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Für jeden etwas im vermarkteten „Weltnaturerbe“; der „Nationalpark“ kommt gar nicht mehr vor. Foto: Manfred Knake

Was lange währt, wird manchmal gut, manchmal. Nach 31 Jahren des Bestehens des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer bieten die Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge gemeinsam mit dem Nationalpark-Haus Carolinensiel und dem Wattwander-Zentrum Ostfriesland „Ausflugsfahrten ins Wattenmeer auf einem neuen Qualitätsniveau an“. Die Nummer nennt sich nun „Nationalpark-Erlebnisfahrten“, gemeint sind die altbekannten Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken und das sog. „Schaufischen“. Und wie sollte es anders sein, jetzt mit „Zertifikat“ der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven. Die Zertifizierung beinhaltet u.a., dass der Zertifikatsinhaber sich verpflichtet, „die Ziele des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer anzuerkennen und zu unterstützen“. Wer hätte das gedacht? Auch ohne das Zertifikat ist jedermann verpflichtet, nicht nur die Schiffsführer, sich an die Regeln des Nationalparkgesetzes zu halten. Man stelle sich vor, Autofahrer bekämen ein Zertifikat dafür, dass sie sich an die Verkehrsregeln halten und nicht bei Rot über die Ampeln fahren…

Ungestörte Seehunde im Dollart-Watt, Foto (C): Eilert Voß

Dabei gibt es diese Ausflugsfahren ganz ohne ein Zertifikat in einigen Küstenbadeorten schon seit Jahrzehnten, als „Fahrt zu den Seehundbänken“ inklusive „Schaufischen“ an die zahlenden Touristen verkauft, ein fester Bestandteil des touristischen Angebots. Die Schiffsführer wissen auch seit Jahrzehnten, dass man bei der Annäherung an die Seehundbänke die Fahrt wegnimmt, die Teilnehmer zur Ruhe mahnt und auf Lautsprecheransagen verzichtet, um die ruhenden Seehunde nicht von den Sandbänken zu vertreiben. Das gehört mit zum lukrativen Geschäft, fliehende oder unsichtbare Seehunde sind abträglich für den Umsatz. Nur das Angebot des „Schaufischens“, bei dem mit einem Schleppnetz Fische, Seesterne oder Krabben an Bord gehievt werden, ist abzulehnen. Die zappelnde Beute wird bestaunt und begrabbelt und dann auch verletzt oder halbtot wieder über Bord gekippt. Das praktiziert die Berufsfischerei mit dem Beifang fast täglich, nur sollte das bei einer naturschutzorientierten Informationsfahrt, die angeblich der Vermittlung der „Schutzwürdigkeit des Wattenmeeres“ dienen soll, unterbleiben.

Opfer des „Schaufischens“ an Bord eines Ausflugsschiffes, Foto (C): Manfred Knake

Informationen über das Wattenmeer werden seit Jahrzehnten in unterschiedlicher Qualität auf den Schiffen vermittelt, oft mit Döntjes angereichert, dagegen ist nichts einzuwenden. Ob die Zertifizierung daran etwas ändert und ein einheitliches Informationsniveau herbeiführen wird, ist fraglich. Die geschwurbelte phrasenhafte Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung enthält viele Gemeinplätze, Sie finden Sie hier:

http://www.nationalpark-wattenmeer.de/nds/misc/ausgezeichnete-ausflugsfahrten-von-harlesiel-ins-wattenmeer/4305

Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven hat gerade wieder einmal bewiesen, dass man diesen alten Wein in neuen Schläuchen als „zertifizierten“ Naturschutz touristisch vermarkten kann. Zum Positiven verändert hat sich in vielen Jahren fast nichts im Großschutzgebiet Nationalpark, im Gegenteil: Dazu kamen Kitesurfer in Schutzgebieten und die Steigerung des Massentourismus, trotz der Etiketten „Nationalpark“ – oder gar wegen – „Weltnaturerbe“, nur die PR wurde verfeinert.

http://www.wattenrat.de/2017/07/09/ausflugsfahrten-ins-wattenmeer-zertifikats-geschwurbel/

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Der Honigmann

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Studie: Viele Korallen am Great Barrier Reef bereits tot

Das Great Barrier Reef muss das zweite Jahr in Folge eine Korallenbleiche verkraften. Wie ist das weltgrößte Korallenriff noch zu retten?

Das weltgrößte Korallenriff Great Barrier Reef vor der Küste Australiens lässt sich nach Meinung von Experten nur noch mit einem entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel retten.

 Das schreiben Forscher um Terry Hughes von der James Cook Universität im australischen Townsville im Fachmagazin „Nature“. Darin heißt es, allein mit Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und Fischverboten sei die sogenannte Korallenbleiche am Great Barrier Reef nicht mehr aufzuhalten.

„Klimawandel ist keine Gefahr in der Zukunft“, sagte Hughes. „Am Great Barrier Reef geschieht das schon seit 18 Jahren.“ Einzelne Maßnahmen reichen den Forschern zufolge zur Rettung des Riffs nicht mehr aus. Große Teile der Korallenstöcke seien bereits tot.

Die Korallenbleiche vor der Ostküste Australiens hatte im vergangenen Jahr weltweit Schlagzeilen gemacht. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass die Wassertemperaturen um bis zu vier Grad höher lagen als sonst. Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe.

Von der Bleiche waren im vergangenen Jahr etwa 90 Prozent des Great Barrier Reef betroffen. Das Riff erstreckt sich insgesamt über 2300 Kilometer. Bei ersten Kontrollflügen in diesem Jahr wurden von der Marineparkbehörde kürzlich neue schwere Schäden entdeckt. Bislang lagen zwischen den Bleichen immer einige Jahre, in denen sich das Great Barrier Reef erholen konnte. (dpa)

http://www.epochtimes.de/wissen/forschung/studie-viele-korallen-am-great-barrier-reef-bereits-tot-a2073065.html

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Der Honigmann

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