsdamer Abkommen wurden die Gebiete östlich von Oder und Lausitzer Neiße unter Einschluss des östlich der Oder gelegenen Küstriner Stadtgebietes Polen zur Verwaltung zugesprochen und die Stadt in Kostrzyn (seit 2004 Kostrzyn nad Odrą) umbenannt.

Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde anschließend aufgrund der sogenannten Bierut-Dekrete von deen polnischen Verwaltungsbehörden in Richtung Westen vertrieben.

“Nichts ist geregelt, was nicht gerecht geregelt ist.” Abraham Lincoln

http://www.paukenschlag.org/?p=1539

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Gruß
Der Honigmann
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Der voreilige Totalverzicht auf die deutschen Ostprovinzen 1990 verhinderte Verhandlungen über nötige Zugeständnisse der Vertreiberstaaten.

Niemand konnte 1990 ernsthaft annehmen, daß die deutsche Wiedervereinigung auch die Ostgebiete, also Pommern, Schlesien, Ostpreußen, umfassen würde. Spätestens seit der Ratifizierung der Ostverträge im Jahr 1972 ging die Politik davon aus, daß ein deutscher Einheitsstaat – sollte er gegen allen Anschein Wirklichkeit werden – sich auf das Gebiet der BRD, der DDR und West-Berlins würde beschränken müssen. Als Rechtsgrundlage existierte das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 jedoch weiter. Noch die einseitigen Beschlüsse von Jalta und Potsdam 1945 hatten Deutschland als staatliche Einheit behandelt. Da der avisierte Friedensvertrag mit dem deutschen Einheitsstaat aber ausgeblieben war, blieb auch die Oder-Neiße-Linie im juristischen Sinne provisorisch.

Der Legalismus ist das Mittel der Schwachen und Besiegten. Hier bot er die Grundlage, um die deutsche Teilung als Anomalie anzuprangern und ihre Überwindung anzustreben. „Mit der Errichtung der Bundesrepublik Deutschland wurde nicht ein neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil Deutschlands neu organisiert“, verkündete das Bundesverfassungsgericht in seinem Grundsatzurteil 1973. Die Bundesrepublik sei kein „Rechtsnachfolger“ des Deutschen Reiches, „sondern als Staat identisch mit dem Staat ‘Deutsches Reich’“, in territorialer Hinsicht allerdings nur „teilidentisch“. Zwar beschränke sie ihre Hoheitsgewalt auf den „Geltungsbereich des Grundgesetzes“, sie fühle „sich aber auch verantwortlich für das ganze Deutschland“. Namens des „Völkerrechtssubjekts ‘Deutschland’ (Deutsches Reich)“ bestand sie auf der Wiederherstellung des „einheitlichen Staatsvolks“ und des „einheitlichen Staatsgebiets ‘Deutschland’ (Deutsches Reich)“ als dessen „nicht abtrennbaren Teil“.

Wie weit reichte dieses Staatsgebiet? Das Gericht äußerte sich sibyllinisch. Es verwies darauf, daß „andere Teile Deutschlands“ eine Organisationsform in der DDR gefunden hätten. Der Verzicht auf den bestimmten Artikel (also auf die Formulierung: „die anderen Teile Deutschlands“) bedeutete, daß es jenseits der Bundesrepublik und der DDR weitere Teile Deutschlands gab. Damit war die rechtliche Lage korrekt umrissen, andererseits vermied es das Gericht, der Außen- und Deutschlandpolitik Vorgaben zu machen, die womöglich kontraproduktiv waren.

Territorialverlust war keine Selbstverständlichkeit Eine Rückkehr der deutschen Ostgebiete wurde nur noch in Vertriebenenkreisen und von der außerparlamentarischen Rechten für möglich gehalten. Im übrigen herrschte die Haltung vor, die Grenzen von 1937 als notwendigen Ausgangspunkt, aber nicht mehr das Ziel der Verhandlungen zu verstehen. Der alte Grenzverlauf war ein politisches Faustpfand, für dessen Herausgabe man von der Gegenseite etwas verlangen konnte, etwa den Verzicht auf neue Reparations- oder Entschädigungsansprüche, die Rückgabe von zurückgehaltenen Kulturgütern, humanitäre Lösungen oder moralische Kompensationen. Vor allem die Außenpolitiker und Rechtsexperten von CDU/CSU hielten an dieser Position fest. Neben den politischen und juristischen Aspekten handelte es sich auch um eine Frage der Selbstachtung, bei einer möglichen Vereinigung von Bundesrepublik und DDR klarzumachen, daß die Hinnahme des Territorialverlusts keine Selbstverständlichkeit war, sondern eine präzendenzlose Opfergabe, welche die anderen Länder politisch und moralisch in die Pflicht nahm.

Allerdings geriet dieser Kontext bei SPD, FDP und Grünen aus dem Blick. Den einseitigen vorauseilenden Totalverzicht betrachteten sie zunehmend – die Grünen von Anfang an – als eine moralische Verpflichtung Deutschlands. Den Verhandlungspartnern, die damit zu keinen Gegenleistungen mehr verpflichtet sein würden, mußte das Tür und Tor für immer neue Forderungen öffnen. Die Entwicklung von 1989/90 zeigte, daß dieser Zusammenhang auch den meisten Unionspolitikern nicht mehr gegenwärtig war. Die Bürgerrechtler und Ad-hoc-Politiker aus der DDR machten die Sache noch schlimmer, weil sie über keinerlei Begriff des Politischen verfügten und zwischenstaatliche Politik vollends als praktizierten Schuldprotestantismus verstanden. Während Helmut Kohl vehement darauf beharrte, daß man dem gesamtdeutschen Souverän in der Grenzfrage nicht vorgreifen dürfe – sachlich stand für ihn die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie außer Frage –, setzte die Mehrheit der deutschen Politiker zu einem unwürdigen Wettkriechen an. Jeder wollte die Ostgebiete als erster und am gründlichsten abschreiben.

Der Einigungsvertrag war in dieser Hinsicht fatal. Zum einen machte der Zeitdruck eine gründliche Beschäftigung mit der Materie unmöglich. Am 3. September 1990 lag der Vertragsentwurf den Bundestagsabgeordneten als Drucksache vor. Am 5. September bereits fand die erste Lesung statt, die zweite und dritte Lesung und die Verabschiedung des Vertragstextes gingen am 20. September über die Bühne. Der Text war auf 378 telefonbuchgroßen Seiten abgedruckt. Es war absolut unmöglich, sich auch nur einen annähernden Überblick über den Inhalt zu verschaffen, der vor allem aus Ergänzungen, Änderungen und Ausnahmen unzähliger geltender Gesetze bestand, die man erst hätte heranziehen müssen, um den Vertrag zu verstehen.

In dieser Situation reichten acht Abgeordnete des Bundestages, unter ihnen der langjährige Vertriebenenpräsident Herbert Czaja (CDU) und der CSU-Außenpolitiker Hans Graf Huyn, am 7. September 1990 beim Bundesverfassungsgericht einen Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung ein. Sie monierten die Behandlung von Verfassungsänderungen innerhalb des Vertrages und, damit verbunden, die Verletzung ihrer Abgeordnetenrechte. Worum ging es? Der Einigungsvertrag regelte die Modalitäten für den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes (GG) nach Artikel 23, wo es hieß: „In anderen Teilen Deutschlands ist es (das Grundgesetz) nach deren Beitritt in Kraft zu setzen.“ Auch der Verfassungstext beschränkte die „anderen Teile“ nicht auf die DDR.

700jährige Provinzen im Geschäftsgang verabschiedet Das wiederum Präzedenzlose des Vertrags bestand darin, daß er eine verfassungsändernde Wirkung nach sich zog: So wurde die Präambel, in der das gesamte deutsche Volk aufgefordert wurde, die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden, gestrichen. Artikel 23 wurde völlig umformuliert und auf die europäische Einigung ausgerichtet. Das „Völkerrechtssubjekt ‘Deutschland’“ erklärte sich also territorial mit seinem gegenüber 1937 verkleinerten Umfang identisch, noch bevor es sich hoheitlich – unter Einschluß des Territoriums und der Bürger der DDR – wiederhergestellt hatte und Stellung dazu nehmen konnte. Der Legalismus und damit die Rechtsbasis, auf der die Wiedervereinigung stattfand, wurden verlassen, ehe letztere vollzogen war.

Der Vertragstext ließ den Abgeordneten nur die Wahl, die Zustimmung zu den Modalitäten des Beitritts der DDR mit dem Totalverzicht auf die Ostgebiete zu verbinden. Die Antragsteller kritisierten die fehlende Möglichkeit, zwischen dem Ja zum Beitritt der DDR und der Gebietsabschreibung zu unterscheiden. Karlsruhe lehnte die Klage der Abgeordneten am 18. September 1990 als „offenkundig unbegründet“ ab. Das Urteil beschränkte sich auf die politisch-pragmatischen Aspekte und blieb im Niveau weit hinter dem Urteil von 1973 zurück.

Mit Blick auf die späteren Verhandlungen mit den sogenannten Vertreiberstaaten war die Behandlung der Ostgebiete durch die deutsche Politik kurzsichtig. Unwürdig war sie ohnehin. 700jährige deutsche Provinzen wie in einem nebensächlichen Geschäftsgang zu verabschieden hieß, die historische Dimension des Vorgangs zu verfehlen. Das alles führte später dazu, „daß gerade die Länder, die (…) genügend Dreck am Stecken haben, weil sie Hunderttausende deutscher Zwangsarbeiter in zahllosen Lagern hatten“, „am massivsten Forderungen gegen uns richten“, wie der Vertriebenenfunktionär Arnold Tölg vor zehn Jahren (JF 2/00) in diesem Blatt resümierte.

Für den ehemaligen Verfassungsrichter Willi Geiger begann die deutsche Einheit mit „einem irreparablen, tief in das Verfassungsgefüge hineinreichenden Verfassungsbruch. Der gewaltengeteilte Verfassungsstaat hat seine Bewährungsprobe nicht bestanden. Daran werden nicht nur die Geschichtsbücher uns und unsere Nachkommen immer wieder erinnern.“ Der Kassandra-Ruf von 1990 holt uns heute auf immer mehr Gebieten von Politik und Gesellschaft ein.  http://www.paukenschlag.org/?p=1438

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Gruß

Der Honigmann

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Genosse Altkommunisten und ehemaligen SPD-Fraktionsführer Herbert Wehner erklärte am 14. September 1950 im Deutschen Bundestag zur Oder-Neiße-Grenze:

„Das deutsche Volk sieht in der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie …, in der Missachtung des Heimatrechtes der Vertriebenen Verbrechen an Deutschland und gegen die Menschlichkeit. Der Deutsche Bundestag spricht allen, die für diese Verbrechen verantwortlich sind …, das Recht ab, im Namen des deutschen Volkes zu handeln …“

Oder Wehner mit Willy Brandt auf dem Schlesiertreffen 1963:

„Verzicht ist Verrat! Wer wollte das bestreiten? Das Recht auf Heimat kann man nicht für ein Linsengericht verhökern. Niemals darf auf dem Rücken der heimatvertriebenen oder geflüchteten Landsleute Schindluder getrieben werden.“

Und nun die Äußerung des Genossen Wehner, der im Oktober 1966 erklärte:

„Gehe ich über das Selbstbestimmungsrecht hinweg, dann bin ich ein Strolch. Wenn ich es nicht durchsetzen kann, darf ich darauf nicht verzichten, sondern ich muss es wach halten und so lange offen halten, bis diese Frage zwischen den Mächten gelöst wird.“

Diese Wehnersche Definition entstammt einem Interview von 1966, das der damalige Programmdirektor des Südfunks und spätere „Ständige Vertreter“ der Bonner Regierung in Ostberlin, Günter Gaus, mit Herbert Wehner führte. Gaus fragte:

„Wenn es richtig ist, dass die Selbstbestimmung für Deutschland nur mit kriegerischen Machtmitteln durchgesetzt werden kann …, haben wir dann nicht das Recht und auch die Pflicht, über das Verlangen jener, für die die Selbstbestimmung sein soll, hinwegzugehen?“

Hier der genaue Wortlaut von Wehners Antwort:

Nein, das Recht hätten wir nicht. Wir wären Strolche. Es sind zwei völlig verschiedene Fragen, ob ich ein Recht durchsetzen kann oder ob ich das Recht, das nicht durchzusetzen ist, wachhalte. Wenn es nicht geht, dann geht es eben mehr oder weniger lange nicht; dann bleibt diese Frage zwischen diesen Staaten oder Mächten offen, so lange, bis sie einmal lösbar sein wird. Aber mit dem Preisgeben eines Rechts versündigen wir uns am Nächsten und würden uns selbst sehr schaden.“

Die vor 60 Jahren erklärte Absage an Revanche und Gewalt bedeutet nicht Verzicht. Das hätte die Verbandsspitze der Heimatvertriebenen den Bonner und Berliner Politikern mit einer „Lex Wehner“ schon längst klar gemacht haben müssen!

http://www.paukenschlag.org/?p=1103

Vergessen werden sollte auch NICHT, daß Willi Brandt (Whisky-Willi), noch in Norwegen, Ende 1944 gefragt worden ist, wo die Abgrenzung sein sollte. (Hat er dafür den Friedensnobelpreis bekommen? Als Vaterlandsverräter?)

Er sagte “…an der Neiße”, meinte jedoch die östlich liegende – es gibt 2 Flüsse mit gleichem Namen – auf der Karte fanden die Stalinisten nur die derzeit “gültige” und ließen die “Oder-Neiße-Grenze” entstehen.

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Gruß

Der Honigmann

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