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„Wer Ärzten rückhaltlos vertraut, schadet sich“: Gerd Reuther hat ein Buch geschrieben, das vielen seiner Kollegen nicht gefallen wird – Seine Botschaft: Vertraue nur dem Zweifel.
Dr. med. Gerd Reuther, Arzt und Buchautor aus Saalfeld, Verfasser des Buches "Der betrogene Patient". Foto: Renate Reuther Dr. Dr. med. Gerd Reuther, Arzt und Buchautor aus Saalfeld, Verfasser des Buches „Der betrogene Patient“. Foto: Renate Reuther

Saalfeld. Die erste Begegnung ist zugleich die erste Überraschung. Der Dr. med., der da vor zwei Jahren seinen Beruf an den Nagel gehängt hat, um ein Buch zu schreiben, ist kein von Leben und Job gezeichneter Senior, sondern ein schlanker und vitaler Mittfünfziger, wie sie einem per Fahrrad an den Serpentinen zur Serra de Tramuntana auf Mallorca oder beim Moonlight Classic Skimarathon auf der Seiser Alm begegnen.

Er sei „im Pilotenalter“ aus dem Berufsleben ausgeschieden, sagt Gerd Reuther. Zum Teil aus Frustration, weil er als Radiologe nur dann mitwirken durfte, wenn die schneidenden Fächer ihn hinzuzogen. Aber wohl auch, weil er es sich leisten kann. Nach 30 Jahren als Arzt in zumeist leitender Funktion mit Stationen in Wiesbaden, Wien und Saalfeld muss man nicht mehr zwingend jeden Tag zur Arbeit gehen, um ein Auskommen zu haben.

Die Zweifel, ob das alles richtig ist, was da im Medizinbetrieb so vor sich geht, seien ihm schon in den 1980er Jahren gekommen, als er in den Klinikbetrieb einstieg. Nach dem Medizinstudium in Erlangen sei er der festen Überzeugung gewesen, dass 90 Prozent der Dinge, die ein Mediziner tut, sinnvoll sind. In den 30 Jahren danach habe sich dieser Prozentsatz sukzessive geändert, bis sich das Verhältnis am Ende umgedreht habe. „Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass 90 Prozent der Behandlungen überflüssig oder für den Patienten sogar schädlich sind“, sagt der 57-Jährige.

In seine Zeit in den Thüringen-Kliniken in Saalfeld, wo er ab 2007 in leitender Funktion in der Radiologie tätig ist, fallen die ersten Gedanken an ein Buch. Einmal aufschreiben, was ist. Einmal die Gedanken zusammenfassen, die ihn seit Jahren bewegen, Dinge beim Namen nennen, die nicht passen. Und einmal einen Ausweg zeigen.

Kurz vor seinem Ausscheiden 2014 wird das Projekt konkret. „Ich habe eine Marktforschung vorangestellt und mir danach anderthalb Jahre Zeit gegeben für das Buch“, sagt Gerd Reuther. Zu seinem Erstaunen gibt es zwar diverse medizinkritische Bücher zu Teilaspekten wie gefährlichen Vorsorgeuntersuchungen, dem Einfluss der Pharmaindustrie auf den Medizinbetrieb oder tödlichen Psychopharmaka – eine Generalkritik aber, wie sie ihm vorschwebte, existiert auf dem Buchmarkt noch nicht.

 Mit Akribie, Disziplin und Fleiß stürzt sich der Mediziner im Ruhestand in die Arbeit am Buch. Mitte 2016 ist das Werk mit dem Arbeitstitel „Vertraue nur dem Zweifel“ fertig. Seine Frau, die Historikerin und Buchautorin Renate Reuther, glättet sprachlich und sorgt dafür, dass es auch für medizinische Laien lesbar ist. Am Ende sind von den 400 Buchseiten allein 60 mit fast 1400 Literaturverweisen gefüllt. „Ich hoffe, dass ich für ausreichende juristische Belegbarkeit gesorgt habe“, sagt Reuther. Er habe keine Primärforschung betrieben, sondern eine Zusammenfassung dessen geschrieben, was an Erkenntnissen da ist. Dass diese Erkenntnisse vielen seiner früheren Kollegen nicht schmecken werden, ist ihm bewusst. „Alle Fakten sind nachprüfbar“, sagt Reuther trotzig. „Wer andere hat, kann sich melden“.

Seine Kernaussage spiegelt sich im Buchtitel wider, den der Riva-Verlag in München kreierte: „Der betrogene Patient – Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen“. Das klingt ein bisschen marktschreierisch, trifft aber den Inhalt exakt. Es geht um Medizin ohne Nachweis und kritische Selbstkontrolle, erfundene Studien, ärztlichen Aktionismus, Interessenkonflikte und undurchsichtige Geldflüsse, schließlich den „Hochrisikobereich Klinik“.

„Wer Ärzten rückhaltlos vertraut, schadet sich.“

Die ärztliche Behandlung sei zu unserer häufigsten Todesursache geworden, erklärt das Buch. „Wer den Therapieempfehlungen der Mediziner rückhaltlos vertraut, schadet sich häufiger, als er sich nützt. Erschreckend viele Behandlungen sind ohne nachgewiesene Wirksamkeit und oft wäre das Abwarten des Spontanverlaufs sogar wirksamer und nachhaltiger“, heißt es im Begleittext des Verlages.

Das traurige Bild bleibt nicht ohne Hoffnung. Am Ende zeigt Reuther in zwanzig Punkten auf, wie eine neue, bessere Medizin aussehen könnte.

Bei allem Erkenntnisgewinn ist das heute erscheinende Buch aber auch unterhaltsam. Es spielt mit Bonmots, etwa von Voltaire, der sagte: „Die Kunst der Medizin besteht darin, den Kranken so lange bei Laune zu halten, bis die Natur die Krankheit geheilt hat“. Was nur zutreffe, „so lange keine nebenwirkungsträchtigen Maßnahmen zur Anwendung kommen“, fügt Reuther hinzu. Denn dann schade Medizin oft mehr, als sie nutze.

Er räumt mit dem Mythos von der medizinischen Lebensverlängerung auf, führt die in den vergangenen 70 Jahren explodierten Kosten im Gesundheitswesen an und zeigt, wie die in 20 Jahren verdoppelten Fallzahlen in der Psychiatrie mit der Verteilung von Psychiatern und Psychotherapeuten korrelieren. Weder 50 Prozent mehr Ärzte seit 1990 noch die weit verbreitete Blutdruck- und Cholesterinsenkung hätten etwas daran geändert, dass jährlich etwa ein Prozent der Bevölkerung stirbt. Reuthers Befund: „Ärzte können Einzelschicksale zum Guten oder Schlechten verändern wie die Börse das Vermögen – die Summe der Toten bleibt allerdings gleich, wie das Geld nur den Besitzer wechselt.“

Das Grundprinzip ärztlichen Handelns, „primum non nocere“ (zuerst einmal nicht schaden) und nur zu behandeln, wenn eine zwingende Notwendigkeit gegeben scheint, sei zu einer Minderheiteneinstellung geworden.

Leben sei zum Risikozustand verkommen, bei dem ärztlicher Zugriff jederzeit möglich ist. Wenn gemäß einer Forsa-Umfrage zwei Drittel der Befragten Angst vor Krebs haben und die Hälfte vor Demenz, obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür im mittleren Alter im Promillebereich liegt, sei eine unrealistische Krankheitsangst in den Köpfen angekommen. Dabei müssten Medikamentenverpackungen „mit Warnhinweisen und Schockbildern wie Zigarettenschachteln gekennzeichnet werden“, so der Mediziner.

„Als ob die Zunahme von Erkrankungen mit dem Lebensalter nicht schon ausreichen würde, erfinden Ärzte und ihre Fachgesellschaften neue Krankheiten, psychiatrisieren Stimmungsschwankungen, senken Schwellenwerte und verzögern das Sterben im Einzelfall fast um jeden Preis“, klagt der Arzt, der sich selbst am liebsten von Medizinern fernhält. Nicht zufällig sei die Zahl der Einzeldiagnosen von 44 im Jahr 1893 inzwischen auf unglaubliche 16 000 angewachsen.

Von den Krankenhäusern fordert er, den Ursachen von Todesfällen auf den Grund zu gehen, um aus möglichen Behandlungsfehlern zu lernen. „Ich habe allerdings den Eindruck, man will gar nicht so genau wissen, woran die Leute gestorben sind“, sagt Gerd Reuther. Sein Ideal wäre der mündige Patient, der alle Informationen vom Arzt seines Vertrauens bekommt und dann eine Entscheidung trifft.

Das Buch „Der betrogene Patient“ wurde in Pößneck gedruckt, ab heute ist es im Buchhandel erhältlich (gebundene Ausgabe 19,99 Euro, ISBN: 978-3-7423-0071-3).

Thomas Spanier
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….danke an Conny.
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Der Honigmann
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Honigbienen sind unter anderem durch Milben und Pestizide gefährdet. In den USA macht ihnen zusätzlich die Antibiotika-Behandlung der Bienenstöcke zu schaffen – darauf zumindest weist eine Studie hin.

Ein Zuviel an bestimmten Antibiotika kann Bienen schaden. US-Forscher haben festgestellt, dass nach einer fünftägigen Behandlung mit dem gängigen Breitband-Antibiotikum Tetracyclin nur etwa halb so viele Bienen die Tage darauf überlebten wie bei unbehandelten Tieren.

Der Einsatz von Antibiotika in Bienenstöcken könnte ein Faktor beim Bienensterben der vergangenen Jahre sein, vermuten die Wissenschaftler. In Deutschland ist der Einsatz solcher Mittel verboten.

Die Forscher um Nancy Moran von der University of Austin schreiben in „PLOS Biology“, dass das Tetracyclin bei den Bienen vermutlich bestimmte Darmbakterien abtötet, die vor potenziell schädlichen Serratia-Darmbakterien schützen. Deren Zahl war bei den behandelten Bienen erhöht.

Die Wissenschaftler hatten mehrere Hundert Bienen aus den Bienenstöcken der Universität entweder mit antibiotikahaltigem Sirup oder einfachem Zuckersirup gefüttert. Nach fünf Tagen wurden die mit Farbpunkten markierten Tiere wieder in die Stöcke auf dem Dach eines Uni-Gebäudes zurückgebracht. Von den Zuckersirup-Bienen waren nach drei Tagen noch zwei Drittel am Leben, von den Antibiotika-Bienen nur ein Drittel. Der Darminhalt der gestorbenen Tiere wurde untersucht.

Störung der Darmflora durch Antibiotika bei Bienen

„Unsere Studie legt nahe, dass eine Störung des Mikrobioms im Darm von Bienen ein Faktor ist, möglicherweise einer von mehreren, um die Bienen anfälliger für ihren Niedergang und den Zusammenbruch ihrer Kolonie zu machen“, erklärt Moran.

Bei Bienen wie auch beim Menschen helfen in einer gesunden Darmflora schützende Bakterien nicht nur bei der Aufnahme von Nährstoffen, sondern auch dabei, Gifte oder Krankheitserreger unschädlich zu machen.

Serratia-Bakterien können – in seltenen Fällen – auch bei immunschwachen Menschen und Frühgeborenen Infektionen auslösen. Die Forscher vermuten darum, dass ein Zuviel an Antibiotika bei ihnen möglicherweise ebenfalls das Erkrankungsrisiko erhöhen könnte.

„Wir legen Leute nicht nahe, dass sie keine Antibiotika mehr nutzen sollen. Antibiotika retten Leben. Aber wir müssen vorsichtig sein, wie wir sie einsetzen“, betont Moran.

Deutschland hat Antibiotika-Einsatz für Bienenvölker verboten

In den USA präparieren viele professionelle Imker ihre Bienenstöcke mehrmals jährlich mit Tetracyclinen, um die Larven vor einer weit verbreiteten Infektionskrankheit, der Amerikanischen Faulbrut, zu schützen.

In Deutschland hingegen seien keine Antibiotika für die Anwendung in Bienenvölkern zugelassen, erklärt Werner von der Ohe vom Laves Institut für Bienenkunde in Celle. „Damit ist ihr Einsatz verboten in Deutschland wie auch in der gesamten EU.“

Rückstände im Honig denkbar

Ohnehin sei die Verwendung von Antibiotika in Bienenstöcken „absolut unsinnig“, sagt der Experte. Zum einen könne es Rückstände im Honig geben, zum anderen drohten Resistenzen – vor allem bei vorbeugender Behandlung wie in den USA üblich.

Gegen bakterielle Bienenkrankheiten wie die Faulbrut gebe es wirksame Methoden ohne Medikamenteneinsatz, mit denen sich eine Ausbreitung gut eindämmen lasse.

In vielen Ländern weltweit wurde im vergangenen Jahrzehnt ein mehr oder weniger starkes Bienensterben beobachtet. Die genauen Gründe sind noch unklar, vermutet wird ein Zusammenhang mit dem Einsatz von Pestiziden, Viruskrankheiten, der Ausbreitung der Varroa-Milbe und einem geringen Ernährungswert bestimmter Nutzpflanzen.

Die massive Verwendung von Antibiotika könnte ein weiterer Faktor sein, mutmaßen die Autoren der aktuellen Studie. (dpa)

http://www.epochtimes.de/wissen/forschung/antibiotika-einsatz-koennte-zum-bienensterben-beitragen-2-a2070974.html

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Der Honigmann

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Doku Junkie 2017 HD

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Der Honigmann

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merkel-maedchen-gefaerbtDer Bundeskanzlerin darf man nichts mehr durchgehen lassen. Das hat das deutsche Volk bei der Migrationsentwicklung seit 2015 erfahren können. Die Bundeskanzlerin erhob sich über das Gesetz und verfügte eigenmächtig, wie zu verfahren sei.

Seither hat der Deutsche Bundestag in einer All-Parteien-Bewegung die Vorgehensweise der Bundeskanzlerin gestützt. Anstatt Sie wegen der Außer-Kraftsetzung deutschen und europäischen Rechts zur Rechenschaft zu ziehen, hat das Berliner Parlament es hingenommen, unsere Grenzen absolut schutzlos zu lassen.

Wir sind die Eingeborenen von Merkelonien.

Die Bundeskanzlerin geht jetzt einen Schritt weiter. Sie schafft das „deutsche Volk“ eigenmächtig ab. Wie die Äußerungen der Bundeskanzlerin seit einiger Zeit deutlich machen, geht sie gezielt vor. Unsere Gesetze fegt sie beiseite, denn das „deutsche Volk“ sind nun mal die „deutschen Staatsbürger“ und nicht alle Menschen, die sich auf dem Territorium Deutschlands aufhalten.

Aber wer weiß es denn? Vielleicht wird “ Deutschland“ durch diese Dame abgeschafft. Anders kann man nicht werten, was die Bundeskanzlerin vor wenigen Tagen auf dem CDU-Landesparteitag in Mecklenburg-Vorpommern von sich gegeben hat.

Wir haben uns nicht für die Einheit Deutschlands eingesetzt, um als „Deutsche“ beseitigt zu werden.

Kein Wunder, wenn sich das politische Berlin und der europäische „Wasserkopf“ in Brüssel mit dem neuen amerikanischen Präsidenten Trump nicht anfreunden können. So viel „Anti-Amerikanismus“ in der offiziellen deutschen Politik war nie. Merkel macht’s möglich. Das kann man sogar verstehen. Präsident Trump hält der Bundeskanzlerin ununterbrochen ihr Zerrbild vor Augen. Für Präsident Trump sind die USA eine Nation mit einer Ökonomie und keine Wirtschaft mit einem gewissen staatlichen Anhang.

Steve Brannon hat es in diesen Tagen deutlich gemacht, wie der Anspruch des neuen amerikanischen Präsidenten dabei ist. Die USA sind nach ihm eine Nation mit einer Kultur und einem Auftrag. Das könnten wir auch sein, wenn wir eine Regierung haben würden, die das Friedensgebot des Grundgesetzes umsetzt, statt einen völkerrechtswidrigen amerikanischen  Krieg nach dem anderen mitzumachen. Man muss in Berlin und Brüssel den Eindruck haben, dass sie jetzt über Trump mit seinen Friedensabsichten so herfallen, weil sie bei seinen Vorgängern alles mitgemacht haben.

Scheinbar sehen sie jetzt die Zeit gekommen, es den „Amis“ so richtig zu zeigen. Es ist schon ein dolles Ding, wenn Präsident Trump in seinem politischen Ansatz beim russischen Präsidenten Putin mehr offene Bereitschaft findet als bei den angeblich  „Verbündeten“. Das, was die Bundeskanzlerin in Sachen „Nation „zum „deutschen Volk“ abgesondert hat, kann jeder Deutsche nur als „krank“ bezeichnen. Es ist am Bundesverfassungsgericht, die Konsequenzen aus diesem  „permanenten Unrecht ‚a la Horst Seehofer“ zu ziehen.

https://de.sputniknews.com/kommentare/20170227314691181-merkel-deutsche-volk/

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Gruß an das Deutsche Volk

Der Honigmann

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Gedanken zur Zeit

Gruß an die Sprachlosen

TA KI

https://daserwachendervalkyrjar.wordpress.com/2017/02/27/kinderpropaganda-bob-die-bahn-besuch-im-militaerlager/

Gruß an die Klardenker

Der Honigmann

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Gruß an Werner Altnickel

TA KI

https://daserwachendervalkyrjar.wordpress.com/2017/02/11/werner-altnickel-beim-honigmann-treffen-4-2-17/

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Gruß an Werner

Der Honigmann

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Wenn Mythos Realität wird. Das wohl spannendste Kapitel Deutscher Geschichte.

Die USA sind weit mehr als eine Wirtschaftsmacht, ein Trendsetter oder das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Denn hier entstanden Symbole…..

GameFreak9394

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Gruß an unser Land

Der Honigmann

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Sonntagsgedanken von Peter Helmesdeutsch

Eine gänzlich unpolitische Betrachtung – oder?

„Charme“, „deutsche Sprache“ – sind das „Fremdwörter“, also Wörter, die uns fremd geworden sind? Der Autor dieses Artikels sagt nüchtern: „Ja! Der Charme ist tot, und die deutsche Sprache stirbt.“

Der aussterbende Gentleman, das vergessene Kompliment

„Als der plötzliche Tod des Bestsellerautors und Establishment-Kritikers Udo Ulfkotte am Samstagmorgen (14.01.2017) von seiner Familie bestätigt wurde, brach ein regelrechter Jubelsturm auf Twitter aus. Der Kurznachrichtendienst wird in Deutschland überwiegend von Journalisten und linksradikalen Aktivisten genutzt.

Eine von ihnen: Die türkische Autorin Hatice Ince. Sie schreibt regelmäßig für die Spiegel-Seite Bento. Auf Twitter erklärte sie heute Vormittag:

Deutschland. Udo Ulfkotte ist am Freitag im Alter von 56 Jahren überraschend an einem Herzinfarkt gestorben. „Hahahaha! Darauf ein Schnaps!“, twitterte Hatice Ince, Autorin für die Spiegel-Seite „Bento“. Die ARD-Journalistin Julia Rehkopf markierte den Tweet mit „Gefällt mir“.

Einige Zeit später entfernte sie die Markierung wieder. In einer archivierten Version des Tweets ist ihre Eingabe aber noch sichtbar“ (Quelle: http://www.freiezeiten.net/spiegel-journalistin-ueber-ufkotte-tod-hahahaha)

Das ist stil- und niveaulos. Und es bestätigt die zunehmende Verrohung der Sitten und der sprachlichen Aggressivität hierzulande. Ehrfurcht vor dem Alter, Ehrfurcht vor einem Toten? Alles Fremdbegriffe unserer entmenschlichten Zeit! Wir lernen nicht mehr, was Anstand und Selbstdisziplin bedeutet. Es ist uns schlicht egal – so wie auch unsere Kleidungskultur verfällt. Schauen Sie sich die männlichen und weiblichen Vogelscheuchen (jüngere und ältere) an, wie sie über die Straße schlurfen! Und mit denselben Klamotten, Sporttretern oder Schuhen mit schiefgelaufenen Absätzen gehen sie in ein Konzert, in die Kirche (wenn überhaupt) oder zu Papas 50. Geburtstag. Es ist ihnen egal, was jemand denkt. Die „Egal-Gesellschaft“ („egal“ bedeutet „gleich“) – die Vorstufe zur egalisierten „Neuen Gesellschaft“, zum „Neuen Menschen“! Aber das ist ein anderes Thema.

Ich gestehe – ein wenig eitel – gentlemanmäßig zu leben. Das heißt, Manieren zu haben, höflich sowie – wie altmodisch! – „Kavalier“ zu sein und immer Sinn für ein ordentliches Kompliment zu haben. Aber es scheint, daß meine Art mählich, aber immer schneller, ausstirbt – nicht so sehr, weil die Menschen immer ungehobelter würden (das aber auch), sondern weil das Pendant zunehmend ausfällt. Das will ich gerne begründen:

Es ist für Männer wie mich bedrückend, daß es kaum noch Frauen gibt, die Aufmerksamkeiten anerkennen (weil sie sie nicht erkennen). Sie haben nicht gelernt, Komplimente annehmen zu können. Beispiel: Wenn ich heute vor einer Dame aufstehe oder ihr in den Mantel helfe oder ihr die Tür aufhalte, kommt reflexartig: „Oh, nicht nötig!“ Manchmal in aufbrausendem Ton. Das ist bei manchen „alten“ Damen anders. Da gibt´s immer noch ein paar, die murmeln: „Daß es das heute noch gibt!?“

Oder: Versuchen Sie mal als Mann, einer Frau ein Kompliment zu machen, z. B.: „Du siehst aber gut aus…“ Reflex: „Och nee, ich habe so schlecht geschlafen“ – oder: „Nee, nee, ich seh´ heute gar nicht gut aus…“ Ein Kompliment wegen eines schicken Anzugs oder Kleidungsstücks? Geht nicht. Sofort kommt: „Ach, die olle Bluse…!“ Oder: „Ich glaub´, die steht mir nicht…“ Wie schön wäre es in solchen Fällen, wenn die Antwort lautete: „Danke, das freut mich“ – oder „Danke, das gefällt mir…“?

Ach ja, „danke“. Wer dankt noch ehrlich, statt floskelhaft und oberflächlich, von herzlich ganz zu schweigen? Wer geht zu einem Polizisten – ohne besonderen Grund – und sagt danke, weil er für jeden Dreck den Buckel hinhält und sich bei Angriffen kaum wehren darf? Wer sagt danke zu einem Soldaten, weil der unser Gemeinwesen verteidigt? Ist ja alles selbstverständlich! Ist es das?

Konrad Adenauer wird nachgesagt, mit nur 200 Worten zurechtgekommen zu sein. Ein Wort hat dabei aber nie gefehlt: „Danke!“

Lange Rede kurzer Sinn: Wir sind uns alle irgendwie egal geworden, gleichgültig, „herzlich“ fremd. „Der Nächste“ stirbt aus, mein „Nächster“ bin ich, ich, ich. Mein Gott, und wie schön ist es, Du, Du, Du zu sagen!!! Gegenprobe: Fragen Sie mal bewußt: „Wie geht es Dir/Ihnen?“ Hören Sie überhaupt hin, was der/die Gefragte antwortet?

Aus Männern werden Dackel

Eine liebe Fb-Freundin – nennen wir sie Dora – schrieb mir nach einem solchen Gedankenaustausch sehr anschaulich:

„Du hast vollkommen Recht, lieber Peter. Da ich auch zur älteren Generation gehöre, freue ich mich über jedes Kompliment. Mein Mann hält mir die Türe auf, hilft mir aus dem Mantel und ist auch sonst ein Kavalier der alten Schule.

Die Welt hat sich geändert: Die Menschen sind oberflächlicher, rücksichtsloser geworden. Die Erziehung läßt stark zu wünschen übrig. Und vor allem hat die Emanzipation aus Männern „Dackel“ gemacht, die sich gar nichts mehr trauen.

Ich wüßte nicht, ob ich in der jetzigen Zeit heiraten würde. Könnte mit solchen Weicheiern nicht umgehen. Kavaliere? Fast komplett ausgestorben. Damen, die noch echte weibliche Eigenschaften haben (Liebreiz, Charme, Anschmiegsamkeit etc.) – fast komplett ausgestorben, lieber Peter. Also beides: Kavalier und das Pendant gibt es kaum noch. Nicht mehr wichtig, nicht mehr „modern“, was weiß ich. Bin froh, daß ich nicht mehr jung bin.

Apropos Erziehung und gute Manieren

Drei Beispiele: Ein junger Kollege von mir kommt, vollbeladen mit Klassenarbeiten zum Lehrerzimmer; ich halte ihm die Tür auf, und er geht stracks durch. Ich: Bitteschön. Er dreht sich um: Hä?? Ältere Leute sind auch nicht ohne: Eine Kollegin, Nonne, viel älter als ich, (das vor Jahren, als an unserem Gymnasium noch Nonnen arbeiteten), kommt, ich halte ihr auch die Türe auf: Sie: was soll das? Ich: Ich hab das so gelernt. Wollte nicht sagen: Alter vor Schönheit. Hihi. Mein Sohn (damals 18) sitzt bei seiner Freundin im Wohnzimmer: Oma kommt rein, und Alexander steht auf. Sie: Sind wir hier bei Königs? Und solche Beispiele von mißratener Erziehung ( auch unter „gebildeten“ Leuten ) hab ich unzählige. Wollte dich nur erheitern, wenn … es nicht so traurig wäre.“

Das sollte zum Thema Charme erst einmal genügen. Kommen wir zur deutschen Sprachkultur:

Aber hallo!

Wir leben in einer „Gesellschaft des schnellen Wortes“ und der gesprochenen oder geschriebenen Abkürzungen. „Hallo“, „hdl“, „LOL“ usw. SMS und Twitter sei Dank – Wir entwickeln uns zu Kurzsprechmaschinen. Sie wissen, was ich meine.

Die deutsche Sprache hat – wie kaum eine andere – für jede Tageszeit eine entsprechende Grußformel: „Guten Morgen“, „Guten Tag“, „Guten Abend“ (Nacht). Dazu gibt es noch die regionalen Grußformen: z. B. „Moin moin“ oder „Grüß Gott“ – wobei eilfertige Willkommenskultur-Barbaren dieses schöne „Grüß Gott“ verbieten lassen wollen, um die moslemischen „Gäste“ nicht zu provozieren. Und wenn man dieses blöde „Hallo“ auch noch in Briefen oder Mails verwendet, wird´s erst recht affig; denn der Adressat kann meinen Ausruf „Hallo“ ja nicht hören. Armes Deutschland – aber Hallo!

Wer sagt heute noch „Auf Wiedersehen“? Die überflüssigste und blödeste Abschiedsformel lautet „Wir sehen uns!“, die kürzeste: „Tschüß“ oder „Schau“ – oder so ähnlich – weil viele dieses „Schau“ so aussprechen, wie es hier steht, da sie nicht einmal zu ahnen scheinen, daß dies vom italienischen „Ciao“ stammt.

„Kurzsprechmaschinen“, siehe oben! Nicht nur das! Auch unsere Sitten – „wat is dat dann?“, fragt mein Nachbar – verkommen zu Kurzforme(l)n. Humor, Esprit (hat nix mit „E-Sprit“ zu tun, Herr Nachbar Sitten?), Charme, Höflichkeitsformen und –floskeln? Alles barocker Müll, „braucht heute kein Mensch mehr, ist ja Steinzeit!“

Erbärmliches Schriftdeutsch

Keine Angst, dies wird jetzt keine Philippika gegen die Rechtschreibreform! Darüber habe ich mich schon genügend geäußert (z. B. hier: https://conservo.wordpress.com/2011/12/04/bildung-bildungspolitik-bildungswuste-deutschland/). Aber die Schreibform der deutschen Sprache wird immer schlampiger.

Deshalb gilt (nur für mich persönlich, nicht zwingend für Gastautoren): Ich benutze die alte Rechtschreibung aus Protest gegen die Vernichtung der deutschen Sprachkultur durch die neue Rechtschreibung, UND ich schreibe bewußt nicht Genderdeutsch, auch weil es im richtigen Deutsch den sog. Gattungsbegriff gibt. „Die Schüler“ erfassen eben auch die Schülerinnen.

Um die Absurdität des Genderdeutschs zu entlarven, zwei Begriffe: „Kind“ oder „Pferd“. Genderkonsequent müßte man (im Plural) also sagen: „Pferde und Pferdinnen“ (oder noch umständlicher: „Hengste und Stuten“) und „Kinder und Kinderinnen“ (oder „Mädchen und Buben“). Will heißen, mir ist der Sprachfluß wichtiger als die Rücksichtnahme auf die „sexuelle Vielfalt“. Schließlich ist Deutsch eine gewachsene, fließende Sprache und kein konstruiertes Kompositum aus (zu allem Unheil auch noch überwiegend) Hauptwörtern.

Semikolon, Genitiv, Gedankenstrich

Sehr deutlich kann man die Vernachlässigung der deutschen Schriftsprache an der Deklination, Konjugation und Interpunktion feststellen (z. B.: „Ich, wenn könnte, würde das und das tun…“). Plusquamperfekt? Vergessen Sie´s, weil die Kinder von heute diese schwierige Grammatikform überhaupt nicht beherrschen. Was wäre gewesen, wenn sie es gelernt hätten?

Über den Verlust des Genitivs ist schon viel Gutes geschrieben worden. Geändert hat sich aber nichts. Nun geht´s dem Semikolon an den Kragen – wenn´s nicht schon tot ist. Ich komme durch meine Vorlesungen häufig mit jungen Menschen zusammen und muß leider feststellen, daß viele von ihnen nicht einmal das Wort Semikolon kennen, geschweige denn seine Anwendung.

Das Semikolon trennt zwei Gedanken eines(!) Satzes, das Komma verbindet sie. Gleiches gilt für Gedankenstrich (trennt) und Bindestrich (verbindet). Der Bindestrich ist des Gedankenstrichs Feind – womit wir beim Genitiv wären. Den Genitiv („der 2. Fall“ unserer Deklination) gibt es in zwei Varianten: einer fast schon romantischen und einer „normalen“ Version: „Des Vaters Kinder gehen gerne…“ ist die schönere, „die Kinder des Vaters…“ die „normale“ Form des Genitivgebrauchs. Und was machen wir draus: Dative („3. Fall“), wohin das Auge schaut: „Die Kinder vom…“, am schlimmsten: „Dem Vater seine Kinder gehen…“

Es müßte doch dringend hinterfragt werden, woher diese Verschlampung der Sprache kommt. „Hinterfragt“ werden? Wie gedankenlos! Fragen bedeuten, daß man etwas erfahren, etwas wissen will, damit man z. B. besser Hintergründe kennenlernt („Hinter…“). Also ich frage nach dem Hintergrund, „hinterfragen“ gibt schlicht keinen Sinn. „Gibt keinen Sinn“ heißt heute: „Das macht keinen Sinn!“ Im Deutschen kann man aber nicht „Sinn machen“, sondern „Sinn haben“ oder „Sinn geben.“ (Wieder so eine Schlampfloskel aus dem Amerikanischen „it makes no sense“.)

Liebe Leser, ich habe „Dora“ (s.o.) für Ihre klaren Worte gedankt und sie an Sie weitergegeben – mit einer großen Bitte:

Werte Damen, denken Sie bitte mal drüber nach! Werte Herren, werden Sie wieder zu Kavalieren – und die Welt wird uns wieder sonniger erscheinen (so öde sie auch sein mag)! Machen wir was draus!

Herzlichen Dank, daß Sie mir „zugehört“ haben!

Auf Ihre Antwort freut sich

Ihr Peter Helmes

www.conservo.wordpress.com

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Gruß an den Genitiv

Der Honigmann

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