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Posts Tagged ‘Hildebrandslied’


 

klusfelsen

Im Harz liegt mit der Stadt Goslar ein Ort, der eng verwoben mit der Überlieferung eines originär deutschen Christentums ist. Hier finden sich mit dem Osterfeld, dem Georgenberg, dem Petersberg und dem inmitten dieser liegenden Klusfelsen eine ganze Reihe mutmaßlich heiliger vorchristlicher Stätten.

Zusätzliche Mystik erhält der Ort durch die Überlieferung, daß er nicht nur der umwohnenden Bevölkerung von je her ein bedeutendes Heiligtum war, sondern auch dem „fahrenden Volk“, das sich nach Angabe Karl-Maria Wiliguts, einem Berater Heinrich Himmlers, einmal im Leben am Klusfelsen als „Pilgerort“ einzufinden hat. Zurück geht diese Legende auf die Überlieferungen Wiliguts, der sich wiederum stark an der Veröffentlichung eines gewissen Ernst Bethas orientiert („Die Erde und unsere Ahnen“). Demnach soll Goslar als „Jöruvalla“ (Jherusalem) als kultisches Zentrum der Atlanter vor 80 000 Jahren errichtet worden sein. In diesem späteren Standort einer mythischen Trojaburg und auch als Romaburg bezeichneten Ort soll zu dieser Zeit auch das Ur-Christentum entstanden sein, welches nach langen Irrwegen im Nahen Osten durch Vermittlung der Megalithbauer, die bereits seit dem 3. Jahrtausend in Palästina ansässig waren oder der nordischen Seevölker um 1200 v.Zw. adaptiert und umgestaltet wurde.  Nach Betha lebte Jesus als „Atlantischer Messias“ bzw. „König“ vor einem Erdunglück um 9600 v.Zw.
Seine Thesen unterstützend beschreibt Betha drei Bilder, die vorgeblich im Rathaus von Goslar gefunden woren wären, die Jesus mit drei Lilien hinter dem Kopf darstellten und seinen Körper von kleinen Pfeilwunden übersät zeigten was auf ähnliche Darstellungen im vorkolumbianischen Amerika verweist, die für Betha mehrere Tausend Jahre alt sein müssen..

In den kaum nachvollziehbaren, obskuren Aneinanderreihungen Bethas findet sich ferner ein Hinweis auf eine mögliche Identität des Krodoaltars (Bild rechts) mit der Bundeslade, die auch vorkolumbianisceh Abbildungen kennt. Betha zufolge soll Jesus-Adonai zweimal in Goslar gekreuzigt worden sein, wobei schließlich der Tot eintrat und Jesus im Felsenkeller der Klusfelsens beigesetzt worden sei. Wiligut scheint diese These aufgegriffen zu haben – obgleich Wiliguts „Bearbeiter“ Rudolf Mund mit Verweis auf vordem erschienende Aufzeichnungen eine Priorität Wiliguts annimmt – und schmückte sie mit einem Kampf zwischen den kristlichen Irminen (Atlantern, auch als Adler-Wiligoten bezeichnet), denen Jesus zugehörig war,  und Wotanisten, die aus dem Osten kommend, sich „der Lenkung widersetzten“. Zur Zeit des Untergangs von Atlantis hätten dann die Wotanisten  den später bei Kelten als Esus und bei Israeliten als Jesus adaptierten „Baldr-Krestos“, „als Urgottheit und Voranschreiter der Irminenmenschheit“ im Zuge der Kämpfe auf dem Georgienberge in Goslar ans Kreuz geschlagen. Dieser habe sich jedoch mit Hilfe der Runen in der neunten Nacht befreit und sei über Wittow auf Rügen in die damals fruchtbare Wüste Gobi geflohen, die  übrigens nach Überlieferung Blavatskys Sitz des heiligen Shamballah-Reiches, einem Zentrum der Lenker der Welt gewesen sei. Hier habe er Wiligut zufolge eine irminische Meisterschule gegründet – was dann als Ursprung der Lenkerzentrale Blavatskys angesehen werden dürfte.

Für die These der „verschollenen Religion“, der Geburt des Ur-Christentums in Nordeuropa spricht dabei die Existenz des Begriffs Kristur im altgermanischen, der mit „Licht, Kristall“ umschrieben werden kann. Rudolf Mund zitiert eine Überlieferung aus Bernhard Körners Handbuch der Heroldskunst, in dem die Wendung erscheint:
„Hagal Skop Kaldastar Kurna, Kristur Skop Heimin Forna“ (Hagel ist das kälteste Korn, Kristur schuf die Heime der Welt)
Auch im Teil 52 des Skaldskaparmal wird Kristur als Schöpfer des Himmels und der Erdenwesen, der Wesen der Gegensonne und der Sonne sowie der irminischen Überkönige genannt. Irmin, in verschiedenen altgermanischen Quellen in Verbindung mit Got benutzt (u.a. Hildebrandslied), bezeichnet dabei nichts anderes als den „allgemeinen“ Gott, den Herr-Gott, von dem als Herrgott von Bentheim auch eine bildliche Darstellung existiert. Zu berücksichtigen dabei ist, daß Krestos /chrestos im griechischen nicht mit „Der Gesalbte“ wie später christos übersetzt wird, sondern als „heilsam, gütig, edel“.

Die Existenz einer auch als Kristur / Kristos bezeichneten höchsten oder monotheistischen Gottheit im germanischen Raum, der später nur noch als Irmingot, bei den einzelnen Volksstämmen als Tyr /Tiu / Ziu benannt, würde die freiwillige Annahme des Christentums  durch germanische Stämme und sogar durch die Wikinger in späterer Zeit erklären, die bislang nicht so recht nachvollziehbar erschien.

Unterstützung findet die Annahme eines ursprünglichen Kristentums durch Äußerungen früher christlicher Prediger. So behauptet der hl. Augustinus:
„Das was man jetzt unter christlicher Religion versteht, gab es schon bei den Alten und fehlte nie seit Anfang des menschlichen Geschlechts, bis daß Christus im Fleisch erscheinen würde, von wo an die wahre Religion, die schon da war, anfing, die christliche genannt zu werden“ (Retractationes, I,3). Auch Melitto von Sardes spricht davon, „daß unsere spezielle Philosophie zuerst bei den Barbaren lebendig war“ („Corpus Apologetarum“, Vol. 9, S. 410) Die Existenz eines vorjüdischen Christentums würde auch die mannigfachen Relikte erklären, die sowohl in Europa als auch in Amerika noch vor offzieller Einführung des Christentums in Form von Kreuzdarstellungen, Taufritualen u.ä. bestanden.
Diese Komponenten müssen als Bestandteil der alten megalithischen Religion der Sonnen- und Lebenswiedergeburt begriffen werden, damit die weite Verbreitung erklärlich wird.Ohne den phantastisch anmutenden Überlieferung Bethas und Wiliguts insbesondere hinsichtlich der Altersangaben folgen zu wollen, ist damit dennoch eine Entstehung des Christentums in Form der megalithischen Religion in Nordeuropa in den Bereich einer möglichen Wahrscheinlichkeit gerückt und zugleich die Entstehung des Ur-Monotheismus, der sich von der Megalithkultur bis zu den Germanen erhalten hat wo er im Laufe der Zeit durch die Hinzufügung weiterer Gottheiten in Vergessenheit geriet, ursprümglich vermutlich nichts anderes als Heilige analog zum späteren Christentum. Mit dem Aufstieg des neuen Christentums, das sich aufgrund er erhaltenden uralten Traditionen in Britannien dort bereits um 180 etablierte, erinnerte man sich auch in Germanien an die Relgion der Altvorderen und ermöglichte so dem neuen Glauben einen rasante Verbreitung. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, daß das früheste germanische Christentum arianisch geprägt war und auch die später übernommene römische Lehre noch nicht die der heutigen Lehre entsprach.

Dennis Krüger

Quelle: http://www.parzifal-ev.de/?id=227

Zu aller erst möchte ich mich entschuldigen das die Aufnahmequalität so schlecht ist, aber das liegt daran das mein Headset leider defekt ist…und das nachdem zuerst vom Hauptrechner das Netzteil kaputt ging und danach das Display vom Netbook defekt wurde und dann auch noch YouTube mir eine Sanktion verpasste wegen angeblichen Urheberechtsverletzung!!!
(Dabei werde ich mir noch eine Alternative überlegen müssen, wie ich weiterhin längere Videos erstellen kann.)
Ich lasse mich dadurch sicherlich nicht aufhalten, lediglich wird meine Arbeit etwas verzögert 😦
Wie Ihr wisst habe ich einen Ausweichkanal erstellt, damit ich Fall des Falles auch noch weiterhin online bin und meine AaNs und AaRs Euch weiterhin anbieten kann ;))
Bitte abonniert auch diesen, bei gefallen…

Augen auf News 2.0
http://www.youtube.com/channel/UCgw17…

Ich danke Euch 😉

So, nun zur Videobeschreibung:
Wer kennst schon diesen riesigen Klumpen Fels mitten in Goslar?
Er soll wohl nicht unbewusst in Vergessenheit geraten?!
Es soll dort auf den nahgelegenen Petersberg (Odinsberg), Baldr-Krestos gekreuzigt worden sein?!

Dieser Felsen soll 120 Mil. Jahre alt sein und aus einem Hils-Sandstein bestehen.
Er wurde 1983 allerdings vom Rotary Club Goslar restauriert…
Wurde dort dann etwas verändert oder sogar zerstört?
Es ist ja nichts neues das damals der Vatikan “Heidnische Kultplätze” in sog. christliche verfälschte?!
Eine Kapelle und ein Felsenkeller, sowie mehrere Räume befindet sich im Innern,
die für Unbefugte nicht mehr erreichbar sind und zum Teil zugemauert wurden.
Dieser Felsen errinert doch sehr stark an die Externsteine?!
Es scheinen viele Gemeinsamkeiten zu geben….

***Fehlerfreie Rhetorik ,(Vor)lese und Rechtschreibfehler natürlich ohne Gewähr***

*** Die Gedanken des Videoerstellers müssen nicht zwangsläufig,
mit der Meinung des Verfassers der angebenen Quelle konform gehen… ***

(…)

LG Chembuster33

Gruß an den einzig wahren Glauben auf Erden

TA KI

Quelle: http://daserwachendervalkyrjar.wordpress.com/2014/10/19/urkreuzigung-in-goslar/

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Gruß an das heilige (Vater)Land

Der Honigmann

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2. Jüngeres Hildebrandslied

Derselbe Stoff wie das ‘Ältere Hildebrantslied’ begegnet hier in spätmittelalterlicher Form als Ballade. Sie ist seit der 2. Hälfte des 15. Jhs. weit verbreitet. Die Strophenform ist der sogenannte ‘Hildebrandston’, der in einer Art Rezitativgesang vorgetragen werden konnte.

Text aus: Das deutsche Volkslied, hg.v. John Meier I: Balladen, 1935; eine Übertragung findet sich bei Michael Curschmann und Ingeborg Glier, Deutsche Dichtung des Mittelalters I: Von den Anfängen bis zum hohen Mittelalter, Ffm 1987.

1.

»Ich wil zu Land ausreiten«,        sprach sich Meister Hiltebrant,
»Der mir die Weg tet weisen        gen Bern[3] wol in die Land,
Die seind mir unkund gewesen        vil manchen lieben Tag:
In zwei und dreißig jaren        Fraw Utten ich nie gesach.«

2.

»Wilt du zu Land ausreiten«,        sprach sich Herzog Abelung,
»Was begegent dir auf der Heiden?        Ein schneller Degen jung.
Was begegent dir auf der Marke?        Der jung Herr Alebrant;
Ja, rittest du selbzwölfte,        von im wurdest angerant.«

3.

»Ja, rennet er mich ane        in seinem Ubermut,
Ich zerhaw im seinen grünen Schild,        es tut im nimmer gut,
Ich zerhaw im sein Brinne        mit einem Schirmenschlag,
Und daß er seiner Mutter        ein ganz jar zu klagen hat.«

4.

»Das solt du nicht entun«,        sprach sich [von Bern] Herr Dieterich,
»Wann der jung Herr Alebrant        der ist mir von Herzen lieb;
Du solt im freundlich zusprechen        wol durch den Willen mein,
Daß er dich wöl lassen reiten,        als lieb als ich im mag sein.«

5.

Do er zum Rosengarten[4]        ausreit wol in des Berners Marke,
Do kam er in große Arbeit        von einem Helden starke,
Von einem Helden junge        da ward er angerant:
»Nun sag an, du vil Alter,        was suchst in meines Vatters Land?

6.

»Du fürst dein Harnisch lauter und rain,        recht wie du seist eins Königs Kind,
Du wilt mich jungen Helden        mit gesehenden augen machen blind;
Du soltest da heimen bleiben        und haben gut Hausgemach
Ob einer heißen Glute.«        Der Alte lachet und sprach:

7.

»Sölt ich da heimen bleiben        und haben gut Hausgemach?
Mir ist bei allen meinen Tagen        zu raisen aufgesetzt,
Zu raisen und zu fechten        bis auf mein Hinefart,
Das sag ich dir vil jungen,        darumb grawet mir mein bart.«

8.

»Dein Bart will ich dir ausraufen,        das sag ich dir vil alten Man,
Daß dir dein rosenfarbes plut        uber dein wangen muß abgan;
Ein Harnisch und dein grünen Schild        must du mir hie aufgeben,
Darzü must mein gefangner sein,        wilt du behalten dein leben.«

9.

»Mein Harnisch und mein grüner Schild,        die teten mich dick ernern,
Ich traw Christ vom Himel wol,        ich wil mich dein erweren.«
Sie ließen von den Worten,        sie zugen zwei scharpfe Schwert,
Und was die zwen Helden begerten,        des wurden die zwen gewert.

10.

Ich weiß nit, wie der junge        dem Alten gab einen Schlag,
Daß sich der alte Hiltebrant        von Herzen sere erschrack.
Er sprang hinter sich zu rucke        wol siben Klafter weit:
»Nun sag an, du vil junger,        den Streich lernet dich ein Weib!«

11.

»Sölt ich von Weibern lernen,        das wer mir immer ein Schand,
Ich hab vil Ritter und Knechte        in meines Vatters Land,
Ich hab vil Ritter und Grafen        an meines Vatters Hof,
Und was ich nit gelernet hab,        das lerne ich aber noch.«

12.

Er erwüscht in bei der Mitte,        da er an dem schwechsten was,
Er schwang in hinder sich zu rucke        wol in das grüne Gras:
»Nun sag mir, du vil junger,        dein Beichtvater wil ich wesen:
Bist du ein junger Wölfinger[5],        von mir magst du genesen.

13.

Wer sich an alte Kessel reibt,        der empfahet gern Rame,
Also geschieht dir, vil jungen,        wol von mir alten Manne;
Dein Beicht solt du hie aufgeben        auf diser Heiden grün,
Das sag ich dir vil eben,        du junger helde kün.«

14.

»Du sagst mir vil von Wölfen,        die laufen in dem Holz:
Ich bin ein edler Degen        aus Krichenlanden stolz,
Mein Mutter die heißt Fraw Utte,        ein gewaltige Herzogin,
So ist der Hiltebrant der alte        der liebste Vater mein.«

15.

»Heißt dein Muter Fraw Utte,        ein gewaltige Herzogin,
So bin ich Hiltebrant der alte,        der liebste Vatter dein.«
Er schloß ihm auf sein gulden Helm        und kust in an seinen Mund:
»Nun müß es Gott gelobet sein, wir seind noch beid gesund.«

16.

»Ach Vater, liebster Vater,        die Wunden, die ich dir hab geschlagen,
Die wolt ich dreimal lieber        in meinem Haubte tragen.«
»Nun schweig, du lieber Sune:        der Wunden wirt gut Rat,
Seid daß uns got all beide        zusammen gefüget hat.«

17.

Das weret von der None        biß zu der Vesperzeit,
Biß daß der jung Her Alebrant        gen Bern einhin reit.
Was fürt er an seinem Helme?        Von Gold ein Krenzelein.
Was fürt er an der Seiten?        Den liebsten Vater sein.

18.

Er fürt in mit im in seinen Sal        und satzt in oben an den Tisch,
Er pot im Essen und Trinken,        das daucht sein Mutter unbillich.
»Ach Sune, lieber Sune,        ist der Eren nicht zu vil,
Daß du mir ein gefangen Man        setzst oben an den Tisch?«

19.

»Nun schweige, liebe Mutter,        ich will dir newe Meer sagen:
Er kam mir auf der Heide        und het mich nahent erschlagen;
Und höre, liebe Mutter,        kein Gefangner sol er sein:
Es ist Hiltebrant der alte,        der liebste Vater mein.

20.

»Ach Mutter, liebe Mutter mein,        nun beut im Zucht und Er!«
Do hub sie auf und schenket ein        und trug ims selber her;
Was het er in seinem Munde?        Von Gold ein Fingerlein,
Das ließ er inn Becher sinken        der liebsten Frawen sein.
[Althochdeutsch,…..]


[1] Diese Exilvorstellung deutet eine historische Situation um, in der die Ostgoten unter Theoderich (=Dietrich; 455–525) den germanischen Volkskönig Odoakar angriffen und schließlich verräterisch töteten (490/493), der Ialien, d.h. die Überreste des weströmischen Reichs, beherrschte.

[2] Ähnlich unhistorisch wie Dietrich erscheinen die Hunnen im Hintergrund, deren große Zeit in der europäischen Geschichte von der Mitte des 4. bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts reichte.

[3] Stammsitz Dietrichs in der deutschen Epik, die mittelhochdeutsche Form für Verona.

[4] Der sagenhafte Rosengarten König Laurins (® eigenes Gedicht in der Dietrichsepik ‘Der Rosengarten’).

[5] Wölfing/Wülfig: Sippenname Hildebrands.

http://homepages.uni-tuebingen.de/henrike.laehnemann/hildebrandslieder.htm

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….danke an Heiko …

Gruß an die wahre Weltsprache

Der Honigmann

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Textgrundlage:

Althochdeutsche Literatur

Herausgegeben, übersetzt

und mit Anmerkungen versehen

von Horst Dieter Schlosser

Frankfurt am Main 1970, S. 264f.

Ik gihorta dat seggen,

ðat sih urhettun      ænon muotin,

Hiltibrant enti Haðubrant      untar heriun tuem.

5  garutun sê iro guðhamun,       gurtun sih iro suert ana,

helidos, ubar hringa      do sie to dero hiltiu ritun.

Hiltibrant gimahalta,      Heribrantes sunu,      – her uuas heroro man,

ferahes frotoro –       her fragen gistuont

fohem uuortum,      hwer sin fater wari

10  fireo in folche,      . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . .      «eddo hwelihhes cnuosles du sis.

ibu du mi ęnan sages,      ik mi de odre uuet,

chind in chunincriche.      chud ist mi al irmindeot.»

Hadubrant gimahalta,       Hiltibrantes sunu:

15  «dat sagetun mi      usere liuti,

alte anti frote,       dea érhina warun,

dat Hiltibrant hætti min fater:       ih heittu Hadubrant.

forn her ostar giweit,      floh her Otachres nid,

hina miti Theotrihhe       enti sinero degano filu.

20  her furlaet in lante       luttila sitten

prut in bure      barn unwahsan,

arbeo laosa.      her raet ostar hina.

des sid Detrihhe      darba gistuontun

fateres mines:      dat uuas so friuntlaos man.

25  her was Otachre      ummet tirri,

degano dechisto      miti Deotrichhe.

her was eo folches at ente:      imo was eo fehta ti leop.

chud was her      chonnem mannum.

ni waniu ih iu lib habbe.» –

30  «wettu irmingot», quad Hiltibrant      obana ab heuane,

dat du neo dana halt       mit sus sippan man

dinc ni gileitos!»

want her do ar arme      wuntane bauga,

cheisuringu gitan,      so imo se der chuning gap,

35  Huneo truhtin:      «dat ih dir it nu bi huldi gibu.»

Hadubrant gimahalta,       Hiltibrantes sunu:

«mit geru scal man      geba infahan,

ort widar orte.

du bist dir, alter Hun,       ummet spaher;

40  spenis mih mit dinem wortun,      wili mih dinu speru werpan.

pist also gialtet man,      so du ewin inwit fortos.

dat sagetun mi       sęolidante

westar ubar wentilsęo,      dat inan wic furnam:

tot ist Hiltibrant,       Heribrantes suno.

45  Hiltibrant gimahalta,       Heribrantes suno:

«wela gisihu ih      in dinem hrustim,

dat du habes heme       herron goten,

dat du noh bi desemo riche      reccheo ni wurti. –

welaga nu, waltant got», quad Hiltibrant,      «wewurt skihit!

50  ih wallota sumaro enti wintro       sehstic ur lante,

dar man mih eo scerita      in folc sceotantero.

so man mir at burc ęnigeru      banun ni gifasta.

nu scal mih suasat chind      suertu hauwan,

breton mit sinu billiu,      – eddo ih imo ti banin werdan.

55  doh maht du nu aodlihho,      ibu dir din ellen taoc,

in sus heremo man      hrusti giwinnan,

rauba birahanen,       ibu du dar enic reht habes.» –

«der si doh nu argosto», quad Hiltibrant,      «ostarliuto,

der dir nu wiges warne,       nu dih es so wel lustit,

60  gudea gimeinun:      niuse de motti

hwerdar sih hiutu      dero hregilo rumen muotti,

erdo desero brunnono      bedero uualtan!»

do lęttun se ærist      asckim scritan,

scarpen scurim,      dat in dem sciltim stont.

65  do stoptun to samane       staimbort chludun,

heuwun harmlicco      huittę scilti,

unti im iro lintun      luttila wurtun,

giwigan miti wabnum       . . . . . . . . . . .

http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/08Jh/Hildebrand/hil_lied.html

Manuskript

Das Fragment wurde um 830 auf die Vorderseite des ersten Blattes und die Rückseite des letzten Blattes einer lateinischen theologischen Handschrift des Klosters Fulda geschrieben (Kassel, Landesbibliothek, Cod. theol. fol. 54, 1r und 76v). Die Handschrift in karolingischer Minuskel zeigt für den w-Laut fast durchgehend die Rune P, als akzentuiertes p geschrieben.

*

http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/08Jh/Hildebrand/hil_text.html

Das Hildebrandsliedist eines der frühesten Textzeugnisse in deutscher Sprache. Das überkommene Fragment wird in der Murhardschen Bibliothek in Kassel aufbewahrt; es ist als eine Abschrift des 9. Jahrhunderts (810-820 oder 4. Jahrzehnt des 9. Jahrhunderts) in einem Kodex aus der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts tradiert.

Das Hildebrandslied ist das einzige überlieferte Beispiel für den altdeutschen Heldengesang. Dargestellt ist eine Episode aus dem Sagenkreis um Dietrich von Bern, eine Zweikampf-Situation zwischen Hildebrand und seinem Sohn Hadubrand; da der Schluss verloren ist, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden, ob das Ende tragisch gestaltet war.

Das Stabreimgedicht besteht aus stark rhythmisierten Langzeilen, von denen 68 erhalten sind.

*

Neuhochdeutsche Übersetzung

  1. Ich hörte das sagen,
  2. dass sich als Herausforderer einzeln mühten:
  3. Hildebrand und Hadubrand zwischen zwei Heeren.
  4. Sohn und Vater richteten ihre Scharen aus,
  5. richteten ihre Kampfgewänder, gürteten sich ihre Schwerter um,
  6. die Helden, über die Rüstung, als sie zu dem Kampf ritten.
  7. Hildebrand sagte, Heribrands Sohn, er war der ältere Mann,
  8. des Lebens erfahrener, er begann zu fragen,
  9. mit wenigen Worten, wer sein Vater gewesen sei
  10. unter den Menschen im Volke…
  11. „…oder aus welchem Volke du bist
  12. wenn Du mir einen nennst, kenne ich die anderen
  13. Menschen im Reich, bekannt ist mir die ganze Menschheit“.
  14. Hadubrand sagte, Hildebrands Sohn:
  15. „Das sagten mir unsere Leute,
  16. alte und weise, die früher schon da lebten,
  17. dass Hildebrand mein Vater heiße, ich heiße Hadubrand.
  18. Vormals ist er nach Osten geritten, er floh den Zorn Odoakers,
  19. dorthin mit Dietrich und vielen seiner Kämpfer.
  20. Er ließ im Lande arm zurück
  21. die Frau in der Hütte und den unerwachsenen Sohn
  22. erbelos: Er ritt nach Osten hin.
  23. Deswegen erlitt seither Dietrich die Abwesenheit
  24. meines Vaters: Der war ein so freundloser Mann.
  25. Er zürnte Odoaker unmäßig,
  26. der liebste der Kämpfer Dietrichs.
  27. Er war immer an der Spitze des Heeres, ihm war immer der Kampf zu lieb,
  28. Bekannt war er…den Tapfersten.
  29. Ich glaube nicht, daß er noch lebt…“
  30. „Weißt Du Gott“, sprach Hildebrand, „oben vom Himmel,
  31. daß du niemals solchermaßen verwandte Männer
  32. in eine Angelegenheit hast geraten lassen!“
  33. Er wand sich dann von den Armen gewundene Ringe ab,
  34. aus kaiserlichem Gold gemacht, wie sie ihm der König gab,
  35. der Herrscher der Hunnen. „Das gebe ich dir nun aus Freundschaft!“
  36. Hadubrant, Hildebrands Sohn, sagte:
  37. „Mit dem Speer soll man Geschenke annehmen,
  38. Spitze gegen Spitze!
  39. Du dünkst dich, alter Hunne, unmäßig schlau.
  40. Verlockst mich mit deinen Worten, willst deinen Speer nach mir werfen.
  41. Du bist ein so alter Mann, wie du ewig Betrug im Sinn hast.
  42. Das sagten mir Seeleute,
  43. westlich über dem Ozean, dass ihn ein Kampf hinnahm:
  44. Tot ist Hildebrand, Heribrands Sohn!“
  45. Hildebrand, Heribrands Sohn, sagte:
  46. „Wohl sehe ich an deiner Rüstung,
  47. daß du daheim einen guten Herrn hast,
  48. daß du in diesem Reich noch nie vertrieben wurdest.
  49. Wohlan, nun walte Gott, sagte Hildebrand, Unheil geschieht:
  50. Ich wanderte 60 Sommer und Winter außer Landes;
  51. wo man mich immer in das Heer der Kämpfer einordnete.
  52. Wenn man mir an jedweder Burg den Tod nicht beibringen konnte:
  53. Nun soll mich das eigene Kind mit dem Schwerte schlagen,
  54. niederschmettern mit der Klinge, oder aber ich werde ihm zum Töter.
  55. Du kannst wohl leicht -wenn deine Kraft (dir) ausreicht-
  56. von einem so alten Mann eine Rüstung gewinnen,
  57. Beute rauben, wenn Du da irgendein Recht hast.
  58. Der sei doch nun der feigste, sagte Hildebrand, von den Ostleuten,
  59. der dir nun den Kampf verweigerte, wo es dich doch so sehr gelüstet,
  60. nach gemeinsamem Kampf; (nun) versuche wer mag,
  61. wer von beiden heute das Gewand lassen muß
  62. und dieser Brünnen beider walten (wird).“
  63. Dann ließen sie zuerst die Eschenlanzen bersten
  64. in scharfem Kampf, daß sie in den Schilden steckten.
  65. Da ritten sie gegeneinander, spalteten farbige Schilde,
  66. schlugen gefährlich auf weiße Schilde,
  67. bis ihnen ihre Lindenschilde zu Bruch gingen,
  68. zerstört von den Waffen…

http://de.wikisource.org/wiki/Hildebrandslied

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….danke an Erwin M.

.

Gruß

Der Honigmann

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