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Archive for the ‘Kongo’ Category


Eine notorische Mord- und Vergewaltigungs-Maschinerie arbeitet mit den besten und brutalsten Killern der US-Armee – den Seals – wieder zusammmen. Das sind jene, die gezielt gerade 8 Kinder im Jemen ermordet haben, darunter das kleine Mädchen Nawar mit mehreren Schüssen und einem Genickschuss! Dazu gehören Nerven, nichtwahr? Aber es ist ja für eine gute Sache – die amerikanische Demokratie! Oh, du meine Güte, wer bewahrt uns vor DER Demokratie?

‚Blackwater Air‘ ist wieder da und fliegt für die US-Spezialeinheiten
David Axe
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Ein Ableger der notorischen Firma ‚guns-for-hire‘ (Gewehre zum Mieten) hat gerade einen 204 Mill. $ Auftrag erhalten, um die amerikanischen Truppen in Afrika zu unterstützen. Eine Söldner-Luftwaffe, die zum Symbol der US-Besatzung im Irak wurde, ist wieder in Aktion getreten – diesmal in Zentral-Afrika, um eine Kommando-Operation der undurchsichtigen US-Spezialeinheiten zu unterstützen, die gegen die Lord‘s Resistance Army (die Widerstandsarmee des Lieben Gottes) kämpft. [Ja, das mit der LRA ist ein bisschen verzwickt, denn das ist zwar derselbe Liebe Gott, wie jener der Amerikaner, aber scheint doch irgendwie ein anderer zu sein – vielleicht mit andrer Hautfarbe? D. Ü.]
Kony und seine Armee

Ende Januar hat eine Quelle in der Zentralafrikanischen Republik einen Sikorsky S-61 Helikopter gesehen mit der Registrier-Nummer N408RC und mit US- Spezialeinheiten. Die LRA ist eine Kult-Bande von Mördern und Vergewaltigern Unter dem Warlord Joseph Kony, die aktiv dort ist, wo sich die Zentralafrikanische Republik, Südsudan und die Demokratische Republik Kongo begegnen. [Moment mal – also der Gott ist für beide derselbe und beide Armeen machen haargenau das Gleiche – Killen und Vergewaltigen. Warum schließen die sich nicht einfach zusammen? D. Ü.]2010 hat Barack Obama rund 100 Green Berets und anderes Personal nach Zentralafrika verlegt, um den örtlichen Streitkräften zu helfen, Kony und die LRA zu bekämpfen. Sieben Jahre später läuft die Operation Observant Compass immer noch, von der Presse kaum bemerkt. Das Pentagon verlangte vom Kongress weitere 23 Mill. $, um die Operation bis 2017 auszudehnen. [Nun hört mal: Wenn beide für denselben Lieben Gott kämpfen, dann sind doch beide gleich stark, weil der doch nicht zulassen kann, dass einer gewinnt. Wie stünde er denn dann da? Naja, ist wohl sein Zeitvertreib. Hat ja kein Fernsehen. Theater Life ist ja viel spannender. D.Ü.]

Laut der Federal Aviation Administration gehört der Sikorsky Helikopter, den die Quelle von Daily Beast in der Zentral-Afrikanischen Republik beobachtete, zur EP Aviation, LLC mit Basis in Illinois.

EP Aviation war einmal eine Tochter von Academi, dem Unternehmen in Virginia, früher bekannt als Blackwater. „EP“ steht für „Erik Prince“, Gründer von Blackwater und der jüngere Bruder der Milliardärin und Erziehungsministerin Betsy DeVos.

Das Auftauchen des Helikopters ist eine Erinnerung an das komplizierte Gewebe von Unternehmensbeziehungen, die ausgedehnte geheime Kriege des Pentagon im Nahen Osten, Zentralafrika und Afrika unterstützen – und an die herzlichen Bande einiger Unternehmen mit wohlhabenden, mächtigen amerikanischen Politikern.

Auf der Höhe des Irak-Krieges unterhielt Blackwater eine Armee-für-Profit in Baghdad, zu der Little Bird-Helikopter und andere Flugzeuge gehörten. Das US-Verteidigungs- und das Außenministerium haben Blackwater und seine Nachfolger mit Verträgen im Wert von hunderten Millionen Dollar belohnt.

Im Irak hatten die kleinen Little Birds gewöhnlich eine Mannschaft von 4 Mann – zwei Piloten und zwei Maschinen-Gewehrschützen an den Türen. Mit ihrer Bemalung in blau und silber sahen sie sehr offiziell aus und wurden zum Sinnbild eines aufreibenden, unpopulären Krieges. [Auch so ein dämlicher Spruch. Gibt es populäre Kriege? Höchstens in den ersten drei Tagen. D. Ü.]

Die Little Birds wurden auch zu den Symbolen der brutalen Taktik von Blackwater. Das Unternehmen und seine Angestellten waren in Irak in mehrere verdächtige Morde verwickelt. Im September 2007 haben einige von ihnen 17 Iraker auf dem Nisour Platz in Baghdad gekillt. Vier Söldner kamen dafür ins Gefängnis.

Blackwaters Flugoperationen waren auch umstritten. Ein Little Bird wurde in Baghdad abgeschossen mit 5 Mann Besatzung, die alle starben. Das Unternehmen hat mehrere Flugzeuge im Irak verloren.

[Hier folgen die Pechsträhne von Prince mit Verlusten und Prozessen, so dass er sich anderen „Jobs“, aber nach ähnlichem Muster, zuwandte. Berichten zufolge hat Prince Donald Trump geraten, DeVos als Erziehungsministerin einzusetzen, was Trump auch tat, da DeVos eine Menge Geld in seine Kampagne gesteckt hat.

Teile seines Unternehmens verkaufte er, aber 60 Blackwater Flugzeuge waren weiterhin im Namen EP Aviation registriert.]

EP antwortete nicht auf die Anfrage von Daily Beast für einen Kommentar.

Die US-Spezialeinheiten in Afrika stützen sich sehr stark auf unschuldig aussehende, zivil aussehende Flugzeuge. Manche sind wirklich Militärflugzeuge, die aber zivil angestrichen werden. Andere sind zivil, die aber für das Pentagon unter Vertrag stehen. Am 6. Februar hat das Verteidigungsministerrium der AAR/Airlift Group einen 204 Millionen Dollar Vertrag zugeschanzt, um die US-Truppen in Afrika zu bis Ende Januar 2018 zu unterstützen.

Laut dem offiziellen Armee-Blatt „Central Africa Task Order“ vom November 2016 brauchen die amerikanischen Truppen in Entebbe, Uganda mindestens zwei Starrflügel-Flugzeuge; weitere zwei Starrflügel-Flugzeuge werden in Nzara, Südsudan gebraucht; plus fünf Helikopter in Obo, Zentralafrikanische Republik. Das US-Spezial-Operations-Kommando war nicht in der Lage, ein Interview vor der deadline dieses Artikels zu geben.

Zivile Flugzeuge und Helikopter, die amerikanische Kommandos für ihre Jagd auf Kony und die LRA transportieren, können natürlich unter Feuer geraten, wie ein offizielles Armee-Papier vom Oktober 2016 zugibt. „falls eins ihrer Flugzeuge bei einer Mission erleuchtet ist oder angestrahlt und in der Luft beschossen wird, soll die Mannschaft Datum, Uhrzeit und annähernd den Ort notieren wo das Ereignis stattfand,“ heißt es da.

Aber anders als die Little Birds im Irak sind die Söldner-Helikopter in Zentralafrika nicht bewaffnet – sie können also nicht zurückschießen.

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…..danke an Kabardey
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Gruß an das „Geheime“
Der Hoigmann
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Das Thema Ausweisung illegaler Einwanderer steht im Mittelpunkt beim Treffen der EU-Innen- und Justizminister am 8. und 9. Oktober in Luxemburg, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

 Laut britischen Medienberichten sehe ein „geheimer Plan“ die Abschiebung von 400 000 Einwanderern vor, die keinen Rechtsanspruch auf Asyl hätten.

Eine Spezialabteilung der Europäischen Grenzschutzagentur „Frontex“ solle damit beauftragt werden.

Unter anderem wollen die Europäer diejenigen Länder, die die Migranten nicht wieder aufnehmen wollen, unter Druck setzen. In erster Linie gehe es dabei um afrikanische Länder wie Burkina Faso, Kongo, Simbabwe und Niger. Für sie könnten europäische Hilfsprogramme gestrichen sowie Visa- und Handelsabkommen außer Kraft gesetzt werden.Unklar ist allerdings, wie beispielsweise Deutschland, das die meisten Migranten aufnehmen muss, diese schwierige Aufgabe in den Griff bekommt. Laut aktuellen Bestimmungen der EU werden Asylbewerber aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“, vor allem aus bestimmten Balkan-Ländern, sowie sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge automatisch ausgewiesen. In der Realität ist die Situation aber viel schwieriger. In der Bundesrepublik haben in diesem Jahr etwa 60 000  von insgesamt 153 000 Bewerbern Asyl bekommen. Jeder Antrag soll im Laufe eines halben Jahres behandelt werden. Berlin wollte im ersten Halbjahr höchstens 10 000 Asylbewerber abschieben. Die Bewerber, deren Anträge abgelehnt werden, dürfen Einspruch einlegen und länger in Deutschland bleiben. Damit verlassen höchstens 40 Prozent der auszuweisenden Ausländer wirklich die EU.

Nach ihrer Rede im EU-Parlament am Mittwoch gab die deutsche Kanzlerin Angela Merkel der ARD ein großes Interview und räumte ein, dass eine schnelle Regelung kaum möglich sei, weshalb Geduld gefragt sei. Trotz der heftigen Kritik an ihr bestehe Merkel nach wie vor darauf, dass eine Sperrung der Grenzen falsch wäre: Um die Grenzen zu schließen, müsste ihr zufolge ein Zaun um Deutschland herum gebaut werden, aber die Flüchtlinge würden selbst dann andere Wege finden, um ins Land zu kommen. „Es gibt den Aufnahmestopp nicht“, so die Kanzlerin.

Dabei hat Merkel sogar mit ihren politischen Verbündeten Ärger wegen der Flüchtlingsfrage. Mit dem Vorsitzenden der bayerischen Schwesterpartei CSU, Horst Seehofer, kam es zu offenen Auseinandersetzungen. Er kritisierte die Kanzlerin wegen der Verfügung, die Staatsgrenzen offen zu halten, weshalb Zehntausende Ausländer nach Deutschland strömten. Seehofer fordert die Schließung der Grenzen und die Rückkehr zum Regelwerk von Dublin II, dem zufolge die Einwanderer in dasjenige EU-Land zurückkehren müssen, in das sie eingereist sind.Laut einer Umfrage der Zeitung „Der Tagesspiegel“ unterstützen 87 Prozent der Bundesbürger in dieser Frage Seehofer und nur 13 Prozent die Kanzlerin.

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Gruß an die (Gesichts-)Kritiker
Der Honigmann
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Afrikas Muslime beschliessen Vernichtung der Christen

„Keine Besetzung politischer Spitzenpositionen mehr mit Christen * Einführung de Scharia in ganz Afrika * Ausmerzung aller westlichen Rechtssysteme“

Es lohnt sich, manchmal in älteren Artikeln herumzustöbern. Afrika ist derzeit das Gebiet mit der – neben dem Nahen Osten und Teilen Süd-Asiens – radikalsten und mörderischsten Christenverfolgung auf unserem Erdball. Erst vor ein paar Tagen haben Boko-Haram-Dschiahdisten unfassliche 2.000 Christen abgeschlachtet und damit eine ganze Kleinstadt vernichtet.  Den Medien war dies kaum eine Meldung wert, waren sie doch vollkommen damit beschäftigt, das Charlie-Debdo-Attentat zu berichten. Was sind schon 2.000 afrikanische Christen gegen 11 vom Islam ermordete Linke (Charlie Debdo ist ein linkes Magazin.). Jedenfalls wurde im Juli 1990 seitens 24 islamischer Regierungen in Afrika beschlossen, das Christentum und alle nichtislamischen Religionen in allen Formen zu vernichten. Dazu wurde die „Islam-in-Afrika-Organisation“ (IA0) gegründet. Und obwohl diese Meldung bereits im Juli 1990 verbreitet wurde, schweigen bisher alle: der Weltkirchenrat, der Lutherische Weltbund, das Außenministerium in Bonn wie in anderen Staaten, die UNO. Und ganze vorne dran: unsere islamophilen Medien verschweigen dies seit Jahrzehnten und beschönigen den Genozid an den afrikanischen Christen wahrheitswidrig als „religiöse Spannungen“. Lesen Sie den folgenden, hochinteressanten Artikel aus dem Jahre 1990.

Michael Mannheimer, 13.01.2015

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September 1990

24 Staaten Afrikas wollen das Christentums vernichten

Im Juli 1990 haben 24 islamische Regierungen in Afrika beschlossen, das Christentum und alle nichtislamischen Religionen in allen Formen zu vernichten. Dazu wurde die „Islam-in-Afrika-Organisation“ (IA0) gegründet. Laut Gründungsprotokoll ist vorgesehen, keine politischen Spitzenpositionen mehr mit Christen zu besetzen. Ferner soll in diesen Staaten das islamische Recht eingeführt werden. Westliche Rechtssysteme will man ausmerzen.

Hintergrund:  Der neue antichristliche Vorstoß der islamischen Fundamentalisten ist der bisher radikalste. Die Diskriminierung der Christen und der anderen Konfessionen beherrschte die Politik dieser Länder in der politischen Praxis, doch nun wird sie als „Recht“ deklariert. Dazu gehört auch, dass bei Wahlen künftig nur noch Moslems kandidieren dürfen.

Zu den 24 Mitgliedsländern gehören der Sudan, der seinen Ausrottungskrieg gegen die Christen und Animisten im Südsudan fortsetzt, und Nigeria, mit fast 100 Mio Einwohnern das bevölkerungsreichste Land, das mit 35 Mrd. Mark die Ausbreitung des Islam finanziert, um so „der ganzen Welt zu zeigen, dass Nigeria eine wirklich islamische Nation“ sei. Etwa 49 Prozent der Nigerianer sind Christen und nur 36 Prozent Moslems.


„Es gibt dazu nicht nur eine Parallele mit dem Dritten Reich. Nach 1945 hat man die Verfolgung von Christen in den kommunistischen Staaten nicht wahrhaben wollen. Der Weltkirchenrat leugnete sie jahrelang ebenso wie nicht wenige westdeutsche und ostdeutsche Kirchenführer. Westliche Christen, die dennoch immer wieder darauf hinwiesen, wurden als unverbesserliche Antikommunisten gebrandmarkt.“


Zu diesem Thema schrieb  Helmut Matthies, Chefredakteur des Informationsdienstes der Ev. Allianz (idea) am 13.9. in einem Kommentar:

„Was die 24 moslemischen Regierungen Afrikas im Namen ihrer Religion beschlossen haben, wurde von den Nationalsozialisten im Namen einer Rassenideologie gegenüber den Juden durchgeführt. Vielfach ist seitdem das Schweigen in Deutschland, aber auch in vielen anderen Staaten zu diesem Verbrechen beklagt worden.

Nun haben 24 Länder die Ausrottung einer Religion beschlossen, der in diesen Staaten zwischen 70 und 100 Millionen Christen angehören. Und obwohl diese Meldung bereits im Juli verbreitet wurde, schweigen bisher alle: der Weltkirchenrat, der Lutherische Weltbund, das Außenministerium in Bonn wie in anderen Staaten, die UNO.

Es gibt dazu nicht nur eine Parallele mit dem Dritten Reich. Nach 1945 hat man die Verfolgung von Christen in den kommunistischen Staaten nicht wahrhaben wollen. Der Weltkirchenrat leugnete sie jahrelang ebenso wie nicht wenige westdeutsche und ostdeutsche Kirchenführer. Westliche Christen, die dennoch immer wieder darauf hinwiesen, wurden als unverbesserliche Antikommunisten gebrandmarkt. Heute weiß man es besser. …

Natürlich darf kein Hass gegenüber Moslems entstehen. Aber die weltweite islamische Offensive muss schnellstens als eine der größten Herausforderungen angenommen werden: Die Zahl der Moslems hat sich seit 1900 auf jetzt 1,2 Milliarden versechsfacht. Dabei sollten vor allem die fundamentalen Unterschiede zwischen Christentum und Islam nicht mehr länger ignoriert werden. Der ständige Versuch von kirchlichen Islamreferenten, diese Unterschiede zu verwischen, muss ein Ende haben.“

Quelle:
http://www.das-graue-tagebuch.de/html/1090138-24_staaten_afrikas_wol.html

 


Nachtrag:

Der obige  Text wurde vor 25 Jahren publiziert, als die Welt weder die beiden Angriffe auf das Word Trade Center kannte, noch etwas von den Terrorattacken in Madrid, Frankreich, London ahnte.

Auch der UN-Angriff auf den Irak war noch in weiter Ferne – und in Afghanistan konnten  die Taliban ungehindert ihre Terrorherrschaft durchsetzen, während sich dort gleichzeitig in aller Stille – geschützt von den Taliban – Osama Bin Laden mit dem Aufbau seiner Al Kaida Terrororganisation beschäftigen konnte.

Also all jene Punkte nicht gegeben waren, die heutige Moslems anführen als Rechtfertigung ihrer Angriffe und Verfolgung gegen über Christen in ihren Ländern und gegen die Länder des Westens.

Denn der Islam braucht eine solche Rechtfertigung nicht. Seine religiöse Intoleranz ist systemisch bedingt: An 2.000 Stellen des Koran und der Sunna werden Moslems dazu aufgerufen, Christen, Juden und andere “Ungläubige” zu jagen und zu töten, bis eines Tages die Welt vollständig islamisch geworden ist. Dann gäbe es das, was Moslems als dar Al-Islam: den “islamischen Frieden” bezeichnen. Doch die selbsternannte “Religion des Friedens” ist in Wirklichkeit eine “Religion des Terror und der Krieges” gegen Nichtmuslime.

http://michael-mannheimer.net/2015/01/23/die-vernichtung-der-afrikanischen-christen-wurde-vom-islam-im-juli-1990-beschlossen/

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…..danke an Biene.

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Gruß an die historisch Denkenden

Der Honigmann

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Schweden: Ganze Mädchenklasse genitalverstümmelt (Bild: thinkstockphotos.de (Symbolbild))
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)
Schulärzte haben in der schwedischen Stadt Norrköping eine Klasse entdeckt, in der alle Mädchen Genitalverstümmelungen aufweisen. 28 der 30 Mädchen seien sogar der krassesten Form der Beschneidung ausgesetzt worden, schrieb die Tageszeitung „Norrköpings Tidningar“ am Freitag in ihrer Online-Ausgabe. In Europa sind laut Angaben der EU-Kommission rund 500.000 Frauen Opfer der blutigen Praxis. In Österreich sind Schätzungen zufolge bis zu 8.000 Frauen betroffen.

Der Fall ist der bisher umfassendste in Schweden. Genaue Zahlen, wie viele Frauen in Schweden mit Genitalverstümmelungen leben müssen, gibt es nicht. Allein in Norrköping wurden seit März dieses Jahres laut dem Zeitungsbericht rund 60 Fälle aufgedeckt.

Eltern droht bis zu zehn Jahre Haft

Die schwedische Schulgesundheitsbehörde will nun eine umfangreiche Informationskampagne starten. Eltern von Kindern mit einschlägigem Einwandererhintergrund sollen ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass sie eine bis zu zehnjährige Gefängnisstrafe riskieren, wenn sie ihre Töchter in den jeweiligen Herkunftsländern einem derartigen Eingriff unterziehen lassen.

Die weibliche Beschneidung wird weltweit immer noch in rund 30 Ländern praktiziert, am öftesten in Afrika. Am stärksten verbreitet ist der Eingriff in Somalia, wo nach Schätzungen bis zu 98 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten sind. Laut Unicef sind weltweit mehr als 125 Millionen Frauen betroffen.

Genitalverstümmelung ein Problem in ganz Europa

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) ist laut einer Mitteilung der EU-Kommission vom November 2013 mit rund 500.000 Opfern ein wachsendes Problem in Europa. Die EU hatte Anfang des Jahres erklärt, sich für eine weltweite „Nulltoleranz“ einzusetzen. Die Kommission forderte die EU-Staaten auf, gegen die blutige Praxis vorzugehen, jungen Mädchen die Klitoris zu beschneiden.

Bei der Beschneidung werden die äußeren weiblichen Genitalien abgeschnitten. Dies werde vor allem aufgrund sozialen Drucks durchgeführt. Kontrolle der weiblichen Sexualität, Ängste und Überzeugungen seien mit FGM verbunden. Dazu zähle auch die Ansicht, dass FGM „von Vorteil“ für die Frauen und Mädchen sei. Bei den Opfern führt die Praxis aber oft zu akuten Komplikationen sowie zu massiven Langzeitfolgen. Diese reichen von dauernden Schmerzen und häufigen Infektionen bis hin zu mitunter tödlichen Folgen bei Schwangerschaft und Geburt.

Kurz: „Muss als Tradition abgelehnt werden“

In Österreich hatte Außenminister Sebastian Kurz im Februar erklärt: „Weibliche Genitalverstümmelung missachtet nicht nur die Würde der Frau, sondern zeichnet sie für ihr Leben.“ Diese Praxis sei in keiner Religion begründet und müsse als Tradition abgelehnt werden, so Kurz.

Zur Bekämpfung von weiblicher Beschneidung gibt es hierzulande bereits eine Reihe von gesetzlichen Regelungen: FGM oder die Zustimmung dazu ist seit 2001 per Gesetz verboten. Der Artikel 90 im Strafgesetzbuch ist seit 2012 auch extraterritorial anwendbar, um die im Ausland stattgefundene Beschneidung von Mädchen und Frauen strafrechtlich zu verfolgen.

http://www.krone.at/Welt/Schweden_Ganze_Maedchenklasse_genitalverstuemmelt-Aerzte_deckten_auf-Story-408844

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….Puplikation solcher Geschehnisse nur in Östereich ? – Schon eigenartig.

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Gruß an die Frauen

Der Honigmann

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Die Folgen des Genozids in Rwanda

David Signer, Volker Pabst
Hunderttausende von Hutu kehren 1996 vom Mugunga-Flüchtlingslager in Ostkongo nach Rwanda zurück.
Hunderttausende von Hutu kehren 1996 vom Mugunga-Flüchtlingslager in Ostkongo nach Rwanda zurück. (Bild: Keystone / AP)
Auf den Massenmord in Rwanda folgten die Kongo-Kriege. Die Region der Grossen Seen kommt auch nach zwei Jahrzehnten der Gewalt nicht zur Ruhe.

1994 wurde in Rwanda der schrecklichste Massenmord seit Ende des Zweiten Weltkriegs verübt. Die Tragödie hat Auswirkungen bis heute, nicht nur in Rwanda, sondern vor allem auch im Nachbarland Kongo-Kinshasa. Die Kriege, die seit zwanzig Jahren im Osten des Riesenlandes wüten, sind eine indirekte Folge des Genozids. Selbst jüngste Ereignisse wie der kürzliche Sieg über die mutmasslich von Rwanda unterstützte Rebellengruppe M23 sind nicht verständlich ohne einen Blick auf den Völkermord vor zwei Jahrzehnten.

Tutsi und Hutu

Traditionellerweise hatten in Rwanda die Viehzucht treibenden Tutsi die Macht inne. Die deutschen und später belgischen Kolonialisten unterstützten sie vorerst, bis nach dem Zweiten Weltkrieg Unabhängigkeitsforderungen laut wurden. Danach wechselten die Belgier die Allianzen und förderten die Hutu. Der erste Präsident des Landes war ein Hutu, die Repression gegen Tutsi nahm zu. Seit den sechziger Jahren flohen viele Tutsi vor staatlich geduldeten Massakern ins benachbarte Uganda.

Im April 1994 wurde das Flugzeug mit dem rwandischen Präsidenten, dem Hutu Juvénal Habyarimana, abgeschossen. Die extremistische Hutu-Power schob den Tutsi die Schuld in die Schuhe, übernahm die Macht und rief zum Völkermord auf, den sie durch Propaganda und die Verteilung von Macheten systematisch vorbereitet hatte. Innerhalb von drei Monaten wurden 800 000 Menschen umgebracht, drei Viertel aller Tutsi; aber es waren auch Tausende von gemässigten Hutu unter den Massakrierten. Belgische Truppen waren vor Ort; aber als zehn Soldaten getötet wurden, zog Brüssel sie ab. Die Mörder waren nur mit Hacken und Macheten bewaffnet; es hätte wenig gebraucht, sie zu stoppen. Aber die 2500 Uno-Soldaten im Land schossen nicht einmal in die Luft. Wie später in Srebrenica «beobachteten» sie und schrieben Rapporte. Alle Bemühungen um eine Erweiterung des Mandats wurden vom Verantwortlichen, dem späteren Uno-Generalsekretär Kofi Annan, abgelehnt.

 

Erst viele Wochen nach Beginn des Mordens intervenierte Frankreich. Die «mission turquoise» ist aber bis heute umstritten. Abgesehen von der Rettung von Landsleuten deckte die französische Armee vor allem die Hutu. Inzwischen rückten nämlich die in Uganda exilierten Tutsi, die sich zur Rwandan Patriotic Front zusammengeschlossen hatten, von Norden her vor, um die Hutu-Power zu stürzen. Die Franzosen bremsten den Vormarsch, die Drahtzieher des Völkermords, die «génocidaires», konnten nach Zaire entwischen.

Dort gerieten die Flüchtlingslager bald unter die Kontrolle der Hutu-Milizen, die ihre Propaganda weiterführten und die Rückeroberung Rwandas planten. In diesem Moment wurde die Uno – auch aus schlechtem Gewissen über das Versagen in Rwanda – aktiv und pumpte Millionen in die Zeltstädte; Geld, das vor allem in die Taschen der Hutu-Führer floss. Derweil forderte die neue Regierung in Kigali die Auflösung der Lager, die eine reale Gefahr für Rwanda darstellten. Die Uno sah es jedoch als humanitäre Pflicht an, die Lager so lange als möglich aufrechtzuerhalten und die Rückkehr aufzuschieben.

Durch die Ankunft von über einer Million Hutu aus Rwanda nahmen auch in Ostkongo die ethnischen Spannungen zu. Um die Tutsi in der Region zu schützen und um der geflohenen «génocidaires» habhaft zu werden, aber auch um durch den Sturz des zairischen Präsidenten Mobutu den eigenen Einfluss in der rohstoffreichen Region zu sichern, marschierten im Sommer rwandische und ugandische Truppen in Zaire ein. Der erste Kongokrieg begann. Bei Angriffen auf die Lager kam es zu zahlreichen Massakern an Hutu und in den folgenden Kriegsjahren zu unzähligen Opfern unter der – mehrheitlich den Hutu nahestehenden – ostkongolesischen Bevölkerung. Deshalb ist aus der Sicht der Hutu das eigene Leid durchaus mit demjenigen der Tutsi im Völkermord vergleichbar. Diese wiederum werfen der Weltgemeinschaft vor, für die Hutu-Flüchtlinge riesige Hilfsprogramme bereitgestellt zu haben, während des Genozids aber untätig geblieben zu sein.

Afrikas Weltkrieg

Den rwandischen und ugandischen Truppen schlossen sich zahlreiche lokale Rebellengruppen an, und im Mai 1997 wurde Kinshasa eingenommen. Mobutu floh nach Marokko, und der ostkongolesische Rebellenführer Laurent Désiré Kabila ernannte sich zum neuen Präsidenten Zaires, das in «République Démocratique du Congo» umbenannt wurde. Ohne nennenswerte eigene Machtbasis wurde Kabila allerdings als Lakai Rwandas wahrgenommen und geriet immer stärker unter Druck, sich von Kigali zu distanzieren.

Zum offenen Bruch kam es im Sommer 1998, was den zweiten Kongokrieg einläutete. Im Osten des Landes unterstützte Rwanda die Bildung neuer Rebellengruppen, die rasch grosse Gebiete unter ihre Kontrolle brachten. Kabila suchte Unterstützung im Ausland. Angola, Simbabwe und Namibia sandten Truppen nach Kongo-Kinshasa, auch der Sudan, Tschad und die Republik Zentralafrika halfen Kabila. Aufseiten der Rebellen griffen neben Rwanda auch Uganda und Burundi ein. Das Engagement der Nachbarstaaten hatte unterschiedlichste Gründe: Interesse an den Bodenschätzen Kongos (Simbabwe, Rwanda, Uganda), Angst vor einer Ausbreitung des Kriegs (Tschad, Zentralafrika) oder Konflikte zwischen involvierten Drittländern (der Sudan kämpfte vor allem gegen Uganda). Angesichts der internationalen Verwicklungen wird auch von «Afrikas Weltkrieg» gesprochen.

Das Abkommen von Pretoria beendete 2002 den zweiten Kongokrieg. Eine Koalitionsregierung mit Einbezug der Rebellen wurde gegründet. Die Uno lancierte einen ihrer grössten Militäreinsätze, um den labilen Frieden zu sichern. Im Osten des Landes gelang dies allerdings nie. Rebellen um den berüchtigten General Laurent Nkunda, einen kongolesischen Tutsi mit guten Beziehungen nach Rwanda, führten gegen die kongolesische Armee und die im Land verbliebenen rwandischen Hutu-Rebellen (FDLR) Krieg, deren Führungsriege zum Teil immer noch aus «génocidaires» besteht. Die Bodenschätze in Ostkongo spielten im Konflikt aber eine ebenso grosse Rolle wie ethnische Fragen. Erneut beteiligten sich auch wieder zahlreiche lokale Rebellengruppen an den Kämpfen.

Giftige Mischung

Das Abkommen von Goma sollte die Gewalt in Ostkongo beenden. Über dreissig Gruppen stimmten 2008 einer Eingliederung in die nationale Armee zu. Diese lancierte in den Folgejahren mehrere Grossoffensiven, um die letzten FDLR-Truppen aus Kongo zu vertreiben, was aber nie gelang. Zudem traten in der heterogenen Armee alte Spannungen an die Oberfläche. Zahlreiche Rebellengruppen begannen wieder unabhängig von der Armeeführung zu agieren. So nahm die Gruppe M23 2012 vorübergehend Goma ein.

Bis heute ist Ostkongo gefangen in einem Konflikt, der sich aus einer giftigen Mischung aus ethnischen Spannungen, dem Wettstreit um Rohstoffe, aus staatlichem Versagen und ausländischer Einmischung nährt. Unter der seit zwei Jahrzehnten dauernden Gewalt hat die Zivilbevölkerung am stärksten zu leiden. Die oft kolportierten Zahlen von fünf Millionen indirekten Kriegstoten sind schwer nachzuprüfen und vielleicht auch übertrieben. Dass die Kriege Ostkongo zu einer Hölle auf Erden gemacht haben, bezweifelt kaum jemand.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/reportagen-und-analysen/vom-voelkermord-zum-flaechenbrand-1.18290670

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Gruß an die Tutsi und Hutu

Der Honigmann

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Themen:

  1. Nano-Partikel aus Lebensmittelpartikeln können Eisenaufnahme behindern
  2. Das Blaue Gold – warum Trinkwasser bald teurer als Öl wird
  3. Der Zerfall von Libyen
  4. Einwohner vom Dorf al-Jafra in Deir Ezzor traten Terroristen entgegen
  5. Alle Chemiewaffen-Anlagen in Syrien zerstört
  6. Krieg im Ostkongo: Tutsi-Rebellengruppe verjagt – Schlappe für Ruandas Präsident Paul Kagame
  7. US-Angriff in Somalia
  8. Russische Überschallbomber in Venezuela: War Snowden an Board?
  9. Raketenabwehr-Streit: Putin löst Kooperationsgruppe mit Nato auf
  10. China verlangt Aufklärung von Washington
  11. Federal Reserve läßt die Notenpresse weiter rotieren
  12. Finanz-Crash: VSA & Europa stehen Kapitalverkehrskontrollen und Bankenschließungen bevor
  13. Die Zeit ist reif: Chinesische Investoren erobern Europa
  14. Dramatischer Anstieg der Armut in Griechenland + 2,25 Euro Stundenlohn in Griechenland
  15. Angst vor Aufstand: Hollande stoppt Öko-Steuer
  16. KoG: Dörfer nehmen Sicherheit in eigene Hände
  17. Genf legt Ort von Mahnmal für Massenmord an Armeniern fest – Türken drehen durch
  18. Stationierung des US-Raketenabwehrsystems in Europa für Rußland inakzeptabel
  19. Rußland empfiehlt Berlin, auf Menschenrechte im eigenen Land zu achten
  20. Jetzt ist es raus: Der Staat zahlt seine Schulden nie zurück
  21. Sinkende Benzinpreise drücken Inflationsrate
  22. Frechheit: Zentralrat der Juden wünscht sich NPD-Verbotsantrag der neuen Bundesregierung
  23. Geschlecht von Neugeborenen darf offenbleiben
  24. Edelmetalle und Währungsreform
  25. Zum kategorischen Imperativ von Kant

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Paulskirchenverfassung

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Gruß

Der Honigmann

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US-Geheimdienste suchen Personal für die Überwachung von Deutschen. Außerdem würden die US-Dienste neue Mitarbeiter suchen, die von Deutschland aus so genannte „Targeting“-Operationen unterstützen. Beim „Targeting“ geht es um das Festnehmen oder auch um das gezielte Töten von Terroristen. „Find, Fix, Finish“.

US-amerikanische Geheimdienste und deren Sub-Unternehmer suchen nach Informationen der „Bild-Zeitung“ derzeit aktiv nach Sprachwissenschaftlern, die abgefangene deutschsprachige E-Mails und Telefonate auswerten können. Außerdem würden die US-Dienste neue Mitarbeiter suchen, die von Deutschland aus so genannte „Targeting“-Operationen unterstützen. Beim „Targeting“ geht es um das Festnehmen oder auch um das gezielte Töten von Terroristen.

Das geht laut „Bild-Zeitung“ aus rund einhundert ausgewerteten Stellenanzeigen hervor, in denen Stellen für Inhaber von Sicherheitsüberprüfungen angeboten werden. Die Anzeigen stehen frei zugänglich in speziellen Internet-Portalen. Mehrere Firmen, die dem Geheimdienst NSA Personal zur Verfügung stellen, suchen in den Online-Jobbörsen nach Deutsch-Übersetzern. Gesucht werden zum Beispiel „Sprachwissenschaftler mit Deutschkenntnissen“, die in der Lage sind, „komplexe Textnachrichten mit Dialekten, wissenschaftlichen Ausdrücken oder Umgangssprache“ zu übersetzen und denen „auch Nuancen und Zwischentöne nicht entgehen.“ Außerdem sollten die Sprachwissenschaftler in der Lage sein, „Audio-Aufzeichnungen auszuwerten und in geschriebene englische Berichte umzusetzen.“

Der Bewerber sollte mit „Ausrüstung zum Abfangen von Kommunikation vertraut sein“, heißt es laut „Bild-Zeitung“ in den Stellenangeboten. In einer anderen Stellenanzeige für einen als „streng geheim“ eingestuften Job heißt es, man suche jemanden, der Deutsch „wie ein Muttersprachler“ spricht und die Fähigkeit hat, „Tonaufzeichnungen oder Videoaufzeichnungen schriftlich so zusammenzufassen, dass der Sinn gewahrt bleibt.“ In den Jobangeboten taucht immer wieder das Wort „Targeting“ auf. „Targeting“ bedeutet so viel wie „Anvisieren“ und steht für das Festnehmen und auch für gezieltes Töten von Terroristen, zum Beispiel mit Drohnen oder Spezialeinheiten. Aus den von „Bild“ ausgewerteten Stellenausschreibungen geht hervor, dass diese Tätigkeiten teilweise von Deutschland aus unterstützt werden.

Eine Firma, die Personal für NSA und CIA bereitstellt, sucht zum Beispiel für die Standorte Stuttgart und Berlin Mitarbeiter, die „Targeting-Aktivitäten mit geheimdienstlichen Erkenntnissen unterstützen.“ Es gehe darum, „Missionen der US-Regierung“ in den Ländern „Algerien, Libyen, Tunesien und Mali“ vorzubereiten. Die Missionen werden als „Find, Fix, Finish“ beschrieben. In der US-Geheimdienstwelt steht dieser Begriff dafür, eine Zielperson zu finden, den genauen Aufenthaltsort festzustellen und festzunehmen oder gegebenenfalls auch zu töten. Ebenfalls für den Standort Berlin wird ein Analyst gesucht, der amerikanische Spezialeinheiten bei ihren Missionen in Afrika („Mali, Senegal und Niger“) begleitet. Er soll „mindestens drei Jahre Erfahrung mit Anti-Terroroperationen“ der CIA haben.

Bei diesen Anti-Terroroperationen handelt es sich oft um gezieltes Ausschalten von Terrorverdächtigen, meist durch Drohnen. Die Stellenanzeigen belegen auch einen klaren Zusammenhang zwischen dem  „PRISM“-Programm, das im Kommandobereich der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt wurde, und dem Überwachungsprogramm der NSA. Das in Afghanistan eingesetzte „PRISM“ wurde entwickelt von der US-Softwarefirma „SAIC“. Die Firma ist einer der größten Auftragnehmer der US-Regierung und entwickelt unter anderem Produkte für die NSA. Das in Afghanistan eingesetzte „PRISM“ erlaube es, „schnell und fokussiert geheimdienstliche Erkenntnisse zu erfassen“, heißt es in einem Bericht von „SAIC“.

Derzeit sucht in rund 15 Stellenangeboten, die „Bild“ vorliegen, nach neuen Mitarbeitern, der sich mit den streng geheimen Datenbanken „MARINA“ und „MAINWAY“ auskennen. In diesen Datenbanken der NSA speichert „PRISM“ unter anderem Telefon- und Internet-Verbindungsdaten. Die gesuchten Mitarbeiter, so geht es aus den Anzeigen hervor, sollen diese Datenbanken nutzen, um „Ziele von Interesse zu identifizieren, ihre Motive und Fähigkeiten herauszufinden und mögliche böse Absichten festzustellen.“ Dabei sollen sie „mit Partnern bei den Geheimdiensten zusammenarbeiten.“

Weiter sucht „SAIC“ derzeit dringend nach Mitarbeitern, die Erfahrung im Umgang „mit modernen Telekommunikationsanlagen und Mobilfunk-Systemen“ haben. Gesucht wird auch ein „Analyst“, der sich damit auskennt, „Daten aus sozialen Netzwerken und Telekommunikation auszuwerten“, um „Ziele von höchster Priorität aufzuspüren“. Dabei sollte der Analyst sich mit der Eingabemaske von „PRISM“ auskennen und „Erfahrung darin haben, die Sprachen Persisch/Farsi auszuwerten.“ Für das in Afghanistan eingesetzte „PRISM“ sucht „SAIC“ derzeit mindestens zwei Computer-Fachleute. Aus den Stellenanzeigen geht deutlich hervor, dass dieses „PRISM“ im streng geheimen Computernetzwerk der NSA (NSANet) läuft.
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Gruß
Der Honigmann
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….und wohin sie führen können

Die Weltgeschichte ist wie ein Reisebüro:
Es gibt Auskunft über Züge und Anschlüsse;
die Fahrkarte mit dem Ziel lösen die Reisenden.

[Transandenbahn] [Delagoabaaibahn] [Transsib] [Bagdadbahn][Djiboutibahn]
von Antofagasta nach Oruro – – – – von Pretoria zur Delagoabaai – – – – von Moskau nach Port Arthur – – – – von Istanbul nach Bagdad

von Djibouti nach Addis Abeba – – von Murmansk nach Leningrad – – – – – – von Lobito nach Kolwezi

EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS‘ WEBSEITE
REISEN DURCH DIE VERGANGENHEIT

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GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

Teil II

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe ältere Leser, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern über Ursachen, Verlauf und Folgen des Ersten Weltkriegs eine Menge blühenden Unsinns gelesen. Die letzten beiden Punkte wollen wir hier einmal beiseite lassen und uns auf den ersten konzentrieren. Sicher habt Ihr von allerlei guten und gewichtigen Gründen gehört, die den Krieg unausweichlich machten: Die Revanche-Gelüste der Franzosen, pardon, ihr berechtigter Wunsch, Elsaß-Lothringen wieder an sich zu reißen, der Panslawismus der Serben und Russen, der zum Attentat von Sarajewo führte, und vor allem natürlich der Imperialismus der bösen Deutschen und Österreicher. Wollen wir uns diese schönen Gründe mal der Reihe nach vornehmen: Ja, die Franzosen gelüstete es nach Elsaß-Lothringen – aber alleine hätten sie niemals gewagt, das Deutsche Reich anzugreifen, so unvorsichtig waren ihre Politiker denn doch nicht.

Ja, die Russen schürten den „Panslawismus“ – der freilich nur bei solchen Völkern gut ankam, die weit weg waren und die Russen nicht so genau kannten (die Ukrainer und Polen z.B. wußten es besser – und die nicht-slawischen Völker unter russischer Herrschaft erst recht), wie die blöden Serben und noch ein paar andere Balkanesen. Aber auch die Russen, gerade von den Japanern schwer geschlagen und von einer inneren Revolution geschwächt, hätten nicht gewagt, das Deutsche Reich anzugreifen – auch nicht im Bündnis mit Frankreich. Ja, die Deutschen – allen voran ihr letzter Kaiser – hatten Weltmacht-Ambitionen; aber die richteten sich ganz auf Übersee (vor allem auf die portugiesischen Kolonien in Afrika – aber das ist eine andere Geschichte); in Europa waren sie schon seit Bismarcks Zeiten „saturiert“. Und die Österreicher? Die waren heilfroh, daß die bosnischen Serben ihnen die schmutzige Arbeit abgenommen hatten, ihren mehr als unerwünschten Thronfolger Franz-Ferdinand um die Ecke zu bringen. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn dieser Kerl einst Kaiser geworden wäre: Er wollte aus dem Habsburger Reich eine Art Bundesstaat machen, mit Gleichberechtigung für alle Völker – germanische, madyarische und slawische. Daß das nie und nimmer gut gegangen wäre, wußte jeder. (Die Leute waren damals in diesem Punkt noch nicht so [ver]dumm[t] wie heute :-). Wer also hatte Interesse an einem Weltkrieg? Natürlich, der Pöbel auf der Straße – der war in allen Nationen dafür, so wie er heute für Fußball-Länderspiele ist -; aber welcher halbwegs gescheite Politiker konnte das wollen und warum?

Die gescheitesten Politiker der Welt saßen damals in London – jedenfalls hielten sie sich für die gescheitesten (und das tun sie heute noch – aber vielleicht ist das nur ein allgemeiner Zug aller Politiker :-). Sie hatten den Burenkrieg gewonnen und damit fast die gesamte Trasse zusammen [Karte der Arabischen Halbinsel] für ihre geplante Bahnlinie von Kairo nach Kapstadt. Fast, denn dazwischen lag – wir erinnern uns – das deutsche Schutzgebiet Ostafrika. Das war ärgerlich, aber das Problem ließ sich vielleicht umgehen – oder umschiffen, seit man durch den Suez-Kanal (den sich die Engländer in den 1870er Jahren unter den Nagel gerissen hatten – aber das ist eine andere Geschichte) relativ schnell ein paar Kriegsschiffe dorthin schicken konnte. Ja, der Suez-Kanal war verdammt viel wert, denn damit konnte man den seit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken anno 1453 verriegelten Landweg nach Indien umgehen, pardon umschiffen, ohne den riesigen Umweg rund um Afrika zu machen. Das dauerte auch nicht länger als ein Waren- oder Militär-Transport auf dem Landweg mit Kamelen und Viehwagen. Doch nun lebte man im Zeitalter der Eisenbahnen. Na und? Hätte es eine Bahntrasse gegeben, die Kontinental-Europa mit Asien verband – und sei es nur bis zum Schatt-el-Arab, also etwa nach Fao (dem Hafen von Basra) -, dann hätte man über den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Arabische Meer in der halben Zeit nach Indien gelangen können wie selbst durch den Suez-Kanal, das Rote Meer und den Golf von Aden! Aber eine solche Verbindung gab es zum Glück nicht. Zwar war schon anno 1883, also ein Jahr nach der Besetzung Ägyptens durch die Briten, der so genannte „Orient-Express“ von Mitteleuropa (Paris, Berlin und Wien waren angeschlossen) bis nach Istanbul gefahren, aber von dort ging es nicht weiter, denn das Taurus-Gebirge stellte – jedenfalls für türkische Ingenieure – ein unüberwindbares Hindernis dar. Gut so.

Die dümmsten Politiker der Welt saßen damals (und böse Zungen behaupten: sitzen auch heute noch) in Berlin. Da kam nun jemand auf die Schnapsidee, [Karte der Bagdadbahn] daß die Deutschen den Türken (der heutige Irak gehörte damals noch zum Osmanischen Reich) eine Bahnverbindung zwischen Stámbul und Baģdād (das Ihr doch bitte nicht wie die Engländer „Baghdad“ schreiben und erst recht nicht so aussprechen wollt; das „ģ“ ist ein harter Reibelaut, ähnlich dem griechischen „Gamma“ oder dem Berliner „r“, genau wie das in Afģānistān) bauen – und ihnen dafür auch noch eine Konzessionsabgabe zahlen – müßten. Baģdād (was übrigens „Gartenstadt“ bedeutet) war wiederum mit Basra verbunden – der Weg nach Indien wäre frei gewesen, oder wenigstens der Weg bis zum Indischen Ozean. Vielleicht (Dikigoros ist sich nicht sicher) steckte sogar Kaiser Wilhelm II höchstpersönlich hinter dieser Idee. Er hatte bereits 1898 eine große „Orientreise“ absolviert (die seinen Ruf als „Reisekaiser“ begründete :-), hauptsächlich in Länder des Osmanischen Reiches, und dabei keine Gelegenheit ausgelassen, sich als großer Freund aller Mohammedaner aufzuspielen.

Wie dem auch sei, in England (wo man auch Indien, die „Perle des Empires“, zu den mohammedanischen Ländern zählte) schrillten sämtliche Alarmglocken: Nun konnte nur noch eine besonders starke Flotte verhindern, daß die deutschen Imperialisten sich am „freien“ Welthandel auch in Fernost beteiligten! Am 5.3.1903 (schon wieder eine Geschichtszahl, und schon wieder eine, die man sich unbedingt merken sollte) wird der Vertrag über den Bau der Bagdadbahn unterzeichnet. Ein paar Wochen später erscheint in dem englischen Magazin „Jane’s Fighting Ships“ ein Artikel über die Notwendigkeit, „Großkampfschiffe“ eines ganz neuen Kalibers (10 x 30,5-cm-Kanonen statt wie bisher maximal 4 x 28 cm – genau genommen je fünf Geschütztürme mit Zwillingsrohren) zu bauen; ein Jahr später beauftragt der Erste Seelord Fisher die Ingenieure, mit den Konstruktionsplänen zu beginnen; ein weiteres Jahr später ist das kostspielige Projekt durch die Haushaltsdebatte im Parlament gepeitscht, und wieder ein Jahr später – im Dezember 1906 – ist das erste dieser neuen Großkampfschiffe fertig. „Dreadnought [Fürchtenichts]“ heißt es, und die nächsten neun dieser Kolosse liegen bereits auf Kiel und laufen bis 1911 vom Stapel.

Da beginnt es den Deutschen allmählich mulmig zu werden – denn gegen wen könnte sich diese Flottenrüstung wohl richten? Die Engländer haben doch gar keine Feinde mehr: Mit ihren alten See-Rivalen Frankreich und Rußland sind sie inzwischen ausgesöhnt, ja verbündet, und mit Deutschland doch immerhin irgendwie befreundet – oder? Sind die Europäer nicht alle eine große Familie? „Blut ist dicker als Wasser“ stand auf einem Spruchband, mit dem Kaiser Wilhelm anno 1907 auf einer England-Reise begrüßt wurde. (Der Satz gefiel ihm so gut, daß er ihn später ausgiebig zitierte, so daß er schließlich zum geflügelten Wort wurde.) King George V, Kaiser Wilhelm II und Tsar Nikolaj II sind Vettern (Queen Victoria war ihrer aller „liebste Großmama“, wie „Willy“ und „Nicky“ sie in ihren Briefen anredeten), da wird man doch nicht… Aber sicher ist sicher, also beginnen auch die Deutschen, ein paar dieser großen Pötte nachzubauen.

Ein Aufschrei der Empörung erhebt sich in England: Die bösen, imperialistischen, Sauerkraut fressenden Hunnen (diesen Schimpfnamen haben die Deutschen weg, seit die englischen Propaganda-Blätter eine harmlose Abschiedsrede von Kaiser Wilhelm an deutsche Marinesoldaten, die den Engländern in China die Kartoffeln aus dem Feuer holen sollten, falsch wieder gegeben haben) rüsten auf, um die friedliebenden Engländer (Limeys)  heimtückisch zu überfallen – oder jedenfalls, um zu verhindern, daß die friedliebenden Engländer sie – äh… wie drückt man das denn heute politisch korrekt aus? – zur Raison rufen, sagen wir es mal so. Sofort setzen die Engländer noch eins drauf, d.h. gleich mehrere: Die neue Orion-Klasse (nach der mehr als ein halbes Jahrhundert später ein „schneller Raumkreuzer“ in der deutschen Fernseh-Filmserie „Raumpatrouille“ benannt werden wird 🙂 bekommt 10 Kanonen vom Kaliber 34,5 cm, und die der neuen Queen-Elizabeth-Klasse (nach der I. Königin dieses Namens, die Englands Seemacht begründet hatte – die andere war noch nicht geboren) gar vom Kaliber 38 cm.

Die Deutschen ziehen nicht nach – dennoch werdet Ihr das ganze in Euren Geschichts- und Märchenbüchern als „englisch-deutschen Flotten-Rüstungswettlauf“ o. ä. wieder finden. Im Sommer 1914 ist das zwölfte und letzte Schiff der Orion-Klasse fertig – nun fehlt nur noch ein Vorwand, pardon Anlaß, pardon guter, völkerrechtlich einwandfreier Grund, um sie auch einzusetzen; ein paar Wochen später liefern ihn die Deutschen mit dem Einmarsch in Belgien; die Engländer nehmen ihn dankend an und erklären dem Deutschen Reich den Krieg. (Sie hätten auch einen anderen Grund gefunden – aber darauf kommt es nicht an. Jedenfalls wißt Ihr jetzt, warum die Belgier und Portugiesen ihr Kolonialreich in Afrika mitsamt der Benguelabahn vorläufig noch behalten dürfen: weil England sie als Verbündete im Krieg gegen Deutschland braucht.) Eine Woche später – lange bevor die Kampfhandlungen in Europa einsetzen – beginnt die englische Flotte mit der Beschießung von Daressalam in Ost-Afrika, dem Endpunkt der Eisenbahnlinie über Tabora nach Kigoma am Tanganjika-See, welche die Deutschen dort inzwischen unverschämterweise gebaut haben, in Konkurrenz zu den britischen Bahnen nach Mombasa und Beira. Die zu erobern wird eines der britischen Kriegsziele.

Pardon, liebe Leser, aber wir sind noch nicht ganz fertig. Hatte Dikigoros nicht geschrieben, daß in London gescheite Politiker saßen? Hätten die wirklich einen Weltkrieg gegen Deutschland riskiert, selbst im Bündnis mit Frankreich und Rußland, wenn das schon alles gewesen wäre? Nein, natürlich nicht! Die Geschichte war viel komplizierter, als Dikigoros sie bisher dargestellt hat. Das erste der großen neuen Schiffe war nämlich gar nicht die „Dreadnought“; es wurde auch nicht in England gebaut; und die Bewaffnung war zwar keine Neben-, aber auch keine Hauptsache. Nein, auch nicht die Größe oder die Wasserverdrängung.

Natürlich muß ein Schiff umso größer sein, je mehr schwere Kanonen es tragen soll; aber man kann beliebig viele und große schwimmende Plattformen ins Meer setzen und sie mit beliebig vielen und großen Kanonen bestücken – wenn sie langsamer sind als die Schiffe der Feinde, werden sie immer nur nutzlos im Wasser herum dümpeln und jede Menge Kohle verbrauchen, bis sie irgendwann von einem vermeintlich schwächeren Gegner versenkt werden. Ausschlaggebend für die Schlagkraft einer Flotte ist also nicht die Größe ihrer Schiffe, sondern deren Geschwindigkeit. Als der Bau der „Dreadnought“-Klasse beschlossen wurde, machten britische Großkampfschiffe im Schnitt 14 Knoten, nur für kurze Zeit konnten sie eine Höchstgeschwindigkeit von 18-19 Knoten erreichen. (Wir erinnern uns, die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth fuhr 20 km/h – aber das war ein gutes Menschenalter her!)

Das war Fisher zu wenig; er wollte mindestens 21 Knoten; aber die ließen sich selbst mit den modernsten englischen Antriebsmotoren – den „Dreifach-Expansions-Maschinen“ – nicht erreichen. Nun begab es sich, daß in den USA bereits mit den viel leistungsfähigeren Dampfturbinen experimentiert wurde. Aber waren die auch zuverlässig? Die britische Admiralität wollte selber nichts riskieren und schloß statt dessen ein Abkommen mit der privaten „Cunard Line“, der größten angelsächsischen „Kreuzfahrt“-Gesellschaft der Welt: Sie finanzierte das Experiment, Schiffe von der Dimension der „Dreadnought“-Klasse mit amerikanischen Turbinen auszustatten, im Austausch gegen die Zusage, daß diese Pötte als „Hilfskreuzer“ konzipiert und den Briten im Kriegsfall zur Verfügung gestellt wurden zum Transport von Waffen und Munition (und Tarnung durch ein paar blöde Zivilunken, die glaubten, auf Kreuzfahrt zu gehen). Ihr glaubt noch an das Märchen, liebe Leser, die Amerikaner seien in den Ersten Weltkrieg mehr oder weniger hinein geschlittert, weil die Engländer im Laufe der Jahre immer mehr Schulden bei ihnen gemacht hatten, die verloren gewesen wären, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte?

Ihr irrt: Die US-Regierung hatte selbstverständlich von den Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und Cunard gewußt und sie im Interesse ihrer Wirtschaft gefördert. Damals schon wurde das Weltkriegsbündnis geschmiedet. (Nein, liebe Geschichts-Professoren, das ein Jahr zuvor geschlossene Abkommen zwischen der Hamburger Hapag, dem Bremer Lloyd und der IMMC des amerikanischen Bankiers Pierpont Morgan war etwas ganz anderes, nämlich eine bloße Kartell-Absprache von privaten Unternehmen ohne staatliche Beteiligung, nach der die Schiffe von Hapag und Lloyd künftig keine britischen und die von IMMC keine deutschen Häfen mehr anlaufen sollten.) Das erste Schiff der „Dreadnought“-Klasse, das 1906 vom Stapel laufen sollte, war ein anglo-amerikanisches. Es hieß… „Lusitania“. Über den Verlauf des Krieges braucht Dikigoros nichts zu schreiben, das könnt Ihr anderswo nachlesen, auch und insbesondere über die Rolle, welche die „Lusitania“ dabei spielte, z.B. hier.

[Lusitania-Poster der Cunard Line] [Die 'Lusitania' - der erste Dreadnought]

Dikigoros kann sich denken, daß einige Leser das für ziemlich weit hergeholt halten werden. (Obwohl er hier nur referiert hat, was 1923 anläßlich eines Schadensersatz-Prozesses in den USA wegen des Untergangs der „Lusitania“ rechtskräftig festgestellt wurde.) Die Engländer hatten ein Motiv – na schön, das leuchtet ein. Aber warum sollten die Amerikaner den geplanten Bau der [Kaiser Wilhelm II und Präsident Teddy Roosevent, Karikatur] Bagdad-Bahn zum Anlaß nehmen, um ein Kriegsbündnis gegen die Deutschen zu schließen? Bestanden nicht damals noch zwischen den USA und dem Deutschen Reich im allgemeinen und zwischen Präsident Teddy Roosevelt und Kaiser Wilhelm im besonderen durchaus freundschaftliche Beziehungen? Das ist eine berechtigte Frage, die eine klare Antwort verdient, und die lautet: „nein“. Für dieses Nein gab es einen ganz triftigen Grund, den Ihr freilich in Euren Geschichts- und Märchenbüchern von heute schwerlich finden werdet: Es ging – wie könnte es anders sein – wieder mal um eine Bahnlinie. Das, was für die Briten der 15.3.1903 war – der Tag, an dem die bösen deutschen Hunnen mit den Türken den Vertrag über den Bau der Bagdad-Bahn schlossen -, war für die Amerikaner der 13.2.1903 – der Tag, an dem die bösen deutschen Hunnen mit den Venezolanern den neuen Vertrag über die Bezahlung der „Großen Venezuela-Bahn“ schlossen.

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe Leser, davon noch nie gehört; nicht einmal, wenn Ihr schon mit dieser Bahn gefahren sein solltet. Die Bezeichnung „groß“ ist leicht übertrieben; die Strecke zwischen der Hauptstadt Caracas und Valencia war nicht einmal 200 km lang. Große strategische Bedeutung hatte sie auch nicht (deshalb will Dikigoros ihr hier nicht mehr widmen als diesen kleinen Exkurs); aber die deutsche Firma Krupp hatte sie nun mal auf Bestellung der venezolanischen Regierung gebaut, und nach dem Staatsstreich von 1898 wollte die neue Regierung die alten Staatsschulden nicht anerkennen und lehnte eine Bezahlung ab. Die hauptsächlich betroffenen Gläubiger waren deutsche und englische Unternehmen. Die Kriegsmarine beider Staaten begann, gemeinsam die venezolanischen Häfen zu blockieren. Die Venezoelaner brachten eines der britischen Blockadeschiffe im Hafen von Puerto Cabello auf, und als sie das im Dezember 1902 auch mit einem der deutschen Kriegsschiffe versuchten, schossen die zurück und zerstörten dabei ein altes, baufälliges Hafenfort, das ohnehin bald von selber eingestürzt wäre.

Die USA rasselten sofort mit dem Säbel und drohten dem Deutschen Reich (nicht etwa Großbritannien) mit Krieg, wenn die Blockade nicht sofort aufgehoben würde. Die venezolanische Regierung bot den Deutschen zur Bezahlung die heutigen Urlaubern wohl bekannte Isla Margarita als Kolonie an – aber die Deutschen wollten Bargeld sehen. Am Ende einigten sie sich mit den Venezolanern, während die Engländer und Amerikaner (und Italiener, die sich auch noch irgendwie hinein gedrängt hatten, wie das so ihre Art war und ist 🙂 die Sache einem internationalen Schiedsgerichtshof unterbreiteten, vor dem sie unterliegen sollten. So ein gemeinsamer Mißerfolg verbindet – gegen die, denen man ihren Erfolg mißgönnt. Die USA blieben fortan ein Feind des Deutschen Reichs, zumal über 50% des venezolanischen Außenhandels künftig mit Deutschland, genauer gesagt mit Hamburg abgewickelt wurde – das war ja nicht der Sinn ihrer Intervention gewesen, sowas von Undankbarkeit!

Der Geheimvertrag zwischen der britischen Regierung und der US-Firma Cunard war übrigens nicht die einzige Folge dieser „venezolanischen Schulden-Affaire“, wie sie in den USA genannt wurde; sie gab außerdem den Ausschlag dafür, daß die USA den langen Streit im Senat, an welcher Stelle sie einen Verbindungskanal zwischen dem Atlantik und dem Pazifik bauen sollten – in Nicaragua oder in Kolumbien – zugunsten des letzten entschieden, das direkt an Venezuela grenzte. Sie zettelten eine Revolution an, deren Macher den Isthmos von Panamá zu einem von Kolumbien unabhängigen „Staat“ erklärten, den die USA sofort anerkannten, sich die Kanal-Zone abtreten, pardon verpachten ließen und die dort von den Franzosen bereits begonnene Wasserstraße zuende bauten, die ihnen ein Vielfaches der Summen einspielen sollte, um die es den Engländern und Deutschen bei ihrem albernen Streit mit Venezuela gegangen war. Pünktlich zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Kanal fertig – aber das ist eine andere Geschichte.

Und die Folgen? Zu denen kommen wir gleich; erst muß Euch Dikigoros noch kurz berichten, wie es mit der Bagdad-Bahn [Medaille auf den Durchschlag des Taurus-Gebirges] weiter ging: Den deutschen Eisenbahn-Ingenieuren gelang 1915 – also mitten im Krieg – tatsächlich der Durchschlag des Taurus-Gebirges; dennoch wurde die Bagdadbahn nie fertig, denn die Engländer zerstörten die Gleise, die auf dem Gebiet des späteren Irak lagen – sie hatten also zumindest eines ihrer wichtigsten Kriegsziele erreicht. (Und Deutsch-Ostafrika bekamen sie auch – ihr Traum von der Bahnlinie Kairo-Kapstadt rückte also seiner Verwirklichung näher. Nur die deutsche Flotte, die sie auch gerne gehabt hätten, wurde von ihren bösen, imperialistischen Besatzungen versenkt, als sie ausgeliefert werden sollte. Und ihr allerwichtigstes Kriegsziel überhaupt, nämlich die Festigung ihrer Stellung als Wirtschaftsmacht Nr. 1 in der Welt, hatten sie nicht nur verfehlt, sondern sie sogar ganz verspielt – an die US-Amerikaner. Aber das konnten sie beim Abschluß des Lusitania-Kooperationsvertrags natürlich noch nicht wissen; einige merkten es auch 1918 noch nicht und führten ihre alte Kriegspolitik weiter bis zum Untergang des britischen Empire, aber das ist eine andere Geschichte).

* * * * *

Nur ein Jahr, nachdem der Taurus-Durchschlag gelungen war, also 1916, wurde rund 3.000 km weiter südlich nach sage und schreibe 19 Jahren Bauzeit eine andere Bahnlinie fertig gestellt. Darf Dikigoros etwas weiter ausholen, um Euch zu erklären, warum die überhaupt gebaut wurde und warum es so lange dauerte, bis sie fertig wurde?

Wenn Ihr ein anderes Kapitel seiner „Reisen durch die Vergangenheit“, nämlich Von Meer zu Meer gelesen habt, dann wißt Ihr schon, daß die Franzosen – allein voran ein gewisser Ferdinand de Lesseps – Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Idee gekommen waren, einen Kanal von Port Said nach Suez durch die Sinaï-Wüste zu graben, um das Mittelmeer mit dem Roten Meer zu verbinden. Da sie aber auch sahen, [Karte Abessiniens mit Nachbarstaaten am Horn von Afrika] daß ein solcher Kanal praktisch wertlos wäre, wenn jemand anderes die Straße von Bab El Mandeb sperren konnte, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verband, kauften sie 1862 einem Danakil-Häuptling einen Streifen Wüste dortselbst ab mit einem Kraal namens Obok, und nannten ihn „Somalie française“. Dazu bauten sie dann noch eine Hafenfestung namens Djibouti, die 1888 fertig wurde, und neun Jahre später begannen sie – im Einvernehmen mit dem Negus von Abessinien – mit dem Bau einer 700 km langen Eisenbahnlinie von eben jenem Djibouti ins Hochland, genauer gesagt zur Hauptstadt Addis Abeba. Ob der Negus da gut beraten war?

Gewiß, es gab gute Gründe, eine solche Verbindung zu schaffen – fragt sich nur für wen. Darf Dikigoros aus dem Buch eines anderen Reisenden (Anton Zischka) zitieren: „Dschibuti ist Frankreichs einziger Hafen auf dem Weg vom Mittelmeer nach Madagaskar und Indochina… Bis zur Inbetriebnahme der Eisenbahn Dschibuti-Addis Abeba war Äthiopien abgeschlossener als Tibet, eigentlich nur mit dem Japan des 18. Jahrhunderts zu vergleichen. Und was für das Inselreich die Öffnung seiner Häfen durch Perry bedeutete, das war für Abessinien der Bau der Eisenbahn nach der Küste: eine geistige und wirtschaftliche ebenso wie eine politische Revolution.“ Ein guter Vergleich, findet Dikigoros, und wer seine Seiten über die besagte Öffnung Japans durch Perry und über die Öffnung Tibets durch Mao Tse-tung gelesen hat, weiß, was er damit meint. Aber vielleicht ist der Vergleich nicht ganz fair, denn die Franzosen hatten – anders als die US-Amerikaner in Japan und die Rot-Chinesen in Tibet – sicher nur friedliche Absichten.

Doch wie das so ist: Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Einer der vielen bösen Nachbarn der Franzosen (eigentlich hatten sie keinen, mit dem sie wirklich in Frieden gelebt hätten) waren die Italiener, die ihnen damals besonders böse waren, da sie ihnen Tunesien (das die Italiener selber gerne als Kolonie gehabt hätten) vor der Nase weg geschnappt hatten. Und die schickten sich nun an, Eritrea, Abessinien und Somalia zu einer schönen, großen Kolonie am „Horn von Afrika“ zu vereinigen. War da etwa Gegenwehr zu erwarten seitens der Eingeborenen? Ach was, wie denn? Wie sollten jene primitiven Menschenfresser mit Pfeil und Bogen gegen die modernen Zündnadelgewehre der gut ausgebildeten Italiener ankommen? (Hätten die Italiener noch zwei Jahre gewartet, dann hätten die mit ihnen verbündeten Deutschen ihnen sogar die damals modernste Handfeuerwaffe, den Karabiner 98, liefern können.) Aber offenbar ging das doch – jedenfalls bei einem Gegner, der über eine Kampfkraft von Art und Güte verfügt wie eben nur die Italiener… Die Abessinier schlugen sie fürchterlich aufs Haupt; und die Italiener beeilten sich, die Unabhängigkeit „Ethiopiens“ für alle Zeit anzuerkennen.

Unterdessen hatten auch die Franzosen ein paar kleinere Schwierigkeiten, u.a. daß ihnen irgendwann das Geld ausging. (Irgendwer hat mal behauptet, daß das „der teuerste Bahnbau der Welt“ gewesen sei; aber der wußte noch nicht, was vergleichbare Projekte heutzutage kosten 🙂 Und wo bekamen sie Kredit? Müßige Frage für alle, die Dikigoros‘ schon erwähnte Seite über den Bau des Suez-Kanals gelesen haben: natürlich in London bei den hochherzigen Engländern, die sich dafür nur mal eben 40% der Aktien als Sicherheit abtreten ließen. Habt Ihr in Euren Geschichts- und Märchenbüchern gelesen, wie das mit der französisch-britischen Annäherung war, und dabei von der Beilegung der Faschoda-Krise anno 1898 und der „Entente cordiale“ anno 1904 erfahren? Ja, gewiß, aber unter uns gesagt war beides einen Dreck wert, nachdem die mit England verbündeten Japaner gegen die mit Frankreich verbündeten Russen 1905 den Krieg um die Transsibirische Eisenbahn geführt hatten.

Nachdem Euch Dikigoros bereits über die wahren Hintergründe des englisch-amerikanischen und des englisch-russischen Bündnisses gegen Deutschland aufgeklärt hat, will er die des französisch-britischen und des französisch-italienischen (ja, der Verrat Italiens am „Dreibund“ fand nicht erst 1915 statt, wie einige noch immer glauben!) auch noch nachliefern: 1906 standen Briten, Franzosen und Italiener Gewehr bei Fuß, um einen Krieg um die Djibouti-Bahn zu beginnen (die noch gar nicht fertig war!) – die einzigen, die davon nichts bemerkten, waren die tumpen deutschen Diplomaten (und natürlich die ebenso tumpen deutschen Historiker, die es bis heute ignorieren). Dann entschieden sich die Politiker jedoch zu einem Freundschaftsvertrag, also zu einer vernünftigen Lösung (nein, Dikigoros schreibt bewußt nicht „zu einer friedlichen Lösung“, denn wenn zwei oder mehr Mächte sich verbünden, tun sie das meist nicht aus Friedensliebe, sondern um gegen andere Krieg zu führen oder sich zumindest den Rücken für einen solchen frei zu halten): Die französische Regierung bezahlte die Schulden der Eisenbahn-Gesellschaft in London (und bekam dafür das 40%ige Aktienpaket), Italiener und Engländer erhielten volle wirtschaftliche Nutzungsrechte an der Bahn (die Deutschen sollten dagegen ausgeschlossen bleiben), und politisch verzichteten die drei Mächte für alle Zeit auf die Eroberung Abessiniens. Amen.

Nun ist es aber so, liebe Leser, daß es ein „für alle Zeit“ in der Geschichte nicht gibt. Die Zeit bleibt niemals stehen; auch nicht in Äthiopien, wo die Uhren – wie fast überall in Afrika – etwas langsamer gehen, oder in Italien, wo die Uhren – wie fast alles andere auch – fast immer unpünktlich sind. Seit Anfang der 1920er Jahre wurden die Italiener von einem „Duce [Herzog – der alte Titel der Herrscher von Venedig, im dortigen Dialekt „Doge“ genannt]“ regiert, pardon, das ist ja eine contradictio in adiecto, denn „regieren“ kommt von „rex [König]“, also sagen wir besser „geführt“ (oder verführt?). Der führte eine neue Zeitrechnung ein. (Ja, liebe Leser, ähnlich wie Robespierre & Co. die Jahre statt ab Christi Geburt ab der französischen Revolution neu zu zählen begannen, so tat das auch Mussolini ab seinem Marsch auf Rom.) Mitte der 1930er Jahre schaute er mal wieder auf den Kalender und fand, daß es nach fast 40 Jahren endlich an der Zeit sei, für die Blamage von 1896 Rache zu nehmen. Und obwohl inzwischen auch die Abessinier Schießgewehre hatten, waren sie den italienischen Bombenflugzeugen, Panzern, Maschinengewehren, Flammenwerfern und Giftgasgranaten am Ende trotz aller Tapferkeit nicht gewachsen. Die Zahl der Opfer wurde nie genau festgestellt. Äthiopien wurde eine italienische Kolonie – „für alle Zeit“, wie die Italiener meinten.

* * * * *

Man hört und liest jetzt (nicht in den offiziellen Leerbüchern für den Geschichts-Unterricht an staatlichen Verblödungs-, pardon Bildungs-Anstalten, und auch sonst nicht immer – aber immer öfter :-), daß schon der Erste Weltkrieg, und insbesondere die alliierten Friedensdiktate, die in Versailles und anderen Pariser Vororten verbrochen wurden, den Keim zum Zweiten Weltkrieg in sich trugen.

Das kann man so sehen – oder auch nicht. Dikigoros sieht da jedenfalls keinen zwingenden Zusammenhang: Die Alliierten hätten die Revision dieser unsinnigen Verträge (die ausnahmslos von allen im Reichstag der „Weimarer Republik“ vertretenen Parteien gefordert wurde, von den Kommunisten nicht weniger vehement als von den Nazis; schließlich ging es um Wählerstimmen) auf friedlichem Wege zulassen können – wenn sie es denn ernst gemeint hätten mit ihrer Friedensliebe und all den anderen schönen Frasen, insbesondere dem „Selbstbestimmungsrecht der Völker„; und die Deutschen hätten ihrerseits auf eine Revision verzichten können – wenn das denn den Frieden bewahrt hätte. (Hätte es aber nicht, wie wir heute wissen: Die Angelsachsen waren längst zum neuerlichen Krieg gegen den lästigen Konkurrenten entschlossen, der sich mit seinem Autarkie-Programm und seinen Bartergeschäften erfolgreich aus dem maroden Welthandel – so nannte man damals das, was man heute „Globalisierung“ nennt – ausgeklinkt und sie dadurch schwer geschädigt hatte); aber mit dem Ersten Weltkrieg hatte das schwerlich noch etwas zu tun.

Gleichwohl gibt es schon eine schicksalhafte Verstrickung der beiden Kriege – nicht im Ausbruch, aber im Ausgang, und einmal mehr ist es eine Eisenbahnlinie, und einmal mehr lest Ihr davon in keinem Geschichtsbuch. Im Ersten Weltkrieg hatte Tsar Nikolaj II (den Dikigoros im Gegensatz zu dessen Vetter Wilhelm nicht „den letzten“ nennt, denn er ist sich durchaus nicht sicher, ob es nicht nochmal Tsaren in Rußland geben wird – auch wenn sie sich vielleicht anders nennen werden) eine Eisenbahnlinie von seiner Hauptstadt Sankt Peterburg zur Barentssee bauen lassen, genauer gesagt nach Romanow an der Murman-Küste, dem einzigen ganzjährig eisfreien Hafen, den Rußland dort hatte. Geleistet wurde diese Knochenarbeit von deutschen Kriegsgefangenen, die dabei starben wie die Fliegen. (Habt Ihr mal etwas vom Bau der „Brücke am Kwai“ gehört? So ähnlich – und schlimmer – müßt Ihr Euch das vorstellen.)

Nicht, daß die russischen Machthaber mit ihren eigenen Leuten zimperlicher umgingen (oder umgehen) – aber die wären nur gestorben, ohne die Bahnlinie zustande zu bringen. 1916 wurde sie fertig, noch vor Ausbruch der Revolution, für deren Ausgang sie ebenso wenig eine Rolle spielte wie für den des Ersten Weltkriegs oder des Bürgerkrieges zwischen Rot und Weiß (der entschied sich entlang der Sibirischen Eisenbahn); der Treppenwitz der Geschichte ist vielmehr, daß diese tsaristische „Murmanbahn“ den Zweiten Weltkrieg entschied – und dadurch das sowjetische Regime für ein weiteres halbes Jahrhundert an der Macht hielt.

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe Leser in Dikigoros‘ Alter, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern eine Menge blühenden Unsinns gelesen über Ursachen, Verlauf und Folgen des Zweiten Weltkriegs. Über den ersten Punkt braucht Dikigoros zum Glück nicht viel zu schreiben, denn der ist ja so klar und eindeutig, daß es schon an ein Gedankenverbrechen grenzen würde, ihn auch nur in Frage zu stellen, geschweige denn, andere Antworten zu geben als die Meinung der Herrschenden, pardon die herrschende Meinung sie vorschreibt: Der böse Nazi Hitler war ein Diktator, der die Juden unterdrückte und das friedliche Polen überfallen hatte; deshalb war es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit eines jeden demokratischen, friedliebenden und toleranten Volkes – also allen voran der Angelsachsen – ihm den Krieg zu erklären und die Deutschen, die Juden, die Polen und überhaupt die ganze Welt von ihm zu befreien.

Vielleicht kennt Ihr noch nicht alle den schönen Schlager „Morgen sind wir tolerant“ des demokratischen, friedliebenden, toleranten Holländers Robert Long, deshalb hat ihn Euch Dikigoros hier verlinkt. Wie heißt es da gleich: „Morgen glauben wir an Lügen, weil sie in der Zeitung steh’n…“ Aber noch ist nicht morgen, unsere Geschichte spielt vielmehr im Gestern, also müssen wir noch einmal kurz zur Wahrheit zurück kehren, auch wenn das einigen Gutmenschen unangenehm sein mag. Ja, Hitler war ein Diktator. Allerdings war er in freien, demokratischen Wahlen an die Macht gekommen und hätte sich solchen jederzeit wieder stellen können – eine absolute Mehrheit wäre ihm bis zuletzt sicher gewesen. Dagegen hatten die Engländer da gewisse… äh, Probleme: In ihren Kolonien Südafrika und Indien waren bei freien, demokratischen Wahlen dummerweise (merke: die Wähler sind bisweilen so dumm, daß eine kluge Regierung, die nicht abgewählt werden will, sich hüten sollte, sie wirklich frei wählen zu lassen!) zwei Männer gewählt worden, die partout keinen „Befreiungs“-Krieg gegen Hitler-Deutschland führen wollten (sondern wenn, dann höchstens einen gegen England): James Barry Munnick Hertzog (der Führer der Nasionale Party) und Subash Chandr Bosh (der Führer des National Congress).

Die Engländer setzten sie kurzerhand ab, warfen sie ins Gefängnis und setzten an ihrer Stelle Diktatoren, pardon Marionetten, pardon gute Demokraten ein, die Deutschland brav den Krieg erklärten. Und Churchill? Mr. Weinstein Kirchügel (findet Ihr diese Übersetzung befremdlich, liebe Leser? Aber wieso denn? Man muß solchen Namen doch einmal auf den Grund gehen dürfen – nicht nur bei dem Dichter Willi Schüttelspeer 🙂 stellte sich nur ein einziges Mal freien, demokratischen Wahlen, nämlich im Juli 1945, direkt nach dem gewonnenen Krieg. Das gab ihm natürlich einen gewaltigen Bonus bei den Wählern, und so war denn auch rund ein Drittel so dankbar, daß sie ihn wählten – die anderen zwei Drittel wählten freilich die Opposition an die Macht, pfui, wie undankbar…

Ja, Hitlers Wehrmacht marschierte in Polen ein (um den Völkermord an der deutschen Minderheit aufzuhalten – was ihm ja auch für gut fünf Jahre gelang); allerdings tat das auch Stalins Rote Armee. Und, störte das die Engländer? Aber nein – es störte sie ja auch nicht, daß Stalins Sowjet-Union Estland, Lettland und Litauen annektierte und die Rote Armee in Finnland einmarschierte. Wieso denn auch? „Onkel Joe“ Stalin war doch ein braver, durch freie Wahlen an die Macht gekommener Demokrat, oder etwa nicht? Nein, nicht wie Hitler, aber jedenfalls nicht weniger als Weinstein. Und nach dem Krieg? Störte es die Engländer, daß Stalin die Hälfte Polens annektierte und den Rest Polens (und vier Fünftel Osteuropas) ein halbes Jahrhundert lang militärisch besetzte?

Aber nein – noch 1989, als Stalins Epigonen all jene Gebiete wieder räumten, heulte Margaret Thatcher, die Epigonin Weinsteins auf dem Premierminister-Sessel, Tränen vor Wut und wollte Deutschland wieder den Krieg erklären – und nur weil US-Präsident George W. Bush, der Epigone Roosevelts, sie – anders als letzterer im Zweiten Weltkrieg den Weinstein – schmählich im Stich ließ, mußte sie davon Abstand nehmen (aber das ist eine andere Geschichte). Ja, Hitlers Nazis diskriminierten die Juden (nicht so sehr wie die Amerikaner ihre roten, gelben und schwarzen Minderheiten, aber immerhin); der „Holocaust“ war allerdings 1939 noch lange nicht angelaufen, vielmehr glaubte Hitler, die Juden nach Palästina oder sonstwohin abschieben zu können. Das hörten die Engländer gar nicht gerne, deren Kolonie Palästina doch war. Ihre größte Sorge war, daß dort zu viele Juden einwandern könnten. Bereits 1922 hatte Weinstein – damals noch als Kolonialminister – in einem nach ihm benannten „White Paper [Weißbuch]“ verlangt, die jüdische Einwanderung zu stoppen; 1930 hatte ein weiteres, nach seinem Kollegen Passfield benanntes Weißbuch das Verbot von Landerwerb durch bereits in Palästina ansässige Juden empfohlen.

Dennoch stieg die Zahl der jüdischen Einwanderer nach Palästina besonders nach 1933 sprunghaft an (von ca. 5.000 im Jahr auf ca. 40.000 im Jahr), weil dieser böse Hitler sie massiv förderte – da fühlten sich die Araber doch bedroht und reagierten mit bürgerkriegsartigen Ausschreitungen, was wiederum die Engländer mit Recht beunruhigte. Was machten sie also als erstes, nachdem sie 1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatten, mit den aus Hitler-Deutschland emigrierten Juden? Sie steckten sie als „Angehörige einer feindlichen Macht“ kurzerhand in Konzentrationslager – lange bevor in Deutschland jemand auf diese Idee kam. Dann – 1940 – setzten sie die Vorschläge des Passfield White Books um. Und was machten die Engländer nach dem Krieg mit den aus deutschen und polnischen Konzentrationslagern „befreiten“ Juden? Sie verfrachteten sie wie Vieh auf die berüchtigten Todesschiffe vor Cypern und ließ sie dort jämmerlich verrecken, weil sie um jeden Preis verhindern wollte, daß sie nach Palästina kamen. „Na und?“ sagte kürzlich ein cynischer Brite, dem Dikigoros das vorhielt, „die Geschichte hat doch bewiesen, daß wir damals Recht hatten: Wären die Juden damals nicht nach Palästina gekommen, gäbe es heute keinen Staat Israel und kein Nahostproblem.“ Aha – auch Dikigoros lernt eben nie aus.

[Die Routen der alliierten Geleitzüge nach Murmansk]

Kommen wir zum zweiten Punkt, dem Kriegsverlauf – der ja eigentlich viel wichtiger ist als die Ursachen, denn er entscheidet darüber, wer ihn gewinnt und somit auch darüber, wer hinterher in den Geschichtsbüchern als böser „Verursacher“ steht. („Die Geschichtsschreibung ist der zweite Triumph des Siegers nach dem Kriege,“ schrieb einst der Schotte Bernard Montgomery, der für seine Siege gegen Rommel und andere böse Nazi-Deutsche zum Feldmarschall befördert und nach dem Kriege zum „Viscount of El Alamein“ geadelt wurde; und er muß es gewußt haben, denn seine Kriegs-Memoiren zählen neben denen Weinsteins zu den bis heute am meisten gelesenen unter den vielen Geschichts- und Märchenbüchern über den Zweiten Weltkrieg.)

Sicher habt Ihr von allerlei wichtigen Schlachten gelesen, von Dünkirchen, von Moskau, von El Alamein, von Stalingrad, von Kursk, vielleicht auch von der Luftschlacht über England und den Geleitzugschlachten im Atlantik, und Ihr habt gelernt, daß sie den Krieg entschieden hätten. Aber in Wahrheit sind verlorene Schlachten nie die Ursachen einer Kriegsniederlage, sondern vielmehr – wie letztere – die Folgen einer verfehlten Kriegs- oder Rüstungspolitik. Der Soldat an der Front gewinnt keine Kriege – er hat nur auszubaden, was unfähige Politiker und Generäle über seinen Kopf hinweg aushecken. (Zum Beispiel den Rußland-Feldzug, die größte politisch-strategische Fehlentscheidung Hitlers überhaupt. Hätte er statt dessen Stalin das rumänische Bessarabien [das heutige Moldavien] in den Rachen geworfen – was dieser als Preis für sein Stillhalten verlangt hatte – und nur ein Prozent der für den Rußlandfeldzug aufgewendeten Menschen und Materialien in die Unterstützung des anti-alliierten Aufstands im Irak gesteckt, wie es der deutsche Botschafter in der Türkei, sein Vorvorgänger v. Papen empfohlen hatte, hätte er dort mehr Öl haben können als in Rumänien und im Kaukasus jemals zu holen war; ganz abgesehen davon, daß ihm dann die ganze mohammedanische Welt, einschließlich des dann wohl auch befreiten Indiens, vor Dankbarkeit zu Füßen gelegen hätte, daß wir heute mit der Bagdadbahn von Berlin bis nach Indien durchfahren könnten und Dikigoros wahrscheinlich ein Kapitel seiner Reisen durch die Vergangenheit „von Köln bis Kålkattā“ betitelt hätte – aber das ist eine andere Geschichte.

Ihr meint, der Krieg gegen die Sowjet-Union sei unvermeidlich gewesen; wenn Hitler ihn nicht präventiv geführt hätte, dann hätte Stalin ihn begonnen? Mag sein; aber sicher ist das durchaus nicht, und manches spricht dagegen, dies z.B.: Anfang Dezember 1940 – also nachdem Molotow in Berlin mit seiner Mission gescheitert war, Hitlers Zustimmung zu sowjetischen Annexions-Wünschen in Finnland und Rumänien zu erlangen – was einige ja als auslösenden Moment für Hitlers Entscheidung zum Rußlandfeldzug ansehen – boten die Briten Stalin diese Zustimmung an: Die kriegswichtigen Nickelgruben zwischen Petsamo und Kirkenes – schaut bitte auf die Karte oben – befanden sich zivilrechtlich in Händen einer britischen-kanadischen Staatsholding. Churchill bot sie Stalin an, wenn dieser dafür die Material-Lieferungen an das Deutsche Reich einstellte. Stalin lehnte das Angebot ab und belieferte Deutschland bis zum Morgen des 22. Juni 1941 weiter.) Die Schlacht von Dünkirchen wurde verloren, weil Hitler sich weigerte, den Befehl zur Vernichtung des britische Expeditionskorps zu geben (von dessen Schonung er sich naïver Weise einen Friedensschluß mit seinen geliebten Engländern erhoffte); die Schlacht vor Moskau wurde verloren, weil die Japaner sich geweigert hatten, die Sowjet-Union in Sibirien anzugreifen; die Schlacht von El Alamein wurde verloren, weil Mussolini und Franco sich geweigert hatten, die britischen Kolonien Malta bzw. Gibraltar einzunehmen – was ihnen leicht möglich gewesen wäre; die Schlacht von Stalingrad wurde verloren, weil an den Flanken der deutschen Armeen Hilfstruppen aus Ungarn, Rumänien und Italien standen, die nicht kämpfen konnten oder wollten.

Es war also allemal politisches Versagen oder Verrat der so genannten Verbündeten, das den Sieg kostete. Und warum gingen die Geleitzugschlachten im Atlantik verloren? Halt, liebe Leser, bevor Ihr Euch den Bären aufbinden laßt, die Ortung der deutschen U-Boote durch alliiertes Radar sei [see]kriegsentscheidend gewesen… In der so genannten Geschichts-„Wissenschaft“ kommen die meisten falschen Antworten durch falsche Fragestellungen zustande. Wir müssen erst einmal fragen: Warum wurden die Geleitzugschlachten eigentlich geführt? Nun, die Sowjet-Union wäre unter den neuerlichen deutschen Angriffen 1942 wohl zusammen gebrochen, wenn nicht die USA ihre Ausrüstung mit Waffen, Munition und Verpflegung übernommen hätten. Und wie kam dieses Material von den USA in die SU? Richtig – über den Atlantik. Aber wie sollte es von dort an die Front kommen? Seht Ihr, und nun sind wir wieder bei der Murmanbahn, die inzwischen nach dem kommunistischen Revolutionär Kirow genannt wurde, zwischen Romanow, das inzwischen Murmansk genannt wurde, und Sankt Peterburg, das inzwischen Leningrad genannt wurde. Der gesamte kriegsentscheidende Nachschub lief über diese kleine Bahnlinie (am Ende sogar über eine noch kleinere Nebenstrecke an Leningrad vorbei – denn das letztere hatte die Wehrmacht abgeschnitten und belagert).

[Karte der Halbinsel Kola mit Murmanküste]

Aber warum unterbrachen die Deutschen denn diese Bahnlinie nicht, wenn sie so wichtig war? Die Antwort ist die gleiche wie bei Gibraltar, Malta und Stalingrad: Die lieben Verbündeten… Nein, liebe Leser, Dikigoros meint wieder nicht die Soldaten an der Front – die Finnen waren immer gut Freund mit den Deutschen und sind es bis heute geblieben -, sondern einmal mehr Politiker und Generäle.

Der doppelte Treppenwitz der Geschichte ist nämlich, daß nicht nur eine tsaristische Bahnlinie, sondern auch ein tsaristischer General a.D. das [Karte Kareliens] Überleben der Sowjet-Union ermöglichte: Carl-Gustav Emil Mannerheim hieß er, und am Namen seht Ihr schon, daß er kein echter Finne war, sondern ein Angehöriger der einstigen schwedischen Kolonialmacht (freilich war sein Vater holländischer und seine Mutter französischer Abstammung, was einiges mehr erklären mag). Ein heimlicher Feind der Deutschen wie Franco und Horthy. Er war freilich „nur“ Oberbefehlshaber der finnischen Streitkräfte und konnte nicht verhindern, daß Staatspräsident Ryti nach dem Überfall der Sowjets im „Winterkrieg“ 1939/40 deutsche Hilfe in Anspruch nahm (alle anderen hatten das kleine Finnland schmählich im Stich gelassen) und sich 1941 am Rußlandfeldzug beteiligte – wenngleich nur als „Fortsetzungskrieg“. Aber insgeheim intrigierte Mannerheim längst gegen Ryti, verhandelte praktisch seit Kriegsbeginn hinter seinem Rücken sowohl mit den Westalliierten als auch mit den Sowjets.

Schon im September 1941 – also zwei Monate nach Kriegsausbruch – sabotierte er einen Angriff auf Kandalakscha an der gleichnamigen Bucht; im November 1941 stoppte er mit einem Geheimbefehl die Eroberung Kestengas, die unmittelbar bevor stand und den gleichen Effekt gehabt hätte: Der Rußlandfeldzug wäre nach einem Jahr beendet worden – vielleicht mit einem Separatfrieden, den Stalin Hitler damals wiederholt anbot, wie wir seit der Öffnung der sowjetischen Archive nach 1991 wissen, vielleicht sogar mit einem Sieg Deutschlands – dem Ihr, liebe Ewig-gestrige, bitte nicht nachtrauern wollt. Wie pflegte Dikigoros‘ Vater, der Rußland im Krieg erlebte und überlebte (an der Front, nicht in der Etappe), zu sagen: „Wenn wir diesen verdammten Krieg gegen die Iwans gewonnen hätten, säßen wir heute vielleicht in Wladiwostok oder sonstwo in Sibirien und hätten uns mit den gleichen Problemen herum zu schlagen wie die Israelis in der Westbank. Und das wäre es ja wohl nicht wert gewesen…“

Das ist ein hartes Urteil, liebe Leser, aber Dikigoros teilt es, auch wenn der Rußlandfeldzug auf beiden Seiten noch an die 30 Millionen Menschenleben kosten sollte, während sich die Unterbrechung der Murmanbahn – wie die rechtzeitige Einnahme Dünkirchens, Gibraltars oder Maltas – vielleicht mit 3.000 hätte erkaufen lassen, weniger als während des Baus 1916 oder während der Geleitzugschlachten umgekommen waren. Aber so darf man nicht rechnen; pardon, so sollte man nicht rechnen – verboten ist es ausnahmsweise (noch) nicht. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Drei Wochen nach Mannerheims Verrat erklären die Westalliierten Finnland dennoch den Krieg; im August 1944 stürzt Mannerheim Ryti, im September schließt er einen Separatfrieden mit den Sowjets, unter deren Fuchtel Finnland fast ein halbes Jahrhundert bleiben wird. Bis heute gibt es dort kein ordentliches Eisenbahnnetz – aber das nur nebenbei.

Exkurs. Nun will Dikigoros seinen Lesern nicht verschweigen, daß es Reisende gibt, die eine andere Bahnverbindung denn die von Murmansk nach Leningrad als entscheidend für den Ausgang des Zweiten Weltkriegs halten, nämlich die von Ķhorramshahr nach Tährān in Persien. Er zitiert im folgenden aus „Vom Pfauenthron zum Dach der Welt“ von Horst Eliseit, der sie im Jahre 1957 befuhr: „Diese Linie, [die] zu den kühnsten Gebirgsstrecken der Erde gehört, wurde 1938 eröffnet, nach dem Willen von Reza Schah Pahlevi, dem Vater des jetzigen Herrschers… Diese Bahn bekam im Zweiten Weltkrieg den Namen ‚Brücke‘ des Sieges‘. In vollgestopften Güterwagen rollten die amerikanischen Hilfslieferungen zur russischen Südfront: Geschütze, Panzer, Munition, Verpflegung, Treibstoffe, Bekleidung, Uniformen, Stiefel, Leder und Wolldecken. Und nicht nur die Bahn, ganz Persien war damals eine Brücke zwischen Alliierten.

Die Strecke ist quer hindurch gestoßen durch Gebirgsketten, über die kein Saumpfad führt. Sie läuft durch Täler, die nie eines Menschen Fuß betritt. Sie folgt keinem von der Natur vorgezeichneten Weg, nicht dem Durchbruch eines Flusses, keiner Paßstraße, wie etwa die Bahnstrecken in den europäischen Alpen. Kein Pfad windet sich über diese südpersischen Gebirge. Nur die Bahn durchquert sie…“ Ja, gewiß, diese Bahnverbindung gab es, und es stimmt auch, daß sie die einzige für Kriegstransporte brauchbare Überland-Verbindung vom Persischen Golf nach Tährān war. Aber was sollte das Zeug dort? Das war ja nicht mal ein Drittel des Weges bis nach Stalingrad, geschweige denn weiter westlich, als die Front von dort weg rückte. Deshalb hält Dikigoros nicht diese Eisenbahnverbindung bis nach Tährān für [mit] kriegsentscheidend, sondern vielmehr die Strecke danach – aber da kommen wir halt doch nicht so ganz ohne Paßstraßen aus, wie Eliseit sich das vorstellt, und deshalb schreibt Dikigoros darüber an anderer Stelle. Exkurs Ende.

* * * * *

Wahrscheinlich werdet Ihr, liebe ältere Leser, Euch noch mehr oder weniger genau an die Ereignisse erinnern, von denen Dikigoros Euch jetzt berichten will. Aber habt Ihr sie auch in diesem Zusammenhang gesehen? Oder vielleicht doch schon wieder vergessen? Was ist eigentlich aus den afrikanischen Eisenbahnen geworden? Nun, denen ging es nach dem Zweiten Weltkrieg erstmal gut, jedenfalls fuhren sie das Geld, das sie gekostet hatten, locker wieder ein. Dann aber passierten einige häßliche Dinge, von denen Ihr vielleicht schon in anderen Kapiteln von Dikigoros‘ „Reisen durch die Vergangenheit“ gelesen habt: In den 1960er Jahren kamen kluge Politiker – die klügsten saßen mittlerweile in Washington – auf die Idee, daß die Länder der „Dritten Welt“ vom Kolonialjoch der bösen Europäer „befreit“ werden müßten, damit sie ihre reichen Bodenschätze künftig nicht mehr von denen, sondern von den edlen US-Amerikanern ausbeuten lassen konnten.

Das reichste dieser Länder (jedenfalls solange es unter belgischer Kolonialherrschaft stand – heute ist es eines der ärmsten) war der Kongo. Habt Ihr Euch schon mal Gedanken darüber gemacht, warum manche „Befreiungs“-Kriege geführt werden? Wegen der Freiheit, gewiß. Aber Freiheit wessen wovon wozu? Die Freiheit, Handel zu treiben, mit wem er wollte, o.k. Die Freiheit, den bösen Nachbarn tot zu schlagen, wenn der das verhindern wollte, auch o.k. Und vielleicht auch den bösen Nachbarn tot zu schlagen, um zu verhindern, daß der etwa auch Handel treiben und einem selber Konkurrenz machen würde. Tja, und wenn alle Nachbarn so denken… Der Reichtum des Kongo konzentrierte sich in der südlichen Provinz Katanga. Weshalb? Gab es nur dort Bodenschätze? Falsch – aber nur dort gab es die Benguelabahn, mit der sie an die Küste transportiert und auf dem Weltmarkt verkauft werden konnten. Unterschieden sich die Eingeborenen Katangas stärker von den übrigen Völkern und Stämmen des Kongo als andere? Ach was. Waren die Leute auf der Gegenseite böse Kommunisten, Kolonialisten, Imperialisten, Terroristen? Ja, schon. Aber scherte das im Endeffekt irgend jemanden? Kaum.

Als die USA sicher gestellt hatten, daß die künftigen Diktatoren der Zentralregierung die Bodenschätze Katangas an sie verkaufen würden und daß die Portugiesen den Transport derselben durch Angola nach Benguela bzw.Lobito gewährleisten würden (nur aus diesem einen lukrativen Grund hielten die Portugiesen überhaupt noch an ihren ansonsten stark defizitären Übersee-Provinzen fest), war das Schicksal Katangas, der Neger, der Belgier und Franzosen, die es verteidigen wollten, besiegelt. Das war 1965. Fünf Jahre hatte der Bürgerkrieg gedauert; es war der bis dahin schlimmste, von dem die afrikanische Geschichte wußte – niemand ahnte, daß es erst der vergleichsweise harmlose Anfang war. Ohne die Benguelabahn aber wäre dort bis heute kein Tropfen Blut geflossen, weil seine Bodenschätze ohne sie keinen Tropfen Blut wert gewesen wären. Ihr glaubt das nicht, liebe Leser? Viele Leute, die sich besser auskennen im Kongo als Dikigoros, teilen seine Meinung, von dem berühmten Afrikaforscher Stanley – der ihren Bau mit erlebt hat – bis zu Valérien Ngoy, bei dem Ihr, so Ihr des Französischen mächtig seid, das alles noch etwas ausführlicher nachlesen könnt.

[Benguelabahn]

Weiter im Text. 1967 und 1973 führten Israelis und Araber Krieg gegeneinander. Danach wurde der Suez-Kanal gesperrt und somit praktisch wertlos. Na und? Was geht denn das die Eisenbahnen an? Erinnert Ihr Euch, warum die Franzosen sich damals Djibouti unter den Nagel gerissen hatten, den Endpunkt der Eisenbahnlinie nach Addis Abeba? Seht Ihr, und der war nun auch nichts mehr wert. Bis 1973 wäre jeder Versuch, Haile Selassie, den braven Negus von Äthiopien (den die Engländer prompt wieder eingesetzt hatten, nachdem sie das Land im Zweiten Weltkrieg von den Italiener „befreit“ hatten) zu stürzen, mit einer militärischen Intervention der edlen Demokratien des Westens beantwortet worden – war er doch ein guter Monarch und Freund des Westens. (Einige meinten zwar, er sei vielmehr ein korrupter Diktator und heimlicher Menschenfresser; aber so ein paar Neidhämmel gibt es ja immer und überall 🙂

Doch nun, nachdem der Suez-Kanal dicht und die Ölgesellschaften dazu übergegangen waren, ihr Öl mit neuartigen Riesentankern zu transportieren, die eh nicht mehr durch den Kanal gepaßt hätte, putschten die Militärs. Wer rührte noch einen Finger für den Negus? Kein Schwein. Besserte sich etwas? Keine Ahnung. Herrscht gerade mal wieder Bürgerkrieg in Äthiopien? Gut möglich, aber wen schert’s? Oder ein Grenzkrieg mit Somalia und/oder Eritrea? Dto. Vergeßt es, liebe Leser, vergeßt es. (Und Ihr, liebe italienische Leser, seid bitte nicht allzu schadenfroh 🙂 Die Djibouti-Bahn? Die ist natürlich längst zerstört; und 1977 entließ Frankreich seine nun wertlose Kolonie Djibouti großzügig in die Unabhängigkeit. Anno 2001 beschlossen die Brüsseler Eurokraten in ihrer unergründlichen Weisheit, Äthiopien 30 Millionen US-$ zu schenken, um sie bis 2004 wieder aufzubauen; seitdem hat man von diesem löblichen Vorsatz nichts mehr gehört.

[Nein, liebe Leser, die Ihr mit Recht angefragt habt, das ist nicht die ganze Wahrheit; ohne Grund investiert der Westen sein Geld natürlich nicht in Äthiopien – schließlich hat er ja auch dafür gesorgt, daß das Mengistu-Regime gestürzt wurde; ganz wertlos können die Länder zwischen dem Suez-Kanal und dem Horn von Afrika also doch nicht sein – oder? Richtig, und da das etwas ist, das Ihr nicht in den „normalen“ Nachrichten oder der Tagespresse vorgesetzt bekommen habt, will Dikigoros es an dieser Stelle kurz nachtragen: Anfang der 1990er Jahre kam jemand auf die Idee, daß es doch Zeit- und Geldverschwendung sei, mit großen Tankern rund ums Kap der guten Hoffnung zu fahren, bloß weil der Suez-Kanal für diese Tanker zu flach war. (Breit genug war er ja, jedenfalls wenn man ihn nur abwechselnd in einer Richtung befahren ließ.)

Die Lösung war ganz einfach: Man baute eine Pipeline parallel zum Kanal – das war nur gut 100 Meilen – und dazu eine Pumpstation. Wenn die Riesentanker in Suez ankamen, wurde das Öl durch die Pipeline nach Port Said gepumpt, der Tanker fuhr unbeladen durch den Kanal – das war kein Problem, weil er dann ja kaum Tiefgang hatte – und nahm das Öl am anderen Ende wieder in Empfang, voilà. Nun mußte man die Äthiopier also wieder bei der Stange halten – und tat das auch; ob die reichlich sprudelnde Entwicklungshilfe dabei tatsächlich für den Bahnbau u.a. löbliche Projekte verwendet wurde oder auf den Nummernkonten irgendwelcher korrupter Politbonzen landete, danach fragte und fragt allerdings niemand, und deshalb will Dikigoros auch nicht mit mehr als diesem kleinen Exkurs vom eigentlichen Thema dieser „Reise durch die Vergangenheit“ abweichen.]

Aber wir wollen nicht vorgreifen – wo waren wir gleich stehen geblieben? 1973 Yom-Kippur-Krieg, 1974 Sturz des Negus, 1975 Nelkenrevolution in Portugal… Stopp, da war doch was? Richtig, eine Bahnlinie nach Benguela in Angola und eine zur Delagoabaai in Mosambique. Diese beiden Übersee-Provinzen wurden nun natürlich „unabhängig“; und prompt begannen die Bürgerkriege. Warum und worum eigentlich? Um Freiheit, Selbstbestimmung, Ismen und Bodenschätze? Ja, auch in Angola gab es die – aber hatten wir das nicht schon mal? Bei der Atacama-Wüste, bei Transvaal, bei Sibirien und bei Katanga mögt Ihr noch an Dikigoros‘ Worten gezweifelt haben, liebe Leser; aber bei Angola kann es eigentlich keinen vernünftigen Zweifel mehr geben; denn in jenem Bürgerkrieg wurde in keiner Fase um Minen, Bergwerke oder Fundstätten gekämpft, sondern… dreimal dürft Ihr raten. Richtig: um die Gleise der Benguelabahn. Nach fünf Jahren war keine einzige Schiene mehr heil. Dann, 1980, kamen in Rhodesien schwarze Terroristen an die Macht. Das war für die Rhodesier schlimm (nicht nur für die Weißen, sondern auch und gerade für die Schwarzen), nicht aber für seine Nachbarn, z.B. für Zambia. Dort waren auch schwarze Terroristen an der Macht, und solange in Salisbury die Weißen herrschten, waren die Grenzen auch für den Warentransport über die Bahnlinie nach Beira gesperrt gewesen. Das änderte sich nun mit einem Schlag: Aus Rhodesien wurde Zimbabwe (eine Ruine – nomen atque omen!), und die Züge rollten wieder. Plötzlich war die Benguela-Bahn so uninteressant geworden wie Djibouti nach der Schließung des Suez-Kanals.

Der Bürgerkrieg in Angola schlief ein. Und der in Moçambique? Nun, die Frage ist nicht schwer zu beantworten: Als auch in Südafrika schwarze Terroristen an die Macht kamen, arrangierten sich die sehr schnell mit den schwarzen Terroristen, die in Maputo (so hieß das alte Lourenço Marques inzwischen) an der Macht waren, und die Züge der Delagoabaaibahn rollten wieder. Friede, Freude Eierkuchen – und Hungersnot; denn die Erlöse all der schönen Exporte landeten auf Schweizer oder Lichtensteiner Nummernkonten der Negerhäuptlinge; und als der letzte Weiße enteignet oder ermordet war, gab es auch nichts mehr zu verteilen. Aber diese traurige Wahrheit werdet Ihr in Euren politisch korrekten (und daher sachlich unkorrekten) Geschichts- und Märchenbüchern wohl nie zu lesen bekommen. Überflüssig zu erwähnen, daß es ohne den Bau der Delagoabaaibahn nicht zur Tragödie Rhodesiens gekommen wäre. Soll Euch Dikigoros etwas verraten? In Europa ist es nur deshalb so lange zu keinem echten Krieg mehr gekommen, weil die Eisenbahn dort ihre führende Rolle als Transportmittel für Güter und Personen verloren hat. Um Autobahnen führt man keine Kriege, um Luftrouten auch nicht. (Um Wasserstraßen vielleicht doch – aber das ist eine andere Geschichte.)

Die Bürgerkriege in Schwarzafrika seit der glorreichen „Befreiung vom Kolonialjoch“ haben mit mehr oder weniger kurzen Unterbrechungen bis heute angedauert: im Kongo, in Nigeria, in Angola, in Mosambique, in Ruanda, in Burundi, in Rhodesien… Und sie haben inzwischen mehr Todesopfer gefordert als der Zweite Weltkrieg. Gewiß, das ist nicht so schlimm, denn Bevölkerungsverluste bemessen sich nicht nur nach der Zahl der Getöteten, sondern auch nach der Zahl der Nicht-Geborenen; und die schlimmsten Folgen des Zweiten Weltkriegs in Europa waren nicht militärischer oder wirtschaftlicher, sondern sozialer und moralischer Natur: Da Hitler und die Nazis das Kinderkriegen befürwortet hatten und den Krieg verloren, mußte auch das Kinderkriegen schlecht sein und als „nazistisch“ geächtet werden – wie alles andere, was sie propagiert hatten.

Den europäischen, aber auch den nordamerikanischen Frauen wurde beigebracht, die Kindestötung im Mutterleib nicht als einen Verlust, sondern vielmehr als eine „Befreiung“ zu empfinden von der Last, schwanger zu sein und Erziehungsarbeit (und womöglich auch noch Konsumverzicht!) leisten zu müssen. Abtreibung nach Belieben wurde nicht nur erlaubt, sondern sogar von Staats wegen gefördert, indem er einen gesetzlichen Anspruch auf ihre Finanzierung durch die Krankenkassen schuf. (Ja, Schwangerschaft ist eine Krankheit, und von ihr „genesen“ bedeutet nicht mehr, wie früher, einem Kind das Leben schenken, sondern einem Kind das Leben nehmen!) Kein noch so brutales Regime in der Menschheitsgeschichte war oder ist verbrecherischer und (selbst-)mörderischer als der „Rechtsstaat“, der nach 1945 überall in Europa an die Stelle der „Diktatur“ getreten ist. (Ja, überall, denn auch die sowjetischen Satelliten-Staaten in Osteuropa gewährten ihren Untertanen dieses „Recht“ – wenngleich z.B. im katholischen Polen erst nach der „Befreiung“ von 1990 in größerem Umfang davon Gebrauch gemacht wurde.)

Nicht der millionenfache Tod der Männer und Frauen und Kinder im Krieg bewirkte das Aussterben der Europäer, sondern der milliardenfache Mord an ihren ungeborenen Kindern im Frieden wird es bewirken, denn Tote kann man ersetzen – nur wenn man letzteres versäumt, gehen die Lichter endgültig aus. (Dies, liebe Leser, ist übrigens das einzige „endgültig“ in der Geschichte – vielleicht ist die Christenheit dem „jüngsten Tag“ schon näher als sie glaubt!) Dagegen haben sich die Schwarzafrikaner (und die Muslime – die brauchen kein „jüngstes Gericht“!) ihre Fruchtbarkeit und Kinderliebe durch alle Wechselfälle ihrer Geschichte bewahrt: Sie empfinden Kinder weiterhin nicht als Last, sondern als Lust und als willkommene Bereicherung ihres Lebens und Sterbens, denn die können etwa ab dem 5. Lebensjahr Kinderarbeit leisten und etwa ab dem 10. Lebensjahr Soldaten spielen, wenn sie männlichen, und Prostituierte, wenn sie weiblichen Geschlechts sind; und etwa ab dem 13. Lebensjahr können sie selber Eltern werden – also immer weiter so! Immer weiter so? Nein, in der Geschichte gibt es kein „immer“; und weniger als ein halbes Jahrhundert nach der „Befreiung“ sollte etwas kommen, das den Schwarzafrikanern viel gefährlicher wurde als die europäische Kolonialherrschaft, ja sogar als die „Befreiung“ von ihr: AIDS heißt das Zauberwort – aber das ist eine andere Geschichte.

* * * * *

Wahrscheinlich werdet Ihr, liebe jüngere Leser, dereinst in Euren Geschichts- und Märchenbüchern eine Menge blühenden Unsinns zu lesen bekommen (wie jetzt schon in den Gazetten) über Ursachen, Verlauf und Folgen des Irak-Krieges. Die letzten beiden Punkte wollen wir hier einmal beiseite lassen und uns ganz auf den ersten konzentrieren. Sicher habt Ihr schon jetzt von allerlei guten und gewichtigen Gründen gehört, die den Krieg unausweichlich machten: Saddam Hussein war ein böser Diktator (wie Hitler – das beweist schon der Schnurrbart :-), der seine Minderheiten brutal unterdrückte, einige davon sogar vergaste – das war Völkermord -, und der Massenvernichtungswaffen besaß (oder auch nicht, aber sie jedenfalls entwickeln wollte), gegen die V1 und V2 harmlose Spielzeuge waren. (Cynische Menschen fügen hinzu, daß es überdies im Irak jede Menge schönen Erdöls gibt; aber das kann wohl kein Grund für einen Krieg gewesen sein; denn der Irak exportierte schon vor dem Krieg rund zwei Drittel seiner Fördermenge zu Dumping-Preisen an die Angelsachsen; und wenngleich das Argument, daß die Ölquellen und Pipelines in westlicher Hand besser aufgehoben sind als in irakischer, nicht von der Hand zu weisen ist – das gilt doch für die in Sa’udi-Arabien und den anderen Mullah- und Scheichtümern des Nahen Ostens genauso oder noch mehr!)

Allerdings halten auch die anderen Gründe einer näheren Überprüfung schwerlich stand: Saddam Hussein könnte sich jederzeit freien, demokratischen Wahlen stellen [was er in der Tat mit Hitler (und Schwarzenegger 🙂 gemeinsam hat – und was ihn von Rosenfeld, Weinstein, Bush und Blair unterscheidet, die nur mit Wahlkampflügen, Wahlfälschungen oder Koalitions-Intrigen an die Macht kommen und sich dort halten konnten], wenn man solche denn im Irak zuließe; und im übrigen sollte man ihm einen Orden dafür verleihen, wie er mit den kommunistischen Kurden und den radikal-islamischen Shiïten in seinem Lande fertig geworden ist. Nein, es muß wohl einen anderen Grund gegeben haben, weshalb knapp sechs Jahrzehnte nach Mannerheims Verrat an seinem langjährigen Freund und Verbündeten Hitler die westlichen Politiker ihren langjährigen Freund und Verbündeten Saddam Hussein verraten haben – aber welchen?

Erinnert Ihr Euch noch? Am 5.3.1903 wurde der Plan der Bagdadbahn unter deutscher Federführung beschlossen. 99 Jahre später kamen deutsche Politiker, Wirtschaftsbosse und Ingenieure auf die Idee, die 100. Wiederkehr dieses Ereignisses angemessen zu feiern. Wie denn das? Ganz einfach: Indem sie die alten Pläne wieder aus der Schublade zogen und – leicht überarbeitet – dem Präsidenten des Irak auf den Tisch legten. Der war auch gar nicht abgeneigt, machte allerdings zur Bedingung, daß die bei den Arabern so verhaßten Amerikaner und Briten, deren Regierungen in ihren Augen von jüdischen Strippenziehern gelenkte Marionetten waren, außen vor blieben. Die Deutschen waren’s zufrieden – aber wie das so ist, die feindlichen, pardon befreundeten Geheimdienste kamen bald dahinter. Wie war das gleich vor 89 Jahren? Was damals als casus belli gut war, war es immer noch – oder wieder.

Und wieder mußte man einen anderen Grund vorschieben – oder am besten mehrere: Anno 2001 hatten ein paar islamistische Terroristen aus Sa’udi-Arabien (aber mit dessen Herrschern war man ja gut Freund und wollte es einstweilen auch noch bleiben) zwei Kamikaze-Angriffe auf New York City und einen auf Washington geflogen. Das war nicht nett, und die USA machten sich auf die Suche nach ihnen. Zuerst suchten sie sie entlang der Öl-Pipeline, die sie von den Öl-Quellen Taşkendas durch Afģānistān bis an den Indischen Ozean bauen wollten. Dort wurden sie allerdings nicht fündig, und aus dem Pipeline-Bau wurde auch nichts (aber das ist eine andere Geschichte). Und dann kamen „gesicherte Erkenntisse“ auf, daß die deutsch-irakischen Verhandlungen um den Neubau der Bagdadbahn Fortschritte machten und…

Wie – das wußtet Ihr nicht? Es ging doch vor dem Irak-Krieg durch alle Medien, wenn auch nur im Kleingedruckten. Nehmt Ihr denn etwas nur zur Kenntnis, wenn es täglich in den Fernsehnachrichten kommt? Ach so, die Wahlen zum Fußballer des Jahres, zum Superstar der Schlagersänger und zum Bundeskanzler sind Euch – in dieser Reihenfolge – wichtiger als solche wirtschaftlichen „Nebensachen“? Na schön, dann vergeßt es ganz schnell wieder und nehmt statt dessen mit der offiziellen Version vorlieb: Und dann kamen „gesicherte Erkenntnisse“ auf, daß die bösen Terroristen sich inzwischen in den Irak abgesetzt hatten und von dort aus neue Anschläge planten. Die amerikanischen und britischen Panzer marschierten an der Grenze zum Irak auf, ließen sich freilich Zeit und die deutsche Regierung vertraulich wissen, daß sie die Verhandlungen mit den Irakern noch abbrechen und so einen Krieg vermeiden könne. Doch der deutsche Kanzler – ein Jurist, der von Geschichte keine Ahnung hatte (als er zur Schule ging, lehrte man dort nur die Geschichte vom Holocaust) und im übrigen ebenso dumm und starrköpfig war wie sein Kollege von 1914 – pochte auf sein gutes Recht und auf den globalisierten Freihandel, den die Angelsachsen doch immer gepredigt hatten. Er weigerte sich nicht nur nachzugeben, sondern überredete sogar den französischen Präsidenten, mit ins selbe Boot zu steigen – gegen die Zusage einer gewissen Beteiligung, versteht sich. Am 27.2.2003 brachte der Saar-Kurier die Meldung, daß der Chef der Deutschen Bahn AG, ein Herr Mehdorn, am 5.3.2003 zur Vertrags-Unterzeichnung nach Baģdād fliegen wollte.

Die USA sperrten den Luftraum. Der Bahnchef, nicht faul, machte sich auf den Weg in die Türkei, um von dort aus über Land in den Irak zu reisen. (Durchs wilde Kurdistan – er ist ein großer Carl-May-Fan 🙂 Das ging nun aber doch zu weit: Am 20.3.2003 marschierten die Alliierten in den Irak ein. Über den Verlauf des Krieges kann Euch Dikigoros wenig berichten – er war nicht dabei, und was andere darüber berichtet haben, scheint ihm entweder nichtssagend oder nicht nachvollziehbar. Und die Folgen? Die Bagdadbahn wird wieder nicht gebaut – jedenfalls nicht von den Deutschen, und daß die Briten und/oder Amerikaner sich dieser Aufgabe annehmen werden, wagt Dikigoros auch zu bezweifeln – die dürften, jedenfalls für’s erste, ganz andere Sorgen haben. (Sein Vater hätte wieder an Wladiwostok und die Westbank gedacht 🙂 Warten wir mal ab, wie die Geschichte ausgeht – aber wahrscheinlich werden wir das so bald nicht erfahren.

* * * * *

Dikigoros hat „Von Meer zu Meer„, seinen Bericht über die großen Kanalbauten, mit einem Zukunftsprojekt schließen lassen; und das will er auch hier tun, da ihm ohnehin noch eine biestige Bemerkung über die Bagdad-Bahn auf der Zunge liegt. Findet Ihr nicht auch, liebe Leser, die Ihr etwas geografisches und strategisches Verständnis habt, daß es von vornherein eine Schnapsidee war, eine Bahnlinie zu bauen, die nur bis Basra am Persischen Golf führt, und von dort auf die Weiterfahrt per Schiff zu vertrauen? Was, wenn nun jemand die Straße von Hormuz sperrt? Dann ist das ganze eine Mausefalle! Deshalb haben sich die Russen etwas anderes, besseres einfallen lassen: Eine Verlängerung der schon bestehenden Trasse Sankt Peterburg – Moskau – Astraķhan durch Aserbaidjan, Djibal (Medien), Fars (das „echte“ Persien, d.h. das alte Herzland des Iran) bis hinunter zur Küste von Laristān, genauer gesagt bis nach Bändär Abbas (Ihr könnt es auch „Bandar“ oder „Bender“ schreiben; aber sprecht es doch bitte so aus, wie Dikigoros es hier geschrieben hat; es ist das von Marokko bis Indonesien verbreitete arabische Wort für „Hafen“) am Golf von Oman, der direkt in den Indischen Ozean übergeht. Ihr meint, dieses Projekt passe nicht in das Konzept dieser Reise, weil seinetwegen kein Krieg geführt wurde und schwerlich einer geführt werden dürfte?

Ihr irrt, liebe Leser, Ihr irrt ganz gewaltig, wenn Ihr das glaubt. Dieser Krieg wird längst geführt, und zwar mit einer Erbitterung und Opferzahlen auf beiden Seiten, die dem zunehmendem Wegsehen im Westen Hohn sprechen. Die Russen wollen ihn als Rebellion einiger weniger muslimischer Extremisten in Tschetschnja und Daģistān abtun – aber das ist ein schlechter Witz. Seit Menschengedenken ist im Kaukasus kein vergleichbarer Krieg mehr geführt worden; und die kaukasischen Bombenleger tragen ihn mit ihren Vergeltungsschlägen in die russischen Städte. Denn die westlich des Kaspischen Meeres verlaufende Trasse in spe (die östliche könnt Ihr getrost vergessen – die Russen haben sie von ihrer Agenda gestrichen, seit die Turk-Republiken unabhängig geworden sind) führt über Bakú, und dort gibt es eben nicht nur Öl. Ihr meint, der Kampf sei für die Kaukasus-Völker letztlich aussichtslos? Das glaubt Dikigoros auch – jedenfalls will er es doch schwer hoffen; aber damit ist die Sache ja noch längst nicht ausgestanden. Wenn Ihr Euch mal eine Karte Persiens im Jahre 1907 besorgt, auf der die „Interessensfären“ abgesteckt sind, die Groß-Britannien und Rußland vereinbarten, als sie ihre Entente zum Krieg gegen Deutschland und seine Bagdad-Bahn schlossen, dann werdet Ihr sehen, daß die Angelsachsen sich die Provinz Kirman bis einschließlich Bändär Abbas sicherten! Ihr meint, das sei sicher nur ein Zufall? Solche Zufälle liebt Dikigoros… Aber er bietet Euch eine Wette an: Wenn Rußland die Tschetschnier und Daģistānī platt gemacht hat und danach mit dem Iran – wer immer dann dort an der Regierung sein sollte – den Bau einer Eisenbahn gemäß diesem Projekt vereinbaren sollte, dann werden die Angelsachsen wieder einmal feststellen, daß sie das falsche Schwein geschlachtet haben und daß Usamā Bin Lādin (der ein äußerst dankbares Objekt für solche Zwecke ist, da seine Leiche nie gefunden wurde) sich gar nicht im Irak aufhält, sondern vielmehr… im Iran! Und was dann geschehen würde, um dort endlich Friede, Freiheit und Demokratie wieder herzustellen, das braucht Dikigoros Euch doch sicher nicht im einzelnen auseinander zu setzen, oder?

[Das gleiche gilt übrigens für die Schnapsidee, eine Erdgaspipeline vom Iran über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich zu bauen (übrigens der Grund, aus dem man Bulgarien und Rumänien wider alle Vernunft bereits in die EU aufgenommen hat und die Türkei auch noch aufnehmen will), wie ihn ein Konsortium von Geisteskranken unter dem Namen „Nabucco“ seit Beginn des 21. Jahrhunderts verfolgt.]

Aber vielleicht sind die Iraner klüger als die Russen und Amerikaner glauben – sie setzen nämlich auf eine Alternativ-Route, die ebenfalls den Irak mit Baģdād und Basra außen vor läßt. Ganz heimlich, still und leise haben sie die hier noch rot gepunktete, d.h. als erst geplante Strecke eingezeichnete Verbindung zwischen Kirman und Zahädan fertig gestellt (dagegen ist die hier bereits als durchgehende rote Linie eingezeichnete Strecke zwischen Yazd und Bändär Abbas noch nicht fertig!); und Dikigoros kann Euch die erfreuliche Mitteilung machen, daß sie vor kurzem auch in Betrieb genommen worden ist. Nun gibt es da freilich ein Problem, das bald neuen Handlungsbedarf erzeugen könnte: Pākistān und Bhārat können sich nicht über eine Fortführung der Strecke von Sukkur durch die Wüste Tharr gen Osten einigen; und deshalb ist es vielleicht nur gut, daß die Amerikaner zufällig noch ein paar Truppen in Afģānistān stehen haben; und daß sie sich nicht bloß auf Kābul und Kunduz kaprizieren (dorthin können sie ja die blöden Deutschen schicken – the Gerries to the front! :-), sondern auch und vor allem Kandahar unter Kontrolle halten; denn von dort sind es über den Kojak-Paß (ja, liebe Leser, so heißt er wirklich 🙂 nur rund 200 km bis nach Quetta; und das wiederum ist die nächste größere Station vor… Sukkur. Aber wie gesagt, das sind sicher alles nur Zufälle; und wenn es doch so weit kommen sollte, daß jemand all diese Zufälle zu Gelegenheiten macht, die er beim Schopf packen zu müssen glaubt (vorsichtiger kann man es wirklich nicht ausdrücken :-), dann wird Dikigoros darüber an anderer Stelle weiter berichten. Hier hängt er nun endlich seine rote Schlußlaterne auf.

http://www.geocities.ws/dikigoros2/bahn2.htm

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Gruß an die Reichs-Bahn

Der Honigmann

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….und wohin sie führen können

Die Weltgeschichte ist wie ein Reisebüro:
Es gibt Auskunft über Züge und Anschlüsse;
die Fahrkarte mit dem Ziel lösen die Reisenden.

[Transandenbahn] [Delagoabaaibahn] [Transsib] [Bagdadbahn][Djiboutibahn]
von Antofagasta nach Oruro – – – – von Pretoria zur Delagoabaai – – – – von Moskau nach Port Arthur – – – – von Istanbul nach Bagdad

von Djibouti nach Addis Abeba – – von Murmansk nach Leningrad – – – – – – von Lobito nach Kolwezi

EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS‘ WEBSEITE
REISEN DURCH DIE VERGANGENHEIT

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GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

Teil I

Als Dikigoros klein war, las er… nein, natürlich noch nicht „Caesar läßt grüßen“ von Joachim Fernau (aus dem das Zitat in den Zeilen 4-6 der Überschrift stammt) – das war noch nicht geschrieben -, sondern eines der vielen damals so beliebten Comic-Strip-Hefte aus Belgien. Einen Dialog daraus hat er nie vergessen. Fragt ein Amateur-Detektiv den anderen, als er das etwas rätselhafte Telegramm eines gesuchten Ganoven an den anderen abgefangen hat: „Treffen 11.59. Warum nicht 12.00 Uhr?“ Und er schließt messerscharf: „Dann kommt als Treffpunkt nur der Bahnhof in Frage.“ – „Ja, aber welcher?“ Ein Blick auf den Fahrplan: „Am Ostbahnhof kommt um 11.59 Uhr kein Zug an, wohl aber am Westbahnhof, also muß es dort sein.“ Und er liegt richtig, wiewohl Dikigoros bezweifelt, daß die Züge in Belgien – oder sonst irgendwo auf der Welt – immer auf die Minute pünktlich ankommen.

Aber keine Angst, liebe Leser; Dikigoros wird Euch hier nicht mit seinen gesammelten Erlebnissen verspäteter Bahnfahrten langweilen (das würde den Rahmen des ihm zur Verfügung stehenden Webspaces glatt sprengen :-). Er wird Euch auch nicht mit aufgewärmten Reiseprospekten kommen über die vermeintlich schönsten Bahnstrecken der Welt, obwohl er an anderer Stelle über eine derselben – die Fahrt durch den Kupfer-Kanyon in Mexiko – schreibt und obwohl er da durchaus seine persönlichen Favoriten hat, nämlich die Strecken durch die Halbinsel Malakka, durch La Mancha und durch Goa. (Bezeichnender Weise fehlen sie allesamt in dieser hübschen Aufstellung eines typischen Fernseh-Bahnreise-Freaks.) Aber Dikigoros findet, daß das wichtigste an einer Bahnfahrt nicht die Landschaften sind, die man passiert (und seien sie auch noch so schön anzusehen), als vielmehr die Menschen, mit denen man auf solchen Bahnfahrten zusammen trifft (und das geht halt nicht vom Fernseh-Sessel aus :-); weiter findet er, daß es eine Art bahnspezifischer Reisekultur gibt, die von Land zu Land und von Volk zu Volk unterschiedlich ist – aber über all das hat er in anderen Kapiteln seiner „Reisen durch die Vergangenheit“ ausführlich geschrieben.

Nur über das Bahnfahren in Deutschland nicht, dem er deshalb hier einen etwas längeren Exkurs widmen will. (Wer sich dafür nicht interessiert mag die nächsten vier Absätze überspringen; sie tragen nichts zum Fortgang dieser Reise bei, und einige Leser könnten sie womöglich für „Nestbeschmutzung“ halten.) Es gibt wahrscheinlich kein Land der Welt, in dem Bahnreisen so unerquicklich sind. Woran mag das liegen? Nirgendwo sonst sind die Bahnhöfe so luxuriös, nirgendwo die Waggons so modern, und zumindest für Vielfahrer mit Bahncard oder Netzkarte ist Reisen mit der Bahn nicht einmal teurer als in anderen Industrie-Ländern, geschweige denn als Reisen mit dem Auto oder mit dem Flugzeug. (Nebenbei ist es noch weniger anstrengend als ersteres und weniger gefährlich als letzteres.) Dennoch beginnt eine Bahnreise in Deutschland meist schon auf dem Bahnsteig mit griesgrämigen, mißmutigen Leuten, die finsteren Blickes vor sich hin starren – nein, nicht mal in Richtung Zug, wo er denn bleibt; diese schlechte Laune hat nichts zu tun mit verspätet oder nicht. Habt Ihr dagegen mal das Volksfest erlebt, daß z.B. an indischen Bahnhöfen herrscht, wenn ein Zug abfährt oder ankommt? Nur böse Zungen würden behaupten, das läge allein daran, daß Bahn fahren dort so gefährlich sei, daß man vor und nach jeder längeren Fahrt Massengebete zu den Göttern veranstalten müsse, damit sie nicht verunfallen.

Nein, alle freuen sich, daß die Abfahrenden etwas von der Welt zu sehen bekommen [das Wort „Darshan“ – das Dikigoros an indischen Hotel-Rezeptionen stets als „Zweck der Reise“ anzugeben pflegt – hat im Hindī geradezu religiöse Bedeutung, es beinhaltet so ziemlich alles vom persönlichen Anschauen eines Gottes bis zum Anschauen eines bis dato unbekannten Landstrichs; vielleicht war es ursprünglich auf Pilgerfahrten zu weit entfernten Heiligtümern gemünzt], und sei es nur von der etwas weiter entfernten indischen Welt, außerhalb ihres Heimatortes; und ebenso freuen sich alle, wenn die Reisenden zurück kommen und ihnen etwas über ihre neuen Anschauungen berichten können, denn nur, wer die Welt angeschaut hat, kann sich eine richtige Weltanschauung bilden – oder wer von Reisenden, die die Welt angeschaut haben, zuverlässige Berichte erhält. [Auch das indische Wort für Bericht, Bhārata, hat etwas Heiliges an sich – Ihr habt sicher alle schon mal vom „Mahābhārata“, dem „großen Bericht“ gehört, dem National-Epos der Inder, das zugleich ihre heilige Schrift enthält, die Bhagwadgītā. Wenn nicht – darüber schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr.] Wann hat Euch zuletzt jemand etwas über seine Bahnfahrten in Deutschland berichtet – womöglich noch etwas Positives?

Beim Einsteigen – neben dem Aussteigen der einzigen Gelegenheit, bei der sich die Fahrgäste näher kommen – kommt es dann oft zu einem [un]ziemlichen Gewühle und Gedrängele, Ellbogen vorweg, denn man könnte ja die besten Plätze verpassen. Die besten Plätze, das sind nicht etwa die, auf denen man sich mit den interessantesten Mitreisenden unterhalten könnte (das sind, liebe rechte Leser, meist Ausländer, auch wenn Euch das nicht paßt), sondern die am Fenster, damit man hinaus blicken kann, ohne zwischen sich und der vorbei huschenden Landschaft die störenden Visagen anderer Menschen zu sehen.

Am besten ist es natürlich, ein eigenes, sonst leeres Abteil für sich zu ergattern. Ein ursprünglich leerer Waggon am Ausgangsort füllt sich immer nach dem gleichen Muster: Der erste geht ins erste Abteil, der zweite ins zweite, der dritte ins dritte, usw., bis alle jeweils einen Passagier „Besatzung“ haben. Dann kommt der zweite Platz im ersten Abteil dran, der zweite im zweiten, der zweite im dritten, usw. Wenn sich die Abteils einmal bis zur Hälfte gefüllt haben – bis zu diesem Zeitpunkt hat jeder noch einen leeren Sitz als „Schutzzone“ zwischen sich und seinen Abteil-Nachbarn -, wird es für die Nachzügler schon unangenehm: Selbst wenn man höflich fragt, bekommt man entweder zu hören: „besetzt“, oder aber man wird mit feindseligem Gesicht gemustert und keiner Antwort gewürdigt. Dikigoros hat es in Deutschland aufgegeben, in solchen Fällen zu fragen; er erwidert dann die feindseligen Blicke mit ebensolchen, setzt sich einfach hin, und wenn jemand was sagt, von wegen „besetzt“ oder so, fragt er ihn nach seiner Platzkarte für den Nachbarsitz, und wenn er keine hat, fährt er ihm übers Maul – manchmal haben sich daraus schon interessante juristische Diskussionen entwickelt.

Aber selbst wenn nur ein oder zwei Personen im Abteil sitzen, ist es schwierig, zu ihnen Kontakt zu finden – jedenfalls wenn es Deutsche sind (die meisten Ausländer freuen sich, wenn sie jemand anspricht, womöglich noch in ihrer Sprache). Ein typischer Dialog hört sich dann etwa so an: „Guten Morgen!“ – „Hmmm…“ (Was wagt der Kerl, einen wildfremden Menschen einfach so anzusprechen, und sei es nur mit einem Gruß?

Haus- und Straßennachbarn grüßen sich doch in Deutschland für gewöhnlich auch nicht mehr, jedenfalls nicht in der Großstadt. Das fällt einem freilich erst auf, wenn man längere Zeit im Ausland gelebt hat.) „Der Zug war ja heute ausnahmsweise mal pünktlich.“ Keine Antwort. „Ich fahre nach … Kennen Sie sich da zufällig ein wenig aus?“ Unwirsches Kopfschütteln. Gleiche Frage an den Schaffner, der herein kommt, um die Fahrkarten abzustempeln. „Nee, ich bin nicht von da.“ Stumm wie die Fische verbringen die meisten Deutschen ihre Bahnfahrten, und dann ist es wirklich verlorene Zeit. Nein, Dikigoros meint durchaus nicht Leute, die unterwegs ein Buch lesen und nicht gestört werden wollen – im Gegenteil, mit denen kommt man noch am ehesten ins Gespräch, jedenfalls wenn man das Buch auch selber gelesen hat, denn dann hat man schon einen Aufhänger. Meist packt Dikigoros selber ein Buch aus, auch wenn er es gar nicht lesen will, in der Hoffnung, daß ihn vielleicht ein Mitreisender darauf anspricht – aber die meisten Leuten trauen sich einfach nicht. Manchmal, in der Nähe von Flughäfen, hat sich bei einigen Bahnfahrern noch ein kleiner Rest von Aufgeschlossenheit und Gesprächigkeit nicht ganz verflüchtigt. Dann kann man sie wenigstens fragen, wo sie her kommen und wie es denn gewesen ist, seit man selber zuletzt dort war.

Aber auch das wird immer schwieriger, denn je mehr die Leute in Herden, pardon Horden in rein deutschsprachigen Gebieten und Hotelanlagen urlauben, bleiben sie von möglichen Verhaltensänderungen unberührt. Dikigoros erinnert sich an eine Reise in die Türkei. Seine Frau und er saßen im Flughafenbus (ja ja, seine erste Reise in die Türkei hatte er noch alleine über Land mit der Bahn gemacht – aber Frauen stellen halt andere Ansprüche 🙂 neben einem Millionär, der gerade aus einem abgelegenen, exklusiven (auf Deutsch: ausgeschlossenen, abgeschottenen) Fünfsterne-Hotel zugestiegen war, zu dem der Bus extra einen Abstecher machte. (Offenbar gab es da keine Exclusiv-Taxis, und wer will schon im Sammel-Dolmuş fahren?) „Wo waren Sie denn überall?“ fragten sie den Herrn. „Keine Ahnung,“ sagte der, „ich bin nur zwei Wochen zum Ausspannen her gekommen. Aber wenn ich das nächste Mal in die Türkei reise, dann will ich mir die Ruinen von Side, Perge und Aspendos ansehen, die sollen ja so interessant sein.“ Frau Dikigoros wies stumm auf das Ortsschild, an dem sie gerade vorbei fuhren: „Selimiye“. Und kurz darauf passierten sie auch Belkis und Aksu. (Für Nicht-Türkei-Kenner… ach was, schaut gefälligst selber in den Atlas!) Aber dem Herrn sagte das nichts, und warum sollte man ihn mit der Nase darauf stoßen, daß er zwei Wochen lang nur drei Kilometer von Side entfernt im Hotel gehockt hatte, ohne je dort gewesen zu sein? In seinem Hotel hatte er offenbar mit niemandem gesprochen, jedenfalls mit niemandem, der es ihm hätte sagen können…

Aber in deutschen Zügen spricht man nicht nur nicht miteinander (schon gar nicht mit Fremden, aber auch nicht mit Bekannten, denn dadurch könnten sich die fremden Mitreisenden ja gestört fühlen), man ißt und trinkt auch nichts, geschweige denn miteinander – außer natürlich in den Speisewagen, jenen Kabuffs, die sich in Mitteleuropa durch enge Tische und Stühle, verqualmte oder zugige Luft, langsamen Service, schlechtes Essen und horrende Preise auszeichnen.

Nicht auszudenken, wenn man wie in Indien seinen Proviant auspacken und munter drauf los futtern (wie es bis vor einer Generation noch die Gastarbeiter in den Zügen gen Süden taten) und gar den lieben Mitreisenden etwas anbieten würde. Auch das ist z.B. in Asien und Lateinamerika völlig anders – an jedem Bahnhof werden einem lokale Spezialitäten zum Fenster herein angeboten, man lernt ein Land ganz anders kennen, als wenn es auf der ganzen Fahrt nur den Einheitsfraß von „Mitropa“ gibt. Aber im „zivilisierten“ Westen wollen wir halt nicht, daß es nach einer Reise auf dem Fußboden des Abteils vor lauter weggeworfenen Abfällen, Resten und Verpackungen aussieht wie auf einem Schlachtfeld; denn Schlachtfelder glauben wir anderswo suchen zu müssen – und damit kommen wir endlich zum Thema. Es handelt nicht von der Geschichte der Eisenbahnen (darüber sind schon genug kluge Bücher geschrieben worden von Leuten, die das viel besser können als Dikigoros) sondern von Eisenbahnen, genauer gesagt von Eisenbahnlinien, die Geschichte gemacht haben, genauer gesagt Kriegsgeschichte, denn die Geschichte des Krieges ist die Geschichte des Reisens schlechthin. Wahrscheinlich habt Ihr als Kinder des 20. Jahrhunderts ganz bestimmte Vorstellungen von den Zielen, derentwegen Kriege geführt wurden und werden, von allerlei Bodenschätzen wie Gold und Silber, Diamanten und Erdöl, bis zu irgendwelchen nebulösen Ideen, Idealen und politischen Ismen wie Freiheit, Gleichheit und Demokratismus. Vergeßt es.

Seit Menschengedenken sind Kriege nicht um Geld, Gut und Gedanken, sondern um die Wege geführt worden, auf denen man diese transportieren konnte. Der nächste Weltkrieg wird ein „Cyberkrieg“ sein, wie das so [un]schön auf Germenglish genannt wird, d.h. einer im und um das Internet, wo heuer weltweit die meisten Gedanken transportiert werden; aber es ist noch nicht ganz so weit, weshalb wir uns einstweilen mit den Kriegen der Vergangenheit beschäftigen müssen: In der Steinzeit brauchte man Steine, und in der Eisenzeit Eisenerz; aber beides war wertlos, wenn man es nicht dorthin bringen konnte, wo es gebraucht wurde, denn die Menschen lebten nun mal nicht in den Steinbrüchen bzw. in den Fördergruben. Ja, am liebsten hätte man mit letzteren gar nichts zu tun gehabt, die Drecksarbeit sollten gerne andere machen – wenn man nur den Rahm abschöpfen konnte; und das wiederum konnte man nur, wenn man die „idealen“ Reisewege beherrschte – das waren die einzigen Ideale, für die es sich zu kämpfen (und notfalls zu sterben) lohnte.

* * * * *

Im Laufe seiner Geschichte hat der Mensch einiges unternommen, um solche Wege zu gehen und zu umgehen, z.B. indem er Paß-Straßen über Gebirge legte oder gar Landengen durchstach, um Meere durch Kanäle zu verbinden. Aber irgendwann genügte ihm das alles nicht mehr, und er begann, Schienen auf die Erde zu legen, um darauf schneller vorwärts zu kommen. Die Eisenbahnlinien, die Dikigoros Euch hier vorstellen will, haben zu einigen der wichtigsten „Kriegsreisen“ der letzten beiden Jahrhunderte geführt, und sie tun es, wie wir am Ende sehen werden, noch immer. Diese Kapitel der Reisegeschichte sind freilich weitgehend unbekannt geblieben, obwohl die Fakten an sich eigentlich immer bekannt waren. Aber unsere Schreibtisch-Historiker (von denen viele noch nie mit der Bahn gereist sind) waren – bisher jedenfalls – zu blind, um die Zusammenhänge zu sehen. Sie sind ja keine Hellseher, obwohl die meisten von ihnen an eine Art „Vorsehung“ zu glauben scheinen – jedenfalls gewinnt man diesen Eindruck, wenn man liest, was sie sich insbesondere über die beiden großen Reisen des 20. Jahrhunderts und ihren Ausgang zusammen geschmiert haben. ['Adler' - der erste Locomotif in Deutschland - verkehrte zwischen Nürnberg und Fürth] Ob manche Völker zum Bahnfahren prädestiniert sind oder eher für die Schlachtfelder, darüber kann man trefflich streiten. Den Deutschen z.B. sagt man letzteres nach – ob zu Recht oder zu Unrecht, sei dahin gestellt. (Obwohl ihre Liebe zu den Walküren natürlich schon dafür spricht 🙂

Das Bahnfahren haben sie jedenfalls nicht erfunden. Als Ende 1835 zum ersten Mal in Deutschland, pardon in Bayern, pardon in Franken, eine Locomotive (oder, wie man damals noch sagte, ein Locomotif – „Adler“ hieß er und war ebenso aus England importiert wie der Locomotif-Führer, der ein um 25% höheres Gehalt bezog als der nicht-importierte Direktor der Eisenbahn-Gesellschaft 🙂 von Nürnberg nach Fürth schnaufte, da entlockte das den Zuschauern – die weitaus zahlreicher waren als die Mitfahrwilligen – nur ein müdes Lächeln; denn erstens konnte man die gerade mal 20.730 Fuß [ca. 6 km] der „Ludwigsbahn“ (benannt nach König Ludwig I von Bayern) auch per pedes zurück legen, und zweitens fuhr jede Pferdekutsche schneller (theoretisch wäre eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h möglich gewesen; aber die Obrigkeit hatte sie auf 20 km/h festgesetzt, aus Gründen der Sicherheit 🙂 und billiger (9 Kreuzer kostete die 2. Klasse – 10 Kreuzer entsprachen etwa 3 preußischen Silbergroschen, ca. 3 Teuro nach heutiger Kaufschwäche, pardon Kaufkraft) als der flügellahme „Adler“. [Ja, da waren die Bayern – wie beim Sport – Pioniere in Deutschland; die Sachsen sollten erst zwei und die Preußen sogar erst drei Jahre später nach-ziehen. (Dafür sollten die Sachsen vier Jahre später die erste kontinantal-europäische Locomotive bauen, sie „Saxonia“ nennen und damit die Geschlechtsumwandlung der Züge voll-ziehen :-).]

Damals gab es in England schon seit 22 Jahren Eisenbahnen und ein Schienennetz von 450 Meilen (ca. 720 km); seit fünf Jahren verkehrten regelmäßig Züge zwischen den beiden nach London wichtigsten Städten Groß-Britanniens: [Puffing Billy, 1813] Liverpool, dem Hafen an der Mersey, wo die Baumwolle aus Ägypten und Carolina spottbillig importiert wurde, und Manchester, der Hauptstadt Lancashires, wo sie für einen Hungerlohn zu Kleidungsstücken verarbeitet wurde, die, wieder von Liverpool aus, für teures Geld in alle Welt exportiert wurde – so kam man zu „Mehrwert“ und Wohlstand. Und bald konnten die Untertanen ihrer Majestät der Königin Victoria – die zwei Jahre später für 64 Jahre den Thron besteigen, aber persönlich zeitlebens die Pferdekutsche vorziehen sollte – fast die ganzen britischen Inseln mit der Bahn bereisen, und morgen die ganze Welt, pardon das ganze Empire (aber das war ja fast das gleiche :-), oder jedenfalls große Teile davon. Aber was hat nun das eine mit dem anderen zu tun?

Gewiß, die Urform des Reisens ist der Krieg (oder umgekehrt – darüber schreibt Dikigoros an anderer Stelle mehr), und Eisenbahnen als Transportmittel für Mensch und Material können auch Soldaten, Waffen und Munition befördern; und wenn Ihr in Eure Geschichts- und Märchenbücher schaut, liebe Leser, werdet Ihr dort sicher irgendwelche klugen Ausführungen finden darüber, daß die Eisenbahnen z.B. im amerikanischen Sezessionskrieg 1861-65 eine wichtige Rolle spielten, oder auch im preußisch-, pardon deutsch-französischen Krieg 1870-71. Mag ja sein; aber die Nordstaaten hätten den ersteren und die Preußen den letzteren auch ohne Eisenbahnen gewonnen, und Kriegsursache waren die Eisenbahnen auch nicht. [Man könnte allenfalls fragen, ob der Eisenbahnbau in Nordamerika nicht der eigentliche Grund für die „Indianerkriege“ war, und ob da nicht die Herren Dodge und Train – von dessen Name übrigens das englische (und französische 🙂 Wort für Zug kommt – viel wichtiger waren als etwa die Herren Custer und Cody. Aber darüber schreibt Dikigoros an anderer Stelle etwas mehr – wirklich nur etwas. Wenn Ihr mehr wissen wollt, schaut ins Lexikon – wenn Ihr denn eines findet, in dem Dodge und Train noch verzeichnet stehen. Wie dem auch sei, heute verkehren die Eisenbahnen in den USA nur noch als nostalgische Touristen-Attraktionen zu Mondpreisen – als Personen-Transportmittel hätten sie keine Chance gegen die Autobahnen und die Luftverkehrswege, nicht einmal nach dem 11. September 2001.] Aber damit genug der Vorrede.

* * * * *

Als Dikigoros, noch ein junger Student, durch Südamerika reiste, machte er sich keine großen Gedanken, welche Bedeutung die Eisenbahn für dessen Geschichte hatte. Woher auch? In den Geschichtsbüchern stand (und steht) davon praktisch nichts, und erzählen tat es einem auch niemand – auch nicht die Chilenen oder die Bolivianer. Antofagasta hat er als ein ziemlich trauriges Wüstenkaff in Erinnerung, und Arica als einen Grenzort, an dem der Schmuggel blühte – der Peruaner, denn deren linke Militär-Regierung hatte trotz Unsummen ausländischer „Entwicklungshilfe“ dermaßen abgewirtschaftet, daß die Bevölkerung praktisch alles aus dem Nachbarland Chile importieren mußte, wo es damals, unter General Pinochet, noch bergauf ging. Bahnlinien? Er hatte noch die Nase voll von den Bahnfahrten von Lima nach Huancayo und von Cuzco nach Machu Picchu, und von den weg gespülten Gleisen zwischen Oruro und Santa Cruz de la Sierra und von dort nach Mato Grosso… Seitdem bevorzugte er in Lateinamerika als Transportmittel den Bus, der ihn auch nach La Paz brachte, der Hauptstadt Boliviens, deren offizieller Name vollständig „La Paz de Ayacucho [Der Friede von A.]“ lautet, nach jenem Dreckskaff, pardon nach jenem idyllischen Universitäts-Städtchen in den Anden, wo anno 1824 die Unabhängigkeit Perús vom spanischen Mutterland erkämpft wurde (Bolivien spaltete sich ein Jahr später von Perú ab – warum, hat Dikigoros bis heute nicht begriffen), und wo die Terror-Organisation „Sendero luminoso [Leuchtender Pfad]“ – die gerade im Entstehen begriffen war – ihre Hochburg hatte.

Was ihm in La Paz allerdings auffiel, war der unglaubliche Haß der Paceños (und der Bolivianer allgemein) auf den Nachbarn Chile. Warum? Da war vor knapp 100 Jahren mal ein Krieg gewesen, und überall hingen Plakate, daß man die damals verlorenen Gebiete unbedingt zurück holen müsse, mit all den schönen Bodenschätzen, Städten und Häfen… Darüber konnte Dikigoros nur schmunzeln: Die Chilenen waren die stärkste Militärmacht auf dem Kontinent, mit einem deutschen Offizierskorps und amerikanischen Waffen (bis auf die Stahlhelme – die waren auch noch deutsch :-); sie hätten die zerlumpten, undisziplinierten Bolivianer (in beiden Ländern war das Militär auf den Straßen stark präsent, man konnte sich also durchaus einen persönlichen Eindruck verschaffen) in null komma nichts platt gemacht. Kein Grund, sich einen Kopf zu machen (zumal es diese Redewendung in Deutschland damals noch gar nicht gab – die sollten erst die Ossis anno 1990 einführen :-).

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe Leser, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern über Ursachen, Verlauf und Folgen des „Salpeter-Krieges“ zwischen Chile, Bolivien und Peru nichts gelesen, und wenn doch, dann nur blühenden Unsinn. Schon der deutsche Name ist falsch (die Lateinamerikaner – die es doch eigentlich wissen müssen – nennen ihn „Pazifik-Krieg“); und wie sagten die alten Römer: „Nomen atque omen“ [nicht: „nomen et omen“, und schon gar nicht „nomen est omen“, wie es ständig falsch zitiert wird]. Die Deutschen – und andere Ausländer – scheinen tatsächlich zu glauben, daß jener Krieg um Vogelscheiße (von den peruanischen Indios „Guano“ genannt) und Salpeter geführt wurde. Gewiß, von beidem gab es in der Atacama-Wüste jede Menge, und in Europa hatte man gerade entdeckt, daß man mit dem darin enthaltenen Stickstoff prima die Felder düngen (und so ganz nebenbei auch noch prima Munition herstellen) [Landkarte der Atacama-Wüste in den Grenzen von 1866] konnte – aber in Südamerika war lange Zeit niemand besonders scharf darauf, staatliche Hoheitsrechte über die Atacama auszuüben. Wozu auch? Erst anno 1866, als Spanien ein paar Inselchen vor der Küste besetzt hatte, die besonders reich an Vogelscheiße waren, und Peru, Bolivien und Chile sich gegen das einstige Mutterland verbündeten, einigten sie sich bei der Gelegenheit auch gleich über die Aufteilung der Atacama, wobei Bolivien den Löwenanteil – und vor allem einen breiten Zugang zum Meer – bekam, und Chiles Privatwirtschaft die Ausbeutungsrechte an Guano und Salpeter.

Auf letztere war Bolivien gar nicht angewiesen, denn es war reich an ungleich wertvolleren Bodenschätzen, vor allem Zinn, ja es war das an Bodenschätzen reichste Land Südamerikas (und eines der reichsten der Welt). Allerdings war die Bevölkerung zu dumm oder zu faul (oder beides :-), um etwas daraus zu machen. Also überließ man es chilenischen Gesellschaften (an denen auch ein paar Peruaner finanziell beteiligt waren), die Vogelscheiße zusammen zu kratzen, den Salpeter aus den Felsen zu sprengen, das ganze zum Meer zu karren und über den Hafen von Antofagasta nach Europa zu verkloppen. Das war nun freilich ein mühseliges Geschäft, und die geschäftstüchtigen Chilenen kamen bald auf die Idee, eine gerade im fernen Groß-Britannien (zu dem Chile seit seiner „Befreiung“ durch den britischen Abenteurer Bernard O’Higgins beste Beziehungen hatte) gemachte Erfindung auszunutzen.

Darf Dikigoros etwas weiter ausholen und noch einmal ein paar Jahrzehnte zurück gehen, gewissermaßen Anlauf nehmen zum ersten großen Sprung vorwärts? Was er Euch oben berichtet hat von den ersten Eisenbahnen in England und Deutschland hatte aus gutem Grund keine größeren Auswirkungen auf den Gang der Geschichte: Was da über das Moorland zwischen Liverpool und Manchester verlief, war eine echte Eisen-Bahnlinie, auf der die Züge mit nur 4 (vier!) km/h Durchschnitts-Geschwindigkeit verkehrten; und was die Deutschen sich da zusammen bauten würde man heute bestenfalls als „Straßenbahnen“ bezeichnen. Die geringe Geschwindigkeit hatte einen guten Grund, der nicht nur in den Dampfkesseln begründet lag (die wie gesagt fast das Doppelte hätten leisten können), sondern auch und vor allem – in den Schienen. Aus herkömmlichem Eisen gefertigt, waren sie klimaanfällig, rosteten bald und wurden brüchig; da konnte man nicht mit Volldampf drüber weg brettern. Gewiß, es gab schon eine Art Stahl – er wurde seit Alters her mühsam in Indien gefertigt -; aber der war viel zu kostbar, um ihn einfach durch die Wüste zu legen (er wäre wohl auch bald gestohlen worden), denn die Tonne kostete damals umgerechnet 1,5 Mio Teuro! Auch das „Puddeln“, das die Engländer Ende des 18. Jahrhunderts eingeführt hatten, war noch eine ziemlich mühsame und kostspielige Angelegenheit. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte ein gewisser Bessemer ein besseres Verfahren zur Stahlerzeugung – anno 1860 begann die Massen-Produktion mit seiner „Bessemer-Birne“. Na ja, „Massen-Produktion“ ist vielleicht etwas übertrieben, denn mit seiner Methode konnte man nur besonders hochwertige, fosfat-arme Eisenerze zu Stahl veredeln, und die gab es außer in England praktisch nirgends in größeren Mengen. (Ein wenig in Spanien, ein wenig in der West-Ukraine – doch das waren nun nicht gerade Industrie-Standorte.)

Aber 1878 kamen ein junger Engländer namens Sydney Gilchrist-Thomas (er sollte nur 35 Jahre alt werden) und ein nicht mehr ganz so junger Franzose namens Émile Martin (er sollte über 100 Jahre alt werden), unabhängig voneinander auf die Idee einer verbesserten „Birne“. Der letztere baute sie um zu dem, was wir heute „Hochofen“ nennen; und mit beiden Methoden (die erstere kennt Ihr, liebe deutsche Leser, vielleicht unter dem Namen „Siemens-Martin“) konnte man aus praktisch jedem Eisenerz etwas machen. Die Preise für Stahl purzelten in den Keller, und die Eisenbahnbauer erkannten ihre Chance, auch in Südamerika: Endlich konnte man preiswert Schienen von hoher Lebensdauer herstellen, die auch etwas aushielten! Eine der chilenischen Gesellschaften in der Atacama-Wüste begann – selbstverständlich erst, nachdem sie sich eine ordnungsgemäße Lizenz der bolivianischen Regierung besorgt hatte, damit hier keine Mißverständnisse aufkommen -, eine Bahnlinie zu bauen von Antofagasta ins Landesinnere, die über Oruro bis nach La Paz führen sollte. Damit wäre eine grandiose Transportmöglichkeit auch für all die Bodenschätze im Landesinneren Boliviens geschaffen worden – da würde nicht nur eine Geldquelle zu sprudeln beginnen, sondern gleich mehrere!

Die Bolivianer sahen es mit scheelem Blick: Ähnlich wie heute die arabischen Öl-Scheichs hatten sie zwar überhaupt keine Verwendung für „ihre“ Bodenschätze – und erst recht weder die Lust noch die Fähigkeit, sie selber zu fördern -, aber am Gewinn wären sie schon gerne beteiligt worden. Also verfügten sie eine 10%ige „Sonderabgabe“ auf alle Güter, die mit dieser Eisenbahn befördert wurden. Das verstieß eindeutig gegen die Abmachungen von 1866 (die erst 1874 erneuert worden waren, mit der ausdrücklichen Verpflichtung, die nächsten 25 Jahre auf die Einführung neuer Steuern zu verzichten), und die chilenischen Gesellschaften – allen voran die „Salitres y Ferrocarril de Antofagasta S.A. [Salpeter und Eisenbahn von Antofagasta A.G.]“ – weigerten sich zu zahlen. Daraufhin wurden sie 1879 von bolivianischen Strolchen in Uniform, pardon Soldaten, besetzt und enteignet. Die Chilenen riefen um Hilfe. Wo? In Chile? Das hatte damals ein Heer von 3.000 (dreitausend!) Mann, von denen die meisten im Süden standen, als Besatzungstruppe bei den „Araucanes“ (aber das ist eine andere Geschichte).

Nun gut, 700 Mann konnte man entbehren. Sie landeten in Antofagasta, warfen die Bolivianer aus der Atacama-Wüste hinaus und… handelten sich prompt eine Kriegserklärung von Perú ein, das auch noch seine Schäfchen ins Trockene bringen wollte. Viereinhalb Jahre später saßen freilich die peruanischen Schäfchen (die man dort Llamas, Alpacas oder Vicuñas nennt, und die eigentlich nicht mit den europäischen Schafen, sondern mit den afrikanischen Kamelen verwandt sind – aber Woll- und Fleisch-Liferanten sind sie auch) nicht nur auf dem Trockenen, sondern die Chilenen hatten ihnen auch noch kräftig das Fell über die Ohren gezogen, waren in Callao gelandet, hatten Lima eingenommen und einen Frieden erzwungen, der ihnen die ganze Atacama einbrachte. (Gekostet hatte er sie 3.000 Tote – das Heer war im Laufe der Jahre mit 22.000 Mann Ersatz aufgefüllt worden – und ein Kriegsschiff, das von den Peruanern in der Seeschlacht von Iquique versenkt worden war, die diesen bisher letzten militärischen Erfolg ihrer Geschichte bis heute jedes Jahr groß feiern.)

Dieser Krieg ist – jedenfalls aus chilenischer Sicht – eine der wenigen echten Heldentaten in der lateinamerikanischen Geschichte, was sich freilich nie bis nach Europa herum gesprochen hat, vor allem nicht die Art und Weise, wie die Chilenen – die auf der ganzen Linie gesiegt hatten und in Ancón und Valparaíso Friedensverträge hätten diktieren können, wie sie die Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg in Versailles und anderen Pariser Vororten diktieren sollten – ihn beendeten: Weit davon entfernt, ihren Gegnern eine „Kriegsschuld“ anzuhängen (es war ohnehin jedem – außer den Peruanern und den Bolivianern – klar, wer den Krieg verschuldet hatte) oder Milliarden schwere Reparations-Zahlungen aufzubrummen, verpflichteten sich die Chilenen vielmehr, in der Atacama nach zehn Jahren eigener Verwaltung eine Volksabstimmung durchzuführen über den weiteren Verbleib, und falls diese zu ihren Gunsten ausginge, den Bolivianern zum Ausgleich eine weitere Eisenbahn zu bauen – nämlich von La Paz nach Arica -, auf der sie ihre Waren auf dem kürzesten Weg über den (jetzt zu Chile gehörenden) Pazifik-Hafen ausführen konnten. (Könnt Ihr Euch vorstellen, liebe ältere Leser, daß die Polen den Deutschen 1919 oder 1939 etwas ähnliches in Westpreußen angeboten hätten? Dikigoros auch nicht.) Wie die Volksabstimmung ausging, kann sich jeder, der mal auf einer chilenischen und einer peruanischen Verwaltungsbehörde war, leicht ausrechnen. Dennoch erkannten die wenig vertragstreuen Peruaner den Ausgang erst elf Jahre später an.

Die Chilenen dagegen hielten ihr Wort und bauten die Bahnlinie von Arica nach La Paz – aber die Bolivianer sind trotzdem nie auf einen grünen Zweig gekommen, was folglich nicht an den Chilenen im allgemeinen und nicht am Pazifik-Krieg im besonderen gelegen haben kann. Chile aber wurde in den nächsten Jahrzehnten mit der „Trans-Anden-Bahn“ nach Antofagasta und dem Export von Guano und Salpeter reich. (Erst 1914 sollten die Deutschen das Haber-Bosch-Verfahren zur Stickstoff-Gewinnung aus Luft entwickeln und Guano und Salpeter damit allmählich vom Weltmarkt verdrängen. Chile kompensierte das durch den Abbau seiner Kupferminen und bewahrte sich einen bescheidenen Wohlstand – Bolivien dagegen verharrte trotz seiner wertvollen Zinnminen in Armut, aber das ist eine andere Geschichte.)

[Trans-Anden-Bahn]

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Als Dikigoros, noch ein junger Student, durch Südafrika reiste, machte er sich keine großen Gedanken, welche Bedeutung die Eisenbahn für dessen Geschichte hatte. Woher auch? In den Geschichtsbüchern stand (und steht) davon praktisch nichts, und erzählen tat es einem auch niemand – weder die Briten noch die „Afrikaaners“. (Bitte nennt sie nicht „Boeren“ oder „Buren“, liebe Leser; das betrachteten nämlich schon die Nicht-Bauern im 19. Jahrhundert als Schimpfwort – sie wollten „Burgers“ [Bürger] genannt werden 🙂 Die schwelgten vielmehr in Erinnerungen an ihren „großen Treck“, mit dem die „Voortrekker“ während der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts aus ihrer angestammten Heimat, der Kap-Kolonie (die sich die Engländer während der napoleonischen Kriege unter den Nagel gerissen hatten), nach Norden zogen – auf staubigen Pisten, mit Ochsenkarren.

Jenseits des Flusses Oranje gründeten sie den Oranje-Freistaat, und noch etwas weiter nördlich, jenseits des Vaal (eines Nebenflusses des Oranje) ein paar Kleckerstaaten, die sich später zur Republik Transvaal zusammen schlossen. Irgendwann wurden bei Kimberly im Oranje-Freistaat Diamanten gefunden, weshalb die Briten es überfielen und ihrer Kolonie Betschuanaland (dem heutigen Botswana) zuschlugen; und irgendwann wurde bei Witwatersrand (zwischen Johannesburg und Pretoria – danach heißen die südafrikanischen Goldmünzen bis heute „Rand“, so wie die alten europäischen Silbermünzen nach Joachimsthal, dem Fundort des Metalls, „Thaler“ hießen – aber das ist eine andere Geschichte) Gold gefunden, weshalb die Briten auch Transvaal überfielen, erst zurück geschlagen wurden, aber dann den Burenkrieg anfingen, nach dessen Ende anno 1901 sie ganz Südafrika zu ihrer Kolonie machten (für nur 60 Jahre – aber das wußten sie damals natürlich noch nicht). So ungefähr steht es auch in den Geschichtsbüchern, in denen Ihr vielleicht noch den Namen Cecil Rhodes finden werdet, der das auf britischer Seite gedeichselt hatte (nach ihm war übrigens Rhodesien benannt, das heute nach den Ruinen von Zimbabwe heißt); und wenn Ihr gar in einen historischen Atlas schaut, dann findet Ihr dort zwar all die Gebiete und Gebietchen mitsamt ihren Bodenschätzen eingezeichnet – vielleicht sogar die, welche die Afrikaner und Briten irgendwelchen Negerstämmen abgenommen hatten, die vor oder nach ihnen ins Land gekommen waren. Aber das, worum in damals wirklich ging, werdet Ihr nicht finden – außer Ihr sucht bei Dikigoros:

Wahrscheinlich habt Ihr, lieber Leser, auch falls Ihr Norddeutsche sein solltet, die es eigentlich anginge, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern über Ursachen, Inhalt und Folgen des deutsch-englischen Vertrages vom 1. Juli 1890 nichts gelesen, und wenn doch, dann nur blühenden Unsinn. Zum Beispiel, daß es da nur um den Tausch des früher von Dänemark, inzwischen aber von England besetzten Inselchens Helgoland vor der Küste Frieslands gegen die früher von einem muslimischen Sultan besetzte, aber inzwischen vom Deutschen Reich „geschützte“ Insel Sansibar vor der Ostküste Tanganjikas gegangen sei. Vielleicht auch noch, daß dieser angeblich so genannte „Helgoland-Sansibar-Vertrag“ (wie er wirklich hieß und was drin stand könnt Ihr hier nachlesen) damals nicht besonders populär war; denn Helgoland war nur ein wertloser Felsen, während es auf Sansibar leckere Gewürze gab und Negersklaven zuhauf – nein, pardon, die Sklaverei hatten die Briten ja offiziell abgeschafft. (Dennoch blieb Sansibar der Hauptumschlagplatz der muslimischen Sklavenhändler an der Ostküste Afrikas – und Leute, die mit der Lage dort besser vertraut sind als Dikigoros, behaupten, daß er das heute noch sei.)

Aber das glaubt Ihr doch selber nicht, liebe Leser, daß die Briten das strategisch wichtige Helgoland vor der Elbmündung aufgegeben hätten nur für das blöde Sansibar? Nein, heute längst vergessene Afrikareisende wie Carl Peters, Brenner und die Gebrüder Denhardt hatten nicht nur die Gebiete um den Victoria-See, die Bismarck 1884 zum „Schutzgebiet Deutsch-Ostafrika“ erklärte, nämlich das heutige Tanzania, das heutige Ruanda und das heutige Burundi (das ist dort, wo sich seit der glorreichen „Befreiung vom Kolonialjoch“, die Hutsi und die Tutsi die Freiheit nehmen, einander kräftig auf die Mutzi zu hauen 🙂 für das Reich in Beschlag nehmen wollen, sondern auch die Gebiete um den Rudolf-See, d.h. Uganda, außerdem Kawurondo, Ukamba und Wituland (also den Süden des heutigen Kenya); und auf die letzteren verzichtete das Reich nun für das Linsengericht Helgoland. Na und? War das schlimm?

Immerhin behielten die Deutschen doch die Serengeti-Steppe mit ihren Löwen, die Wembere-Steppe und last not least die Massai-Steppe am Fuße des Kilimandjaro, wo man Usambara-Veilchen pflücken konnte! Was hatten die Engländer mehr? Nun, sie hatten die Trasse für eine Eisenbahn vom Victoria-See über Nairobi nach Mombasa bekommen – mit deren Bau sie noch im selben Jahr begannen, wie auch mit dem der Bahnlinie von Salisbury, der Hauptstadt Rhodesiens, nach Beira. („Beira“ bedeutet schlicht Rand, Ufer, Küste – die Portugiesen waren bei der Benennung des zweitwichtigsten Hafens ihrer Kolonie Mosambique ebenso einfallslos wie die Franzosen bei der Benennung des wichtigsten Hafens ihrer baskischen Kolonie, den sie „Bordeaux [Wasserrand]“ nannten 🙂 Die erstere verband das Mittelmeer über den Nil (unabhängig vom Suez-Kanal!) mit dem Indischen Ozean; die letztere verband – ja, was verband die eigentlich? Gute Frage, liebe Leser, und die Antwort lautet: noch gar nichts!

Damit das nicht so blieb, bauten die Briten eine Eisenbahnlinie von Kimberley nach Bulawajo, das wiederum mit Salisbury verbunden wurde – und jetzt wißt Ihr auch, daß bei der Annexion des ersteren die Diamanten nur zweitrangig waren. Die reichsten Diamantenminen dort gehörten ohnehin Cecil Rhodes als Privatmann – und dem war es völlig schnuppe, auf wessen Staatsgebiet die lagen, solange er damit zu einem der reichsten Männer der Welt wurde. Nein, es ging darum, die aufmüpfigen Burenstaaten einzukesseln, sie vom Meer abzuschneiden und ihnen die Transportwege zu nehmen. Dies geschah im Westen durch die Annexion Betschuanalandes und den Bau der Kimberley-Bahn, im Osten durch die Annexion aller Negergebiete an der Küste des indischen Ozeans bis zur Grenze der portugiesischen Kolonie Mosambique. Um den Verlauf jener Grenze hatte es Jahrzehnte lang Streit gegeben zwischen Großbritannien und Portugal. Schließlich setzten sich die Portugiesen durch (mit Hilfe des französischen Präsidenten, der einen Schiedsspruch zu ihren Gunsten fällte), und sie bekamen die so genannte Delagoa-Bucht (die im 18. Jahrhundert einmal niederländisch gewesen war) mit Lourenço Marques, dem wichtigsten Hafen zwischen Daressalam und Kapstadt. [Die Torf-, pardon Mohrenköpfe, die das Land heute „regieren“, nennen die Stadt „Maputo“, wohl in Unkenntnis der Tatsache, daß die Iberer den schräg gegenüber in die Delagoa-Bucht mündenden Fluß nicht einfach so „Ma puta“ genannt hatten, sondern daß das auch eine – wenig schmeichelhafte – Bedeutung hatte. (Dieser wird die Stadt allerdings bis heute gerecht, da im prüden Südafrika Hurenhäuser noch immer verboten sind, und die Wochenendausflügler gerne mal über die Grenze fahren :-)]

Damit waren der Oranje-Freistaat und Transvaal völlig von den Briten abhängig, die sie deshalb getrost anerkennen konnten. Ja, aber die Goldfunde, der Jameson-Raid und… Halt, liebe Leser, schaut Euch doch einmal die Geschichtszahlen an! (Man hört heutzutage zwar oft, daß die unwichtig seien, aber manchmal hilft ein Blick auf sie doch, Zusammenhänge zu erkennen 🙂 Anfang 1886 wurde in Witwatersrand Gold gefunden; und „daraufhin“ beschlossen die Briten (oder Rhodes, der inzwischen Premierminister der Kapkolonie war, oder wer auch immer – die Theorien reichen vom Kolonialminister Chamberlain über den Unterhaus-Führer Balfour bis zum Regierungschef Salisbury), Transvaal zu annektieren und schickten Mr., pardon Dr. Jameson los (der Colonel in der britischen Armee war – formell beurlaubt, aber nur so, wie etwa die Angehörigen der Legion Condor 40 Jahre später von der Reichswehr). „Daraufhin“? Pardon, liebe Leser, das war im Dezember 1895, fast zehn Jahre nach den sagenhaften Goldfunden! Selbst wenn man in Betracht zieht, daß Jameson bereits im August 1895 beurlaubt wurde, im September 1895 in Südafrika eintraf und im Oktober 1895 mit der Zusammenstellung einer Miliz begann, ist das wohl etwas zu lang, um einen direkten Kausalzusammenhang herzustellen, oder? Also mußte es wohl einen anderen Grund geben – aber welchen?

Oranje-Karte-Bahn

Nun, liebe Leser, das war so: Die Engländer hatten wie gesagt alles daran gesetzt, die Buren-Republiken vom Meer abzuschneiden, und das war ihnen weitestgehend gelungen. Sie hatten auch schon mit den Portugiesen einen Vertrag, daß sie die Eisenbahn von Lourenço Marques an der Delagoa-Bucht bis nach Betschuanaland bauen durften. Aber dann wollten diese dickschädeligen Buren nicht mit machen und vergaben den Auftrag für die Bahnlinie bis zur Grenze von Mosambique an die deutsche Konkurrenz! Das war nun wirklich ein Staatsverbrechen aller ersten Ranges! Die Engländer taten, was sie konnten, um den Bau der Linie zu sabotieren; aber es half alles nichts: Im Juli 1895 nahm die „Delagoabaaibahn“, wie die Afrikaaner sie nannten, den Verkehr auf. Half da wirklich nichts? Man konnte es ja wenigstens mal versuchen: Die englische Regierung schickte also Colonel Jameson ans Kap; aber dessen Handstreich mißlang.

Das war ärgerlich; und zu allem Überfluß schickte der böse Kaiser Wilhelm auch noch ein Glückwunsch-Telegramm an den Präsidenten von Transvaal, Paulus Krüger (den die Afrikaaner nur „Oom“ – Opa) nannten, über das sich die Engländer furchtbar aufregten. (Es ist als „Krüger-Depesche“ in Eure Geschichts- und Märchenbücher eingegangen.) Dabei wurden die darin mit keinem Wort erwähnt, sondern nur irgendwelche obskure „bewaffnete Scharen von außen“, und der Glückwunsch richtete sich auch nicht etwa auf den militärischen Sieg, sondern auf die Wiederherstellung des Friedens – pfui!

Tatsächlich waren die Engländer noch über ein ganz anderes Telegramm aus dem selben Jahr sauer. In einem modernen englischen Geschichtsbuch von 1991 steht es kurz und bündig: „Im Juli 1895 wurde die Eisenbahnverbindung zwischen Pretoria und dem Indischen Ozean eröffnet. Wilhelm II telegrafierte seine Glückwünsche, und drei deutsche Kreuzer ankerten in der Delagoa-Bucht. [Pfui!] Sir Edward Malet, der britische Botschafter in Berlin, im Begriff, in den Ruhestand zu treten, nutzte die Gelegenheit seines Abschiedsbesuchs bei Marschall von Bieberstein [dem damaligen Außenminister, Anm. Dikigoros], um vor der Gefahr weiterer Ermutigung burischer Bestrebungen zu warnen.“ Das ist etwas schwammig formuliert; tatsächlich warnte Malet, daß eine weitere Unterstützung der Buren durch das Reich für Großbritannien ein casus belli sei. Kaiser Wilhelm soll äußerst befremdet gewesen sein, daß die Limeys ausgerechnet ihm, dem Enkel ihrer Königin und ihrem einzigen echten Freund, „wegen ein paar Negern und Palmbäumen“ den Krieg erklären wollten.

Wie dem auch sei, die Engländer dementierten offiziell, irgend etwas mit diesem komischen Dr. Jameson zu tun zu haben. Pro forma stellten sie ihn sogar vor Gericht und verurteilten ihn zu einer langjährigen Gefängnisstrafe. (Er wurde freilich noch im selben Jahr von Queen Victoria begnadigt und sollte später Präsident der Kap-Provinz werden.) Sein Gegenspieler, der Burenpräsident Paulus Krüger, war ein alter, dummer Mann von altmodischen Grundsätzen. Er glaubte allen Ernstes, sein kleines Volk, das gerade mal 200.000 Köpfe zählte, könnte sich dauerhaft seine Unabhängigkeit von den mächtigen Briten bewahren. Deshalb setzte er sich zur Wehr, als die Briten 1899 unter Bruch der alten Verträge erneut versuchten, auch Transvaal zu annektieren – diesmal ganz offiziell, ohne Dementi wie noch beim Jameson-Raid. Und Krüger glaubte, daß ihm ausgerechnet die Deutschen zu Hilfe kommen würden.

Da kannte er die aber schlecht: Die Deutschen haben immer wieder ein besonderes Geschick an den Tag gelegt, sich die falschen Verbündeten auszusuchen, diejenigen die ihre Hilfe wert gewesen wären, im Stich zu lassen, und sich dann zu wundern, wenn sie ihrerseits von ihren falschen Verbündeten im Stich gelassen wurden. Ein paar Deutsche in den Straßen demonstrierten für die Burenrepublik; ein paar Politiker hielten schöne Reden zum Fenster hinaus; aber die Reichsleitung (so hieß die Regierung damals) rührte keinen Finger. Schließlich hatte man erst im Vorjahr ein Abkommen mit den Engländern über die Aufteilung der portugiesischen Kolonien geschlossen; und dabei war Lourenço Marques mitsamt der Delagoabaaibahn in die britische Interessensfäre gefallen. (Was die doofen deutschen Politiker nicht ahnten war, daß die Engländer fast unmittelbar darauf hinter ihrem Rücken den Portugiesen im Vertrag von Windsor den Bestand ihres Kolonialreichs garantiert hatten; das ganze diente ihnen also nur dazu, die Deutschen und Portugiesen gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen.)

Über den Verlauf des Krieges braucht Dikigoros nicht viel zu schreiben, das könnt Ihr anderswo nachlesen, z.B. hier. Aber natürlich erwarten nun vor allem seine Stammleser, daß er wenigstens ein paar Worte über die britischen Konzentrationslager verliert und womöglich die Frage aufwirft, ob es die ersten waren, ob sie vergleichbar waren, ob… Na, sei’s denn – aber Ihr werdet wahrscheinlich enttäuscht sein. Gewisse Deutsche glauben, die Konzentrationslager des Dritten Reiches durch den Hinweis relativieren zu können, daß es so etwas bei anderen Völkern ja auch – und schon viel früher – gegeben habe. (Eine Logik, die Dikigoros nicht so recht nachzuvollziehen vermag – Relativieren ist kein Entschuldigen und kein Rechtfertigen.) Gemeinhin verweisen sie auf die britischen Konzentrationslager im Burenkrieg.

Die Briten wiederum verweisen auf die Konzentrationslager, welche die Amerikaner ein Jahr zuvor auf den Filipinen eingerichtet hatten; die Amerikaner wiederum verweisen auf die Konzentrationslager, welche die Spanier kurz davor auf Kuba eingerichtet hatten. Da wird so mancherlei in einen Topf geworfen, was nicht zusammen gehört: Die Lager in Kuba waren Strafanstalten, in denen die Spanier Terroristen einsperrten – so wie die USA es noch ein gutes Jahrhundert später tun sollten (in die selben Lager, in Guantánamo). Die Lager auf den Filipinen waren Kriegsgefangenenlager, in denen die Amerikaner filipinische Widerstandskämpfer einsperrten, die sich gegen die Eroberung zur Wehr setzten – aber das waren immerhin Kombattanten. Die Lager in Südafrika waren Pferche, in denen die Engländer insgesamt 161.000 Nicht-Kombattanten (also praktisch alle burischen Frauen und Kinder und einige „Bastarde“) einsperrten. Ihr Tod durch Hunger und Seuchen wurde nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern er war, wie wir aus der Korrespondenz der Verantwortlichen auf britischer Seite wissen, ausdrücklich erwünscht. Dennoch überlebten rund 70% der Insassen (das ist, zumal für die damalige Zeit, eine relativ hohe Quote; die Buren waren zäh).

Die Lager im Dritten Reich waren unterschiedlicher Natur: Die echten, ursprünglichen Konzentrationslager auf deutschem Boden waren Schutzhaftanstalten (wobei man „Schutzhaft“ ebenso wenig mit „Schutz“ assoziieren darf wie heute – „Schutzhaft“ bedeutete und bedeutet Einsperren von jemandem, dem [noch] kein Prozeß gemacht worden ist); die Überlebensrate lag dort bei fast 100%. Die Lager im General-Gouvernement Polen waren Vernichtungslager; und Dikigoros will hier keine Diskussion entfachen, wie diese Vernichtung vor sich ging, ob durch Überarbeitung, Krankheit, Vergasen oder sonstwas. Er sieht auch – im Gegensatz zu der jungen Jüdin, die er auf einer seiner Reisen in Südafrika getroffen hat – keine Parallele zum Burenkrieg; denn wenngleich ein paar größenwahnsinnige jüdische Funktionäre dem Reich 1939 demonstrativ den Krieg erklärten (was sie völkerrechtlich gar nicht konnten), herrschte eben kein Kriegszustand zwischen Deutschen und Juden. Nein, das sind zwei Paar Schuh‘.

Aber Dikigoros will auf etwas anderes hinaus: Das Einsperren der burischen Frauen und Kinder in Konzentrationslager war Teil der „Verbrannte-Erde„-Politik der Engländer, die den Oranje-Freistaat und Transvaal systematisch zerstörten, um das Burenvolk seiner Existenzgrundlage zu berauben: Alle Farmen und Felder wurden verbrannt, das Vieh erschlagen; sie wüteten wie die Türken im 16. Jahrhundert in Ungarn, wie die Schweden und Franzosen im 17. Jahrhundert in Deutschland, wie die Engländer im 17. und 18. Jahrhundert in Irland und Schottland und… wie die Nordamerikaner im 19. Jahrhundert in den „rebellischen“ Südstaaten. Der Unterschied war nur, daß sich die Yankees (ebenso wenig wie die zuvor genannten) nicht auch noch die Mühe machten, Frauen und Kinder ihrer Feinde in Konzentrationslager zu sperren: Sie vernichteten einfach deren Lebensgrundlagen und ließen sie dann verhungern – so lauteten auch die offiziellen Anweisungen der Regierung in Washington an ihre Generäle.

Meint Ihr wirklich, daß es da noch darauf ankommt, wer nun die „Konzentrationslager“ erfunden hat? Aber wenn es Euch denn gar keine Ruhe läßt: Über die Lager im amerikanischen Sezessionskrieg schreibt Dikigoros hier, über die Lager auf Kuba hier, über die Lager des Dritten Reiches hier, und über die amerikanischen Kriegsgefangenenlager in Deutschland nach 1945 – in denen mehr Insassen umkamen als in allen zuvor genannten zusammen – hier. (Und wenn er irgendwann mal dazu kommt, seine Aufsätze über Solzhenitsyn und Bao Ruo Wang fertig zu schreiben, werdet Ihr dort auch etwas über die russischen und chinesischen Lager lesen können.)

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe Leser aller Altersklassen, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern noch nie etwas von Klein-Wolfsburg gelesen, schon gar nicht in seiner portugiesischen Original-Bezeichnung „Lobito“. Aber die Geografen und Metereologen unter Euch werden vielleicht schon mal vom Benguela-Strom gehört haben; der verläuft an der Südwestküste Afrikas, und nach ihm ist auch eine alte Hafenstadt benannt, nämlich Benguela. Und Lobito ist, nachdem dieser Hafen mehr oder weniger versandet ist, dessen neue Hafenstadt. Wozu aber hat man dort einen neuen Hafen erbaut, da doch schon der alte Hafen seit dem Ende des Sklavenhandels nicht mehr richtig ausgelastet war (sonst hätte man ihn ja nicht versanden lassen)? Nun, andere Nationen sahen ja auch, wie es einem ergehen konnte, wenn man sich auf englische Häfen und Eisenbahnlinien verließ – und wer wollte schon gerne seine Frauen und Kinder im Konzentrationslager verrecken sehen?

Also kamen die bösen, undankbaren Belgier und Portugiesen auf die Idee, die Bodenschätze des Kongo (die hauptsächlich in dessen Süd-Provinz Katanga lagen) statt über British-Rhodesien an die Ostküste über eine eigene, neu zu bauende Eisenbahn an die Westküste Afrikas zu transportieren, von der Minenstadt Kolwezi (deren Namen die meisten von Euch noch nie gehört haben werden; aber jedem französischen und/oder belgischen Fallschirmjäger und/oder Fremdenlegionär, der die Kämpfe in den 60er Jahren überlebt hat, ist er noch heute in guter – oder vielmehr schlechter – Erinnerung) bis nach Benguela – von dort gab es schon eine Verbindung zum Hafen von Lobito. 1903 war die „Benguelabahn“ fertig und nahm ihren Betrieb auf, d.h. die wertvollen Rohstoffe rollten an den Engländern vorbei; und selbst der Personenverkehr aus der damals noch „Elizabethville“ genannten Provinz-Hauptstadt (bis zu der man die Bahngleise verlängerte) nahm bald diesen Weg. Die Briten sahen es mit scheelem Blick: Wofür hatten sie die Bahnlinie über Salisbury nach Beira gebaut? Etwa, damit die Belgier ihr Zeug jetzt an die Westküste karrten und von dort nach Europa verschifften (was nur halb so weit war wie von Beira aus)? Höchstvorsorglich hatten sich die Engländer ausweislich ihres Teilungsvertrags mit den Deutschen auch Benguela und Lobito vorbehalten – aber natürlich damit sie selber dort eine Bahnlinie bauten, nicht die anderen… Im Sommer 1914 war es fast so weit, daß England den Teilungsplan aus der Tasche gezogen hätte… Aber halt, wir wollen nicht vorgreifen; denn inzwischen waren auch noch andere Eisenbahnlinien gebaut worden, von denen Euch Dikigoros zuerst berichten muß.

* * * * *

Wahrscheinlich habt Ihr, liebe Leser aller Altersklassen, in Euren Geschichts- und Märchenbüchern über Ursachen, Verlauf und Folgen des russisch-japanischen Krieges von 1904-1905 wenig oder gar nichts gelesen, und wenn doch, dann nur blühenden Unsinn. Um was ging es da doch gleich? Ach so, ja, um ein Holzbergwerk, das die Russen widerrechtlich südlich des Jalu – also innerhalb der japanischen „Einflußsphäre“ in Korea – errichtet hatten. Oder vielleicht auch um ganz Korea oder um die Mandschurei, welche die bösen Japaner den armen Chinesen entreißen wollten, was die edlen Russen zu verhindern suchten? Nein, liebe Leser, es ging um viel mehr, nämlich um ganz Sibirien, das zwar formell schon zu Rußland gehörte, aber… Sicher habt Ihr mal irgendwo gelesen, daß Sibirien im 16. und 17. Jahrhundert von der Familie Stroganow (nach deren damaligen Angehörigen das gleichnamige Rinder-Geschnetzelte übrigens nicht benannt ist, ebenso wenig der gleichnamige Salat, den Dikigoros als kaltes Leipziger Allerlei mit Majonnaise bezeichnen würde; das erfand vielmehr erst einer ihrer Nachfahren im 19. Jahrhundert 🙂 und ihren Kosaken für den Zaren von Rußland „erobert“ wurde. Aber das stimmt nicht: Stroganows Kosaken hatten Sibirien eigentlich eher bereist als erobert.

Gewiß, sie hatten ein paar hölzerne Palisadenforts als bewaffnete Handelsposten und Verwaltungssitze angelegt (und seitdem erhoben die Russen Anspruch auf seinen Besitz; Papier – auch das von Landkarten – ist geduldig), aber von einer vernünftigen Nutzung seiner ungeheuren Ressourcen konnte – von der Pelztierjagd mal abgesehen – noch lange nicht die Rede sein, dafür fehlte es einfach an Menschen. Wer ging schon freiwillig ins eisige Sibirien, um sich dort den Arsch abzufrieren? Eben, niemand, also deportierte man im Laufe der Jahrhunderte rund 4 Millionen Sträflinge dorthin. Die meisten von ihnen kehrten nie zurück (und das lag nicht etwa daran, daß es ihnen dort so gut gefallen hätte 🙂 – wie auch? Es gab ja, außer sibirjakischen Wolfshundschlitten und Schusters Rappen, kein Transportmittel!


Erläuterung: „Dalian“ ist die Halbinsel, an deren Südspitze einst die russische Festung „Port Arthur“ lag. Die Chinesen
(die kein „r“ aussprechen können) nennen sie „Ta Li-en“, die Japaner (die kein „l“ aussprechen können) „Dariën“.

Das sollte sich ändern, als der Zar beschloß, eine Eisenbahnlinie von Moskau quer durch Sibirien bis an den Pazifik bauen zu lassen. 1891 begannen die Arbeiten an der „Transsibirischen Eisenbahn“ auf der heute so genannten „alten Trasse“, d.h. über Tscheljabinsk, Omsk, Nowosibirsk, Irkutsk und Tschita bis nach… ja wohin sollte es von dort denn eigentlich weiter gehen? Jedenfalls zu einem großen Hafen. Doppelt genäht hält besser, dachten die Russen, also beschlossen sie, gleich zwei Trassen zu bauen: Die erste (auf der Karte oben in rot eingezeichnet) führte nordöstlich nach Chabarowsk und von dort scharf südlich nach Wladiwostok – das allerdings am Japanischen Meer lag und deshalb eine Mausefalle war, die die Japaner leicht zuschnappen lassen konnten. (Außerdem war es im Winter nicht eisfrei; in kalten Jahren war der Hafen 3-4 Monate zugefroren!) Die zweite (auf der Karte oben in pink eingezeichnet) führte südöstlich quer durch die Mandschurei (die freilich auch noch keinen großen Wert hatte, bevor die Japaner in den 1930er und 1940er Jahren jede Menge Industrie hinein pumpten) bis nach Charbin, bog dann ebenfalls scharf nach Süden ab und endete in Port Arthur. Das lag zwar fast doppelt so weit weg von Charbin wie Wladiwostok, nämlich an der Südspitze der Halbinsel Dalian alias Dariën, war aber eisfrei und auch sonst prächtig gelegen, zwischen dem Golf von Tschili (heute nach der wichtigsten seiner Buchten ungenau „Bohai-See“ genannt) und der Korea-Bai, beherrschte also die Zufahrt nach Tientsin (heute „Tianjin“ geschrieben) und folglich den Zugang zu Peking (heute „Beijing“ geschrieben – nur zur Orientierung auf der Karte unten).

Das wußten freilich auch die Japaner. Die führten 1895 Krieg gegen die Chinesen und nahmen ihnen Port Arthur weg. Aber die Russen zwangen sie (im Bündnis mit den Franzosen, den Amerikanern und den Deutschen, die sich dabei äußerst schäbig verhielten) es den Chinesen zurück zu geben; anschließend sicherten sie sich selber das Besatzungsrecht. Die Japaner waren (und sind) praktisch veranlagte Menschen: Sie warteten, bis die Russen anno 1904 die südliche Eisenbahntrasse durch die Mandschurei fertig gebaut hatten (dies, und nichts anderes, war der wahre Kriegsgrund!), dann schlugen sie zu. Über den Verlauf und die Folgen jenes Krieges schreibt Dikigoros an anderer Stelle. Halten wir hier nur fest, daß die Russen die nördliche Trasse nach Wladiwostok zuende bauten; sie besteht bis heute, und mutige Reisende können sie – deren Ende lange Zeit militärisches Sperrgebiet war – inzwischen in ganzer Länge befahren.

[Transsibirische Eisenbahn]

Nachtrag. Eigentlich hätte Dikigoros eben statt „nördliche“ Trasse „mittlere“ Trasse schreiben müssen, denn er meinte ja die, die auf der Karte oben rot eingezeichnet ist; und die nördliche Trasse ist die grüne, die mit dem Schlagwort „BAM“ (für „Baikal-Amur-Magistrale“) bezeichnet wird. Als Dikigoros diese Seite anno 2000 ins Web setzte, hätte er nicht gedacht, daß die jemals fertig würde; aber inzwischen ist es so weit, also muß er auch darüber kurz ein paar Worte verlieren – leider keine besonders erfreulichen. Im Tsarenreich nie über das Planungs-Stadium hinaus gelangt, wurde 1937 unter Stalin mit großem Brimborium der erste Spatenstich getan; aber als der Zweite Weltkrieg ausbrach, brauchte man sowohl die Insassen der sibirischen Gefangenenlager – die man als Arbeitsklavenkräfte vorgesehen hatte – als auch die Schienen zu anderen Zwecken, und das Projekt wurde wieder eingemottet. 1974 wurde es unter Brezhnjew erneut in Angriff genommen, aus Gründen, die damals vielen einleuchtend schienen: Erstens lag die rote Linie zu nah an der Grenze zu Rotchina, mit dem man sich dauerhaft verkracht hatte, und man fürchtete, daß diese Route im Kriegsfall sehr schnell vom Feind zerstört, erobert oder jedenfalls unterbrochen werden könnte.

Und zweitens gab es weiter nördlich ungeheure Mengen an Bodenschätzen (Kohle, Eisen, Kupfer, Gold usw.), die erschlossen – und vor allem abtransportiert – werden sollten. Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjet-Union kam das Projekt ins Stocken, erstens aus Geldknappheit (die Kosten waren auf 5 Mio US-$/km gestiegen, und es ging hier um über 4.000 km!) und zweitens, weil einige am militärisch-strategischen Sinn des Ganzen zu zweifeln begannen in einer Zeit, da Truppen schneller und sicherer auf dem Luftweg transportiert werden können als mit der Eisenbahn. Dennoch, eines Tages wurde sie fertig, und die Russen waren stolz auf diese „technische Meisterleistung“ – immerhin hatten sie (genauer gesagt ‚zigtausende nordkoreanischer Kulis, denn kein Russe wäre bereit gewesen, unter den mörderischen Bedingungen dort freiwillig zu arbeiten, und es gab nicht mehr genug Arbeitssklaven – selbst die Vorarbeiter und Ingenieure mußte man aus der Ukraïne holen 🙂 die Strecke durch Eis und Schnee, über Berg und Tal (die Tunnel waren ein besonderes Problem) gelegt, und am Rande der Geleise auch ein paar Städte angelegt, in die anfangs wegen der Spitzenlöhne sogar einige Leute freiwillig zogen.

Aber schon nach wenigen Jahren stellte sich heraus, daß das ganze eine Investitionsruine war: Kaum ein Passagier wollte ins Niemandsland fahren, wo bislang bloß ein paar Sibirjaken ihre Rentiere geweidet hatten (die sich nun empfindlich gestört fühlten); die Bodenschätze waren aus dem tief gefrorenen Boden nicht zu wirtschaftlich rentablen Bedingungen heraus zu holen (bis auf etwas Kohle, die nach Japan verschachert wurde); allmählich leerten sich die künstlich angelegten Städte, die Menschen wollten lieber heim nach Rußland. Und was die Nähe zu Rotchina anbelangt: die wäre jetzt ein Segen gewesen, denn in Rußland werden ja kaum noch Verbrauchsgüter zu erschwinglichen Preisen hergestellt (die Luxusgüter für die kleine Oberschicht – für die Geld keine Rolle spielt – werden aus dem Westen importiert); dagegen sind die chinesischen Billigprodukte, die wir im Westen als „Schrott“ betrachten (aber dennoch ab und zu kaufen, sei es weil wir es nicht merken, sei es aus Geiz 🙂 für die Russen so begehrenswert, daß manche von ihnen regelmäßig von Moskau (und erst recht aus der noch schlechter versorgten Provinz) die weite Reise mit der „Transsib“ auf sich nehmen – und zwar auf der alten, südlichen Trasse, die an der chinesischen Grenze entlang führt! -, um dort billig einzukaufen; und die Reisekosten finanzieren sie durch den Verkauf von überschüssiger Ware auf dem Schwarzmarkt.

Volkswirtschaftlich ein Irrsinn; aber immer noch weniger irrsinnig als die Nordtrasse: Um deren Betrieb entgegen jeder Vernunft aufrecht zu erhalben, nimmt man jährlich einen 8-stelligen Verlustbetrag (wohlgemerkt in US-$, nicht in Rubl 🙂 in Kauf – und es gibt Gerüchte, wonach man die Bahngeleise (die bisher nur einspurig verlaufen) sogar noch erweitern will. Na ja, vielleicht ist das immer noch besser als mehr und mehr Geleise still zu legen, wie das in gewissen Gegenden Mitteleuropas zunehmend geschieht. Nachtrag Ende.

http://www.geocities.ws/dikigoros2/bahn.htm

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Gruß an die Reichs-Bahn

Der Honigmann

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redaktion@honigmann-nachrichten.de

http://honigmann.tv/

…u.a der ablaufende Counter zum 27.Mai 2012

Dr. med. Walter Mauch stellt uns sein Buch „Gesundheitsführer” kostenlos zur Verfügung und überlässt es uns zur freien Verwendung! Darum stellen wir dieses Buch, als elektronisches Buch, ab sofort zum kostenlosen Herunterladen bei:

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…. oder auf anderem Wege, über´s Spendenkontonto unten im Gästeblog,…zukommen lassen!
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Gruß

Der Honigmann

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Die Zuwanderung aus anderen EU-Ländern ist ein großes Problem in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation / Regression, da diese Arbeiter oft die Löhne der Arbeitskräfte des Gastlandes unterbieten. Außerdem sind sie viel teurer in Bezug auf  Sozialleistungen. Jedoch nehmen die meist ungelernten Einwanderer aus nicht-westlichen Ländern um eine Vielfalt höhere Sozialleistungen in Anspruch. Ein kongolesischer Gesandter bei dem ständigen UN-Büro in Genf: “Italien erhält im Süden nicht nur das Müll aus Nordafrika, sondern auch aus Afrika (die afrikanischen Einwanderer als Straßenverkäufer und Bettler in den Straßen und auf den Stränden)”. 

Solche Einwanderer werden die Mehrheit der Bevölkerung und somit die parlamentarische Mehrheit in Dänemark irgendwann zwischen 2035-2047 ausmachen. Sie bilden Parallelgesellschaften mit dem Ziel, die Macht in ihren Gastländern zu übernehmen und die Einheimischen zu knechten (zB Sura 9:1–7), wie es überall in nun muslimischen, ehemals christlichen Ländern, geschehen ist. Denn der Heilige Koran verlangt es so (Sure 3:195, 4:97 – 100, 9: 20 bis 22, 21:58, 33,27).
Dieser Wahnsinn ist so weit gegengen, dass ein krimineller EU-Kommissar für Justiz von Einwanderung als einer moralischen Verpflichtung für die Europäer spricht  – und Präs. Sarkozy fordert “métissage”: Rassenmischung, um die weisse Rasse auszulöschen! Dies ist echter Rassismus.

Trotz aller Probleme, einschl. steigender Kriminalität, alltäglicher Gewalt und sinkenden Wohlstandsniveaus  der einheimischen Europäer durch Zuwanderung können die Illuminaten der Welt nicht genug Einwanderung in die westlichen Länder bekommen, um ihre Religion und Kultur radikal zu zerstören, wie zB Tony Blairs Redenschreiber und ein dänischer Parlamentarier erklärt haben.

rechts: Cherie Blair ist bekennende Satanistin:

Die Illuministen (Illuminaten) sehen dies als eine Notwendigkeit, um die Eine-Weltregierung ihrer Neuen Weltordnung zu errichten. Eine lange Reihe von namhaften Illuminaten (Namen gegeben) treffen sich alljährlich in Italien, um uns durch einen NWO-Club, den ich bisher nicht kannte, zu verraten: das Ambrosetti Forum und seinen Ableger, das Sizilianische Forum. Hier einiges aus ihrer NWO-Weisheit, die absoluter EU-Macht den Weg ebnet: “Afrika invadiert nicht Europa. Afrikanische Einwanderung ist ein begrenztes und überschaubares Phänomen, das Ausnutzung für politische Zwecke übertrieben hat.

Aber um effizient zu handeln, ist eine gemeinsame europäische Politik erforderlich. Es ist notwendig, die Politik einer Wand, die versucht zu verhindern, dass Migranten kommen, durch ein Netzwerk, das sie begrüßt und sie mit Nahrung und Unterkunft versorgt, zu ersetzen. Eine Europäische Agentur für Zuwanderung stand im Mittelpunkt des 5. Forum Taormina über die Entwicklung in Afrika und Europa.

Das sizilianische Forum, das ”Cernobbio des Südens”, brachte Politiker und Experten aus dem gesamten Mittelmeerraum und Afrika zusammen. Während des Forums wurde die Taormina-Charta vorgestellt, ein Dokument, das man vorschlägt, Staaten und internationale Gremien gewährleisten zu lassen, und das die vorgeschlagenen drei Anträge vorlegt:

1. ”Gemeinsamen EU-Afrika Wachstumspakt” in den Bereichen Energie, Verkehr und Telekommunikation;

2. besondere europäisch-afrikanische Wirtschafts-Industrie-Zusammenarbeitszonen, um Investitionen anzuziehen ; und

3. ”einheitliche Politik” in Europa für Einwanderung, mit der Einrichtung einer Europäischen Agentur für Zuwanderung.

Ed Miliband (Labour-Führer): “Wir haben es in einer Reihe von Punkten, einschließlich einer Unterschätzung der Zahl der Einwanderer aus Polen, die eine große Wirkung auf die Menschen in Großbritannien hatten, falsch eingschätzt”. Er räumte ein, dass die vorige Regierung in Bezug auf Grenzkontrollen “es falsch verstanden” habe und sagte, dass britische Arbeiter “unterboten” würden. Labour unterdrückte eine Reihe von schädlichen Berichten über die Auswirkungen der Masseneinwanderung in das UK. Großbritanniens Bevölkerung wird bis 2018 um vier Millionen auf 65,6 Millionen steigen. Mehr als ein Drittel (34%) der Londoner Bevölkerung ist außerhalb des Landes geboren.

Jetzt aber fühlen britische Politiker den Druck ihrer Bevölkerung, und sie fühlen sich gezwungen, Versprechungen, die wahrscheinlich ebenso wenig wie Vorherige gehalten werden, abzugeben:

*Einen Einsatz gegen Scheinehen, indem die “Probezeit“, bevor die Ehegatten sich in Großbritannien niederlassen können, von zwei Jahren auf fünf Jahre ausgeweitet wird.

* Eine Überprüfung des Arbeits-Visa-Systems, das von bis zu 21.700 Fachkräften pro Jahr verwendet wird, um nach England zu kommen.

*Den Mindestlohn erhöhen derzeit 20.000 £ pro Jahr – den einige Nicht-EU-Zuwanderer verdienen müssen. Die jüngsten Zahlen des Office for National Statistics zeigen eine Netto-Zuwanderung im letzten Jahr von 239.000. Die Frage der Einwanderung ist immer noch fast an der Spitze der Liste der Bedenken, die Wähler in Umfragen zitieren.

Die französische Regierung schloss die Türen für Bauherren und IT-Techniker aus Ländern außerhalb der EU, um die Liste der Jobs, die ausländischen Arbeitnehmern Aufenthaltsgenehmigung bescheren, zu halbieren. Die Regierung will die legale Einwanderung kürzen, wobei die Zahl von 200.000 auf 180.000 gesenkt wird. Die Maßnahme wurde nur teilweise umgesetzt, indem sie von Einwanderern, die festen Wohnsitz im Land haben ,sowie von denen aus Ländern wie Tunesien und Senegal absieht. Die Opposition hat sich über “politisches Getue” im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2012 beschwert.

Die NATO macht – mit EU Applaus – einen ziemlich guten Job, um das bisher reichste Land in Afrika, Libyen, in einen Trümmerhaufen zu verwandeln – und tötet Tausende von Zivilisten im Namen der Menschlichkeit. Dabei  wimmeln Libyer und andere Afrikaner nach Europa als Flüchtlinge, die nicht abgelehnt werden können. Außerdem haben 200,000 muslimische Nigerier ihre gut bezahlten Jobs in Libyen verloren – und Niger kann sie nicht versorgen – so dass sie nur noch die Möglichkeit haben, EU Gastfreundschaft aufzusuchen. Somit beschleunigt man Europas ethnischen, kulturellen und wirtschaftlichen Untergang. Kosovo könnte das Vorbild sein.

Eurostat zeigt, dass die Zahl der ausländischen Einwohner in verschiedenen EU-Ländern mit einem Anstieg von rund 28.913.000 im Jahr 2007 auf 32.493.000 heute (einschließlich EU-Bürger mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat) auf dem Vormarsch ist. Nach Angaben von Eurostat  stiegen zwischen 1999 und 2010 die Zahlen der Einwanderer von 1200000 auf 4200000 in Italien, von weniger als 120.000 auf 420.000 in Irland, und von 650.000 auf 5,7 Millionen in Spanien.

*

“Illegale Migranten gibt es nicht. Menschen können in die EU kommen, und möglicherweise ist es erforderlich, unregelmäßige Methoden zu benutzen – zum Beispiel wenn sie internationalen Schutz suchen, aber kein Mensch ist illegal.” (EU Kommissarin Cecilia Malmström).

*
Video Unten zeigt jüdische Aktivistin, die die NWO-Politik des Multiculturalismus durch Zuwanderung unterstützt.

Die Zuwanderung aus anderen EU-Ländern ist ein Problem, insbesondere in Großbritannien, wo z. B. billige polnische Klempner die Arbeitsplätze der einheimischen Briten übernommen haben. Zuwanderer aus nicht-westlichen Ländern sind jedoch ein viel grösseres Problem, indem sie unausweichlich Parallel-Gesellschaften bilden, die nach der Macht-Übernahme in den Gastnationen trachten, wonach sie das ursprüngliche Volk sowie dessen Kultur/Religion unterdrücken (wie in allen ehemals christlichen, nun muslimischen Ländern)  – mit mehr als williger Hilfe von einheimischen, verräterischen NWO-Politikern und Medien.

Daher werden illegale Einwanderer sehr oft legalisiert – zB. durch das Zambrano Urteil: Wenn ein Illegaler ein Kind in der EU erzeugt, ist das Kind automatisch Unionsbürger – und die Bürgerrechte werden automaisch auf die Eltern ebenfalls übertragen.

Die Zuwanderung und die Zulassung von zB. schlecht ausgebildeten Ärzten aus Drittländern kostet mehr als 3.000 Menschenleben pro Jahr in Grossbritannien. Solche Stellvertreter-Ärzte werden äusserst gut bezahlt. Zur gleichen Zeit machte die Labour-Regierung es unmöglich, britische Ärzte für medizinische Fachbereiche oder qualifizierte britische Handwerker auszubilden.

Die Einwanderung ist ein ideologisches Projekt zur Zerstörung der christlichen Kultur, um sie durch eine viel diszipliniertere Kultur wie den Islam zu ersetzen. Aus diesem Grund hat die EU ihren “Partnern” die Freizügigkeit in die und der EU versprochen – und gründete den Euromediterranen -Prozess / die Mittelmeer-Union mit einer fatalen Flut der Einwanderung aus muslimischen Ländern. Die EU will jeden Zuwanderer aus Afrika behalten! Ein kongolesisches Mitglied des ständigen UN–Büros in Genf, Serge Boreta Bokwango, erstellte einen offenen Brief, in dem er sich auf Einwanderer in Süditalien bezieht und sich klar ausdrückt: Italien im Süden erhält nicht nur nordafrikanischen Müll, sondern auch aus Afrika (die afrikanischen Einwanderer-Straßenverkäufer sowie Bettler auf den Straßen und Stränden)”.

Coloured-babies

The Express 9 Aug. 2011: Großbritanniens sich rasch verändernde Bevölkerungs-Zusammensetzung bedeutet, dass weiße britische Frauen nun in 27 Bezirks-Entbindungsstationen des Nationalen Gesundheitsdienstes in der Minderheit sind. In Nordwest-London, war  2008-9 nur eine Mutter von 10  weißen britischen Ursprungs. Im Land als Ganzes, machen sie (die weissen Mütter)  weiterhin um 69% der schwangeren Frauen, die Krankenhausversorgung in Anspruch nehmen, aus.


Danmarks-demografi
Rechts: Dänemarks Demographie/Ebbe Vig/ Danmarks Statistik: Zwischen 2035 og 2047 werden zugewanderte nicht-westliche Völker in Dänemark die Mehrheit bekommen. Blaue Linie: Einheimische Dänen. Violette, grüne und rote Linien: Anzahl der Zuwanderer unter 3 unterschiedlichen Voraussetzungen

Laut dem kriminellen EU-Kommissar für Justiz, Jacques Barrot, sei die Einwanderung eine moralische Verpflichtung. Präs. Sarkozy in Frankreich predigt sogar “Métissage” – gemischte Paarung als eine Verpflichtung, die die Französisch Regierung durchsetzen wolle!

Tony Blairs Redenschreiber sagte dies in der Daily Mail – nachdem 34 Jahre früher ein dänischer Parlamentarier einer dänischen Zeitung dasselbe gesagt hatte: The Daily Mail 24 Oct. 2009Gewaltige Steigerungen der Zuwanderung in den letzten zehn Jahren waren ein bewusster Versuch, ein multikulturelles Großbritannien einzufädeln. Labours Lockerung der Kontrollen war ein Plan zur “Öffnung des UK für Völkerwanderungen”. Es gab auch einen “treibenden politischen Zweck” hinter der Einwanderungspolitik. Die Minister hofften, das Land radikal zu ändern und “den Rechtsorientierten die Nase in der Vielfalt zu reiben”.

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Kommentar: Das Folgende zeigt, dass diese Zerstörung der westlichen Religion und Kultur immer noch ein Werkzeug der NWO-Ideologie und hier ist – obwohl die Regierung die Signale von ihren Bevölkerungen verstanden hat: Die Einwanderung von feindlichen Ausländern, die nicht bereit sind, sich zu assimilieren, ist unerwünscht. Wir geben unsere Identität nicht auf.

Ideologische Zuwanderungs-Propaganda durch die NWO: Mehr Macht für die EU, um ganz Afrika hereinzulassen
Taotmina ANSAmed 8 Oct. 2011: Afrika invadiert nicht Europa. Afrikanische Zuwanderung ist ein begrenztes und überschaubares Phänomen, das Ausnutzung für politische Zwecke übertrieben hat. Aber um effizient zu handeln, ist eine gemeinsame europäische Politik erforderlich. Es ist notwendig, die Politik einer Wand, die versucht zu verhindern, dass Migranten kommen,  durch ein Netzwerk, das sie  begrüßt und sie mit Nahrung und Unterkunft versorgt, zu ersetzen. Eine Europäische Agentur für Zuwanderung stand im Mittelpunkt des 5. Forum Taormina über die Entwicklung in Afrika und Europa.

Das sizilianische Forum, das ”Cernobbio des Südens”, wurde von der Banco di Sicilia Stiftung und dem Studio Ambrosetti organisiert und brachte Politiker und Experten aus dem gesamten Mittelmeerraum und Afrika zusammen. Die diesjährige Debatte konnte nicht drumherumkommen, die Revolutionen in der arabischen Welt und die Migrationsströme, die sie  in Richtung Europa als Ergebnis haben, zu berücksichtigen. Während des Forums  wurde die Taormina-Charta vorgestellt, ein Dokument, das man vorschlägt, dass Staaten und internationale Gremien gewährleisten, und das die vorgeschlagenen drei Anträge vorlegt:

1. ”Gemeinsamen EU-Afrika Wachstumspakt” in den Bereichen Energie, Verkehr und Telekommunikation;

2. besondere europäisch-afrikanische Wirtschafts-Industrie-Zusammenarbeitszonen, um Investitionen anzuziehen ; und

3. ”einheitliche Politik” in Europa für Einwanderung, mit der Einrichtung einer Europäischen Agentur für Zuwanderung.

VillaDEsteEs folgt eine lange Liste von Illuministen, und hier und hier, die europäische Ethnizität und Kultur durch die Massen-Einfuhr  von Afrikanern und Asiaten zerstören wollen.
WikipediaDas Ambrosetti Forum ist eine internationale Wirtschaftskonferenz, die seit 1975 jedes  Jahr Anfang September in der Villa d’Este in der italienischen Stadt, Cernobbio am Comer See, stattfindet. Es wird von Staatsoberhäuptern, Ministern, Nobelpreisträgern und Geschäftsleuten besucht. Sie diskutieren aktuelle, wichtige Fragen in Bezug auf die Weltwirtschaft und die Gesellschaft. Unter denen, die in den letzten Jahren teilgenommen haben sind: 

Albert II. Fürst von Monaco,

José María Aznar,

Silvio Berlusconi,

Joe Biden,

Richard Cheney,

Carlo Azeglio Ciampi,

Luca Cordero di Montezemolo,

Renato Dulbecco,

José Manuel Durão Barroso,

Larry Ellison,

Recep Tayyip Erdogan,

François Fillon,

Bill Gates,

Valéry Giscard d’Estaing,

Felipe González,

Neville Isdell,

Alain Juppé,

Henry Kissinger,

Vaclav Klaus,

Christine Lagarde,

Rita Levi Montalcini,

Abu Mazen,

John McCain,

Mario Monti,

Giorgio Napolitano,

Shimon Peres,

Romano Prodi,

Jean-Pierre Raffarin,

HM Rania Al-Adullah Königin des HaschemitischenKönigreichs von Jordanien,

Card. Joseph Ratzinger (Papst Bendict XVI),

Michel Rocard,

Nouriel Roubini,

Eric Schmidt,

Helmut Schmidt,

George Shultz,

Giulio Tremonti,

Jean-Claude Trichet,

Umberto Veronesi,

James Wolfensohn.

Wie NWO Politiker den Wunsch äußern, diese fatale Einwanderung zu stoppen, um ihrer Wählerschaft zu gefallen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob  auf ihre Worte auch Handlung folgen wird:
The Telegraph 9 Oct. 2011: Der Schachzug kommt, wie Minister versuchen, die Einwanderungsbestimmungen in dem Versuch, ein Tory-Versprechen vor der Wahl zu halten, strammer zu machen: * Einsatz gegen Scheinehen, indem die “Probezeit“, bevor die Ehegatten sich in Großbritannien niederlassen können, von zwei Jahren auf fünf Jahre ausgeweitet wird. * Eine Überprüfung des Arbeits-Visa-Systems, das von bis zu 21.700 Fachkräften pro Jahr verwendet wird, um nach England zu kommen. *Den Mindestlohn erhöhen – derzeit 20.000 £ pro Jahr -den einige Nicht-EU-Migranten verdienen müssen.

Die Koalition zielt darauf ab, die Nettozuwanderung von außerhalb der Europäischen Union auf unter 100.000 im Jahr 2015 herunterzubringen. Die jüngsten Zahlen des Office for National Statistics zeigen eine Netto-Zuwanderung im letzten Jahr von 239.000. Die Radikalsten der Vorschläge könnten verordnen, dass die Unternehmen zum ersten Mal die Staatsangehörigkeit ihrer Mitarbeiter zu veröffentlichen haben. Die Frage der Blair_brownEinwanderung ist immer noch nahe der Spitze der Liste der Bedenken, die Wähler in Umfragen zitieren.

Labours Einwanderungspolitik der offenen Tür trieb die Löhne und den Lebensstandard in Großbritannien nach unten, hat Parteichef, Ed Miliband, zugegeben.
The Mail 26 Sept. 2011: Miliband: “Wir haben es in einer Reihe von Punkten, einschließlich einer Unterschätzung der Zahl der Einwanderer aus Polen, die eine große Wirkung auf die Menschen in Großbritannien hatten, falsch eingschätzt. Er räumte ein, dass die letzte Regierung in Bezug auf Grenzkontrollen “es falsch verstanden” habe und sagte, dass britische Arbeiter “unterboten” wurden. Das Geständnis kam wie eine Bombe inmitten von Enthüllungen, dass  Labour eine Reihe von schädlichen Berichten über die Auswirkungen der Masseneinwanderung in das UK unterdrückte. Zwischen 2004 und 2007 war die Gesamtzahl der Neuankömmlinge auf 178.000 aufgebläht. Großbritanniens Bevölkerung wird bis 2018 um vier Millionen auf 65,6 Millionen steigen. Mehr als ein Drittel (34%) der Londoner Bevölkerung sind außerhalb des Landes geboren. Kommentar: Diese letzteren Zahlen wurden von NWO-Milliband nicht erwähnt.Flygtningr-tunesiske

Wohlfahrt-Leistungen sind um ein Vielfaches größer für Zuwanderer als für die lokale Bevölkerung
The Express 29 Sept. 2011: Ein Bericht zeigte, dass etwas mehr als 3,7 Prozent der Bevölkerung sowie der Osteuropäer, die 2004 der EU beigetreten sind, 5,7 Prozent der Einwanderer aus Rumänien und Bulgarien und 5,3 Prozent der Migranten aus Ländern außerhalb der EU Arbeitslosenhilfe bezogen. Im Jahr 2009 gingen Sozialhilfe an 15,4 Prozent der Migranten aus Bulgarien und Rumänien, 23,1 Prozent an diejenigen aus den osteuropäischen Ländern, die der EU 2004 beigetreten sind und 38,8 Prozent an die Zuwanderer aus der übrigen Welt.

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Kommentar
: Im Jahr 2001 gingen 30% von Dänemarks und Schwedens Staatsbudgets an nicht-westliche Einwanderer, die 40% des dänischen Sozialbudgets verbrauchten!

Einwanderungskürzung in Frankreich: Den Wählern wird ein blauer Dunst vorgemacht
ANSAmed 12 Aug. 2011: Die französische Regierung hat Bauherren und IT-Technikern aus Ländern außerhalb der EU die Tür zugemacht, um
die Liste der Jobs, die ausländischen Arbeitnehmern Aufenthaltsgenehmigung bescheren, zu halbieren. Der Schachzug ist Teil einer umfassenden Politik der Regierung, um die legale Einwanderung zu kürzen, wobei die Zahl von 200.000 auf 180.000 gesenkt wird. Die Maßnahme wurde nur teilweise umgesetzt, indem sie von Einwanderern, die festen Wohnsitz im Land haben sowie denen aus Ländern wie Tunesien und Senegal absieht. Die Opposition beschwert sich über “politisches Getue” im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2012 beschweren.

EurActiv 23 Aug. 2011: Eine internationale Studie in 23 (!) Ländern durch Ipsos fand Widerstand gegen die Einwanderung in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt. Anti-Einwanderungs-Stimmung war besonders stark in Europa, indem über 65% der Spanier, Italiener und Briten, die abgefragt wurden, teilweise zustimmten, dass “es zu viele Einwanderer in unserem Land gibt”. Schweden und Polen waren die einzigen europäischen Länder, die keine Mehrheiten hatten, die der Einwanderung keine negativen Auswirkungen zuschrieben.

In keinem Land hält eine Mehrheit Einwanderung für vorteilhaft. Mehrheiten in den meisten untersuchten EU-Ländern stimmten zu, dass die Einwanderung es immer schwieriger für die Bürger macht, Beschäftigung zu finden und “zu grosse Belastung für die öffentlichen Dienstleistungen wie die Gesundheitsversorgung und Bildung ist”.

Anti-Einwanderer-Stimmung hat für erhebliche Belastung für die Freizügigkeit innerhalb der EU gesorgt.
Am 11. August genehmigte die Europäische Kommission die spanischen Maßnahmen, rumänische Arbeiter aus seinem Arbeitsmarkt auszuschließen. Die spanische Arbeitslosenquote ist mit 21% bei weitem die Höchste in der EU. Bulgarien und Rumänien sahen vor kurzem ihren Beitritt zum grenzenlosen Schengen-Bereich verschoben.

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Die Eurostat zeigt, dass die Zahl der ausländischen Einwohner in verschiedenen EU-Ländern auf dem Vormarsch ist. Sie ist von rund 28.913.000 NIGER-articleLargeim Jahr 2007 auf 32.493.000 heute (einschließlich EU-Bürger mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat) gestiegen. Nach Angaben von Eurostat  stiegen  zwischen 1999 und 2010 die Zahlen von 1.200.000 bis auf 4.200.000 in Italien, von weniger als 120.000 auf 420.000 in Irland, und von 650.000 auf 5,7 Millionen in Spanien  an.

The New York Times 27 Sept. 2011: Für Zehntausende von Menschen aus Niger ist der Fall von Oberst Muammar el-Gaddafi eine wirtschaftliche Katastrophe, die sie plötzlich von einer Welt der guten Bezahlung in Libyen wieder in das prekäre Universum ihrer Heimat, eines der ärmsten und am meisten abhängigen Nationen auf der Erde, zurücktreibt. Mehr als 200.000 Nigerier sind seit März vor den Kämpfen geflohen. Eine Mehrheit derjenigen, die geflüchtet sind, sind nun mittellos, hungrig und, zusammen mit den Tausenden von Familien, die von Überweisungen aus Libyen abhängig waren, ohne Perspektiven. Die Regierung räumt ein, nicht die Ressourcen zu haben, um ihnen helfen zu können.

Kommentare
Werden die Nigerier mit unseren Steuergeldern zufrieden sein? Oder könnten sie auf die katastrophale Idee einer Auswanderung in die gastfreundliche EU kommen?
Scheinbar hat eine Änderung der offiziellen Haltung gegenüber Einwanderung aufgrund des wachsenden Drucks seitens der Wählerschaften stattgefunden. Aber Worte sind dankbar – Handlung ist meist nicht im Einklang mit den Versprechen in der NWO. Laut dem Obigen nimmt die Einwanderung in die EU stark zu, und dieser trend wird unter verschiedenen Vorwänden in der Zukunft weitergehen. Denn seit April 2009 haben wir  Weltregierung gem. EU-Präs. van Rompuy (Video oben). Natürlich ist im Weltstaat der möglichst grosse Umfang der Rassenmischung wünschenswert – wie von Präs Sarkozy ausgedrückt.

In Libyen ruiniert NATO – durch die EU appaludiert –  nun Afrikas reichstes Land, wobei Flüchtlingsströme nach einem mehr als gastfreundlichen Europa geschaffen werden. Lampedusa kann nicht alle afrikanischen Zuwanderer / Flüchtlinge aus Libyen und dem NWO-eingefädelten “Arabischen Frühling” aus Tunesien, z. B., aufnehmen, so sie werden rasch nach Europa überführt. Auch mussten viele Nigerier in ihre Heimat zurückkehren –um wahrscheinlich später nach Europa auszuwandern. Die Führer der NWO wie Rothschild und Soros wetteifern mit China, Südkorea, Saudi-Arabien, ehemals auch  Libyen, darum Afrikas Bauern durch Zwangsübernahme ihrer Äcker von ihrem Land in die Arbeitslosigkeit zu verjagen. Danach haben sie keine andere Wahl, als in eine EU auszuwandern, die afrikanische Rekrutierungs-Büros in Mali eröffnet haben, um 56 Mio.. Afrikanische Arbeiter + ihrer Familien bis zum Jahr 2050 nach Europa zu bringen. Dies ist “Gehirn-Dränage”  Afrikas, wobei die Aussichten für die Zukunft der Einheimischen noch hoffnungsloser wird. Dies ist die teuflische NWO.  http://euro-med.dk/?p=24803

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Gruß

Der Honigmann

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Untersuchung nach Befragung von über 200 Experten auf fünf Kontinenten zeigt die schlimmsten Orte auf.
Diese Frau lebt laut Untersuchung der „TrustLaw“-Sektion für Frauenrechte am gefährlichsten Ort der Welt.

Vergewaltigung, Sklaverei, Zwangsheirat, tiefste Armut oder die Tötung Neugeborener – in vielen Ländern auf unserem Planeten
gehört das zum Alltag für weibliche Angehörige der Spezies Mensch. Eine Untersuchung einer neuen „TrustLaw“-Sektion für
Frauenrechte der Thomas Reuters Foundation hat herausgefunden, wo Frauen besonders gequält, erniedrigt und entrechtet
werden. Den Ergebnissen nach ist es vor allem in Afghanistan, Kongo, Pakistan, Indien und Somalia heikel, nicht als Mann
geboren zu werden.

Etwa 1,5 Milliarden Menschen leben in den Staaten, welche das Ranking der für Frauen gefährlichsten Länder der Welt anführen.
Die Bedrohungen und Qual, die ihre sexuelle Identität dort mit sich bringt, sind so vielfältig wie der menschliche – oder auch oft
männliche – Einfallsreichtum.

Eine Kombination aus andauernden Konflikten, NATO-Luftangriffen und kulturellen Praktiken haben Afghanistan zu einem
besonders gefährlichen Ort gemacht, stellt Antonella Notari, Leiterin von „WomenChangeMakers“, einer Organisation zur
Förderung von Frauen als soziale Unternehmerinnen, fest. Die Frauen, welche die tief verankerten Stereotype zu kritisieren
wagen, würden meist eingeschüchtert oder getötet.

Für die Untersuchung bat „TrustLaw“ insgesamt 213 Experten mit entsprechendem Arbeitsschwerpunkt von allen fünf
Kontinenten, die Lage der Frauen insgesamt und nach sechs Kategorien zu beurteilen: Gesundheitliche Gefahren, nicht-sexuelle
Gewalt, kulturelle oder religiöse Einflussfaktoren sowie fehlender Zugang zu Ressourcen, konflikt-bezogene Gewalt und
Menschenhandel standen auf der Liste

Besonders schlimm sieht es auch in der sogenannten Demokratischen Republik Kongo aus. Von den Vereinten Nationen wird
geschätzt, dass dort jährlich 400.000 Frauen vergewaltigt werden. „TrustLaw“ nennt 1152 Vergewaltigungen täglich.
Menschenrechtsaktivisten berichteten laut UN-Untersuchungen, dass Frauen allen Alters vor allem von Angehörigen der Miliz
und des Militärs bedroht sind. Auch Massenvergewaltigungen sind ein allgemein bekanntes Phänomen, aber die Grausamkeiten
finden damit kein Ende. Die Misshandlung der Geschlechtsteile mit Bajonetten kommt ebenso vor wie die Idee, Gewehrläufe in
die Vagina einzuführen und einen Schuss auszulösen.

Pakistan, das auf Platz drei eingereiht wurde, sei vor allem wegen der Konsequenzen kultureller und religiöser Gewalt berüchtigt.
Dazu gehören Attacken mit Säure, Kinder- und Zwangsheirat oder die Bestrafung durch Steinigung und vergleichbare Gewalt.
Divya Bajpai, Berater für Reproduktionsmedizin der International HIV/AIDS Alliance, stellt fest: „Pakistan hat eine der höchsten
Raten an sogenannten ‘Mitgift-Toten’, Ehrenmorden und Kindesheiraten.”

„Mitgift-Tötungen” finden vor allem in südasiatischen Ländern wie Pakistan, Indien oder Bangladesch statt. Die Frauen sind
dabei andauernder Gewalt oder Bedrohung ausgesetzt, mit denen Ehemänner und andere Angehörige eine höhere Mitgift von
der Familie der Frau zu erpressen versuchen. Viele betroffene Frauen erhängen oder vergiften sich. Häufiger werden die Frauen
auch in Brand gesetzt. Einem CNN-Bericht von 1996 zufolge registrierten die indischen Sicherheitsbehörden pro Jahr etwa 2.500
dieser Vorfälle, laut einem BBC-Bericht von 1999 mit Berufung auf Menschenrechtsorganisationen gehen in Pakistan pro Jahr
rund 300 Tode darauf zurück. Die Menschenrechtskommission in Pakistan glaubt, dass mehr als 1.000 Frauen pro Jahr in
Ehrenmorden getötet werden.

Indien rangiert nun auf Platz vier der neu veröffentlichten Liste. Als Spitzenreiter beim Thema Menschenhandel und Sklaverei gibt
es dort geschätzte drei Millionen Prostituierte, von denen rund 40 Prozent Kinder sind. Zwangsheirat oder Arbeitssklaverei sind
weit verbreitet. Indische Behörden nehmen an, dass rund 100 Millionen Menschen vom hiesigen Menschenhandel betroffen sind.
Cristi Hegranes, Gründerin des Global Press Institute für die Ausbildung weiblicher Journalisten, stellte dazu fest, dass diese
Praxis üblich und so lukrativ sei, dass sie von Polizei und Regierung nicht angegriffen wird. Zudem „verschwinden“ laut UNBevölkerungsfonds jedes Jahr bis zu 50 Millionen neugeborene Mädchen, weil diese gesellschaftlich als minderwertig und
unerwünscht betrachtet werden.

Auf Platz fünf der gefährlichsten Länder für Frauen steht Somalia, was die somalische Frauenministerin Maryan Qasim
überraschte. Sie hätte gedacht, dass Somalia auf Platz eins eingestuft wird. In ihrem Land wäre die gefährlichste Sache für
Frauen, schwanger zu werden. Da es keine Krankenhäuser, keine Gesundheitsversorgung oder irgendetwas Vergleichbares
gäbe, würde sich die Überlebenswahrscheinlichkeit auf die Hälfte halbieren. Vergewaltigungen oder Genitalverstümmelung seien
ebenfalls an der Tagesordnung. Letztere beträfe jedes einzelne Mädchen in Somalia. Gemeinsam mit den Effekten von
Hungersnot, Dürre und den Kämpfen hieße es in Somalia, dass Frauen jeden Augenblick an jedem Tag sterben könnten.
Den sechs Kategorien nach ist die Lage für Frauen in Afghanistan vor allem im Bereich von Gesundheitsrisiken, Armut,
Diskriminierung und nicht-sexueller Gewalt brisant. In Kongo wüten vor allem Vergewaltigung und andere Formen sexueller
Gewalt, in Indien sind Menschenhandel und Sklaverei am Schlimmsten. In Pakistan sind rituelle und religiöse Praktiken der
Hauptgrund, warum Frauen leiden müssen.

Die detaillierteren Ergebnisse zeigen, dass es auch im Sudan und auf Haiti übel aussieht. Ein Abgleich mit den Daten des Global
Peace Indexist ebenfalls bemerkenswert. Afghanistan ist hier auf Platz 150 von 153 beurteilten Staaten eingestuft, Kongo auf
Platz 148, Pakistan auf Platz 146 und in Indien reichte es zu Platz 135. Sudan findet sich auf Platz 151, der Irak auf Platz 152.
Somalia ist in den GPI-Ergebnissen mit Platz 153 Schlusslicht und kann wie sicherlich viele andere Staaten als echte Hölle auf
Erden bezeichnet werden. Lassen die Analysen des Global Peace Index und die Ergebnisse von “TrustLaw” schließlich eine
ungefähre Korrelation zu, dürften Frauen auch in Russland, Myanmar, dem Jemen sowie weiten Teilen Afrikas vielfach einem
schrecklichen Schicksal ausgesetzt sein.

….danke an Ben aus der DomRep…..

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Gruß

Der Honigmann

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Mit grosser Besorgnis wird beobachtet, dass grosse Landstriche an Investoren verkauft oder verpachtet werden

von Neill MacFarquhar

Das halbe Dutzend Fremder, das in dem entlegenen westafrikanischen Dorf abstieg, brachte den von der Hand in den Mund lebenden Bauern alarmierende Neuigkeiten: Ihre bescheidenen Felder, die sie seit Generationen bestellen, würden nun vom libyschen Führer, Muammar al Gaddafi, kontrolliert, und alle Bauern müssten die Felder verlassen.
«Sie sagten uns, dass diese Regenzeit die letzte sei, in der wir unsere Felder bestellen könnten. Dann würden sie alle Häuser dem Erdboden gleich machen und das Land in Besitz nehmen», sagte die 73jährige Mama Keita, die Ortsvorsitzende des Dorfes, das von dichtem, dornigem Buschland umgeben ist. «Uns wurde gesagt, das Land gehöre Gaddafi.»

In ganz Afrika und anderen Entwicklungsländern verschlingt ein neuer weltweiter Hunger nach Land riesige Gebiete kulturfähigen Landes. Trotz seit Menschengedenken geltender Traditionen entdecken immer mehr fassungslose Dorfbewohner, dass afrikanische Regierungen nun plötzlich ihr Land besitzen und es – oft zu Schleuderpreisen – auf Jahrzehnte hinaus an ausländische Regierungen oder private Investoren verpachtet haben.
Organisationen wie die Vereinten Nationen und die Weltbank behaupten, bei fairer Handhabung könnte diese Vorgehensweise durch die Einführung grossflächiger, kommerzieller Landwirtschaft an Orten, die das bisher nicht kennen, einen Beitrag zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung leisten.
Andere jedoch verurteilen diese Geschäfte als neokolonialen Landraub, der Dörfer zerstört, Zehntausende von Bauern entwurzelt und eine unberechenbare Masse landloser Armer schafft. Und noch schlimmer mache die Sache, dass ein Grossteil der Nahrung für reichere Nationen bestimmt ist.

«Die Nahrungsmittelsicherheit des betreffenden Landes muss für alle an erster Stelle stehen», sagte der ehemalige Uno-Generalsekretär Kofi Annan, der sich nun mit Fragen der afrikanischen Landwirtschaft befasst. «Sonst handelt es sich schlicht um Ausbeutung und wird nicht funktionieren. Wir haben schon einen ‹Wettlauf um Afrika› [die Kolonisierung und Aufteilung des afrikanischen Kontinents zur Zeit des Imperialismus zwischen 1880 und 1914] erlebt. Ich glaube nicht, dass wir einen zweiten Wettlauf dieser Art erleben wollen.»
Eine Studie der Weltbank, die im September 2010 herausgegeben wurde, listete Geschäfte über landwirtschaftliche Flächen von mindestens 45 Millionen Hektaren auf, die allein in den ersten 11 Monaten des Jahres 2009 getätigt wurden. Bei mehr als 70 Prozent der Geschäfte handelte es sich um afrikanisches Land, wobei Äthiopien, Mozambique und Sudan zu den Ländern gehörten, die Millionen von Hektaren an Investoren übertrugen.
Vor 2008 betrug der weltweite Durchschnitt solcher Geschäfte weniger als 4 Millionen Hektar pro Jahr, so der Bericht. Aber die Nahrungsmittelkrise in jenem Frühjahr, die Unruhen in mindestens einem Dutzend Länder auslöste, führte zu diesem Kaufrausch. Die Aussicht auf zukünftige Knappheit zog sowohl reiche Regierungen, die nicht genug anbaufähiges Land für die Ernährung ihrer Bevölkerung haben, als auch Hedge-Fonds an, die auf schwindende Güter setzen.

«Wir beobachten, dass das Interesse an Landkäufen auf einem sehr hohen Niveau weiterbesteht», sagt Klaus Deininger, der Ökonom der Weltbank, der den Bericht schrieb. Weil viele Regierungen ihre Verkaufsvereinbarungen nicht offenlegen wollten, musste er viele Zahlen von einer Website nehmen, die von Grain, einer Interessenvertretung der Bauern, geführt wird. «Das alles ist eindeutig noch nicht vorbei.»
Obwohl der Bericht die Investitionen im allgemeinen unterstützt, beschrieb er ausführlich uneinheitliche Ergebnisse. Die Entwicklungshilfe für die Landwirtschaft schrumpfte von ungefähr 20% des gesamten Hilfevolumens im Jahr 1980 auf heute etwa 5%, was einen Bedarf an anderweitigen Investitionen schuf, um die Produktion anzutreiben.

Aber laut den Befunden des Berichts scheinen viele Investitionen reine Spekulation zu sein, bei der das Land brach liegt, Bauern wurden ohne Entschädigung vertrieben, Land wurde weit unter Wert verpachtet, die gewaltsam Vertriebenen breiten sich letzt­endlich mehr und mehr in Parks aus, und die neuen Unternehmen haben viel weniger Arbeitsstellen geschaffen, als versprochen wurde.
Das atemberaubende Ausmass einiger Geschäfte rüttelt die Gegner auf. In Madagaskar führte ein Abkommen, das über die Hälfe des anbaufähigen Landes einem südkoreanischen Konglomerat übergeben hätte, dazu, dass sich die Opposition gegen einen bereits unbeliebten Präsidenten formierte und damit zu seinem Sturz im Jahr 2009 beitrug.
In Ländern wie Kongo, Äthiopien, Liberia, Uganda und Sambia wurden Menschen von ihrem Land vertrieben. Es ist sogar nicht ungewöhnlich, dass Investoren Land in Besitz nehmen, das angeblich unbewohnt ist. In Mozambique entdeckte eine Investmentgesellschaft ein ganzes Dorf mit eigenem Postamt auf Land, das als unbewohnt beschrieben worden war, erklärte Olivier De Schutter, der Uno-Berichterstatter für Ernährungsfragen.

In Mali werden ungefähr 1,2 Millionen Hektar Land entlang des Niger und seines Deltas durch das staatlich geführte agroindustrielle Unternehmen Office du Niger kontrolliert. In fast 80 Jahren wurden nur 80 000 Hektar des Landes bewässert, und deshalb betrachtet die Regierung neue Investoren als einen Segen.
«Selbst wenn man der Bevölkerung das Land gäbe, hätte sie nicht die Mittel dazu, es zu bewirtschaften, genausowenig wie der Staat», sagte Abu Sow, der Geschäftsführer des Office du Niger.
Er führte Länder auf, deren Regierungen oder Privatwirtschaft bereits Investitionen tätigten oder ihr Interesse anmeldeten: China und Südafrika an Zuckerrohr, Libyen und Saudi Arabien an Reis; aber auch Belgien, Kanada, Frankreich, Indien, die Niederlande, Südkorea und multinationale Organisationen wie die Westafrikanische Entwicklungsbank.

Insgesamt, so Sow, betrafen ungefähr 60 der Geschäftsabschüsse mindestens 240 000 Hektar Land in Mali, obwohl einige Organisationen erklärten, es seien mehr als 600 000 Hektar Land vergeben worden. Er behauptete, der Grossteil der Investoren käme aus Mali und baue Nahrung für den heimischen Markt an. Aber er gestand ein, dass ausländische Investoren wie die Libyer, die in Mali mehr als 100 000 Hektar in Pacht haben, die landwirtschaftlichen Produkte wohl in ihr Land zurückführen würden.

«Welchen Vorteil hätten sie davon, in Mali zu investieren, wenn sie nicht einmal ihre eigene Ernte mitnehmen dürften?» fragte Sow.
Wieviel Geld Mali an diesen Verpachtungen verdienen kann, bleibt unklar. Der Vertrag, der mit den Libyern unterzeichnet wurde, überträgt ihnen das Land für mindestens 50 Jahre einfach dafür, dass sie es nutzbar machen.
«Die Libyer wollen Reis für die Libyer produzieren, nicht für die Einwohner von Mali», sagt Mamadou Goita, Direktor einer gemeinnützigen Forschungsorganisation in Mali. Er und andere Gegner bringen vor, die Regierung privatisiere eine knappe nationale Ressource, ohne die einheimische Nahrungsversorgung zu verbessern, und dass ­politische, nicht wirtschaftliche Erwägungen alles vorantreiben, weil Mali die Beziehungen zu Libyen und anderen Ländern verbessern möchte.

Die grossen Landstriche, die privaten Investoren gegeben wurden, sind noch viele Jahre davon entfernt, Ertrag zu bringen. Offizielle Stellen heben jedoch hervor, dass Libyen bereits mehr als 50 Millionen Dollar für den Bau eines 39 Kilometer langen Kanals und einer Strasse ausgegeben habe, die von einer chinesischen Firma zum Wohle der örtlichen Bevölkerung erbaut wurden.
Jeder betroffene Bauer, fügte Sow bei, einschliesslich der mehr als 20 000 Menschen, die vom libyschen Projekt betroffen sind, wird entschädigt werden: «Wenn sie einen einzigen Baum verlieren, werden wir ihnen den Wert dieses Baumes bezahlen», sagte er.
Aber Zorn und Misstrauen sind gross. Bei einer Kundgebung im letzten Monat verlangten Hunderte von Bauern, dass die Regierung solche Geschäfte einstellen solle, bis sie ein Mitspracherecht erhielten. Mehrere erzählten, dass sie von Soldaten geschlagen und inhaftiert worden waren, dass sie aber bereit wären zu sterben, um ihr Land zu behalten.

«Wir werden sehr bald eine Hungersnot haben», rief Ibrahima Coulibaly, Leiter des Koordinationskomitees landwirtschaftlicher Organisationen in Mali. «Wenn die Menschen nicht für ihre Rechte eintreten, werden sie alles verlieren!»
«Ante!» riefen die Menschen in der Menge in Bamanankan, der örtlichen Sprache. «Wir weigern uns!»
Das Problem, das sich Experten zufolge abzeichnet, ist, dass Mali eine Agrargesellschaft bleibt. Wenn man Bauern von ihrem Land vertreibt, ohne ihnen eine alternative Lebensgrundlage zu bieten, riskiert man, dass die Hauptstadt Bamako mit arbeitslosen und entwurzelten Menschen überflutet wird, die zu einem politischen Problem werden könnten.
«Unser Land ist eine natürliche Ressource, die 70% der Bevölkerung nutzen, um zu überleben», sagt Kalfa Sanogo, ein Ökonom beim Uno-Entwicklungshilfeprogramm in Mali. «Man kann nicht einfach 70% der Bevölkerung vom Land vertreiben, und man kann auch nicht sagen, dass sie eben Landarbeiter werden können.» In eine andere Richtung geht ein Projekt der USA im Umfang von 224 Millionen Dollar, das ungefähr 800 malischen Bauern dazu verhelfen soll, das Anrecht auf je fünf Hektar neu gerodeten Landes zu erwerben. So sollen sie vor Vertreibung geschützt werden.
Soumoni liegt ungefähr 30 Kilometer von der nächsten Strasse entfernt. Wandernde Viehhirten mit ihren charakteristischen spitzen Strohhüten geben dort Richtungsanweisungen wie: «Halte dich rechts beim Termitenhügel mit dem Loch drin.»
Sekou Traoré, 69, ein Dorfältester, war sprachlos, als ihm Regierungsvertreter letztes Jahr mitteilten, dass Libyen nun sein Land kontrolliere. Er hatte es immer als sein Eigentum betrachtet, weitergegeben über Generationen vom Grossvater an den Vater und dann an den Sohn.
«Alles was wir wollen, ist, dass sie uns, bevor sie unsere Häuser niedermachen und unsere Felder übernehmen, die neuen Häuser, in denen wir leben sollen, zeigen und auch die neuen Felder, die wir bewirtschaften werden,» erklärte er an der Kundgebung im letzten Monat.
«Wir haben alle so Angst», sagte er bezüglich der 2229 Bewohner seines Dorfes. «Wir werden die Opfer sein, dessen sind wir sicher.»    •

Quelle: International Herald Tribune vom 23.12.2010
© International Herald Tribune
(Übersetzung Zeit-Fragen)

Agrarsprit statt Lebensmittel – die Spekulation um

Agrarland grassiert auch in Europa

Wolfgang Beer, studierter Diplominge­nieur, führt in Gerbstedt im Bundesland Sachsen-Anhalt die Gerbstedter Agrar GmbH, die 2010 ihr 20jähriges Jubiläum feierte. Sie bewirtschaftet 1772 ha Ackerfläche, 23 ha Forstfläche und 5 ha Grünlandfläche. 2010 beschäftigte sie 46 Personen, davon vier Auszubildende zum Landwirt, einen Auszubildenden zum Landmaschinen- und Baumechaniker und eine Auszubildende zur Bürokauffrau.

Der Boden ist gut – sandiger Lösslehm, Bodenwertzahl von 85 bis 88, «so dass jeder Landwirt weiss, dass es eigentlich beste Erde für die Landwirtschaft ist», wie Beer einem Journalisten von Schweizer Radio DRS erklärt. Sorgen machen ihm aber die Bodenpreise. Wolfgang Beer war schon zu DDR-Zeiten Vorsitzender der örtlichen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Nach der Wende pachtete er das Land von der Treuhand, deren Verträge aber nun auslaufen. Das bedeutet, dass nun riesige Agrarflächen auf den Markt kommen – und schon tauchen Spekulanten und Investoren auf, die die Bodenpreise in der Region massiv in die Höhe treiben. «Also bis zur Mitte des Jahres», so Beer gegenüber Franco Battel von DRS, «waren in unserer Gegend hier Preise ungefähr zwischen 9000 und 10 000 Euro pro Hektar üblich.

Die waren auch wirtschaftlich, aus Sicht der landwirtschaftlichen Produktion, halbwegs vertretbar. Gegenwärtig sind natürlich gewaltige Preisentwicklungen im Gang, und da sind Preise jetzt hier in unserem Fall, in unserer Region bis zu 17 500 Euro aktuell. Das ist normalerweise aus rein landwirtschaftlicher Sicht nicht mehr finanzierbar und ist demzufolge auch eine Gefahr für die gesamte landwirtschaftliche Entwicklung in der Region. Es muss jeder selbst entscheiden, wie weit er das finanzieren kann, wie weit er mithalten kann bei diesen Preisen, auf welches Glatteis es sich begibt und damit eventuell auch seinen Betrieb in Gefahr bringt.»
Die Investoren meldeten sich auch bei der Gerbstedter Agrar GmbH und boten Beer und seinen Kollegen beste Preise.

Beer schickt sie weg – ihm liegen Verantwortung für seine Mitarbeiter und als Staatsbürger näher als der schnelle Gewinn: «Die meisten Investoren sehen natürlich heute die Produktion mit Bio-Energie, das heisst, es würde hier vermutlich praktisch in Dauerkultur Mais oder eine andere Energiepflanze angebaut. Das ist ja an bestimmten Stellen schon ein grosses Politikum geworden: Wenn ich eine Frucht ohne Einhaltung einer fachlich guten Fruchtfolge wiederholt anbaue, dann sind natürlich auch Probleme vorprogrammiert. Ich will Lebensmittel anbauen. Wir können doch nicht alles importieren. Ich kann mir schon vorstellen, was das für die Lebensmittelsicherheit in den europäischen Ländern bedeuten könnte: Instabilität ohne Ende. Und diese Dinge machen einem als Bürger schon zu schaffen.»

Quelle: Schweizer Radio DRS International vom 7. November 2010.

www.agrar-gerbstedt.de/index.html

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2011/nr2-vom-1012011/afrikanische-landwirte-stehen-auf-der-verliererseite-ihre-staaten-verpachten-ackerland-an-auslaendische-investoren/

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Gruß

Der Honigmann

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The Round Table:

“The Round Table” entstand am 5. Februar 1891 durch Cecil Rhodes in England. Gründungsmitglieder waren u.a. Stead, Lord Esher, Lord Alfred Milner, Lord Rothschild, Lord Arthur Balfour. Der Aufbau der Gruppe entsprach, wie Hitlers “SS”, der Gesellschaft Jesu, dem Jesuitenorden.

Das Hauptziel der Gruppe war die Ausdehnung der britischen Herrschaft auf die ganze Welt und Englisch als Weltsprache. Rhodes hat wirklich eine positive Weltregierung zum Besten des Menschen angestrebt, die Gruppe wurde jedoch später wieder von Illuminati-Agenten infiltriert. Durch Rothschild ist “The Round Table” mit den Zionisten verbunden, in den USA gleichzeitig mit den Familien Schiff, Warburg, Guggenheim, Rockefeller und Carnegie. Lord Milner übernahm später die Leitung der Gruppe, aus der das “Royal Institute of International Affairs” (RIIA) und der CFR hervorgingen. Milner ist ebenfalls eines der Hauptmitglieder des “Komitee der 300″. Das ebenfalls aus dem “Round Table” hervorgegangene “Institute for Advanced Study” (IAS), beschäftigte Robert Oppenheimer und Albert Einstein, die später für das IAS die erste Atombombe entwickelten.

Der deutsche Ableger des RIIA und des CFR ist die “Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik” (DGAP). Sie wurde am 29. März 1955, als unabhängige und überparteiliche Vereinigung gegründet. Die Mitglieder erörtern angeblich die Probleme der internationalen, besonders die der europäischen Wirtschaft und Politik. Ob sie nun soviel Einfluß haben wie das “Royal Institute of International Affairs” (RIIA) oder der CFR wie in Amerika, ist nicht klar. Doch mit Sicherheit bilden sich diese Ganoven auch ein, unsere Geschicke leiten zu müssen. Die Namen der wichtigsten Mitglieder sprechen für sich.

Mitglieder 1983:
Hans Apel Otto Wolff von Amerongen Martin Bangemann
Hans Apel
Otto Wolff von Amerongen
Martin Bangemann
 

Klaus von Dohnanyi Hans Dietrich Genscher
Kurt Birrenbach
Klaus von Dohnanyi
Hans Dietrich Genscher
Karl Kaiser Hans Lutz Merkle Philip Rosenthal
Karl Kaiser
Hans Lutz Merkle
Philip Rosenthal
Helmut Schmidt Gerhard Stoltenberg Wolfgang Wagner
Helmut Schmidt
Gerhard Stoltenberg
Wolfgang Wagner
Richard von Weizsäcker Hans-Jürgen Wischnewski
Richard von Weizsäcker
Hans-Jürgen Wischnewski
Mitglieder 1992:
Otto Wolff von Amerongen Klaus von Dohnanyi Björn Engholm
Otto Wolff von Amerongen
Klaus von Dohnanyi
Björn Engholm
Karl Kaiser Otto Graf Lambsdorff Hans Lutz Merkle
Karl Kaiser
Otto Graf Lambsdorff
Hans Lutz Merkle
Volker Rühe Helmut Schmidt Rita Süssmuth
Volker Rühe
Helmut Schmidt
Rita Süssmuth
Manfred Stolpe Wolfgang Wagner Theo Waigel
Manfred Stolpe
Wolfgang Wagner
Theo Waigel

Seltsam an dem Ganzen ist, daß alle Mitglieder verschiedenen Parteien angehören, sich im Öffentlichen eifrige Wortgefechte liefern, sich zanken, gegenseitig beschimpfen und doch im Geheimen an einem Tisch sitzen und irgendeinen Unsinn, auf den wir alle getrost verzichten können, auskaspern.

Die Bilderberger:

Seit 1954 treffen sich jedes Jahr ungefähr 120 einflußreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in Luxushotels hinter verschlossenen Türen, um im Geheimen über den anstehenden Kurs in der Weltpolitik zu diskutieren und zu entscheiden. Sie nennen sich die “Bilderberger” – der Name jenes Hotels, wo sie sich 1954 zum ersten Mal getroffen hatten.

Dank ausdauernden Journalisten wie dem Amerikaner Jim Tucker sind diese Treffen heute längst nicht mehr so geheim, wie man das gerne hätte. Die einflußreichen Massenmedien breiten zwar noch immer krampfhaft den Mantel der Verschwiegenheit darüber aus. Das braucht nicht zu erstaunen – einige mächtige Medienvertreter nehmen jeweils selber an diesen Treffen teil und sind damit automatisch zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Die von den Bilderbergern beehrten Luxushotels werden jeweils hermetisch abgeriegelt (”wir sind vollkommen ausgebucht”) und von einer kleinen Armee von Sicherheitsleuten bewacht. Weil sich dies ebensowenig vor der Lokalbevölkerung geheimhalten läßt, wie die vielen schwarzen Limousinen, die plötzlich vorfahren, tischen die Bilderberger jeweils Lügengeschichten auf, um eine offizielle Erklärung bereit zu haben. Diese wird üblicherweise in der Lokalpresse publiziert. Im Jahre 2005 traf es die “Tegernseer Zeitung”: Am 6. Mai 2005 publizierte sie im Auftrag der Bilderberger einen ausführlichen Artikel mit belanglosen Bildern über eine angebliche internationale Ärzte-Konferenz, die an jenem Wochenende im Dorint Hotel stattfinde. 2006 trafen sich die Bilderberger im norditalienischen Stresa am Lago Maggiore, wo sie sich als “mehrere Geschäftskonferenzen” tarnten. Als sie 2002 in Chantilly, Virginia, USA, zusammenkamen, fanden “vier große Hochzeiten” statt.

Worüber wird geredet?
Zwei ständige Bilderberger-Teilnehmer sind David Rockefeller, der amerikanische Multimilliardär, und Henry Kissinger, ehemaliger US-Außenminister. Letzterer soll während des Treffens am Tegernsee vorausgesagt haben, daß sich der Ölpreis innerhalb von zwei Jahren auf 150 US-Dollar pro Barrel verdreifachen werde. Es stehen also rosige Zeiten für die Ölindustrie an – beispielsweise für Rockefellers Öl-Imperium ‚Standard Oil New York’. Nur gut, daß die irakischen Ölfelder nun amerikanischer Kontrolle unterliegen…

Außerdem wollen die Bilderberger seit Jahren eine globale UN-Steuer einführen, was ein wichtiger Schritt hin zu einer Weltregierung wäre. Beispielsweise, indem man für jedes Barrel Rohöl 10 Cent besteuert. Das würde gar niemand merken. Ein Bilderberger meinte denn auch: “Sorgen wir dafür, daß diese Steuer ohne die geringste Publizität von der UNO angenommen wird. Wir sollten die Pressefritzen im voraus darüber informieren und sie davor warnen, eine Hysterie aus dem rechten Lager auszulösen.” – Mit anderen Worten: die einflußreichen Massenmedien sollen die Diskussion um die Einführung einer globalen Steuer bewußt totschweigen, damit die Nationalisten weltweit nicht dagegen ankämpfen können.

“Werden sich die Menschen Jahre später dieser heimlich eingeführten Steuer bewußt, wird es sie kaum mehr kratzen”, so der Bilderberger weiter.

Einige der wichtigsten internationalen Vertreter sind bzw. waren:

Giovanni Agnelli, Fiat-Chef
Zbigniew Brzezinski, Vorsitzender der Trilateralen Kommission und wichtigster Rockefeller-Agent
George Bush sen., Ex CIA-Chef, Ex CFR-Chef, Ex US-Präsident, Komitee der 300
Lord Carrington, (GB) Komitee der 300, Kissinger Associates, Ex-NATO Vorsitzender
Allen Dulles, Ex CIA-Chef
Bill Clinton, US-Präsident, CFR, Trilaterale Kommission
Henry Ford
Felipe Gonzales, Generalsekretär dersozialistischen Partei Spaniens und später Ministerpräsident
David Kennedy
Henry Kissinger, auch Mitglied der italienischen P-2 Loge
Joseph Luns, Ex NATO-Generalsekretär
Lord Roll of Ipsden, ehemaliger Präsident der S.G. Warburg Group Plc.
Robert McNamara, Weltbank
Wilfried Martens
Olof Palme, war “Komitee der 300″- Mitglied († 1986)
Walter P. Reuther
David Rockefeller
Nelson Rockefeller
Baron Edmund de Rothschild
Jan Tindemanns, Ex-Premierminister Belgiens
Eric D. Warburg
Siegmund Warburg
Manfred Wörner, NATO

Deutsche Mitglieder
(diese waren alle zumindest einmal anwesend):

Hermann Abs, Deutsche Bank
Egon Bahr
Rainer Barzel, † 2006
Kurt Becker, Kölner Stadtanzeiger
Berthold Beitz, Krupp-Konzern
Fritz Berg, BDI-Präsident
Kurt Biedenkopf, Ex-Ministerpräsident von Sachsen, hochgradiger Freimaurer
Kurt Birrenbach, DGAP
Hans C. Boden
Willy Brandt, 1969 – 1974 Bundeskanzler, † 1992
Hans-Otto Bräutigam
Birgit Breuel, Treuhand
Carl Carstens, Ex-Bundespräsident, † 1992
Erich Dethleffsen
Werner H. Dieter, Mannesmann AG
Klaus von Dohnanyi
Felix von Eckard
Ottmar Emminger, Bundesbank
Björn Engholm
Ludwig Erhard, 1963 – 1966 Bundeskanzler, † 1977
Fritz Erler
Ernst Falkenheim
Gerhard Geyer
Herbert Gross
Walter Hallstein
Alfred Herrhausen, Deutsche Bank
Hans Heinrich Herwarth von Bittenfeld
Rolf Heyn
Karl Kaiser
Dieter Kastrup
Walter Leisler Kiep
Kurt-Georg Kiesinger, 1966 – 1969 Bundeskanzler, † 1988
Helmut Kohl, 1982 – 1998 Bundeskanzler, Logenmitglied B’Nai B’Rith
Hilmar Kopper, Deutsche Bank
Franz Krapf, Diplomat
Knut von Kühlmann-Stumm
Otto Graf Lambsdorff
Paul Leverkühn
Richard Löwenthal, Pseudonym “Paul Sering”, † 1991, Nazi-Hetzer mit eigener TV-Sendung im ZDF
Ernst Majonica
Klaus Mehnert
Alexander Menne
Hans Merkel
Alois Mertes, Staatsminister Auswärtiges Amt
Karl Mommer
Rudolf Müller
Alfred Müller-Armack
Karl Otto Pöhl, ehem. Bundesbankpräsident
Jürgen Ponto, Dresdner Bank
Wolfgang Reitzle, BMW AG
Ludwig Rosenberg
Volker Rühe, Ex – Verteidigungsminister, Nato – Marionette
Friedrich Ruge
Heinz Ruhnau, Lufthansa
Walter Scheel
Karl Schiller
Carlo Schmidt
Helmut Schmidt, 1974 – 1982 Bundeskanzler
Ernst Georg Schneider
Gerhard Schröder,1998 – 2005 Bundeskanzler
Angela Merkel, seit 2005 Bundeskanzlerin
Hans-Günther Sohl, Thyssen
Theo Sommer, Die Zeit
Hans Speidel, NATO-Militär
Axel Springer, Bild, † 1985
Adolf Sternberger, Polit-Professor
Gerhard Stoltenberg, 1989 – 1992 Bundesverteidigungsminister, † 2001
Franz Joseph Strauß, 1978 – 1988 Ministerpräsident von Bayern, † 1988
Erwin Teufel, 1991 – 2005 Ministerpräsident von Baden-Württemberg
Heinrich Troeger, Bundesbank
Ludger Westrick
Norbert Wieczorek
Hans-Jürgen Wischnewski, † 2005
Otto Wolff von Amerongen, Großindustrieller
Josef Ackermann, Deutsche Bank
Hubert Burda, Chef Hubert Burda Media
Klaus Kleinfeld, CEO Siemens AG
Klaus Zumwinkel, Deutsche Post AG

Die Trilaterale Kommission:

Diese Geheimorganisation wurde im Juni 1973 von David Rockefeller und Zbigniew Brzezinski gegründet und in Anbetracht der Tatsache eingesetzt, daß so etablierte Organisationen wie z.B. die UNO alle viel zu langsam daran arbeiten, um die “Eine Weltregierung” zustandezubringen. Die “Big Boys” wollten “Action” sehen. Diese elitäre Organisation hat zum Ziel, die Spitzenkräfte der Industrie- und Wirtschaftsgiganten, d.h. der Trilateralen Nationen – Vereinigte Staaten, Japan und Westeuropa – in einem Pool zu vereinen und die endgültige Schaffung der “Neuen Weltordnung” zu forcieren. Sie bietet der aus verschiedenen Richtungen der Freimaurerei kommenden Elite weltumspannende Treffmöglichkeiten geheimer Zusammenarbeit und soll dem Einfluß der “Bilderberger” eine breitere politische Basis geben. Die meisten europäischen Mitglieder hatten langjährige Kontakte zu den Rockefellers. Sie hat zirka 200, im Gegensatz zu den “Bilderbergern” ständige, Mitglieder.
Die “Trilaterale Kommission” hat mit den Mitgliedern des CFR die gesamte US-Wirtschaft, Politik, Militär, Oel, Energie und Medienlobby unter Kontrolle. Mitglieder sind u. a. Konzerndirektoren, Bankiers, Immobilienmakler, Wirtschaftler, Politologen, Rechtsanwälte, Verleger, Politiker, Gewerkschaftsführer, Stiftungspräsidenten und Zeitungskolumnisten.

Die wichtigsten Mitglieder:

Zbigniew Brzezinski, US Sicherheitsberater des Präsidenten
George Bush sen., Ex-US-Präsident, Ex Chef des CIA Ex Chef des CFR
Bill Clinton, Bilderberger, CFR, Ex- US Präsident
Henry Kissinger, ehem. Außenminister der USA (Da haben wir ihn wieder!)
Robert McNamara, Weltbank
David Rockefeller, Chase Manhattan Bank, EXXON,
Edmund de Rothschild, Royal Dutch, Shell

Die wichtigsten deutschen Mitglieder:

Otto Wolff von Amerongen, Präsident der Otto Wolff AG
Kurt Biedenkopf
Kurt Birrenbach, Präsident der DGAP, Mitglied der Bilderberger
Horst Ehmke, Bundestagsmitglied
Hans Hartwig, Vorsitzender des Bundesverbandes des Deutschen Groß und Außenhandels
Diether Hoffmann, ehem. Neue Heimat, Hamburg
Ludwig Huber, Bayerische Landesbank und Girozentrale München
Horst Janott, Direktor der Münchener Rückversicherung
Karl Kaiser, Leiter des Forschungsinstituts der DGAP
Norbert Kloten, Präsident der Landeszentralbank Baden-Württemberg
Erwin Kristoffersen, Leiter der Int. Abteilung des DGB
Otto Graf Lambsdorff, ehem. Bundeswirtschaftsminister
Walter Leisler-Kiep, ehem. Kassenwart der CDU
Hans Maull, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk
Alwin Münchmeyer, Vater von Birgit Breuel
Friedrich Neumann, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes NRW
G.Rodenstock
Volker Rühe, Bundestagsmitglied, Verteidigungsminister
Hans Günther Sohl, Aufsichtsratvorsitzender der Thyssen AG
Theo Sommer, Chefredakteur der”Die Zeit”
Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler
Ronaldo Schmitz, Aufsichtsratmitglied der BASF AG
Gerhard Schröder, ehemaliges Bundestagsmitglied
Heinz-Oskar Vetter, ehemals Vorsitzender des DGB
Joachim Zahn, ehemals Aufsichtsratvorsitzender der Daimler Benz AG

Angesichts der Tatsache, wo diese Gauner überall ihre Pfoten drin haben, braucht man sich nicht wundern, warum es nirgends voran geht. Wenn sie angeblich ihre “Debattier-Clubs” dafür nutzen, um der Menschheit Frieden und Wohlstand zu bringen, tut sich die Frage auf, warum sie geheim bleiben wollen und nie offen darüber sprechen was sie auskaspern. Das ist doch ein Beweis dafür, daß sie etwas zu verbergen haben. Verschwiegenheit, Geheimnisse, Halbwahrheiten und Lügen sind normalerweise Attribute der Mafia und wie wir alle wissen, sind solche Organisationen kriminell.

Das Komitee der 300:

Es beginnt im Jahre 1600. Damals wurde die Britsche Ostindiengesellschaft (BEIC), eine Handelskompanie gegründet. Sie war ebenso wie die zwei Jahre später entstandene Holländische Ostindiengesellschaft mit Monopolen und Privilegien für den Kolonialhandel ausgestattet. Die BEIC war anfangs auf den Handel mit Tee und Gewürzen ausgerichtet, die sie in Indien anbauen ließ und aufkaufte, um die Waren in England gewinnbringend zu veräußern. Irgendwann waren die Bedürfnisse nach höheren Gewinnen durch Tee und Gewürze nicht mehr zu befriedigen, da wurde Ausschau nach einem Produkt gehalten, das neue Profite bringt. Die BEIC wurde fündig und die dreihundert Vorstandsmitglieder freute es. Die ersten Schiffsladungen mit Opium aus Bengalien erreichten England auf den gleichen Schiffen, die seit über acht Jahrzehnten den Tee und die Gewürze so erfolgreich transportiert hatten. Doch der Versuch, die breite englische Masse zum Konsum zu bewegen schlug fehl. Eigentlich kein Wunder, denn Opium macht depressiv, und wer tagein tagaus im englischen Wetter verbringt, der dürfte kaum Bedarf nach noch mehr Depression haben. Jedenfalls wurde ein neuer Markt gesucht und auch schnell gefunden. Der Opiumhandel in China ging los mit der China-Inandsmission” der BEIC.

Es entstanden die typischen Opiumhöhlen, in denen die chinesischen Konsumenten Abwechslung vom tristen Alltag suchten. Erst nach vielen Jahren des tatenlosen Zusehens wurde von Seiten der chinesischen Regierung reagiert, um der fortschreitenden Verelendung durch das Heer von Süchtigen Einhalt zu gebieten. Dazu wurde im Jahre 1729 ein Importverbot über Opium verhängt. Das gefiel den Vorständen der BEIC natürlich gar nicht, denn nun drohten ihre seit Jahrzehnten gewohnt und reichlich sprudelnden Einnahmen zu versiegen. Und so reagierten sie prompt, um den alten Status quo wiederherzustellen. Sie gründeten 1729 das Komitee der 300, eine Geheimgesellschaft. Aber es handelt sich nicht um irgendeine Organisation. Es ist die mächtigste Gesellschaft der Welt und während das BEIC vom Erdboden verschwunden ist, existiert das Komitee der 300 heute noch und ist einflußreicher denn je.

Wir einfachen Menschen wissen durch einen Mann von dieser Geheimgesellschaft, Walter Rathenau. Er gab das Geheimnis preis, das fast zwei Jahrhunderte im Verborgenen blieb. Sein Zitat “Es gibt ein Komitee von 300 Leuten, die die Welt regieren und deren Identität nur ihresgleichen bekannt ist.” Und damit ist die These von der Existenz des Komitee der 300 der erste Grundbaustein, um alle Formen vom Unverständnis der heutigen Situation zu beheben. Eben dieser Walter Rathenau wurde kurz nach seinem „Verrat” am 24. Juni 1922 ermordet. Zufall oder logische Konsequenz?

Wenn man fragt, welcher Name für den mystischen Inbegriff von Reichtum und Macht steht, was wäre die Antwort? Der eine ist Rothschild und der andere Rockefeiler. Nun, beide Familien sind Mitglieder im Komitee der 300. Man kann sogar behaupten sie beherrschen heute mit den befreundeten und verwandten Familien diese Gesellschaft.

Diese beiden Namen stehen im Volksmund für unermeßlichen Reichtum, und den erwirbt man sich in der Realität durch Geschäfte, wie sie Kaufleute betreiben. Unter guten Händlern gilt der Spruch, der Gewinn liegt im Verkauf. Billig produzieren oder kaufen, und dann teuer verkaufen, so erwirtschaften sich Profite. Diese Kriterien erfüllen die Reichen dieser Welt wie selbstverständlich.

Kommen wir nochmals zurück zu diesem Komitee der 300 und schauen wir uns weitere Personen und Familien an. Wir finden Queen Elisabeth II, Königin Beatrix der Niederlande, ebenso wie die Adelshäuser Hohenzollern, Habsburg und das Haus von Oranien. Desweiteren Familie DuPont, Inhaber des größten Chemiekonzerns der Welt, die Warburgs, den Börsenguru Warren Buffet und auch den ehemaligen US-Präsident George Bush sen. Wenn Sie die Liste der Personen in Dr. John Coleman’s Buch “Das Komitee der 300″ durchgehen, dann kommt fast alles zum Vorschein, was Rang und Namen hat auf dieser Welt. Manche Personen stehen im Rampenlicht und agieren auf der Bühne der Welt. Wiederum andere existieren nur in unserer abstrakten Vorstellung von Reichtum und Macht.

Die Rede war von einer geheimen Gesellschaft, da drängt sich dem Normalbürger eine Frage auf. Wieso eigentlich geheim, wo doch diese Personen sowieso eine führende Rolle in unserer Welt innehaben? Man könnte natürlich sagen, auch die Adligen und Reichen möchten sich ab und zu unter ihresgleichen bewegen. Das wäre bestimmt eine Erklärung, wenn da nicht die alte Geschichte mit dem Opium wäre. Den meisten Menschen ist bekannt, daß Opium ein mit Vorsicht zu betrachtender Stoff ist, es gilt in Fachkreisen immerhin als die am süchtigsten machende Droge überhaupt. Außerdem wird aus Rohopium z. B. Heroin gewonnen und das ist ebenfalls eine schlimme Droge.

Die BEIC hatte anno dazumal das Opiummonopol inne. Wenn also das Komitee der 300 bis in die heutige Zeit den Handel mit Opium und Heroin maßgeblich lenkt, wie John Coleman nicht müde wird zu betonen, dann wäre das sicher ein Grund im Verborgenen zu bleiben und diesen Umstand nicht an die große Glocke zu hängen. Erstens würde das dem Image einen erheblichen Schaden zufügen, zweitens dürfte es für böses Blut sorgen und drittens könnten die Geschäfte dann nicht mehr in Ruhe abgewickelt werden. Aus diesem Aspekt heraus bietet sich eine vernünftig klingende Erklärung für die zur Schau gestellte Verschwiegenheit an.

Wie gesagt, heute existiert die Britische Ostindiengesellschaft nicht mehr, nur der Ableger in Form des Komitee der 300 besteht fort. Gehen wir nun nochmal in die Gründungsgeschichte der Gesellschaft. Die Profite aus dem Tee- und Gewürzgeschäft waren den Kaufleuten irgendwann zu wenig, darum kam das Opium hinzu. Was aber, wenn irgendwann auch die Gewinne aus dem Opium nicht mehr ausreichend waren und die Gesellschaftsmitglieder nach höheren Erträgen verlangten? Wenn der Hunger nach Reichtum und Macht in blanke Gier umschlug und im Laufe der Zeit fast alles unter Kontrolle gebracht werden konnte? Dann gäbe es ein Problem. Die schier Unersättlichen müßten sich disziplinieren und ihre Ansprüche zurückschrauben. Diesen Zustand kennen wir auch, zwar in viel kleineren Dimensionen, doch sind wir damit vertraut. Wie läuft es zum Beispiel ab, wenn wir einen guten Job mit hohem Einkommen haben und unser Leben auf diesen Lohn abgestellt haben? Urplötzlich sinkt der Verdienst aus irgendeinem Grund ab und jetzt gilt es die Ansprüche der veränderten Situation anzupassen. Das fällt in der Regel schwer, jedenfalls den Meisten.

Warum sollte sich das bei den Reichen und Mächtigen anders verhalten? Das schnelle Drosseln von Ansprüchen und Bedürfnissen ist eine heikle Geschichte und wenn die Gier nach immer mehr von uns Besitz ergriffen hat, wird die Lage ziemlich aussichtslos. Dem könnte unter Umständen abgeholfen werden. Sofern eine Konstruktion geschaffen würde, die ständig, wenigstens relativ, mehr Gewinne erwirtschaftet. Wie könnte diese aussehen? Das haben sich die Mitglieder des Komitee der 300 womöglich ebenso gefragt. Vielleicht kamen sie sogar auf die gleiche Lösung. Wir blicken noch einmal über den Tellerrand hinaus. Angefangen bei Tee und Gewürzen, über Opium und Rauschgifte, wurden im Laufe der Jahrzehnte alle Bereiche durchdrungen, die Geldgewinne versprechen. An diesem Punkt angelangt wäre Schluß mit den Gewinnsteigerungen. Es sei denn natürlich man könnte einen Mechanismus entwickeln, in dem das Entstandene vernichtet und dann neu geschaffen werden müßte. Genau dieses Muster liegt bei einem Krieg vor.

Erst eskaliert der Streit in Kampfhandlungen, dabei wird das Land mit den wirtschaftlichen Gütern größtenteils zerstört, dann werden die Trümmer beiseite geschoben und alles wird wieder neu aufgebaut. Nach einer bestimmten Zeit ginge das Spielchen wieder von vorne los. Ein Krieg böte auch noch einen anderen Vorteil, er stiftet Verwirrung und ehe man sich versieht, überblickt kaum mehr einer die Situation und erkennt die raffinierte Regieführung oder weiß um den genauen Hergang dieser Eskalation. Auch dieses Szenario würde besser im Dunkeln bleiben, ansonsten bekämen die Kriegstreiber wohl massive Schwierigkeiten. Im Alltag unseres Daseins bleiben Streitigkeiten nicht aus, ob in der Familie oder unter Freunden, es kommt automatisch immer wieder zu Auseinandersetzungen und Diskussionen.

Aber echte “Kampfhandlungen” bilden doch eher die Ausnahme. Zumeist sorgt das dem Menschen angeborene Harmoniebedürfnis für einen Ausgleich. Besitzen wir dann noch ein Vehikel, um Streit beizulegen, plus eine bewußt gesteuerte Streitkultur, so lösen sich die Reibereien wieder in Wohlgefallen auf. Solche Vehikel der Streitbeilegung gibt es in jeder Gesellschaft. So sehen wir z. B. in den sportlichen Wettstreiten wie Fußball, Basketball oder Handball und Aerobic, Joggen oder Radfahren Möglichkeiten, den Streit zu verlagern und auf anderer Ebene zu beheben. Es muß nicht immer gleich ein Boxkampf oder Rugby sein, um die Spannungen abzubauen.

Leider ist in unserer Zeit der Krieg zu einem vielseitigen Begleiter geworden. Ob im Irak, Kongo, in Israel, Nigeria, Angola, Nordirland oder im Baskenland, in vielen Ländern werden die Menschen von Kriegshandlungen heimgesucht. Ein sehr trauriges Bild, das sich uns da bietet. Wir persönlich wünschen uns Frieden, sofern viele von Ihnen das auch tun, stellt sich die konsequente Frage, warum dies nicht der Fall und herrschender Normalzustand ist. Darauf lautet die Antwort, weil wir dieses Interesse nur unzureichend artikulieren. Denn offensichtlich wiegen die Anstrengungen derjenigen, die aus dem Krieg Vorteile und Profite ziehen, schwerer als unser kleinlaut und vorsichtig hervorgebrachter Wunsch.

Die massive Gewalt des Krieges gegen ein ängstliches Flüstern und Bitten um Frieden. Da überwiegt das Bestreben nach Krieg, mit den bekannten Folgen und Leiden. Ein Krieg bringt nur Verlierer hervor, oder haben Sie schon einmal die am Ende überlegene Partei jubeln sehen, wenn die sich daran erinnert, welche Verluste an Freunden und Nahestehenden erlitten wurden? Es sind dies Verluste an körperlicher Unversehrtheit, Leben und auch menschlicher Werte. Die Involvierten bleiben auf der Strecke. Einzig jene, die einen Krieg als willkommenes Mittel für Zugewinn an Geld und Macht sehen, profitieren von diesem schmutzigen Geschäft. Die Waffenhändler und die Bankiers, die abgesahnt haben, reiben sich genüßlich die Hände beim Ausblick auf die eingebrachte Ernte ihrer Saat. Wenden wir uns nun noch einer anderen beteiligten Gruppe zu.

Die politischen Interessenvertretungen der einzelnen Völker konnten der Entstehung von Kriegen bis zum heutigen Tag nicht abhelfen. Warum eigentlich nicht? Sie sind von uns mit allen erdenklichen Vollmachten ausgestattet worden, um unsere Wünsche zu erfüllen. Und wir haben doch den Wunsch nach Frieden?!

Die eine Möglichkeit wäre die Völker sind böse und kriegslüstern. Kann vielleicht sein, aber es gibt jedoch andere Eindrücke.. Eine andere Variante würde die Ohnmacht der vermeintlichen Führungspersönlichkeiten nennen. Wenn Sie im Rahmen ihres Lebens etwas wirklich wollen, bekommen Sie das dann? Sehen wir uns einmal die Entstehung von Beziehungen und Partnerschaften an. Einer von beiden ist meist die treibende Kraft und der konnte im Regelfall den anderen überzeugen, daß diese Partnerschaft „für beide genau das Richtige” ist. Mit unnachgiebiger Hartnäckigkeit verfolgen manche von uns ein Ziel und oft erreichen sie es auch. Also, warum kommen die Führenden nicht an das von uns in Auftrag gegeben Ziel?

Auf der Bühne im Theater sind Schauspieler und andere Akteure, doch Regie führen meist ganz andere und die Produktion des Stückes wurde auch aus anderslautenden Quellen finanziert. Warum sollte das im politischen und wirtschaftlichen Alltag anders sein?

Die klugen Mächtigen ziehen aus dem Hintergrund an den Fäden, agieren verschwiegen und treten ruhig, unauffällig und bescheiden auf. Ein protziges Auftreten würde nur Aufsehen und Neid erregen. Außerdem läßt sich so viel leichter handeln und ertragreich arbeiten. Genau so geschieht es. Gerhard Schröder war laut Gary Allen Mitglied in der DGAP, er war zumindest einmalig Teilnehmer des alljährlichen Treffens der Bilderberger. Dort sitzen dann die Größen von Wirtschaft und Politik zusammen, um ein Schwätzchen über die Lage der Welt zu halten.

So wird es uns erzählt, seitdem diese bis dato geheimen Zusammentreffen aufgedeckt und auch massiv kritisiert wurden. Bis dahin fanden diese Treffen ohne Kenntnis der Öffentlichkeit statt. Die Bilderberger sind eine Gruppe, die aus dem Aufbau neuer Geheimgesellschaften entstanden ist. Sie geht auf die “Mutterspinne” Komitee der 300 zurück. Der aufmerksame Leser fragt sich sogleich, warum noch mehr geheime Gesellschaften, die viele personelle Übereinstimmungen und Doppelmitgliedschaften mit dem K300 aufweisen?

Das erscheint doppelt gemoppelt und wirkt wie ein Versuch, aus der Schußlinie und dem Blickfeld der Zuschauer zu gelangen. Mitglieder der Bilderberger sind u. a. auch Sir Evelyn de Rothschild, Chef des Bankhauses in London, seine Frau Lynn Forrester Rothschild und die Rockefellers in Gestalt von David Rockefeller. Sie befinden sich somit im Dialog mit den Politikern und Wirtschaftsbossen, die in den Bilderbergern gesammelt sind. Man kann jetzt zurecht äußern, daß diese Treffen ein harmloser Gedankenaustausch im Kreise der Mächtigen ist. Dabei verwundert es jedoch, warum die Existenz hartnäckig verschwiegen und geheimgehalten wurde und heute, nachdem der Wurm von findigen Leuten aus deren Nase gezogen wurde, beiläufig und betont herunterspielend erwähnt wird. Ein recht sonderbares Verhalten.

http://sbeadp.bplaced.net/wp/?p=389

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Gruß

Der Honigmann

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Ein Film von Frank Piasecki Poulsen

Für die Produktion von Handys braucht man spezielle Mineralien, wie Coltan. Coltan wird im Ostkongo oft von Kindern aus ungesicherten Minen geholt.

Teil I

Das Geld aus dem Verkauf finanziert einen Krieg, der schon 15 Jahre dauert und bis heute fünf Millionen Menschen getötet hat. Von all dem wollen die Mobilfunkunternehmen nichts wissen.Der Autor Frank Piasecki Poulsen hat sich für die story auf eine lebensgefährliche Suche in die Coltan-Minen im Kongo gemacht.

Teil II

Er ist in eine Mine hinabgestiegen, in der Kinder oft Tage in den dunklen Tunneln graben und leben. Der Lohn: ein paar Cent. Die Gewinne aus dem Geschäft mit Coltan stecken andere ein. Poulsen konfrontiert Mobilfunkunternehmen mit seinen Aufnahmen und Erfahrungen.

Teil III


Er fragt, wer von den katastrophalen Bedingungen weiß, wer damit einen Krieg finanziert und warum dagegen nichts getan wird. die story zeigt die erschreckende Wirklichkeit der Handy-Produktion.

http://www.youtube.com/user/electrotothepeople

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Gruß

Der Honigmann

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Im April 2009 entstand der Verdacht, dass die Europäer nukleare Abfälle in den Gewässern vor der Küste Somalias verklapppen und die Fische sozusagen weg gestaubsaugt haben, indem sie die Somalier  dem Hunger und der Piraterie überliessen.

Die EU hat nichts getan, um diesen Verkehr zu stoppen. Der Hohe Vertreter der EU, Javier Solana, spuckt jetzt kriegerische Töne und behauptet, die EU müsse zu  Lande wie auf See in Somalia handeln. Die EU führt die NAVFOR Atalanta, eine Anti-Piraten-Marine-Expedition unter UN-Mandat. Solana wird mit allen Mitteln Somalia befrieden, einschließlich humanitärer Hilfe und Entwicklung.

Aber Solana hat grosse militärische Ambitionen in Bezug auf die Förderung der der EU in der neuen Weltordnung. Sein Instrument ist die EVSP / EUFOR mit einer schnellen Eingreiftruppe von 60.000 Mann,  für die EU-Selbstverherrlichung. Dem Lissabon-Vertrag wird eine neue Dynamik zugetraut, um die EU zu  einem militärischen Superstaat zu machen.

Wie Solana sagte: „Ja, wir müssen stärker werden. Die ESVP handelt sich um Risiken. Wir müssen bereit sein, uns mehr davon aufzuerlegen – der einzige Weg, um bei der Krisenbewältigung zu reifen.“ Indem die EVSP mit der NATO eng verstrickt ist, kann man eine baldige Neue Weltordnungsinvasion in ein eingebrochenes Somalia erwarten, die von der neuen Weltordnung zur Piraterie gedrängt wurde.

Am 13. April 2009 berichtete ich über die somalische Piraterie und das Dumping europäischer nuklearer Abfälle vor der somalischen Küste, was besonders neugierige Kinder krank machte. Die europäischen Regierungen haben nichts getan, um diesen Verkehr zu stoppen. Gleichzeitig hatte die europäische Fischereiflotte das gleiche Gewässer der Fische gestaubsaugt und die Somalier zum Verhungern überlassen.

Früher hatten europäische Trawlers das  Meer vor der Westküste Afrikas gestaubsaugt und damit Tausende von hungrigen Afrikanern nach Europa verjagt – wie von der EU gewünscht, die Werbebüros in Afrika errichtet hat, um bis zum Jahr 2050 56 Millionen Afrikaner mit Familien nach Europa zu bekommen!

13, apr. 2009 Bloomberg: Das US-Militär erwägt Land-Angriffe gegen Piraten-Basen in Somalia sowie die Unterstützung der Somalier, indem es die Entführung von Schiffen an Afrikas Ostküste eindämmen will. Die Pläne werden der Obama-Verwaltung unterbreitet werden, da diese eine US-amerikanische und international koordinierte Antwort auf die Piraterie erwägen, sagten Beamten.

„Es gibt wirklich keine andere Patentlösung als in Somalia hineinzugehen  und die Piratenbasen zu beseitigen“, sagte James Carafano, ein leitender Forscher an der Heritage Foundation, einer Washington-Gruppe. The Heritage Foundation schreibt, schreibt: „Wir schaffen Lösungen im Einklang mit unseren Überzeugungen und vermarkten sie an den Kongress, die Exekutive, die Medien und andere. Wir glauben, dass Ideen Folgen haben, und dass diese Ideen  aggressiv gefördert werden müssen.“ Die Schirmherrin ist Margaret Thatcher. In The 1993 U.S. Commission zur Verbesserung der Effizienz der Vereinten Nationen war Heritage-Präsident, Edwin J. Feulner, Mitglied.“

Solana hat wachsende Ambitionen in Bezug auf EU-Militarismus und will grössere Risiken eingehen
EU, Javier Solana 28 July 2009: “Die Europäische Sicherheits-und Verteidigungspolitik hat einen wichtigen Meilenstein in ihrer Entwicklung erreicht. In diesem Jahr feiern wir ihr 10–jähriges Bestehen. Die EU spielt heute eine entscheidende Rolle bei der Stabilität in verschiedenen Teilen der Welt. In den letzten zehn Jahren, hat die ESVP durch bis 22 Missionen auf vier Kontinenten dazu beigetragen. Die EU hat die Glaubwürdigkeit ihrer militärischen Fähigkeiten auf dem Boden in Afrika, im Kongo und im Tschad unter Bewis gestellt – und tut es jetzt jeden Tag in den schwierigen Gewässern vor der Küste Somalias.

Die ESVP ist eine Realität. Die EU ist ein globaler Akteur mit einer wichtigen Rolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen. Die Welt verlässt sich diesbezüglich auf uns. Die Anforderungen an uns werden immer größer.

Entwicklung der Kapazitäten im Bereich des ESVP-Krisenmanagement ist unerlässlich, um einen wirksamen Beitrag zum internationalen Frieden und Sicherheit zu leisten. Unsere Ambitionen nehmen zu, nicht ab. Aber es gibt eine Lücke zwischen unseren Wünschen und der Realität unserer Fähigkeiten.

Dies muss in Angriff genommen werden. Wir haben durch die letzten drei Missionen – die EUMM Georgien, die Eulex im Kosovo und die EULEX EUNAVFOR Atalanta gezeigt, was wir erreichen können, wenn der politische Wille unseren Ambitionen entspricht.

In einer Welt, in der wir darauf vorbereitet sein müssen, uns in komplexere und riskantere Bemühungen zu engagieren, ist es wichtig, dass wir das Personal und die Kapazitäten – sowohl zivil als auch militärisch zum Zeitpunkt, an dem sie benötigt werden – zur Unterstützung der politischen Entscheidungen haben. Die Suche nach mehr europäischer Verteidigungs-Integration und die Zusammenarbeit ist ein Teil davon.

Das Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon wird uns neue Impulse in dieser Richtung geben sowie das Potenzial, mehr zu tun und mit größerer Flexibilität zur Bewältigung globaler Krisen zu handeln.

Wir brauchen mehr Kapazitäten für das Krisenmanagement – Mechanismen für die schnelle Antwort, flexible und angemessene Finanzierung und anspruchsvollere Analyse. Alles ist in Reichweite.

Und schließlich: Ja, wir müssen stärker werden. Die ESVP ist über Risiken. Wir müssen bereit sein, mehr Risiken aufzunehmen, der einzige Weg, um bei der Krisenbewältigung zu reifen.”

Die folgende Übersicht der EU-Missionen stammt aus Wikipedia.
EUFORs (European Force) überseeische Missionen Main article: Overseas interventions of the European Union: Der erste Einsatz der europäischen Truppen im Rahmen der ESVP, gem. einer Absichtserklärung von 1999, fand im März 2003 in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien statt. „EUFOR Concordia“, die NATO Nato-ressourcen vervendete, wurde ein Erfolg und durch einer kleineren Polizeimission EUPOL Proxima, später in diesem Jahr abgelöst.

Seitdem gab es weitere kleinere Polizei-, Justiz-und Kontrollbesuche. Ausser in Mazedonien setzte die EU Friedenstruppen in Bosnien und Herzegowina ein, die EUFOR Althea-Mission, die noch im November 2007 ausstationiert war.

Kommentar: Neuerlich, 2008, hat die EU 1800 Polizisten im Kosovo zugunsten der albanischen Muslims eingesetzt. Die EU teilte einen souveränen Staat, Serbien, nach Gutdünken, ohne völkerrechtliche Grundlage.

Zwischen Mai und September 2003, begann in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) im Rahmen der Resolution 1484 die „Operation Artemis“. Damit wurde der Begriff „Rahmen-Nationen“ festgelegt, der bei zukünftigen Einsätzen verwendet werden soll. Die EU kehrte wieder in die Demokratische Republik Kongo im Jahr 2006 mit der EUFOR RD Kongo zurück, die die UN-Mission dort während  der Wahlen des Landes unterstützte. Die Mission endete im Jahr 2006.

Geografisch haben EU-Missionen außerhalb des Balkans und der Demokratischen Republik Kongo in Georgien, Indonesien, Sudan, Palästina und der Ukraine-Moldova stattgefunden. Es gibt auch eine gerichtliche Mission im Irak (EUJUST LEX). Es wird ein Einsatz im Tschad und der Zentralafrikanischen Republik mit den Vereinten Nationen im Jahr 2008 geplant. Also, die Rolle der EU als Führungskraft in der neuen Weltordnung / der Globalisierung steht auf dem Spiel.

Nach den kriegerischen Erklärungen von Javier Solana, dem EU-Kommissar für Außen-und Sicherheitspolitik, erwacht mein Verdacht, dass Solanas Worte nicht nur als friedliche Aktivitäten auf dem Boden gemeint sind – und welche friedliche Aktivitäten können in Somalia ohne eine massive militärische Kampagne ausgeführt werden? Die EU ist dabei, eine schnelle Eingreiftruppe von 60.000 Mann aufzubauen, ein Vorhaben, das jetzt träge verläuft und vielleicht einen Vorwand zur Stärkung braucht.

Vielleicht hat die Neue Weltordnung die Somalier durch Berauben ihrer Lebensgrundlage destabilisiert und sie provoziert, indem sie ihre Kinder krank machen – als ein Vorwand, das Land durch ihre schwache europäische Lieblings-Regierung zu erobern und beherrschen?

“Denn”, erklärte Javier Solana am18. Febr. 2009: „Lassen Sie mich abschließend sagen, 2009 wird entscheidend für den Nahen Osten. Möglicherweise stehen wir vor einer Schwelle. Wir können wählen, die gleiche Politik in der gleichen Weise weiterzuführen, wohl wissend, dass dies zu den gleichen Ergebnissen führen wird, die wir heute kennen. Auf der anderen Seite, können wir versuchen, mit Energie, mit Entschlossenheit zu arbeiten, um unsere Politik anzupassen, um die Art, die wir für den Erfolg festlegten, zu korrigieren.“ Vielleicht denkt er, dass eine größere Region vor einer Schwelle steht?

„Jetzt mobilisieren, um Somalia zu stabilisieren“
The Guardian, Javier Solana Wednesday 12 August 2009: „Die Aufgabe ist enorm, aber es gibt noch Hoffnung für Somalia. Wir haben die Arbeit zu Land und zur See zur Bekämpfung von Armut und Rechtlosigkeit vor uns. Trotz der erneuten Kämpfe in Somalia und der anhaltenden Schwäche der Institutionen steht zu hoffen, dass sich die Situation ändern könne. Es gibt einen laufenden politischen Prozess, und die Übergangs-Bundesregierung unter der Führung von Präsident Sheikh Sharif Sheikh Ahmed hält noch seit ihrer Gründung Anfang des Jahres. Dies hat der internationalen Gemeinschaft eine Chance zur Bekämpfung der Gewalt und Gesetzlosigkeit, die Somalia  plagen und beginnen, das Land zu stabilisieren, beschert.

Die EU hat mit ihrer Anti-Piraterie-Eingreiftruppe von Flottenhilfsschiffen, der EU Navfor Atalanta, die Ende 2008 in die Wege geleitet wurde, den Weg geebnet und hat dadurch eine Verringerung der Anzahl der erfolgreichen Piraten-Angriffe erlangt. Jetzt wollen wir auf dem Erfolg von Atalanta bauen und auf dem Boden und auf See zur Beseitigung der Piraterie handeln und Somalia verhelfen, sich in einen stabilen, funktionierenden Staat, der den Menschen eine Zukunft bietet, zu entwickeln.

Die Aufgabe ist enorm, und manche würden sagen, sie sei fast unmöglich. Aber wir müssen schnell handeln.bereit, die Initiative zu ergreifen und an allen Fronten zu arbeiten, als Teil der Bemühungen der internationalen Gemeinschaft. Die EU ist bereits der größte Geber von humanitärer Hilfe an verzweifelte Opfer des Konflikts (40 Mio. € in diesem Jahr bislang).

Operation Atalanta muss sicherstellen, dass eine und eine halbe Million Münder täglich Essen durch die sichere Begleitung der World Food Programme Schiffe entlang der somalischen Küste bekommen. In den Bereichen Wirtschaft und Entwicklung wird die EU auch mit Projekten, dem Aufbau lokaler Kapazitäten und der Schaffung von Arbeitsplätzen und Perspektiven für die Menschen unterstützen.

Seitdem das Projekt Atalanta im Dezember letzten Jahres herausgebracht wurde, hat es eine zehnfache Abnahme der Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Piraten-Angriffs gegeben. Dutzende von Piraten wurden gefangen genommen und werden vor die Gerichte in der Region gestellt.

Jedoch, wir können die Piraterie nicht auszurotten, es sei denn, wir greifen ihre tieferen Ursachen an, zu Land und zu Wasser. Dies bedeutet, gegen die entsetzliche Armut vorzugehen, de die  Menschen alternativer Einkommensmöglichkeiten beraubt und die Piraterie gedeihen lässt.

Es bedeutet auch den Aufbau der polizeilichen und justiziellen Behörden des Landes sowie seiner Gerichte und seines Gefängnis-Service-Personals, so dass der Staat sich mit den Piraten befassen kann, sowie auch mit der organisierten Kriminalität und den Terroristen, die noch auf freiem Fuß sind. Wir werden mit den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union und anderen regionalen Akteuren in Afrika zusammenarbeiten.

Ein wesentlicher Teil unserer Anstrengungen werden unternommen werden, um Somalia dazu zu verhelfen, eine professionelle, gut ausgerüstete und ausgebildete nationale Küstenwache, eine Armee sowie ein Polizei-Korps zu entwickeln. Des Weiteren sollten wir uns auch die Möglichkeiten angucken, die Flut von Piraten-Einkommen abzudrehen, z.B. durch die Beschlagnahme der Ausbeute der Handlungen der Piraterie oder bewaffneten Raubs auf See, oder die Zahlung von Lösegeld verbieten.”

Kommentar: Das man dies nur noch überlegt, ist die totale Amoralität.

“Die Aufgabe der Rettung von Somalia ist enorm, aber wir können es uns nicht leisten zu scheitern. Wir haben bei der Operation Atalanta einen Vorstoss gemacht, und wir sind nun mit einem größeren Aufwand bereit. Wir müssen jetzt mobilisieren, während wir eine Chance haben.“

Kommentar

Hier kriegen wir den Hauptzweck des Vertrages von Lissabon: Die EU braucht ihn, um sich selbst zu Ehren als militärische Grossmacht Völker zu knechten, die sich der neuen Weltordnung nicht unterwerfen wollen!

„In einer Welt, in der wir darauf vorbereitet sein müssen, uns in komplexe und riskante Bemühungen zu engagieren“, plant die EU, eine Führungskraft in der Neuen Weltordnung zu werden. Dies erfordert eine starke Armee für den Einsatz als Krisenreaktionskraft in den Krisenregionen der Welt. Solanas Absicht kann sein, eine Invasion von Somalia im Namen der „internationalen Gemeinschaft = der Neuen Weltordnung in die Wege zu leiten, um dann mehr Männer und Ausrüstung für die ESVP zu fordern.

Wie von Solana erwähnt, wird die Atalanta-Mission gegen Piraten von der EU unter UN-Mandat geführt – mit chinesischer und indischer Beteiligung. Kein Wunder: Präs Barroso bekennt sich immer wieder zur Neuen Weltordnung, sieht die EU-Mission als ein Imperium, dessen Gesetze über die Grenzen Europas hinausreichen sollen. Kein Imperium ohne eine starke Armee. Solana erinnert mich an einen kleinen Jungen in einem Spielzeug-Geschäft, der Spielzeug-Waffen haben will, um sich wie ein großer Junge zu fühlen.

Das Obige ist – wie er sagt – Ambition, im Eine-Weltstaat zu regieren und agieren, nicht als untergeordneter Spieler mit wenig Einfluss. Dies ist ein Minderwertigkeitskomplex. Soll Somalia ein weiterer Versuch werden, um die euro-mediterrane „Mittelmeer-Union“ tiefer in Afrika vorzustossen?

Solanas Sprache ist kriegslüstern. Natürlich wünscht die EU sich auf dem Tummelplatz Luzifer’s auszuzeichnen. Und sie weiß, dass eine ebenso ehrgeizige NATO mitgehen will – jetzt im Namen der Vereinten Nationen, deren bewaffneten Arm die NATO sich am 23. Sept 2008 machte.

2007 wurde eine pure EU Streitkrafteinheit einsatzfähig, die EU-Kampf-Gruppen (EUBG). Sowohl die EUBGs als auch die EU-NAVFOR sind Bemühungen um die Schaffung unabhängiger EU-Streitkräfte, aber es gibt noch immer keine klare Trennung von NATO-Truppen. Dies liegt daran, dass die EU abhängig von den nationalen militärischen Beiträgen für die Mission ist, und viele EU-Mitgliedstaaten tragen  auch zur NATO-Eingreiftruppe bei (in vielen Fällen sind es die gleichen Einheiten – auf beide verteilt, da sie die am leichtesten eingesetzten Einheiten sind). Daher, als die NATO den Befehl an die EU bei der Sicherung des Friedens in Bosnien übertrug, hielten sich die gleichen Soldaten im Kosovo auf und haben einfach ihre Insignien und die Behörde, zu der sie sie zu berichten haben, gewechselt.

Eine ähnliche Situation besteht bei der Operation Atalanta. Sowohl  die Operation Atalanta als auch NATOs schnelle Eingreiftruppe haben ihren operativen Hauptsitz im gleichen Marinestützpunkt im Vereinigten Königreich. Die Mitgliedstaaten geben den Flottenhilfsschiffen Ressourcen für sowohl eine NATO– als auch eine EU-Truppe, die in der gleichen Gegend tätig sind.

Die nächste Frage ist: Warum sollte die ESVP schnell handeln? Bisher hatte sie es nicht eilig. Ist dies eine neue Weltordnungsstrategie in einer breiteren Perspektive – darunter einem großen Show-down im Nahen Osten zwischen dem Iran und seinen Anhängern (der Hisbollah, Syrien, der Hamas) auf der einen Seite und Israel? Der Piratensegelplan rechts zeigt, dass die internationale Armada sehr nahe am Persischen Golf ist.

Oder hat die EU Angst vor wachsendem chinesischem Einfluss in diesem Teil von Afrika? Oder will die EU einfach nur mehr muslimische Freunde? Zu denken, dass dies durch den Wunsch nach einer Rückkehr der vielen aggressiven, verbrauchenden, unproduktiven Somalier aus Europa begründet sei, ist eine hässliche fremdenfeindliche Utopie!

Alles was Solana über die Ambitionen und unsere Verpflichtung sagt, uns in eine komplexere und riskantere Welt zu engagieren, ist völlig unnötiges dummes Gerede, das nur eine Motivation haben kann: alle Völker, die sich der Neuen Weltordnung, „Dem Grossen Auftrag”, „Dem Grossen Spiel „, wie es in den Kreisen heisst, nicht unterwerfen wollen, mit Waffengewalt zu bezwingen.

Sie wissen,

1. These

2. Anti-These

3. Synthese – wie wir es nach dem hausgemachten 11. September gesehen haben. Man schafft das Problem des Hungers in einem gescheiterten islamischen Land (These). Folglich Piraterie in Verzweiflung (Antithese).

Dies ermöglicht der Neuen Weltordnung eine de-facto-Besetzung des Landes mittels Marionetten (Synthese).
Glückwunsch, Herr Hegel – Sie sind genial!  http://euro-med.dk/?p=10066

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Gruß

Der Honigmann

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EU 1. Maj 2008: Olli Rehn, EU Kommissar für Erweiterung: „Die erweiterte EU sollte ein hohes Ambitionsniveau hinsichtlich ihrer Aussenpolitik haben….

Das Leitprinzip ist, die „Smart-Gewalt“ zu verstärken, um ihre Werte effizienter zu übertragen, um die europäische Zone für Frieden, Freiheit und Demokratie zu erweitern.   In der Ausweitungsperiode hat diese Erweiterung der Methode und des Modells der EU seit Jahrzehnten eine umwandelnde Kraft.

Lassen Sie mich erläutern, was ich unter „Smart-Gewalt“ verstehe: Im Wesentlichen ist es das Kombinieren weicher und harter Gewalt in den auswärtigen Verbindungen der EU, und zwar durch Gebrauch des ganzen Spektrums unserer politischen Instrumente und wirtschaftlichen Ressourcen. Dies sollte weitblickend, konsequent und gemeinsam gemacht werden.  

In den letzten Jahren haben wir gesehen, wie die Union sich mit immer mehr Aktivitäten ausserhalb ihrer Grenzen einsetzt – nicht nur in Entwicklungshilfe und Institutionsaufbau, sondern auch in der Diplomatie und Sicherheitsaktionen. Seit den 1990er Jahren, insbesondere als Lehre aus den katastrophalen Balkankriegen und der darauffolgenden Bewusstheit in Frankreich und Grossbritannien , dass sie durch Alleingang nicht durchkommen, ist die gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik ihres Namens wert geworden.“

Kommentar: Man fühlt sich ins alte Römische Reich versetzt: Jedesmal, wenn es erweitert hatte, fühlte es sich von den neuen Nachbarn bedroht – bis auch sie einverleibt waren. Dabei entstand die Pax Romana.

EUs Ambitionen
Wir wissen es schon lange:Die EUSSR , die Kommissionspräsident José Barroso ein Imperium nennt, ist sehr ambitiös.

Barroso hat erklärt, die Gesetze und Interessen der EUsollen sich über die Grenzen Europas hinwegstrecken . Zu Olli Rehns „Smart-Gewalt“ gehört, die Europol in eine EU-Agentur umzuwandeln, die mit dem EU Parlament eng zusammenarbeiten soll – über die Beobachtung von Euroskeptikern und anderen Terroristen:

Der italiensche Präsident, Giorgio Napolitano (t.h),  hat alle, die sich gegen den  Lissaboner Vertrag sträuben, Terroristen genannt. Der ehem. deutsche Bundespräsident, Horst Köhler, der zustimmend nickte, nannte die Forderung der Euroskeptiker nach einer Volksbefragung „populistisch und demagogisch“!!!

Nun hat die EU anscheinend Ambitionen, ihren Status als Koloss auf tönernen Füssen zu verlassen, um ein gleichwertiger globaler Akteur mit dazugehörigem starkem Militärzu werden. Das Mittel ist der Lissaboner Vertrag.

Somit ist es nicht wundersam, dass der ambitiøse 2 x Bilderberger (2000, 2003), Anders Fogh Rasmussen (links), der zunehmend als Favorit für den Posten als den ersten dauerhaften EU-Präsidenten erwähnt wird (natürlich ungewählt – und somit total ohne  demokratische Legitimität), so erpicht ist,  in diesem Herbst die dänischen EU-Rechts- und Verteidigungsvorbehalte zum Gegenstand einer Volksbefragung zu machen – vielleicht den Euro-Vorbehalt auch.

Der Zweck ist natürlich, Anders Foghs Kandidatur als Präsidentschaftskandidat für die EU-Diktatur zu stärken – sowie sicherzustellen, dass er als Präsident mit dänischem Kanonenfutter zur eigenen Armee beitragen kann, damit er Kriegsherr spielen kann und im Namen seiner illuministischen Herren  (hier– explanatory statement), d.h. der neuen Weltordnung, die 1990-91 5mal von Präs. Bush sen. erwähnt wurde, der künftigen Ausweitung der Union für  Mediterranien (ab dem 14. Juli 2008 so benannt) Rechnung tragen kann.

Das Folgende ist ein Auszug aus einer Analyse, die vom britischen Think Tank „eurofacts“ unternommen wurde
eurofacts 7. März 2008: „Verteidigung ist der nächste EU-Integrationsbereich“.

Es steht zunehmend klar, dass der nächste Schub der europäischen Integration im Verteidigungsbereich stattfinden wird, und sobald der Lissabonner Vertrag beiseite ist, wird die britische Regierung sich demütig mit damit abfinden. 

Europaarmee
beschreiben kann, abfinden. Bei genauerem Hinschauen auf den Text, sieht man auch, der Umfang und der Rahmen der militärischen Aufgaben, die die EU zu unternehmen hat, sehr stark zunimmt. Der Vertrag führt 12 neue Bereiche innerhalb der CFSP ein (Common and Foreign Security Policy) ein, wo Mehrheitsentscheidung einzuführen ist…Vielleicht ist die bedeutendste Erneuerung des Vertrags der Plan „dauerhafter strukturierter Zusammenarbeit“ im Rahmen der EU.

Dies würde die Bildung eines inneren Kerns von EU-Mitgliedern ermöglichen, die an militärischer Integration interessiert sind, um das durchzusetzen, was „die meistfordernden Missionen“ benannt wird.

Wenige Tage nachdem Frankreich am 10. Febr. 2008 den Vertrag ratifiziert hatte , teilte der Vertreter für Verteidigungsfragen des Präsidenten Sarkozy mit Bezugnahme auf die Bestimmung des Vertrags über „dauerhafte strukturierte Zusammenarbeit“ mit, die französische EU-Präsidentschaft werde spezifische Vorschläge über die Bildung einer G-6 (Armee), die  Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Spanien, Italien und Polen umfasst, vorlegen.

Sie sollen jeweils für eine gemeinsame Interventionsstreitmacht 10.000 Mann zur Verfügung stellen und sich verpflichten, jährlich 2% des Bruttosozialprodukts auf Verteidigung zu verwenden (was z.Z. nur Frankreich und Grossbritannien tun).

Diese Elitegruppe soll auch einen europäischen Verteidigungsmarkt bilden, gemeinsame Anti-terror.Initiativen durchsetzen sowie an Infrastrukturprogrammen wie Missilverteidigung teilnehmen. Der Vertreter forderte auch “Europäisierung” auswärtiger Militärbasen.“

In Anbetracht der Tatsache, dass Grossbritanniens Streitkräfte überlastet und zu niedrig normiert sind, wird diese Verpflichtung der Fähigkeit Grossbritanniens, ihren Einsatz  in der Helmand Provinz, Afghanistan, auszuüben, grosse Begrenzungen auferlegen. Sie würde auch einen schamlosen Bruch der wiederholten britischen Versicherungen an die USA, dass die Bildung einer selbständigen europäischen Streitmacht nicht versuchen würde, neben der NATO zu arbeiten.

Es würde die Frage erheben, ob die NATO überleben kann, der die EU Länder mit Ausnahme von Grossbritannien zunehmend unwillig sind, Streitkräfte anzuvertrauen. US Vertreter haben wiederholt  davor gewarnt, dass die NATO nicht überleben könne, wenn einige Mitglieder den Kampfeinsatz anderen überlassen. Ein herber Schlag in Anbetracht , dass die NATO wünscht, die Welt politisch und militärisch zu regieren

Rapporte in der „European Voice“ deuten an, dass Grossbritannien ihre Billigung des französischen Plans signaliert habe – es aber vor der Ratifikation des Vertrags nicht sagen wolle. Früher haben Menschen mit Einfluss in der EU vermieden anzudeuten, dass europäische Verteidigungsstreitkräfte jemals in der territorialen Verteidigung Europas eingesetzt werden können (eine NATO Aufgabe).

Aber die Einfügung einer gemeinsamen Verteidigungsklausel  in den Lissaboner Vertrag  – in ihrer Wesen derjenigen sehr ähnlich, die es im Washingtoner Vertrag von 1949 gibt, der die NATO bildete – erhebt Zweifel, inwiefern dies noch immer die Absicht ist.

Die EU wird immer kriegerischer

1. “Petersberg” ist der Name des Hotels, wo die europäischen Verteidigungsminister sich 1992 unter der Führung der WEU (Western European Union – Verteidigungsorganisation) trafen. Bei dieser Gelegenheit einigten sie sich darauf, mit nationalen Verbänden für eine europäische Verteidigungs-Streitmacht beizutragen,die … “…humanitäre und  Rettungsaufgaben, friedensbewahrende Aufgaben sowie Streitkräfte für die Handhabung von Krisen, einschl. des Friedensschaffens, wahrnemen sollte „.

2. Sieben Jahre später wurde der Rahmen der europäischen Sicherheitspolitik gesteigert und verkörperte sich bei der Europäischen Ratssitzung im Juni 2004, als die Aufgaben zum ersten Male Antiterror-Massnahmen umfassten. Das vorgeordnete Ziel definierte die Rolle der ESDP (European Security and Defence Policy) folgendermassen:“…humanitäre und Rettungsaufgaben, Friedensbewahrung, Aufgaben mit Streikräften für Krisenlösung, einschl. des Friedensschaffens. Wie von der Europäischen Sicherheitsstrategie angedeutet kann dies auch gemeinsame Entwaffnungsoperationen umfassen sowie Stütze für Drittländer im Kampf gegen den Terrorismus und Reform des Sicherheitssektors.“

3. Artikel 28 B im Lissaboner Vertrag definiert nun die “Petersberger Aufgaben“ als: …..“gemeinsame Entwaffnungsoperationen, humanitäre und Rettungsufgaben, militärische Beratungs- und Beistandsaufgaben, Konfliktvorbeugung und friedensbewahrende Aufgaben, Streitkräfte für  Krisenhandhabung, einschl. des Friedensschaffens und der Stabilisierung nach einem Konflikt. All diese Aufgaben können zum Kampf gegen den Terrorismus beitragen – auch durch die Unterstützung von Drittländern in der Bekämpfung des Terrorismus auf ihren Gebieten.“

Links: EUROFOR i Kinshasa, Congo

Der Lissaboner Vertrag markiert einen wichtigen Meilenstein in der Schaffung einer dauerhaften und selbständigen europäischen Streitmacht.
Er legt auch die Grundlage für weitere Massnahmen hinsichtlich militärischer Integration, die der NATO den Todesstoss geben kann.

Die Europaarmee existiert vielleicht – noch – nicht. Jedoch die Bemühungen, sie zu schaffen, werden beschleunigt, und die Antwort der britischen Regierung folgt einem bekannten Muster: anfangsweise Wiederstand vom demütigen Abfinden gefolgt, mit einem Versuch gepaart, der Öffentlichkeit zu verhüllen, was sich abspielt, und wieviel auf dem Spiel steht.

Das kann ein schlimmes Ende nehmen.

Auslandseinsätze der EUFOR (EU Force)

Hauptartikel: Auslandseinsätze der EU
Der erste Einsatz europäischer Truppen unter der ESDP war im März 2003 in  Mazedonien . „EUFOR Concordia“ benutzte NATO Ressourcen und wurde für einen Erfolg gehalten und später imselben Jahr durch eine kleinere Polizeimission ersetzt, EUPOL Proxima. Seitdem hat es andere kleine Polizei-, Justiz- und Überwachungsmissionen gegeben. Wie in Mazedonien setzte die EU friedensbewahrende Streitkräfte in Bosnien og Herzegovina ein, die EUFOR Althea Mission, die im Nov. 2007 noch immer im Einsatz ist.

Kommentar:

Jüngst 2008 setzte die EU 1800 Mann in Kosovo zum Vorteil der muslimischen Albaner ein, indem die EU eigenmächtig ein freies Land, Serbien, nach Gutdünken spaltete.

Zwischen Mai und September 2003, wurde die „Operation Artemis“ in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) unter UNO Sicherheitsresolution 1484 in die Wege geleitet. Dies veranlasste das „Nationen-Rahmen“ System, das bei künftigen Einsätzen verwendet werden sollte. 2006 kehrte die EU kurz nach Kongo zurück, um die UNO während der Wahl im Land zu unterstützen.

Geographisch haben EU Einsätze ausserhalb des Balkans und der DRC in Georgien, Indonesien, Sudan, Palästina, und UkraineMoldova stattgefunden. Es gibt auch einen juristischen Einsatz im Iraq (EUJUST Lex). Es soll 2008 Einsätze in Tschad und der Zentralafrikanischen Republik mit der UNO zusammen geben.

Warum?
Nun ist die bange Frage: Was für einen Zweck hat eine solche Europa-Armee? Wer ist der Feind? Uns ist immer wieder gesagt worden, der Kalte Krieg sei vorbei, weshalb man unser Militär in alle Welt geschickt hat, anstatt es uns vor den Russen schützen zu lassen, um Muslims vor den Übergriffen der Religion des Friedens zu schützen.

Die Völker der Union für Mediterranien?

Völker, die – wie die Serben – die EU Forderungen, ihnen die verzerrte EU-Demokratie  zu bringen, ablehnen?

Die Völker, die auf den Ölquellen sitzen?

Beabsichtigt die EU eines Tages sich mit der USA im Irak zu treffen?

Oder ist das Ganze für humanitäre Zwecke?

In dem Fall, warum dann nicht gleich in Myanmar anfangen?  http://euro-med.dk/?p=885

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Gruß

Der Honigmann

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